2. $Manganoxydul.$

Das Mangan wird entweder als $Manganoxyduloxyd$ [(MnO + Mn_{2}O_{3})

= Mn_{3}O_{4}] oder als $schwefelsaures Manganoxydul$ gewogen. --

Ausser diesen Verbindungen haben wir noch diejenigen kennen zu lernen,

in welchen es, behufs seiner Bestimmung in ersterer Form, gefällt

wird, nämlich $kohlensaures Manganoxydul$, $Manganoxydulhydrat$ und

$Schwefelmangan$.

a. Das _kohlensaure Manganoxydul_ stellt, frisch gefällt, einen weissen,

flockigen Niederschlag dar, welcher in reinem Wasser so gut wie nicht,

in kohlensäurehaltigem etwas leichter, löslich ist. Kohlensaures Natron

oder Kali vermehren seine Löslichkeit nicht. Salmiaklösung nimmt ihn

im frisch gefällten Zustande ziemlich leicht auf, daher die Fällung

einer Manganlösung durch kohlensaures Kali oder Natron bei Gegenwart

von Salmiak (oder der eines anderen Ammonsalzes) nicht eher vollständig

geschieht, bis derselbe völlig zerlegt ist. -- Im feuchten Zustande

der Luft ausgesetzt oder mit lufthaltigem Wasser ausgewaschen, nimmt

der Niederschlag langsam eine schmutzig bräunlichweisse Farbe an,

indem sich ein Theil in Manganoxydhydrat verwandelt. -- Bei Abschluss

der Luft getrocknet, stellt er ein zartes, weisses, luftbeständiges

Pulver [2(MnO, CO_{2}) + aq.], bei Zutritt der Luft getrocknet, ein

mehr oder weniger schmutzig weisses bis bräunliches dar. -- Beim Glühen

an der Luft wird dasselbe zuerst schwarz, dann geht es in braunes

Manganoxyduloxyd über.

b. Das _Manganoxydulhydrat_ stellt, frisch gefällt, einen weissen,

flockigen, in Wasser und Alkalien unlöslichen, in Salmiak löslichen

Niederschlag dar, welcher an der Luft schnell braun wird, indem sich

Oxydhydrat bildet. Beim Trocknen an der Luft erhält man ein braunes,

abfärbendes Pulver (Manganoxydhydrat), welches beim heftigen Glühen an

der Luft in Manganoxyduloxyd übergeht.

c. Das _Schwefelmangan_ erscheint, auf nassem Wege dargestellt, als

ein fleischrother, in Wasser und Alkalien unlöslicher Niederschlag.

Farbloses Schwefelwasserstoff-Schwefelammonium löst Spuren desselben

auf, nicht aber das Fünffach-Schwefelammonium enthaltende gelbe.

Gegenwart von Salmiak vermehrt seine Löslichkeit nicht. In wässerigen

Säuren (Salzsäure, Schwefelsäure etc.) löst er sich unter Entwicklung

von Schwefelwasserstoff. In feuchtem Zustande der Luft ausgesetzt, oder

beim Auswaschen mit lufthaltigem Wasser wird er braun, es bildet sich

Manganoxydhydrat und gleichzeitig etwas schwefelsaures Manganoxydul.

Um dieses zu verhüten, muss man dem Waschwasser etwas Schwefelammonium

(gelbes) zusetzen.

d. Das _Manganoxyduloxyd_, in welches alle Oxydationsstufen des Mangans

beim Glühen an der Luft zuletzt übergehen, stellt, künstlich erhalten,

ein rothbraunes Pulver dar. Beim jedesmaligen Erhitzen nimmt es eine

schwarze Farbe an, ändert aber sein Gewicht nicht. Es ist in Wasser

unlöslich, verändert Pflanzenfarben nicht, geht, mit Salmiak geglüht, in

Chlorür über.

Zusammensetzung:

3Mn 1034,05 82,71 72,10

4O 400,00 32,00 27,90

---------------------------

1434,05 114,71 100,00

e. Das _schwefelsaure Manganoxydul_ stellt im wasserfreien Zustande,

wie man es durch Erhitzen des krystallisirten erhält, eine weisse,

zerreibliche, in Wasser leicht lösliche Masse dar. -- Es hält andauernde

schwache Rothglühhitze ohne Zersetzung aus; bei heftigerem Glühen wird

es mehr oder weniger vollständig zerlegt, indem Sauerstoff, schweflige

Säure und wasserfreie Schwefelsäure, entweichen, und Manganoxyduloxyd

zurückbleibt.

Zusammensetzung:

MnO 444,68 35,57 47,07

SO_{3} 500,00 40,00 52,93

--------------------------

944,68 75,57 100,00

§. 58.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 151 / 749 题