3. _Bestimmung als chromsaures Bleioxyd._

Man versetzt die neutrale oder schwach saure Lösung mit neutralem

chromsaurem Kali im Ueberschuss, fügt, sofern freie Salpetersäure

zugegen gewesen ist, essigsaures Natron in genügender Menge zu, auf dass

an die Stelle der freien Salpetersäure freie Essigsäure tritt, lässt

in gelinder Wärme absitzen, filtrirt durch ein bei 100° getrocknetes,

gewogenes Filter, wäscht mit Wasser aus, trocknet bei 100° und wägt.

Eigenschaften des Niederschlages §. 72. Resultate genau.

Anstatt den Niederschlag von chromsaurem Bleioxyd zu wägen, hat H.

$Schwarz$ (Annal. d. Chem. u. Pharm. 84, 92) empfohlen, die Chromsäure

darin maassanalytisch zu bestimmen, indem man dasselbe nach dem

Auswaschen sammt dem Filter mit einer salzsauren Auflösung einer

abgewogenen, überschüssigen Menge Eisen zusammenbringt und erwärmt. Man

erhält so Chlorblei, Chromchlorür und Eisenchlorid neben überschüssigem

Eisenchlorür, indem je 1 Aeq. Chromsäure 3 Aeq. Eisen aus dem Zustande

des Oxyduls oder Chlorürs in den des Oxyds oder Chlorids überführen [2

(PbO, CrO_{3}) + 6FeCl + 8ClH = 3Fe_{2}Cl_{3} + 2PbCl + Cr_{2}Cl_{3} +

8HO]. Bestimmt man nun durch Chamäleonlösung oder durch chromsaures

Kali (§. 89. 2.), wie viel Eisen noch als Oxydul vorhanden ist, so

erfährt man, wie viel oxydirt wurde. Hieraus ergiebt sich die Menge der

Chromsäure und folgeweise die des Bleies.

Je 3 Aeq. Eisen (1050 Thle.), welche aus dem Zustande des Oxyduls in

des den Oxyds übergeführt wurden, entsprechen 1 Aeq. Blei (1294,6

Thle.). -- Die Fällung nimmt man in einer Porzellanschale vor,

nachdem die Flüssigkeit im Wasserbade gelinde erwärmt worden ist.

Die in der Schale fester haftenden Theile des Niederschlages braucht

man nicht auf das Filter zu bringen, da man dieses, zur Behandlung

mit der Eisenchlorürlösung, doch wieder in die Schale zurückbringt.

-- Der Ueberschuss der Salzsäure in letzterer darf nicht zu gering

sein. -- Die dunkelgrüne Lösung wird noch heiss filtrirt, die Filter

gut ausgewaschen. Da die grüne Farbe der Lösung das Erkennen der

Rothfärbung (bei Anwendung von übermangansaurem Kali) etwas erschwert,

so räth $Schwarz$, den letztzugefügten Tropfen nicht mitzuzählen.

-- Man erkennt auf den ersten Blick, dass diese maassanalytische

Bestimmung des chromsauren Bleioxyds nur vortheilhaft sein kann, wenn

eine grössere Anzahl von Bestimmungen hinter einander gemacht werden

soll. Man bereitet sich in dem Fall eine für alle genügende Menge

Eisenchlorürlösung, bestimmt deren Gehalt an Oxydul und setzt bei den

einzelnen Proben abgemessene Mengen derselben zu.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 270 / 749 题