4. $Manganoxydul von den alkalischen Erden.$

a. _Methoden, welche sich auf die Abscheidung des Mangans als Oxyd

oder Hyperoxyd gründen._

[Greek: a]. Nach $Gibbs$[40]. Man setzt der $vollkommen$ neutralen

Lösung der Basen, welche an Salzsäure, Salpetersäure oder -- bei

Magnesia -- auch Schwefelsäure gebunden sein können (sind neben den

alkalischen Erden Alkalien zugegen, so ist Salzsäure, andernfalls

Salpetersäure vorzuziehen), reines Bleihyperoxyd[41] zu (auf 1 Grm.

Substanz 5 Grm. Hyperoxyd) und digerirt bei etwa 85° C. unter öfterem

Umrühren eine Stunde lang, filtrirt den Niederschlag, der alles Mangan

-- wahrscheinlich als Oxyd -- enthält, ab und wäscht ihn mit siedendem

Wasser aus. (Ist Magnesia zugegen, so setzt man vor dem Filtriren der

erkalteten Lösung einige Tropfen Salpetersäure zu.) Im Filtrate bestimmt

man die alkalischen Erden (und Alkalien) nach §. 121 und 122. Der

Niederschlag wird geglüht, in starker Salpetersäure gelöst und Mangan

und Blei nach §. 130 getrennt. (Einigermaassen umständlich. -- Gegenwart

von etwas freier Salzsäure schadet nicht, wohl aber freie Salpetersäure

und Schwefelsäure; vergl. $Will$, Ann. der Chem. und Phar. 86. 62.)

[40] Ann. der Chem. und Pharm. 86. 54.

[41] Das aus Mennige bereitete Bleihyperoxyd ist -- wegen

beigemischter Verunreinigungen -- nicht brauchbar. Reines ist zu

erhalten durch Behandlung von in Wasser suspendirtem

Bleioxydhydrat mit Chlor, Waschen des Productes mit siedendem

Wasser, Digeriren mit Salpetersäure und nochmaliges Auswaschen.

[Greek: b]. Nach $Schiel$[42]. Man leitet in die salzsaure Lösung,

nachdem man sie mit kohlensaurem Natron fast neutralisirt und mit

essigsaurem Natron versetzt hat, _Chlorgas_. Hierdurch zersetzt sich das

essigsaure Manganoxydul und alles Mangan scheidet sich als Hyperoxyd

aus. Die alkalischen Erden bleiben gelöst.

[42] $Sillim.$ Journ. 15. 275.

[Greek: c]. Nach $Deville$[43]. Die Basen müssen als Nitrate vorhanden

sein. Man erhitzt in einer bedeckten Platinschale auf 200-250°, bis alle

Bildung von Dämpfen aufhört und die Masse schwarz geworden, und verfährt

im Uebrigen nach §. 124. 1. A. 2. -- Unter dem Einflusse einer kleinen

Menge organischer Substanz oder auch einer zu starken Hitze können sich

Spuren von Manganhyperoxyd reduciren und in salpetersaurem Ammon lösen;

man findet sie dann bei der Magnesia.

[43] Journ. f. prakt. Chem. 60. 11.

[Greek: d]. Man sättigt die Lösung mit Chlorgas (bei sehr kleinen

Mengen von Mangan genügt Zusatz von Chlorwasser) und fällt das Mangan

als Oxydhydrat durch doppelt-kohlensaures Natron oder kohlensauren Baryt

H. ($Rose$). Wenn viel Kalk, Baryt oder Strontian zugegen ist, fällt man

zuerst mit Ammon, filtrirt, wäscht aus, löst den Niederschlag nochmals

in Salzsäure und fällt nun erst mit doppelt-kohlensaurem Natron.

(Man hüte sich davor, dadurch, dass man Chlor in eine viel Salmiak

enthaltende Lösung allzulange einleitet, Chlorstickstoff zu erzeugen.)

b. _Methoden, welche sich auf die volumetrische Bestimmung des

Mangans gründen_, nach $Bunsen$ und $Krieger$[44].

[Greek: a]. $Mangan von Magnesia.$ Man fällt mit Natronlauge (§. 86. 1.

b.). Der wohl ausgewaschene Niederschlag wird geglüht und gewogen. Wenn

die Menge der Magnesia genügend ist, hat der Rückstand die Formel

Mn_{2}O_{3},MgO + xMgO.

Man behandelt eine gewogene Probe nach §. 112, Anhang, findet so die

Menge des Mangans (1 Aeq. Chlor, beziehungsweise 1 Aeq. in Freiheit

gesetztes Jod entspricht 1 Aeq. Mn_{2}O_{3}) und aus der Differenz die

der Magnesia. --

[Greek: b]. Von _Baryt_ und _Strontian_. Man fällt mit kohlensaurem

Natron (§. 86. 1. a.). Der wohl ausgewaschene Niederschlag hat die Formel

Mn_{2}O_{3}, BaO + xBaO, CO_{2}.

Man behandelt eine Probe wie in [Greek: a]. und findet so die Menge

des Mangans. Die des kohlensauren Baryts ergiebt sich, wenn man das

Manganoxyd abzieht von dem gewogenen Niederschlag und zu der Differenz

so viel Kohlensäure zuzählt, als durch das Manganoxyd ausgetrieben

worden ist, d. h. für je 1 Aeq. Mn_{2}O_{3}, 1 Aeq. CO_{2}.

[Greek: c]. Von $Kalk$. Man verfährt wie bei Baryt und Strontian

angegeben, befeuchtet aber nach dem Glühen wiederholt mit kohlensaurem

Ammon, trocknet ein und glüht gelinde, bis das Gewicht constant bleibt.

[44] Ann. der Chem. und Pharm. 87. 268.

NB. Diese Art der volumetrischen Bestimmung des Mangans setzt voraus,

dass mehr als 1 Aeq. MgO, CaO etc. auf je 1 Aeq. Mn_{2}O_{3} vorhanden

ist, denn im anderen Falle enthält der Rückstand neben Mn_{2}O_{3}

auch Mn_{2}O_{3}, MnO. -- Um auch in solchem Falle die Methode

anwenden zu können, löst man, nach $Krieger$, eine Probe des gewogenen

Niederschlages auf, setzt die Hälfte ihres Gewichtes Zinkoxyd zu, fällt

mit kohlensaurem Natron, bestimmt die Menge des Niederschlages nach

längerem Glühen an der Luft und wendet den so erhaltenen Rückstand oder

einen aliquoten Theil desselben zur volumetrischen Bestimmung an. In

diesem ist nun alles Mangan als Mn_{2}O_{3} enthalten.

5. $Kobaltoxydul, Nickeloxydul und Zinkoxyd von Baryt, Strontian und

Kalk.$ Man versetzt mit kohlensaurem Natron im Ueberschuss, fügt

Cyankalium zu, erwärmt sehr gelinde, bis alles gefällte kohlensaure

Kobaltoxydul, Nickeloxydul und Zinkoxyd wieder in Lösung ist, und

filtrirt die kohlensauren alkalischen Erden von der Lösung der

Cyanmetalle in Cyankalium ab. Erstere werden in verdünnter Salzsäure

gelöst und nach §. 122 getrennt, letztere scheidet man nach §. 128.

6. $Kobalt- und Nickeloxydul von Magnesia.$ Man fällt die Lösung durch

eine Mischung von unterchlorigsaurer Kali- und Aetzkali-Lösung. Den

Niederschlag, welcher aus Nickelsuperoxyd, Kobaltoxyd und Magnesiahydrat

besteht, digerirt man nach völligem Auswaschen noch feucht bei 30-40°C.

mit einer überschüssigen Lösung von Quecksilberchlorid. Dabei bildet

sich ein Doppelsalz von MgCl + 3HgCl und die Talkerde wird aufgelöst,

während eine entsprechende Quantität von basischem Quecksilberchlorid

ausgefällt wird ($Ulgren$, $Berzel$. Jahresber. 21. 146). Die Lösung und

das Waschwasser dampft man unter Zusatz von reinem Quecksilberoxyd ein

und bestimmt die Magnesia nach §. 82. 3. b. -- Die Oxyde des Nickels und

Kobalts werden zur Abscheidung des Quecksilbers geglüht und auf unten

anzugebende Weise geschieden.

7. $Kobalt- und Nickeloxydul von Baryt, Strontian, Kalk.$ Man glüht die

Chlormetalle in Wasserstoffgas (§. 128. B. 4.).

III. Trennung der Oxyde der vierten Gruppe von denen der dritten

Gruppe und von einander.

§. 128.

$Uebersicht$: $Thonerde$ von Chromoxyd: B. 1. a, -- von Zinkoxyd: A. 1

u. 2, B. 2. a, 8. a, -- von Manganoxydul: A. 1. u. 2, --

B. 1. a, 5. b u. c, 10. c, -- von Nickeloxydul: A. 1 u.

2, B. 1. b, 8. a, -- von Kobaltoxydul: A. 1 u. 2, B. 1.

b, 8. a, -- von Eisenoxydul: A. 1 u. 2, B. 1. a u. b, --

von Eisenoxyd: A. 2, B. 1. a u. b, 3. a, 10. a.

$Chromoxyd$ von Thonerde: B. 1. a, -- von Zinkoxyd,

Manganoxydul, Nickeloxydul, Kobaltoxydul und

Eisenoxydul: A. 1 u. 2, B. 5. a, -- von Eisenoxyd: A. 2,

B. 3. a, 5. a.

$Zinkoxyd$ von Thonerde: A. 1 u. 2, B. 2. a, 8. a, --

von Chromoxyd: A. 1 u. 2, B. 5. a, -- von Manganoxydul:

B. 2. a, 5. b u. c, 10. d, -- von Nickeloxydul: B. 2. a

u. c, 3. c, 9, -- von Kobaltoxydul: B. 2. a u. c, 3. c,

8. c, 9, -- von Eisenoxyd: A. 1, B. 2. a, 6, 9. b.

$Manganoxydul$ von Thonerde: A. 1 u. 2, B. 1. a, 5.

b u. c, 10. c, -- von Chromoxyd: A. 1 u. 2, B. 5. a,

-- von Zinkoxyd: B. 2. a, 5. b u. c, 10. d, -- von

Nickeloxydul: B. 2. b u. c, 4, 5. b, c u. d, -- von

Kobaltoxydul: B. 2. b u. c, 4, 8. d, -- von Eisenoxyd:

A. 1, B. 5. c, 6, 10. c.

$Nickeloxydul$ von Thonerde: A. 1 u. 2, B. 1. b, 8. a,

-- von Chromoxyd: A. 1 u. 2, B. 5. a, von Zinkoxyd: B.

2. a u. c, 3. c, 9, -- von Manganoxydul: B. 2. b u. c,

4, 5. b, c u. d, -- von Kobaltoxydul: B. 5. d, 8. b, --

von Eisenoxyd: A. 1, B. 2. b, 6.

$Kobaltoxydul$ von Thonerde: A. 1 u. 2, B. 1. b, 8. a,

-- von Chromoxyd: A. 1 u. 2, B. 5. a, -- von Zinkoxyd:

B. 2. a u. c, 3. c, 8. c, 9, -- von Manganoxydul: B. 2.

b u. c, 4, 8. d, von Nickeloxydul: B. 5. d, 8. b, -- von

Eisenoxyd: A. 1, B. 2. b, 6, 7.

$Eisenoxydul$ von Thonerde: A. 1 u. 2, B. 1. a u. b, --

von Chromoxyd: A. 1 u. 2, -- von Eisenoxyd: A. 1, B. 3.

b, 10. b, 11.

$Eisenoxyd$ von Thonerde: A. 2, B. 1. a u. b, 3. a, 10.

a, -- von Chromoxyd: A. 2, B. 3. a, B. 5. a, -- von

Zinkoxyd: A. 1, B. 2. a, 6, 9. b, -- von Manganoxydul:

A. 1, B. 5. c, 6, 10. c, -- von Nickeloxydul: A. 1, B.

2. b, 6, -- von Kobaltoxydul: A. 1, B. 2. b, 6, 7, --

von Eisenoxydul: A. 1, B. 3. b, 10. b, 11.

A. Allgemeine Methoden.

1. _Methode, welche auf der Fällbarkeit einiger Oxyde durch

kohlensauren Baryt beruht._

$Eisenoxyd, Thonerde und Chromoxyd von allen übrigen Basen der

vierten Gruppe.$

Man versetzt die in einem Kolben enthaltene, ein wenig freie Säure

enthaltende, hinlänglich verdünnte Lösung (ist viel freie Säure zugegen,

sättigt man den grössten Theil derselben mit kohlensaurem Natron) mit in

Wasser fein aufgeschlämmtem kohlensauren Baryt in mässigem Ueberschuss,

verstopft und lässt in der Kälte unter öfterem Umschütteln längere Zeit

stehen. Hierdurch wird Eisenoxyd, Thonerde und Chromoxyd vollständig

abgeschieden (die Abscheidung des Chromoxydes erfordert am meisten

Zeit), während die anderen Basen gelöst bleiben (nur von Kobaltoxydul

schlagen sich meist Spuren mit nieder). Man decantirt, rührt mit kaltem

Wasser auf, lässt absitzen, decantirt nochmals, filtrirt und wäscht mit

kaltem Wasser aus. Der Niederschlag enthält ausser den gefällten Oxyden

kohlensauren Baryt, das Filtrat ausser den nicht gefällten Oxyden ein

Barytsalz. --

[Illustration: Fig. 53.]

Sollte Eisenoxydul zugegen gewesen sein, und man die Absicht hegen,

dies auf die genannte Art von Eisenoxyd etc. zu trennen, so muss

während der ganzen Operation die Luft abgeschlossen werden. Man nimmt

alsdann die Auflösung der Substanz, die Fällung, wie das Auswaschen

durch Decantation, in einem Kolben (_A_ Fig. 53) vor, durch welchen man

Kohlensäure leitet (_d_). Das Nachfüllen des Auswaschwassers geschieht

durch ein Trichterrohr, das Ablassen durch einen im Kork verschiebbaren

Heber (_b_), welche beide luftdicht im Stopfen eingepasst sind.

($Scheerer$ wendet zur Trennung des Eisenoxyds von Oxydul die in einer

Kohlensäureatmosphäre durch Erhitzen mit concentrirter Schwefelsäure

bereitete Lösung an, lässt erkalten, fügt Eis zu, bis zur geeigneten

Verdünnung, sättigt annähernd mit kohlensaurem Ammon und kocht, unter

fortwährendem Einleiten von Kohlensäure, die Flüssigkeit längere Zeit

mit sehr fein zerriebenem Magnesit, wodurch alles Eisenoxyd gefällt

wird.)

2. _Methode, welche auf der Ausfällung der Oxyde der vierten Gruppe

durch Schwefelnatrium aus durch Weinsäure vermittelter alkalischer

Lösung beruht._

$Thonerde und Chromoxyd von den Oxyden der vierten Gruppe.$ Man

versetzt die Lösung mit Weinsteinsäure, dann mit reiner Natron- oder

Kalilauge, bis die Flüssigkeit wieder klar ist, fügt Schwefelnatrium

zu, so lange noch ein Niederschlag entsteht, lässt absitzen, bis die

überstehende Flüssigkeit nicht mehr grünlich oder bräunlich gefärbt

erscheint, decantirt, rührt den Niederschlag mit schwefelnatriumhaltigem

Wasser auf, decantirt nochmals, bringt nun den alle Metalle der

vierten Gruppe enthaltenden Niederschlag auf ein Filter, wäscht ihn

mit schwefelnatriumhaltigem Wasser aus und trennt im Niederschlage

die Metalle nach B. -- Das Filtrat verdampft man unter Zusatz von

salpetersaurem Kali zur Trockne, schmelzt den Rückstand und trennt die

Thonerde von der erzeugten Chromsäure nach §. 125.

B. Speciellere Methoden.

1. _Methoden, welche auf der Löslichkeit der Thonerde in ätzenden

Alkalien beruhen._

a. $Thonerde von Eisenoxyd und Oxydul$, $Chromoxyd und kleinen Mengen

von Manganoxydul$ (nicht aber von Nickel- und Kobaltoxydul). Man erhitzt

die saure ziemlich concentrirte Lösung in einem Kolben zum Sieden, nimmt

vom Feuer und reducirt das vorhandene Eisenoxyd durch schwefligsaures

Natron. Die noch einige Zeit im Sieden erhaltene Flüssigkeit

neutralisirt man mit kohlensaurem Natron, fügt dann reine Natron- oder

Kalilauge[45] im Ueberschuss zu und kocht längere Zeit. Bei Anwesenheit

von viel Eisen muss der Niederschlag schwarz und körnig werden, zum

Zeichen, dass er in Oxyduloxyd übergegangen ist. (Das anfängliche,

dem Kochen vorausgehende Stossen wird sowohl durch einen eingelegten,

spiralförmigen Platindraht, als auch durch beständiges Hin- und

Herbewegen der Flüssigkeit vermieden. Sobald dieselbe wirklich kocht,

hört das Stossen von selbst auf.) Man lässt jetzt absitzen, indem man

vom Feuer nimmt, giesst die klare Flüssigkeit durch ein nicht zu poröses

Filter, kocht den Niederschlag -- der Sicherheit halber -- nochmals mit

neu zugefügter Natronlauge und wäscht ihn erst durch Decantiren, dann

auf dem Filter mit heissem Wasser aus. Das alkalische Filtrat säuert

man mit Salzsäure an, kocht mit etwas chlorsaurem Kali (§. 124. 1. A.

1.), concentrirt durch Abdampfen und fällt daraus die Thonerde nach

§. 83. a. (Journ. f. prakt. Chem. 45. 261). Das Kochen der gefällten

Oxyde mit Natronlauge geschieht -- wenn man eine etwas grosse Silber-

oder Platinschale hat -- besser in einer solchen. -- Man vermeide wohl

thon- und kieselerdehaltige Natronlauge.

[45] Zur Bereitung reiner Natron- oder Kalilauge hat $Wöhler$ kürzlich

folgende Methode angegeben: Man schichtet 1 Theil Salpeter

und 2-3 Theile zerschnittenes Kupferblech in einen eisernen,

besser kupfernen Tiegel, bedeckt denselben und setzt ihn eine

halbe Stunde lang einer mässigen Rothglühhitze aus. Nach dem

Erkalten wird die Masse mit Wasser behandelt (womit sie sich

stark erhitzt), die Lauge -- welche ganz kupferfrei ist -- in

einem hohen Cylinder absitzen gelassen, dann mit einem Heber

abgenommen. -- Man bewahrt sie am besten nach der $Mohr$'schen

Methode, d. h. in einer Flasche auf, welche mittelst eines Korkes

verschlossen wird, durch den ein an beiden Enden offenes, mit

einem gröblichen Gemenge von Glaubersalz und Aetzkalk gefülltes

Rohr luftdicht gesteckt ist (Ann. der Chem. und Pharm. 87. 373).

Ist Chromoxyd zugegen gewesen, so findet sich dies zwar der Hauptmasse

nach bei dem Eisenoxyd, eine kleine Menge ist aber zu Chromsäure oxydirt

worden und findet sich daher in der von der Thonerde abfiltrirten

Flüssigkeit.

b. $Thonerde von Eisenoxyd und Oxydul$, $Kobalt$- $und Nickeloxydul$.

Man schmelzt die Oxyde mit Kalihydrat im Silbertiegel, kocht die Masse

mit Wasser und filtrirt die alkalische, die Thonerde enthaltende

Flüssigkeit von den thonerdefreien, aber kalihaltigen, Oxyden ab (H.

$Rose$).

2. _Methoden, welche auf dem verschiedenen Verhalten der

Schwefelmetalle zu Säuren oder der essigsauren Lösungen zu

Schwefelwasserstoff beruhen._

a. $Zinkoxyd von Thonerde und den Oxyden der vierten Gruppe.$ Man

fällt die von unorganischen Säuren freie, überschüssige Essigsäure

in genügender Menge enthaltende Lösung der essigsauren Salze durch

Schwefelwasserstoff, wodurch nur das Zink niedergeschlagen wird (§. 85.

b). Die Oxyde erhält man in der Regel am leichtesten in essigsaurer

Lösung, indem man sie in schwefelsaure Salze verwandelt und dann

essigsauren Baryt in genügender Menge zufügt. -- Man leitet alsdann,

ohne zu erwärmen und ohne abzufiltriren, in die, nöthigenfalls noch

mit Essigsäure versetzte, Flüssigkeit Schwefelwasserstoff. -- Fällt

der Niederschlag, wie dies zuweilen der Fall ist, grau aus, so kann

man, wenn mitgefälltes Schwefeleisen Ursache der Färbung ist, dadurch

helfen, dass man gelinde erwärmt und dann nochmals Schwefelwasserstoff

einleitet. Der Niederschlag, ein Gemenge von Schwefelzink und

schwefelsaurem Baryt, wird mit schwefelwasserstoffhaltigem Wasser

ausgewaschen. Man erhitzt ihn dann mit Salzsäure, filtrirt und bestimmt

im Filtrat das Zink nach §. 85. a. -- In der von dem Schwefelzink

abfiltrirten Flüssigkeit bestimmt man, nach Ausfällung des Barytes, die

anderen Oxyde.

b. $Kobalt- und Nickeloxydul von Manganoxydul und den Oxyden des

Eisens.$ Man fällt die salpetersäurefreie Lösung, nachdem man etwaige

freie Säure durch Ammon abgestumpft hat, mit Schwefelammonium und

fügt dann sehr verdünnte Salzsäure (H. $Rose$) oder Essigsäure

($Wackenroder$) zu. Hierdurch löst sich Schwefelmangan und

Schwefeleisen, während Schwefelkobalt und, wenngleich weniger

vollkommen, Schwefelnickel ungelöst bleiben. -- Behandelt man die aus

dem Filtrat durch Zusatz von Ammon und Schwefelammonium neuerdings

gefällten Schwefelmetalle nochmals mit verdünnter Salzsäure, so sind die

Resultate sehr annähernd.

c. $Kobalt- und Nickeloxydul von Manganoxydul und Zinkoxyd.$

[Greek: a]. Man erhitzt das gewogene Gemenge der Oxyde in einem in

eine Röhre geschobenen Porzellan- oder Platinschiffchen zum dunkeln

Rothglühen, während man Schwefelwasserstoffgas darüber leitet. Nachdem

die erzeugten Schwefelmetalle im Gasstrome erkaltet sind, digerirt man

sie mehrere Stunden lang mit kalter verdünnter Salzsäure, welche nur das

Schwefelmangan (und Schwefelzink) löst. Die Schwefelverbindungen des

Nickels und Kobalts bleiben rein zurück ($Ebelmen$)[46].

[46] Ann. der Chem. und Pharm. 72. 329. $Ebelmen$ hat sein Verfahren

nur zur Trennung des CoO und NiO von MnO angegeben.

[Greek: b]. Man fällt mit kohlensaurem Natron, filtrirt, wäscht aus,

glüht, mischt 1 Thl. mit 1,5 Thl. Schwefel und 0,75 Soda, erhitzt in

einem Retörtchen möglichst stark 1/2 Stunde lang. Nach dem Erkalten

zieht man das erzeugte Schwefelzink (und Schwefelmangan) mit verdünnter

Salzsäure (1 : 10) aus ($Brunner$)[47].

[47] Ann. der Chem. und Pharm. 80. 364. $Brunner$ hat die Methode nur

für Nickel und Zink angegeben.

3. _Methoden, welche auf dem verschiedenen Verhalten der Oxyde zu

Wasserstoff in der Glühhitze beruhen._

a. $Eisenoxyd von Thonerde und Chromoxyd.$

[Greek: a]. Nach $Rivot$[48]. Man fällt mit Ammon, erhitzt, filtrirt,

glüht, wägt, zerreibt und wägt eine Portion in einem kleinen

Porzellannachen ab. Diesen bringt man in eine horizontal liegende

Porzellanröhre, in deren eines Ende man durch Schwefelsäure und

Chlorcalcium getrocknetes Wasserstoffgas einströmen lässt. Das andere

Ende ist durch einen Stopfen verschlossen, in den eine engere, offene

Glasröhre eingepasst ist. Nachdem die Luft aus dem Apparate getrieben

ist, erhitzt man die Porzellanröhre allmälig zum Rothglühen und

unterhält diese Temperatur so lange sich noch Wasser bildet (etwa

1 Stunde lang). Man lässt die Röhre unter fortwährendem Einströmen

von Wasserstoff erkalten, nimmt den Nachen heraus und wägt ihn.

Der Gewichtsverlust giebt die Menge des an Eisen zu Oxyd gebunden

gewesenen Sauerstoffs an. -- Will man die Oxyde getrennt bestimmen, was

namentlich dann nöthig erscheint, wenn viel Thonerde und wenig Eisenoxyd

zugegen ist, so behandelt man das Gemenge von Thonerde, Chromoxyd und

metallischem Eisen mit einer Mischung von 1 Salpetersäure und 30-40

Wasser (oder mit Wasser, dem man nach und nach sehr wenig Salpetersäure

zusetzt). Das Eisen löst sich, Thonerde und Chromoxyd bleiben zurück.

Diese wägt man direct, jenes fällt man nach Kochen der Lösung durch

Ammon. -- Die Probeanalysen, welche $Rivot$ mittheilte, sind sehr

befriedigend.

[48] Ann. de Chim. et de Phys. XXX. 188. Journ. f. prakt. Chem.

51. 338.

[Greek: b]. $Deville$ leitet, nach geschehener Reduction durch

Wasserstoff (wie in [Greek: a].), erst Chlorwasserstoff, dann wieder

Wasserstoff durch die Röhre. Die Thonerde bleibt rein zurück, das

Eisen verflüchtigt sich als Chlorür und wird entweder aus dem Verlust

oder direct bestimmt. Soll letzteres geschehen, so löst man das in den

Röhren und der tubulirten Vorlage befindliche Chlorür dadurch auf,

dass man verdünnte Salzsäure zum Kochen erhitzt und die Dämpfe in

die Porzellanröhre leitet. Der Tubus der Vorlage wird dabei abwärts

gerichtet. ($Deville$ hat seine Methode nur zur Trennung des Eisenoxyds

von der Thonerde benutzt; offenbar wird sie sich aber auch zu der des

Eisenoxyds von Chromoxyd eignen.)

$Anhang$: _Zerlegung des Chromeisensteins_ (nach $Rivot$)[49].

Man behandelt das fein gepulverte und geschlämmte Mineral nach [Greek:

a]. Bei lebhafter Rothglühhitze wird in einer Stunde alles Eisenoxydul

reducirt. Man digerirt die im Wasserstoffstrome erkaltete Masse 24

Stunden lang mit verdünnter Salpetersäure und hat dann Eisen, Kalk und

Magnesia in Lösung, -- Chromoxyd, Thonerde und Kieselsäure im Rückstand.

[49] Journ. f. prakt. Chem. 51. 347.

b. $Eisenoxyd von Eisenoxydul.$ Hat man eine Verbindung, welche

Eisenoxyd und Eisenoxydul, sonst aber keine Substanzen oder wenigstens

keine solchen enthält, die durch Glühen in Wasserstoffgas verändert

werden, so glüht man sie in Wasserstoffgas heftig, lässt darin erkalten

und erfährt so -- als Gewichtsverlust -- den Sauerstoff, der mit

dem Eisen verbunden war. Die Menge des letzteren lässt sich je nach

Umständen durch directes Wägen des Rückstandes oder durch eine weitere

Analyse desselben feststellen. -- Die Operation kann man entweder so

ausführen wie es in a. angegeben ist, oder auch nach der in §. 88

beschriebenen und durch Fig. 42 erläuterten Weise. -- Will man zur

Controle das erzeugte Wasser wägen, so kann man den in §. 19 (Fig. 18)

beschriebenen Apparat wählen. Der Gasometer ist alsdann statt mit Luft

mit Wasserstoff zu füllen.

c. $Kobalt- und Nickeloxydul von Zinkoxyd.$ Nach $Ullgren$ ($Berz$.

Jahresber. 21. 145) fällt man unter den beim Zink nöthigen

Vorsichtsmaassregeln (§. 85) die Lösung mit kohlensaurem Natron. Die

Niederschläge werden sorgfältig mit kochendem Wasser ausgewaschen,

getrocknet, geglüht und gewogen. Man zerreibt sie alsdann fein, bringt

einen abgewogenen Theil des Pulvers in die Kugel einer Kugelröhre und

erhitzt dieselbe, während man einen langsamen Strom von Wasserstoff

durchleitet, zum anfangenden Glühen. Sobald kein Wasser mehr gebildet

wird, lässt man die Masse im Wasserstoffstrome erkalten. Sie enthält

alles Kobalt und Nickel als Metall, alles Zink als Oxyd. Jetzt wird

das Rohr an einem Ende zugeschmolzen, mit einer concentrirten Lösung

von kohlensaurem Ammon gefüllt, verkorkt und 24 Stunden lang in

gelinder Wärme (z. B. bei 40°) gelassen. Das Zinkoxyd löst sich hierbei

vollständig auf unter Zurücklassung des Kobalts und Nickels, welche

noch mehrmals mit kohlensaurem Ammon ausgewaschen, dann getrocknet und

gewogen werden. Die Quantität des Zinkoxyds erfährt man durch behutsames

Abdampfen der ammoniakalischen Lösung und Glühen des Rückstandes.

4. _Methoden, die auf dem verschiedenen Verhalten der Chloride zu

Wasserstoff in der Glühhitze beruhen._

$Kobalt- und Nickeloxydul von Manganoxydul.$ Man scheidet zuerst die

Oxyde in reiner Form ab. Dies geschieht bei einer von Ammonsalzen freien

Lösung ganz einfach durch Fällung mit Natronlauge. Bei Gegenwart von

sehr viel Ammonsalzen fällt man am zweckmässigsten mit Schwefelammonium,

löst die ausgewaschenen Schwefelmetalle in Königswasser und fällt

alsdann diese Lösung mit Natronlauge.

Die Oxyde oder einen gewogenen Theil derselben bringt man in

eine Kugelröhre und setzt sie in einem Strome von trockenem

Chlorwasserstoffgas einer mässigen Glühhitze aus, bis sie völlig in

Chlormetalle verwandelt sind, bis demnach kein Wasser mehr gebildet

wird, wozu eine lange Zeit erforderlich ist. -- Man leitet alsdann,

während man die Kugel stark erhitzt, trockenes Wasserstoffgas über

die Chlormetalle und setzt dies so lange fort, bis nur noch schwache

Nebel bemerklich sind, wenn man einen mit Ammon befeuchteten Glasstab

dem Ausgange der Kugelröhre nähert. Kobalt- und Nickelchlorür werden

hierdurch zu Metall reducirt, während das Manganchlorür unverändert

bleibt. -- Man lässt im Wasserstoffstrom erkalten und stellt sodann

die Kugelröhre in einen Cylinder mit Wasser. Das Chlormangan kommt zum

grossen Theil in Lösung, zum kleineren schwimmt es als braune Flocken

in der Flüssigkeit umher, Kobalt und Nickel setzen sich rasch ab. Man

giesst die Lösung sammt den suspendirten leichten Flocken ab, wäscht das

Kobalt und Nickel auf einem gewogenen Filter zuerst mit ein wenig ganz

verdünnter Salzsäure, dann mit Wasser ab, trocknet und wägt es (vergl.

übrigens § 88. b.). Die abgegossene Flüssigkeit sammt den Waschwassern

concentrirt man unter Zusatz von etwas Salzsäure und fällt das Mangan

mit kohlensaurem Natron (§. 86). -- Resultate genau (H. $Rose$).

5. _Methoden, die auf der verschiedenen Fähigkeit, durch

Oxydationsmittel in höhere Oxyde, oder durch Chlor in höhere

Chloride übergeführt zu werden, beruhen._

a. $Chromoxyd von allen Oxyden der vierten Gruppe.$ Man schmelzt die

sämmtlichen Oxyde mit Salpeter und Soda, vergl. §. 125, kocht den

Rückstand mit Wasser, setzt eine nicht zu kleine Menge Weingeist zu

und erwärmt einige Stunden hindurch. Man filtrirt alsdann, bestimmt

im Filtrat das Chrom nach §. 104, im Rückstande die Basen der vierten

Gruppe. -- Die Theorie dieses Verfahrens ist folgende: Beim Schmelzen

werden die Oxyde des Zinks, Kobalts, Nickels, Eisens und Mangans,

das des letzteren jedoch nur theilweise, abgeschieden, während

sich andererseits mangansaures (vielleicht auch etwas eisensaures)

und chromsaures Kali bildet. Beim Kochen mit Wasser kommt dieses

nebst übermangansaurem Kali in Auflösung, das durch die Bildung des

letzteren entstandene Manganhyperoxyd, sowie die oben erwähnten Oxyde

bleiben zurück. Bei Zusatz von Alkohol und gelindem Erwärmen wird das

übermangansaure Kali zerlegt unter Abscheidung von Superoxyd. Man hat

sonach bei der Filtration in Lösung alles Chrom als chromsaures Alkali,

im Rückstand alle Metalle der vierten Gruppe.

Hat man mit der in der Natur vorkommenden Verbindung des Chromoxyds mit

Eisenoxydul (dem Chromeisenstein) zu thun, so muss man darauf sehen,

dass derselbe höchst fein geschlämmt sei, und dass das Schmelzen lange

fortgesetzt werde. Da trotzdem meistens ein Antheil unzerlegt bleibt,

was man daran erkennt, dass sich der von Wasser nicht aufgenommene

Rückstand nicht vollständig in Salzsäure löst, so bestimmt man das

Gewicht des unzersetzten Minerals und zieht es von der angewendeten

Gesammtmenge ab. -- Nach $Calvert$ glüht man die feingepulverten

Chromerze mit 3-4 Thln. Natronkalk und 1 Thl. salpetersaurem Natron 2

Stunden lang zum Behufe ihrer Aufschliessung.

b. $Manganoxydul von Thonerde, Nickeloxydul, Zinkoxyd$ (nicht aber von

Kobaltoxydul und den Oxyden des Eisens), nach $Gibbs$[50]. Man fällt das

Mangan mit Bleihyperoxyd und verfährt genau wie bei der Trennung des

Mangans von der Magnesia (§. 127. B. 4. a. [Greek: a].).

[50] Ann. der Chem. und Pharm. 66. 56.

c. $Manganoxydul von Thonerde, Eisenoxyd, Nickeloxydul und Zinkoxyd$

(nicht aber von Kobaltoxydul), nach $Schiel$[51] durch Einleiten von

Chlorgas in die mit essigsaurem Natron versetzte Lösung (s. §. 127. B.

4. a. [Greek: b].).

[51] $Sillim$. Journ. 15. 275. -- $Schiel$ spricht nur von der Trennung

des Mangans von Eisen und Nickel, offenbar muss es aber eben so

gut auch von Thonerde und Zink geschieden werden können.

d. $Kobalt- und Manganoxydul von Nickeloxydul$ (nach H. $Rose$)[52]. Man

verdünnt die salzsaure, in einem geräumigen Kolben befindliche Lösung

so mit Wasser, dass auf 2 Grm. der Metalloxyde 1 Liter Wasser kommt,

leitet so lange Chlorgas ein, bis die Flüssigkeit ganz damit gesättigt

und der leere Raum des Kolbens damit erfüllt ist, setzt aufgeschlämmten

kohlensauren Baryt im Ueberschuss zu, lässt unter öfterem Umschütteln

12-18 Stunden in der Kälte stehen und filtrirt das gefällte Kobalt- und

Manganoxyd von der alles Nickel enthaltenden Flüssigkeit ab.

[52] $Pogg$. Ann. 71. 545.

Statt des Chlors hat $Henry$ mit gutem Erfolge Brom angewandt. $Denham

Smith$ empfiehlt Zusatz einer verdünnten Lösung von Chlorkalk, die

durch Zusatz von Schwefelsäure vollständig zersetzt worden ist, so dass

kein unterchlorigsaures Salz unzersetzt übrig bleibt (andernfalls würde

Nickel mit gefällt werden).

6. _Methode, die auf dem verschiedenen Verhalten der bernsteinsauren

Salze beruht._

$Eisenoxyd von Zinkoxyd, Manganoxydul, Nickel- und Kobaltoxydul.$

Man setzt zur Lösung, sofern sie nicht stark sauer ist, Salmiak und

neutralisirt sie alsdann mit Ammon in der Art, dass der grössere Theil

des Eisenoxyds ungefällt, ein ganz kleiner aber gefällt ist, fügt eine

Auflösung von neutralem bernsteinsauren (oder auch benzoësauren) Ammon

zu und filtrirt das bernsteinsaure Eisenoxyd von der die übrigen Metalle

enthaltenden Lösung ab. Die Einzelnheiten des Verfahrens siehe §. 90.

1. c. -- Die Trennung ist bei gehöriger Sorgfalt ganz vollständig und

namentlich dann zu empfehlen, wenn relativ viel Eisenoxyd zugegen ist.

7. _Methode, die auf dem verschiedenen Verhalten der oxalsauren Salze

beruht._

$Kobaltoxydul von Eisenoxyd.$ Man versetzt die möglichst neutrale Lösung

mit zweifach-kleesaurem Kali (oder mit Oxalsäure und soviel kohlensaurem

Kali, dass die Flüssigkeit nur noch mässig sauer reagirt) und lässt

3-4 Tage ruhig, gegen Sonnenlicht geschützt, stehen. Das oxalsaure

Kobaltoxydul scheidet sich vollständig und eisenfrei aus. Nach dem

Auswaschen mit kaltem Wasser glüht man es im Wasserstoffstrom und wägt

das metallische Kobalt. -- Resultate befriedigend (H. $Rose$).

8. _Methoden, welche auf dem verschiedenen Verhalten zu Cyankalium

beruhen._

a. $Thonerde von Zinkoxyd, Kobalt- und Nickeloxydul.$ Man versetzt

die Lösung mit kohlensaurem Natron, fügt Cyankalium in genügender

Menge zu und digerirt in der Kälte, bis die gefällten kohlensauren

Salze des Zinkoxyds, Kobalt- und Nickeloxyduls wieder gelöst sind.

Die abgeschiedene Thonerde wird abfiltrirt und ausgewaschen. Da sie

alkalihaltig ist, so muss sie in Salzsäure gelöst und aus der Lösung

durch Ammon gefällt werden.

b. $Kobaltoxydul von Nickeloxydul.$

Nach $Liebig$[53]. Man versetzt die von anderen Oxyden freie Lösung

beider Oxyde mit Blausäure, dann mit Kalilauge und erwärmt bis Alles

gelöst ist. (Statt Blausäure und Kali kann man auch cyansäurefreies

Cyankalium anwenden.) Die rothgelbe Lösung erhitzt man -- um die

freie Blausäure zu entfernen -- zum Sieden. Hierdurch geht das

Cyankobalt-Cyankalium (KCy, CoCy), welches man anfangs in Lösung hatte,

unter Wasserstoffentwickelung in Kobaltidcyankalium (Co_{2}Cy_{6}, 3K)

über[54], während das in der Lösung enthaltene Cyannickel-Cyankalium

sich nicht verändert. Man setzt nun der warmen Auflösung feingeriebenes

und aufgeschlämmtes Quecksilberoxyd zu und kocht. Hierdurch wird

alles Nickel theils als Oxyd, theils als Cyanür gefällt, indem das

Quecksilber an seine Stelle tritt. (War die Flüssigkeit vor dem Zusatz

des Quecksilberoxyds neutral, so wird sie nach dem Kochen mit demselben

alkalisch.) Der anfangs grünliche, bei Quecksilberoxydüberschuss

gelbgraue Niederschlag wird nach dem Auswaschen geglüht; er ist reines

Nickeloxyd.

[53] Ann. der Chem. und Pharm. 65. 244.

[54] 2(CoCy, KCy) + KCy + CyH = (Co_{2}Cy_{6}, 3K) + H.

Um im Filtrat das Kobalt zu bestimmen, übersättigt man dasselbe mit

Essigsäure, fällt mit Kupfervitriol in der Siedhitze, kocht eine Zeit

lang, filtrirt das gefällte Kobaltidcyankupfer (Co_{2}Cy_{6}, 3Cu +

7HO) ab, zersetzt es durch Kochen mit Kalilauge und berechnet aus dem

gewogenen Kupferoxyd die Menge des Kobaltes. -- Bequemer und directer

ist folgendes von $Wöhler$[55] zugefügtes Verfahren. Man neutralisirt

das Filtrat fast mit Salpetersäure (schwach alkalische Reaction schadet

nichts) und fügt eine möglichst neutrale Lösung von salpetersaurem

Quecksilberoxydul zu. Der weisse, alles Kobalt enthaltende Niederschlag

von Kobaltidcyanquecksilber lässt sich leicht auswaschen und liefert,

unter Luftzutritt geglüht, reines Kobaltoxyd (welches am sichersten mit

Wasserstoff reducirt wird, §. 88).

[55] Ann. der Chem. und Pharm. 70. 256.

Statt das Nickel mit Quecksilberoxyd auszufällen, kann man, nach

$Liebig$[56] die durch Kochen von der freien Blausäure befreite

und erkaltete Lösung mit Chlor übersättigen und den sich bildenden

Niederschlag von Cyannickel durch Zusatz von Natron- oder

Kalilauge stets wieder in Auflösung bringen. Das Chlor hat auf das

Kobaltidcyankalium keine Wirkung, während das Cyannickel-Cyankalium

zersetzt und alles Nickel als schwarzes Hyperoxyd gefällt wird.

[56] Ann. der Chem. und Pharm. 87. 128.

c. $Kobaltoxydul von Zinkoxyd.$ Man fügt zu der etwas freie Salzsäure

enthaltenden Lösung beider Oxyde so viel gewöhnliches (nach $Liebig$'s

Methode bereitetes) Cyankalium, bis der anfangs entstandene Niederschlag

von Kobaltcyanür und Cyanzink sich wieder gelöst hat, setzt alsdann

noch etwas mehr hinzu und kocht eine Weile, indem man von Zeit zu Zeit

einen oder zwei Tropfen Salzsäure zusetzt, doch nicht so viel, dass

die Lösung sauer würde. -- Man mischt alsdann die Lösung mit Salzsäure

in einem schief stehenden Kolben und kocht sie damit, bis das erst

niedergefallene Kobaltidcyanzink gelöst und alle Blausäure ausgetrieben

ist. Man setzt jetzt Natron- oder Kalilauge im Ueberschuss zu und

kocht, bis man eine klare Lösung erhalten hat (man kann annehmen, dass

in derselben alles Kobalt als Kobaltidcyankalium und alles Zink als

Zinkoxydalkali enthalten sei), und fällt aus derselben das Zink durch

Schwefelwasserstoff (§. 85). Mit dem Filtrate verfährt man, um das

Kobalt zu bestimmen, nach §. 128. B. 8. b. -- Die Scheidung ist einfach in

der Ausführung und vollständig.

d. $Kobaltoxydul von Manganoxydul.$ Man versetzt die Lösung beider

mit Blausäure, dann mit Kali- oder Natronlauge und erwärmt. War die

Menge der Blausäure genügend, so löst sich das zuerst niedergefallene

Kobaltcyanür völlig wieder auf, während das Mangancyanür grösserentheils

ungelöst bleibt. Man filtrirt und verfährt mit dem Filtrate genau

wie bei der Scheidung des Kobalts vom Nickel (§. 128. B. 8. b.). Die

beiden Manganniederschläge glüht man zusammen. Wenn das beigemengte

Quecksilberoxyd entwichen ist, bleibt Manganoxyduloxyd. -- Man ersieht,

dass sich somit Kobalt auch von Nickel und Mangan gleichzeitig trennen

lässt. Man erhält in dem Fall den gelöst gewesenen Theil des Mangans

beim Nickeloxydul.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 392 / 749 题