a. Directe.
Man setzt zu der Lösung verdünnte reine Schwefelsäure in solcher
Menge, dass sie mehr als hinreichend ist, die vorhandene Magnesia zu
binden, verdampft im Wasserbad in einer gewogenen Platinschale zur
Trockne, erhitzt vorsichtig nach Auflegung des Deckels stärker, bis die
überschüssige Schwefelsäure entwichen, bringt zuletzt über der Lampe
eine Zeit lang zum gelinden Glühen, lässt erkalten und wägt. Sollten
beim stärkeren Erhitzen keine Schwefelsäurehydratdämpfe entweichen, ein
Zeichen, dass man nicht genug zugesetzt hat, so lässt man erkalten und
fügt eine neue Portion hinzu. -- Man erschwere sich die Arbeit nicht
durch Zusatz von allzuviel Schwefelsäure, trage Sorge, den Rückstand
nicht zu heftig zu glühen und wäge ihn rasch. -- Eigenschaften des
Rückstandes §. 53. Resultate genau.
b. Indirecte.
Man setzt zu der in einem Kolben befindlichen, auf 100° erhitzten
Magnesialösung klares gesättigtes Barytwasser im Ueberschuss, erhält
eine Zeit lang bei einer dem Kochpunkte nahen Temperatur, filtrirt ab,
wäscht mit kochendem Wasser vollkommen aus, löst den Niederschlag auf
dem Filter mit warmer, etwas verdünnter Salzsäure, wäscht letzteres
sorgfältig aus und verfährt alsdann nach a. Sollte sich beim Zusatz der
Schwefelsäure ein Niederschlag von schwefelsaurem Baryt bilden (ein
Zeichen, dass man die Kohlensäure der Luft bei der Operation nicht
hinlänglich von dem Barytwasser abgeschlossen hatte), so kann man
entweder absitzen lassen, filtriren und das Filtrat eindampfen, -- oder
man dampft geradezu ein, wägt, löst in Wasser, filtrirt den ungelöst
bleibenden schwefelsauren Baryt ab, bestimmt sein Gewicht (§. 79. 1. a.)
und zieht dieses von dem erst erhaltenen ab. -- Man erhält ein um ein
Geringes zu niedriges Resultat, indem das Magnesiahydrat in Wasser nicht
ganz unlöslich ist. Ausserdem ist die Methode ein wenig zu complicirt,
um ganz genaue Resultate zu versprechen. (Vergl. hierzu §. 121. B. 4. a.)