Sit das dú Minne wunder kan,

Warumbe tůt si wunder niht

An mir, und an der minneklichen suͤssen?

Nu bin ich doch ir dienestman.

Swie man mich in dien sorgen siht,

Das mag dú minnekliche mir wol buͤssen.

Vil herú Minne, twing die froͤidenriche,

Das si mir ir hulde gebe

........[20]

Die wile ich lebe,

Ich diene ir eigenliche.

Wa wart ie múndelin so rot?

Wa wart ie bas gestalter lip?[21]

Wa wurden ie so froͤlichstendú ougen?

Dú mich hant braht in grosse not.

Genade, minnekliches wib!

Ach hette ich úwer suͤsse minne tougen!

Nu wissent, das ich gerne bi úch were.

Genade, rosevarwer munt!

Wan machest du mich niht gesunt?

Sprich zeiner stunt:

Ich wil dir buͤssen swere.

Nu lache, das ich fro beste!

Nu lache, das mir werde wol!

Vil roter munt, nu lache lacheliche!

Nu lache, das min leit zerge,

So wirde ich, sender, froͤiden vol.

Nu lache, das mir ungemuͤte entwiche!

Nu lache, das min sendú sorge swinde!

Nu lache mich ein wenig an,

Sit ich dir niht entwenchen kan,

Ich sender man,

Sit ich dich lieblich vinde.

Einmuͤtig, dast ein lieplich wort;

Einmuͤtig, das der minne gir;

Einmuͤtig, sendú herzen froͤide leret;

Einmuͤtig, das der liebe ein hort,

Swie doch dú minnekliche mir

Mit wibes guͤte selten froͤide meret.

Einmuͤtig, mange suͤsse fruͤde machet;

Einmuͤtig, froͤit ze maniger stunt.

Einmuͤtig, dast ein lieplich funt,

Swa roter munt

Gegen liebe lieplich lachet.

XXIIII.

Willekomen si uns der meige,

Der uns bringet mangerhande blůt,

Blůmen unde manigerleige,

Das dien kleinen vogelin sanfte tůt!

Doch můs ich verderben in den wunnen gar,

Es enwende ir munt, vil innenklichen rosevar.

Wibes ougenblike in guͤte

Siht vil dike in sendes herzen tor.

Swie dú here min gemuͤte

Also selten zuket hoh enbor,

Doch hab ich gedinge, das ich noh gelebe,

Das mir dú vil minnekliche ein froͤideriches ende gebe.

Wil si minen kumber wenden,

So bin ich an froͤiden wol gesunt,

Und ir guͤtlich helfe senden,

So das ir vil rosevarwer munt

Spreche ein wort, davon ich iemer fro beste:

Tůt si des niht, dú vil reine, seht, so ist mir iemer we.

Swas ich kumbers unde swere

Liden můs, des mag wol werden rat,

Swie si wil dú seldenbere,

Dú min sendes herze bi ir hat.

Si kan tehsen, swingen, beide als si sol;

Solde ich si underwilent schouwen, wie were mir so wol!

XXV.

O we liehten tage!

O we blůmen rot!

O we vogel sank!

O we gruͤner walt!

Nu wirt aber kalt,

Nu der winter lank:

Das ist der vogel not,

Und ir meistú klage.

Noch clage ich die schulde,

Das Dú seldenbere

Enterbet mich ir hulde;

Das sint mine swere,

Die ich von ir dulde.

Minne, wende ir suͤssen has!

Minne, frouwe min,

Tů mir helfe kunt!

Hilfe an der zit!

Bit das reine wib,

Das ir kúscher lib

Gegen mir lasse den strit,

Und ir roter munt

Mir tů helfe schin.

Seht, so wolde ich singen

Der Vil reinen suͤssen,

Dú kan swere ringen.

Kan si dabi kumber buͤssen,

Sol mir wol gelingen.

Minne, sich, des bist du wer.

Wip, din suͤsser nam

Und din werdekeit

Git vil hohen můt,

Dem der tugende hat,

Der untugende lat.

Wie wol das tůt,

Der wirt tugende bereit

Und dú rehtú scham.

Reiner wibes guͤte

Kan Wol froͤide leren,

(Si git hoh gemuͤte)

Dabi froͤide meren.

Got si mir behuͤte,

Die, der ich wol gůtes gan!

Mich hat lieber wan

In die froͤide braht,

Das ich wande sin

Von den armen gar.

Nu wirt ich gewar

An der vrouwen min,

Ir ist ungedaht,

Si wil lones lan

Mich in senden sorgen.

Mir Ist we ze můte,

Iemer an dem morgen

So sorge ich nah gůte.

Ich můs minne borgen;

Vrouwe min, wie stet das dir?

XXVI.

Nu ist dú heide wol bekleidet

Mit wunnenklichen kleiden,

Rosen sint ir besten kleid;

Davon ir vil sorgen leidet,

Wan si was in mangen leiden;

Gar verswunden ist ir leid

Von des liehten meigen bluͤte,

Der hat mangerhande blůt:

Noch froͤit bas der wibe guͤte,

Wan die sint fúr sendú leit so gůt.

Swas ich je gesank von wiben,

Das beschah von einem wibe,

Dú ist mir lieb fúr ellú wib;

Von ir mag ich fro beliben.

Wil si, das ich fro belibe,

Das si spreche: fro belib!

So wolde ich in froͤiden singen,

Als ich her in froͤiden sank.

Si mag mir wol swere ringen,

Nach der ie min sendes herze rank.

Suͤsse Minne, maht du binden

Die, von der ich bin gebunden,

Dú min sendes herze bant.

Lat si mich genade vinden,

Die ich doch han selten funden,

Sit ich si in dem herzen vant.

Alse rehte minnenklichen;

Si ist so rehte minnenklich!

Ich wil si darzů gelichen:

Si ist den lieben wiben gar gelich.

XXVII.

Ich wolde niht erwinden u. w. _Vier Strophen._

(_S. Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23._)

XXVIII.

Wol den wolgemůten wiben!

Wol dien mannen, die durh wip sint hohgemůt!

Sit ir guͤte kan vertriben

Sende not, des mir dú here niht entůt.

Nu ist sis doch dú liebe alleine,

Die ich vor allen wiben meine.

Frouwe, selig frouwe, reine,

Troͤstent mich! nu sint ir doch so gůt!

Solde ich davon froeide lassen,

Sit dú welt an froͤiden wil zergan?

Nein, ich wil mich sorgen massen,

Dur dú lieben, der ich her gedienet han.

Si hat so manges wibes guͤte,

Si ist gelich des meigen bluͤte,

Swie dú here min gemuͤte

Lat so lange in senden sorgen stan.

Willekom si uns dú wunne,[22]

Die der meige bringet, und dú schone zit,

Bas danne ich erdenken kunne.

Schouwent, wie der walt und ouch dú heide lit[23]

Mit so mangen blůmen schoͤne;

Da horte ich der vogel doͤne:

Darumb ich den meigen kroͤne,

Sit sin kunft der welte froͤide git.

XXIX.

Was froͤit mich der vogelin guͤte

Und des wunnenklichen meigen schin?

Sol min froͤiderich gemuͤte

Und min spilndes herze erwendet sin,

Das tet mir ein wib mit guͤte.

Das got noch ir eren huͤte,

Swie si mir nu treit vil senden pin!

Swa mitte ich verdienen kunde

Der vil schonen hulde, das tete ich,

Sit das mines herzen wunde

Unverheilet stent, si heile mich.

Davon mich ein wort enbunde,

Ob si spreche us rotem munde:

Trut geselle, es ist zit lones wider dich.

Mir mag sorge us herzen dringen,

Roter munt, din minnenklicher grůs.

Lat din lachen mir gelingen

An ir minne, so ist mir swere bůs.

Ir vil minnekliches twingen

An die brust, das mag mich bringen

An die stat, da minne mich froͤwen můs.

Wer kan truren bas verswenden,

Danne ein reine minnekliches wib?

Trost von wiben der kan wenden

Sende sorge; kúscher wibes lip

Der mag mir wol helfe senden.

So nige ich den lieben henden:

Wib, min froͤide von der sorge trip!

Kan mich ieman fro gemachen?

Ja, der lieben munt durlúhtig rot.

So můs al min truren swachen,

Scheidet mich ir trost von sender not.

Man siht mich vil froͤlich lachen,[24]

Das min herze můs erkrachen,

Machet mich dú liebe in froͤiden rot.

XXX.

Rife und anehank

Hat die heide betwungen,

Das ir liehter schin

Ist nach iamer gestalt;

Und der vogel sang,

Die mit froͤiden wol sungen,

Die sint nu geswin;

Darzů klage ich den walt,

Der ist umbekleit.

Dannoch kan si fuͤgen

.. herzeleit,[25]

Dú das wasser in kruͤgen

Von dem brunnen treit: nach der stet min gedank.

Ich brach ir den krug,

Do si gieng von dem brunnen.

Ich wart froͤidenriche,

Do ich die lieben sach;

Do si das vertrug,

Mir was sorge zerrunnen.

Harte minnenkliche

Dú liebe do sprach:

‚Ich han erebeit,

Das ist von iweren schulden;

Min frouwe tůt mir leit,

Das ich alles můs dulden,

Dú mich gester fúnf stunt dur úwern willen slůg.'

Nu tů den willen min,

So hilfe ich dir us noͤten,

Und far sant mir hinne,

So bist du ane zorn.

‚Des enmag niht sin!

E liesse ich mich ertoͤten.

Miner frouwen minne

Were iemer me verlorn.

Einen schillig sol

Si mir und ein hemede;

Das weis ich vil wol,

Das were alles mir fremede.

So mir das nu wirt, so tůn ich iu helfe schin.'

XXXI.

O we, winter, das din kraft

An uns ist so sigehaft!

O we kleiner vogilline singen!

O we liehten blůmen rot,

Dien der meige das gebot,

Das si dur das gras uf muͤsten dringen!

Nu ist der walt sis gruͤnen loubes ane.

Wafena!

Ja ist mir da

Dike we, und anders wa:

Das tůt mir dú liebe wol getane.

Es ist nu vil manig jar,

Das ir liehten oůgen clar

In min herze lieplich blihten tougen,

Und ir rosevarwer munt

Gegen mir tet sin lachen kunt,

Darus spilten ir wol liehten ougen.[26]

Seht, do wart ich siech von minne wunden

(Wafena!

Dest mir da

Dike we, und anderswa),

Die stant noch von der lieben unverbunden.

XXXII.

Sumer, nu wil din

Gewalt

Walt,

Den anger und die heide,

Beide

Kleiden: dast dien kleinen vogelin not.

Man siht blůmen manigvalt

Valt

An maniger stolzen meide;

Reide

Loke tragentz und múndel rot.

Seht, der froͤide was vil nach zergangen.

Ach mis herzen! ja můs mich belangen

Nach dem trútelehten libe: o we, wan wer er min!

Wil si, das mich leit

Verber,

Ber

Mir froeide von ir munde:

Wunde

Von der minne wirt vil schiere heil.

Das ir guͤte mich gewer!

Wer

Ist, der mir des verbunde?

Kunde

Ich flůchen, dem wúnschte ich, das im unheil

Were bi vil lange untz an sin ende.

Suͤssú Minne, suͤsse helfe sende!

Des ist not, sit ich von dinen schulden sorge ie leit.

Ach wie ist sogar

Liep gůt!

Gůt

Neme ich niht fúr die ich meine.

Si eine

Troͤste mich; das ist der Minne has.

Ir munt, roter danne ein blůt!

Blůt

Des meigen froͤit mich kleine.

Reine,

Selig wib, nu troͤstent bas!

Beschiht das niht, so můs ich gar verderben.[27]

Sol ich niht den roten kus erwerben

Und den trútelechten lip, so wirde ich froͤiden bar.

Ratent, wie ich das

Ervar.

Var

Ich umbe in allem lande?

Rande

Ich tusent mile, es wer bewendet wol,

Wie ich des geneme war,

War

Ich kerte us minne bande.

Brande

Si mich niht, so hete ich senften dol.

Sus hat mich dú minnekliche entzúndet;

Ich enweis, wes si sich an mir súndet.

Laschte si mich mit ir minne, mir wurde deste bas.

Minne, ich diene dir;

Du solt

Solt

Mir geben, minneklichen.

Richen

Macht du mich an froͤiden, das ist zit.

Ob mir das din helfe erholt;

Holt

Bin ich dir inneklichen,

Wichen

Můs von mir leit, das mir nahe lit.

Minneklichú minne, ich war gebunden

Dir von kinden ie; wiltu mich nu wunden,

Was tougt danne stetú trúwe? Minne, das verbir.

XXXIII.

Nu klage ich der kleinen vogellin swere;

Nu klage ich, dú heide ist blůmen lere;

So klage ich, das mir dú wunnekliche, seldebere

Hat beroubet mich der froͤiden sinne.

Sich, da bist du schuldig an, trut Minne!

Sit du weist, das ich so gar in deiner glůte brinne.

Das mag mir din trútelehter lip mit liebe buͤssen,

Und ir roter mund, der sol mich gruͤssen:

Tůnt dú zwei des niht, so klage ichs doch der reinen suͤssen.

Si mag mir wol minen kumber wenden

Und ir minnekliche helfe senden.

O we Minne, wenne wilt du troͤsten mich vil senden?

Wenne wilt du mir min truren swachen?

Wenne wiltu suͤsse froͤide machen,

Also, das ir roter mund mir lieplich wolte lachen?

Trútelechter lip, du, la mich liebe froͤide vinden!

Du macht mich von sender not enbinden;

Wilt du, herzen trut, so mag mir sendes leit verswinden.

Nu was hilfet, swas ich clage der heren?

Si wil mir enheine froͤide meren.

Suͤsse minne, maht du doch die minneklichen leren,

Das si fuͤge, das mir leit entwiche,

Sih, so wirde ich noch an froͤiden riche.

Tůt si das, so wirde ich fro, dú suͤsse minnekliche,

Also das mir wurde ein grůs von ir vil rotem munde,

Und ir kus mis herzen not enbunde:

Do ich si von erst ansach, das was ein suͤssú stunde.

XXXIIII.

Nu siht man dú heide breit

Wol beschoͤnet

Mit den liehten bluomen manigvalt;

Meige hat sich zin gekleit;

Wol bedoͤnet

Mit den vogelin stet der gruͤne walt;

In den ouwen

Mag man schouwen

Rosen rot:

Ach dur got! so lide ich aber seneliche not.

Ich sach einen roten munt

Lieplich lachen

Gegen mir senden, des ist niht ze lang;

Davon wart mir froͤide kunt.

Truren swachen

Kan si, do das in min herze drang.

Ich můs singen;

Des wil twingen

Mich ein wib,

Und der kúnig darzů, ir trútelehter loser lip.

O we roͤselehter grůs,

Wie du lachest,

So du herzeliebe lachen wilt!

Da wirt sender sorgen bůs,

So du machest,

Das dú liebe gegen der liebe spilt

Nach gewinne;

Da ist eht Minne

Nahe bi,

Und machet zwei geliebe herzen swere fri.

Herzen trut, min kúnigin,

Lat erwinden

Gegen mir noch den senelichen strit,

Sit ich úwer eigen bin.

Froͤide vinden

Wolt ich, frouwe, das wer an der zit.

Umbevahen,

Lieplich nahen,

Das tůt wol,

Und naher bas, ob ichs mit hulden sprechen sol.

Was ich her gesungen han,

Das vervahet

Mich vil kleine: dast mis herzen clage;

Davon můs ich singen lan.

Si versmahet,

Das min herze si in liebe trage.

Ja si denket

(Das mich krenket

Vil der tage),

Das ich ir niht gedienen múge: das ist mis herzen klage.

XXXV.

Sumer, din gewalt wil swinden;

Das mag man an der linden

Kiesen, dú ist worden val;

Uf dem walde und in den ouwen

Da mag man die rifen schouwen;

Darzů lat dú nahtegal

Ir vil froͤideriches singen,

Des wil si der winter twingen:

So kan mir dú suͤsse bringen

Sorgen vil dem herzen min.

Frouwe, ir sit min frouwe alleine,

Die ich vor allen wiben meine;

Des sult ir geniessen lan

Mich. Ich lebe in senden sorgen

Beide abent und den morgen.

Doch froͤit mich ein lieber wan

Und ein minneklich gedinge,

Das dú sússe Minne twinge,

So das mir an ú gelinge:

Daran alle min froͤide lit.

XXXVI.

Was der winter sorgen bringe

Dien vil liehten blůmen rot,

Was er kleiner vogelin twinge,

Doch klage ich ein ander not:

Der ich mich ie ze dienste bot,

Der ist min swere gar ze ringe;

Des bin ich an froͤiden tot.

O we, ja hat mich betwungen

Ir vil minneklicher munt!

An ir ist mir niht gelungen;

Swere dú ist mir worden kunt,

Sit ich fant so suͤssen funt

An der minneklichen, jungen;

Herze! dú hat dich verwunt.

XXXVII.

Ich solt aber, dur die suͤssen,

Gruͤssen

Meigen, walt, heide, ouwe

Und der kleinen vogel sůsses singen.

Liesse eht mir an ir gelingen

Trut min trost, mis herzen frouwe,

Das si minen kumber wolde buͤssen;

Seht, so wurde ich froͤideriche.

Truter lip, nu tů genedikliche!

Roter munt, du maht min leit verdringen.

Suͤssú Minne, sit din minne

Sinne

Krenket zallen stunden,

Wie solde ich ie mer danne fro beliben?

Lieber lip vor allen liben,

Heilet mir mins herzen wunden,

Das min froͤide lige an dem gewinne.

Tůt ir das, so wirde ich froͤidebere.

Selig wib, nu scheident mich von swere!

Minne, du maht mir min leit vertriben.

Ich han froͤide von ir eine;

Si eine

Troͤstet mich, ir guͤte;

Davon můs mir spilndú froͤide swinden.

Liesse si mich genade vinden:

Seht, so froͤite min gemuͤte,

Das mir wurde ir roter kus, ein kleine;

So wer ich vil manger sorgen ane.

Trútelehter lip, ich lebe in wane,

Das ich froͤide von iu muge enpfinden.

XXXVIII.

Nu hat meige walt, heide, ouwe

Wol bekleit mit maniger wunneklichen spehen wat:

Also hat mis herzen frouwe

Sich bekleit mit kleiden, das ir wunneklich anstat.

Wip --

Lich guͤte, schoͤne und ere,

Dabi reinen můt,

Dis gewant treit du vil here,

Das ir edelem herzen sanfte tůt;

Bi den kleiden lat sich vinden der vil trútelehte lose lip.

Ach! solt ich mich senden vinden

Bi den kleiden, die dú reine, minnekliche antreit,

So muͤse al min leit verswinden,

Und wurde an mangen froͤiden wol gemeit.[28]

Sol

Dú froͤide an mir verderben:

Dast mis herzen not;

So můs ich in jamer sterben.

O we suͤsser munt, durlúhtig rot!

Wie mich jamert nach den kleiden, sit si stant der lieben also wol!

Wil si minen kumber wenden,

Dú vil reine, minnekliche, der ich eigen bin,

So sol si dú kleit mir senden

Bi dem trútelehtem libe, so ist min leit dahin.

Kan

Mich ieman fro gemachen?

Ja, ir roter munt.

Wil mir der von herzen lachen,

So wirt ich an froͤiden wol gesunt.

Suͤsse Minne, bit die heren, das si troͤste mich vil senden man.

(_Die zweyte Strophe dieses Liedes steht in der Samml. von

Minnesing. Th. I. S. 23._)

XXXIX.

Es fůr ein búttenere

Vil verre in froͤmdú lant,

Der was so minnebere,

Swa er die frouwen vant,

Das er da gerne bant.

Do sprach der wirt mere

Zů zim, was er kunde.

‚Ich bin ein búttenere;

Swer mir des gunde,

Sin vas ich im bunde.'

Do trug er sine reife

Und sinen treibelslagen.

Mit sinem umbesweife

Kunde er sich wol bejagen,

Ein gůt geschirre tragen.

Sinen tribelwegge

Den nam si in die hant

Mit siner slehten egge.

Si sprach: ‚heilant!

Got hat úch har gesant.'

Do si so gebunden

Dem wirte sin vas,

Nebent und ouch unden,

Si sprach: ‚ir sint niht las;

Mir wart nie gebunden bas.'

XL.

Von walhen fůr u. s. w. _Zwey Strophen._

(_S. Samml. von Minnesing. Th. I. S. 23._)

XLI.

Uns jungen mannen mag u. s. w. _Drey Strophen._

(_S. Ebendas._)

XLII.

Winter, du wilt aber twingen

Blůmen und der vogel sang,

Die man horte suͤsse erclingen

In der ouwe, dest niht lang.

Nu ist min hohgemuͤte krank;

Doch wil sich min froͤide ringen

Durh die, nach der ich ie rang.

Selig wib, suͤsse und reine,

Schoͤn und minneklichen var!

O we, das ir min so kleine

Nement mit spilnden ougen war!

Ich diend ie mit truwen dar.

Sit ich úch mit trúwen meine,

Lant mich niht verderben gar!

XLIII.

Liehter sumer, dú suͤsse wunne

Wil bi mangen froͤiden sin.

Bas,

Danne ich gedenken kunne,

Singent aber diu vogellin;

Dabi siht man schone in bluͤte

Boume stan: des meigen guͤte

Treit dem winter manigen has.

Nu ist der vogellin not zergangen;

Noch klage ich einander not.

We!

Ja můs mich des belangen,

Das ir munt, durlúhtig rot,

Mir niht wil die froͤide meren.

Suͤsse Minne, meht du leren

Si, das mir min leit zerge!

XLIIII.

Mich entroͤstet niht der walt und ouch dú heide,

Mich entroͤstet niht der kleinen vogellin singen;

Den tůt der kalte winter aber leide:

Dabi kan mich dú minnekliche twingen.

Was wend ir, das dú liebe, kúsche meine?

Nu ist sis doch, dú suͤsse, dú vil reine;

Wan lat si mir durh wibes guͤte bas an ir gelingen?

Dú minnekliche mag wol mit mir teilen

Ir wibes guͤte; die hat si beslossen.

Si mag mir mine sere wunden heilen,

Die si mir mit ir minne hat geschossen.

Vil selig wip, nu wende mine swere,

Und tůst du das, so wird ich froͤidebere.

Gedenke, das ich wibes guͤte selten han genossen.

XLV.

Nu siht man die

Gruͤnen heide

Wol bekleidet, wol geschoͤnet.

Schouwent an den gruͤnen walt!

Nu hoͤret man die vogelin singen

In den wunneklichen ouwen.

Die der kalte winter twang,

Die siht man in wunnen beide.

Vogel sang

Mit froͤiden doͤnet,

Wan ir stimme ist manigvalt.

Nů siht man die blůmen springen,

Der mag man ein wunder schouwen,

Sit der liebe sumer ist hie.

Manger froͤit sich

Gegen der wunne;

So leb ich in sender swere

Nach der lieben frouwen min,

Dú da kan so suͤsse lachen,

Swenne ir roter munt erlachet,

Und er liebe lachen sol.

Bas, danne ich erdenken kunne,

Kan si wol,

Dú seldenbere,

Kúsche und dabi wiplich sin.

Si kan mir die froͤide machen,

Das min herze an froͤiden krachet.[29]

Frouwe Minne, darzů sprich.

Minne, hilf das

Mir dú here

Mit ir liehten ougen brach[30]

Mine sende swere buͤsse,

Die ich von der schonen dulde.

Doch froͤit mich ein lieber wan,

Das si mir min leit verkere,

Wan ich han,

Dast ane lougen,

Von ir sendes ungemach.

Minne, sprich, das si mich gruͤsse;

Minne, wirb mir umb ir hulde:

Sost mir senden, siechen bas.

XLVI.

Nu woluf! gruͤssen

Wir den suͤssen,

Der uns buͤssen

Wil des winters pin,

Der uns wil bringen

Vogelin singen,

Blůmen springen

Und der sunnen schin.

Da man sach e

Den kalten sne,

Da siht man gras;

Von touwe nas,

Bruevent das

Die blůmen unde der kle.

Vorhin in walde,

Uf der halde,

Hort man balde

Wunneklichen schal.

In suͤsser wise,

Gar von prise,

Hohe, lise,

Singet dú nahtegal.

Der vogellin sanc

Der ist niht zekrank

Hin gegen dem meigen.

Megde! leigen!

Wir sun reigen

Den sumer lanc.

Des meigen bluͤte,

Des sumers guͤte

Hohgemuͤte

Git den vogellin.

Das hilfet mich kleine,

Wan dú reine

Troͤste alleine

Noch das herze min.

Ir brunes har,

Ir ougen clar,

Ir roter munt

Hat mich verwunt

Bis an den grunt,

Swie fro ich doch gebar.

XLVII.

Winter, du wilt aber vil verderben

Liehte blůmen, die doch schoͤne waren;

Und ein wib, dú wil mich froͤide ersterben,

Der ich pflag in froͤiderichen jaren:

Dú gůte, dú gůte, dú reine,

Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

Sit dú welt an froͤiden wil verswinden,

So moͤht ich wol lassen ungesungen.

Wan ein wib des war ich wolte erwinden,

Nach der ie min herze hat gerungen:

Dú gůte, dú gůte, dú reine,

Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

Wol gebaren und lieplich lachen,

Lieplich bliken dar und dan mit guͤte,

Das kan dú vil gůte wol gemachen;

Gegen ir troste froͤit sich min gemuͤte:

Dú gůte, dú gůte, dú reine,

Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

Wer gesach ie von so rotem munde

Minneklicher lachen und gruͤssen?

Den kust ich vil gerne, ob si mirs gunde,

Dú mir minen kumber kan gebuͤssen:

Dú gůte, dú gůte, dú reine,

Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

Dú reine ist vri vor missewende,

Der ich dienen wil gar eigenliche.

Ich bit ie, das si mir helfe sende;

Tůt si das, so wirde ich froͤideriche:

Dú gůte, dú gůte, dú reine,

Die ich mit ganzen trúwen iemer meine.

XLVIII.

Nu siht man aber die wunneklichen heide

In speher wat mit blůmen wol beschoͤnet;

Man hoͤret die vogellin in dem walde singen,

Den tet der kalte winter vil zeleide;

Nu ist aber der walt mit sange wol bedoͤnet,

Den hoͤrt man in dú oren suͤsse erklingen;

Si froͤwent sich gegen des suͤssen meigen bluͤte:

So sent sich min gemuͤte

Nach der vil reinen guͤte;

Das si mir Got behuͤte!

Swas ieman seit, so lit der wunsch an wiben.

Si kunnen in dú herzen lieplich lachen;

Ir loslich ougenblike tůnt froͤidenriche;

Ir reine guͤte kan wol leit vertriben,

So sis mit guͤte wellent lieblich machen.

Ze der froͤide ich in der welte niht geliche.

Ach ie doch das tůt mir niht dú reine, suͤsse,[31]

Die ich mit sange gruͤsse.

Got mir des helfen muͤsse,

Das si mir kumber buͤsse.

Ir wol geroͤter mund, ir liehten ougen,

Ir kel, ir kinne, ir roͤselehte wangen,

Die hant das sende herze min betwungen;

Do si darin geblihten lieplich tougen,

Darnach zehant do wart ich ir gevangen.

Darzů do kam dú Minne darin getrungen,

Si sprach: nu hab ich mich din underwunden.

Das han ich wol befunden

An minen senden wunden,

Die stent noch unverbunden.

Was treit úch fúr, fro Minne, ob ich verdirbe?

Was hilfet es úch, suͤssú seldenbere?

Durh Got, nu bin ich doch verselt úch beiden.

Was treit úch fúr, fro Minne, ob ich erstirbe?

Was hilfet úch min lange werndú swere?

Mich jamert, sol min herze von úch scheiden,

Sit ich úch han gedienet manige stunde.

Hei, kus von rotem munde!

Ob mir din trost des gunde,

Das mich dú liebe enbunde.

Ich wil den valschen und den ungetrúwen

Zeleide singen, und den edeln jungen

Zeliebe, und der vil lieben, die ich da minne.

Ir valsches herze kan den valsch wol brúwen.

So we in ie wart so we der valschen zungen,

Dú valschet in ir herzen und mit sinne.

Das schat mir niht: ob mich dú suͤsse reine

Wil meinen, als ich meine

Si, lieben alterseine;

So schat ir has mir kleine.

XLIX.

Nu ist manig herze vro,

Wan das mine; das můs iemer trurig sin,

Es enwende ir guͤte also,

Das ir guͤte troͤste mir das herze min.

Hei, nahtegal!

Suͤssen schal

Bringet uns des meigen zit.

Al min trost an einem reinen wibe lit.

Aller miner selden tag

Lit an der, diu mir das herze hat verwunt.

Niemant mich getroͤsten mag,

Wan dú schoͤne und ir roseroter munt.

Hei, wer aber das,

Ane ir has,

Das ichs umbevienge also!

Minne, sunder dinen dank, so were ich fro.

Minne, sunder dinen dank...

Hab ich das gesprochen, das ist mir leit.

Nu sich an, min lip ist kranc.[32]

Nieman mich getroͤstet, wan ir werdekeit.

Hei, Minne, sprich

Wider mich!

Sprich ein guͤtlich wort zů ir,

Das dú reine suͤsse tů genade an mir.

L.

Sol ich disen sumer lang

Bekumbert sin mit kinden,

So wer ich lieber tot.

Des ist mir min froͤide krank.

Sol ich niht ze den linden

Reigen: owe, dirre not!

Wigen, wagen, gugen, gagen,

Wenne wil es tagen?

Minne, Minne, trute Minne, swig! ich wil dich wagen.

Amme, nim das kindelin,

Das es niht enweine.

Alse lieb als ich dir si,

Ringe mir die swere min!

Du maht mich alleine

Miner sorgen machen fri.

Wigen, wagen, gugen, gagen,

Wenne wil es tagen?

Minne, Minne, trute Minne, swig! ich wil dich wagen.

LI.

Dú nahtegal dú sang so wol,

Das man irs iemer danken sol,

Und anderen kleinen vogellin.

Da daht ich an die frouwen min

Dú ist mins herzen kúnigin

.............

............

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BRŮDER EBERHART /von/ SAX, _ein Bredier_.

_Nach dem Liede auf die heilige Jungfrau, das in der Samml. von

Minnesingern Th. I S. 28...30 abgedruckt ist, findet sich in der

Bremischen Handschrift folgender Anfang eines andern Liedes. Ob

auch in der Pariser Handschrift nichts mehr steht?_

Ewig geburt, gotlich ein lamp, vil megtlich gezwiget,

Verborgen ros in lilien blat, einvalt und doch gedriget,

Verholn und gevriget,

Und unerkant din wesendes wesen,

Vor allem wunder suͤsses wunder, wunderlich gemeret,

Sin kraft in siner wisheit als.....

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..............

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HER RUDOLF /von/ ROTENBURG.

I.

Kunde ich geloben die frowen min,

Als ich entstan

Ze rechte wol,

Mit trúwen das ich tete:

Der ich můs iemer mere sin

Gar undertan;

Min herze sol

Ir tragen wernde stete.

Ob ich si niht geloben kan,

So wissent doch,

Das die dir sint

Von Troie unz uf die Sone

Niender funden einen man,

Der spreche, noch

Ie sach ein kint,[34]

Das lebt wol alse schone.

Solde ich der frouwen haben wal,

Der leben stat

Uf hohem pris,

Fúr miner frouwen minne,

Von Maggun unz ze Portegal;

Mins herzen rat

Wer ir amis,

Von der ich lones sinne.

Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur. Erster Band. Theil 1. · 第 2 / 9 段