2. _Bestimmung des Bleies als schwefelsaures Bleioxyd._

a. Durch Fällung.

[Greek: a]. Man versetzt die nicht zu verdünnte Auflösung mit mässig

verdünnter reiner Schwefelsäure in geringem Ueberschuss, mischt das

doppelte Volum Weingeist hinzu, lässt einige Stunden absitzen, filtrirt,

wäscht mit Weingeist aus, trocknet und glüht nach der §. 36 angegebenen

Methode. Man kann zwar bei gehöriger Vorsicht das Glühen in einem

Platintiegel vornehmen, die Anwendung eines dünnen Porzellantiegels

ist jedoch räthlicher. -- Man beobachte ferner die oben bei 1. a.

angegebenen Vorsichtsmaassregeln.

[Greek: b]. Im Falle der Zusatz von Alkohol nicht angeht, setze man

einen nicht zu geringen Ueberschuss von Schwefelsäure zu, filtrire den

Niederschlag nach längerem Absetzen geradezu ab, wasche mit Wasser, dem

man einige Tropfen Schwefelsäure zugesetzt hat, aus, verdränge zuletzt

die saure Flüssigkeit durch mehrmaliges Waschen mit Weingeist und

verfahre wie oben.

Eigenschaften des Niederschlages §. 62. Die Methode giebt bei dem

Verfahren [Greek: a]. sehr genaue Resultate, kaum weniger genaue bei

dem Verfahren [Greek: b]., sofern man die angegebene Vorschrift genau

befolgt. -- Versäumt man es jedoch, einen gehörigen Ueberschuss von

Schwefelsäure zuzusetzen, so wird, z. B. bei Gegenwart von Ammonsalzen,

Salpetersäure etc., das Blei nicht vollständig ausgefällt, und

wäscht man mit reinem Wasser aus, so lösen sich merkliche Spuren des

Niederschlages wieder auf. -- Diese Umstände haben veranlasst, dass man

bisher die Methode [Greek: b]. für wenig genau hielt.

b. Durch Abdampfen.

[Greek: a]. Man bringt die abgewogene Substanz in ein gewogenes

Schälchen, löst sie in schwacher Salpetersäure, fügt mässig verdünnte

reine Schwefelsäure im geringen Ueberschuss zu, verdampft bei gelinder

Wärme, zuletzt hoch über der Lampe, bis alle überschüssige Schwefelsäure

entwichen ist. Die Operation kann, wenn keine organische Substanz

zugegen ist, ganz getrost in einem Platinschälchen vorgenommen werden,

im anderen Falle wählt man ein leichtes Porzellanschälchen. Die

Resultate fallen bei vorsichtigem Abdampfen völlig genau aus.

[Greek: b]. Um organische Bleiverbindungen in schwefelsaures Bleioxyd

zu verwandeln, übergiesst man sie in einem Porzellantiegel mit reiner

concentrirter Schwefelsäure im Ueberschuss, verdampft vorsichtig im

wohlbedeckten Tiegel, bis alle Schwefelsäure entwichen, glüht und

wägt. Sollte der Rückstand bei einmaligem Abdampfen nicht ganz weiss

sein, so befeuchtet man nochmals mit Schwefelsäure und wiederholt die

Operation. -- Die Resultate fallen bei gehöriger Vorsicht genau aus,

in der Regel erleidet man aber einen geringen Verlust, indem mit dem

entweichenden schwefligsauren und kohlensauren Gas leicht Spuren des

Salzes hinweggeführt werden.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 269 / 749 题