Ehe man zur quantitativen Analyse eines Körpers schreitet, kann man
nicht sorgfältig genug überlegen, ob auch der erwünschte Erfolg wirklich
erreicht ist, wenn man die Menge eines jeden einzelnen Bestandtheiles
des vorliegenden Körpers kennt. -- Nur zu häufig wird dieser erste Punkt
vernachlässigt und somit auch durch die sorgfältigste Analyse statt
einer richtigen eine falsche Vorstellung erweckt. Es bezieht sich dies
wie auf wissenschaftliche, so auf technische Untersuchungen.
Man verwende daher bei Mineralien, deren Constitution durch die Analyse
festgestellt werden soll, die grösste Sorgfalt darauf, Gangart und
eingesprengte Substanzen zu entfernen, schaffe zuerst äusserlich
Anhängendes durch Abreiben oder Abwaschen weg, zerschlage alsdann
die in starkes Papier gewickelte Substanz auf einem Stahlambos und
suche mit der Pincette die reinsten Stückchen aus, -- künstlich
darstellbare krystallisirte Körper reinige man durch Umkrystallisiren,
Niederschläge durch vollständiges Auswaschen u. s. w. -- Bei technischen
Untersuchungen, z. B. der Ermittelung des Hyperoxydgehaltes eines
Braunsteins, des Eisengehaltes in einem Eisensteine, ziehe man in
Erwägung, ob die zu untersuchenden Proben auch soweit möglich dem
mittleren Durchschnitt der herausgeförderten oder zu fördernden Erze
entsprechen; denn was würde es dem Käufer einer Braunsteingrube nützen,
den Gehalt eines ausgewählten, vielleicht besonders reinen Stückes zu
kennen etc.
Man ersieht leicht, dass sich in Betreff der Wahl der Substanz allgemein
gültige Regeln nicht geben lassen; man muss vielmehr in jedem einzelnen
Falle, einerseits die Substanz genau prüfen, namentlich auch unter dem
Mikroskope oder mit der Lupe betrachten, andererseits den Zweck der
Untersuchung klar ins Auge fassen und dann die geeigneten Maassregeln
ergreifen.
§. 14.