5. $Eisenoxydul$ und 6. $Eisenoxyd$.

Das Eisen wird immer als Oxyd gewogen. Ausser dieser Verbindung haben

wir das $Eisenoxydhydrat$, das $Schwefeleisen$ und das $bernsteinsaure

Eisenoxyd$ als die Formen, welche seine Bestimmung vermitteln, kennen zu

lernen.

a. Das _Eisenoxydhydrat_ stellt, frisch gefällt, einen rothbraunen, in

Wasser, Alkalien und Ammonsalzen unlöslichen, in Säuren leichtlöslichen,

beim Trocknen ausserordentlich stark schwindenden Niederschlag dar.

Getrocknet erscheint derselbe als eine braune, harte Masse von

glänzendem muschligem Bruch. Der Niederschlag reisst immer etwas von dem

zum Fällen angewendeten Alkali mit nieder, daher man bei Analysen nur

mit Ammon fällen darf.

b. Beim Glühen geht das Oxydhydrat in _Eisenoxyd_ über. War das

Oxydhydrat nicht sehr sorgfältig getrocknet, so werden, durch die Gewalt

des in den festen, aussen getrockneten Stückchen erzeugten Dampfes,

leicht Theilchen des Oxyds umhergeworfen. Reines Eisenoxyd auf feuchtes

geröthetes Lackmuspapier gelegt, färbt dieses nicht blau. In verdünnter

Salzsäure löst es sich langsam, schneller in concentrirter. Bei gelindem

Erwärmen schneller als beim Kochen. An der Luft geglüht, verändert es

sein Gewicht nicht, -- mit Salmiak geglüht, entweicht Eisenchlorid, --

mit Kohle bei Abschluss der Luft geglüht, wird es mehr oder weniger

reducirt.

Zusammensetzung:

2Fe 700,00 56 70,00

3O 300,00 24 30,00

--------------------

1000,00 80 100,00

c. Das _Schwefeleisen_ stellt, auf nassem Wege erhalten, einen

schwarzen, in lufthaltigem Wasser ein wenig (unter Zersetzung)

löslichen, -- in Wasser, welches alkalische Schwefelmetalle enthält,

unlöslichen, in Mineralsäuren (auch verdünnten) leicht löslichen

Niederschlag dar. In sehr verdünnten Lösungen sich ausscheidend, bleibt

er sehr lange suspendirt und giebt der Flüssigkeit das Ansehen einer

schwärzlichgrünen Lösung. Nach einiger Zeit setzt er sich jedoch stets

vollständig ab. -- Im feuchten Zustande der Luft dargeboten, nimmt

er Sauerstoff auf und wird braun, es entsteht Eisenoxydhydrat und

schwefelsaures Eisenoxydul.

d. Vermischt man eine neutrale Eisenoxydlösung mit einer neutralen

Lösung von bernsteinsaurem Alkali, so erhält man einen heller oder

dunkler zimmtbraunen Niederschlag von _bernsteinsaurem Eisenoxyd_

(Fe_{2}O_{3}, S_{2}). Aus der Natur dieses Niederschlages ergiebt

sich, dass mit dem Entstehen desselben 1 Aeq. Säure (und zwar bei

Ueberschuss von bernsteinsaurem Ammon, Bernsteinsäure) frei werden

muss, z. B. Fe_{2}O_{3}, 3SO_{3} + 3NH_{4}O, S = Fe_{2}O_{3},

S_{2} + 3NH_{4}O, SO_{3} + S. -- Die freie Bernsteinsäure in sehr

verdünnter kalter Lösung löst den Niederschlag so gut wie nicht, eine

warme Lösung nimmt ihn reichlicher auf. Auf diesem Umstande beruht es,

dass man die präcipitirte Flüssigkeit nicht heiss filtriren darf, wenn

der Niederschlag ungelöst bleiben soll. Früher wurde irriger Weise

angenommen, der Niederschlag sei neutrales, durch heisses Wasser in

eine basische unlösliche und eine saure lösliche Verbindung zerlegbares

Salz. -- In kaltem Wasser ist das bernsteinsaure Eisenoxyd unlöslich,

in heissem ein wenig löslich, leicht löslich in Mineralsäuren. Ammon

entzieht ihm seine Säure grossentheils, warmes vollständiger als kaltes,

es bleiben dem Eisenoxydhydrat ähnliche Verbindungen, welche auf 1S

9-15 Aeq. Fe_{2}O_{3} enthalten ($Döpping$).

$Basen der fünften Gruppe.$

§. 61.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 154 / 749 题