4. $Kobaltoxydul.$

Die Formen, in welche das Kobalt zum Behufe seiner Bestimmung am

besten übergeführt wird, sind folgende: reines metallisches Kobalt,

Kobaltoxyduloxyd, schwefelsaures Kobaltoxydul. Ausser den Eigenschaften

dieser Verbindungen haben wir noch die des $Kobaltoxydulhydrats$ und des

$Schwefelkobalts$, als der Formen, welche die Bestimmung vermitteln,

kennen zu lernen.

a. _Kobaltoxydulhydrat._ Fällt man eine Kobaltoxydullösung mit Kali, so

erhält man zuerst einen blauen Niederschlag (basisches Salz), welcher

beim Kochen mit Kaliüberschuss bei Abschluss der Luft in hellrothes

Hydrat übergeht, bei Zutritt der Luft hingegen missfarbig wird, indem

sich ein Theil des Oxydulhydrats in Oxydhydrat verwandelt. Das so

dargestellte Hydrat enthält jedoch stets noch eine gewisse Quantität

der Säure und selbst nach dem vollständigsten Auswaschen mit heissem

Wasser noch eine beträchtliche Menge des zur Fällung angewendeten

Alkalis ($Fremy$, J. pr. Chem. 57. 81). Ich fand diese Angabe

vollkommen bestätigt (Vers. Nr. 42). Glüht man daher den Niederschlag

in Wasserstoffgas und bringt das erhaltene metallische Kobalt mit

feuchtem Curcumapapier in Berührung, so bemerkt man eine starke

alkalische Reaction. Dieses nicht zu vermeidenden Alkaligehaltes halber

eignet sich das so erhaltene Oxyd oder Metall nicht zur Bestimmung

des Kobalts. -- Das Kobaltoxydulhydrat ist in Wasser wie auch in Kali

unlöslich, in Ammonsalzen löslich, an der Luft getrocknet wird es unter

Sauerstoffaufnahme bräunlich.

b. Glüht man reines Chlorkobalt oder salpetersaures Kobaltoxydul in

einem Strome von Wasserstoffgas, so erhält man _reines metallisches

Kobalt_, in Gestalt eines grauschwarzen Metallpulvers. Dasselbe schmilzt

schwerer als Gold, wird vom Magneten angezogen. -- Fand die Reduction

bei schwacher Hitze statt, so verbrennt das fein zertheilte Metall an

der Luft zu Oxyduloxyd. Dies findet nicht statt, wenn man beim Reduciren

stark glüht. Das Kobalt wirkt bei gewöhnlicher Temperatur oder auch beim

Sieden nicht zersetzend auf Wasser, bei Gegenwart von Schwefelsäure

zersetzt es dasselbe. Mit Schwefelsäurehydrat erhitzt, liefert es

unter Entbindung von schwefliger Säure schwefelsaures Kobaltoxydul; in

Salpetersäure löst es sich leicht zu salpetersaurem Oxydul.

c. Glüht man salpetersaures Kobaltoxydul, so erhält man einen schwarzen

Rückstand von constanter Zusammensetzung. Derselbe ist das dem

Eisenoxyduloxyd entsprechende Kobaltoxyduloxyd und hat somit die Formel

CoO + Co_{2}O_{3} oder Co_{3}O_{4} ($Rammelsberg$, $Fremy$). Er löst

sich nicht in Wasser, in warmer Salzsäure unter Chlorentwickelung zu

Chlorür; beim Glühen mit Salmiak bleibt metallisches Kobalt.

Zusammensetzung:

Co_{3} 1105,95 88,47 73,42

O_{4} 400,00 32,00 26,58

-----------------------

1505,95 120,47 100,00

d. Das auf nassem Wege dargestellte _Schwefelkobalt_ stellt einen

schwarzen, in Wasser, Alkalien und alkalischen Schwefelmetallen

unlöslichen Niederschlag dar. Es löst sich in Essigsäure und verdünnten

Mineralsäuren wenig, leichter in concentrirten, am leichtesten in

erwärmtem Königswasser. Im feuchten Zustande der Luft dargeboten,

oxydirt es sich langsam zu schwefelsaurem Kobaltoxydul.

e. Das _schwefelsaure Kobaltoxydul_ krystallisirt in Verbindung mit

7 aq. schwierig in schön rothen, schiefen, rhombischen Säulen. Die

Krystalle verlieren bei mässigem Erhitzen sämmtliches Wasser und gehen

in rosenrothes wasserfreies Salz über. Dieses erträgt gelinde Glühhitze,

ohne Säure zu verlieren. Es löst sich etwas schwierig in kaltem,

leichter in heissem Wasser. -- In Wasserstoffgas geglüht, wird es nicht

reducirt.

Zusammensetzung:

CoO 468,65 37,49 48,39

SO_{3} 500,00 40,00 51,61

----------------------

968,65 77,49 100,00

§. 60.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 153 / 749 题