1. _Bestimmung als Eisenoxyd._

Man verwandelt die Oxydullösung in Oxydlösung und verfährt alsdann wie

§. 90 gezeigt werden wird. Zuweilen und zwar in den beim Eisenoxyd

anzugebenden Fällen, sowie namentlich auch bei Scheidungen des

Eisenoxyduls von anderen Oxyden, wird das Eisenoxydul zuerst als

Schwefeleisen gefällt. Das Verfahren hierbei kommt mit dem beim

Eisenoxyd (§. 90) anzugebenden völlig überein. Es bleibt sonach hier nur

zu besprechen, auf welche Weise man das Eisenoxydul in seinen Lösungen

oxydirt. Man verfährt am besten folgendermaassen:

Die in einem Kolben befindliche Oxydullösung versetzt man mit

etwas Salzsäure, sofern sie nicht schon solche enthält, fügt etwas

Salpetersäure hinzu und erwärmt bis zum anfangenden Kochen. Ob die

Menge der Salpetersäure hinreichend war, erkennt man leicht an der

Farbe der Lösung. Ein Ueberschuss von Salpetersäure bringt keinen

Nachtheil, es ist jedoch der nachherigen Fällung halber unklug, eine

allzugrosse Menge zuzusetzen. Bei concentrirten Lösungen entsteht beim

Zusatz der Salpetersäure eine dunkelbraune, beim Erwärmen verschwindende

Färbung. Es wird daran erinnert, dass diese der Auflösung des gebildeten

Stickoxyds in noch nicht zersetzter Oxydullösung ihr Entstehen verdankt.

Auch durch Einleiten von Chlorgas, Zusatz von Chlorwasser bis zum

Vorwalten oder Erhitzen der salzsauren Lösung mit chlorsaurem Kali kann

die Ueberführung des Oxyduls in Oxyd bewerkstelligt werden.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 243 / 749 题