a. _In löslichen Cyanmetallen_ (ausgenommen Cyanquecksilber).
Man versetzt mit Silberlösung im Ueberschuss, fügt alsdann Salpetersäure
zu bis zur sauren Reaction und verfährt wie in I. a. Die Basen bestimmt
man im Filtrat, nach Entfernung des überschüssigen Silbersalzes; siehe
Abschnitt V.
b. _In unlöslichen Cyanmetallen, die sich leicht in verdünnter
Salpetersäure lösen._
Man löst dieselben durch Schütteln mit höchst verdünnter Salpetersäure
in einem mit Glasstopfen verschlossenen Glase, fügt salpetersaures
Silberoxyd im Ueberschuss hinzu und verfährt wie in II. a.
c. _In allen unlöslichen Cyanmetallen._
Man glüht und bestimmt das Metall im Rückstand, und zwar entweder durch
directe Wägung oder durch Lösen in Säure und Fällung. Das Cyan bestimmt
man entweder aus dem Verlust oder nach der Methode der organischen
Elementaranalyse. Viele Cyanmetalle kann man statt durch Glühen auch
durch Abdampfen mit Salzsäure oder durch Kochen mit Quecksilberoxyd
zersetzen. Im letzteren Falle scheiden sich die Oxyde ab, gemengt mit
überschüssigem Quecksilberoxyd, während Cyanquecksilber, und zwar
basisches, sich löst.
d. _In Cyanquecksilber._
Man fällt die wässerige Lösung mit Schwefelwasserstoff und bestimmt das
Quecksilber nach §. 94. 3., die entstandene Cyanwasserstoffsäure nach
§. 137. -- Das Cyan lässt sich auch sehr gut in einer anderen Portion
nach der Methode der qualitativen Stickstoffbestimmung ermitteln
(§. 152.).