4. _Bestimmung als Arsensulfür._

a. Man hat in Auflösung arsenige Säure oder ein arsenigsaures Salz,

frei von Arsensäure.

Man versetzt die in einer mit einem Glasstopfen verschliessbaren Flasche

befindliche Lösung mit etwas Salzsäure, und fällt je nach Umständen mit

Schwefelwasserstoff-Wasser oder Gas. -- Man verstopft die Flasche, lässt

sie eine Stunde stehen, leitet alsdann gewaschenes kohlensaures Gas

hindurch, bis der Geruch nach Schwefelwasserstoff ziemlich verschwunden,

lässt nochmals einige Zeit stehen, filtrirt auf einem gewogenen Filter

ab, wäscht aus, trocknet bei 100° und wägt. -- Eigenschaften des

Niederschlages §. 71. Resultate genau.

Sollte die Lösung eine den Schwefelwasserstoff zersetzende Substanz

(Eisenoxyd, Chromsäure etc.) enthalten, so dass das Gewicht des

Niederschlages seines Gehaltes an freiem Schwefel halber keinen

richtigen Schluss auf die Menge des darin enthaltenen Arsens gestattet,

so verfährt man entweder genau so wie unter gleichen Umständen bei

Schwefelantimon §. 100, d. h. man bestimmt den Schwefel im Niederschlage

als solchen und als schwefelsauren Baryt, und zieht die Quantität des

Schwefels von dem Gesammtgewicht des Niederschlags ab; -- oder man

filtrirt das Schwefelarsen auf ungewogenem Filter ab, bringt es nach

dem Auswaschen mit dem Filter in einen grossen Kolben und behandelt es

mit chlorsaurem Kali und Salpetersäure in mässiger Wärme, bis alles

Arsen gelöst ist. Man verdünnt, filtrirt, wäscht aus und bestimmt

im Filtrat die Arsensäure nach 2. -- Behandlung des mit Schwefel

gemengten Niederschlages mit Ammon, wodurch Schwefelarsen gelöst werden,

Schwefel ungelöst bleiben soll, giebt nur annähernde Resultate, da die

ammoniakalische Schwefelarsenlösung etwas Schwefel aufnimmt.

b. Man hat in Auflösung Arsensäure, ein arsensaures Salz, oder ein

Gemisch von beiden Oxydationsstufen.

Man versetzt die in einem Kolben befindliche Lösung mit einer starken

wässerigen Lösung von schwefliger Säure im Ueberschuss, erhitzt bei

schiefer Stellung des Kolbens langsam bis fast zum Kochen, erwärmt

alsdann bei einer unter dem Siedepunkte liegenden Temperatur, bis die

Flüssigkeit nicht mehr nach schwefliger Säure riecht, und verfährt mit

der Lösung, die nunmehr nur noch arsenige Säure enthält, nach a.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 316 / 749 题