2. $Bleioxyd.$

Die Formen, in denen das Blei gewogen wird, sind: $Bleioxyd$,

$schwefelsaures Bleioxyd$, $chromsaures Bleioxyd$, $Chlorblei$,

$Schwefelblei$. Ausser diesen Verbindungen müssen wir noch das

$kohlensaure$, wie auch das $oxalsaure Bleioxyd$ näher betrachten.

a. Das _neutrale kohlensaure Bleioxyd_ stellt einen schweren, weissen,

pulverigen Niederschlag dar. Es ist in reinem (ausgekochtem) Wasser

sehr wenig löslich (1 Theil erfordert 50550 Theile, Vers. Nr. 43.),

ein wenig leichter in solchem, welches Ammon und Ammonsalze enthält

(vergl. Vers. Nr. 43.), auch in kohlensäurehaltigem Wasser löst es sich

etwas mehr als in reinem. Beim Glühen verliert es seine Kohlensäure.

b. Das _kleesaure Bleioxyd_ ist ein weisses, in Wasser sehr wenig

lösliches Pulver. Seine Löslichkeit wird ein wenig erhöht durch die

Gegenwart von Ammonsalzen (Vers. Nr. 44). In verschlossenen Gefässen

erhitzt, hinterlässt es Bleisuboxyd, bei Luftzutritt geglüht, gelbes

Oxyd.

c. Das _Bleioxyd_ (durch Glühen des kohlensauren oder oxalsauren

Salzes erhalten) stellt ein citronengelbes, zuweilen mehr röthlich-

oder auch blassgelbes Pulver dar. Beim jedesmaligen Erhitzen nimmt es

eine braunrothe Farbe an, ohne sein Gewicht zu verändern. In heftiger

Rothglühhitze schmilzt es, beim Glühen mit Kohle wird es reducirt,

erst in der Weissglühhitze verdampft es. Auf feuchtes, geröthetes

Lackmuspapier gelegt, bläut es dasselbe. An der Luft zieht es langsam

Kohlensäure an. Mit Salmiak geglüht verwandelt es sich in Chlorblei.

Zusammensetzung:

Pb 1294,64 103,57 92,83

O 100,00 8,00 7,17

-----------------------

1394,64 111,57 100,00

d. Das _schwefelsaure Bleioxyd_ stellt ein schweres, weisses Pulver dar.

Es löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in 22800 Theilen reinem Wasser

(Vers. Nr. 45), weniger in schwefelsäurehaltigem (1 Theil erfordert etwa

36500 Theile, Vers. Nr. 46), weit mehr in solchem, welches Ammonsalze

enthält, daraus durch überschüssige Schwefelsäure wieder so gut wie

völlig fällbar (Vers. Nr. 47), -- nicht oder fast nicht in Alkohol und

Weingeist. -- In concentrirter Salzsäure löst es sich beim Erhitzen; in

Salpetersäure um so mehr, je concentrirter und wärmer sie ist. Wasser

fällt es nicht aus der salpetersauren Lösung, wohl aber verdünnte

Schwefelsäure, wenn sie in reichlicher Menge zugesetzt wird. Je mehr

Salpetersäure vorhanden ist, um so mehr Schwefelsäure wird erfordert. --

Von concentrirter Schwefelsäure wird es in geringer Menge aufgenommen,

beim Verdünnen mit Wasser (vollständiger bei Zusatz von Alkohol) fällt

das gelöste nieder. In heisser Kali- oder Natronlauge löst sich das

schwefelsaure Bleioxyd leicht, an der Luft und bei gelindem Glühen ist

es unveränderlich, in stärkerer Hitze schmilzt es ohne Zerlegung (Vers.

Nr. 48). Beim Glühen mit Kohle bildet sich anfangs Schwefelblei, dessen

Schwefel die Schwefelsäure eines noch nicht zersetzten Antheils zu

schwefliger Säure reducirt, wodurch auf beiden Seiten metallisches Blei

abgeschieden wird.

Zusammensetzung:

PbO 1394,64 111,57 73,56

SO_{3} 500,00 40,00 26,44

-----------------------

1894,64 151,57 100,00

e. Das _Chlorblei_ stellt entweder kleine, glänzende Krystallnadeln,

oder ein weisses Pulver dar. Es löst sich bei gewöhnlicher Temperatur

in 135 Theilen Wasser, weit leichter in heissem, weniger leicht

in salpetersäurehaltigem [1 Thl. bedarf 1636 Thle. ($Bischof$)],

reichlich in concentrirter Salzsäure, daraus durch Wasser fällbar,

kaum in Weingeist von 70-80 Proc., nicht in absolutem Alkohol. -- An

der Luft ist es unveränderlich, noch unter der Glühhitze schmilzt es

ohne Gewichtsverlust. Bei Luftzutritt stärker erhitzt, verflüchtigt es

sich langsam, zum Theil wird es dabei zersetzt, es entweicht Chlor,

Bleioxyd-Chlorblei bleibt zurück.

Zusammensetzung:

Pb 1294,64 103,57 74,49

Cl 443,28 35,46 25,51

-----------------------

1737,92 139,03 100,00

f. Das _Schwefelblei_ stellt, auf nassem Wege erhalten, einen schwarzen,

in Wasser, verdünnten Säuren, Alkalien und alkalischen Schwefelmetallen

unlöslichen Niederschlag dar. An der Luft ist derselbe unveränderlich,

bei 100° lässt er sich ohne Zersetzung trocknen. In concentrirter

heisser Salzsäure löst sich das Schwefelblei unter Entwicklung von

Schwefelwasserstoff, in mässig concentrirter Salpetersäure beim Erhitzen

unter Abscheidung von Schwefel (wenn die Säure ziemlich concentrirt ist,

bildet sich auch etwas schwefelsaures Bleioxyd). Rauchende Salpetersäure

verwandelt dasselbe ohne Abscheidung von Schwefel unter heftiger

Einwirkung in schwefelsaures Bleioxyd. -- Vergl. hierzu Versuch Nr. 49.

Zusammensetzung:

Pb 1294,64 103,57 86,61

S 200,00 16,00 13,39

-----------------------

1494,64 119,57 100,00

Eigenschaften und Zusammensetzung des _chromsauren Bleioxyds_ siehe bei

Chromsäure §. 72.

§. 63.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 156 / 749 题