Die Menge des Körpers, welcher zur Analyse zu verwenden ist, hängt von
der Art der Bestandtheile ab, und es ist demnach eigentlich unmöglich,
dieselbe im Allgemeinen näher zu bezeichnen. Um in Kochsalz das Chlor zu
bestimmen, ist ein halber Gramm und selbst noch weniger hinreichend, von
obigem Gemenge von Glaubersalz und Kochsalz würde 1 Gramm genügen, von
Pflanzenaschen, zusammengesetzteren Mineralien etc. ist es nothwendig,
3 bis 4 Gramm oder noch mehr zu nehmen etc. Eine Quantität von 1 bis 3
Gramm kann sonach als die in den meisten Fällen geeignete bezeichnet
werden. --
Je mehr Substanz man nimmt, um so genauer fallen die Analysen aus, je
weniger man verwendet, um so schneller kommt man in der Regel zum Ziel.
Man strebe darnach, Genauigkeit und Zeitersparniss auf passende Weise zu
verbinden. Je weniger Substanz man nimmt, um so genauer muss man wägen,
je mehr man verwendet, um so weniger schadet eine Ungenauigkeit. Man
pflegt bei Analysen in etwas grösserem Maassstabe bis auf 1 Milligramm,
bei solchen ganz kleiner Mengen Substanz auf 1/10 Milligramm genau zu
wägen.
Sollen zur Bestimmung der einzelnen Bestandteile eines Körpers
verschiedene Quantitäten desselben in Arbeit genommen werden, so ist es
am zweckmässigsten, dieselben hinter einander abzuwägen. Man bestimmt
zu dem Ende die Gesammtmenge der Substanz in einem Glasröhrchen oder
dergl. und wägt die einzelnen Portionen auf die Weise, dass man aus dem
Röhrchen in die geeigneten Gefässe in eins nach dem anderen die passende
Menge herauaschüttet und dieselbe jedesmal durch die Gewichtsabnahme des
Röhrchens bestimmt (vergl. auch §. 10. 5).
§. 18.