5. $Kupferoxyd.$

Das Kupfer wird in der Regel als $Oxyd$ gewogen. In diese Verbindung

führt man es entweder geradezu über, oder man fällt es zuerst als

$Schwefelkupfer$. Ausser diesen Formen müssen wir noch das metallische

Kupfer und das Kupferoxydul genauer ins Auge lassen.

a. _Kupferoxyd._ Versetzt man eine verdünnte, kalte wässerige Lösung

eines Kupfersalzes mit überschüssigem Kali oder Natron, so entsteht ein

hellblauer, schwer auszuwaschender Niederschlag von Kupferoxydhydrat,

welcher mit der Flüssigkeit, aus der er gefällt wurde, in Berührung,

schon bei Sommerwärme allmälig braunschwarz wird, indem er sein

Hydratwasser fast vollständig verliert. Dass diese Veränderung sogleich

vor sich geht, wenn man die Flüssigkeit bis fast zum Sieden erhitzt, ist

bekannt. -- Die von dem schwarzen Niederschlage abfiltrirte Flüssigkeit

ist frei von Kupfer. -- Mischt man die oben genannten Lösungen im

concentrirten Zustande, so erhält man ausser einem blauen Niederschlage

eine blaue Flüssigkeit, welche ihre Farbe sehr fein suspendirtem Hydrat,

verdankt. Aus einer solchen lässt sich auch durch anhaltendes Kochen

nicht alles Kupfer fällen, wohl aber nach vorhergegangener Verdünnung

mit Wasser. -- Enthält eine Kupferlösung nichtflüchtige organische

Substanzen, so wird durch überschüssiges Alkali auch beim Kochen niemals

alles Kupfer als Oxyd gefällt. -- Das durch Fällung mit Kali oder

Natron aus heisser verdünnter Lösung erhaltene Oxyd hält einen Antheil

Alkali mit Hartnäckigkeit zurück. Durch Auswaschen mit kochendem Wasser

kann es jedoch vollständig davon befreit werden. -- Nach dem Glühen

stellt das durch Fällung erhaltene Oxyd wie auch das durch Zersetzung

von kohlensaurem oder salpetersaurem Salz in der Hitze dargestellte,

ein braunschwarzes bis schwarzes Pulver dar, welches selbst bei

heftigem Glühen über der Weingeistlampe an Gewicht weder ab- noch

zunimmt (Vers. Nr. 52). Bei einer dem Schmelzpunkte des Kupfers nahe

liegenden Temperatur jedoch schmilzt es, verliert Sauerstoff und geht in

Cu_{5}O_{3} über ($Favre$ und $Maumené$). -- Mit Kohle geglüht, wird es

überaus leicht reducirt. An der Luft erhitzt, verbrennt das entstandene

metallische Kupfer wieder zu Oxyd. -- In Berührung mit der Atmosphäre

zieht das Kupferoxyd Wasser an, und zwar schwach geglühtes schneller

als heftig geglühtes (Vers. Nr. 53). -- In Wasser ist das Kupferoxyd

so gut wie unlöslich, von Salzsäure, Salpetersäure etc. wird es leicht

aufgenommen, weniger leicht von Ammon. -- Gegen Pflanzenfarben ist das

Kupferoxyd indifferent.

Zusammensetzung:

Cu 396,00 31,68 79,84

O 100,00 8,00 20,16

---------------------

496,00 39,68 100,00

b. Das auf nassem Wege dargestellte _Schwefelkupfer_ stellt einen

braunschwarzen bis schwarzen, in Wasser so gut wie völlig unlöslichen

Niederschlag dar. Im feuchten Zustande der Luft ausgesetzt, wird

er grünlich und lackmusröthend, allmälig verwandelt er sich völlig

in schwefelsaures Kupferoxyd. Das Schwefelkupfer löst sich unter

Abscheidung von Schwefel leicht in kochender Salpetersäure, von

Salzsäure wird es schwierig gelöst. Von Kali- und Schwefelkaliumlösung,

namentlich kochender, wird es nicht, von Schwefelammonium merklich, von

Cyankalium leicht aufgenommen.

c. Das _metallische Kupfer_ stellt, wie bekannt, in reinem Zustande ein

eigenthümlich gefärbtes Metall dar, welches erst in der Weissglühhitze

schmilzt. An trockner oder feuchter kohlensäurefreier Luft verändert

sich das Kupfer nicht, an feuchter kohlensäurehaltiger Luft läuft es

allmälig, zuerst schwarzgrau, dann blaugrün an. -- An der Luft geglüht,

überzieht es sich mit einer schwarzen Oxydschicht. -- In Salzsäure

löst es sich, bei Luftabschluss, weder in der Kälte noch beim Kochen,

bei Gegenwart von Luft langsam. Von Salpetersäure wird es leicht

aufgenommen, von Ammon bei Luftabschluss nicht, bei Gegenwart von Luft

langsam. -- Bei Abschluss der Luft mit einer Lösung von Kupferchlorid in

Salzsäure oder mit einer ammoniakalischen Kupferoxydlösung in Berührung,

verwandelt es das Chlorid in Chlorür, das Oxyd in Oxydul, indem für je 1

Aeq. Chlorid oder Oxyd 1 Aeq. Metall gelöst wird.

d. Versetzt man die blaue Lösung, welche man erhält, wenn man zu

Kupferoxydlösung Weinsäure, dann Natronlauge im Ueberschuss bringt,

mit Trauben- oder Milchzuckerlösung und erwärmt, so entsteht ein

pomeranzengelber Niederschlag von Kupferoxydulhydrat, welcher alles in

der Lösung vorhanden gewesene Kupfer enthält und bald, namentlich bei

stärkerem Erhitzen, roth wird, indem das Hydrat in Oxydul (Cu_{2}O)

übergeht. Der in Wasser unlösliche Niederschlag hält hartnäckig Alkali

zurück. Mit verdünnter Schwefelsäure behandelt, liefert er sich lösendes

schwefelsaures Kupferoxyd und sich ausscheidendes Metall.

§. 65.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 158 / 749 题