[Greek: a]. Ist eine flüchtige Säure, z. B. Salpetersäure, Essigsäure
etc. zugegen, so versetzt man die Lösung mit Salzsäure, fügt
Platinchlorid im Ueberschuss zu und verdampft in einer Porzellanschale
im Wasserbad bis fast zur Trockne. Den Rückstand übergiesst man mit
Weingeist von etwa 80 Procent, lässt eine Zeit lang stehen und bringt
alsdann das ungelöst bleibende Kaliumplatinchlorid auf ein gewogenes
Filter (was mit Hülfe einer mit Weingeist gefüllten Spritzflasche sehr
leicht bewerkstelligt werden kann), süsst mit Weingeist aus, trocknet
bei 100° und wägt, §. 33.
[Greek: b]. Ist eine nicht flüchtige Säure, z. B. Phosphorsäure oder
Borsäure zugegen, so bringt man das Salz erst in concentrirte wässerige
Lösung, fügt alsdann Salzsäure und Platinchlorid im Ueberschuss zu,
versetzt mit einer ziemlichen Menge möglichst starken Alkohols, lässt
24 Stunden stehen, filtrirt alsdann und verfährt wie in [Greek: a]
angegeben. --
Eig. des Niederschl. §. 47. Die Methode erfordert genaues Einhalten der
angeführten Regeln, sie liefert befriedigende Resultate. In der Regel
hat man einen unbedeutenden Verlust, weil das Chlorplatinkalium auch
in starkem Alkohol nicht absolut unlöslich ist. Bei genauen Analysen
verdampft man die Waschwasser im Wasserbade zur Trockne und übergiesst
den Rückstand wiederum mit Weingeist. Man erhält so noch etwas weniges
Kaliumplatinchlorid, welches man auf einem besonderen Filterchen sammelt
und nach der sogleich anzugebenden Methode als Platin bestimmt. --
Man vermeide die Einwirkung der oft ammoniakhaltigen Atmosphäre des
Laboratoriums, damit sich nicht Platinsalmiak bildet, welcher das
Gewicht des Kaliumplatinchlorids erhöhen würde.
Da das Sammeln eines Niederschlages auf einem gewogenen Filter
zeitraubend und bei geringen Quantitäten auch ungenau ist, so sammelt
man kleine Mengen Kaliumplatinchlorid (bis etwa 0,03 Grm.) besser auf
einem ganz kleinen, nicht gewogenen Filter, trocknet, bringt den in
das Filter eingewickelten Niederschlag in einen kleinen bedeckten
Porzellantiegel, lässt das Filter langsam verkohlen, nimmt alsdann den
Deckel weg, verbrennt die Filterkohle und lässt den Tiegel erkalten.
Man legt jetzt eine ganz kleine Quantität reine Oxalsäure in denselben,
bedeckt und glüht anfangs gelinde, zuletzt stark. Durch den Zusatz der
Oxalsäure wird die vollständige Zersetzung des Kaliumplatinchlorids,
welche durch blosses Glühen nicht gut zu erreichen ist, sehr
erleichtert. Man übergiesst jetzt den Inhalt des Tiegels mit Wasser,
wäscht das Platin aus, bis das letzte Waschwasser durch Silberlösung
nicht mehr getrübt wird, trocknet, glüht und wägt das Platin. In der
Regel kann dieses Auswaschen durch blosses Decantiren bewirkt werden. --
Man sieht leicht ein, dass 1 Aeq. Platin einem Aeq. Kalium entspricht.
§. 77.