Das Stativ, worauf der Apparat zur Vorführung gestellt wird, muß recht

kräftig und stabil sein, damit der Kinematograph beim Hantieren nicht

ins Zittern gerät, wodurch ein unangenehmes Vibrieren des Lichtbildes

verursacht würde. Aber nicht nur das: Der Apparat muß auch fest auf

seiner Unterlage stehen, wenn nötig, darauf verschraubt werden. Ein

hohler Kasten als Untersatz ist zu vermeiden, da er das unvermeidliche

Geräusch des Bewegungs-Mechanismus verstärkt.

Zuverlässig ist ein stark gebautes Stativ in Tischform, wie es z. B. die

Abbildung Fig. 100 zeigt; es wird mit einem Bort zum Auflegen von Sachen

versehen, worauf ev. der Elektromotor zum Antrieb des Werkes kommt,

während Regulierwiderstand und Schalter für den Motor an der Seite

angebracht werden. In Kinematographen-Theatern verwendet man vielfach

eiserne Stative. Für die Reise baut man zusammenlegbare Tischstative,

die transportabel und doch völlig fest sind.

Die Projektionswand.

Kinematographische Lichtbilder werden meistens in der Aufsicht gezeigt,

seltener durch einen transparenten Vorhang geworfen, wie dies vielfach

bei der Glasbilder-Projektion geschieht. Zum »Aufwerfen« bedient man

sich eines weißen, möglichst undurchsichtigen und glatten Schirmes,

wie man solchen, in geeigneter Weise präpariert, unter der Bezeichnung

»Reflexwand« bekommt. Schirting oder Leinwand sind ebenfalls recht

brauchbar, doch sind diese Stoffe mehr oder minder lichtdurchlässig und

sie werfen daher nur einen Teil der Strahlen zurück. Durch Bestreichen

mit weißer Farbe, welche die Poren schließt, kann man die

Reflexionsfähigkeit erhöhen, und zwar wird dazu empfohlen

Zinkweißleimfarbe oder Stärkekleister mit einem Zusatz von Magnesia,

während man von Oelfarbe absehen muß, da der Auftrag brüchig wird. Für

die Reise sind solche präparierten Wände unbequem, weil sie sich nur

rollen, nicht aber zusammenfalten lassen; man nimmt da lieber einen

waschbaren, weißen Stoff, wenn er auch etwas weniger stark reflektiert.

Sehr schön erscheinen die Bilder auf einer mit Zinkweiß gestrichenen

oder mit Gips ausgespachtelten Mauerwand des Vorführungsraumes.

[Illustration: Fig. 100.]

Neuerdings hat man Projektionsschirme in den Handel gebracht, deren

Reflexionskraft durch einen Auftrag von Aluminiumbronze in Verbindung

mit einem geeigneten Bindemittel wesentlich erhöht wird; sie sind unter

dem Namen Silberschirme oder Totalreflexwände bekannt. Der Lichtgewinn

ist ein ganz bedeutender. Er ist besonders hoch bei sehr glatter

Ausführung der Oberfläche; doch ist bei starkem Glanz der Abfall der

Helligkeit nach der Seite hin ein größerer, so daß seitlich sitzenden

Zuschauern das Lichtbild weniger gut beleuchtet erscheint. Andererseits

erhält man auf matteren Wänden dieser Art, deren Reflexionskraft

geringer ist, ein Lichtbild, das innerhalb eines größeren Winkels in

ungeschwächter Helligkeit erscheint. Während für schmale, lange Räume

ein glatter, stark reflektierender Totalreflexschirm brauchbar ist, muß

für breitere Räume eine entsprechend mattere Wand genommen werden.

Infolge des großen Lichtgewinns bieten diese Schirme den Vorteil, daß

man mit einer weniger intensiven Lichtquelle auskommt, daß man also

erheblich an elektrischem Strom oder Sauerstoff sparen kann. Fernerhin

gelangen auf der silbernen Oberfläche farbige Lichtbilder schöner und

lebhafter zur Wiedergabe.

Wenn man die Lichtbilder in der Durchsicht zeigt, wobei der Apparat

hinter dem Schirm steht, kommt es darauf an, daß der Vorhang gut

transparent ist; ferner sollte der Stoff möglichst ohne Naht sein. In

der Regel wird hier Schirting benutzt, den man in nahtlosen Stücken bis

zu 5 Meter Breite bekommt. Will man aber ein zusammengenähtes Tuch zur

Verwendung bringen, so empfiehlt es sich, die Naht quer zu nehmen, da

sie so weniger stört, als wenn sie von oben nach unten durchs Bild geht.

Der Schirting wird zum Durchwerfen des Bildes kräftig angefeuchtet, da

er in trockenem Zustand zuviel Licht verschluckt. Es ist aber nicht zu

vergessen, daß die Wand während der Projektion trocknet, namentlich in

einem warmen Raum, wodurch die Bilder mit der Zeit an Klarheit

verlieren. Man tut dann gut, eine Pause einzulegen und die Wand von

neuem anzufeuchten. Setzt man dem Wasser etwas Glyzerin zu, so trocknet

der Stoff weniger rasch auf. Zum Anfeuchten bedient man sich einer

kräftigen Spritze oder eines Schwammes, der auf eine Stange gesteckt

wird. Für ständigen Betrieb ist eine Berieselung des Schirmes praktisch.

Das Wasser tritt aus einer Reihe von Öffnungen in einem Rohre aus, das

oben längs der Wand läuft; unten wird es in einer Ablaufrinne

aufgefangen.

Für die Durchprojektion kommen ferner auch Mattglasscheiben oder in

geeigneter Weise präparierte Spiegelglasplatten in Betracht, die man

auch gebogen hergestellt hat; sie sind allerdings in größeren

Abmessungen sehr kostspielig. Pauspapier, das ebenfalls geeignet ist,

kann man nur bis zu anderthalb Meter Breite erhalten, so daß seine

Verwendung auf kleinere Vorführungen beschränkt bleibt. Man kann

Schirtingwände in Art des Pausleinens dauernd transparent machen durch

Bestreichen mit reinem Paraffinöl. Über den Lichtfleck, der sich bei der

Durchprojektion leicht zeigt, ist Näheres in dem nächstfolgenden

Abschnitt über die Aufstellung des Apparates gesagt.

Die Projektionswand wird auf einen Holzrahmen aufgespannt, und zwar

faltenfrei. In Kinematographien-Theatern sieht man zuweilen geschickt

angeordnete und geschmackvolle Dekorationen, welche die Wand umrahmen

und die Illusion hervorrufen, als spiele sich die bewegte Szene auf

einer Bühne ab. Wo der Projektionsschirm nur zeitweilig zur Benutzung

kommt und anderen Darbietungen Platz machen muß, wie in

Spezialitäten-Theatern, wendet man eine Aufrollvorrichtung an. Für die

Reise ist ein aus Bambusstäben zusammengesetztes Rahmengestell recht

praktisch, das sich für den Transport nebst dem Tuch in einem Kasten

verpacken läßt. Wie die Abbildung (Fig. 101) es andeutet, kann ein

solches geeignetes Gestell von einer einzigen Person ohne Zuhilfenahme

einer Leiter aufgerichtet werden.

[Illustration: Fig. 101.]

Ein anderes, namentlich auch auf der Reise zuweilen zweckmäßiges

Verfahren, den Projektionsschirm aufzuspannen, zeigt Fig. 102. An der

Decke werden zwei Rollen c und d angebracht und im Boden zwei Haken e

und f. Nun befestigt man in den Ecken a und b der Wand zwei kräftige

Stricke, die über die Rollen laufen, zieht die Wand hoch und verknotet

die Stricke in den Haken e f. Mit Hilfe von dünneren Schnüren, die

abwechselnd durch die Ringe des Tuches und um die Stricke geschlungen

werden, spannt man die Wand beiderseits stramm an, um schließlich die

Enden der Schnüre an den Haken zu befestigen.

[Illustration: Fig. 102.]

Der dunkle Raum.

Wenn die Vorführung am Tage stattfindet, so muß man für gehörige

Verdunklung des Raumes Sorge tragen. Handelt es sich um ein

ständig für Projektionszwecke einzurichtendes Lokal, wie ein

Kinematographen-Theater, so wird man die Fenster beispielsweise durch

eingepaßte Rahmen, die mit dichtem Stoff bespannt sind, abdichten. Bei

vorübergehender Benutzung des Raumes muß man sich, wenn kein besseres

Mittel zur Verfügung steht, mit Blenden oder Vorhängen behelfen. Läßt

sich dabei »falsches Licht« nicht vermeiden, so sorge man vor allem

dafür, daß es nicht auf den Projektionsschirm und möglichst auch nicht

in die Augen der Zuschauer fällt; eventuell schütze man den Schirm

dagegen durch ein seitlich aufgehängtes Tuch. Auch das Notlicht, das bei

öffentlichen Vorführungen vorgeschrieben ist, muß man so anbringen und

abblenden, daß es in keiner Weise stört.

Eine gute allgemeine Beleuchtung des Saales für die Zeit vor und nach

der Vorführung sowie für Pausen darf man nicht vernachlässigen. Bei

ständigen, theatermäßigen Einrichtungen empfiehlt es sich, nahe beim

Apparat einen Schalter anzubringen, der gestattet, im richtigen

Augenblick sofort hell oder dunkel zu machen. Wo eine solche

Bequemlichkeit nicht vorhanden ist, sollte man für eine rasche und

unauffällige Verständigung mit dem »Beleuchtungsmann« sorgen. Für

öffentliche Vorführungen ist eine solche Verständigung mancherorts

polizeilich vorgeschrieben, damit bei Feuersgefahr sofort hell gemacht

werden kann.

Projektion bei Tageslicht.

Dieses Stichwort hat man in neuerer Zeit viel gehört. Es wurde

mancherlei erfunden und patentiert. Der Sturm hat sich bald wieder

gelegt, und was die praktische Verwertung anbelangt, sind unsere

Kenntnisse dieselben wie früher. Das Publikum kann im erhellten Räume

oder auch im Freien sitzen, wenn man nur dafür Sorge trägt, daß kein

falsches Licht auf den Projektionsschirm gelangt. Handelt es sich um

direktes Tageslicht, so deckt man dieses durch Vorhänge gegen den Schirm

ab oder bringt diesen in den Hintergrund eines schwarz ausgeschlagenen,

großen, tunnelartigen Kastens. Dienen Glühlampen zur Erhellung des

Raumes, so versehe man diese nach vorne mit Blendschirmen. Jedes falsche

Licht, das auf die Projektionswand fällt, verschleiert das Lichtbild,

dieses wird weniger kräftig und plastisch -- der Versuch ist leicht zu

machen. Um einigermaßen einen Ausgleich zu schaffen, muß man eine

kräftigere Lichtquelle verwenden, die das störende Licht überwindet. Von

Wichtigkeit ist es fernerhin, daß die Zuschauer nicht durch das Licht,

das zur Beleuchtung des Raumes dienen soll, geblendet werden. Bei der

Durchprojektion ist es nach einer Erfahrung, die schon vor Jahrzehnten

gemacht wurde, auch zulässig, daß ein mäßiges Nebenlicht auf den

transparenten Schirm fällt, vorausgesetzt, daß dieser gut transparent

ist. Es fällt dann nämlich die Hauptmenge dieses Lichtes durch den

Schirm hindurch und gelangt nicht in die Augen des Publikums.

Aufstellung des Apparates und Anordnung der Zuschauerplätze.

Die Aufstellung des Apparates richtet sich in erster Linie darnach, ob

die Bilder im auffallenden oder im durchfallenden Lichte gezeigt werden

sollen. Wie oben schon erwähnt, pflegt man mit dem Kinematographen in

der Regel »aufzuwerfen«; der Apparat steht dann vor dem Schirm, zwischen

oder hinter dem Publikum. Bei der Wahl des Platzes muß nun der Vorführer

nicht nur an sich, sondern hauptsächlich auch an die Zuschauer denken.

Der Apparat soll ihnen nicht die Aussicht versperren, er soll nicht

durch »falsches Licht« ihre Augen blenden und durch das unvermeidliche

Geräusch ihre Ohren irritieren; auch soll der Vorführer nicht durch

seine Hantierungen die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Je weniger vom

Apparat und vom ganzen Projektionsvorgang zu merken ist, desto besser.

Eine Vorführung ist eigentlich erst dann als völlig gelungen zu

bezeichnen, wenn das Publikum ungestört im Genüsse der Lichtbilder

aufgehen kann.

Bei öffentlichen Vorführungen, insbesondere bei ständigen,

theatermäßigen Einrichtungen sind die Sicherheitsbestimmungen zu

beachten, welche die Polizei zum Schutze gegen Feuersgefahr erlassen

hat. Da ist, in Deutschland wohl allenthalben, ein feuersicheres

Häuschen vorgeschrieben, das sich hinter dem Zuschauerraum in einem mehr

oder minder großen Abstand von der letzten Reihe befindet. Der

Kinematograph wird darin aufgestellt und wirft das Licht durch eine

Öffnung hinaus, die im Falle eines Brandes verschlossen werden kann.

Diese Anordnung bietet gleichzeitig den Vorzug, daß der Apparat dem

Publikum verborgen bleibt.

Solche Eisenhäuschen werden in transportabler Form gebaut, derart, daß

die Wände aus je 2 Feldern bestehen, die mittels Keilen zusammengehalten

werden. In der Rückwand ist eine Tür angebracht, während die Vorderseite

außer einer oder zwei Projektionsöffnungen zwei Beobachtungsfensterchen

besitzt. Um eine ausreichende Ventilation zu erzielen, wird die

rückwärtige Hälfte der Decke aus Drahtgeflecht hergestellt. Ein solches

Häuschen ist etwa 2 Meter hoch bei 2 Meter Breite und 2 Meter Länge.

Wenn man durchprojiziert, so gilt es nicht minder, für verdeckte

Aufstellung des Apparates Sorge zu tragen. Der Schirm selbst bietet hier

zwar eine gute Deckung, doch genügt diese nicht immer: man muß, wenn

nötig, den freien Raum rechts und links vom Schirm verhängen, da sonst

leicht die seitlich sitzenden Zuschauer einen freien Ausblick gegen den

Apparat haben und durch den Lichtschein gestört werden. Der Vorführer

tut gut, seine Anordnung hieraufhin vom Zuschauerraum aus zu prüfen.

Genau genommen sollte der Apparat so hoch gestellt werden, daß das

Objektiv senkrecht gegen die Mitte des Schirmes gerichtet ist. In

Wirklichkeit ist aber eine geringe Neigung auf- oder abwärts sowie auch

in seitlicher Richtung durchaus zulässig. Unter stärkerem Winkel gegen

die Wand zu projizieren, muß indessen vermieden werden, weil das

Lichtbild dann mehr oder minder verzerrt erscheint und teilweise nicht

scharf wird.

Beim Durchwerfen des Bildes zeigt sich zuweilen in der Mitte ein

störender, greller Lichtfleck. Man kann diesen Übelstand vermeiden,

indem man dafür sorgt, daß die Strahlen, die vom Objektiv gegen die

Mitte des Schirmes gerichtet sind, in ihrer Verlängerung über die Köpfe

der Zuschauer hinweggehen. Dazu braucht man nur den Apparat, wenn er in

gleicher Höhe mit dem Publikum steht, etwas aufwärts zu neigen. Wenn der

Apparat in einen starken Winkel gestellt werden muß, wird es

erforderlich sein, den Schirm entsprechend nach rückwärts zu neigen.

Nun noch einige Worte über die Zuschauerplätze. Bei deren Anordnung sei

das Prinzip maßgebend, daß jeder das Lichtbild gut sehen soll; es ist

verfehlt, wenn man darauf ausgeht, nur recht viele Sitze in dem Saale

unterzubringen. Die erste Reihe darf nicht zu nahe an die

Projektionswand gerückt werden; denn zum Überblicken des Bildes ist ein

gewisser Abstand erforderlich. Zweckmäßig ist es, die Sitzreihen

amphitheatralisch ansteigen zu lassen, wie es in Hörsälen üblich ist;

wenn dies nicht geht, so bringe man den Schirm hinreichend hoch an,

damit die Vorderleute nicht mit ihren Köpfen die Aussicht versperren.

Daß bequeme Sitze dem Publikum lieber sind als enge, unbehagliche Bänke,

versteht sich von selbst; desgleichen dürfte es selbstverständlich sein,

daß der Eindruck einer noch so guten Vorführung leiden wird, wenn die

Ausstattung zu wünschen übrig läßt.

Die Vervollständigung der Ausrüstung.

Was zu einer kinematographischen Einrichtung gehört und welcherlei

Anordnungen zu treffen sind, haben wir im großen und ganzen erfahren.

Einige weitere Ausrüstungsgegenstände, welche der Vorführer eines

Unternehmens nicht entbehren kann, werden wir weiter unten noch kennen

lernen; insbesondere eine Umrollvorrichtung und das Material zum Kleben

von Films. Ferner darf ein Werkzeugkasten nicht fehlen, der die zu

Reparaturen erforderlichen Instrumente, wie Hammer, Universalzange,

Feilen, Schraubenzieher, Bohrer, Reibahlen, Stemm- und Schabeisen sowie

diverse Schrauben enthält. Als Ergänzung dazu dient das Material zur

Instandhaltung des Apparates, wie Oelkännchen, Bürste, Pinsel und

Putzlappen, spitze Stäbchen zur Entfernung von Schmutz aus dem Werk,

Poliermasse zum Putzen der Metallteile, mit denen der Film in Berührung

kommt, und weicher Lederlappen zum Reinigen der Linsen.

[Illustration: Fig. 103.]

Die ganze Einrichtung sollte derart getroffen werden, daß der Vorführer

die beim Betriebe erforderlichen Gegenstände und Instrumente bequem zur

Hand hat. So müssen Schalter und Widerstand für Bogenlampe, Regulator

für den Elektromotor sowie der Schalter zum Erleuchten des Raumes vom

Standpunkte des Vorführers aus leicht erreichbar sein. Den anderen

Sachen, die zur Instandhaltung des Apparates und zur Pflege der Films

gehören, ist ein bestimmter Platz zu geben.

Für die Reise bedarf man transportabler Einrichtungen, wie wir sie schon

verschiedentlich erwähnt haben. Den Apparat bringt man unterwegs in

einem kräftigen Kofferkasten (Fig. 103) unter, der mit Fächern für

einzelne Teile versehen und ev. auch als Stativ verwendbar ist. Zum

Mitnehmen der wertvollen, auf Spulen gewickelten großen Filmrollen gibt

es verschließbare Kästen, wie sie Fig. 104 veranschaulicht.

[Illustration: Fig. 104.]

Das Arbeiten mit dem Kinematograph.

Handhabung des Mechanismus.

Die Handhabung des Kinematographen ist im großen und ganzen recht

einfach; doch sollte man es deshalb nicht versäumen, alle Teile des

Apparates genau kennen zu lernen und sich mit der Bedienung durchaus

vertraut zu machen, bevor man daran geht, eine eigentliche Vorführung zu

veranstalten.

Nachdem der Apparat aufgestellt ist, muß zunächst die Lichtquelle, über

die wir vorher bereits gesprochen haben, in Betrieb gesetzt und so

eingestellt werden, daß auf dem Projektionsschirm ein gleichmäßig

beleuchtetes Bildfeld erscheint, ohne blaue Flecken und ohne gelbrote

Ränder. Dann gilt's den Film einzuspannen. Wenn der Apparat kein

Kühlgefäß und keine automatische Feuerschutz-Einrichtung besitzt, so muß

man beim Einspannen eine Vorsichtsmaßregel treffen, damit nicht die

Strahlen während dieser Zeit den Film beschädigen oder gar entzünden.

Recht zweckmäßig und einfach ist folgendes Verfahren. Man bringt in die

Bildbühne des Apparates einen Bildhalter und setzt in eine der

Schieberöffnungen ein Stück Mattglas, während die andere Oeffnung frei

bleibt. Aus Fig. 50 ist diese Anordnung ersichtlich. Man schiebt nun das

Mattglas vor den Kondensor, wodurch die Strahlen zerstreut und derart

geschwächt werden, daß sie dem Film nichts mehr antun können.

Gleichzeitig kommt das zerstreute Licht, das alle Teile des Mechanismus

beleuchtet, beim Einspannen des Film sehr zu statten. Zuweilen wird

statt dessen eine am Apparat angebrachte Verschluß-Vorrichtung verwandt,

die dann aber alles Licht abschneidet. Empfehlenswert ist auch die

weiter oben erwähnte Einschaltung eines Drahtnetzes.

Der Film wird aus der Büchse genommen und auf die Spule gesteckt, die,

wie ich weiter oben beschrieb, in der Regel zweiteilig ist und sich

auseinandernehmen läßt. Wenn der Film zu eng aufgewickelt war, so daß er

nicht auf die Spule geht, so stecke man den Zeigefinger der rechten Hand

in die Öffnung der Rolle und drehe den Film mit der linken Hand von

außen her zurück; dadurch lockert sich die Rolle und die Öffnung kann

allmählich erweitert werden.

Nachdem die Spule auf den dafür bestimmten Halter gesetzt und

festgemacht ist, zieht man ein Stück Film herunter, um es in den

Mechanismus einzuspannen. Es ist dabei folgendes zu beachten. Der Film

muß stets »umgekehrt«, d. h. die Köpfe der Bilder nach unten, durch den

Apparat laufen. Ferner muß die Schichtseite, das ist die matte Seite,

die beim aufgerollten Film nach innen ist, dem Kondensor zugekehrt sein;

nur wenn man die Lichtbilder »durchwirft«, wenn man also einen

transparenten Schirm benutzt, soll die Schicht nach der anderen Seite,

nach dem Objektiv hin, zeigen, weil sie sonst auf dem Lichtbilde

seitenverkehrt (rechts und links vertauscht) erscheint. Auf einen Punkt

muß ich noch aufmerksam machen. Man stecke die Filmrolle derart auf die

Spule, daß der Film (von der Türe des Apparates aus gesehen) von oben

her über die Spule kommt und nicht unter der Spule her in den

Mechanismus läuft. In letzterem Falle kann der Film leicht in einer

Schlaufe herunterhängen und je nach der Konstruktion des Apparates ist

er dann mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, durch die Blendflügel

beschädigt zu werden.

Bevor man den Film einspannt, überzeuge man sich, ob auch alle Teile,

mit denen er in Berührung kommt, recht blank und sauber sind, damit er

beim Durchlaufen keine Beschädigungen erleidet. Beim Einspannen, das ich

hier im einzelnen nicht beschreiben kann, weil ja die Handgriffe bei den

verschiedenen Konstruktionen mehr oder minder voneinander abweichen,

achte man besonders darauf, daß der Film mit seiner Perforation gut auf

die Zahntrommeln zu liegen kommt, daß die Zähne schön in die Löcher

eingreifen und die dagegen drückenden Rollen richtig anliegen. Wenn der

Apparat mit einer Vorschubtrommel (oberhalb der Türe) versehen ist, so

vergesse man ja nicht, zwischen ihr und der Türe einen Bausch zu bilden.

Man mache jedoch den Bausch nicht zu groß, denn ein großer Bausch

schlägt hin und her, wodurch nicht nur der Film leiden mag, sondern auch

eine Abnutzung der Zahntrommel herbeigeführt werden kann.

Einen weiteren Bausch muß man dem Film geben bei Apparaten mit ruckweise

bewegter Trommel, wie z. B. beim Maltesersystem, indem unten eine zweite

Zahntrommel angebracht ist, welche den Film der Aufrollvorrichtung

gleichmäßig zuführen soll, und zwar gehört der Bausch zwischen diese

beiden Trommeln (vergl. Fig. 28). Auch hier heißt es: den Bausch nicht

größer machen, als es ein glatter Transport des Filmbandes erfordert.

Es empfiehlt sich, die Einrichtung, die zur Nachstellung des Film dient,

wenn das Bild nicht genau in der Oeffnung sitzt, also den verstellbaren

Rahmen in der Türe oder die verstellbare Rolle, oder welcher Art diese

Einrichtung sonst auch sei, von vorneherein auf die Mitte zu stellen, so

daß nach beiden Seiten hin gleich viel Spiel zum Nachregulieren bleibt.

Zweckmäßig ist es fernerhin, wenn man an der Transporttrommel des

Bewegungs-Mechanismus und am Film selbst Marken anbringt, die beim

Einspannen als Anhalt dienen und ein Nachregulieren überflüssig machen.

Man macht dazu auf dem Filmband an einer kurzen Strecke im Anfange

desselben die Linien zwischen den einzelnen Bildern, also Fuß- und

Kopfende derselben, leicht kenntlich, beispielsweise durch eingestochene

Löcher, und versieht die Transporttrommel mit entsprechenden

Strichmarken, die sich mit obigen Zeichen decken müssen, wenn der Film

richtig in der Türöffnung sitzen soll.

Bei erstmaliger Benutzung des Film schiebe man ihn in der Türe auf und

ab und prüfe, ob er gut dadurch geht; denn es könnte vorkommen, daß ein

Film zu breit ist und sich in der Türe klemmt. Nachdem die Türe

geschlossen und der Film über die Transporttrommeln gespannt ist, klemmt

man den Anfang des Bandes hinter der Feder der Aufrollspule fest. Ist

eine solche nicht vorhanden, so stelle man vor den Apparat einen

Behälter, und zwar so, daß der Film glatt hineinlaufen kann, ohne daß er

unterwegs Widerstand findet. Wenn der Film nämlich nach dem Austreten

aus dem Apparat aufgehalten wird, so bauscht er sich infolge der

Stockung hoch und es besteht dann die Gefahr, daß er das Objektiv

verdeckt und eventuell auch daß der Blendflügel ihn zerschlägt. Zum

Auffangen des Filmbandes benutzt man einen Kasten, Korb oder Sack; sehr

empfohlen wird auch ein Metallkasten mit abnehmbarem Deckel, in dem sich

ein Schlitz zum Einführen des Film befindet. Ein solcher Kasten bietet

besseren Schutz gegen Beschädigung und vor allem gegen Entzündung des

Bandes, wie sie beispielsweise durch ein leichtsinnig zu Boden

geworfenes glimmendes Streichholz oder Zigarre hervorgerufen werden

könnte. Heutzutage sind übrigens auch die billigeren Apparate meistens

mit einer Aufrollvorrichtung versehen.

Nun ist alles zur Vorführung bereit. Hat man sich beim Einspannen des

Film zur Zerstreuung der Strahlen eines Mattglases bedient, so schiebe

man in dem Augenblick, wo man zu drehen beginnt, mit der linken Hand den

Bildhalter herüber, sodaß die freie Öffnung vor den Kondensor kommt und

das Licht ungehindert passieren kann. Der Anfänger tut gut, zunächst ein

paarmal langsam zu drehen und sich zu überzeugen, ob auch der Film

allenthalben gut sitzen bleibt und glatt durch den Apparat läuft.

Der Vorführer muß sich alsdann durch einen Blick auf die Wand

überzeugen, daß der Film richtig in der Türöffnung steht und daß das

Lichtbild scharf eingestellt ist; wenn nötig muß er rasch nachhelfen.

Die genaue Einstellung des Objektives besorgt man am besten vor dem

Einspannen des Filmbildes, indem man dazu von einem Film ein kleines

Stückchen abschneidet und dieses in die Türe einsetzt.

Die Geschwindigkeit, mit welcher die Kurbel des Apparates zu drehen ist,

ergibt sich von selbst, wenn man dabei das Lichtbild beobachtet: die

Bewegungen müssen natürlich erscheinen. Namentlich ein zu schnelles

Drehen sollte man möglichst vermeiden; abgesehen davon, daß der Film

dann rascher durchgelaufen ist, wirken die überhasteten und überstürzten

Bewegungen höchst unangenehm. Lieber etwas langsam drehen als zu

schnell! Ja es wird empfohlen, so langsam zu drehen, als es die

Bildwirkung eben zuläßt. Allerdings ist unseren obigen Ausführungen

zufolge zu beachten, daß bei größerer Geschwindigkeit das Flimmern

geringer wird; ein starkflimmernder Apparat wird also, wenn man

langsamer dreht, diesen Übelstand in erhöhtem Maße zeigen. In der Regel

wird zu schnell gedreht.

Während der Vorführung muß der Operateur das Lichtbild im Auge halten;

doch darf er nicht versäumen, auch den Durchlauf des Filmbandes durch

den Apparat zu überwachen.

Über den Antrieb des Werkes mittels eines Elektromotors ist nur weniges

zu sagen. Der Elektromotor muß für Spannung und Stromart des

Leitungsnetzes eingerichtet sein und wird an letzteres direkt

angeschlossen. In die Zuleitung kommen eine Sicherung, ein Ausschalter

und ein Regulierwiderstand. Dieser Widerstand dient dazu, die

Geschwindigkeit des Motors derart zu regeln, daß die dargestellte

Lichtbilderszene natürliche Bewegungen zeigt. Die Verwendung des

Motorantriebs bedeutet für den Vorführer eine nicht zu unterschätzende

Entlastung, wenn es sich wie in Kinematographen-Theatern um ständige

Vorführungen handelt; denn das Drehen mit der Hand ist auf die Dauer

immerhin recht ermüdend.

Aufrollen und Umrollen des Filmbandes.

Hat man das Filmband in einen Behälter laufen lassen, so muß es nach der

Vorführung wieder aufgerollt werden. Dabei ist nun zu beachten, daß das

Ende des Film zuerst genommen wird. Ein einfaches und sicheres

Verfahren, »das richtige Ende« zu finden, ist folgendes. Man greift in

den Behälter, in welchen man das Band hat laufen lassen, nimmt irgend

eine Schlaufe daraus hoch und sieht zu, nach welcher Seite die Fußenden

der Filmbildchen zeigen. In dieser Richtung ziehe man den Film durch die

Hand, bis man zu seinem Ende kommt, und nehme nun beim Aufrollen dies

Ende zuerst.

[Illustration: Fig. 105.]

Die Abbildung Fig. 105 zeigt einen Film-Aufwinder, welcher die Arbeit

des Aufrollens sehr erleichtert. Auf die Achse desselben wird die

Filmspule gesteckt und das Filmende hinter deren Feder geklemmt. Infolge

der starken Übersetzung geht das Aufwinden rasch von statten. Man kann

sich auch ohne ein solches Instrument behelfen, indem man die Spule auf

dem Halter des Apparates beläßt, den Film darin fest macht und nun die

Spule mit der Hand herumschlägt oder durch eine aufgesteckte Kurbel

dreht.

Wenn der Apparat eine Aufrollvorrichtung besitzt, wie es jetzt in der

Regel der Fall ist, muß der Film umgerollt werden, bevor man ihn wieder

vorführt, denn beim Aufrollen ist hier der Anfang des Film, der zuerst

durch den Apparat laufen soll, innen gekommen und das Ende außen. Zum

Umrollen bedient man sich einer Umrollvorrichtung, wie sie Fig. 106

zeigt, oder man besorgt es mit Hilfe des Kinematograph-Mechanismus,

wobei man folgendermaßen verfahren kann. Die Spule mit dem aufgerollten

Film wird oben auf den Filmhalter gesteckt, während die leere Spule

unten auf die Achse der Aufrollvorrichtung kommt. Man zieht nun das Ende

des Film direkt von der oberen Spule (nicht durch das Werk hindurch,

sondern davor her) zur unteren Spule, klemmt es darauf fest und dreht

die Kurbel. Die untere Spule, die dabei vom Werk angetrieben wird, läuft

mit und der Film wird umgerollt. Das ist ein Notbehelf, der nur da

angebracht ist, wo der Kinematograph gelegentlich gebraucht wird; ein

ständig arbeitendes Unternehmen kann natürlich eine ordentliche

Umrollvorrichtung nicht entbehren.

[Illustration: Fig. 106.]

Beim Aufwinden und Umrollen ist die Schichtseite des Film stets nach

innen zu nehmen. Um eine gut gewickelte Rolle zu bekommen, legt man eine

Hand auf und übt damit eine ganz leichte Bremsung aus. Ein festes

Aufspulen ist zu vermeiden; denn man läuft dabei Gefahr,

Schmutzteilchen, die daraufsitzen sollten, in den Film hineinzupressen.

Durch ein nachher umgelegtes Gummiband hält man die Rolle zusammen.

Verwendung endloser Films.

An dieser Stelle sei auch die Verwendung der »endlosen Films«

besprochen. Es sind das Filmbänder von etwa ein Meter Länge, deren Enden

miteinander verklebt sind, sodaß man sie »endlos« durch den

Kinematograph drehen kann. Dabei wiederholt sich die darauf dargestellte

Szene im Kreislauf immerwährend; denn die Aufnahmen sind in geschickter

Weise so gemacht, daß das Schlußbild in den darauf folgenden

Anfangsbildern wieder eine natürliche Fortsetzung findet, daß sie also

scheinbar ohne Anfang und ohne Ende sind. Diese Films sind natürlich für

große Schaustellungen nicht verwendbar; sie eignen sich als billiger

Ersatz für größere Films namentlich zu Demonstrationen, beispielsweise

in Lehranstalten, wo es darauf ankommt, das Prinzip des Kinematographen

praktisch zu erläutern, und sie lassen sich auch sonst bei kleineren

Vorführungen zur Ergänzung eines andern Programms gut anbringen.

Nicht jeder Apparat ist zur Projektion von endlosen Films zu benutzen.

Denn das Werk muß so gebaut sein, daß man das geschlossene Band in

geeigneter Weise einspannen kann; auch ist ein verstellbarer

Spulenhalter erforderlich. In der Regel sind die teueren, zu großen

Schaustellungen bestimmten Modelle nicht dafür eingerichtet.

In welcher Weise der endlose Film in den Mechanismus eingespannt wird,

hängt von dessen Konstruktion ab. Bei Apparaten mit Malteserkreuz, deren

Türe sich wie gewöhnlich nach rückwärts öffnet, läßt man das Band hinter

der Türe wieder hochgehen. Der Film wird über die Spule gelegt, sodaß er

hinten herunterhängt, und dann in die Türe und über die Transporttrommel

gespannt. Den hochgehenden Teil des Bandes legt man in einen seitlich

angebrachten Bügel damit er den Lichtstrahlen nicht den Weg versperrt.

Nun muß man noch den Spulenhalter, der hier verstellbar ist, so hoch

stellen, daß der Film, ohne stramm gespannt zu sein, sich glatt durch

den Mechanismus drehen läßt.

Die Abbildung Fig. 107 zeigt einen Mechanismus mit Schläger; hier läuft

der Film vorne, neben dem Objektiv, wieder hoch. Das Einspannen erfolgt

in entsprechender Weise. Bezüglich Einstellung des Filmbildes gilt

dasselbe, was weiter oben gesagt wurde, und es ist natürlich auch hier

zu beachten, daß der Film »verkehrt«, Kopf nach unten, durch den Apparat

laufen muß.

[Illustration: Fig. 107.]

Die endlosen Films sind, wenn man sie aus der Dose nimmt, mit mehr oder

minder starken Knicken und Falten versehen, welche den glatten Durchlauf

durch den Mechanismus stören können. Man beseitigt sie dadurch, daß man

den Film über einen Stab oder ein hinreichend breites Zwirnröllchen

hängt und in die Schlaufe unten ein zweites Röllchen bringt, woran man

ein Gewicht befestigt; nach ein bis zwei Stunden ist dann der Film

glatt.

Das Flimmern und Mittel zur Behebung bezw. Minderung des Übels.

Als eine unangenehme Beigabe der kinematographischen Lichtbilder wird

das Flimmern empfunden, eine Erscheinung, deren auch der beste Apparat

nicht ganz Herr zu werden vermag. Das Flimmern ist eben in der Natur des

Kinematographen begründet; es hat seine Ursache in der sprungweisen

Aufnahme und Wiedergabe und dem hierdurch veranlaßten Wechsel zwischen

hell und dunkel. Was sich durch geeignete Konstruktion des

Bewegungs-Mechanismus und Formung der Apparate tun läßt, um das Flimmern

möglichst zu verringern, habe ich oben eingehend dargetan. Wenn nun auf

Grund dieser Erfahrungen der Apparat auf einen hohen Grad der

Vollkommenheit gebracht ist, so liegt es am Vorführer, das

»Überbleibsel« vom Flimmern durch geeignete Maßregeln möglichst gering

zu halten. Diese Forderung mag unverständlich erscheinen, aber nur

deshalb, weil die Gesichtspunkte, die ich jetzt erörtern will, wenig

oder garnicht beachtet werden. Der Vorführer hat es tatsächlich vielfach

in der Hand, dem Lichtbild eine größere Ruhe zu geben, und wenn er sich

die Mühe nicht verdrießen läßt, in dieser Hinsicht zu wirken, so kann er

der Dankbarkeit des Publikums sicher sein; denn gerade das Flimmern ist

es, welches das Auge des Beschauers ermüdet.

Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht entgehen, daß sich bei ein und

demselben Apparat und bei gleicher Beleuchtung das Flimmern einmal in

stärkerem, einmal in schwächerem Grade zeigt, und er wird finden, daß

der Unterschied im Film liegt; bei dem einen Film flimmert das Lichtbild

schlimmer als beim andern. Die unangenehme Erscheinung tritt stärker auf

bei Bildern mit ausgedehnten, ganz weißen Flächen, z.B. mit großem,

hellen Himmel, während sie sich bei Szenen mit durchweg dunklem

Hintergrund weitaus geringer bemerkbar macht. Das ist leicht erklärlich.

Das Flimmern ist eine Folge des steten Wechsels von hell und dunkel; je

heller nun das Bild ist, desto schärfer wird der Gegensatz zwischen hell

und dunkel und desto störender wird der Wechsel auf das Auge. Am

deutlichsten zeigt sich dies, wenn man den Film entfernt und, die Kurbel

in richtiger Geschwindigkeit drehend, das weiße Gesichtsfeld beobachtet:

da wird das Flimmern auffallend stark sein, weil wir jetzt dem Auge

besonders intensive Lichteindrücke geben, denen stoßweise die dunkle

Pause folgt.

Was soll nun der Vorführer tun, wenn er ein Bild mit großen, weißen

»Flecken« hat? Wie kann er hier das Flimmern reduzieren? -- Da steht

zunächst ein Weg frei: dem Bild weniger Licht geben! Dadurch wird der

Gegensatz im Wechsel hell-dunkel geschwächt und das Flimmern auffallend

geringer. Daß umgekehrt ein Zuviel an Licht das Flimmern fördert, läßt

sich durch Prüfung leicht feststellen; damit stimmt auch die Beobachtung

überein, daß ein kleines Lichtbild, mit gleichem Licht projiziert,

stärker flimmert als ein großes Bild, indem ersteres wesentlich heller

ist. Die Schwächung des Lichtes läßt sich natürlich nur dann und nur

soweit durchführen, als das Bild in seinen dunkeln Teilen nicht darunter

leidet. Ist der Film sehr hart gedruckt und verlangen die

Schattenpartien viel Licht, so mag dies Verfahren unter Umständen mehr

schaden als nützen. Jedenfalls ist aber als Regel festzuhalten: dem Film

soll nicht mehr Licht gegeben werden, als nötig ist!

Eine weitere Beobachtung zeigt, daß ein gefärbter Film in geringerem

Maße flimmert. Man kann dieses z. B. bei dem bekannten Feuerfilm sehen,

der in seinem ersten Teil, Anfahrt der Feuerwehr etc., mehr oder minder

stark flimmert, während die folgende Szene, die den Brand des Hauses

darstellt, und bei welcher der Film rot gefärbt ist, wesentlich ruhiger

erscheint. Da hätten wir also ein zweites Mittel, das darin besteht, den

Film zu tönen. Der Vorführer braucht sich nun nicht mit

Färberei-Versuchen zu befassen: er kann vielmehr eine ähnliche oder

gleiche Wirkung mit Hilfe von Farbscheiben erzielen, die in den

Strahlengang eingeschaltet werden. Von dem Effekt kann man sich sehr gut

eine Vorstellung machen, wenn man den Apparat, ohne einen Film

einzusetzen, dreht und die beleuchtete Projektionsfläche betrachtet: das

zuerst weiße und stark flimmernde Feld wird ruhiger, sobald man eine

farbige Scheibe in den Strahlengang bringt. Der Einfluß der

verschiedenen Farben auf das Flimmern ist übrigens keineswegs gleich:

gelb hilft wenig oder so gut wie gar nichts, rot dagegen dämpft das

Flimmern außerordentlich stark, gleichfalls violett und blau, in noch

etwas geringerem Maße grün; die Tiefe des Farbtons spielt dabei eine

große Rolle: je dunkler die Farbe, desto stärker die beruhigende

Wirkung.

Recht zweckdienlich ist zum Tönen des Bildfeldes eine mit verschiedenen

Farbfeldern versehene und drehbar angeordnete Scheibe, welche hinter der

Türe in den Mechanismus eingesetzt wird. Die Farbscheibe gehört nämlich

zwischen Kondensor und Film; wenn man sie vor dem Objektiv anbringt,

leidet das Bild leicht an Klarheit. Der Vorführer soll sich nun nicht

verleiten lassen, eine solche Scheibe aufs Geratewohl zu benutzen. Ihre

Verwendung bei dem einen oder andern Film muß vorher sorgsam studiert

und probiert werden, wenn man nicht in Übertreibungen und

Geschmacklosigkeiten verfallen will. Es ist durchaus nicht meine

Absicht, die Farbscheibe als Allheilmittel gegen das Flimmern zu preisen

und zu empfehlen, ich wollte vielmehr nur auf die vielfache Möglichkeit

ihrer Verwendung hinweisen und Anregung zur häufigeren Benutzung geben.

Wer sich für die Bearbeitung und Färbung der Films selbst interessiert,

findet darüber Näheres weiter unten; dort sind auch einige Mitteilungen

über das Kolorieren von Films gemacht, ein Verfahren, durch welches man

aus gleichem Grunde eine Minderung des Flimmerns erzielt.

Wissenschaftliche Untersuchungen über das Flimmern sowie auch über das

Bewegungssehen sind neuerdings durch Prof. Dr. Marbe, Direktor des

Physiologischen Instituts der Universität Würzburg, ausgeführt worden.

Die Resultate sind niedergelegt in einer Schrift »Theorie der

kinematographischen Projektionen« (Leipzig 1910), welche Interessenten

empfohlen sei.

Das Flickern.

Zuweilen gewahrt man auf der Projektionswand ein heftiges »Flickern«,

und zwar macht es sich namentlich in hellen Stellen des Bildes

bemerkbar, wie z. B. in den Teilen, welche den Himmel darstellen. Diese

Erscheinung rührt her von Kratzen und Schrammen im Film, sowie auch von

Löchern in der Bildschicht; dies Übel ist oft viel schlimmer und

störender als das geringe »Überbleibsel« vom Flimmern eines guten

Apparates.

Ein paar einzelne Fehler im Film, selbst größere, bringen wenig Schaden,

sie sind rasch vorüber. Aber die Menge kleiner Kratzen und Flecken ist

schlimm; sie erscheint dem Auge wie ein Gewirre tanzender Mücken. Warum,

ist leicht erklärlich. Die rasch nacheinander gezeigten Bilder gehen,

wie wir wissen, in einander über und die Verschiebungen in den Bildern

geben sich unserem Auge als Bewegung kund. Normaler Weise verlaufen

diese Bewegungen glatt und ununterbrochen; wenn aber in zwei aufeinander

folgenden Bildern eine starke Verschiebung eintritt, so gibt es einen

Sprung. Das ist beispielsweise der Fall, wenn aus einem Film eine Anzahl

beschädigter Bilder herausgeschnitten ist; an der Klebestelle bekommen

wir dann eine plötzliche Versetzung, die sich als heftige Bewegung der

Person oder des Gegenstandes unangenehm bemerkbar macht. So ist es auch

mit den Flecken. Würde eine Anzahl aufeinander folgender Bilder je einen

Fleck an derselben Bildstelle haben, so wäre dieser Fehler nicht

schlimmer, als ein Fleck bei einem stehenden Lichtbild; würden diese

Flecken in der Reihenfolge der Bilder nach und nach sich gegeneinander

verschieben, indem sie beispielsweise von Bild zu Bild immer nach oben

säßen, so nähme das Auge eine Bewegung des Fleckens nach aufwärts wahr,

die gewiß schon recht störend sein würde. Wenn aber der Flecken einmal

hier, einmal dort im Bilde sitzt, so bekommen wir bei der Projektion den

Eindruck, als ob er hin und her tanzt; denn unser Auge nimmt ja die

sprungweisen Verschiebungen als heftige Bewegungen wahr. Bei einem

strapazierten Film ist es nun in Wirklichkeit noch viel schlimmer. Da

gibt's auf jedem Bild nicht einen, sondern viele Flecken und Kratzen an

beliebigen Stellen, und von jedem Bild zum nächsten sind sie regellos

gegeneinander verschoben. Wie soll sich da unser armes Auge zurecht

finden! Getreulich sucht es in all diese Verschiebungen Sinn zu bekommen

und Bewegungen daraus zu konstruieren. Und was es da kombiniert, kann

nichts anderes sein als ein tolles Hin- und Herspringen, so recht dazu

angetan, um wirre zu machen und zu ermüden.

Häufig wird dies unangenehme Flickern mit dem Flimmern verwechselt und

ungerechterweise dem Apparat die Schuld dafür gegeben. Tatsächlich kann

gegen diesen Fehler, der ja im Film zu suchen ist, der beste Apparat

nicht helfen. Wer sich davor bewahren will, muß gute Films verwenden und

diese gut pflegen und schonen.

Die Projektion stehender Lichtbilder.

In den meisten Fällen wird der Kinematograph mit einer Vorrichtung zur

Projektion stehender Lichtbilder versehen. Die verschiedenen

Ausführungsarten desselben habe ich schon weiter oben besprochen. Es

erübrigt sich hier darauf hinzuweisen, daß zum Einbringen und raschen

Auswechseln der Glasbilder ein Bildhalter erforderlich ist, der in die

Bildbühne dicht vor den Kondensor gebracht wird. Man hat vielerlei Arten

von Bildhaltern konstruiert; am einfachsten ist und bleibt der Rahmen

mit Doppelschieber, der zwei Bilder aufnimmt und durch Herüberschieben

ein rasches Auswechseln ermöglicht. Wo man mit hoher Lichtstärke

arbeitet und der Bildhalter in Gefahr kommt, sehr heiß zu werden, sei

die Anwendung einer ganz aus Metall ausgeführten Konstruktion empfohlen.

Glasbilder bekommt man im Handel in großer Auswahl; es sei bemerkt, daß

sie in zwei verschiedenen Formaten geliefert werden, nämlich

8-1/4 × 8-1/4 und 8-1/2 × 10 cm. Man tut daher gut, sich einen

Bildhalter zu beschaffen, der beide Bildgrößen durcheinander aufnimmt,

wie ihn die Fig. 55 zeigte. Das innere Maß der beiden Formate ist

übrigens in der Regel nicht größer als 7 × 7 cm, so daß eine

Kondensorgröße von 10 bis 11 cm zur Beleuchtung ausreicht.

Der Bildhalter kann, worauf schon hingewiesen wurde, auch gute Dienste

als Verschluß für den Kinematograph leisten, indem man in eine der

Schieberöffnungen eine Blechscheibe oder ein Mattglas setzt.

Für die kinematographische Projektion ist ein stärkeres Licht

erforderlich als zur Vorführung von Glasbildern. Wenn man daher

zwischendurch stehende Bilder zeigt, so empfiehlt es sich, dafür die

Helligkeit der Lampe etwas zu mindern, vorausgesetzt, daß die

Beleuchtungs-Vorrichtung dieses zuläßt.

Die Behandlung und Pflege der Films.

Die Fürsorge für die Films spielt bei der kinematographischen Projektion

eine große Rolle und sie darf nicht außer Acht gelassen werden, wenn man

an ihnen längere Zeit Freude haben will. Zunächst gilt es, schon bei der

Aufbewahrung der Films Vorkehrungen zu treffen, damit das Material in

seiner Qualität keine Einbuße erleidet. Man muß es namentlich vermeiden,

die Films an einem warmen und trocknen Platz aufzuheben; denn das

Celluloid verliert dadurch an Geschmeidigkeit und wird auf die Dauer

spröde und brüchig. Auch das Abspringen der Schicht wird durch

Aufbewahrung an einem ungeeigneten Platz befördert. Am besten hält sich

das Material an einem kühlen und feuchten Ort, und wo ein solcher nicht

zur Verfügung steht, sollte man sich einen gut schließenden Zinkkasten

verschaffen. In den Kasten kommt ein Einsatz mit einer durchlöcherten

Platte, worauf die Films gelegt werden, und in den Raum darunter bringt

man ein angefeuchtetes Stück Filz oder einen feuchten Schwamm, der die

Films vor dem Eintrocknen bewahrt. Nach Bedarf muß der Filz oder Schwamm

wieder angefeuchtet werden. Zuviel Feuchtigkeit kann schädlich wirken,

indem dadurch die aus Gelatine bestehende Bildschicht in Gefahr kommt,

schimmelig zu werden.

Über die schonende Behandlung des Filmbandes im Apparat haben wir oben

schon gesprochen; es war dort davon die Rede, wie der Mechanismus gebaut

sein muß, damit der Film beim Durchlauf keinen Schaden leidet. Es genügt

nun nicht, wenn der Apparat in der angegebenen Weise konstruiert ist: er

muß auch in entsprechendem Zustande gehalten werden. Und dazu gehört in

erster Linie: Sauberhalten aller Teile, mit denen der Film in Berührung

kommt. Das Celluloid setzt nämlich (namentlich bei neuen Films) infolge

der Reibung bei der großen Geschwindigkeit einen Staub ab, der sehr hart

ist und sich zu einer Kruste verfestigt. Diese Kruste aber bildet ein

ganz ausgezeichnetes Schleifmittel, das nicht nur den Film verarbeitet,

sondern auch die betreffenden Apparatteile angreift. Darum ist es

dringend notwendig, die Auflageflächen in der Türe und auf den Trommeln

und Rollen hinreichend oft sorgfältig zu reinigen; wenn möglich, geht

man jedesmal, nachdem ein Film durchgelaufen ist, mit einer Bürste

darüber. Auf keinen Fall darf man es unterlassen, die Teile zum Schluß

gründlich zu reinigen.

Am meisten wohl werden in der Praxis die Films durch darauf geschmiertes

Öl verdorben. Die Apparate werden vielfach zu stark geölt, ohne darnach

gereinigt zu werden; das Öl verbreitet sich über die Teile, mit denen

der Film in Berührung kommt, und nun erhält der Film einen klebrigen

Schmierüberzug. Staub und Schmutz, der darauf liegt, bleibt haften und

wird dann in der Aufrollvorrichtung fest darauf gepreßt. Es ist zu

beachten, daß der Film infolge von Reibung leicht elektrisch wird und

daß er alsdann Staub anzieht. Damit die Staubentwicklung im Raume eine

möglichst geringe ist, trage man für häufige, gehörige Reinigung Sorge.

Ferner empfiehlt es sich, die Films nicht zu fest auf- und umzurollen.

Bei festem Aufrollen wird der daran haftende Staub geradezu in den Film

eingepreßt, denn der Druck der Filmlagen aufeinander ist ein ganz

gewaltiger. Besonders schädlich ist es dabei, wenn an dem Film körnige

Schmutzteilchen sitzen, da diese zu Kratzen Anlaß geben.

Eine sachgemäße Behandlung der Films verlangt fernerhin, daß man das

Band nach erfolgtem Durchlauf daraufhin nachsieht, ob es bei der

Vorführung irgendwie gelitten hat, und daß man schadhafte Stellen, die

sich zeigen sollten, ausbessert. Diese Prüfung kann man meist

zweckmäßiger Weise beim Auf- oder Umrollen des Filmbandes vornehmen; man

läßt dazu den Film durch die Hand gleiten, wobei man die Finger gegen

die Kanten legt und so Einrisse leicht auffindet. Es empfiehlt sich,

dabei auf den Tisch ein reines, weißes Tuch zu legen und Staub möglichst

fernzuhalten. Zum Reinigen des Filmbandes von Staub läßt man es durch

einen Lederlappen laufen; anhaftende Schmutzteilchen und Ölschmiere

entfernt man mit einem Benzinlappen. Wenn man es versäumt,

Beschädigungen, wie Risse und schlechte Klebstellen, rechtzeitig zu

reparieren, so leidet der Film immer mehr, und ein beschädigter Film,

der ungepflegt bleibt, ist in kurzer Zeit völlig ruiniert und

unbrauchbar.

Am stärksten leiden erfahrungsgemäß Anfang und Ende des Filmbandes; bei

öfters benutzten Films kündigt sich der Schluß meist durch ein

hässliches »Regnen« an. Dieser Übelstand läßt sich in der Weise

vermeiden, daß man vorne und hinten einige Meter Blankfilm -- am besten

schwarzen Film -- anklebt; dann bleibt der eigentliche Bildfilm

geschont.

Verknitterte Films macht man glatt, indem man sie über heißen

Wasserdampf, der aus einem Kessel kommt, hält und dabei mit der Hand

glatt streicht.

Das Verkleben und Ausbessern der Films.

Das Zusammenkleben von Films geht bei richtiger Handhabung und bei

Anwendung geeigneten Klebstoffes leicht von statten. Das Celluloid läßt

sich so schön kleben, daß ein Klebstreifen von 3 mm Breite vollkommen

genügt; bei einiger Übung kommt man mit einem noch kleineren Stücke aus.

Es ist zu berücksichtigen, daß der Film an der Klebstelle dicker und

steifer ist und daß er dort also beim Durchlauf durch den Apparat einen

gewissen Widerstand findet; aus diesem Grunde ist es vorteilhaft, wenn

die Klebstelle recht klein gemacht wird.

Die Gelatineschicht muß auf einem der beiden Filmstücke an der Stelle,

welche verklebt werden soll, völlig entfernt werden; denn man erhält nur

dann eine feste Verbindung, wenn Celluloid auf Celluloid kommt. Ein

Punkt, der ferner beim Verkleben beachtet werden muß, ist die

Innehaltung der Perforation. Nicht nur muß der Abstand der Löcher an der

Klebstelle genau gewahrt bleiben, sondern man muß auch zusehen, daß dort

keine Verschiebung in der Reihenfolge der Bilder eintritt. Wenn man

beispielsweise aus dem Film ein eingerissenes Stück durch

Herausschneiden entfernen will, so ist es erforderlich, ein Stück in

Größe eines ganzen Bildes (mit beiderseits vier Löchern) oder, falls der

Riß darüber hinaus geht, in Größe zweier oder mehrerer Bilder

wegzunehmen. In dieser Hinsicht das Richtige zu treffen, bietet keine

Schwierigkeit, wenn man die Klebstelle auf das Fuß- bezw. Kopfende der

Bilder verlegt: es müssen sich dann also dort genau zwei Bilder treffen.

Die Schnittstelle sollte aber nicht auf ein Loch fallen, sondern am

besten mitten zwischen zwei Löcher gelegt werden.

Gilt es zwei Films zusammenzukleben und befindet sich am Ende des einen

Film ein mehr oder minder langes blankes oder schwarzes Stück (ohne

Bilder), so muß man zunächst feststellen, ob dies Stück so lang ist, daß

genau eine Anzahl Bilder (gleichgültig wie viele) darauf geht. Da auf

jedes Bild vier Löcher kommen, braucht man dazu nur die Löcher zu

zählen; ihre Zahl muß, wenn die Verbindung richtig werden soll, ein

vielfaches von vier sein. Macht man hierbei einen Fehler, so wird bei

der Vorführung der angeklebte zweite Film mit seinen Bildern nicht

richtig in der Türöffnung sitzen. Die richtige Länge des blanken Stückes

läßt sich auch leicht durch Messen von dem mit Bildern versehenen

Filmteil kontrollieren.

Es kann nun beim Zusammenkleben zweier Films vorkommen, daß ihre

Perforation in der Anordnung zu den Bildern verschieden ist, indem bei

dem einen Film die Löcher etwas höher am Bilde sitzen als beim andern.

Wenn man da genau Bild an Bild klebt, wird an dieser Stelle der

Lochabstand zu groß oder zu klein sein; macht man anderseits die

Verbindung derart, daß die Entfernung der Löcher richtig ist, so tritt

eine kleine Verschiebung der Bilder ein. Es ist aber notwendig, beim

Verkleben den Lochabstand möglichst genau einzuhalten, weil sonst der

Transport des Bandes eine Störung erleidet; die Verschiebung des Bildes,

die sich dann beim Übergang vom ersten zum zweiten Film zeigt, muß man

hier daher mit in Kauf nehmen und durch die betreffende Vorrichtung des

Apparates korrigieren.

Als Klebstoff benutzt man ein Lösemittel für Celluloid, und zwar bewährt

sich sehr gut Amylacetat, dem man etwas Celluloid zuzusetzen pflegt;

auch lassen sich Aceton und Eisessig verwenden. Übrigens werden jetzt

für Films geeignete Klebmittel im Handel vielfach angeboten. Man muß die

Flasche gut verkorkt halten, da die Substanzen stark verdunsten und

dadurch an Wirksamkeit verlieren; eine praktische Anordnung zeigt

Fig. 108. Gummi, Kleister und dergl. andere Stoffe sind hier nicht zu

brauchen.

[Illustration: Fig. 108.]

Um einen beschädigten Film zu reparieren, verfährt man nun

folgendermaßen. Wenn der Film einen starken Einriß zeigt, so schneidet

man ihn genau auf der Linie, welche das nächste Bild von dieser Stelle

trennt, mit einer scharfen Scheere oder mit einem Messer und Lineal

durch und schneidet von dem einen Ende den beschädigten Teil in der Nähe

des daranstoßenden Bildes ab, derart, daß ein Streifen von etwa 3 mm

Breite übrig bleibt, der zum Ankleben an das andere Filmende dient. Von

diesem Klebstreifen schabt man mit einem scharfen Messer die

Gelatineschicht sorgfältig ab, was besser vor sich geht, wenn man die

Gelatine zuvor mit etwas Wasser aufweicht. Man überzeugt sich, daß man

beim Aufeinanderlegen den richtigen Lochabstand erhält, und bringt

mittels eines feinen Pinsels eine dünne Lage des Klebstoffes darauf;

desgleichen bestreicht man die betreffende Stelle auf der Rückseite des

andern Filmendes mit der Klebmasse. Wenn man nun die beiden Teile mit

Ruhe und Vorsicht aufeinander legt und recht fest zusammendrückt, so hat

man in ganz kurzer Zeit eine tadellose Verbindung. Altes, brüchiges

Filmmaterial klebt nicht so gut.

Man kann sich diese Arbeit noch etwas erleichtern durch Benutzung einer

Klemmvorrichtung, wie sie in Fig. 109 abgebildet ist. Sie besteht

sozusagen aus einer dreiteiligen Presse, deren Mittelstück durch einen

Riegel verschlossen werden kann. Die untere Platte ist mit zwei Reihen

Zähnen versehen, die genau der Perforation des Filmbandes entsprechen,

während die seitlichen Deckelplatten entsprechende Löcher haben. Zum

Verkleben bringt man die beiden Filmenden auf diese Platte, derart, daß

die zu verklebenden Stücke aufeinander liegen, und klappt die Deckel

rechts und links herunter, wodurch ein Verschieben der Enden verhindert

wird. Alsdann bestreicht man die Klebstellen mit der Klebmasse und

schließt den mittleren Bügel, sodaß die Filmstücke fest aufeinander

gepreßt werden. Durch das Eingreifen der Zähne in die beiden Filmenden

wird der genaue Abstand der Löcher an der Klebstelle garantiert und

ferner bietet dieses Einklemmen den Vorteil, daß hier ein Verrutschen

der Klebstücke aufeinander ausgeschlossen ist.

[Illustration: Fig. 109.]

Es ist noch eines zu beachten. Die Filmenden sollten derart

zusammengeklebt werden, daß beim Durchlaufen durch die Türe an der

Klebstelle die Kante des oben angeklebten Stückes nach vorne, dem

Objektiv zu, zeigt. Andernfalls könnte diese Klebkante, wenn sie nicht

tadellos aufsitzt, gegen die Türe stoßen und sich lockern. Da die

Schichtseite des Film dem Kondensor zugekehrt ist, erhält man eine

richtige Klebweise, wenn man das etwa 3 mm breite Klebende, das von der

Schicht befreit wird, an demjenigen Filmstück anbringt, wo es an die

Kopfseite, oberhalb eines Filmbildchens zu liegen kommt. Manche

Vorführer machen die Klebstelle schräg über den Film herüber; hierbei

ist das oben gesagte ebenfalls zu beachten.

Stellen im Filmbande, die stark verkratzt sind und sich bei der

Projektion unangenehm bemerkbar machen, schneidet man am besten heraus,

und zwar verfährt man dazu genau so, wie eben beschrieben wurde. Wenn

der Film am Rande einen kleinen Einriß hat, so genügt es, ein

entsprechend großes, blankes Filmstück dagegen zu kleben, nachdem man

wenn nötig die Einrißstelle zuvor ausgeschnitten hat. Diese kleinen

Einrisse zeigen sich meist an den Löchern; das aufzuklebende Stück muß

daher mit einem Loch versehen sein und die Löcher müssen genau zur

Deckung gebracht werden. Damit die Teile gut aufeinander haften, darf

man nicht versäumen, sie nach Aufstreichen des Klebstoffes kurze Zeit

recht fest aufeinander zu pressen. Ein ev. überstehendes Stückchen an

der Klebstelle schneide man ab. Auch hier beachte man, daß beim Kleben

stets Celluloid auf Celluloid liegen muß.

Nun kommt die Prüfung der Klebstellen! Man kontrolliere dabei, ob die

Stücke richtig aufeinandersitzen und ob die Ränder bis in die Ecken fest

ankleben. Die Ränder selbst schabt man, wenn nötig, mit einem

Radiermesser oder mit Sandpapier ab, damit der Film an dieser Stelle

glatt wird und nicht Gefahr läuft, beim Durchlauf durch das Werk

irgendwo hängen zu bleiben.

Eine Nachprüfung des geflickten Film ist sehr zu empfehlen; man tut gut,

das Band bei dieser Gelegenheit durch einen Lederlappen laufen zu

lassen, der darauf sitzende Schmutzteilchen entfernt. Allerdings muß

man berücksichtigen, daß starke Reibung das Filmmaterial elektrisch

macht, wodurch es die Neigung bekommt, Staubteilchen anzuziehen.

Verschmierte Films reinigt man vorsichtig mittels Benzin. Zeigt der Film

auf der Celluloidseite Kratzen und Schrammen, so streicht man mit einem

Filzstreifen Zaponlack darüber; man kann dadurch, wenn auch nicht immer

ganz, so doch zum Teil Abhilfe schaffen. Bei Kratzen, Löchern und

sonstigen Fehlern in der Schicht gibt es kein anderes Mittel als

Retusche. Stark verkratzte Stellen schneidet man, wie oben gesagt, am

besten aus.

Nun noch eines! Was tut der Vorführer, wenn während der Vorführung der

Film zerreißt? Rasche Abhilfe ist dringend notwendig, wenn die Störung

nicht noch schlimmer werden soll. Das einfachste Mittel besteht darin,

die beiden Enden mit einem Stück Heftpflaster zusammen zu kleben; wenn

solches fehlt, tut's auch Freimarkenpapier. Man klebe aber das Pflaster

nur auf die Celluloidseite, nicht auf die Schicht; denn letztere würde

darunter leiden und man müßte beim nachträglichen ordnungsgemäßen

Verkleben diese Stücke fortschneiden. Ein Zusammenheften der Filmenden

mit einer Nadel ist nicht zu empfehlen. Wenn man aber mangels anderer

Hilfsmittel eine Nadel nehmen muß, so lege man in der Aufrollvorrichtung

ein Stück Papier oder Stoff unter und über die Flickstelle, damit die

Filmlagen unter und über der Nadel nicht beschädigt werden. Die

durchstochenen Stellen müssen nachher fortgeschnitten werden und

infolgedessen hat man bei diesem Verfahren mehr Verlust als bei der

Benutzung eines Pflasters.

Die Instandhaltung des Mechanismus.

Es wurde schon darauf hingewiesen, daß alle Teile des Apparates, mit

denen der Film in Berührung kommt, recht sauber gehalten werden müssen,

weil sich dort Celluloidstaub und Gelatinekörner absetzen, die sich

nach und nach zu einer harten Kruste verfestigen und die dann auf Film

wie Apparat schädlich wirken. Namentlich neue Films neigen dazu, in der

Türe, dort wo der Film aufliegt, eine feste, harte Masse anzusetzen, und

es kommt vor, daß der Film dann mit einem pfeifenden Geräusch durch den

Apparat läuft. Man muß eine solche Kruste sofort nach Durchlauf des Film

entfernen; sie sitzt so fest, daß ein hartes Instrument, z. B. ein

meißelartig zugeschärftes Stahlplättchen, das die Breite des Film hat

und in die Türe paßt, dazu erforderlich ist. Dies Ansetzen einer harten

Kruste bei neuen Films wird vermieden, wenn man die Schienen, worauf der

Film läuft, um eine Spur -- den Bruchteil eines Millimeters -- schräg

feilt, sodaß der Film nach innen ein wenig mehr Spiel hat. Ferner

empfiehlt es sich, auf die Teile der Türe, worauf der Film schleift,

etwas Vaseline zu geben, aber nur sehr wenig. Man reibt die Vaseline

darüber und nimmt den Überschuß ab: der Hauch, der darauf bleibt,

genügt. Jedesmal, wenn eine Filmrolle durch den Apparat gelaufen ist,

gehe man mit dem Finger über die Türe und überzeuge sich, daß die

Schienen bezw. Federn noch vollkommen glatt sind.

Auch die übrigen Teile des Werkes müssen regelmäßig sorgfältig gereinigt

und gepflegt werden, wenn der Apparat nicht mit der Zeit »auf den Hund«

kommen soll, wie das leider durch Vernachlässigung nicht selten

geschieht. Sämtliche Läger der Trommeln und Räder sind zu ölen,

desgleichen die Achsen oder Führungen des automatischen Feuerschutzes.

Dabei gebe man nicht zu viel Öl auf und beachte, daß sich das Öl nicht

über den Mechanismus verbreite. Malteserkreuz-Apparate, die für

Dauerbetrieb bestimmt sind, werden jetzt mit einem Ölbehälter versehen,

in dem Malteserkreuz und Eingriffscheibe laufen. Bei zu starker Füllung

spritzt das Öl heraus. Es ist gut, wenn der Behälter einen Ablauf hat,

der überflüssiges Öl fortholt. Gerade durch das Apparatöl geschieht den

Films der meiste Schaden.

Bei der Wahl des Öles sei man nicht gleichgültig. Ein Öl, das sich

verdickt, ist untauglich. Man benutze ein dünnflüssiges, vor allem

säurereines Öl, wie es z. B. für die Gasmotore gebraucht wird. Durch

einen geringen Zusatz von Schweineschmalz oder Knochenöl (aber reinem!)

wird die Schmierfähigkeit gehoben. Gutes Öl ist sparsamer im Gebrauch

als minderwertiges. Von Zeit zu Zeit -- bei Dauerbetrieb jeden Tag --

ist das Öl nebst dem darin angesetzten Staub durch Petroleum

auszuwaschen; man gebe das Petroleum mit einem Ölkännchen ein und putze

die herauslaufende Schmiere sofort mit einem Lappen ab. Besonders bei

neuen Maschinen, an denen noch von der Fabrikation her Metallstaub

haftet, ist ein sorgfältiges Auswaschen wichtig.

Auf die Zahnräder gibt man kein Öl. Man mag die Zähne mit Vaseline

einschmieren, dem ein kleiner Graphitzusatz beigegeben ist. Auch

Bienenwachs wird empfohlen, wenn die Zahnräder durch langen Gebrauch

etwas ausgearbeitet sind; hier heißt es ebenfalls, das Überflüssige mit

einem Lappen entfernen. Unter keinen Umständen darf der Drahtspiralzug,

der vielfach benutzt wird, um die Aufrollvorrichtung anzutreiben,

geschmiert werden; denn dann gleitet er auf den Scheiben und

transportiert nicht; man halte den Spiralzug vielmehr trocken, damit

eine kräftige Reibung entwickelt wird. Bei Friktionsantrieb lege man von

Zeit zu Zeit die Lederscheibe, wenn eine solche benutzt wird, in Benzin,

um das darauf gekommene Öl herauszuwaschen. Zur Verhütung von

Rostbildung gehe man über die anderen Apparatteile mit einem fettigen

Lappen, ohne sie dabei zu verschmieren.

Wenn der Apparat dem Dauerbetrieb ausgesetzt ist, wie er im

Kinematographentheater statt hat, so werden verschiedene Teile der

Abnutzung unterlegen sein. Da ist für rechtzeitigen Ersatz Sorge zu

tragen. Man habe Obacht auf die Zahntrommeln, namentlich auf die kleine,

ruckweise bewegte Zahntrommel des Malteserkreuzapparates. Die Zähne

schleißen aus; sie werden mit der Zeit hakenförmig und reißen dann in

den Film ein. Dieses Aushöhlen der Zähne zeigt sich besonders

bei der Gabel des Greiferapparates. Auch die übrigen Teile des

Bewegungsmechanismus müssen unter Kontrolle gehalten und wenn nötig

ersetzt werden. Besondere Aufmerksamkeit widme man ferner der Türe; die

Druckfedern werden mit der Zeit verschleißen und Ersatz bedingen. Beim

Einsetzen neuer Federn beachte man, daß diese den Film nicht zu fest,

aber doch hinreichend fest andrücken. Wenn der Druck zu schwach ist,

vibriert der Film und das Bild tanzt innerhalb der Einrahmung auf und

ab. Bei zu starkem Druck wird der Film und namentlich seine Perforation

strapaziert.

Es empfiehlt sich, das Werk von Zeit zu Zeit Teil für Teil einer

sorgsamen Prüfung zu unterziehen und zu kontrollieren, ob alles noch

richtig arbeitet, ob die Rollen richtig und gerade gegen die

Zahntrommeln sitzen usw. Diese Mühe macht sich reichlich bezahlt; wer

sich ihr unterzieht und etwa auftretenden Mängeln rechtzeitig abhilft,

hat stets einen gut laufenden Apparat zur Hand und ist davor gesichert,

daß durch schlechtes Funktionieren die Films verdorben werden.

Über die Feuersgefahr bei kinematographischen Vorführungen.

Eine Reihe von Unfällen, namentlich aber das entsetzliche Brandunglück

auf dem Pariser Wohltätigkeitsbasar im Jahre 1897, lenkten die

Aufmerksamkeit auf die Frage: wie steht es mit der Feuersgefahr bei

kinematographischen Vorführungen? Insbesondere interessierten sich für

diese »brennende« Frage die Behörden, denen es obliegt, für die

Sicherheit des Publikums bei öffentlichen Vorstellungen Sorge zu tragen,

und sie ordneten Sicherheitsmaßregeln an, um weitere Unfälle zu

verhüten.

Es ist nun ebenso falsch, eine Gefahr bei kinematographischen

Vorführungen grundsätzlich zu verneinen, wie das verschiedentlich

geschehen ist, als andrerseits den Kinematograph als ein äußerst

gefahrbringendes und womöglich explosives Teufelsinstrument

hinzustellen, wenn er auch dem Außenstehenden, der nur die

Unglücksberichte in den Zeitungen liest, als solches erscheinen mag. Mit

der Gefahr verhält es sich hier gerade so wie bei vielen anderen Sachen:

bei Vorsicht ist sie fern, aber sie naht, wenn man unachtsam ist.

Millionen von Menschen brauchen tagtäglich Leuchtgas, Petroleum und

Streichhölzer, und keinem fällt es ein, dabei an Gefahr zu denken. Und

doch -- wie oft liest man von Leuchtgas-Explosionen und von explodierten

Petrollampen, stets Folgen von Unachtsamkeit. Wieviel Unglück ist schon

angerichtet worden durch achtlos beiseite geworfene, noch glimmende

Zündhölzer!

Ebenso ist es auch lediglich die Unachtsamkeit, die bei

kinematographischen Vorführungen Unfälle herbeiführte. Welches sind hier

nun die Gefahrquellen? -- Sie sind, wie schon früher erwähnt wurde, in

dem leicht entflammbaren Material der Films zu suchen. Aber in manchen

Fällen boten diese gar nicht den Anlaß zum Brand; so ist namentlich bei

dem großen Pariser Unglück die Entstehung des Feuers auf eine andere

Ursache zurückzuführen. Als Lichtquelle wurde dort eine

Äther-Kalklichtlampe benutzt, und es steht fest, daß die Lampe während

der Vorführung anfing schlecht zu brennen. »Der Vorführer« -- heißt es

in dem Bericht -- »nahm nun eine mit Äther gefüllte Flasche, um dem

Saturator neuen Brennstoff zuzuführen, und bat seinen Gehilfen, ihm zu

leuchten, da die Lampe inzwischen ausgegangen war. Der Gehilfe zündete

ein Streichholz an und im Nu stand alles in Flammen«. -- Das war ein

unsagbarer Leichtsinn, der nicht ohne furchtbare Folgen bleiben konnte.

Denn der Äther sucht die Flamme selbst auf ziemliche Entfernung hin, er

zieht sie an wie ein Magnet. Dazu kommt, daß der Ätherdampf schwer ist

und zu Boden sinkt, was ihn doppelt und dreifach gefährlich macht. Gegen

solch leichtsinnige Handlungen gibt's nur die eine Hilfe, daß man an den

Apparat zuverlässige Leute stellt, die gut unterrichtet sind und sich

der Verantwortung ihres Amtes bewußt sind.

Ich will hier nicht alle die Möglichkeiten durchgehen, wann sonst ein

Brandunglück durch wer weiß welchen Leichtsinn entstehen kann, sondern

mich zu den besonderen Gefahren wenden, welche der Betrieb des

Kinematographien mit sich bringt, und diese sind, wie bereits gesagt, in

dem leicht entflammbaren Filmmaterial begründet. Wodurch kann nun eine

Entzündung der Films veranlaßt werden? -- Da müssen wir zunächst an die

intensive Hitze des Strahlenbündels denken, welches aus der Laterne

austretend das Filmband beleuchtet, um von ihm ein stark vergrößertes

Lichtbild auf den Projektionsschirm zu werfen. Nun, solange der Film

durch das Werk läuft, können ihm die Strahlen nichts anhaben; doch wenn

der Film ruhig im Apparat steht, vermögen sie eine Entzündung

herbeizuführen -- vorausgesetzt allerdings, daß der Vorführer

leichtfertig ist und den Fehler macht, die Strahlen ungehindert einige

Zeit auf den Film wirken zu lassen. Erhöht wird in solchem Falle die

Gefahr durch eine falsche und ungünstige Einstellung der Lampe. Bei

richtiger Zentrierung befindet sich nämlich die Spitze des

Strahlenkegels, welchen die Laterne nach vorne wirft und der das

Filmbild kreuzt, im Objektiv oder vor demselben. Steht nun aber die

Lampe um ein gewisses Stück zu weit nach rückwärts, so richtet sich die

Strahlenspitze direkt gegen den Film und letzterer wird dann, wie von

einer Stichflamme getroffen, im Augenblick entzündet.

Die Maßregeln, durch welche eine Entzündung des Filmbandes durch die

Strahlen verhütet wird, habe ich weiter oben eingehend besprochen und

ich will sie hier nur kurz zusammenfassen. Zunächst wurde die Anweisung

gegeben: man soll die Zentrierung des Lichtes vornehmen, bevor der Film

in das Werk eingespannt ist. Während des Einsetzens ist der Film ferner

durch eine vorgeschobene Metallscheibe, durch ein Mattglas oder ein

feines Drahtnetz gegen die Wirkung der Strahlen zu schützen, und zwar

ist die Scheibe erst wegzunehmen in dem Augenblick, wo das Werk in Gang

gesetzt wird. Diese Einrichtung wird womöglich ergänzt durch einen

selbsttätigen Feuerschutz, wie er oben beschrieben wurde. Doch muß

derselbe natürlich funktionsfähig gehalten werden; denn wenn er aussetzt

und bei Ruhestellung des Apparates das Strahlenbündel nicht absperrt, so

kann eine solche Sicherheitseinrichtung besonders gefährlich werden,

weil sich der Vorführer darauf verläßt und in dieser Hinsicht jede

weitere Vorsicht für unnötig hält.

Man findet zuweilen bei Apparaten eine Arretiervorrichtung, mit der man

die selbsttätige Feuerschutzscheibe geöffnet feststellen kann, damit man

zum Einstellen Licht hat. Diese Vorrichtung ist zu verwerfen; denn es

tritt dann leicht die Gefahr ein, daß der Vorführer die Arretierung

nicht löst und so den Feuerschutz außer Tätigkeit läßt. Praktisch ist,

wie oben erwähnt, an Stelle der undurchsichtigen Klappe ein feines

Drahtnetz, das Licht durchläßt und doch schützend wirkt.

In Amerika ist vielfach eine Feuerschutzvorrichtung in Gebrauch, die aus

einer zwischen Laterne und Mechanismus angebrachten Klappe besteht. Sie

schließt normalerweise den Strahlengang ab und muß vermittels eines

Tritthebels hochgehoben werden, wenn man projizieren will. Der Vorführer

ist daher gezwungen, während des Betriebes seinen Fuß auf dem Tritt zu

halten; bei einer Gefahr verheißenden Störung ist er dann in der Lage,

rasch und ohne jeden Handgriff die Stahlen abzuschließen und den Film in

dieser Hinsicht gegen Entzündung zu bewahren.

Ein Schutz wird fernerhin durch einen Kühltrog erzielt. Es ist aber zu

beachten, daß er seine Wirksamkeit einbüßt, wenn die Kühlflüssigkeit

heiß geworden ist. Letztere muß also erforderlichenfalls rechtzeitig

erneuert werden. Überhaupt muß auch hier der Vorführer mit der Funktion

des Kühltroges bekannt sein; daß man dies nicht immer ohne weiteres

voraussetzen kann, habe ich in einem Falle gesehen: der Kühltrog stand

ungefüllt an seiner Stelle und hinderte zur Verwunderung des Vorführers

die Strahlen nicht, den Film zu entzünden.

Ein Schutz des Filmbandes gegen die intensive Hitze der Strahlen ist,

wie gesagt, insbesondere beim Stillstande des Film erforderlich; solange

er in Bewegung ist und glatt durch den Apparat läuft, hat man in dieser

Hinsicht nichts zu befürchten. Doch darf sich der Vorführer deshalb

nicht in Sicherheit wiegen und seine Aufmerksamkeit während der

Projektion nur dem Lichtbilde oder gar einem Schauerroman zuwenden. Denn

dabei kann er unter Umständen schlechte Erfahrungen machen. Wenn nämlich

der vorgeführte Film einen starken Riß oder eine schlechte Klebstelle

hat, was ja allerdings nicht vorkommen sollte, so kann leicht der Fall

eintreten, daß der Film an dieser Stelle unten im Bewegungsmechanismus

durchreißt. Während der Vorführer dann noch ahnungslos weiter dreht oder

den Motor weiter laufen läßt, bleibt das obere Stück des zerrissenen

Filmbandes in der Türe hängen, und wenn nun keine Sicherheitsvorrichtung

vorhanden ist und der Vorführer nicht rechtzeitig eingreift, so gewinnen

die Strahlen Zeit, den Film zu entzünden. Damit der Film während der

Vorführung in der Türe stockt und so zu einer Entzündung Anlaß gibt, ist

es übrigens nicht nötig, daß der Film völlig zerreißt; dies wird auch

eintreten, wenn die Perforation derart beschädigt ist und ausreißt, daß

der Transportmechanismus das Band nicht mehr mitnimmt. Auf diese Weise

soll mancher Brand entstanden sein; ein Vorführer in Glasgow hat dabei,

als er den in Brand gesetzten Film retten wollte, sein Leben eingebüßt.

Es ist noch ein Moment zu beachten. Wenn der Film in der Türe stockt,

sei es, daß er unten zerrissen ist oder daß er infolge ausgerissener

Perforation nicht mehr transportiert wird, und wenn dann das Werk auch

nur noch kurze Zeit läuft, so transportiert die Vorschubtrommel oben

weiter, und da der Film in der Türe festsitzt, so wird der Bausch

zwischen Trommel und Türe immer größer. Er bildet sich zu einer großen

Schleife aus, die, rückwärts schlagend, in Gefahr kommt, auf die Laterne

geworfen und dort in Brand gesetzt zu werden.

Man hat auch gegen diese durch Stockung des Filmbandes entstehende

Feuersgefahr Sicherheitsvorrichtungen ausgedacht. Eine derselben geht

von der eben besprochenen Vergrößerung des Bausches aus. Es werden da

zwei dicht hintereinander befindliche gebogene Metallplatten derart

angebracht, daß sie den Bausch umschließen; die innere, dem Film

zugekehrte Platte ist leicht federnd beweglich angeordnet, so daß sie

einem schwachen Druck nachgibt. Wenn jetzt eine Stockung des Filmbandes

eintritt und der Bausch infolgedessen vergrößert wird, so drückt er die

innere Platte gegen die äußere und bringt sie in Berührung. Nun sind

beide Platten an eine besondere elektrische Stromleitung angeschlossen

und in dieser befindet sich ein Elektromagnet, der, in Tätigkeit

gesetzt, einen Ausschalter der Lichtleitung öffnet und damit die

Bogenlampe außer Betrieb setzt. Diese Stromleitung ist normalerweise

geöffnet; sowie aber die beiden Platten in Kontakt kommen, wird der

Strom geschlossen und die Lampe wird dann durch die angedeutete

Anordnung ausgeschaltet, so daß jede Gefahr von dieser Seite her

beseitigt ist. Zweckmäßigerweise wird gleichzeitig selbsttätig eine

Glühlampe eingeschaltet, damit der Vorführer Licht hat und sofort für

Abhilfe sorgen kann.

Bei einer andern Vorrichtung dieser Art wird ebenfalls der elektrische

Strom zu Hilfe genommen, um bei eintretender Gefahr die Bogenlampe außer

Tätigkeit zu setzen. Die Stromleitung wird hier zu einer Trommel

geführt, worüber der Film läuft, und zu einer darauf drückenden

Metallrolle. Beide Teile sind gegeneinander isoliert und werden ferner

durch den Film voneinander getrennt, so daß normalerweise der Strom

offen steht. Wenn nun aber der Film reißt und das abgerissene Ende

forttransportiert wird, während das andere Stück weiter oben im Werk

hängen bleibt, so kommt die Druckrolle mit der Trommel in Kontakt, der

Strom wird geschlossen und durch die vorher beschriebene Anordnung das

Licht selbsttätig ausgeschaltet. Zur Erhöhung der Sicherheit können zwei

solcher Kontaktvorrichtungen, eine oben und eine unten im Apparat,

angebracht werden; es ist aber zu bemerken, daß diese Einrichtung nur in

Tätigkeit tritt, wenn das Filmband ganz zerreißt, nicht aber bei

Filmstockungen, die durch Ausreißen der Perforation herbeigeführt

werden.

Rein mechanisch, ohne Anwendung von Elektrizität, arbeitet das folgende

Verfahren, welches von der Beobachtung ausgeht, daß der Film zwischen

unterer Transporttrommel und Aufrollvorrichtung stramm gespannt wird. An

dieser Stelle läßt man gegen den Film eine Rolle laufen, die mittels

eines Hebels eine Klappe öffnet und dadurch den Strahlengang freigibt.

Sobald nun der Film reißt, senkt sich die Rolle, die Klappe schließt und

sperrt die Strahlen ab, so daß das eventuell in der Türöffnung hängende

Ende gegen Entzündung bewahrt ist. Eine in Amerika vielfach übliche

Schutzvorrichtung besteht darin, daß das Gehäuse des Apparates oben mit

einem Drahtgitter umschlossen wird, welches sich in hinreichendem

Abstände vom Gehäuse befindet und den Film vor der Berührung mit den

heißen Metallteilen bewahrt.

Es ist nun die Frage zu erörtern: wie steht es mit der Gefahr der

Ausbreitung des Feuers, wenn das Filmbildchen in der Türe durch die

Strahlen entzündet ist? -- Einen gewissen Schutz gegen eine rasche

Fortpflanzung des Brandes bietet die Türe selbst, die den Film nach

allen Seiten, insbesondere nach oben und unten, umschließt. Ich habe in

dieser Hinsicht mit verschiedenen Apparaten eine Reihe von Versuchen

angestellt, wobei Filmstücke eingesetzt und in der Türöffnung zur

Entzündung gebracht wurden. Es zeigte sich dabei folgendes. Bei

Apparaten, wo die Filmführung der Türe oberhalb und unterhalb der

Öffnung einen Kanal bildet, der hinreichend enge und hoch ist, brannte

die Flamme regelmäßig aus, und zwar beschränkte sich das Feuer auf das

freiliegende Filmbildchen. Das Ersticken der Flamme erklärt sich

dadurch, daß die hochziehenden Brandgase den Kanal füllen und der Flamme

dort die zum Weiterbrennen erforderliche Luft rauben.

Wenn der Film hingegen in der Türe keine solch enge, kanalartige Führung

findet, so brennt er, wie die Versuche zeigten, nach oben weiter und

setzt dann das oberhalb der Türe befindliche Filmstück in Feuer. In der

Türe selbst, oberhalb der Öffnung, läßt der Film dabei Asche zurück,

während der fest eingeklemmte Perforationsrand unversehrt bleibt. Nach

unten pflanzte sich der Brand in keinem Falle fort; die Flamme brannte

vielmehr im unteren Teile der Türe regelmäßig aus.

Bei der Fortpflanzung des Feuers, das durch Einwirkung der Strahlen an

der beleuchteten Stelle des Filmbandes entstanden ist, spielt noch ein

weiteres Moment eine große Rolle. Die Flamme schlägt nämlich, wenn sie

vor der Türe einen freien Raum findet, durch die Türöffnung vorne in die

Höhe und bringt das freiliegende Filmteil oberhalb der Türe

augenblicklich zur Entzündung. Ist die Türöffnung aber nach vorne durch

ein Rohrstück, welches das Objektiv trägt, abgeschlossen (vergl. z. B.

Fig. 36), so kann die Flamme nicht hochschlagen und man ist in dieser

Hinsicht jeder Gefahr enthoben. Bei Apparaten, wo sich das Objektiv an

einer besonderen Trägervorrichtung befindet und der Raum zwischen Türe

und Objektiv frei liegt, ist daher eine besondere Sicherheitsvorrichtung

am Platze; ich habe als solche ein Schutzblech angegeben, das, oben an

der Türe angebracht, der hochziehenden Flamme Halt gebietet.

Man darf schließlich nicht außer acht lassen, daß die Strahlen, welche

auf die Metallteile der Türe fallen, eine Erhitzung derselben

herbeiführen, und daß dadurch sowohl die Entzündung des Filmbandes als

auch die Verbreitung des Feuers eine gewisse Förderung erfährt. Es wird

daher jetzt vielfach hinter der Türe eine Platte angebracht, welche

diese überflüssigen Strahlen auffängt. Die Platte besitzt einen der

Türöffnung entsprechenden Ausschnitt und wird mit Asbest bekleidet; sie

kommt in einigen Abstand von der Türe, damit eine kühlende Luftschicht

dazwischen bleibt.

Es ist noch zu erwähnen, daß sich die verschiedenen Films nicht gleich

verhalten: der eine zündet schneller als der andere; namentlich

ausgetrocknete Films brennen heftiger und die Gefahr der Entstehung und

Weiterverbreitung des Feuers ist daher bei ihnen größer.

Ich habe im Vorstehenden den Weg angegeben, wie man sich gegen die

Fortpflanzung des Feuers, wenn solches durch die Wirkung der Strahlen

angerichtet ist, sichern kann. Aber ich möchte ganz entschieden davor

warnen, sich auf die beschriebenen Vorrichtungen blindlings zu

verlassen. Gewiß mag hundertmal oder noch öfter das Feuer in der Türe

ausbrennen, gewiß mag die Aussicht, daß dies auch in späteren Fällen

geschieht, durchaus berechtigt sein, aber die absolute Gewißheit, daß

nicht auch einmal das Gegenteil eintreten kann, daß nicht also der Brand

nach oben weiter zieht, hat man damit noch keineswegs.

Wie soll sich nun der Vorführer verhalten, wenn er durch

Unvorsichtigkeit das Unglück hat, daß die Strahlen den Film zur

Entzündung bringen? Er kann in solchem Falle keinen schlimmeren Fehler

machen, als daß er voreilig die Türe des Mechanismus öffnet; denn

dadurch wird der Film freigelegt und das Band steht augenblicklich

lichterloh in Flammen. Ferner muß er sich merken, daß durch Blasen das

Feuer nur angefacht, aber nicht gelöscht wird. Am besten ist es, die

Brandstelle scharf zu beobachten: brennt die Flamme, wie erwartet, in

der Türöffnung aus, so ist es gut; sollte das Feuer aber nach oben

weiterglimmen, so schneide oder reiße man den Film oberhalb und dann

sicherheitshalber auch unterhalb der Türe ab und bringe die

abgeschnittenen Teile in Sicherheit. Das in der Türe sitzende Stück kann

alsdann ohne weitere Gefahr ausbrennen. Wenn der Film allerdings in der

Türe keine hinreichend enge Führung hat, wenn also ein Weiterflammen

nach oben zu befürchten oder gar sicher zu erwarten ist, so muß der

Vorführer sofort eingreifen. Er muß dann sein Augenmerk darauf richten,

rasch den Film oben durchzureißen und in Sicherheit zu bringen, wenn er

dazu überhaupt noch Zeit findet.

Um ein Übergreifen eines solchen Feuers auf die Filmspule selbst zu

verhüten, werden sogenannte feuersichere Trommeln verwandt, wie sie

weiter oben beschrieben und abgebildet wurden. Das sind vollständig

verschließbare Büchsen, worin die Filmspule untergebracht wird und aus

welchen das Filmband durch eine Spaltöffnung austritt. Bei Brand soll

sich hier das Feuer selbst ersticken. Durch die gleiche Einrichtung

wird die Filmspule unten auf der Aufrollvorrichtung geschützt.

Es ist noch eine selbsttätige Löschvorrichtung zu erwähnen, die darin

besteht, daß durch das Feuer eine Schnur durchgebrannt wird, welche ein

mit Wasser gefülltes Gefäß im Gleichgewicht hielt, das nun umkippt und

einen Wassersturz über den Film sendet.

Soviel über die Gefahr der Entzündung durch die Strahlen der Laterne!

Wie steht es nun mit weiteren Gefahren? -- Es liegt auf der Hand, daß

das feuergefährliche Material der Films allerhand Gelegenheit zu einem

Brande bietet, wenn es der Vorführer an der nötigen Bedachtsamkeit und

Vorsicht fehlen läßt. Er braucht nur ein glimmendes Streichholz oder

glühende Zigarrenasche auf einen Film zu werfen, oder die Zigarre selbst

damit in Berührung zu bringen, was ja durch die Dunkelheit bei der

Vorführung begünstigt wird; es genügt auch eine unvorsichtige Hantierung

mit einem Licht oder mit dem Filmbande, um ein Feuer herbeizuführen.

Welcherlei Fälle da sonst noch möglich sind, das auszudenken und

aufzuführen wird überflüssig sein. Wichtig aber ist die Frage: Wie kann

hier Unglück vermieden werden? -- Nun, am sichersten dadurch, daß man,

soweit es geht, vorbeugt. Vor allem sollte in der Nähe des Apparates und

der Films nicht geraucht werden; die zur Vorführung bereitliegenden

sowie die gezeigten Films sollten in Blechbüchsen verschlossen

aufbewahrt sein und nicht frei umher liegen. Wenn der Apparat keine

Aufrollvorrichtung hat, lasse man die Films nicht lose auf die Erde

laufen, sondern in einen Behälter, am besten aus feuersicherm Material,

der durch einen mit Spalt versehenen Deckel verschlossen ist.

Ferner werde auch dem Widerstand der elektrischen Lichteinrichtung ein

derartiger Platz angewiesen, daß der Film niemals damit in Berührung

kommen kann.

Frei umherliegendes Filmmaterial gibt nicht nur einem unvorsichtigen

Vorführer leicht Anlaß zur Brandstiftung, sondern ist auch sehr

gefährlich für die Ausbreitung eines im Apparate entstandenen Feuers.

Die Hauptsache dürfte aber wohl sein, daß der Vorführer in jeder

Hinsicht mit dem Apparate und dessen Handhabung vertraut ist, daß er

über die Feuergefährlichkeit der Films gut unterrichtet und daß er

erprobt zuverlässig ist.

Für öffentliche kinematographische Vorführungen haben die Behörden

Vorschriften erlassen, welche darauf hinzielen, die Entstehung von

Bränden möglichst zu verhüten, das Feuer, wenn es einmal ausbrechen

sollte, auf seinen Herd zu beschränken und das Publikum in allen Fällen

gegen Gefährdung zu sichern. Diese Polizeibestimmungen weichen bei den

verschiedenen Bezirken im einzelnen teilweise voneinander ab, laufen

aber im großen auf dasselbe hinaus. Vor allem verlangen sie, daß der

Kinematograph in einem besonderen, vom Zuschauerraum getrennten Raum

untergebracht wird, über dessen feuersichere Ausstattung hier und da

noch besondere Anweisungen gegeben sind. Als Apparatraum dient meistens

ein Eisenblech- oder Asbesthäuschen. Brennbare Stoffe aller Art müssen

aus diesem Raum ferngehalten werden, er darf nicht mit offenem Licht

erleuchtet werden, und darin zu rauchen ist verboten. Die Films sollen

in feuersicherem Behälter untergebracht sein. Für die Bekämpfung eines

Brandes sind genügende Mengen von Wasser und Sand sowie eine Flammdecke

zum sofortigen Gebrauch bereit zu halten.

Was den Apparat selbst anbetrifft, so lauten die Sicherheitsvorschriften

im wesentlichen dahin, daß er eine Blendscheibe besitzt, die den Film

bei Ruhestellung gegen die Strahlen schützt, und daß die Spulen, welche

zum Ab- und Aufwickeln des Filmbandes dienen, sich in feuersicheren

Büchsen (Trommeln) befinden; an einigen Stellen wird auch die Benutzung

einer Kühlküvette zur Pflicht gemacht. Die Bedienung des Apparates soll

nur durch sachkundige Leute geschehen, und zwar bestimmen verschiedene

Bezirke, daß während der Vorführung eine zweite Person zur Hilfeleistung

zur Hand sei.

Ich habe hier die Feuersgefahr bei kinematographischen Vorführungen

eingehend behandelt, und zwar absichtlich. Eine so ausführliche

Darlegung erschien mir deshalb besonders wichtig, weil in dieser

Hinsicht viel Ungewißheit herrscht -- man findet Übertreibungen auf der

einen und Sorglosigkeit auf der ändern Seite. In aller Interesse ist es

zu wünschen, daß sowohl eine übertriebene Angst vor dem Kinematograph

einer ruhigen und sachlichen Beurteilung Platz macht, als daß namentlich

auch die genaue Kenntnis der Gefahren allenthalben die genügende

Vorsicht im Betriebe herbeiführt.

Allerdings werden sich Kinematographen-Unfälle nicht ganz ausrotten

lassen. Es wird damit gerade gehen wie mit vielen ändern Sachen: hier

passiert das Unglück einem Neuling, der unerfahren und nicht

unterrichtet ist, dort einem sorglos gewordenen Praktiker, der, weil es

immer gut ging, vertraut, daß es ohne Zutun so weiter laufen müsse; auch

wird es immer wieder einen fahrlässigen Vorführer geben, der sich über

die Vorschriften hinwegsetzt und sich z. B. nichts daraus macht, beim

Apparat zu rauchen und die Filmbüchsen als Aschenbecher zu benutzen. --

Aber es kann doch vieles geschehen, die Zahl der Unfälle zu beschränken:

durch Auswahl geeigneten Personals, durch genaue Unterweisung und durch

strenge Einhaltung der Sicherheitsmaßregeln.

Noch eins! Die besonderen Gefahren, welche den kinematographischen

Vorführungen anhaften, sind, wie wir gesehen haben, dem leicht

entzündlichen Filmmaterial, dem Zelluloid, zuzuschreiben. Welch

gewaltigen Fortschritt die Einführung eines unverbrennlichen oder doch

schwer brennbaren Filmmaterials bedeuten würde, ist leicht einzusehen.

Die Schwierigkeiten, welche die Herstellung eines solchen Film bereitet,

sind außerordentlich; viele Versuche sind gescheitert. Es steht aber zu

erwarten, daß das unter dem Namen »Cellit« bekannte Material in nicht zu

ferner Zeit erfolgreich zur Verwendung gelangt.

Vorführung und Programm.

Auch bei der Vorführung halte man an dem Prinzip fest, dem Publikum den

Aufenthalt möglichst angenehm zu machen. Wer in dieser Hinsicht

gleichgültig ist, wer da meint, es geschehe genug, wenn jeder Zuschauer

seinen Sitzplatz habe und dann die Bilder heruntergerasselt sehe, der

mag leicht mancherlei Anlaß zur Unzufriedenheit bieten, und wenn er das

Auge offen hält, so wird er beobachten, daß er damit seinem Unternehmen

am meisten schadet. Es heißt auch hier, mit Überlegung an die Sache

heranzugehen.

In erster Linie muß der Vorführer den Apparat sowohl wie die

Lichteinrichtung durch und durch kennen und mit deren Bedienung völlig

vertraut sein. Es genügt nicht, daß er die Einrichtung einmal tadellos

vorführt: er muß auch über fehlerhafte Erscheinungen Bescheid wissen,

damit er solche zu vermeiden versteht, und muß in der Lage sein, bei

irgendwelcher Störung, ohne den Kopf zu verlieren, sofort Abhilfe zu

schaffen. Alle Vorbereitungen, wie Einrichten des Apparates, Zentrieren

der Lichtquelle und Scharfeinstellen des Objektivs, sollten vorher

erledigt werden, und wenn etwas noch nach Erscheinen des Publikums zu

geschehen hat, so besorge man es möglichst unbemerkbar. Daß man die

Zuschauer vor Nebenlicht bewahren und mit dem Geräusch des Apparates

möglichst verschonen muß, sowie daß die Sitzplätze zweckmäßig anzuordnen

sind, habe ich oben schon gesagt.

Vor allem lasse man das Publikum nicht im Dunklen sitzen, wenn kein Bild

auf der Projektionswand steht; man sorge vielmehr für ausreichende

Beleuchtung vor und nach der Vorführung, und zwar muß der Raum hell

gemacht werden, sowie der Apparat aufhört zu spielen. Ferner richte man

es so ein, daß die Zuschauer niemals die weiße Wand zu sehen bekommen.

Man vermeide es auch möglichst, den Beginn der Vorstellung zu

verschieben; denn, müssen die Leute über die angesetzte Zeit hinaus

warten, so werden sie ungeduldig und unzufrieden. Kurz und gut: man

strebe darnach, alles so gut zu gestalten, daß die Zuschauer nichts

auszusetzen haben; wenn man dies im Auge hält, findet sich der richtige

Weg von selbst und man wird gut dabei fahren.

Wie eben schon gesagt, muß man es unbedingt vermeiden, die Zuschauer die

weiße Wand sehen zu lassen. Wenn die Films aneinander geklebt werden,

wie dies meist üblich ist, so klebe man stets ein kurzes Stück schwarzen

Film dazwischen. Spannt man die Films einzeln ein, so muß der Vorführer

aufpassen, daß er im rechten Augenblick den Verschluß schließt, denn

wenn er das Ende des Film hindurchdreht, so kommt der weiß beleuchtete

Schirm zum Vorschein und das Publikum wird plötzlich durch den grellen

Schein geblendet. Darunter leidet der Eindruck auch des besten Bildes.

Der Schluß eines jeden Bildes läßt sich übrigens leicht dadurch

kenntlich machen, daß man ein Stück schwarzen Film anklebt.

Nun das Programm! -- Ich denke hierbei an eigentliche

kinematographische Vorführungen, wie solche z. B. in den zahlreichen

Kinematographen-Theatern veranstaltet werden. Wenn man sich da zunächst

umsieht, was auf dem Gebiete der Filmfabrikation geleistet wird, so muß

man geradezu staunen; Phantasie und Unternehmungsgeist überbieten sich,

immer Neues und Originelles zu schaffen. Die Auswahl an Sujets ist ganz

enorm; leider aber findet sich manches Stück darunter, dessen Vorführung

lieber unterbliebe. Jeder Leiter eines Kinematographien-Unternehmens tut

gut daran, sein Programm rein zu halten von solchen Bildern, die

verrohend wirken und die Sensationslust der Menge züchten; er halte fest

an dem Grundsatz, nur Darstellungen zu geben, welche Belehrung und

Unterhaltung im edlen Sinne bieten.

Für die Zusammenstellung des Programms läßt sich natürlich kein

allgemein gültiges Schema geben. Bei der Auswahl der Bilder muß man sich

zunächst nach dem Publikum richten. In einer Industriestadt z. B., wo

man hauptsächlich mit Fabrikarbeitern zu rechnen hat, wird man andere

Zusammenstellungen wählen, wie in einem Landstädtchen oder in einem

Militärplatz; und für Kinder hinwieder wird man ein anderes Programm

machen als für Erwachsene. In dieser Hinsicht mag es vielleicht schwer

sein, von vorneherein das Richtige zu treffen: Es gilt daher beobachten,

welcherlei Bilder am besten gefallen.

Ist man hierüber im klaren, so heißt es nun, Sujets auszusuchen, welche

zusammen passen, und diese dann in geeignete Reihenfolge zu bringen. Da

muß der Leiter des Unternehmens zeigen, was ihm an Erfahrung, Geschick

und Geschmack eigen ist; er nehme diese Arbeit nicht zu leicht, denn der

Erfolg hängt doch in erster Linie von seiner Darbietung ab. Die Bilder

mögen an sich noch so schön sein, werden sie wahllos bunt durcheinander

gezeigt, so kann ihre Wirkung zerstört werden; der Gesamteindruck der

Vorführung wird dann keinesfalls befriedigend ausfallen.

In der Aufeinanderfolge der Darstellungen sind harte Gegensätze zu

vermeiden; es wäre z. B. verfehlt, auf einen »Film zum Totlachen« eine

grausige Tragödie zu bringen. Das Programm soll in allen Teilen

abgestimmt und harmonisch sein; diese Forderung ist hier ebenso

berechtigt wie bei einem Konzert, wo man nicht nur schöne Musik zu hören

wünscht, sondern auch eine geschmackvolle Zusammenstellung auserlesener

Stücke verlangt. Ein erfahrener Unternehmer wird nicht das Beste zuerst

bringen; er wird vielmehr für eine gewisse Steigerung sorgen, um dadurch

das Publikum in Spannung zu halten. Auf keinen Fall darf die Vorführung

auf die Dauer ermüdend wirken, was z. B. eintreten kann, wenn man des

Guten zuviel tut. Das Einlegen von Pausen ist unbedingt erforderlich. In

den Kinematographen-Theatern wickelt sich das Programm in der Regel in

einer bis anderthalb Stunde ab, und zwar wird es in drei Abteilungen

gebracht, zwischen denen Pausen von etwa 10 Minuten liegen.

Es ist üblich, jedes Bild durch einen Titel anzuzeigen; diesen Brauch

halte man unbedingt bei. Besteht ein Film aus mehreren Abteilungen, so

empfiehlt es sich, den Übergang zu jeder neuen Szene ebenfalls durch

eine »Überschrift« zu kennzeichnen. Gelegentlich wird es möglich sein,

das Programm unter einem bestimmten Motto herauszugeben, und wenn das

geschickt gemacht wird, so gewinnt die Vorführung dadurch unbedingt an

Interesse. Natürlich muß dabei Eintönigkeit vermieden werden. Welche

Abwechslung läßt sich z. B. schaffen in einem Programm mit dem Motto:

Reise um die Erde in so und so vielen Szenen oder Bildern! Da kann man

Landschaften, Panoramas, Straßenszenen, Seestücke, Darstellungen aus dem

Volksleben, Jagd- und Tierbilder, und wer weiß was sonst noch, vereinen,

auch geeignete humoristische Films lassen sich darin unterbringen. Es

ist kein schlechter Gedanke, zwischendurch einige »stehende Lichtbilder«

zu zeigen, welche auf das gemeinsame Thema Bezug haben. Das Programm

erfährt dadurch eine treffliche Ergänzung; gleichzeitig wird so der

Zuschauer davor bewahrt, durch die ewige Bewegung auf der Wand, der das

Auge rastlos folgen soll, zu ermüden. Es gibt eine Art Erholungspause.

Daß man durch Einschalten von »Nebelbildern« das Programm noch

prächtiger ausgestalten kann, darauf möchte ich hier immerhin aufmerksam

machen. Der Nebelbilderapparat besteht bekanntlich aus zwei oder drei

Projektionslaternen, die unter einem Winkel über- oder nebeneinander so

aufgestellt sind, daß ihre Lichtkreise auf der Wand sich decken, und aus

einem Dissolver, d. h. einer Vorrichtung, welche die Bilder ineinander

übergehen, oder, wie man sagt, »verschwinden« läßt. Die beigegebene

Abbildung (Fig. 110) zeigt z. B. einen aus drei übereinander stehenden

Laternen gebauten Apparat, deren untere mit Kinematograph versehen ist

und lebende Lichtbilder wirft, während die beiden oberen zur Darstellung

von Nebelbildern sowie auch einfachen stehenden Lichtbildern dienen. Man

kann die Einrichtung auch so treffen, daß für beide Zwecke besondere

Apparate benutzt werden, daß man also eine Laterne mit Kinematograph für

sich aufstellt und daneben eine Doppellaterne.

[Illustration: Fig. 110.]

Mit dem Nebelbilderapparat wird man an geeigneter Stelle das eine oder

andere Effektstück einschalten. Es heißt aber: sorgsam Auswahl treffen

und nicht zu viel bringen. Am besten kommen diese Effekte zur Wirkung,

wenn die ganze Vorführung nach einem bestimmten Motiv zusammengestellt

ist. So würde man in dem oben angedeuteten Programm »Reise um die Erde«

z. B., nachdem der Kinematograph in lebendigem Bilde die Ausfahrt des

Ozeandampfers gezeigt hat, ein Effektbild »Sonnenuntergang auf dem

Meere« bringen. Dazu projiziert zunächst die erste Laterne ein prächtig

koloriertes Bild eines Sonnenunterganges, wie er sich uns vom Schiff aus

auf dem unendlichen Ozean darbietet. Alsdann setzt man in die zweite

Laterne dasselbe Bild, jedoch als Mondschein koloriert, und dreht den

Dissolver; das Purpur des Sonnenuntergangs geht nun allmählich in Blau

über, und während die erste Laterne langsam außer Tätigkeit tritt,

gewinnt das dunkle Blau immer stärker an Kraft, Mondschein schimmert auf

den Wellen. Ein derartiger Effekt, so einfach er sich erzielen läßt, ist

von unbeschreiblicher Wirkung; das Publikum wird um so mehr Gefallen

daran finden, als das Auge die Ruhe eines solchen Bildes zwischen den

kinematographischen Darstellungen recht wohltuend empfindet.

Wenn ich es eben als zweckmäßig empfahl, stehende Lichtbilder bei der

Kinematographien-Vorführung zu Gaste gehen zu lassen, so möchte ich

jetzt darauf hinweisen, daß umgekehrt der Kinematograph eine prächtige

Ergänzung zu einer Darbietung von einfachen Lichtbildern wie auch von

Nebelbildern bildet und daß er namentlich bei Projektionsvorträgen

vorzügliche Dienste leisten kann. Denn das stehende Lichtbild kann doch,

was Anschaulichkeit betrifft, an die kinematographische Darstellung

nicht heran. Wer noch nie am Meere war, erhält wohl vom Lichtbilde einen

Begriff von der unendlichen Wasserfläche, aber erst der Kinematograph

zeigt ihm -- gleich der Wirklichkeit -- wie die mächtigen Wogen dahin

gehen oder wie sie brandend und schäumend gegen die Küste schlagen,

zeigt ihm, wie ein Ozeandampfer hinausfährt oder ein Kriegsschiff

manövriert. Das Lichtbild greift eben nur einen einzelnen Moment aus dem

Leben heraus, während der Kinematograph eine ganze Episode wiedergibt

und uns geradezu in die Wirklichkeit versetzt. Daher sollte dieser

Apparat, wo es angeht, zur Erhöhung der Anschaulichkeit bei

Lichtbildervorträgen herangezogen werden; er kann da in vielen Fällen

von großem Nutzen sein.

Namentlich in Spezialitäten-Theatern, wo der Kinematograph sich als

Schlußnummer eingebürgert hat, ist es üblich, die Vorführung der

lebenden Bilder mit Musik zu begleiten. Wer in solchen Fällen das

Programm aufzustellen hat, hüte sich davor, in Geschmacklosigkeiten zu

verfallen und Musikstücke zu wählen, die zu den Films nicht passen. Denn

unter einer ungeeigneten Begleitung muß der Eindruck leiden, wenn er

nicht gar ein schlechter wird; dann lieber keine Musik!

Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß den »lebenden

Lichtbildern« eigentlich etwas fehlt, um wirklich »lebendig« zu wirken;

und gewiß, wenn da auf der Wand in wundervoller und naturgetreuer

Darstellung ein mächtiger Wasserfall herunter »braust« oder wenn die

wilden Wogen des sturmgepeitschten Meeres gegen die Küste »donnern« --

was sagen denn unsere Ohren ob dieser geräuschlosen Darstellung! Je

natürlicher und packender das Bild ist, je tiefer wir uns in die

Situation hineindenken, desto mehr vermissen wir den Laut; jeden

Augenblick vermeint unser Ohr das Brausen oder Donnern müßte losbrechen

und ist gewissermaßen enttäuscht über die atemlose Stille. Nicht nur aus

der Natur, sondern auch vom Theater her sind wir gewohnt, gleichzeitig

zu sehen und zu hören. Ja, die Bühne bringt das, was der

Kinematographien-Vorführung fehlt: die Nachahmung des Naturlautes; dort

können wir also lernen. Wer etwas in die Geheimnisse der Bühnentechnik

eindringt, wird finden, daß verhältnismäßig einfache Mittel genügen, um

ausgezeichnete Wirkungen hervorzurufen. Natürlich muß man sich auch hier

vor Übertreibungen hüten; es heißt sorglich abwägen, wann solche Mittel

überhaupt angebracht sind, und dann ängstlich beachten, daß sie im

richtigen Augenblick einsetzen.

[Illustration: Fig. 111.]

Um demjenigen, der sich für diesen Gegenstand interessiert, einen

Begriff zu geben, will ich die eine oder andere Vorrichtung kurz

beschreiben. Die beistehende Abbildung (Fig. 111) zunächst stellt eine

Maschine dar, mit der man das Brausen des Wassers nachahmen kann. Sie

besteht aus einem einfachen hölzernen Gestell, welches eine Trommel

trägt; diese Trommel ist mit grobem Glaspapier überspannt und läßt sich

mittels einer Kurbel drehen. Oben ist schaukelartig, rechts und links

durch Stifte gehalten, ein langer, flacher Kasten aus Weißblech

aufgesetzt, in welchen eine Reihe Nägel eingeschlagen ist; diese gehen

durch das Metall in einen zweiten darunter angebrachten hölzernen Boden.

Auf den Holzboden ist grobes Glaspapier aufgespannt, welches mit dem

Glaspapier der Trommel in Berührung kommt. Wenn man nun mit der linken

Hand den Kasten in schräger Stellung festhält und mit der rechten die

Kurbel dreht, so gibt es ein Geräusch, das sich wie das unaufhörliche

Rauschen eines Wasserfalles anhört. Um das Rauschen und Brechen der

Wogen an einer steinigen Küste nachzuahmen, bringt man in den Kasten

eine Anzahl kleiner Steinchen und dicker Schrotkugeln; ferner braucht

man dazu ein langes Stück Blech. Im Augenblick, wo die Welle sich

bricht, läßt man das Blech durch einen Druck von beiden Seiten her sich

durchbiegen, sodaß es hin- und herschwingt, wie dies die punktierten

Linien in Fig. 112 andeuten; unmittelbar darauf gibt man der Kurbel eine

rasche Drehung, um das Vorschießen des Wassers auf den Strand

wiederzugeben, und neigt dann den schräg stehenden Kasten nach der

ändern Seite, so daß die Steinchen und Körner herüber rutschen und

rollen, wobei sie immer gegen die eingeschlagenen Nägel stoßen.

Hierdurch wird das Zurückziehen des Wassers und das Nachrollen der

Steine trefflich imitiert. Mit derartigen Vorrichtungen kann man

vielerlei Kombinationen machen; natürlich muß die Wirkung gehörig

studiert und in Verbindung mit dem Bilde ausprobiert werden.

[Illustration: Fig. 112.]

Das Rollen des Donners läßt sich sehr gut wiedergeben mit Hilfe eines

großen Eisenblechs, das etwa ein Meter oder noch mehr lang und breit

ist; man stellt es mit einer Kante auf den Boden und drückt von oben

derart darauf, daß es hin und her schwingt, wie es bei dem oben

benutzten Blech (Fig. 112) geschah. Wind und Sturm werden mit Hilfe

einer Trommel zur Darstellung gebracht, die mit einer Art Schaufeln wie

ein Dampferrad versehen und drehbar angeordnet ist. Oben über die

Trommel ist möglichst stramm ein Stück schwerer grober Seide oder auch

Segeltuch gespannt, das bei rascher Umdrehung der Trommel das gewünschte

Geräusch gibt. Bei einer ändern Ausführung sind auf der Trommel an

Stelle der Schaufeln scharfkantige Leisten angebracht und um die Trommel

ist eine Reihe von starken Schnüren gespannt, die unten am Gestell der

Maschine befestigt werden. Bei raschem Drehen reiben die Kanten über die

Schnüre und bringen das Geräusch hervor. Zur Not läßt sich das Heulen

des Windes auch in der Weise nachahmen, daß man einen kräftigen

Gartenschlauch um den Kopf schwingt. Das Prasseln des Regens

wiederzugeben, dazu wird man bei kinematographischen Vorführungen wohl

selten in die Lage kommen. Immerhin sei hier beschrieben, wie man sich

helfen kann. Es wird ein Stück Packpapier auf einen großen Reif geklebt

und eine Handvoll Körner darauf gebracht. Wenn man den Reif nun rundum

schwenkend von einer Seite zur andern neigt, rollen die Körner auf dem

Papier herum und rauschen dabei wie der Regen. Damit ein solcher Effekt

zur Geltung kommt, darf das Geräusch des Kinematograph allerdings nicht

vorherrschend sein. Bei der jetzt üblichen Anordnung der

Kinematographen-Theater, wo der Apparat in einem isolierten

Vorführungsraum steht, ist letzteres nicht zu befürchten.

[Illustration: Fig. 113. Geräuschmaschine.]

Zur Nachahmung der verschiedenen Geräusche hat man auch Apparate

konstruiert, die gewissermaßen in komprimierter Form alle möglichen

Vorrichtungen dieser Art umfassen. Eine solche Geräuschmaschine ist in

Fig. 113 dargestellt. Damit läßt sich nun alles wiedergeben, was man

wünscht: Donnern und Kanonen, Pferdegetrampel, Automobilgerappel,

Trommelschlag, Flöten, Glockenschlag und Signal, Wasserfall und Regen,

Zerbrechen von Glas, Kindergeschrei, Hundegebell usw.

Verbindung von Kinematograph und Sprechmaschine.

Eine weit natürlichere Wiedergabe, und zwar mit viel größerem Spielraum

bietet uns der Phonograph; er beschränkt sich nicht auf die Laute der

Natur, sondern bringt auch Musik, Rede und Gesang. Die Bemühungen,

Kinematograph und Sprechmaschine zu verbinden, haben schon recht hübsche

Resultate gezeitigt. Beide Apparate müssen natürlich exakt zu rechter

Zeit einsetzen und genau taktmäßig laufen, wenn man nicht ein wirres

Durcheinander bekommen will. Diese Forderung zu erfüllen, erscheint an

sich einfach: man braucht nur die Räderwerke von Kinematograph und

Sprechmaschine durch eine geeignete Übersetzung »zwangläufig«

miteinander zu verbinden, dann muß der eine genau mit dem anderen gehen,

er kann nicht vorstreben oder zurückbleiben. Indessen bietet die

praktische Ausführung insofern zunächst eine Schwierigkeit, als man die

Sprechmaschine, um die richtige Wirkung zu erzielen, beim

Projektionsschirm, also weit vom Kinematograph entfernt, aufstellen muß.

Besondere Schwierigkeiten aber liegen in folgender Bedingung: die

Sprechmaschine muß mit einer bestimmten, gleich bleibenden

Geschwindigkeit laufen, damit der Ton die richtige Höhe erhält, und

darin ist die Maschine sehr empfindlich -- jede Abweichung bringt einen

Mißton. Nun ist der Kinematograph ein unruhiger Bruder; er läuft nicht

so gleichmäßig: da kommt z. B. einmal eine Klebstelle im Filmband, die

momentan eine geringe Verzögerung der Geschwindigkeit herbeiführt. In

diesem Augenblick schreit die Sprechmaschine, welche, da sie fest mit

dem Kinematograph gekuppelt ist, nun ebenfalls etwas langsamer läuft;

der Ton geht dabei herunter, um dann aber sofort wieder in die Höhe zu

schnellen. Um diesen Übelstand zu vermeiden, läßt man die

Sprechmaschine, so wie sie soll, ruhig für sich laufen und reguliert nun

nach ihrem Gang mittels einer Anzeigevorrichtung die Geschwindigkeit des

Kinematograph-Mechanismus. Man muß ferner auch noch mit der Möglichkeit

rechnen, daß einmal die Nadel der Sprechmaschine entgleist und in eine

benachbarte Schallfurche überspringt. In solchem Falle ist ein

entsprechendes Beidrehen des Kinematographen erforderlich, damit Bild

und Ton wieder in Einklang kommen. Der Vorrichtungen, die zur Kontrolle

des Gleichlaufes dienen und die man »Synchronismen« nennt, gibt es

verschiedene.

[Illustration: Fig. 114.]

Eine einfache Anordnung zu diesem Zwecke ist in Fig. 114 dargestellt.

Das Werk der Sprechmaschine, die mittels eines Uhrwerkes oder eines

Elektromotoren angetrieben wird, betreibt gleichzeitig einen kleinen

Kollektor: es ist das eine Trommel, die auf ihrem Umfange mehrere

Kontakte besitzt. Darauf schleift eine Feder, von der eine Stromleitung

zu einer elektrischen Uhr führt. Wenn nun die Sprechmaschine läuft, so

erhält die elektrische Uhr bei jeder Kontaktberührung, die die Feder auf

dem Kollektor macht, einen Stromstoß; der in der Uhr angeordnete

Elektromagnet stößt dann mit seinem Anker das Steigrad weiter und mit

diesem dreht sich der Uhrzeiger jeweils um ein kleines Stückchen

vorwärts. Auf diese Weise wird also der Uhrzeiger durch die

Sprechmaschine in Betrieb gesetzt, und zwar hängt die Geschwindigkeit,

mit der er sich bewegt, von der Umdrehungsgeschwindigkeit der

Sprechplatte oder -walze ab. Nun besitzt die Uhr noch einen zweiten

Zeiger. Dieser wird durch Zahnradübersetzung vermittels einer biegsamen

Welle angetrieben, die an einer der rasch laufenden Achsen

des Kinematograph-Mechanismus angebracht ist. Wenn man den

Kinematograph-Mechanismus dreht, so läuft dieser Zeiger rund. Die

gesamte Anordnung ist nun derart getroffen, daß Kinematograph und

Sprechmaschine richtig zusammen laufen, wenn sich die beiden Uhrzeiger

mit gleicher Geschwindigkeit drehen. Der Vorführer braucht also beim

Betriebe nur die Uhr zu beobachten und seinen Mechanismus derart zu

drehen, daß die Uhrzeiger sich stets decken. Bleibt einer der Zeiger

zurück oder strebt er vor, so muß der Vorführer entsprechend rascher

oder langsamer drehen. Erfolgt der Antrieb des Kinematographien mit

Motor, so muß der Vorführer je nach der Verschiebung der Zeiger den

Regulierwiderstand des Motors entsprechend verstellen, damit dessen

Geschwindigkeit geregelt wird. Zum Betriebe der Uhr genügt eine Batterie

von zwei Trockenelementen. In diesen Stromkreis werden zur Verständigung

zwischen Vorführer und dem Mann, der die Sprechplatte auflegt, Telephone

mit Anrufklingeln eingeschaltet. Die Auslösung der Sprechmaschine kann

durch den Vorführer von seinem Stande aus bewirkt werden; es ist eine

derartige Fernauslösung praktisch, weil dann ein gleichzeitiges

Einsetzen beider Apparate leichter zu erzielen ist.

Man hat die Uhr auch in der Weise abgeändert, daß nur ein einziger

Zeiger zur Verwendung kommt, der mittels Differentialgetriebes

gleichzeitig vom Kinematograph-Mechanismus und durch Vermittlung der

elektrischen Übertragung von seiten der Sprechmaschine angetrieben wird.

Hier muß bei Gleichlauf der Zeiger stillstehen. Schlägt er nach rechts

oder links aus, so weiß der Vorführer, daß der Kinematograph zu rasch

oder zu langsam läuft, und er muß dann entsprechend korrigieren.

Handbuch der praktischen Kinematographie Die verschiedenen Konstruktions-Formen des Kinematographen, die Darstellung der lebenden Lichtbilder sowie das ... · 第 14 / 26 题