5. _Bestimmung als Bleioxyd_ + _Blei._

Man erhitzt die organische Blei Verbindung (1-2 Grm.) in einem kleinen

gewogenen Porzellanschälchen ganz gelinde und zwar lässt man die Hitze

zuerst auf den Rand des Schälchens wirken, so dass die stattfindende

Zersetzung an einer Seite ihren Anfang nimmt und langsam fortschreitet.

Wenn die ganze Masse zersetzt ist, erhitzt man etwas stärker, bis man

kein verglimmendes Theilchen mehr bemerkt, und bis der Rückstand als

ein kohlefreies Gemenge von Bleioxyd und Bleikügelchen erscheint. Man

wägt denselben nunmehr, erwärmt ihn alsdann mit Essigsäure, bis das Oxyd

vollständig gelöst ist, was leicht erfolgt, wäscht durch Decantation

aus, giesst zuletzt ab, erwärmt bis zum Entfernen des Wassers und wägt

das rückbleibende metallische Blei. Zieht man sein Gewicht von dem erst

erhaltenen ab, so erfährt man die Menge des im Rückstand enthalten

gewesenen Oxyds. Berechnet man dessen Gehalt an Metall und addirt

ihn zu dem Gewichte des direct erhaltenen Bleies, so bekommt man die

Totalmenge des in der Verbindung enthaltenen Metalls.

Man hat bei diesem Verfahren zwei Umstände besonders zu beobachten;

einmal muss man die Zersetzung langsam einleiten, denn bei rascher

Verbrennung der Kohle und des Wasserstoffs der Verbindung auf Kosten

des Sauerstoffs im Bleioxyd entsteht eine so hohe Temperatur, dass sich

Blei in sichtbaren Dämpfen verflüchtigt, -- und ferner muss man Sorge

tragen, dass keine Kohle im Rückstande bleibt, was man beim Behandeln

mit Essigsäure mit Gewissheit erfährt. Die Vernachlässigung des ersten

Umstandes erniedrigt, die des letzten erhöht die zu findende Zahl. Die

Methode ist im Uebrigen sehr bequem und ihre Resultate bei vorsichtiger

Ausführung recht genau.

In der neueren Zeit hat $Dulk$ folgende Modification des ursprünglich

von $Berzelius$ herrührenden Verfahrens angegeben. Man glüht die

Verbindung in einem bedeckten Porzellantiegel gelinde bis zum

vollständigen Verkohlen der organischen Substanz, lüftet alsdann den

Deckel und rührt mit einem Eisendraht um. Die Masse kommt ins Erglühen,

es entsteht ein Gemenge von Blei und Bleioxyd, welches noch unverbrannte

Kohle enthalten kann. Man legt nun einige Krystalle von trockenem

salpetersaurem Ammon in den Tiegel, welchen man zuvor aus der Flamme

entfernt hat, und bedeckt ihn. Das Salz schmilzt, oxydirt das Blei und

verwandelt es theilweise in salpetersaures Oxyd. Man glüht nun den

Tiegel, bis keine Dämpfe von Untersalpetersäure mehr sichtbar sind, und

wägt das erhaltene Oxyd. -- Bei diesem Verfahren ist man sicher, dass

alle Kohle verbrannt wird, auch spart man eine Wägung. Seine Genauigkeit

hat $Dulk$ nachgewiesen. Es verdient empfohlen zu werden.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 272 / 749 题