Diese zuerst von $Levol$ empfohlene Methode setzt voraus, dass alles
Arsen als Arsensäure in Lösung ist. Wenn dies nicht der Fall, erwärmt
man die Lösung in einem geräumigen Kolben gelinde mit Salzsäure und fügt
chlorsaures Kali in kleinen Portionen zu, bis die Flüssigkeit stark nach
chloriger Säure riecht, worauf man sie in gelinder Wärme stehen lässt,
bis der angeführte Geruch nur noch schwach ist.
Man versetzt nun die Arsensäurelösung zuerst mit Ammon im Ueberschuss,
wodurch sie -- auch nach einigem Stehen -- nicht getrübt werden darf,
und fügt sodann eine Auflösung von schwefelsaurer Magnesia zu, welche
soviel Salmiak enthält, dass sie durch Ammon nicht mehr getrübt
wird. (Am besten ist es, eine solche bereits mit Ammon versetzte
Magnesialösung vorräthig zu halten.) Die stark nach Ammon riechende
Flüssigkeit lässt man 12 Stunden kalt stehen, filtrirt dann durch ein
gewogenes Filter, wäscht den Niederschlag mit einer Mischung von 3
Wasser und 1 Ammonflüssigkeit aus, trocknet ihn bei 100° und wägt ihn.
Er hat die Formel AsO_{5}, 2MgO, NH_{4}O + aq. -- Seine Eigenschaften
siehe §. 71. Dieses Verfahren liefert recht gute Resultate. (Journ. f.
prakt. Chem. 56, 32.)
3. _Bestimmung als arsensaures Eisenoxyd_ (nach $Berthier$ und v.
$Kobell$).
a. Die Lösung enthält keine anderen fixen Basen als Alkalien.
Man setzt eine bestimmte Menge Eisenoxydlösung von bekanntem Gehalte
hinzu und fällt dann mit Ammon. (Der Niederschlag muss rothbraun
sein, sonst war die Menge der zugesetzten Eisenoxydlösung zu gering.)
Man lässt längere Zeit in gelinder Wärme stehen, filtrirt, wäscht
aus, trocknet und erhitzt anfangs höchst gelinde (damit das Ammon
bei einer Temperatur ausgetrieben wird, bei welcher es noch nicht
reducirend auf die Arsensäure wirkt), allmälig stärker, endlich zum
starken Glühen, bis das Gewicht constant bleibt. Der Rückstand ist
basisch arsensaures Eisenoxyd + Eisenoxyd, oder, in anderem Ausdrucke,
Eisenoxyd + Arsensäure. Zieht man die bekannte Menge des ersteren
ab, so bleibt die Menge der letzteren. -- Eine Eisenoxydlösung von
bekanntem Gehalte erhält man entweder durch Auflösen einer gewogenen
Menge von Claviersaitendraht in Salpetersäure (wobei man annimmt, dass
100 Draht 142,6 Oxyd liefern), oder durch Fällen einer salpetersauren
Eisenoxydlösung von unbekanntem Gehalt mit Ammon, Auswaschen, Trocknen
und Glühen (§. 90). Resultate genau. (Journ. f. prakt. Chem. 56. 32.)
b. Die Lösung enthält anderweitige fixe Basen.
Man ändert alsdann nach v. $Kobell$ das $Berthier$'sche Verfahren in
folgen der Weise, vorausgesetzt, dass die vorhandenen Basen durch
kohlensauren Baryt in der Kälte nicht gefällt werden. Zu der mit der
Eisenoxydlösung von bekanntem Gehalte versetzten Flüssigkeit fügt
man statt des Ammons überschüssigen kohlensauren Baryt (ein grosser
Ueberschuss von freier Säure kann vorher zweckmässig mit kohlensaurem
Natron fast neutralisirt werden, doch muss die Flüssigkeit noch klar
bleiben), lässt in der Kälte mehrere Stunden stehen und wäscht den
Niederschlag (der alles Eisenoxyd, alle Arsensäure und überschüssigen
kohlensauren Baryt enthält) mit kaltem Wasser erst durch Decantation,
dann auf dem Filter aus, trocknet ihn, glüht gelinde, aber längere
Zeit, und wägt. Man löst den Rückstand in Salzsäure, bestimmt darin
die Barytmenge mittelst Schwefelsäure, berechnet den erhaltenen
schwefelsauren Baryt auf kohlensauren und zieht diesen nebst der
bekannten Quantität des Eisenoxyds von dem Gesammtrückstande ab. Es
resultirt so das Gewicht der Arsensäure. -- Dies Verfahren setzt die
Abwesenheit von Schwefelsäure voraus. Sollte solche zugegen sein,
so müsste man sie mit Chlorbaryum ausfällen und den Niederschlag
abfiltriren, bevor der kohlensaure Baryt zugesetzt wird.