1. $Zinkoxyd.$

Das Zinkoxyd wird immer $als solches$ gewogen. Man vermittelt die

Ueberführung entweder durch Fällung als $basisch kohlensaures Zinkoxyd$

oder Schwefelzink, oder auch durch Glühen.

a. Das basisch _kohlensaure Zinkoxyd_ stellt, frisch gefällt, einen

weissen, flockigen Niederschlag dar, welcher in Wasser fast unlöslich

(ein Thl. erfordert 44600 Thle. Vers. Nr. 40), in Kali, Ammon,

kohlensaurem Ammon und Säuren leicht löslich ist. Fällt man eine

neutrale Zinklösung mit kohlensaurem Natron oder Kali, so entweicht,

weil der entstehende Niederschlag nicht ZnO, CO_{2}, sondern ein Gemenge

von 2(ZnO, CO_{2}) + 3(ZnO, HO) mit kohlensaurem Zinkoxydkali ist,

unter allen Umständen Kohlensäure. Durch ihre Vermittelung sowohl, als

auch weil das kohlensaure Zinkoxydkali in Wasser nicht unlöslich ist,

bleibt ein Theil des Zinkoxyds in Auflösung, daher die Flüssigkeit, kalt

abfiltrirt, mit Schwefelammonium einen Niederschlag giebt. Nimmt man die

Fällung jedoch in der Kochhitze vor und erhitzt alsdann noch eine Zeit

lang zum Sieden, wobei weder Kohlensäure in der Flüssigkeit bleiben,

noch kohlensaures Zinkoxydkali sich bilden kann, so ist die Fällung

in der Art vollständig, dass das Filtrat durch Schwefelammonium nicht

getrübt wird. Nach vielstündigem Stehen setzen sich jedoch aus der damit

vermischten Flüssigkeit fast unwägbare Flocken von Schwefelzink ab.

Verfährt man nach der angegebenen Weise, so lässt sich der Niederschlag

durch Auswaschen mit heissem Wasser vollständig vom Kaligehalt

befreien. -- Bei Gegenwart von Ammonsalzen ist die Fällung nicht eher

in eben genannter Weise vollständig, bis alles Ammon ausgetrieben

ist. -- Verdampft man die Lösung eines Zinksalzes mit überschüssigem

kohlensaurem Kali bei gelinder Hitze zur Trockne und behandelt den

Rückstand mit kaltem Wasser, so kommt ein merkbarer Theil des Zinks

als kohlensaures Zinkoxydkali in Auflösung, verdampft man kochend zur

Trockne und übergiesst den Rückstand mit heissem Wasser, so ist die

Fällung nach oben bezeichneter Art vollständig. -- Getrocknet stellt das

basisch kohlensaure Zinkoxyd ein blendend weisses, lockeres Pulver dar,

welches beim Glühen in Zinkoxyd übergeht.

b. Das _Zinkoxyd_ stellt, durch Glühen aus dem kohlensauren erhalten,

ein weisses leichtes Pulver mit einem Stich ins Gelbliche dar. Beim

Erhitzen wird es gelb, beim Erkalten wieder weiss. Beim Glühen mit Kohle

entweicht Kohlenoxyd und Zinkdampf. In Wasser ist es unlöslich, auf

feuchtes Curcumapapier gelegt, bewirkt es keine Bräunung. Von Säuren

wird es leicht und ohne Gasentwicklung gelöst. Mit Salmiak geglüht

liefert es geschmolzenes Chlorzink, das sich beim Ausschluss der Luft

sehr schwer, beim Zutritt derselben aber und mit Salmiakdämpfen leicht

gänzlich verflüchtigt (H. $Rose$).

Zusammensetzung:

Zn 406,59 32,53 80,26

O 100,00 8,00 19,74

--------------------------

506,59 40,53 100,00

c. Das _Schwefelzink_ stellt, frisch gefällt, einen weissen lockeren

Niederschlag (ZnS, HO) dar; derselbe löst sich weder in Wasser, noch in

ätzenden oder kohlensauren Alkalien oder alkalischen Schwefelmetallen.

Von Salzsäure und Salpetersäure wird er leicht und vollständig, von

Essigsäure höchst wenig gelöst. Getrocknet erscheint der Niederschlag

als weisses Pulver, welches bei 100° die Hälfte, beim Glühen seinen

ganzen Gehalt an Wasser verliert. Bei letzterer Operation entweicht

etwas Schwefelwasserstoff und das zurückbleibende Schwefelzink enthält

Zinkoxyd.

§. 57.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 150 / 749 题