Das Eisen wird immer als Oxyd gewogen. Ausser dieser Verbindung haben
wir das $Eisenoxydhydrat$, das $Schwefeleisen$ und das $bernsteinsaure
Eisenoxyd$ als die Formen, welche seine Bestimmung vermitteln, kennen zu
lernen.
a. Das _Eisenoxydhydrat_ stellt, frisch gefällt, einen rothbraunen, in
Wasser, Alkalien und Ammonsalzen unlöslichen, in Säuren leichtlöslichen,
beim Trocknen ausserordentlich stark schwindenden Niederschlag dar.
Getrocknet erscheint derselbe als eine braune, harte Masse von
glänzendem muschligem Bruch. Der Niederschlag reisst immer etwas von dem
zum Fällen angewendeten Alkali mit nieder, daher man bei Analysen nur
mit Ammon fällen darf.
b. Beim Glühen geht das Oxydhydrat in _Eisenoxyd_ über. War das
Oxydhydrat nicht sehr sorgfältig getrocknet, so werden, durch die Gewalt
des in den festen, aussen getrockneten Stückchen erzeugten Dampfes,
leicht Theilchen des Oxyds umhergeworfen. Reines Eisenoxyd auf feuchtes
geröthetes Lackmuspapier gelegt, färbt dieses nicht blau. In verdünnter
Salzsäure löst es sich langsam, schneller in concentrirter. Bei gelindem
Erwärmen schneller als beim Kochen. An der Luft geglüht, verändert es
sein Gewicht nicht, -- mit Salmiak geglüht, entweicht Eisenchlorid, --
mit Kohle bei Abschluss der Luft geglüht, wird es mehr oder weniger
reducirt.
Zusammensetzung:
2Fe 700,00 56 70,00
3O 300,00 24 30,00
--------------------
1000,00 80 100,00
c. Das _Schwefeleisen_ stellt, auf nassem Wege erhalten, einen
schwarzen, in lufthaltigem Wasser ein wenig (unter Zersetzung)
löslichen, -- in Wasser, welches alkalische Schwefelmetalle enthält,
unlöslichen, in Mineralsäuren (auch verdünnten) leicht löslichen
Niederschlag dar. In sehr verdünnten Lösungen sich ausscheidend, bleibt
er sehr lange suspendirt und giebt der Flüssigkeit das Ansehen einer
schwärzlichgrünen Lösung. Nach einiger Zeit setzt er sich jedoch stets
vollständig ab. -- Im feuchten Zustande der Luft dargeboten, nimmt
er Sauerstoff auf und wird braun, es entsteht Eisenoxydhydrat und
schwefelsaures Eisenoxydul.
d. Vermischt man eine neutrale Eisenoxydlösung mit einer neutralen
Lösung von bernsteinsaurem Alkali, so erhält man einen heller oder
dunkler zimmtbraunen Niederschlag von _bernsteinsaurem Eisenoxyd_
(Fe_{2}O_{3}, S_{2}). Aus der Natur dieses Niederschlages ergiebt
sich, dass mit dem Entstehen desselben 1 Aeq. Säure (und zwar bei
Ueberschuss von bernsteinsaurem Ammon, Bernsteinsäure) frei werden
muss, z. B. Fe_{2}O_{3}, 3SO_{3} + 3NH_{4}O, S = Fe_{2}O_{3},
S_{2} + 3NH_{4}O, SO_{3} + S. -- Die freie Bernsteinsäure in sehr
verdünnter kalter Lösung löst den Niederschlag so gut wie nicht, eine
warme Lösung nimmt ihn reichlicher auf. Auf diesem Umstande beruht es,
dass man die präcipitirte Flüssigkeit nicht heiss filtriren darf, wenn
der Niederschlag ungelöst bleiben soll. Früher wurde irriger Weise
angenommen, der Niederschlag sei neutrales, durch heisses Wasser in
eine basische unlösliche und eine saure lösliche Verbindung zerlegbares
Salz. -- In kaltem Wasser ist das bernsteinsaure Eisenoxyd unlöslich,
in heissem ein wenig löslich, leicht löslich in Mineralsäuren. Ammon
entzieht ihm seine Säure grossentheils, warmes vollständiger als kaltes,
es bleiben dem Eisenoxydhydrat ähnliche Verbindungen, welche auf 1S
9-15 Aeq. Fe_{2}O_{3} enthalten ($Döpping$).
$Basen der fünften Gruppe.$
§. 61.