9. _Methoden, die auf der Flüchtigkeit des Zinks beruhen._

a. $Kobalt- und Nickeloxydul von Zinkoxyd.$ $Berzelius$ giebt

(Jahresbericht 21. 144) zur absoluten Scheidung des Kobalts und Nickels

vom Zink folgende Methode an. Man fällt die Lösung mit Kalilauge im

Ueberschuss, kocht und filtrirt das etwas Zinkoxyd enthaltende Nickel-

und Kobaltoxydulhydrat von der Lösung des Zinkoxyds in Aetzkali ab,

wäscht $vollständig$ mit kochendem Wasser aus und bestimmt im Filtrat

das Zink (siehe §. 85). -- Den Niederschlag trocknet, glüht und wägt

man, mischt ihn alsdann in einem Porzellantiegel mit reinem (aus Alkohol

umkrystallisirtem) Zucker, erhitzt langsam bis zum vollständigen

Verkohlen des Zuckers, setzt alsdann den mit seinem Deckel bedeckten

Porzellantiegel in ein Bad von Magnesia in einen grösseren, ebenfalls

bedeckten Thontiegel und erhitzt in einem Windofen bis zu der stärksten

Hitze, die der Ofen zu geben vermag, eine Stunde lang. Unter diesen

Umständen werden die Metalle reducirt, kohlehaltiges Nickel und Kobalt

bleiben zurück, das Zink raucht vollständig weg; den Rückstand behandelt

man mit Salpetersäure und bestimmt die Oxyde durch Fällung mit

Kalilauge und Wägung des Niederschlags. Die Differenz dieses Gewichtes

und des zuvor erhaltenen ist gleich der Menge des mit niedergefallenen

Zinkoxyds. -- Diese Methode kann nur bei der Trennung des Nickels vom

Zink ganz genaue Resultate liefern (vergl. §. 88. b.).

b. $Zink von Eisen in Legirungen.$ Nach $Bobierre$ lassen sich dieselben

leicht und sicher analysiren, indem man sie im Wasserstoffgasstrome

glüht (siehe §. 130. B. 4. b.).

10. _Methoden, die auf der volumetrischen Bestimmung eines Körpers und

Ermittlung des anderen aus der Differenz beruhen._

a. $Eisenoxyd von Thonerde.$ Man fällt beide mit Ammon (§. 83. a. und

§. 90. 1.). Den gewogenen Rückstand löst man ganz oder theilweise

durch Digestion mit concentrirter Salzsäure, oder durch Schmelzen mit

saurem schwefelsauren Kali und Behandeln mit salzsäurehaltigem Wasser,

und bestimmt das Eisen maassanalytisch nach §. 90. 3. Die Thonerde

ergiebt sich aus der Differenz. Diese Methode ist namentlich dann

empfehlenswerth, wenn relativ wenig Eisenoxyd zugegen ist. (Anstatt das

Eisen maassanalytisch zu bestimmen, kann man es auch, nach Zusatz von

Weinsäure und Ammon, mit Schwefelammonium fällen).

b. $Eisenoxyd von Eisenoxydul.$

[Greek: a]. Man bestimmt in einer Probe die Gesammtmenge des Eisens

als Oxyd, oder maassanalytisch. Eine zweite löst man durch Erwärmen

mit Salzsäure in einem Kolben, durch welchen man -- um die Luft

abzuhalten -- Kohlensäure leitet, verdünnt und bestimmt das Eisenoxydul

volumetrisch (§. 89. 2). Das Eisenoxyd ergiebt sich aus der Differenz.

-- Dies bequeme und genaue Verfahren dürfte wohl die älteren und

complicirteren Methoden, Eisenoxydul neben Eisenoxyd zu bestimmen,

allmälig verdrängen. Auch neben Zinkoxyd, Nickeloxydul etc. lässt sich

das Eisen ohne Schwierigkeit maassanalytisch bestimmen.

[Greek: b]. (Nach $Bunsen$.) Man füllt das Kölbchen _a_ (Fig. 46,

§. 104) zu zwei Dritteln mit rauchender Salzsäure an und verdrängt

die Luft über dieser durch Kohlensäure, indem man einige Körnchen

kohlensaures Natron in die Säure wirft. Sodann wirft man die in einem

offenen kurzen Röhrchen abgewogene und befindliche Substanz und endlich

eine abgewogene, etwas überschüssige Menge saures chromsaures Kali, die

sich ebenfalls in einem solchen Röhrchen befindet, in das Kölbchen,

steckt das Entwickelungsrohr auf und verfährt im Uebrigen nach §. 104.

d. [Greek: b]. Man erhält natürlicherweise weniger freies Jod, als wenn

mit dem chromsauren Kali kein Eisenoxydul aufgelöst worden wäre, indem

ein Theil des entbundenen Chlors verwendet wird, um das Eisenchlorür in

Chlorid zu verwandeln, und zwar entspricht je 1 Aeq. Jod, welches man

weniger erhält, als dem angewandten chromsauren Kali entspricht, 2 Aeq.

Eisenoxydul.

Will man in einer zweiten Probe die Gesammtmenge des Eisens bestimmen,

so löst man die Probe ebenfalls in dem Kölbchen _a_ in Salzsäure auf

und bewirkt die Reduction des Eisenoxyds zu Oxydul durch eine Kugel von

chemisch reinem Zink, die an einen feinen Platindraht gegossen ist. Um

dabei jeden Luftzutritt abzuhalten, versieht man das Kölbchen während

des Kochens mit dem Aufsatze _bb_, Fig. 54.

[Illustration: Fig. 54.]

Sobald man an der farblosen Beschaffenheit der Flüssigkeit erkannt

hat, dass die Reduction vollendet ist, kühlt man das Kölbchen in

kaltem Wasser ab, lüftet das obere Stöpselchen, wirft einige Körnchen

kohlensaures Natron in die Säure, zieht die Zinkkugel in das Rohr _b_

empor, spritzt die daran hängende Flüssigkeit in das Kölbchen ab und

entfernt _bb_. Nach raschem Zusatze des abgewogenen chromsauren Kalis

verfährt man nun wie eben angegeben.

c. $Manganoxydul von Thonerde und Eisenoxyd$, nach $Krieger$[57]. Man

fällt mit kohlensaurem Natron, digerirt den Niederschlag eine Zeit lang

mit der Flüssigkeit, wäscht erst durch Decantation, dann auf dem Filter

aufs Beste aus, trocknet, glüht und bestimmt in einer Probe das Mangan

nach §. 112. Anhang. Man beachte, dass der Niederschlag das Mangan als

Mn_{3}O_{4} enthält.

[57] Ann. der Chem. und Pharm. 87. 261.

d. $Manganoxydul von Zinkoxyd$, nach $Krieger$. Man fällt mit

kohlensaurem Natron kochend, wäscht den Niederschlag mit siedendem

Wasser aus, trocknet, glüht. Der Niederschlag ist, wenn die Menge

des Zinks genügend war: ZnO + xMn_{2}O_{3}. Man wägt eine Portion ab

und bestimmt das Mangan nach §. 112. Anhang. -- Bei unzureichendem

Zinkgehalte verfährt man nach §. 127. B. 4. b. NB.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 393 / 749 题