1. $Trennung der Thonerde von den alkalischen Erden.$

A. Allgemeine Methoden.

$Sämmtliche alkalische Erden von Thonerde.$

1. _Methode, welche auf der Fällbarkeit der Thonerde durch Ammon und

auf ihrer Auflöslichkeit in Natronlauge beruht._

Man versetzt die Lösung mit Chlorammonium, dann mit reinem

kohlensäurefreien _Ammon_ bis zum schwachen Vorwalten, erwärmt die in

einem wohlbedeckten Becherglase enthaltene Flüssigkeit längere Zeit

gelinde, filtrirt, während man (um den Zutritt der atmosphärischen

Kohlensäure zu hindern) den Trichter mit einer Glasplatte sorgfältig

bedeckt hält, den Niederschag ab und wäscht ihn rasch mit heissem Wasser

aus. In Lösung hat man alsdann den Baryt, Strontian und Kalk nebst

dem grössten Theil der Magnesia, ein kleinerer befindet sich bei dem

Thonerdehydrat, gleichsam chemisch damit verbunden. (Häufig enthält

der Niederschlag, ungeachtet aller Vorsicht, auch kleine Mengen von

kohlensaurem Baryt, Strontian und Kalk). Man löst das Thonerdehydrat in

Salzsäure (indem man es mittelst eines kleinen Spatels so weit thunlich

in eine Platin- oder Porzellanschale bringt, das Filter alsdann, um

die letzten Reste auszuziehen, mit warmer Salzsäure behandelt und

die ablaufende Salzsäure zum Auflösen des in der Schale befindlichen

Niederschlages benutzt), setzt reine Kali- oder Natronlauge (vergl.

§. 128. B. 1. a, Anmerkung) zu, bis der entstandene Niederschlag von

Thonerdehydrat sich wieder gelöst hat, erhitzt, filtrirt heiss von

dem ausgeschiedenen Magnesiahydrat ab, löst dieses (nach sorgfältigem

Auswaschen mit heissem Wasser) in etwas Salzsäure auf und fügt diese

Lösung zu dem erst erhaltenen, den grösseren Theil der Magnesia

enthaltenden Filtrat. (Man ersieht, dass so auch die kleinen Mengen

kohlensauren Baryts, Strontians und Kalks wieder zu der die Hauptmengen

enthaltenden Flüssigkeit kommen.) -- Zur weiteren Trennung der

alkalischen Erden verfährt man nach §. 122. -- Die Thonerde fällt man

aus der alkalischen Lösung, indem man mit Salzsäure stark ansäuert, die

Lösung mit etwas chlorsaurem Kali kocht (um die der Fällung der Thonerde

hinderlichen Spuren organischer Materien zu zerstören, welche die Kali-

oder Natronlauge aus dem Filtrirpapier aufgenommen hat) und dann Ammon

zufügt (§. 83. a.).

2. _Methode, welche auf der ungleichen Zersetzbarkeit der

salpetersauren Salze in mässiger Hitze beruht_, nach $Deville$[38].

Diese Methode setzt voraus, dass die Basen als reine salpetersaure Salze

vorhanden sind. Man verdampft in einer mit einem Deckel versehenen

Platinschale zur Trockne und erhitzt gradweise im Sand- oder Luftbade

bis ungefähr zu 200-250° so lange, bis ein mit Ammon befeuchtetes

Stäbchen keine Entwickelung von Salpetersäuredämpfen mehr anzeigt.

Man kann auch ohne Gefahr so lange erhitzen, bis sich einige Dämpfe

von salpetriger Säure bilden. -- Der Rückstand besteht aus Thonerde,

salpetersaurem Baryt, Strontian und Kalk, salpetersaurer und basisch

salpetersaurer Magnesia.

[38] Journ. f. prakt. Chem. 1853. 60. 9.

Man befeuchtet die Masse mit einer concentrirten Lösung von

salpetersaurem Ammon und erhitzt. Diese Operation wiederholt man,

bis keine Ammoniakentwickelung mehr wahrnehmbar ist. (Die in Wasser

unlösliche basisch salpetersaure Magnesia löst sich in salpetersaurem

Ammon unter Ammoniakentwickelung als neutrale salpetersaure Magnesia.)

Man setzt Wasser zu und lässt bei gelinder Wärme digeriren.

Wenn das salpetersaure Ammon nur unmerkliche Mengen von Ammoniak

erzeugte, muss man heisses Wasser in die Schale giessen, umrühren und

einen Tropfen verdünntes Ammon zusetzen. Hierdurch darf keine Trübung in

der Flüssigkeit entstehen. Entstände eine, so wäre dies ein Beweis, dass

das Erhitzen der Nitrate nicht lange genug fortgesetzt worden ist. Man

müsste in letzterem Falle den Inhalt der Schale wieder verdampfen und

aufs Neue erhitzen.

Die Thonerde bleibt ungelöst in Form einer körnigen dichten Substanz.

Man decantirt nach der Digestion und wäscht mit siedendem Wasser aus,

glüht stark in dem nämlichen Gefässe, worin die Trennung geschah, und

wägt. Die alkalischen Erden trennt man nach §. 122. -- Auf dieselbe Art

lässt sich die Thonerde auch von Kali und Natron scheiden.

B. Specielle Methoden.

$Einzelne alkalische Erden von Thonerde.$

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 384 / 749 题