Die Formen, in welche das Kobalt zum Behufe seiner Bestimmung am
besten übergeführt wird, sind folgende: reines metallisches Kobalt,
Kobaltoxyduloxyd, schwefelsaures Kobaltoxydul. Ausser den Eigenschaften
dieser Verbindungen haben wir noch die des $Kobaltoxydulhydrats$ und des
$Schwefelkobalts$, als der Formen, welche die Bestimmung vermitteln,
kennen zu lernen.
a. _Kobaltoxydulhydrat._ Fällt man eine Kobaltoxydullösung mit Kali, so
erhält man zuerst einen blauen Niederschlag (basisches Salz), welcher
beim Kochen mit Kaliüberschuss bei Abschluss der Luft in hellrothes
Hydrat übergeht, bei Zutritt der Luft hingegen missfarbig wird, indem
sich ein Theil des Oxydulhydrats in Oxydhydrat verwandelt. Das so
dargestellte Hydrat enthält jedoch stets noch eine gewisse Quantität
der Säure und selbst nach dem vollständigsten Auswaschen mit heissem
Wasser noch eine beträchtliche Menge des zur Fällung angewendeten
Alkalis ($Fremy$, J. pr. Chem. 57. 81). Ich fand diese Angabe
vollkommen bestätigt (Vers. Nr. 42). Glüht man daher den Niederschlag
in Wasserstoffgas und bringt das erhaltene metallische Kobalt mit
feuchtem Curcumapapier in Berührung, so bemerkt man eine starke
alkalische Reaction. Dieses nicht zu vermeidenden Alkaligehaltes halber
eignet sich das so erhaltene Oxyd oder Metall nicht zur Bestimmung
des Kobalts. -- Das Kobaltoxydulhydrat ist in Wasser wie auch in Kali
unlöslich, in Ammonsalzen löslich, an der Luft getrocknet wird es unter
Sauerstoffaufnahme bräunlich.
b. Glüht man reines Chlorkobalt oder salpetersaures Kobaltoxydul in
einem Strome von Wasserstoffgas, so erhält man _reines metallisches
Kobalt_, in Gestalt eines grauschwarzen Metallpulvers. Dasselbe schmilzt
schwerer als Gold, wird vom Magneten angezogen. -- Fand die Reduction
bei schwacher Hitze statt, so verbrennt das fein zertheilte Metall an
der Luft zu Oxyduloxyd. Dies findet nicht statt, wenn man beim Reduciren
stark glüht. Das Kobalt wirkt bei gewöhnlicher Temperatur oder auch beim
Sieden nicht zersetzend auf Wasser, bei Gegenwart von Schwefelsäure
zersetzt es dasselbe. Mit Schwefelsäurehydrat erhitzt, liefert es
unter Entbindung von schwefliger Säure schwefelsaures Kobaltoxydul; in
Salpetersäure löst es sich leicht zu salpetersaurem Oxydul.
c. Glüht man salpetersaures Kobaltoxydul, so erhält man einen schwarzen
Rückstand von constanter Zusammensetzung. Derselbe ist das dem
Eisenoxyduloxyd entsprechende Kobaltoxyduloxyd und hat somit die Formel
CoO + Co_{2}O_{3} oder Co_{3}O_{4} ($Rammelsberg$, $Fremy$). Er löst
sich nicht in Wasser, in warmer Salzsäure unter Chlorentwickelung zu
Chlorür; beim Glühen mit Salmiak bleibt metallisches Kobalt.
Zusammensetzung:
Co_{3} 1105,95 88,47 73,42
O_{4} 400,00 32,00 26,58
-----------------------
1505,95 120,47 100,00
d. Das auf nassem Wege dargestellte _Schwefelkobalt_ stellt einen
schwarzen, in Wasser, Alkalien und alkalischen Schwefelmetallen
unlöslichen Niederschlag dar. Es löst sich in Essigsäure und verdünnten
Mineralsäuren wenig, leichter in concentrirten, am leichtesten in
erwärmtem Königswasser. Im feuchten Zustande der Luft dargeboten,
oxydirt es sich langsam zu schwefelsaurem Kobaltoxydul.
e. Das _schwefelsaure Kobaltoxydul_ krystallisirt in Verbindung mit
7 aq. schwierig in schön rothen, schiefen, rhombischen Säulen. Die
Krystalle verlieren bei mässigem Erhitzen sämmtliches Wasser und gehen
in rosenrothes wasserfreies Salz über. Dieses erträgt gelinde Glühhitze,
ohne Säure zu verlieren. Es löst sich etwas schwierig in kaltem,
leichter in heissem Wasser. -- In Wasserstoffgas geglüht, wird es nicht
reducirt.
Zusammensetzung:
CoO 468,65 37,49 48,39
SO_{3} 500,00 40,00 51,61
----------------------
968,65 77,49 100,00
§. 60.