Es ist mir, als sähe ich ihn vor mir, den Prinzen von Homburg. Er ist in
das Kostüm seiner Zeit gesteckt worden, und nun bildet er sich etwas ein
auf die Farben, die er trägt, ein scheinbar so eitler Fritze ist er.
Übrigens ist er ein Talent, er kann reden, und das ist wiederum etwas,
worauf er sich etwas einbildet. Er hat hohe, glänzend gewichste Stiefel
an den gespreizten Beinen und, Donnerwetter, ritterliche Handschuhe an
den Händen, das hat nicht jeder, ein einfacher Bourgeois zum Beispiel
kann das nicht haben. Auf dem Kopf hat er eine Perücke, sein Schnurrbart
ist fabelhaft geringelt, das allein bürgt für den künstlerischen Erfolg.
Er braucht jetzt nur noch ärgerlich mit seinem Soldatenbein auf den
Boden zu stampfen, um alle übelwollenden Kritiken wegzufegen, er tut's,
und von diesem Augenblick an ist dieser Herr Prinz von Homburg ein
gottbegnadeter Künstler. Übrigens hat er seine Rolle auswendig gelernt,
reiner Überfluß, sich die Stellen gemerkt, wo sein ganzes prinzlich
homburgisches Wesen zum Durchbruch kommen soll, absoluter Mangel an
Kunstunbewußtheit. Er braucht nichts zu können, ja, es ist sogar gut,
wenn er nichts kann, der echte Schauspieler ist nicht fürs Lernen, denn
er hat's von der Geburt her. Das ist es ja, was diesen hohen Beruf von
den übrigen Erdenberufen rühmlich unterscheidet: Man stiefelt einfach in
Stiefeln hervor, rasselt mit dem Degen, macht eine Geste und heimst
Beifall ein. Das sind keine so einfachen Menschen, die sagen können: