Was schate mir ein schwacher nit,

Ob mir dú schone gúnde,

Das ich ir diende zaller zit,

So vil ich danne kúnde?

Was leiden mannes were das,

Der mir der selde erbunde,

Ob ich erwurbe, ane ir has,

Das ich genade funde!

Es ist ein reiner sitte gůt

An frouwen, das

Si minnent die[35]

Gar ane strit

Mit stetem můte stent in ir gebande.

Daruf so húget min hoher můt;

Wande ich vergas

Der gůten nie,

Ze keiner zit,

Sit dem tage, das man si genande.

Wil si mir des gelouben niet,

Das ich ir bin,

Und lange was,

Gar undertan,

E ich si durh der ougen schin erkande,

Und ich mich nie von ir geschiet,

Und ie min sin

Ir tugende las

Uf gůten wan;

Des setze ich ir das herze min ze pfande,

Das mir nie wib so nahen kan

Und niemer sol.

Swie verre ich si,

So wissent das:

Die mine sinne stent in dem lande,

Da ich ir kunde alrerst gewan.

Mir tete wol,

Mohte ich ir bi

Getweln bas

Mit steteclicher fůge und ane ir schande;

So neme ich fúr der vogelin sang

Der wolgetanen minne,

Swie doch der nahtegalen klang

Mir troͤstet mine sinne.

Vil dike so der min gedank

Mit sorgen lebt hierinne;

Sie machet mir das leben kranc,

Mis herzen kúniginne.

Sin enpflege masse:

Von der strasse

Můs ich uf den smalen pfat,

Da sprichet mir dú sorge mat;

So můs ich froͤide miden,

Und grossen kumber liden.

Ob ich mit stete

Gut gerete

Nicht an ir erwerben kan,

So heisse ich niht ein selig man.

Si pfliget so vil der guͤte,

Davon das min gemuͤte

Dike singet

Und springet,

Uf genedeklichen wan.

Si ist ro rehte wol getan,

Das nieman si ensehe,

Wan der von schulden jehe:

Der also were,

Das er swere

Wolde liden dur ein kint,

Der wer an beiden ougen blint,

Wolt er si niht enminnen

Von allen sinen sinnen.

Uf aventúre

Ich diene ir húre,

Seht, darzů wol zwenzig iar,

Das ich so gros als umbe ein har

Ir kunde nie geniessen:

Es muͤsse si verdriessen.

Ovidius, der wise man,

Do der von erst minne pflag,

Do kunte er uns den sinen ban.

Ob si die naht ald den tag,

De keiner lib,

Man alder wib,

Die minne unrehte pflegen;

Der nîden schar

Die nemens war:

Das die vor kilchen legen!

Der blůmen schin

Sol iemer sin

Von ir gewalt gescheiden!

Dú heide hreit

Si unbereit

Den kargen und den leiden.

Mir tůt der kumber niht so we,

Den ich můs von in liden;

Davon, si tetens deste me,

Bete ich, sis gar vermiden.

Min reht ist, das ich von in dulde

Kumber und has.

Die mir miner frowen hulde

Erbunden, ane was,

Wanden si, das ich ins gulde,

Si heten mich bas.

Gar ane alle mine schulde

So nident si das,

Ob mir geschehe,

Das ich sehe

Ein wib, der ich bin undertan,

Und ie was, ane valschen wan,

Das sie mich umbevienge.

Der die darumbe hienge,

Die gůten lúten

Wendent trúten,

Da es nieman scheiden sol,

Das kunde ich vertragen wol.

Ich bin in niht geminne,

Swas ich davon gewinne.

Sorgen bůs

Tete ein grůs

Schone mir,

Der von ir

Keme; so

Were ich fro.

Verre bas

Tete das,

Danne ein wib

Minen lib

Hete wert.

Bas gewert

Wer ich hie,

Darnach ie.

Min gedank

Ane wanc

Stete pflag.

Untz ich mag

Alder kan

Sele han,

So můs das herze min

Ir iemer stete sin,

Uf den wan;

Wande ich han

Mich gar an si verlan.

Nu nimt genůge wunder,

Das ich so grossen kumber klage,

Und iedoch darunder

Ein so hoh gemuͤte trage.

Da han ich gůt gedinge,

Das si mir libes ende gebe,

Darnach ich iemer ringe,

(Das wissent!) aldiewile ich lebe.

II.

O we, das ich si miden sol

Ze keiner zit

Durh swachen nît,

Die ich můs iemer minnen!

Das tůt vil maniges herzen wol,

Der sinen můt

Hat gar behůt

Vor tougenlichen sinnen.

Ich bitte Got, das ime besche,

Als ich im gan,

Der mir erban

Ir minneklichen guͤte.

Wan hassent si den kalten sne,

Und gunden mir,

Ob ich an ir

Erwurbe ein hoh gemuͤte?

(Ja muͤste er han gelukes rat,

Der das verdienen wolde.)

Ich wene, es were ein missetat,

Ob ich si minnen solde.

Ich neme, swie es mir darumbe ergat,

Ir roten mund ze solde

Fúr tusent march; und ob der pfat

Flusse von rotem golde,

Des moͤhte ich senfter enig sin.

Geloubent das:

Mir tete bas

Der welte has,

Danne ob ich si ze langer zit verbere.

Mir tůt ir liehter ougenschin

Den lib so clar

(Dú rede ist war!),

Das man ein har

Sehe in dem herzen, swanne ich bur were.

Ich wil ir dienen ane zil;

Des habe ich reht:

En eben sleht

Wer ich ir kneht,

Ob si mir niemer liebes iht getete.

Ouch duhte mich der selden vil,

Das ich si sach,

Und mir geschach

Ein ungemach,

Davon ich ir můs iemer wesen stete.

Sin welle ir guͤte an mir began,

Uf der genade ich singe;

So můs ich stete unfroͤide han,

Swie mir daran gelinge.

Si sol mich niht verderben lan;

Wande ich uf gut gedinge

Mit trúwen ir bin undertan,

Und darnach iemer ringe,

Das ich ir ere

Gerne mere,

So vil als ich beste kan;

Wande ich si mir erwelet han

Us allen guten wiben.

Ich wil bi ir beliben,

Ob si es gerůchet.

Swer mich sůchet,

Dem zeige man mich da,

Weis got! und niender anderswa,

Unz ich der sele walde.

Vor dem gruͤnen walde

Suln wir beginnen

Schone minnen,

Si mich, und ich gerne si,

So wirde ich aller sorgen vri;

So lebe ich niht ungerne,

Ob mir der tagesterne

Gelit so nahe,

Und umbevahe

Ich si. Das lassen ane zorn;

Dú rede were eht gar verlorn.

Das nide swer der welle.

Solde ich davon die helle

Beschowen innen,

Selker minnen

Muͤst ich úh pflegen da zehant.

Ob es da were also gewant,

Das mir dú schone gunde,

Das ich ir, alse ich kunde,

Der blůmen breche;

Da gereche

Ich mine lange swere also,

Davon das min gemuͤte fro

Belibe zallen ziten.

Ob ichs kan erbiten,

So wirt mir alles des ich ger,

Ob ich da gůt gelúke han.

Der rede moͤhte sin min wer

Der Babest da von Lateran,

Das si mich wert

Des ich gegert

Nu lange han mit stete,

Alder aber giht:

‚Ich tůns niht,

Ob er mich iemer bete!'

Es lit an ir

Swas iemer mir

Beschehen sol ze heile:

Si troͤste mich!

So hangen ich

An dem rades teile,

Da maniger hanget ane trost,

Der doch genaden dinget,

Das er von rúwen werde erlost,

Und darnach iemer ringet.

Ist das ich niht gewinne[36]

Lon von ir gewalt,

So můs ich gar ane sinne

Loufen in den walt.

Mines herzen kúniginne,

Der ich bin versalt,

Dú sol mir ir suͤsse minne

Teilen manicvalt.

So das geschehe

(Das ich spehe,

Weis got! nu vil mengen tag

Mit dienste, als ich beste mag),

Das mir ir schonen ougen,

Als ichs gemeine, tougen

Ze heile winken:

Solde ich hinken,

Dur das eine, tusend jar

An minen beinen, das ist war,

Das ich es gerne tete.

Uf alse gůt gerete

Sol ein man

Schaden han.

Es ist reht,

Das der kneht,

Diene wol,

Da er sol

Lon enpfan:

Also han

Ich vil gar.

Selten war

Nan si doch

Des ich noch

Ie gesprach;

Sin gesach

Nie durh das

Deste bas

Her ze mir:

Doch ich ir

Stete bin.

Min gewin

Was ie noch kleine da.

In gesůche anderswa

Niemer solt;

Unverscholt

Wer ich ir iemer holt.

Ich lide grosse swere,

Die ich doch iemer gerne dol,

Wie kumbe ich ir enbere.

Si tůnt mime herzen wol,

Swie si des niht geloubet,

Das ich ir holdes herze trage,

Dú mich der sinne roubet:

Damitte ich ir genaden jage.

Solde ich des Riches crone

Von rehte tragen iemer me,

Genige ich niht ir lone

So gros als umbe ein bone,

Mir tete dannoch ir laster iemer we.

III.

Ein hoher můt

Mich singen tůt

Disen wunneclichen sanc!

Schoͤne und gůt,

Hoͤfsch und frůt

Ist min frouwe, sunder valschen wanc,

Nach der min herze ringet.

Ir roter munt

Hat mich verwunt

Sere, durh der ougen schin.

Werde ich gesunt,

(Dast mir wol kunt)

Das můs gar an ir genaden sin,

Dú mich so sere twinget.

Hab ich des nît,

Das si mir lit

Naher danne ein ander wib:

Denselben strit,

Ane endes zit,

Wil ich liden umbe

ir werden lib,

Der mir noch froͤide bringet.

Herze und sin

Hat si mir hin

Mit ir schoͤnen zucht benomen.

Dast min gewin;

Wan ich ir bin

Eigenlicher danne irs hant vernomen,

Swie mir daran gelinget.

Hei, schoͤnest aller wibe,

Du, nim sendes war,

Wand ich dich minne gar,

E das der selden schibe

Mich hin verdruke dar

Zů der verzalten schar.

Si liebet mir

Von schulden alle tage,

Die ich, herze! dir nahest trage.

Unmere ich ir

Durh mine klage,

Das muͤse sich verkeren!

Ich bin geborn

Ze dienste ir werdekeit.

Dast gar verlorn,

So si mir seit:

Des mag ir zorn

Min herzeleit

Mit lihter kunst gemeren.

Ir ougen glast,

Ir roten mundes schin,

Machen mich gast

Der sinne min.

Der minnen last

(Das můs nu sin)

Wil mich an froͤiden seren.

Frouwe, aller tugende krone,

Tů mir der sorgen rat!

Wande dir gesichert hat

Vor allen frouwen schone

Min herze, swie es ergat,

Ane arge missetat.

Parcifal, der leit dur minne

Grossen kumber und not.

Mehoth pflag derselben sinne,

Wande es ime Amur gebot.

Glies und eine kúniginne

Minten sich unz an den tot.

Noch minne ich herzelicher

Dich lieben selicheit

Mit ganzer stetekeit.

Wirde ich iht lones richer

Von diner werdekeit,

Des wirt min froͤide breit.

Das dú maget Lavine icht were

Schoͤner danne min frouwe si,

Oder Pallas, dú witen mere:

Des gelouben bin ich fri.

Si kan froͤmden grosse swere

Und kan sorgen machen bi.

So gros ist, frouwe reine,

Din er und din gewalt;

Din selde ist menicvalt.

Ich bin din ungemeine,

Darzů bin ich gezalt,

Des wirt min froͤide balt.

Mir tumben ist also geschehn:

Ein lieb hat mir min ougen ersehn,

Des ich niemer sit vergessen kunde;

Dast ein reine, selig wib.

Nach ir lieben, roten munde

Sent sich al min lib.

Ohey, Ohey!

Sit ich die schonen erst ersach,

Von der ich han menig ungemach,

So nam mir ein minnekliches lachen

Alle die gedanke min.

Also kan si toren machen;

Dast an mir wol schin.

Ohey, Ohey!

Si hasset mich gar unverscholt,

Der ich bin mit trúwen holt.

Ich můs mich dem boume wol gelichen,

Der sunder rinden stat,

Unz min lib der minneklichen

Sich gefroͤmdet hat.

Ohey, Ohey!

Du hast doch, frouwe here,

Min herze und den gedank,

Ane aller hande wank,

Swar ich des landes kere,

Du lebst darane getrang;

Da mich dú minne twanc.

Dast ein kumber,

Si wil mir niht bas

Noh gelouben, das

Ich ir nie vergas,

Sit ich tumber

Erst da gesas,

Da man werde mas

Aller tugende vas

Diu hant die besten minne

Zwischen Paris und der Sal

Mit lobelicher zal

Mins heiles kúniginne

Wande in mins herzen wal

Stet aller wibe kal.

Ob das Riche

Were mir gesant,

Dannoch al dú lant,

Dú man erkant

Eigenliche,

Lies ichs in ir hant.

Dú min herze bant,

Aldar ich si vant:

So lieb ist mir din ere,

Die ich, frouwe, minnen můs.

Uf dinen werden grůs

Dien ich dir iemer mere

Von dem houbet unz uf den fůs;

Des wirt mir niemer bůs.

Beide, rot und wis,

Also hat der nature flis

Gemachet ir wengel var,

Und hat dabi ze wunsche gar

Gestalt ir minnerichen munt,

Gelich deme, als er spreche zaller stunt:

Kússe, kússe, kússe mich!

Alse tet ir nieman gerner danne ich,

Wolde sis versinnen sich.

Mir schadet ein not

(Und niht so vil),

Das ich si selten sihe,

Die ich iemer minnen wil.

O we wie wirt der sorgen rat,

Dazů man heiles noch der statte niene hat!

IV.

Hete ich niht anders leides me,

So wolde ich klagen den gruͤnen kle,

Den uns der rife und ouch der sne

Verderbet hat:

Daran geschiht mir leide.

Nu geht mir naher ander leit,

Das mir ein wib so gar verseit

Ir minne, die mit stetekeit

Gedienet hat

Min lib, min herze, beide.

Dú mir vor allen wiben

Ze frouwen můs beliben,

Wil dú mich verderben so,

Wer sol mich danne machen fro?

Ja wers ir súnde, ob si mir also tete.

Ich was ir ie getrúwe,

Und bin ir iemer núwe.

Schoͤner danne ein spiegel glas,

Herter danne ein adamas,

So ist ir das herze min an rehter stete.

Wol der Minne,

Dú min sinne

Leret

Und keret

Nach der besten einer, die man in alder welte erkennet!

Wol der guͤte,

Der gemůte

Machet,

Das mir lachet

Herze und al die sinne min, swa man si vor mir nennet!

E ich den kumber,

Den ich tumber

Dulde,

Durh ir hulde,

Liesse, lieber hette ich Rome und Engellant verbennet.

Und liege ich das,

So muͤsse ir has,

Der ich nienen vergas,

Min leit vertragen;

So wurde krank

Al min gesank.

Ir werden dank

Můs ich bejagen,

Des wurden tusent herzen lebende ane swere.

Swie min frouwe ir versagen

Wider mich verbere,

Son weis ich noch des kúniges niht, der mir geliche danne were.

Was hilfet si das riche gůt,

Die niht wibes minne minnent,

Und des niemer niht beginnent,

Das man nennet hohen můt?

Des hoͤfschen zimt den frouwen niht,

Swes herze unsanfte wol getůt.

Maniger suchet dur das jar,

Des er doch niht vinden wolde.

Sere man si hassen solde,

Die den wiben sagen unwar.

Swie kleine es mich doch frume,

Ich geloug in nie so túre als umb ein har.

Leider, si minnent alle niht als ich,

Die da wibes minne flissent sich.

Des sol min frouwe lan geniessen mich;

Ja enbin ichs niht, der valscher minne gert.

Valsches wil ich niemer werden wert,

Das hab ich her behalden drisseg vert.

Dú vil liebe und dú vil reine,

Die ich so herzelichen meine,

Erwirbe ich der niht ein vil kleine,

So fúrhte ich, das min sang erzage.

Swie min frouwe mir des gunde,

Das ich von ir minneklichen munde

Ir werden grůs bejagen kunde,

So verdurbe al mins herze klage:

Swie ich ir minne niht bejage,

So wissent, das ich allen froͤiden widersage.

V.

Ich tete gerne schin

Grossen pin,

Den ich nu lange han.

Wolde gelúke sin

Der venre min,

So muͤse ich sorge lan.

Swie mir daran gelinge,

Doch ratet, das ich singe,

Ein wunneklicher můt;

Ouch dunket es mich gůt.

Swer ere gerne jaget,

Der gevat ir deste me;

Des bin ich unverzaget,

Swies mir darumbe erge.

Ich bin ein selig man,

Das ich ie gewan

Als schonen sin,

Der mich geleren kan

Lassen und han,

Als ich spil under in,

Und ich wol kan gescheiden

Die lieben von den leiden.

Das mein ich an ein wib

Und ir vil gůten lib,

Dú mir die froͤide machet,

Der ich e nien gepflag,

Davon min herze lachet

Vil dike, als es wol mag.

Hohen můt ich nie gewan,

E ich die schonen ane gesach,

Dú mir tůt, das ich wol kan

Verdulden, leit und ungemach.

Min herze nie von wibe me

So rehte wol ze mir gesprach;

Das wolde ich wider reden e,

Do betwanc es mich, das ich nie verjach.

Kunde ich wol, so solt ich sagen

Von ir das beste, als ichs enstan,

Dú mir sol vil gar vertragen,

Das ich han den můt an si verlan.

Si hat beroubet ellú wib

An mir, und můs mich eine han.

Ja wage ich ere und ouch den lib;

Was moͤhte ich nu dur si began?

Si kan noch eren,

Wol verschulden

Lobes vil, den man ir tůt,

Und ouch bekeren

Nach ir hulden

Swen si wil. Si ist so gůt;

Wie moͤhte ich eine si verlassen?

Ane strit

Jo dienet ir

Das lant gemeine,

Und unverwassen,

Zaller zit,

Ist si von mir.

War tete ich danne mine sin,

Der mich das beste leret?

Jo erwurbe ich lihte den gewin,

Der manig herze seret.

Si hat dú Minne zeineme gaste

Nu vil manigen tag gezalt,

Das si ir sinne niht so vaste

Ziehen wil in ir gewalt

Als si die mine hat getan.

Ouch ist mir das ein ere,

Der ich wolde wesen an

Húte und iemer mere.

Min herze ist gros, und wart nie swach,

Das es getorste ernenden

Al solche swere und ungemach,

Dú mich tůt ellenden.

Ist min frouwe ein teil ze her

(Dur wen solde ich das wenden?),

So wirt min froͤide deste mer,

Wil si min not vollenden.

Der zwivel tůt mir leides vil;

Doch troͤstet mich gedinge,

Ob ich bin stete (als ich da wil),

Das mir vil wol gelinge.

Ich sage iu, wer den strit geriet

Das taten mine sinne.

Ine můt ir anders niet,

Wan das ich si minne;

So hat si mich gar gewert,

Des ich an si sinne.

Er ist vil wis, swer masse gert;

Des bin ich worden inne.

Ich han mich selben úberladen

Mit wunderlicher stete.

Buͤset nieman mir den schaden,

Das ziet sich ze ungerete.

Wer solte stete an wiben gelten,

Wan ein ungefuͤger man,

Der missetete und selten

Gutes iht verschulden kan?

So schone sinne,

Die gerieten,

Das si kan des besten warn,

Den sol dú Minne

Das verbieten,

Das an mir niht missevarn.

Sol mich vergan ir grosse guͤte,

Die min ouge an ir ersach,

So můs ich lan

Ein hoh gemuͤte.

Das ist mir ein ungemach,

Des ich niht vergessen wil;

Und lebt ich tusend jare,

So het ich iemer leides vil:

Das sage ich iu ze ware.

So gros ist min klage,

Das ich gar verzage,

Si enwelle ir widersage

Lassen, dú mir alle tage

Vil ze nahe gat.

Si sol den rat

Kiesen, der zen eren rehte stat,

Sit si sich noch so wol behuͤtet hat

Vor missetat.

Swie sere mich twinge

Si, von der ich singe,

Doch han ich gůt gedinge,

Das mir noch wol gelinge;

Wande ich wil den strit

Han alle zit,

Unz das si der not ein ende git,

Dú doch vil nahe zallen ziten lit

Mir iemer sit,

Sit si min gemuͤte

Gevie mit ir guͤte,

Nach der ich mich verwuͤte.

Swie sere man ir huͤte,

Doch bin ich der man,

Der ir wol kan

Verholne dienen, ob si mir des gan.

Was kan gewerren mime libe dan

Der mirs verban?

Dú Minne

Mine sinne

Betwungen so hat,

Das min herze stat

Mit sorgen, swies ergat.

Wie sol des werden rat?

Es ist ein missetat,

Das si mich eine lat.

Mir were

Vil swere

Min můt und krank,

Wan das si betwank

Min herze, des ist lang.

Das ich nach froͤiden rank

Und ouch vil dike sanc:

Des sage ich ir danc.

Nu ger ich niht mere,

Wan das dú schone mich ze rehte lere,

In der welte sol ichs iht began,

Davon ich múge haben wan,

Das si min genade welle han.

Swas ich nu von hohem můte

Ie gesprach, und ouch tet ze gůte,

Daran brachte mich min frouwe gůt;

Davon min herze und alder můt

Gerne zallen ziten das beste tůt.

Swer gerne nach eren wil ringen,

Der sol sinen můt betwingen,

Das er selten an ihte missetů.

Ja mag im wol daran gelingen,

Kan ers mit schoner fůge bringen,

So wol beide abent und frů,

Das im die besten sprechent wol;

Das helfet im dazů.

Er sol sin milte und niht ze here:

Das ist min tumbes mannes lere.

Wil er in der welte den pris bejagen,

Sunder valsch er sine sinne kere

Daran, das er mit zúhten mere

Sin froͤide. Tougenliche sol er tragen

Ein lieb; davon sin herze vro

Belibet zallen tagen.

Ja enmag ze stete

Nieman tragen ho

Den můt (swie gerne ers tete)

Noch rehte wesen vro,

Wan der ze hohe Minne hat

Gůten wan. Des herze stat

Vor falscher fůre wol behůt;

Dú minne twinget sinen můt,

Das er zallen tugentlichen dingen můs sin bereit:

Des wirt sin lob von rehten schulden wit und breit.

Ein man sol niht vermiden,

Durh boͤser lúte niden,

Er si dien frouwen zallen ziten undertan;

Und můs er davon kumber han,

Den sol er gerne liden.

Mag er si bringen inne

Verwentlicher minne,

Und das sin lib ist aller valscher sitte blos:

So můs sin froͤide werden gros.

Swel leit er des gewinne,

Er lasse ime sin der boͤsen nît ze lihter wis.

Was sol ein besser paradis,

Ob er mag vro beliben

Von wol gelobten wiben?

Ja klage ich min swere,

Das mir noch nie gelanc,

Swie gerne ich da were,

Da man nach froͤiden ranc.

Min herze ie gerne das beste riet

Den libe, swie es in doch niet

Vervahen kunde umbe ein har.

Dú wort dú dunkent mich niht war,

Das man sprichet, darnach man werbe,

Des werde meist dem man,

Und ich so herzeclich ze manigen stunden geworben han

Umb einer frouwen hulde,

Von der ich dike dulde

Al solich not, dú mime libe nahe gat.

Das mich so kleine das vervat,

Dast ane mine schulde.

Ich diene uf gůt gedinge,

Swie mir daran gelinge.

Min herze ist ir mit trúwen zallen ziten bi;

Von leide wirt es niemer vri,

Es si das si mich twinge

Mit ir wol stenden ougen,

Das si mich sehe tougen

An, minneclich also,

Das ich wol muge entstan,

Das si min genade welle han;

So wirde ich ane lougen vro

Und zallen ziten schon und wol gemůt.

Des hat si leider sich behůt,

Das si niht mit ir guͤte[37]

Troste min ungemuͤte.

Ich wil der schonen kúnden,

Das mir ist rehte als e was Gurasse,

Der in des sewes únden

Ertranc, davon das er ane masse

Minnet eine frouwen. Das si mich des erlasse,

Des bitte ich inneclichen

Die gůten, dú mich hat so gebunden,

Das in allen richen

Niemen lebt, der so gar verwunden

Si von starken rúwen, als ich bin zallen stunden.

So sere nie bevangen

Enwart noch Riter Gawan von Minnen,

Ich si in ir getwangen

Noch vaster. Wolde si sich des versinnen,

So moͤhte ich noch von ir vil suͤssen lon gewinnen.

Es ensi das si mich welle

Begnaden, so ist mir zallen ziten

Als eime, der in der helle

Můs mit rúwen Gotes helfe biten.

Ich stirbe, ob ich ze langer vrist mit solcher not sol striten.[38]

Ob ich von ir eine

Verdirbe, das ist kleine.

Wie lútzel mich das wundert!

Ja lagent tusent hundert

Ze Troie von Elenen tot.

Noch gerner mac man liden dur mine frouwen not;

Wan Got ein besser wib nie werden gebot.

Schoͤner lebt enkeine,

Wan die ich da meine.

In allen landen,

Die sie ie erkanden,

Oder hant gesehen,

Die muͤssen ir alle von waren schulden jehen,

Das dem, der si minnen sol, niemer kan bas beschehen.

Si sagent von Gúttinnen,

Die hievor minnen

Pflagen zallen ziten

In dien landen witen,

Das si weren schoͤne und gůt;

Hete die Got wol gesunt unz her behůt,

Si enmoͤhten gar gelichen niht der, die mich singen tůt.

Es wart nie niht so gůtes

Noh so hohes můtes.

Si kan mit schonen sinnen

Solich lop gewinnen,

Das ir die besten sprechent wol.

Von schulden ir ze gůte aldú werlt gedenken sol;

Swa si wont, da můs das lant von ir sin froͤiden vol.

Das ie so hoh das herze min

Geriet an ein wib so gůt,

Des můs ich fro von schulden sin.

Si hat vor valsche gar behůt

Ir userwelten gůten lip.

In schoner froͤide stet ir můt

Gehohet so fúr ellú wib,

Das mime libe sanfte tůt.

Min gemuͤte

Tůt der merkere spehen

Leides vil;

In getar vor huͤte

Niemer si reht angesehen

Als ich wil.

Des sol ir guͤte

Niemer mich engelten lan;

Wan, swa der lib

Ist, min gemuͤte

Wirt ir selten an.

Enchein ander wib

Enmag getroͤsten mir den můt;

Es ensi das si mir sende

Ein boten, der mit worten gůt

Mir kúnde ein liebes ende.

Glies leit vil manigen tac

Von liebe grosse swere;

Alienor desselben pflac.

Wie ungerne ich verbere,

Ich endiende ir bas, ald alse wol.

Der lib ist mir unmere

Ob ich si dike miden sol,

Bi der ich gerne were,

Ane kumber moͤht es sin.

Nu scheident uns die boͤsen,

Die huͤtent ir, so tůnt si min;

Got muͤsse uns von in loͤsen!

Mir was dú Minne ein teil ze gram,

Dú mich vil sere twinget,

Do si mir die masse nam,

Damit vil maniger bringet

Sin gemuͤte an solhen wan,

Da im vil wol gelinget.

Si moͤhte michs han erlan;

Min herze unsanfte ringet.

Nu han ich helfe noch den rat,

An den ich mich verlasse,

Wan der gůten, die mich hat

Betwungen ane masse.

Hey! wie si sich eret,

Ob si min leit verkeret,

Und mir die froͤide meret,

Dú vil manig herze leret

Leben ane twanc

Uf suͤssen sanc,

Der machet mengem man sin truren kranc.

Ouch tůn ich ir den ane valschen wanc

Uf gůten danc.

Nu seht wie ichs wage:

Ich seze ir ze lage

Beide frúnde und mage;

Kumt mir dan iht ze trage

Ir lon, des wirde ich alt.

Mir ward gezalt

Von der schonen ere manigvalt,

Der han ich funden vil in ir gewalt;

Des bin ich balt.

Nu enweis ich niht zeware,[39]

Wie min frouwe wil, das ich mich gebare,

Von der ich die grossen not enpfie;

Sin enwart mich noch ze rate nie.

Nu tete ich gerne das beste, wisse ich wie.

Swas mir geschiht ze leide,

Darumbe ich niener doch gescheide

Von der lieben minen steten můt.

Den sweren tag er wol vertůt,

Der sich versiht, das der abent werde gůt.

VI.

Das erste leit das erste wib

Dem ersten man

Geschaffen hat,

Der erste ie wart geschaffen.

Ir tumbe sinne, ir wibes kip

Verwist in an

Des tievels rat.

Die leien und die pfaffen,

Wissagen, kúnige und ellú diet

Hant leider sit

Engolten vil

Der súnden und der schulde,

Dú si von paradyse schied,

Und, in ir zit,

Ir froͤiden spil

Verlos und Gotes hulde,

Wa din nam git ane underbint,

Das, owe, nie

Wart e vor dir

Noch herze ser noch swere.

Das hant die alten und ir kint

Her gerbet ie,

Und darzů wir.

Ach Got, der leiden mere!

Des waren sidher, das ist war,

Dú frouwe und ir geselle

Und al dú welt funftusent jar

Mit jamer in der helle.

Si teten wol, si teten ark

(Das merke, swer der welle!),

Ie doch so was ir kumber stark

Und ander ungevelle.

Beyträge zur Kenntniss der altdeutschen Sprache und Litteratur. Erster Band. Theil 1. · 第 3 / 9 段