$Thonerde von Kalk, Baryt, Strontian.$ Man modificirt die in A.
1. angegebene Methode folgendermaassen. -- Man versetzt die warme
Flüssigkeit mit Salmiak und kohlensäurefreiem Ammon, stellt das Glas auf
einen Teller, welcher etwas Natronlauge, Kalkmilch oder Ammonflüssigkeit
enthält, und stürzt eine Glocke darüber. So lässt man stehen, bis die
Thonerde sich abgesetzt hat. Nunmehr giesst man die klare Flüssigkeit
rasch in ein anderes Becherglas ab, übergiesst die Thonerde mit
siedendem Wasser, rührt um und stellt wieder unter die Glocke. Die
abgegossene Flüssigkeit aber filtrirt man. Dies wiederholt man drei Mal.
Nun wechselt man das unter dem Trichter stehende Gefäss, übergiesst
das Filter mit etwas warmer Salzsäure, wäscht es aus, erhitzt die so
erhaltene Lösung des geringen Filterinhaltes zum Kochen und fällt die
Spur Thonerde, welche darin enthalten sein kann, durch Ammon, filtrirt
dann erst diese Flüssigkeit, bringt zuletzt auch die Hauptmenge des
Thonerdehydrates auf das Filter und wäscht mit heissem Wasser aus. --
Auf diese Art lässt sich der nachtheilige Einfluss der atmosphärischen
Kohlensäure völlig vermeiden. -- Oder -- und diese Methode wendet man
zweckmässig an, wenn wenig Thonerde und viel Kalk vorhanden ist -- man
fällt wie in A. 1., filtrirt, wäscht den Niederschlag zwei oder drei Mal
mit heissem Wasser, löst ihn sodann in Salzsäure, erhitzt die Lösung zum
Sieden, fällt sie dann wieder mit Ammon und filtrirt, nach geeignetem
Absitzen, die Lösung, welche die zuerst mitgefällte Spur Kalk enthält,
zu der die Hauptmenge enthaltenden.
2. _Solche, welche auf der Fällbarkeit der Thonerde durch
doppelt-kohlensaures Natron oder kohlensauren Baryt beruhen._
a. $Thonerde von Magnesia$ (und von kleinen Mengen $Kalk$). Man setzt
zu der mässig sauren, in einem Kolben oder zu bedeckenden Becherglase
enthaltenen, ziemlich verdünnten Flüssigkeit eine kalt bereitete
Auflösung von doppelt-kohlensaurem Kali oder Natron, so lange noch
Aufbrausen erfolgt und ein Niederschlag entsteht, lässt 12 Stunden
stehen, decantirt und filtrirt (§. 31) und benutzt zum Auswaschen
kohlensaures Wasser (welches man in der Art leicht herstellt, dass
man zu einer ganz verdünnten Lösung von doppelt-kohlensaurem Kali
oder Natron eine kleine, zur Sättigung der Base unzureichende, Menge
Salzsäure setzt). -- Der Niederschlag ist alkalihaltiges Thonerdehydrat,
in Auflösung hat man die gesammte Magnesia. Ersteren löst man in
Salzsäure und fällt die Thonerde unter Salmiakzusatz mit Ammon (§. 83.
a.), letztere schlägt man als basisch phosphorsaure Ammoniakmagnesia
nieder (§. 82. 2.). -- Resultate genau.
Diese Methode lässt sich auch zur gleichzeitigen Abscheidung des
Kalks und der Magnesia von Thonerde anwenden, jedoch nur dann mit
befriedigendem Resultat, wenn die Menge des Kalks gering ist.
-- Man verdünne in solchem Falle die Flüssigkeit stark, ehe man
doppelt-kohlensaures Natron zusetzt und fälle in zu verschliessendem
Kolben.
b. $Thonerde von Magnesia und Kalk.$ Man versetzt die schwach saure,
verdünnte Flüssigkeit mit aufgeschlämmtem kohlensauren Baryt im mässigen
Ueberschuss, lässt in der Kälte 12 Stunden stehen, decantirt und
filtrirt (§. 31) und bestimmt im Niederschlag die Thonerde nach §. 124.
1. B. 3., im Filtrat Magnesia und Kalk nach §. 122.
3. _Solche, welche auf der Unlöslichkeit einzelner Salze der alkalischen
Erden beruhen._
a. $Baryt und Strontian von Thonerde.$ Man fällt mit _Schwefelsäure_ den
Baryt und Strontian (§§. 79 und 80), im Filtrat die Thonerde nach §. 83.
a. Diese Methode ist bei Baryt jeder anderen vorzuziehen.
b. $Kalk von Thonerde.$ Man setzt zur Auflösung Ammon, bis eben ein
bleibender Niederschlag entsteht, fügt Essigsäure zu, bis er sich
wieder gelöst hat, dann etwas essigsaures Ammon und zuletzt _oxalsaures
Ammon_ im geringen Ueberschuss (§. 81. 2. b. [Greek: b].), filtrirt, nach
dem Absitzen in der Kälte, den kleesauren Kalk ab und fällt die Thonerde
nach §. 83. a.