a. Hat man eine von Salpetersäure freie Quecksilberoxydlösung, so
macht man sie, wenn sie es noch nicht ist, mit ein wenig Salzsäure
sauer, bringt sie in eine mit einem Glasstopfen verschliessbare
Flasche und versetzt mit frisch bereitetem klaren und gesättigten
Schwefelwasserstoffwasser im geringen Ueberschuss, so dass nach dem
Umschütteln der Geruch nach Schwefelwasserstoff deutlich hervortritt,
verstopft die Flasche und lässt absitzen.
b. Ist der Quecksilbergehalt so bedeutend, dass man eine zu grosse Menge
Schwefelwasserstoffwasser nöthig hätte, so leitet man in die mässig
verdünnte Lösung gewaschenes Schwefelwasserstoffgas.
c. Enthält die Lösung Salpetersäure, so versetzt man sie mit Kali, bis
dieselbe fast abgestumpft ist (die Säure muss jedoch noch vorwalten),
fügt alsdann eine klare Cyankaliumlösung im Ueberschuss zu und fällt das
Quecksilber aus dieser Lösung durch Schwefelwasserstoffwasser, durch
eingeleitetes Gas oder auch durch farbloses Schwefelammonium.
Nach dem Absitzen filtrirt man den Niederschlag auf einem gewogenen
Filter ab, wäscht ihn rasch mit kaltem Wasser aus, trocknet bei 100° und
wägt.
Sollte durch irgend eine Veranlassung, z. B. durch die Gegenwart von
Eisenoxyd, Chromsäure etc., der Niederschlag freien Schwefel enthalten,
so bringt man ihn noch feucht sammt dem Filter in einen kleinen Kolben,
erwärmt ihn darin mit Salzsäure und fügt tropfenweise Salpetersäure
zu, bis der ausgeschiedene Schwefel eine rein gelbe Farbe angenommen
hat; man verdünnt alsdann mit Wasser, filtrirt und fällt neuerdings als
Schwefelquecksilber und zwar nach c.
Eigenschaften des Niederschlages siehe §. 63.
Diese Methode verdient nach meiner Erfahrung vor den übrigen den Vorzug.
Ihre Resultate sind bei gehöriger Sorgfalt höchst genau.