1. $Die Auswahl der Substanz.$

Ehe man zur quantitativen Analyse eines Körpers schreitet, kann man

nicht sorgfältig genug überlegen, ob auch der erwünschte Erfolg wirklich

erreicht ist, wenn man die Menge eines jeden einzelnen Bestandtheiles

des vorliegenden Körpers kennt. -- Nur zu häufig wird dieser erste Punkt

vernachlässigt und somit auch durch die sorgfältigste Analyse statt

einer richtigen eine falsche Vorstellung erweckt. Es bezieht sich dies

wie auf wissenschaftliche, so auf technische Untersuchungen.

Man verwende daher bei Mineralien, deren Constitution durch die Analyse

festgestellt werden soll, die grösste Sorgfalt darauf, Gangart und

eingesprengte Substanzen zu entfernen, schaffe zuerst äusserlich

Anhängendes durch Abreiben oder Abwaschen weg, zerschlage alsdann

die in starkes Papier gewickelte Substanz auf einem Stahlambos und

suche mit der Pincette die reinsten Stückchen aus, -- künstlich

darstellbare krystallisirte Körper reinige man durch Umkrystallisiren,

Niederschläge durch vollständiges Auswaschen u. s. w. -- Bei technischen

Untersuchungen, z. B. der Ermittelung des Hyperoxydgehaltes eines

Braunsteins, des Eisengehaltes in einem Eisensteine, ziehe man in

Erwägung, ob die zu untersuchenden Proben auch soweit möglich dem

mittleren Durchschnitt der herausgeförderten oder zu fördernden Erze

entsprechen; denn was würde es dem Käufer einer Braunsteingrube nützen,

den Gehalt eines ausgewählten, vielleicht besonders reinen Stückes zu

kennen etc.

Man ersieht leicht, dass sich in Betreff der Wahl der Substanz allgemein

gültige Regeln nicht geben lassen; man muss vielmehr in jedem einzelnen

Falle, einerseits die Substanz genau prüfen, namentlich auch unter dem

Mikroskope oder mit der Lupe betrachten, andererseits den Zweck der

Untersuchung klar ins Auge fassen und dann die geeigneten Maassregeln

ergreifen.

§. 14.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 60 / 749 题