3. $Quecksilberoxydul$ und 4. $Quecksilberoxyd$.

Das Quecksilber wird im $regulinischen Zustande$, als

$Quecksilberchlorür$ oder als $Quecksilbersulfid$, zuweilen auch als

$Oxyd$ gewogen.

a. Das _regulinische Quecksilber_ stellt, wie bekannt, ein bei

gewöhnlicher Temperatur flüssiges, zinnweisses Metall dar. Im reinen

Zustande zeigt es vollkommen blanke Oberfläche, an der Luft ist es bei

gewöhnlicher Temperatur völlig unveränderlich. Es siedet bei 360°,

verdampft auch schon bei mittlerer Sommertemperatur, jedoch höchst

langsam. Kocht man es mit Wasser anhaltend, so verwandelt sich ebenfalls

ein wenig in Dampf, von welchem Spuren mit den Wasserdämpfen entweichen,

während eine höchst geringe Menge im Wasser vertheilt (nicht gelöst)

bleibt (vergl. Vers. Nr. 50). Aus dieser Flüssigkeit schlägt sich bei

sehr langem Stehen allmälig die Spur darin suspendirten Quecksilbers

vollständig nieder. Wird Quecksilber aus einer Flüssigkeit in fein

zertheilter Form niedergeschlagen, so vereinigen sich die kleinen

Kügelchen leicht zu einer grösseren, wenn das Quecksilber vollkommen

rein ist; hängen demselben aber fremde Materien, wenn auch in geringster

Menge, an, z. B. Spuren von Fett, so wird das Zusammenfliessen des

Quecksilbers dadurch verhindert. -- Das Quecksilber löst sich in

Salzsäure, selbst in concentrirter, nicht auf, in verdünnter kalter

Schwefelsäure kaum, von Salpetersäure oder kochender concentrirter

Schwefelsäure hingegen wird es leicht gelöst.

b. Das _Quecksilberchlorür_ stellt, auf nassem Wege erhalten, ein

schweres, weisses Pulver dar. In kaltem Wasser ist es fast absolut

unlöslich, von kochendem wird es allmälig zersetzt, die Lösung enthält

Chlor und Quecksilber, der Rückstand wird bei andauerndem Kochen

grau. -- Sehr verdünnte Salzsäure löst das Quecksilberchlorür bei

gewöhnlicher Temperatur nicht, bei erhöhter langsam, in der Siedehitze,

unter Mitwirkung der Luft, allmälig vollständig; die Lösung enthält

Quecksilberchlorid (Hg_{2}Cl + ClH + O = 2HgCl + HO). Kochende

concentrirte Salzsäure zersetzt das Quecksilberchlorür ziemlich schnell

in zurückbleibendes Quecksilber und sich lösendes Chlorid. -- Kochende

Salpetersäure löst es zu Chlorid und salpetersaurem Oxyd, Chlorwasser

und Königswasser lösen es schon in der Kälte zu Chlorid. -- Lösungen

von Salmiak, Chlornatrium und Chlorammonium zersetzen es, wenig in der

Kälte, mehr in der Hitze, in Metall und sich lösendes Chlorid. -- Das

Quecksilberchlorür verändert Pflanzenfarben nicht, an der Luft ist

es unveränderlich, bei 100° kann es ohne Gewichtsverlust getrocknet

werden, bei stärkerem Erhitzen (noch unter der Glühhitze) verdampft es

vollständig, ohne vorher zu schmelzen.

Zusammensetzung:

2Hg 2501,20 200,10 84,95

Cl 443,28 35,46 15,05

-----------------------

2944,48 235,56 100,00

c. Das _Quecksilbersulfid_ stellt, auf nassem Wege erhalten, ein

schwarzes, in Wasser unlösliches Pulver dar. Salzsäure und Salpetersäure

lösen es im verdünnten Zustande nicht, heisse concentrirte Salpetersäure

greift es kaum, kochende Salzsäure nicht an. Von Königswasser wird

es leicht gelöst. Kalilauge, selbst kochende, nimmt es nicht auf,

Schwefelkalium löst es leicht (Vers. Nr. 51), Schwefelammonium sowie

Cyankalium nicht. An der Luft ist es (auch im feuchten Zustande)

unveränderlich, bei 100° erleidet es keine Veränderung. In höherer

Temperatur verdampft es vollständig ohne Zersetzung.

Zusammensetzung:

Hg 1250,6 100,05 86,21

S 200,0 16,00 13,79

----------------------

1450,6 116,05 100,00

d. Das _Quecksilberoxyd_ stellt ein krystallinisches, ziegelrothes

Pulver dar, welches bei jedesmaligem Erhitzen zinnoberroth, dann

violettschwarz wird. Es erträgt ziemlich starke Hitze, ohne zersetzt zu

werden; bei anfangender Glühhitze aber zerfällt es in Quecksilber und

Sauerstoff. War es rein, so bleibt zuletzt kein fixer Rückstand.

Zusammensetzung:

Hg 1250,6 100,05 92,59

O 100,0 8,00 7,41

----------------------

1350,6 108,05 100,00

§. 64.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 157 / 749 题