Korrigierung der falschen Bildeinstellung in der Türöffnung dient. Es
besteht darin, daß die untere Zahntrommel auf ihrer Achse mittels eines
Triebes drehbar angeordnet wird. Die Abbildung Fig. 37 zeigt eine solche
Konstruktion. In einer einfacheren Ausführung geschieht diese Drehung
mittels zweier ineinander greifender Zahnräder.
Es ist leicht einzusehen, daß das Filmbild in der Türe durch eine
Verstellung der Transporttrommel auf ihrer Achse auf- oder abwärts
verschoben wird, sodaß auf diese Weise eine falsche Bildeinstellung
korrigiert werden kann. Die beschriebene Anordnung läßt sich aber nur
bei Ruhestellung des Apparates anwenden, da der Triebknopf, wenn die
Trommel in Rotation befindlich ist, wegen seiner exzentrischen Stellung
nicht mit Sicherheit gehandhabt werden kann. Anders ist es bei der in
Abbildung Fig. 38 skizzierten Konstruktion, wo der Triebknopf
konzentrisch zur Achse sitzt und während des Betriebes ein Anhalten des
Knopfes genügt, um eine Verschiebung der Trommel herbeizuführen. Es ist
dazu an der Zahntrommel, die sich lose auf der Achse befindet, ein
Zahnrad A angebracht während daneben fest auf der Achse ein gleich
großes Zahnrad B sitzt. In diese beiden Zahnräder greift ein kleines,
breites Zahnrad C, das in dem aufgesteckten Kopfe D gelagert ist.
Hierdurch sind die Räder A und B verkuppelt und beim Betriebe läuft die
Trommel mit der Achse, als wenn sie fest darauf säße. Wenn man nun aber
den am Kopfe D angebrachten Triebknopf bei Ruhestellung des Apparates
dreht, so bringt man das Zahnrad C auf dem fest und stillstehenden Rade
B zum Laufen und dadurch wird das Rad A mit der Trommel in
entgegengesetzter Richtung gedreht. Beim Betriebe genügt es, den Knopf
festzuhalten; die Achse mit dem Rade B bewegt sich dann weiter, das Rad
C gerät in Umdrehung und bewirkt mittels des Rades A eine
Rückwärtsverschiebung der Trommel.
[Illustration: Fig. 37.]
[Illustration: Fig. 38.]
Die Schonung des Filmbandes im Mechanismus.
Bei der Ausführung des Apparates spielt die Schonung des Filmbandes eine
große Rolle. Der Film soll weder verkratzt noch gerissen oder gezerrt
werden; soll er überhaupt auf keine Weise Beschädigungen erleiden. Wie
ich schon erwähnte, wird die Türe des Apparates so hergerichtet, daß der
Film dort nur an den Seiten aufliegt, während das mittlere Stück,
welches die Bilder trägt, ganz frei läuft. Nach diesem Prinzip werden
nun nach Möglichkeit die anderen Apparat-Teile gebaut, mit denen der
Film in Berührung kommt; insbesondere sind die Trommeln zwischen den
beiden Zahnkränzen vertieft und desgleichen die Rollen, die den Film
gegen die Trommeln drücken.
Wenn auf diese Weise die Bildschicht gegen Beschädigungen bewahrt
bleibt, so gilt es nun weiterhin, das Filmband selbst möglichst zu
schonen, denn die ruckweise Weiterbewegung stellt bei ihrer großen
Geschwindigkeit immerhin Anforderungen an das Filmmaterial. Man muß
naturgemäß sein Augenmerk in erster Linie auf den Bewegungsmechanismus
richten, und zwar auf die Stelle, wo der Film gefaßt und vorwärts
gezogen wird. Wie wir wissen, spielt bei der Weiterbewegung die
Perforation eine große Rolle; ja, sie muß den Ruck der Weiterbewegung
aushalten, denn mit Hilfe der Löcher, in welche der Mechanismus
eingreift, wird das Filmband vorwärtsgezogen.
Werden beim Transport nur zwei Löcher der Perforation gefaßt, wie beim
»Greifersystem« mit einfacher Gabel, deren »Zinken« rechts und links in
ein Loch eingreifen, so konzentriert sich der Ruck auf diese beiden
kleinen Stellen und diese sind daher, falls in der Weiterbewegung irgend
ein Hemmnis eintreten sollte, stark gefährdet. Zweckmäßiger muß ein
Mechanismus erscheinen, bei welchem der bewegende Teil in mehrere Löcher
gleichzeitig eingreift, sodaß sich die Gewalt des Ruckes auf eine
größere Strecke des Filmbandes verteilt. Man hat daher den Greifer, wie
oben schon erwähnt, auch mit einer mehrteiligen Gabel versehen. Beim
Malteserkreuz- und Schlägersystem führt man den Film ein Stück um die
Transporttrommel herum, und namentlich bei dem letzteren System steht es
ohne weiteres frei, die Trommel recht groß zu nehmen, sodaß eine ganze
Reihe von Zähnen gleichzeitig in die Perforation faßt und zum Transport
mitarbeitet.
Diese Anordnung hat noch einen Vorteil: sie bietet die Möglichkeit,
Films, deren Perforation beschädigt und zum Teil eingerissen ist, ohne
Störung durchlaufen zu lassen. Bei Schläger-Apparaten ist noch in bezug
auf die Filmschonung die Form des Schlägers selbst zu beachten. Ein
schmaler Stift schlägt messerartig auf den Film und reibt beim
Weitergehen darauf; darum ist es gut, eine breite Rolle auf den
Schlägerstift zu setzen. Daß die Verwendung einer Vorschubtrommel
zweckmäßig und bei langen Films erforderlich ist, wurde bereits oben
erwähnt.
Wenn nun die einzelnen Teile des Apparates nach diesen Gesichtspunkten
hergerichtet sind, so müssen sie schließlich auch derart
zusammengestellt sein, daß dem Film auf dem ganzen Wege, den er zu
durchlaufen hat, keinerlei Hemmnisse geboten werden, die zu
Beschädigungen Anlaß geben könnten.
Selbsttätige Feuerschutz-Vorrichtungen.
Es ist hier noch eine Einrichtung zu besprechen, die sehr häufig bei
Kinematographen zur Anwendung kommt, und die dazu dient, eine Entzündung
des Filmbandes durch die Strahlen zu verhindern. Das Zelluloid, woraus
das Filmband besteht, ist ja leicht entzündlich und die Lichtstrahlen,
die den Film kreuzen, sind bei starker Lichtquelle von intensiven
Wärmestrahlen begleitet. Während der Film durch den Apparat bewegt wird,
ist allerdings nicht das geringste zu befürchten; denn in der kurzen
Zeit, die jedes Filmbildchen in Projektionsstellung verweilt, vermag
auch das stärkste Licht keine schädliche Wirkung darauf auszuüben.
Vorsicht ist jedoch beim Einsetzen des Filmbandes am Platze, weil dann
der Film einige Zeit in der Türe ruhig steht und das in der Öffnung
befindliche Stück der Einwirkung der Strahlen ausgesetzt ist.
[Illustration: Fig. 39. Feuerschutz mit Regulator.]
Während man nun vielfach beim Einsetzen des Film die Strahlen einfach
durch einen am Laterngehäuse befindlichen Schieber absperrt, hat man
auch Einrichtungen zur Anwendung gebracht, die bei Ruhestellung des
Apparates selbsttätig eine Absperrung des Lichtkegels bewirken und
dadurch eine Entzündung des Film infolge Unachtsamkeit ausschließen. Die
Abbildung Fig. 39 zeigt eine derartige Konstruktion, bei der man sich
den Regulator der Dampfmaschine zunutze gemacht hat. A ist eine leichte
Metallplatte, welche die Türöffnung des Apparates verdeckt und das darin
befindliche Filmstück gegen die Strahlen schützt. Sowie aber der
Mechanismus in Bewegung gesetzt wird, senkt sich die Platte nach unten
in die punktierte Stellung und gibt die Türe frei. Dies wird bewirkt
durch den Regulator B, und zwar in folgender Weise. Wenn der Apparat in
Gang kommt, wird die den Regulator tragende Stange in schnelle Umdrehung
versetzt; die beiden Kugeln schlagen infolge der Zentrifugalkraft hoch
und heben mit ihren Armen das Metallstück C, woran mittels
Hebelübertragung die Sperrplatte A befestigt ist. Man findet bei manchen
Apparaten diese Platte direkt, ohne Hebel, mit dem Regulator verbunden,
derart, daß sie in einer Führung hochgehoben wird. Diese Anordnung zeigt
aber in der Praxis leicht einen Übelstand. Die Platte wird nämlich durch
die Strahlen erhitzt und sie kann sich dadurch erfahrungsgemäß so stark
ziehen, daß sie sich in der Führung festklemmt und daß der Mechanismus
versagt. Wie diese automatische Feuerschutz-Vorrichtung mit Regulator
vom Werk aus angetrieben wird, ist aus Fig. 40 deutlich zu ersehen.
Auch der auf gleichem Prinzip beruhende Regulator auf horizontaler
Achse, wie man ihn bei Phonographen sieht, kommt beim Kinematographen
häufig zur Anwendung.
[Illustration: Fig. 40. Apparat mit automatischem Feuerschutz.]
In einer anderen Konstruktion, die in Fig. 41 dargestellt ist, wird die
automatische Absperrung und Öffnung des Strahlenkegels mit Hilfe einer
kleinen Luftpumpe bewirkt. Die Pumpe P ist durch einen Schlauch S mit
einem schmalen Zylinder C verbunden und in diesem befindet sich ein
Kolben, an dem die Sperrplatte A angebracht ist. Sowie man nun den
Apparat in Gang bringt, wird die Pumpe durch eine vom Werk angetriebene
Scheibe B in Tätigkeit gesetzt; sie preßt durch den Schlauch Luft in
den Zylinder und hebt den Kolben mit Sperrplatte hoch, sodaß diese die
Türe frei gibt. Diese Einrichtung bedarf, wenn sie auf die Dauer
zuverlässig arbeiten soll, der Wartung. Zylinder mit Luftpumpe und
Kolben müssen geölt werden und man muß Sorge tragen, daß der Kolben
nicht durch verdicktes Oel festgeklemmt wird. Einfacher im Betriebe ist
die zuerst beschriebene Konstruktion mit Regulator.
[Illustration: Fig. 41. Feuerschutz mit Pumpe.]
Das Antriebswerk.
Das Werk wird durch Drehen einer Kurbel in Gang gesetzt. Wo eine
besondere Übersetzung für den Antrieb des Bewegungs-Mechanismus
erforderlich ist, wie bei Malteserkreuz-Apparaten (vgl. Fig. 23 und 24),
wählt man diese derart, daß ein ruhiges Drehen der Kurbel genügt, um die
erforderliche Zahl der Bildwechslungen zu erzielen. Bei Apparaten mit
Schläger setzt man die Kurbel auf die Achse der Transporttrommel (vgl.
25 und 36) oder auch der Vorschubtrommel, und wenn die Trommeln so groß
im Durchmesser sind, daß auf ihren Umfang acht Filmbilder gehen, so
erhält man bei ruhigem Drehen (etwa zwei Umdrehungen in der Sekunde) die
richtige Geschwindigkeit; denn es finden dann in der Sekunde etwa 16
Bilderwechslungen statt.
Wie weiter oben ausgeführt wurde (vgl. Seite 56), muß bei den andern
Systemen, wenn sie mit einer Aufrollvorrichtung versehen sind, eine
Trommel eingeschaltet werden, die der Aufrollvorrichtung den aus dem
Bewegungs-Mechanismus austretenden Film gleichmäßig zuführt. Man kann in
diesem Falle die Kurbel auf die Achse dieser Trommel setzen; doch muß
letztere dann hinreichend groß sein und bei jeder Umdrehung eine
genügende Anzahl von Bildern -- am besten etwa acht -- transportieren.
Der Antrieb des Werkes mittels Elektromotor bietet keinerlei
Schwierigkeiten. Die Geschwindigkeit des Motors, der in der Minute etwa
1500 bis 2000 Umdrehungen macht, wird durch eine entsprechende
Übersetzung herabgemindert. Zur Regelung der Geschwindigkeit ist die
Anwendung eines regulierbaren Widerstandes erforderlich. Es genügt im
allgemeinen ein kleiner Motor in Stärke von 1/30 Pferdekraft.
[Illustration: Fig. 42.]
Der ruhige Gang des Werkes wird, worauf ich schon oben aufmerksam
machte, dadurch gefördert, daß man den Bewegungs-Mechanismus mit einem
Schwungrad versieht, und zwar gehört dieses auf die Achse des
gleichmäßig rotierenden Teiles, welcher die Stöße für die Weiterbewegung
erteilt. Es ist ferner vorteilhaft, wenn die zum Antrieb dienenden
Zahnräder schräg gefräste Zähne haben, weil solche ruhiger und sicherer
ineinander greifen. Dieses sichere Ineinandergreifen ist von größter
Wichtigkeit beim Schlägersystem; denn hier hängt von dem Zahnräderpaar,
das Transporttrommel und Schlägerscheibe verbindet, die Genauigkeit des
Werkes ab (vergl. Figur 10).
Der Antrieb der Vorschubtrommel, welche den Film von der Spule
gleichmäßig zur Türe führt, geschieht durch eine Kette oder durch
Zahnradübertragung. Es wurde vielfach das »kettenlose System« als
überlegen dargestellt. Durch solche Anpreisungen soll man sich nicht
irre führen lassen; denn für die Qualität des Apparates ist allein die
Ausführung maßgebend, nicht aber die Frage: Kette oder Zahnrad. Ein
gutes Zahnrad ist besser wie eine schlechte Kette und umgekehrt ist eine
gute Gelenkkette, die sich nachspannen läßt, gewiß einem minderwertigen
Zahnrad vorzuziehen, dessen Zähne bald abschleissen. Der Antrieb mit
Kette ist aus Fig. 42 ersichtlich, während die Abbildung Fig. 40 auch
die Nachstellvorrichtung für die Gelenkkette zeigt. Es läuft dort eine
Rolle gegen die Kette, und zwar wird die Rolle von einem Arm getragen,
den man nachstellen kann, wenn die Kette sich lenkt und schlapp läuft.
Ausführung des Kinematograph-Mechanismus und Auswahl.
Wir kommen nun zur Ausführung des Kinematograph-Mechanismus überhaupt.
Da ist in erster Linie auf soliden Bau und festen Zusammenhang der
einzelnen Teile hinzuweisen. Die rotierenden Teile müssen gut gelagert
sein. Denn jedes Vibrieren macht sich auf der Projektionswand in
vielfach verstärktem Maße geltend und bei zitternder Bewegung wird das
Lichtbild derart tanzen, daß es unserm Auge verschwommen erscheint.
Die Anordnung der einzelnen Teile im Mechanismus muß ferner möglichst
zweckmäßig sein, damit das Einspannen des Filmbandes rasch und sicher
besorgt werden kann. Unzweckmäßig ist es z. B. auch, wenn das Einsetzen
des Film von der linken Seite her zu erfolgen hat, während sich die
Kurbel zum Drehen auf der rechten Seite des Apparates befindet.
Nun ein paar Worte über die Auswahl der Apparate. Wer die Anschaffung
eines Kinematographen beabsichtigt, muß ja zwischen Modellen in den
verschiedensten Preislagen wählen, und wer die Wahl hat die Qual! Für
öffentliche Vorführungen, namentlich in Orten, wo lebende Lichtbilder
nichts Neues mehr sind, muß der Apparat den höchsten Ansprüchen genügen,
und die richten sich besonders auf »Flimmerfreiheit« und ruhiges Stehen
der Bilder. Der Besitzer eines solchen Apparates wird ferner bei der
dauernden Beanspruchung nur dann Freude daran erleben, wenn die Films
geschont werden und wenn das Werk derartig gebaut ist, daß es nicht
ausleiert. Es liegt auf der Hand, daß da ein billiges Modell nicht am
Platze ist. Wer nicht die Mittel aufwenden will, ein in jeder Beziehung
wirklich gediegenes Instrument zu beschaffen, dem möchte ich abraten,
die öffentliche Vorführung »lebender Lichtbilder« zu unternehmen; denn
er schädigt sich selbst wie auch indirekt seine Berufsgenossen.
Anders steht die Sache natürlich, wenn der Kinematograph nur
gelegentlich zur Vorführung in kleineren Kreisen dienen soll. Vereine,
die dann und wann ihren Mitgliedern einige Films zeigen wollen, oder
Lehranstalten, die den Kinematograph als Demonstrations-Instrument in
die Lehrmittel-Sammlung aufnehmen, werden sich in der Regel mit weniger
hohen Anforderungen begnügen. Vor allem ist hier nicht ein Apparat
erforderlich, der einem Dauerbetriebe standhalten muß, wie ihn das
Kinematographen-Theater mit sich bringt.
Es besteht vielfach die Ansicht, große Lichtbilder ließen sich nur
mittels eines riesengroßen Projektions-Apparates machen und
so auch große lebende Bilder nur mit Hilfe eines mächtigen
Kinematograph-Mechanismus. Demgegenüber ist zu betonen, daß der kleinste
und einfachste Kinematograph ebenso große Bilder zu liefern vermag, wie
der größte, wenn nur das nötige Licht dahinter sitzt.
Über die verschiedenen Apparat-Systeme und ihre Auswahl wurde schon
gesprochen. Ich wies darauf hin, daß die Ansichten über die Frage,
welches System das beste sei, auseinander laufen. Der objektive
Beurteiler kommt, um dies zu wiederholen, zu dem Resultat: Das System
macht nicht die Qualität aus, sondern die Art der Ausarbeitung und
Ausführung, wobei nicht ausgeschlossen sein soll, daß nicht die höchsten
Anforderungen mit einem System leichter oder schwerer zu erfüllen sind,
als mit andern. Im großen und ganzen ist die Zuneigung zu dem einen oder
andern System auf Seiten des Anbietenden teils Sache der Überzeugung und
teils des Geschäftsinteresses, auf Seiten des Käufers Sache des
Geschmacks und nicht zum mindesten des Vertrauens.
Das Geräusch des Kinematograph-Mechanismus.
Der Konstrukteur wird auch auf einen ruhigen Gang des Werkes, der
möglichst frei von Geräusch ist, Wert zu legen haben. Dazu gehört eine
gute Lagerung aller rotierenden Teile und ein sicheres Ineinandergreifen
der Zahnräder. Die größten Schwierigkeiten bietet beim Malteser-Apparat
der periodische Antrieb der Transporttrommel: man hat damit dem
unvermeidlichen Schlag des Eingriffes in das Kreuz zu rechnen. Dieser
Schlag wächst mit dem »Tempo«. Malteser-Apparate, die den Film sehr
rasch von Bild zu Bild weiterziehen, werden nicht so frei von Geräusch
arbeiten können, wie solche, die ein langsameres Tempo entwickeln.
Letztere mögen durch einen ruhigen Gang anfangs bestechen, sie leiden
aber an dem Übelstand, daß sie stärker flimmern und daß zur Vermeidung
des Flimmerns der Film mit übermäßiger Geschwindigkeit durchgedreht
werden muß, wodurch eine übertriebene, unnatürliche Wiedergabe der
Bewegungen herbeigeführt wird. Apparate des Schlägersystems besitzen nur
rotierende Teile und diese können an sich ruhiger arbeiten; es kommt
aber der jeweilige Schlag des Exzenterstiftes auf das Filmband hinzu.
Wenn bei der Ausführung des Werkes das Erforderliche zur Vermeidung des
Geräusches geschehen ist, so läßt sich ein weiteres tun durch Dämpfung.
Eine solche wird bewirkt durch isolierte Aufmontierung des Werkes auf
die Unterlage, z. B. mittels dicker Filzstücke. Ungünstig ist infolge
der Resonanzwirkung die Aufstellung des Apparates auf einer hohlen
Unterlage, z. B. einem Kasten. Eine weitere Dämpfung wird auch erzielt
durch den bei teureren Apparaten jetzt üblichen Einbau des
Malteserkreuzes nebst Eingriffscheibe in einen Ölbehälter. Überhaupt
darf man es an gehöriger, aber nicht übertriebener Schmierung nicht
fehlen lassen.
Verbindung des Werkes mit dem Projektionsapparat.
Nachdem der Kinematograph-Mechanismus ausgesucht ist, handelt es sich
darum, wie er an der Projektionslaterne angebracht werden soll. An sich
bietet diese Montierung keine Schwierigkeit; der Kinematograph ist
derart vor die Laterne zu setzen, daß der Lichtkegel das Filmbild
gleichmäßig beleuchtet. Weiter vorn (Seite 16) wurde schon eingehend
darüber gesprochen.
Nun soll der Apparat aber in der Regel nicht nur zur kinematographischen
Projektion dienen, sondern auch »stehende« Lichtbilder zeigen, und dazu
ist es erforderlich, daß der Kinematograph-Mechanismus durch die
Einrichtung zur gewöhnlichen Projektion ersetzt werden kann. Wie man da
verfährt, will ich jetzt zeigen.
[Illustration: Fig. 43.]
Bei einem einfacheren Kinematograph-Mechanismus begnügt man sich
vielfach damit, ihn auf dem Bodenbrett des Apparates mit leicht lösbaren
Schrauben festzuklemmen, wie es die Abbildung Fig. 43 zur Darstellung
bringt. Das Objektiv zur Glasbilder-Projektion ist hier an einem
Rohrstück angebracht, welches sich zur Seite klappen läßt. Diese
Anordnung ist einfach, aber nur dann anwendbar, wenn eine rasche
Aufeinanderfolge der beiden Projektionsarten nicht erforderlich ist. Sie
ist zweckmäßig in Fällen, wo der Apparat hauptsächlich zur Projektion
von Glasbildern und nur gelegentlich zur Darstellung lebender
Lichtbilder benutzt wird und wo ferner die Anschaffungskosten niedrig
gehalten werden sollen.
[Illustration: Fig. 44.]
Die beiden folgenden Abbildungen (Fig. 44 und 45) zeigen eine Anordnung,
welche ein rascheres Auswechseln gestattet. Kinematograph-Mechanismus
und Glasbilder-Projektionsobjektiv sind hier, letzteres mittels eines
Trägers, auf einem nach rechts und links verschiebbaren Schlitten
angebracht. In Fig. 44 ist der Schlitten so eingestellt, daß
Glasbilder projiziert werden können, während sich in Fig. 45 der
Kinematograph-Mechanismus vor der Laterne befindet und das
Projektionsobjektiv zur Seite gerückt ist. Der Unterbau eines solchen
Apparates allein ist aus der Abbildung Fig. 46 ersichtlich.
[Illustration: Fig. 45.]
Bei einer anderen Anordnung wird der Mechanismus auf eine Platte
montiert, die sich zur Seite drehen läßt, wobei das Projektionsobjektiv,
welches seitlich am Kinematograph befestigt ist, in die richtige
Stellung vor die Laterne kommt. Ein derartig gebauter Apparat ist in den
Abbildungen Fig. 47 und 48 zur Darstellung gebracht. Die erstere zeigt
ihn bereit zur Projektion lebender Lichtbilder; in der zweiten Abbildung
dagegen ist das Kinematograph-Werk zur Seite gedreht und das
Projektionsobjektiv befindet sich in Arbeitsstellung.
[Illustration: Fig. 46.]
Wesentlich ist es bei den Auswechselvorrichtungen, daß der
Kinematograph-Mechanismus beim Betriebe recht stabil steht, daß also die
drehbare Platte oder der Schlitten fest gelagert ist und beim Drehen der
Kurbel nicht hin und her schwankt. Diese Forderung wird am sichersten
erfüllt, wenn man das umgekehrte Verfahren einschlägt: Kinematograph
und Projektionsobjektiv werden fest auf die Grundplatte montiert und die
Laterne selbst wird dahinter in einer Schlittenführung nach links oder
rechts herübergeschoben. Die Abbildung Fig. 49 zeigt den Unterbau eines
solchen Apparates, während Fig. 50 die gesamte Anordnung darstellt; sie
ist namentlich dann den erstgenannten Methoden vorzuziehen, wenn der
Mechanismus schwer gebaut ist. Tatsächlich hat sie sich jetzt fast
allenthalben eingebürgert. Es ist noch eine Abänderung dieses Prinzips
zu erwähnen, die darin besteht, daß man dem Laterngehäuse ungefähr die
doppelte Breite gibt und in seiner Vorderwand nebeneinander zwei
Kondensoren, einen für die kinematographische und einen für die
Glasbilder-Projektion, anbringt; es wird dann nur die Lampe im Apparat
nach links oder rechts geschoben. Die Abbildung Fig. 51 mag zeigen, wie
ein derartiges Apparatgehäuse aussieht.
[Illustration: Fig. 47.]
[Illustration: Fig. 48.]
[Illustration: Fig. 49.]
[Illustration: Fig. 50.]
[Illustration: Fig. 51. Doppelgehäuse.]
Der rasche Übergang von der einen zur anderen Projektionsart läßt sich
auch mit Hilfe der Vertikaleinrichtung des Liesegang'schen
Universal-Projektionsapparates bewirken, deren Konstruktion aus Fig. 52
hervorgeht. Man sieht da vor dem Apparatgehäuse den sogen.
Vertikalkasten. Die Linsen des Kondensors sind getrennt, und zwar sitzt
die vordere Linse vorne am Vertikalkasten, während der andere, aus ein
oder zwei Linsen bestehende Teil des Kondensors im Gehäuse des Apparates
untergebracht ist. Eine weitere Kondensierungslinse befindet sich in der
Decke des Vertikalkastens. Im Kasten selbst ist ein drehbarer, in zwei
Stellungen fixierbarer Spiegel, und oben, zentrisch über der Linse, ein
Projektionsobjektiv mit darauf gestecktem Spiegel. Ist der innere
Spiegel hochgeklappt, so gehen die aus dem Gehäuse kommenden parallelen
Strahlen ungehindert durch den Kasten hindurch, treffen die vordere
Kondensierungslinse und werden von ihr, wie bei der gewöhnlichen
Projektion, in einem Kegel nach vorn geworfen. Der einzige Unterschied
gegen die sonstige Anordnung besteht darin, daß die Linsen des
Kondensors weit auseinander stehen, was die Wirkung nicht wesentlich
beeinflußt. Klappt man nun den Spiegel herunter in die Stellung, wie sie
die Abbildung zeigt, so werden die Lichtstrahlen gegen die oben im
Kasten befindliche Linse reflektiert, von dieser in das Objektiv darüber
gelenkt und endlich vom zweiten Spiegel auf die Projektionswand
geleitet. Dadurch wird von einem Gegenstande, den man auf die Linse
legt, ein vergrößertes Lichtbild zur Darstellung gebracht.
[Illustration: Fig. 52.]
Diese Einrichtung läßt sich hier nun in der Weise verwenden, daß man den
Kinematograph vorne vor dem Apparat, also an Stelle des
Projektionsobjektivs, anbringt, wie es die Abbildung Fig. 53 andeutet.
Die zu zeigenden Glasbilder legt man dabei mittels eines Halters oben
auf die Linse des Vertikalkastens. Wenn der Spiegel hochgeklappt ist,
haben wir kinematographische Projektion; um zur Glasbilder-Projektion
überzugehen, brauchen wir nur den Spiegel herunterzuklappen. Der Wechsel
von einer Projektionsart zur andern kann also im Augenblick geschehen.
[Illustration: Fig. 53.]
In manchen Fällen ist eine Abänderung dieser Konstruktion angebracht.
Wenn nämlich der Kinematograph-Mechanismus hoch gebaut oder mit einer
großen Filmspule versehen ist, kann es leicht vorkommen, daß er den
Lichtstrahlen, die bei der Vertikalprojektion kegelförmig gegen die Wand
geworfen werden, störend im Wege steht. Man legt dann den Vertikalkasten
um, sodaß die Strahlen im Kasten zur Seite abgelenkt werden und neben
dem Kinematograph, nicht darüber hinweg, zur Wand gehen.
[Illustration: Fig. 54. Doppelapparat mit Kinematograph.]
Sehr bequem läßt sich der Wechsel zwischen Glasbilder-Projektion und
kinematographischer Projektion mit Hilfe des Doppel-Apparates bewirken.
Von den beiden Laternen, die entweder, wie in Fig. 54 dargestellt,
übereinander angeordnet sind oder aber nebeneinander stehen, ist eine
mit dem Kinematograph-Mechanismus versehen, während die andere zum
Aufwerfen der Glasbilder dient.
Über die Form der Projektionslaterne ist nicht viel zu sagen. Das
Gehäuse, in der Regel aus blauem Stahlblech gefertigt, ist auf einer
kräftigen Bodenplatte angebracht. An der Seite befindet sich eine Türe
mit Beobachtungsfensterchen, hinten eine Schiebetüre oder schräg
stellbare Klappe, oben ein Kaminaufsatz, der die heiße Luft und die
heißen Gase aus dem Innern abziehen läßt. In der Form des Kamines wird
oft gesündigt; man gibt der Laterne vielfach nach englischem Muster
einen zierlichen Aufsatz, der wohl dem Zwecke entspricht, ein elegantes
Aussehen zu schaffen, der aber die heiße Luft nicht absaugt, sondern
vielmehr zurückdrückt und so eine geordnete Ventilation unmöglich macht.
Bei Anwendung einer kräftigen Lichtquelle sollte das Gehäuse hinreichend
geräumig sein.
[Illustration: Fig. 55. Bildhalter.]
In der Vorderwand ist der Kondensor angebracht und davor die Bildbühne,
in welche der Halter zur Aufnahme der Glasbilder paßt. Die verschiedenen
Arten von Bildhaltern will ich hier nicht besprechen, sondern nur darauf
hinweisen, daß ein Halter zweckmäßig ist, in dem man Bilder der beiden
Handelsformate 8-1/4 × 8-1/4 und 8-1/2 × 10 cm durcheinander verwenden
kann. Am meisten verwandt wird der Doppelbildhalter, wie ihn
beispielsweise Fig. 55 zeigt. Es ist bei der Beschaffung zu überlegen,
ob die Erhitzung der Laterne so groß ist, daß ein Metallhalter dem
gewöhnlichen Halter aus Holz vorgezogen werden muß.
Das Kühlgefäß.
[Illustration: Fig. 56. Kühlgefässe.]
[Illustration: Fig. 57.]
Durch die Verwendung eines Kühlgefäßes ist es möglich, die mit den
Lichtstrahlen aus der Laterne austretenden Wärmestrahlen aufzufangen und
dadurch den Film gegen zu starke Erhitzung und Entzündung zu schützen.
Das einfache Kühlgefäß, welches in Fig. 56 dargestellt ist, besteht aus
einem Metallkasten mit 2 kreisrunden Ausschnitten, die durch
Spiegelglasplatten geschlossen sind. Die Platten sind eingekittet oder
durch zwischengepreßte Gummiringe gegen das Metall gedichtet. Diese
letztere Anordnung hat den Vorzug, daß man die Glasplatten zum gehörigen
Reinigen herausnehmen und bei ev. Bruch leicht ersetzen kann.
Damit nun das Kühlgefäß ausreichend wirkt und seinen Zweck erfüllt, muß
es eine ziemliche Breite haben und ferner muß die Kühlflüssigkeit
genügend kalt bleiben, da sie bei starker Erhitzung ihre Eigenschaft,
die Wärmestrahlen zurückzuhalten, verliert. Die erforderliche Breite des
Kühlgefäßes richtet sich nach der zur Verwendung kommenden Stärke des
Bogenlichtes, das ja in der Regel benutzt wird. Ein dauerndes
Kaltbleiben der Kühlflüssigkeit erzielt man am sichersten durch Anschluß
an die Wasserleitung. Das Gefäß wird dazu mittels zweier daran
angebrachter Hähne durch Schläuche einerseits mit der Wasserleitung oder
auch einem hochgestellten Vorratsbassin, andererseits mit dem Abflußrohr
oder einem Eimer verbunden. Der Wasserhahn wird derart einreguliert, daß
sich ein langsamer Durchlauf ergibt. Einen Ersatz für diese Anordnung
bietet in gewissem Maße die in Figur 57 dargestellte, nach Angabe von
Oberingenieur Ruppert konstruierte Form. Es sind da nämlich beiderseits
Zirkulationsgefäße angebracht, die mit dem Hauptgefäß durch
Kommunikationsröhren verbunden sind und ihm durch Zirkulation immer
wieder abgekühlte Flüssigkeit zuführen, da die Seitengefäße außerhalb
der Laterne stehen und nicht erwärmt werden. Wenn man das einfache
Kühlgefäß (Fig. 56) zur Anwendung bringt und dabei ohne Anschluß an die
Wasserleitung arbeiten will, so wird es meist erforderlich erscheinen,
die Kühlflüssigkeit nach einiger Zeit, etwa 1/2 bis 3/4 Stunden, zu
erneuern; besser tut man noch, ein zweites Gefäß zum Auswechseln bereit
zu halten.
Als Kühlflüssigkeit verwendet man in diesem Falle abgekochtes,
destilliertes Wasser; nicht abgekochtes Wasser setzt beim Erwärmen
Luftblasen an. Wenn man Glyzerin benutzen will, welches auch empfohlen
wird, da es die Wärmestrahlen stark absorbiert, so nehme man nur
chemisch reines Glyzerin.
Das Kühlgefäß wird vor die Laterne, also zwischen Kondensor und Film
oder Glasbild, gestellt. Zweckmäßiger ist aber die von mir gegebene
Anordnung, wonach der Trog zwischen den Linsen des Kondensors angebracht
wird; sie hat den Vorteil, daß die Lichtstrahlen als annähernd
paralleles Bündel in senkrechter Richtung durch die Flüssigkeit gehen
und somit keinerlei Ablenkung erfahren. Ferner können hierbei die
Glasbilder näher an den Kondensor gebracht werden, sodaß Linsen der
üblichen Größe zur Erzielung einer gleichmäßigen Beleuchtung genügen,
während die Bilder sonst, wenn das Kühlgefäß vor dem Kondensor steht, in
gewissen Abstand davon kommen und zu ihrer völligen Beleuchtung daher
entsprechend größere Linsen erforderlich sind.
Die Kühleinrichtung wurde vielfach als unbedingt erforderlich für die
kinematographische Projektion hingestellt, und sie hat gewiß viel für
sich; denn der Film kann dadurch, vorausgesetzt, daß das Gefäß
hinreichend breit ist, gegen Beschädigung durch die Strahlen, namentlich
gegen Entzündung, geschützt werden. Von den Vorführern wird das
Kühlgefäß in der Regel als »überflüssiges Möbel« betrachtet, und bei
sorgsamer Handhabung erscheint es auch entbehrlich, besonders wenn der
Apparat mit einer zuverlässig funktionierenden, automatischen
Feuerschutzeinrichtung versehen ist. Wertvoll ist die Kühlung in Fällen,
wo es gilt, einzelne Bilder aus den Films zu projizieren, wie das bei
wissenschaftlichen Aufführungen vorkommen mag. Andererseits kann das
Kühlgefäß geradezu gefährlich werden, wenn sich der Vorführer völlig auf
dessen Wirkung verläßt und es dabei versäumt, die Flüssigkeit
rechtzeitig zu erneuern.
Wärmeschutz durch Gitter.
Neuerdings wurde von der Firma Liesegang festgestellt, daß ein feines
Raster oder Gitter in hohem Maße die Wärmewirkung der Strahlen schwächt.
Das Raster -- am einfachsten dient diesem Zwecke ein feinmaschiges
Drahtnetz -- wird zwischen Kondensor und Film eingeschaltet; dadurch ist
ein vollkommener Schutz des Filmbandes gegen Entzündung gewährleistet.
Beim Arbeiten mit hoher Stromstärke muß allerdings das Netz nötigenfalls
doppelt genommen werden. Dies Verfahren läßt sich vorteilhaft anwenden,
wenn aus einem Film einzelne Bilder projiziert werden sollen. Zwar
bringt die Methode einen ziemlichen Lichtverlust mit sich, doch kommt
dieser hier weniger in Betracht, als ja auch bei der normalen
kinematographischen Vorführung ein Teil des Lichtes -- nämlich durch die
Blendscheibe -- geraubt wird. Zweckmäßigerweise kann das Drahtnetz an
Stelle der undurchsichtigen Scheibe des automatischen Feuerschutzes
treten; bei Stillstand des Werkes wird dann das Netz selbsttätig in den
Strahlengang eingeschaltet. Will man also ein einzelnes Bildchen allein
projizieren, so braucht man das Werk nur anzuhalten. Ferner bietet diese
Anordnung den Vorzug, daß der Vorführer beim Einspannen eines neuen
Filmbandes Licht hat.
Die optische Ausrüstung.
Der Kondensor.
Die optische Ausrüstung des kinematographischen Wiedergabe-Apparates
besteht aus Kondensor (Beleuchtungssystem) und Objektiv
(Vergrößerungssystem). Wie ich oben gezeigt und durch Abbildungen
(Fig. 4 und 5) veranschaulicht habe, ist die Aufgabe und Wirkungsweise
dieser beiden Teile beim Kinematographen genau dieselbe wie bei jedem
Projektionsapparat. Der Kondensor besorgt die geeignete Beleuchtung des
Bildchens, welches projiziert werden soll; das Objektiv gibt die scharfe
Vergrößerung desselben.
[Illustration: Fig. 58. Doppelkondensor.]
Der Kondensor besteht in der Regel aus zwei plankonvexen Linsen, die in
eine Messingfassung verschraubt sind; man nennt ein solches System
Doppelkondensor. Die Linsen haben einen Durchmesser von 10 cm oder mehr;
zur Projektion der Filmbilder würde auch ein kleineres Maß genügen,
meistens ist aber der Kinematograph mit einer Einrichtung zur Projektion
von Glasbildern verbunden und die gebräuchlichen Maße derselben:
8-1/4 × 8-1/4 cm und 8-1/2 × 10 cm, beide mit etwa 7 × 7 cm
Maskenausschnitt, erfordern einen Kondensor von mindestens 10 cm
Durchmesser. Größere Glasbilder verlangen einen entsprechend größeren
Kondensor, das Format 9 × 12 cm z. B. einen solchen mit 15 cm-Linsen.
Namentlich bei Anwendung größerer Kondensoren ist eine Form von Vorteil,
die man als dreifachen oder Triple-Kondensor bezeichnet; der Vorteil
besteht darin, daß das Linsensystem der Lampe etwas genähert wird,
wodurch man eine bessere Lichtausnutzung und mithin größere Helligkeit
erzielt. Es gibt verschiedene Arten von Triple-Kondensoren,
beispielsweise solche aus zwei plankonvexen Linsen mit zwischengesetzter
bikonvexer Linse; eine viel gebrauchte Form besteht aus einem
Doppelkondensor, dem eine etwas kleinere Meniskuslinse vorgesetzt ist,
wie Fig. 59 zeigt. Die Meniskuslinse, die in der Regel durch eine
Hartglasscheibe geschützt wird, ist dabei der Lichtquelle zugekehrt.
[Illustration: Fig. 59. Dreifacher Kondensor.]
Der Kondensor ist in hohem Grade der Hitze der Lichtquelle ausgesetzt.
An und für sich schadet die Erhitzung nun der Linse in keiner Weise;
doch ist das Glas mehr oder minder empfindlich gegen plötzliche starke
Temperaturveränderungen, da hierdurch Spannungen in dem Maße entstehen,
welche ein Springen der Linse zur Folge haben können. Man sollte daher
eine schnelle Erwärmung und auch eine rasche Abkühlung, welch' letztere
beispielsweise nach der Vorführung durch Luftzug von der geöffneten Tür
erfolgen kann, nach Möglichkeit vermeiden. Ferner ist zu
berücksichtigen, daß sich das Glas wie jeder andere Körper bei Erwärmung
ausdehnt; die Linsen müssen daher in der Fassung etwas »Spiel« haben,
also locker darin sitzen.
Das Objektiv.
Für den Kinematograph kommt ebenso wie für die Glasbilder-Projektion als
geeignetes Instrument in der Regel eine Objektivkonstruktion zur
Verwendung, die vor fast 70 Jahren von Petzval für die Zwecke der
Porträtphotographen errechnet wurde. Dieses Objektiv besteht, wie die
Abbildung Fig. 60 zeigt, aus zwei Linsensystemen, deren vorderes aus
zwei verkitteten Linsen zusammengesetzt ist, während das rückwärtige
zwei durch einen Ring getrennte Linsen hat. Die Gläser sind in eine
Messingfassung verschraubt, die zur Erleichterung der scharfen
Einstellung des Bildes mit einem Zahntriebe versehen ist. Man achte ja
darauf, die Linsen wieder in der richtigen Reihenfolge einzusetzen, wenn
man sie zwecks Reinigung aus der Fassung herausgenommen hat. Als Anhalt
für die Lage der drei Linsenteile merke man sich, daß alle gewölbten
Flächen nach vorne zeigen. Das Putzen der Linsen darf nur mit einem
weichen Tuch geschehen.
[Illustration: Fig. 60. Petzval'sches Objektiv.]
Während von der Lichtquelle die Helligkeit des Lichtbildes abhängt, ist
durch die Qualität des Objektivs die Schärfe der Wiedergabe bedingt.
Ohne gutes Objektiv kann der beste Apparat keine tadellosen Bilder
geben.
Der besprochene Petzvalsche Objektivtypus gibt nun eine gute
Durchschnittsschärfe, die in vielen Fällen ausreichend erscheint. Eine
höhere Leistung aber, eine wie man sagt »geschnittene« Schärfe und dabei
plastische Zeichnung, wird von den modernen lichtstarken Instrumenten
geliefert, die man als Anastigmate bezeichnet. Ein vortreffliches
Instrument dieser Art ist beispielsweise das Projektionsanastigmat
Triplar. Es wird in den Kinematographentheatern leider noch zu wenig auf
die Verwendung eines wirklich tadellosen Objektives gesehen. Man sollte
sagen, in einem Unternehmen, das Tausende für die Ausstattung angelegt
hat, dürften nicht rund 100 Mark gespart werden bei der Beschaffung
eines Instrumentes, von dessen Wirkung die Güte der Schaustellung
abhängt. Von der Beschaffenheit des Objektivs hängt außer der Schärfe
die Größe des Bildes ab, welches man auf einen bestimmten Abstand von
der Projektionswand erhält. Wenn wir beispielsweise zwei verschiedene
Objektive nehmen und nacheinander am Apparat anbringen, so mag das eine
bei einem Abstande von 10 Metern ein 3 Meter großes Lichtbild liefern,
während man mit dem zweiten auf die gleiche Entfernung hin ein nur 2
Meter großes Bild bekommt. Und setzten wir diese Versuche mit anderen
Objektiven fort, so würden wir Instrumente darunter finden, die noch
kleinere oder aber größere Lichtbilder liefern.
Worin besteht nun der Unterschied dieser Objektive? -- Da sagt der
Optiker: sie haben verschiedene »Brennweite«, und er sagt ferner: wenn
ich die Brennweite eines Objektives kenne, so kann ich mit Hilfe einer
einfachen Regel feststellen, wie große Bilder man damit bekommt; und
umgekehrt kann ich leicht berechnen, welche Brennweite das Objektiv
haben muß, um auf vorgeschriebene Entfernung ein Lichtbild bestimmter
Größe zu geben. -- Es dürfte mithin wohl von Wert, jedenfalls aber von
Interesse sein, zu wissen, was man unter »Brennweite« versteht.
Die Brennweite und ihre Bestimmung.
[Illustration: Fig. 61. Brennglas.]
Am leichtesten läßt sich der Begriff der Brennweite durch das bekannte
Experiment mit einer einfachen Sammellinse, dem sogen. Brennglase,
erklären, wie es in Fig. 61 veranschaulicht ist. Wenn man eine solche
Linse gegen die Sonnenstrahlen hält und nun mit der anderen Hand ein
Blatt Papier dahinter bringt, so wird man durch Vor- und Zurückschieben
des Blattes bald eine Stelle finden, wo die Strahlen fast zu einem
Punkte zusammengezogen sind. Dieser hell leuchtende Fleck ist nichts
anderes als ein Bildchen der Sonne; man hat die Stelle »Brennpunkt«
genannt, weil hier auch die mit den Lichtstrahlen vereinigten
Wärmestrahlen konzentriert werden, die das Papier in Brand setzen. Den
Abstand des Brennpunktes von der Linse oder richtiger von der Mitte des
Glaskörpers bezeichnet man nun als »Brennweite«.
Wenn man dies Experiment mit verschiedenen Brenngläsern macht, wird es
sich herausstellen, daß die Brennweiten derselben nicht gleich sind; es
wird sich ferner zeigen, daß die stärker gewölbten Gläser eine kürzere
Brennweite haben als die flacher geschliffenen. Statt die Linse gegen
die Sonne zu halten, kann man sie auch gegen einen gut beleuchteten,
weit entfernten Gegenstand, z. B. einen Schornstein, richten, wobei man
das Papierblatt vor- und zurückschiebt, bis sich ein scharfes Bild des
Schornsteines darauf zeigt; das Blatt deckt man möglichst gegen
»falsches Licht« ab, um das Bild deutlich erscheinen zu lassen. Es wird
dem Beobachter dabei auffallen, daß das Bild auf dem Kopfe steht. Der
Abstand des Papiers von der Mitte der Linse ist gerade so groß wie bei
dem Experiment mit der Sonne, und wenn wir ihn messen, haben wir also
die Brennweite.
Bei diesem Versuche ist es wichtig, daß sich der betreffende Gegenstand,
wie oben erwähnt, in großer Entfernung befindet. Wenn man nämlich Linse
und Papier auf einen nahen Gegenstand »einstellt«, so wird der Abstand
vom Papier zur Linse größer als die Brennweite, und zwar um so größer,
je näher man an den Gegenstand heran kommt. Das läßt sich leicht auf
folgende Weise demonstrieren. Man setzt in einem sonst dunklen Raume auf
den Tisch eine brennende Kerze und in einigen Abstand davon ein weißes
Kartonstück, das man auf einem Hölzchen befestigt hat, sodaß es
senkrecht steht. Bringt man nun die Linse, die man wenn möglich auch auf
einem Ständer befestigt, dazwischen und schiebt nun den Karton hin und
her, so wird man bald ein Bild der Kerze darauf bekommen. Rückt man nun
die Kerze näher an die Linse heran, so muß man den Karton weiter fort
schieben, wobei das Bild gleichzeitig größer wird. Bei weiterem
Experimentieren und fortwährendem Vergleichen der Abstände und
Bildgrößen kommt man zu einem interessanten Resultat: wenn nämlich
Kerze, Linse und Karton derart aufgestellt sind, daß das Bild der Kerze
gerade so groß wird wie die Kerze selbst, so sind auch die Abstände von
Kerze bis zur Mitte der Linse gleich groß, und zwar ist jeder dieser
Abstände genau doppelt so groß wie die Brennweite; daraus ergibt sich
weiterhin, daß die Entfernung des Kartons von der Kerze bei dieser
Einstellung viermal so groß wie die Brennweite ist (vgl. Fig. 62).
Experiment und Berechnung zeigen nun, daß sich ein zusammengesetztes
Linsensystem geradeso wie eine einfache Linse verhält, welche die
Brennweite dieses Systems hat. Wir können uns also die Erfahrung,
die wir soeben mit dem Brennglase gemacht haben, für unser
Projektionsobjektiv zunutze machen. Halten wir das Projektionsobjektiv
gegen die Sonne oder richten es gegen einen entfernten Gegenstand, so
bekommen wir ebenfalls auf einem dahinter gehaltenen Blatt Papier ein
Bild der Sonne oder des Gegenstandes. Wir werden aber in Verlegenheit
kommen, wenn es nun gilt, die Brennweite zu bestimmen; denn von welchem
Punkte des Objektives an sollen wir sie messen? -- Der Optiker klärt uns
auf, daß das Objektiv einen sog. »optischen Mittelpunkt« habe, der für
die Messung maßgebend sei, doch diese Aufklärung kann uns hier wenig
helfen; denn der optische Mittelpunkt ist nicht zu sehen. Man hilft sich
nun häufig damit, daß man die Mitte zwischen den Linsen des Objektives
aufsucht und den Abstand des Papiers bis dahin mißt. In vielen Fällen
ist diese Art der Brennweite-Bestimmung für eine ungefähre Orientierung
durchaus genügend; zuweilen kann man hierbei aber auch ein recht
ungenaues Resultat bekommen, und wir tun daher gut, nach einer anderen
Methode zu suchen.
[Illustration: Fig. 62.]
Was liegt da näher, als auf das Experiment, wie es in Fig. 62
veranschaulicht wurde, zurückzugreifen. Wir fanden dort, daß der Abstand
des Gegenstandes (hier der Kerze) vom Bilde viermal so groß ist wie die
Brennweite, wenn das Bild auf Gegenstandsgröße eingestellt wird, und wir
hörten ferner, daß diese Regel sowohl für die einfache Linse als auch
für jedes zusammengesetzte Linsensystem gilt. Um die Brennweite genau zu
bestimmen, brauchen wir diesen Versuch nur mit dem Projektionsobjektiv
zu wiederholen; allerdings wird man ihn in etwas anderer Ausführung
machen. Am schönsten geht es mit einer photographischen Kamera, an der
man das Objektiv anbringt; auch der Projektionsapparat kann dazu benutzt
werden, wenn er soviel »Auszug« hat, daß man das Objektiv in hinreichend
großen Abstand von der Bildbühne bringen kann. An Stelle der Kerze, die
hier ungeeignet ist, nimmt man einen weißen Karton, worauf man mittels
Tusche einen Streifen von genau abgemessener Länge aufzeichnet oder
ein entsprechendes Stück schwarzen Papieres aufklebt. Für
Kinematographen-Objektive nimmt man den Streifen beispielsweise 2 cm
lang, für Glasbilder-Projektionsobjektive etwa 6 cm. Nun stellt man, wie
es zum Photographieren geschieht, scharf darauf ein, wobei man bei
Anwendung des Projektionsapparates in die Bildbühne ein Stück mattes
Glas setzt und zur leichteren Beobachtung von rückwärts her den
Kondensor heraus nimmt. Es gilt dann so lange hin und her zu rücken, bis
der Streifen auf der Mattscheibe in Originalgröße, und zwar möglichst
scharf erscheint; zur besseren Beurteilung der Schärfe kann man neben
dem Streifen noch ein Stück Papier mit klarer Druckschrift kleben. Hat
man die richtige Einstellung gefunden, so mißt man den Abstand der
Mattscheibe vom Karton und teilt ihn durch vier; die Brennweite ist
nämlich genau gleich einem Viertel dieses Abstandes.
Die Arbeit des Einstellens läßt sich hierbei übrigens bedeutend
erleichtern, indem man zuvor die Brennweite nach der ersten Methode
ungefähr bestimmt und sich dadurch einen Anhalt für die Abstände von der
Objektivmitte zum Karton und zur Mattscheibe verschafft. Ferner ist es
zweckmäßig, auf die Mattscheibe einen Papierstreifen in genauer Größe
des Einstell-Streifens zu kleben, wonach man sich beim Einstellen
bezüglich der Bildgröße richten kann.
Bei Verwendung eines photographischen Apparates kann man auch so
verfahren, daß man zunächst auf einen weit entfernten Gegenstand
einstellt und den Kamera-Auszug markiert, worauf man auf einen nahen
Gegenstand, wie eben beschrieben, in Originalgröße einstellt und den
Auszug wieder markiert. Der Abstand der beiden Marken ist dann die
Brennweite.
Es verdient hervorgehoben zu werden, daß diese Methoden der
Brennweiten-Bestimmung, wenn man sie genau ausführt, sehr exakte
Resultate geben. Die Brennweite, welche man auf diese Weise gefunden
hat, bezeichnet der Optiker als »äquivalente Brennweite«; davon ist
streng zu unterscheiden die sogen. »rückwärtige Brennweite«, die den
Abstand der Hinterlinse des Objektives von dem Bilde eines entfernten
Gegenstandes darstellt und daher kürzer ist als die ersteren. Ein
Projektions-Objektiv von 14 cm äquivalenter Brennweite hat
beispielsweise eine rückwärtige Brennweite von etwa 9 cm. Dieser
Hinweis ist notwendig, weil diese beiden Bezeichnungen häufig
verwechselt werden und dadurch leicht Irrtümer entstehen.
Objektiv, Distanz und Bildgröße.
Es ist wohl jedem, der mit dem Projektionsapparat zu tun hat, bekannt,
daß das Lichtbild um so größer wird, je weiter man mit dem Apparat vom
Schirm zurückgeht; wir hörten ferner oben, daß die Stärke der
Vergrößerung abhängig ist vom Objektiv, daß man auf eine und dieselbe
Entfernung hin auch ein größeres oder kleineres Lichtbild bekommen kann,
wenn ein entsprechend anderes Objektiv genommen wird. Solche Objektive
unterscheiden sich, worauf ich bereits hinwies, durch die Länge ihrer
Brennweite, deren Begriff und Bestimmung wir soeben kennen gelernt
haben.
Es besteht nun ein einfaches rechnerisches Verhältnis zwischen
Brennweite, Bildgröße und Abstand, das uns in manchen Fragen raschen
Aufschluß gibt. Ich habe daraus die nachfolgende Regel abgeleitet,
welche sowohl für die Glasbilder-Projektion wie für die
kinematographische Projektion Geltung hat; es handelt sich dabei, was
ausdrücklich zu betonen ist, stets um die »äquivalente«, nicht aber um
die »rückwärtige Brennweite«, wie man sie vielfach in Preislisten
verzeichnet findet. Die Regel lautet: Der Abstand des Apparates von der
Projektionswand ist stets ebensoviele Male größer wie das Lichtbild
(seiner Höhe und Breite nach), als die Brennweite größer ist wie das
kleine Glas- oder Filmbild (ebenfalls der Höhe oder Breite nach), oder
kurz ausgedrückt: Abstand verhält sich zu Lichtbild, wie Brennweite zu
Glas- oder Filmbild. Nehmen wir beispielsweise an, es sollten Glasbilder
abprojiziert werden, deren Maskenausschnitt 7 cm hoch und breit ist, und
die Brennweite f des Objektives betrage 14 cm (vgl. Fig. 63), dann ist
die Brennweite doppelt so groß wie das Bild; mithin wird auch der
Abstand des Apparates stets doppelt so groß wie das Lichtbild auf der
Wand sein. Wir bekommen dann auf 3 Meter Distanz ein 1,50 Meter großes
Bild, auf 6 Meter ein 3-Meter-Bild usw. Beträgt die Brennweite 21 cm, so
haben wir ein Verhältnis 1:3 und wir erhalten, wie die untere Zeichnung
in Fig. 63 andeutet, ein 3 Meter großes Lichtbild auf 9 Meter
Entfernung.
[Illustration: Fig. 63.]
Die kleinen Filmbildchen beim Kinematograph sind ungefähr 2 cm hoch und
2-1/2 cm breit. Wenn der Vorführer nun ein Objektiv von 10 cm Brennweite
besitzt, so ist die Brennweite viermal größer als die Breite des
Filmbildes und dementsprechend wird auch der Abstand des Apparates von
der Projektionswand viermal größer sein als die Breite des Lichtbildes.
Auf 8 Meter Entfernung gibt es also ein 2 Meter breites Bild, auf 10
Meter ein 2-1/2-Meter-Bild usw. Es ist dabei zu beachten, daß der
Abstand (Apparat zur Wand) stets vom Objektiv an zu messen ist.
Die Regel gibt uns nun auch noch anderen Aufschluß. Wenn nämlich der
Vorführer ein neues Objektiv braucht, das für eine andere Distanz paßt
oder eine andere Bildgröße geben soll, so kann er mit Hilfe der Regel
leicht feststellen, welche Brennweite das neue Objektiv haben muß. Es
sei beispielsweise ein Kinematographen-Objektiv erforderlich, welches
auf 15 Meter Distanz ein 3 Meter breites Lichtbild werfe. Dann folgern
wir einfach: die Distanz ist fünfmal so groß wie das Lichtbild, mithin
muß auch die Brennweite fünfmal so groß wie das Filmbild sein. Das
Filmbild ist aber 2-1/2 cm breit, mithin ist die erforderliche
Brennweite 5 mal 2-1/2 gleich 12-1/2 cm.
Will der Vorführer auch noch Glasbilder projizieren, die bei 15 Meter
Abstand auf 3 Meter große Lichtbilder gebracht werden sollen, so braucht
er dazu ein Objektiv, dessen Brennweite 5 mal größer ist als das
Glasbild (Höhe oder Breite des Maskenausschnittes); bei Bildern der
normalen Größe mit einem Innenmaß von etwa 7 × 7 cm müßte die Brennweite
also 5 × 7 gleich 35 cm sein.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß die Rechnung einen kleinen
Fehler gibt. Ich habe nun eine weitere einfache Regel aufgestellt, die
uns sagt, wie groß dieser Fehler ist, sodaß derjenige, welcher ein ganz
genaues Resultat haben will, auch dieses leicht bestimmen kann. Und
diese Regel lautet: Das Lichtbild, dessen Größe man errechnet hat, wird
in Wirklichkeit um soviel kleiner, als das zu projizierende Glas- oder
Filmbild breit bezw. hoch ist. Wenn wir also beispielsweise mit einem
Objektiv von 21 cm Brennweite auf 9 Meter Entfernung Glasbilder
projizieren, so wird das Lichtbild nicht 3 Meter groß, wie die Rechnung
sagt, sondern um 7 cm kleiner, also genau 2,93 m. Bei der
kinematographischen Projektion beträgt der Fehler nur 2-1/2 cm; während
wir z. B. bei einer Brennweite von 10 cm und einer Distanz von 12
Metern der Rechnung nach ein 3 Meter breites Lichtbild erhalten, wird
dieses in Wirklichkeit 2,97-1/2 m groß. Der Fehler ist wohl hinreichend
klein, daß man ihn vernachlässigen und sich der zuerst gegebenen Regel
anvertrauen kann.
Große Lichtbilder auf kurze Distanz.
Dem Vorführer bereitet es allemal Kopfschmerzen, wenn es gilt, auf kurze
Distanz große Lichtbilder zu werfen. Und der Optiker, von dem ein
entsprechendes Objektiv dazu verlangt wird, ist mit seinen Kenntnissen
ebenfalls zu Ende; er sagt: »es geht nicht, Sie müssen größere Distanz
nehmen oder sich mit kleineren Lichtbildern begnügen«.
Die Bildgröße hängt, wie wir wissen, von der Brennweite des Objektives
ab; je kürzer die Brennweite, desto größer wird das Bild, bei gleicher
Distanz. Zur Erzielung großer Bilder auf kurze Distanz brauchen wir also
ein Objektiv von recht kurzer Brennweite. Bei der Projektion von
Glasbildern mit 7×7 cm Maskenausschnitt muß die Brennweite
beispielsweise 7 cm sein, wenn wir auf 3 Meter Distanz ein 3×3 Meter
Lichtbild oder auf 4 Meter Distanz ein 4×4 Meter Bild -- kurz ein Bild
haben wollen, das (in Höhe und Breite) so groß ist wie die Distanz. Ein
Projektions-Objektiv von dieser Brennweite zu bauen, bietet an sich
keine Schwierigkeiten; aber es wird die Hauptforderung: scharfe Bilder
zu liefern, nicht erfüllen, denn das Lichtbild wird bei Benutzung dieses
Instrumentes nur in der Mitte scharf sein, nach dem Rande zu aber
verschwommen erscheinen.
Der Photograph hat allerdings Objektive von verhältnismäßig noch viel
kürzerer Brennweite, sogenannte Weitwinkel-Objektive, die ihm
geschnitten scharfe Aufnahmen liefern. Aber diese Instrumente müssen,
damit sie scharf auszeichnen, sehr stark abgeblendet werden, und mit
solch kleiner Blendenöffnung sind sie für Projektionszwecke nicht zu
brauchen. Das Objektiv muß zur Projektion nämlich von so großer
Oeffnung sein, daß der Lichtkegel glatt hindurchgehen kann.
Bei der Projektion von Glasbildern der angegebenen Größe empfiehlt es
sich im allgemeinen, nicht unter eine Brennweite von 14 cm herunter zu
gehen. Ein solches Objektiv gibt Lichtbilder, deren Durchmesser halb so
groß ist wie die Distanz. Man wendet wohl noch kürzere Brennweiten an --
die kürzeste ist etwa 10 cm, wobei das Lichtbild zwei Drittel der
Distanz mißt -- doch muß man dann zur Erzielung einer scharfen
Auszeichnung unbedingt ein anastigmatisches Objektiv nehmen.
Besser steht man sich bei der Benutzung von größeren Glasbildern, z. B.
des Formates 9 × 12 cm. Da kann es gelingen, mit einem Objektiv von etwa
15 cm Brennweite eine zufriedenstellende Auszeichnung zu erzielen. Das
Lichtbild wird dann, wenn der Maskenausschnitt ca. 11 cm breit ist,
ungefähr drei Viertel der Distanz groß.
Bei der kinematographischen Projektion verhält es sich ähnlich wie bei
der Projektion von Glasbildern normaler Größe: als kürzestes noch scharf
arbeitendes Objektiv ist ein solches zu bezeichnen, welches Lichtbilder
von halber Größe der Distanz liefert; die Brennweite ist dabei etwa
5 cm.
Es ist übrigens zu berücksichtigen, daß die »Distanz« stets vom Objektiv
an zu messen ist; man muß also den erforderlichen Platz für den Apparat
mit 1/2 bis 1 Meter hinzurechnen, und dadurch wird das Verhältnis noch
ungünstiger. Dieser Platz läßt sich nun durch ein Aushilfsmittel,
wenigstens zum Teil, wieder einholen, indem man nämlich vor das Objektiv
einen Spiegel bringt und um die Ecke »projiziert«. Hat man gar einen
großen Spiegel zur Verfügung, so kann man dabei noch ein gut Stück an
Distanz gewinnen; der Spiegel wird dazu schräg vor das Objektiv gesetzt,
während der Apparat selbst jetzt quer (parallel zur Wand) steht und das
Licht auf den Spiegel wirft, der es gegen die Wand hin ablenkt. Der
Spiegel muß allerdings recht klar und möglichst plan sein, weil sonst
die Schärfe des Lichtbildes leidet.
Die Anpassung des Objektives an den Apparat.
In der Regel wird der Apparat, sei er nun für Glasbilder-Projektion oder
für kinematographische Projektion oder auch für beides eingerichtet,
komplett mit Objektiv geliefert, und der Käufer hat keinerlei
Schwierigkeit, klare und scharfe Lichtbilder zu erhalten. Er braucht nur
den Zahntrieb des Instrumentes einzuregulieren, eventuell vorher mit dem
Rohrauszug, den verschiedene Modelle haben, eine grobe Einstellung
vorzunehmen. Jedoch mag der eine oder andere Besitzer eines Apparates in
die Lage kommen, sich ein anderes Objektiv zu beschaffen, und da muß er
für die richtige Anpassung desselben verschiedenes beachten.
Mit jedem Objektiv bekommt man scharfe Bilder nur dann, wenn es
»eingestellt«, d. h. in richtigen Abstand von der Bildbühne gebracht
wird; dieser Abstand ist bei der üblichen Objektiv-Konstruktion, wie sie
oben beschrieben wurde, um so größer, je länger ihre Brennweite ist. Er
läßt sich leicht folgendermaßen finden. Wir richten das Objektiv gegen
einen hell beleuchteten Gegenstand, z. B. gegen ein Fenster, wobei wir
die Entfernung so groß nehmen, wie die Distanz des Apparates vom Schirm
werden soll, stellen dann ein scharfes Bild des Gegenstandes auf einem
dahinter gehaltenen Blatt Papier ein und messen nun den Abstand des
Objektives vom Papier; damit haben wir das gewünschte Maß. Dieser
Abstand, von der Hinterlinse aus gemessen, stellt, wenn die Entfernung
des Fensterrahmens groß ist, die »rückwärtige Brennweite« dar; je
kleiner man die Distanz nimmt, desto weiter rückt das Objektiv von dem
Papier weg. Zu diesem Versuch kann man auch den Projektionsapparat
benutzen; man bringt dazu in die Bildbühne ein Blatt durchscheinenden,
weißen Papieres oder ein Stück Mattglas und entfernt den Kondensor,
damit man das Bild von rückwärts her beobachten kann. Der Apparat wird,
in richtiger Entfernung aufgestellt, gegen das Fenster gerichtet und
das Objektiv so eingestellt oder mit der Hand davor gehalten, daß ein
scharfes Bild des Fensterkreuzes erscheint.
[Illustration: Fig. 64. Apparat mit kurzbrennweitigem Objektiv.]
Nehmen wir nun an, es sei ein Apparat vorhanden, der mit einem Objektiv
von verhältnismäßig kurzer Brennweite ausgerüstet ist, beispielsweise
das in Fig. 64 dargestellte Modell, und es sei ein Objektiv wesentlich
längerer Brennweite dazu beschafft worden. Wenn der Besitzer dies neue
Objektiv einfach an Stelle des alten einschraubt, so wird er sehr
enttäuscht sein, denn soviel er auch am Triebe hin und her schraubt: er
bekommt kein scharfes Bild; auch ein Herausziehen des Rohrstückes, worin
das Instrument geschraubt ist, wird hier nichts nutzen. Dem Uebelstand
ist natürlich leicht abzuhelfen; das Objektiv muß nur in den richtigen
Abstand von der Bildbühne gebracht werden, und dazu gehört, entsprechend
der langen Brennweite, ein längeres Rohrstück, wie es die zweite
Abbildung (Fig. 65) zeigt. Namentlich bei Kinematographen wird der
erwähnte Fehler oft gemacht: der Besitzer bringt das neue Objektiv
einfach an Stelle des alten, ohne Rücksicht auf dessen längere oder
kürzere Brennweite, und der Mißerfolg wird dann gewöhnlich den Linsen
zugeschrieben. Es ist übrigens zu beachten, daß mancher Kinematograph
das Anbringen eines kurzbrennweitigen Objektives gar nicht zuläßt, indem
die Konstruktion nicht gestattet, dasselbe hinreichend nahe an den Film
heranzubringen. Daher tut man gut, seinen Apparat vor Beschaffung eines
neuen Objektives zu prüfen und zu überlegen, ob sich das Instrument
überhaupt daran verwenden läßt, und wie man es am besten anpassen kann.
[Illustration: Fig. 65. Apparat mit langbrennweitigem Objektiv.]
Aber damit ist diese Objektiv-Frage noch nicht erledigt. Es ist noch zu
berücksichtigen, ob auch der Kondensor zur Verwendung mit dem neuen
Objektiv geeignet ist. Der Kondensor soll die Lichtstrahlen durch das
Glasbild oder Filmbild hindurch derart in einem Kegel nach vorne werfen,
daß sie glatt durch die Linsen des Objektives hindurchgehen, ohne dessen
Rohrfassung zu berühren. Da muß es augenscheinlich einen Unterschied
machen, ob sich das Objektiv nahe am Kondensor befindet oder weiter von
ihm entfernt ist; und in der Tat, wenn man einen Apparat, der ein
kurzbrennweitiges Objektiv hat (wie in Fig. 63), mit einem solchen von
langer Brennweite versieht (vgl. Fig. 64), ohne dabei den Kondensor zu
ändern, so wird es schwer halten oder überhaupt unmöglich sein, ein
klares Bildfeld ohne rotgelben Rand zu erzielen. Der Kondensor wirft in
diesem Falle die Lichtstrahlen in einem für das neue Objektiv zu kurzen
Kegel nach vorne und es ist ein Kondensor von längerer Brennweite
erforderlich. Kondensor und Objektiv müssen daher bezüglich ihrer
Brennweite aufeinander »abgestimmt« sein.
[Illustration: Fig. 66.]
In Figur 66 ist dies veranschaulicht. Unter I sehen wir ein
kurzbrennweitiges Objektiv (der Einfachheit halber durch eine einzige
Linse dargestellt) in Verbindung mit dem normalen Kondensor, der die
Lichtstrahlen durch das Objektiv hindurchschickt. Bei II ist ein
langbrennweitiges Objektiv vor denselben Kondensor gebracht. Da zeigt es
sich, daß das Objektiv »zu kurz kommt« und den Strahlenkegel nicht
aufnimmt; es faßt nur den mittleren Teil der Strahlen. Damit die Optik
richtig arbeitet, muß hier der Kondensor ebenfalls eine längere
Brennweite erhalten und, wie es in III skizziert ist, den Strahlenkegel
mit seiner Spitze wiederum gegen das Objektiv werfen.
Auswechselbare Objektive verschiedener Brennweiten.
Wer seine Vorführungen nicht immer an einem und demselben Platze macht,
sondern einmal in diesem, einmal in jenem Räume arbeitet und dabei
gezwungen ist, bald eine kurze, bald eine große Distanz zu nehmen, muß
dementsprechend seinen Apparat mit zwei oder mehreren Objektiven
ausrüsten. Es wird in solchen Fällen vielfach eine sogenannte
Auswechselfassung mit Linsentuben verwandt. Die Linsen der verschiedenen
Objektive sind dazu in glatte, zylindrische Rohre montiert, welche in
die mit Zahntrieb versehene Fassung passen und rasch gegeneinander
ausgewechselt werden können. Solche Einrichtungen werden für die
Glasbilder-Projektion wie auch für den Kinematograph gefertigt; Fig. 67
zeigt beispielsweise eine Kinematograph-Objektiv-Fassung mit fünf
verschiedenen Linsentuben. Es genügt natürlich nicht, die Tuben einfach
auszuwechseln: Dieselben müssen natürlich auch, ihrer Brennweite
entsprechend, in den richtigen Abstand gebracht werden, und es ist auch
das zu berücksichtigen, was ich im vorigen Abschnitt über das
Zusammenstimmen von Kondensor und Objektiv gesagt habe.
[Illustration: Fig. 67.]
Der Photograph besitzt seit einer Reihe von Jahren ein Instrument,
welches ihm ermöglicht, auf weitere Entfernungen hin Aufnahmen in
verschieden starker Vergrößerung zu machen, und zwar vom gleichen
Standpunkte aus; es ist das Teleobjektiv, welches aus einem gewöhnlichen
photographischen Objektiv, z. B. einem Aplanat oder Anastigmat, und
einer zusammengesetzten Negativlinse besteht. Letztere läßt sich
mittels eines Triebes verschieben und dadurch wird die Brennweite des
Systems verändert. (Näheres darüber findet man in des Verfassers Werk:
»Die Fernphotographie« 1897). Dieses Prinzip hat man nun auch für die
Projektion nutzbar gemacht und so wurde ein Projektions-Objektiv von
veränderlicher Brennweite geschaffen, wie es in Fig. 68 dargestellt ist.
Wir haben hier zunächst ein gewöhnliches Projektions-Objektiv von
beispielsweise 15 cm Brennweite, welches allein verwandt auf kurze
Entfernungen gute Dienste leistet; für größere Distanzen schraubt man
das (in der Abbildung punktiert wiedergegebene) Rohrstück mit dem
Negativlinsensystem an, wodurch die Brennweite länger wird. Man kann nun
die Brennweite innerhalb gewisser Grenzen verändern, indem man mittels
des Triebes das Negativelement verschiebt, je näher man es an das
Objektiv heranbringt, desto größer wird die Brennweite. So mag man einen
Spielraum von beispielsweise 25 bis 50 cm erhalten. Eine solche
Konstruktion wird unter der Bezeichnung »Multar« für die
Glasbilder-Projektion und in entsprechender Zusammenstellung unter dem
Namen »Kine-Multar« für den Kinematograph in den Handel gebracht.
Allerdings ist die Lichtstärke dieser Instrumente bei längerer
Brennweite eine verhältnismäßig geringe.
[Illustration: Fig. 68.]
Objektiv-Formeln.
Der Vollständigkeit halber gebe ich hier einige mathematische Belege;
wer kein Interesse für die Formeln hat, mag diesen Abschnitt ohne
Bedenken überschlagen, denn die Nutzanwendung für die Praxis habe ich in
den vorherigen Kapiteln niedergelegt.
[Illustration: Fig. 69.]
Wenn auf eine Sammellinse Sonnenstrahlen auffallen, so werden diese
derart abgelenkt, daß sie sich in einem Punkte (wenigstens annähernd)
sammeln. (Fig. 69.) Man bezeichnet diesen Punkt (F) als Brennpunkt und
den Abstand desselben (f) von der Linse als Brennweite. In Wirklichkeit
bekommt man an jener Stelle ein Bildchen der Sonnenscheibe. Wenn wir nun
eine irdische Lichtquelle nehmen und diese zunächst in sehr großen
Abstand von der Linse bringen, so zeigt sich das gleiche: wir erhalten
im Brennweiten-Abstand von der Linse eine Sammlung der Strahlen, die
hier ein Bildchen der Lichtquelle abgeben; das Bildchen erscheint
umgekehrt. Wenn wir die Lichtquelle der Linse nähern, so daß die
Strahlen nicht mehr wie vorher (annähernd) parallel auffallen, so werden
wir gleichfalls ein Bildchen bekommen, jedoch rückt dasselbe über den
Brennpunkt hinaus, und zwar wird der Abstand (b) des Bildchens von der
Linse um so größer, je näher die Lichtquelle herankommt. Dabei zeigt es
sich, daß die Größe des Bildes in gleichem Maße wächst wie der Abstand
(a) der Lichtquelle geringer wird. Aus der beigegebenen Abbildung
(Fig. 70) ist das Verhältnis, welches zwischen Gegenstandsgröße g und
Bildgröße w besteht, leicht ersichtlich: sie verhalten sich direkt wie
deren Abstände a und b von der Linse. Die Formel lautet also: w/g = b/a.
[Illustration: Fig. 70.]
Die Abstände a und b stehen nun weiterhin in einem bestimmten Verhältnis
zur Brennweite f, und zwar wird dasselbe durch folgende Formel
ausgedrückt: 1/a + 1/b = 1/f woraus sich ergibt: b = a·f / (a - f).
Stellen wir so ein, daß w = g, so wird auch b = a und aus der oben
gegebenen Formel folgt dann: b = a = 2·f. Darauf beruht die oben
beschriebene Methode der Brennweiten-Bestimmung, die darin besteht, daß
man diejenige Einstellung sucht, bei welcher Bild- und Gegenstandsgröße
(w und g) gleich sind, und dann den Abstand von Bild bis Gegenstand
durch 4 dividiert, indem derselbe gleich 4f ist.
Für zusammengesetzte Linsensysteme sind diese Formeln ebenfalls
anwendbar; denn man kann sich jedes noch so komplizierte System durch
eine einzige Linse ersetzt denken, welche die gleiche optische Wirkung
hat. Die Brennweite dieser »äquivalenten« Linse hängt von der Brennweite
der einzelnen Linsen-Bestandteile und den Abständen derselben von
einander ab. Unser Projektions-Objektiv besteht in der Regel aus 4
Linsen, die paarweise angeordnet sind, sodaß man das Instrument als ein
Doppel-Objektiv bezeichnet. Die Anordnung ist in Figur 60 auf Seite 90
veranschaulicht; der Einfachheit halber wollen wir uns aber die beiden
Linsen-Kombinationen durch je eine Linse ersetzt denken, sodaß wir ein
zweilinsiges Objektiv bekommen, wie es Figur 71 andeutet.
[Illustration: Fig. 71.]
Die Wirkungsweise dieses Systems ist folgende: Die erste Linse allein
würde ein Bild W_{1} im Punkte F_{1} hervorrufen; dieses kommt aber
nicht zu Stande, da die zweite Linse die Strahlen nach F_{2} ablenkt.
Hier entsteht ein Bild W_{2}, welches kleiner ist als W_{1}. Eine
äquivalente Linse, welche imstande wäre, dieses System zu ersetzen,
müßte ein Bild in Größe von W_{2} liefern; ihre Brennweite f müßte daher
soviel mal kleiner sein als die der Vorderlinse (f_{1}), wie w_{2}
kleiner ist als w_{1}. Mithin f/f_{1} = W_{2}/W_{1}. Da nun ferner, wie
leicht ersichtlich, W_{2}/W_{1} = N·F_{2}/(N·F_{1}) ist, so können wir
schreiben f/f_1 = N·F_{2}/(N·F_{1}) oder f = (N·F_{2}/(N·F_{1}))·f_{1}.
Wenden wir auf die zweite Linse, deren Brennweite f_{2} sei, die allgemeine
Formel an unter Berücksichtigung, daß hier der Objekt-Abstand N·F_{1}
negativ ist, so bekommen wir: 1/(N·F_{2}) - 1/(N·F_{1}) = 1/f_{2}.
Nun ist N·F_{1} = f_{1} - d, wenn wir mit d den Abstand MN der Linsen
bezeichnen; also 1/(N·F_{2}) - 1/(f_{1} - d) = 1/f_{2}, woraus ferner
folgt: N·F_{2} = f_{2}·(f_{1} - d)/(f_{1} + f_{2} - d). Dieses oben
eingesetzt, ergibt für die äquivalente Brennweite den Wert
f = f_{1}·f_{2}/(f_{1} + f_{2} - d). Verlängern wir die einfallenden
Strahlen sowie die aus der Hinterlinse austretenden Strahlen bis zu
ihren Schnittpunkten ss, so finden wir damit die Stelle, an der eine das
System ersetzende Linse steht; S·F_{2} ist die äquivalente Brennweite.
Der Abstand N·F_{2} des Bildes von der Hinterlinse, den man vielfach als
rückwärtige Brennweite bezeichnet, ist, wie es sich hier deutlich zeigt,
kleiner als die eigentliche Brennweite. Wenn wir den oben gefundenen
Wert für diesen Abstand etwas umschreiben, so bekommen wir
N·F_{2} = ((f_{1} - d)/f_{1})·f = (1 - d/f_{1})·f. Es ergibt sich daraus,
daß Doppel-Objektive von gleicher äquivalenter Brennweite nur dann dieselbe
rückwärtige Brennweite haben, wenn sie in Bezug auf die Brennweite der
einzelnen Kombinationen und deren Abstand gleichartig sind. Die Angabe
der rückwärtigen Brennweite genügt daher keineswegs zur Charakteristik
des Objektives; insbesondere läßt sich die Bildgröße, welche das
Instrument gibt, nur bei Kenntnis der äquivalenten Brennweite bestimmen.
Es sei hier auch der oben beschriebenen Konstruktion gedacht, welche dem
photographischen Tele-Objektiv nachgebildet ist und die aus einem
gewöhnlichen Projektions-Objektiv in Verbindung mit einem
Zerstreuungs-Linsen-System besteht. In der beigegebenen Zeichnung
(Fig. 72) habe ich der Einfachheit halber das Projektions-Objektiv durch
eine einzelne Sammellinse ersetzt, welche die Brennweite f des ersteren
hat und daher wie dieses im Punkte F ein Bild w gibt. Das
Konkav-Linsen-System (ebenfalls durch eine Linse dargestellt) wirkt nun,
wie die Skizze erkennen läßt, in der Weise, daß sie den Sammelpunkt F
der Strahlen weiter hinaus wirft und dabei das vom Objektiv erzeugte
Bild w auf W vergrößert.
[Illustration: Fig. 72.]
Die Größen dieser beiden Bilder verhalten sich wie deren Abstände v
und (f-d) von der Konkav-Linse; die Vergrößerung ist mithin
M = W/w = v/(f - d). Auf Grund der allgemeinen Linsen-Formel
erhalten wir ferner: 1/v + 1/(f - d) = -1/f_{3} wenn f_{3} die
Brennweite des Konkav-Linsen-Systems ist, und daraus ergibt sich:
v = f_{3}·(f - d)/(f_{3} + d - f_{1}); mithin erhalten wir für die
Vergrößerung den Wert: M = f_{3}/(f_{3} + d - f). Da die Brennweite θ
des ganzen Systems M-mal größer als die des vorderen Objektivs (f) ist,
so haben wir: θ = M·f = f·f_{3}/(f_{3} + d - f). Durch Verlängerung der
aus der Konkav-Linse austretenden Strahlen bis zum Schnitt mit den
Einfall-Strahlen bekommen wir wieder konstruktiv die Brennweite
S F (=θ), indem durch s s die Lage der äquivalenten Linse gegeben ist.
Die Konkav-Linse bewirkt, wie wir gesehen haben, eine Verlängerung der
Brennweite des als positives Element verwandten Projektions-Objektives
und damit eine Vergrößerung des von diesem erzeugten Bildes. Das
Charakteristische der Konstruktion besteht aber darin, daß man es in der
Hand hat, durch Veränderung des Abstandes d die Gesamtbrennweite zu
verändern. Dies ist aus den Formeln leicht ersichtlich. Die oben
gefundenen Werte für θ und M können wir nämlich auch schreiben:
θ = f·f_{3}/(d - (f - f_{3})) und M = f_{3}/(d - (f - f_{3})). Damit wir
hierfür positive Werte bekommen, muß d größer sein als (f - f_{3}),
ferner aber muß zur Erzielung eines reellen Bildes d kleiner sein als f.
Nehmen wir d etwas kleiner als f, so wird M nahezu = 1 und θ ungefähr
= f. Je kürzer wir nun den Abstand der Linsen machen, desto größer
werden Brennweite und Vergrößerung, bis beide bei einem Abstand
d = (f - f_{3}) unendlich groß werden. Die Grenzen der Vergrößerung
liegen also zwischen 1 und unendlich.
Den Wert für die rückwärtige Brennweite hatten wir oben festgestellt;
wir können die betreffende Formel auch folgendermaßen schreiben:
v = M·(f - d) = M·f - M·d = θ - M·d. Der Abstand des Objektivs vom
Film bezw. Glasbild ist also, wie es die Zeichnung schon zeigt, jetzt im
Verhältnis zur Gesamt-Brennweite recht kurz, und zwar ist er um ein
Stück gleich M·d kürzer als die Brennweite.
Wir kommen nun zu den Betrachtungen über Bildgröße und Distanz
beim Projektions-Verfahren sowie über deren Beziehung zur
Objektiv-Brennweite. Oben fanden wir, daß sich Bild- und
Gegenstandsgröße zu einander verhalten wie die Abstände zum Objektiv.
Dies gilt ohne weiteres auch für die Projektion; als Gegenstand ist das
»leuchtend gemachte« Glas- und Filmbild anzusehen, von dem die Linse das
Lichtbild (W) auf der Wand erzeugt. Wenn wir die Abstände mit b bezw. a
bezeichnen, so gilt also: W/G = a/b. Nun wissen wir aus der Formel, die
zwischen a, b und der Objektiv-Brennweite f besteht, daß b = a·f/(a - f)
ist, mithin ergibt sich für obiges Verhältnis, welches uns gleichzeitig
die Vergrößerung (V) angibt: V = W/G = (a - f)/f.
Diese Formel läßt sich vereinfachen, wenn wir statt des genauen
Abstandes a (Lichtbild vom Objektiv) mit einer Distanz rechnen, welche
um ein Stück gleich der Brennweite f kleiner ist als a; diese Distanz
wäre also D = (a - f) und die Formel lautet jetzt: V = W/G = D/f.
Die Vergrößerung (V) ergibt sich also, indem man die Werte für D und f
durcheinander dividiert. Durch Umschreiben der Formel in folgende Form:
welche lautet: die Distanz (D) ist ebenso viel Mal größer wie das
Lichtbild (W), als die Brennweite (f) größer ist wie das Glas- oder
Filmbild (G).
Bei Anwendung dieser Regel muß berücksichtigt werden, daß der wirkliche
Abstand (a) des Lichtbildes vom Objektiv (bezw. dem »optischen
Mittelpunkt« desselben) um ein Stück gleich der Brennweite größer ist
als D. Wenn wir also wissen wollen, auf welche Entfernung hin das
Objektiv ein Lichtbild bestimmter Größe liefert, und erstere dann mit
Hilfe der Regel ermitteln, so müssen wir, um zu einem genauen Resultate
zu kommen, zu dem gegebenen Werte noch die Brennweite hinzuzählen. Gilt
es andererseits die Größe des Lichtbildes zu bestimmen, welche das
Objektiv auf eine gegebene Entfernung hin liefert, und rechnen wir dabei
diese Entfernung vom Objektiv (bezw. seinem optischen Mittelpunkt) aus,
wobei also in die Formel statt des Wertes von D derjenige von a
eingesetzt wird, so bekommen wir einen Fehler. Während wir nämlich
den Wert erhalten W = (G/f)·a, so ist dieser in Wirklichkeit
W = (G/f)·(a - f) = (G/f)·a - G; mithin wird das Lichtbild bei dieser
Rechnung linear um ein Stück gleich der Größe des Glas- bezw. Filmbildes
kleiner. Ich wies bereits darauf hin, daß sowohl bei der Projektion von
Glasbildern, wo das Bild im Lichten in der Regel etwa 7 cm mißt,
besonders aber bei der kinematographischen Projektion, wo die Breite des
Bildes nur 2-1/2 cm beträgt, dieser Fehler hinreichend klein ist, daß
man ihn in der Regel vernachlässigen kann.
Bei Feststellung der Bildgröße unter Anwendung meiner vereinfachten
Regel verschlägt es also im allgemeinen nichts, wenn man die
Distanz bis zur Vorderlinse des Objektivs rechnet, statt bis zur
Brennweiten-Entfernung vor dem »optischen Mittelpunkt«. Dagegen wird man
bei Ermittelung der Distanz für eine bestimmte Bildgröße den durch die
Regel gegebenen Fehler wohl zu berücksichtigen haben, wenn es sich um
ein Objektiv langer Brennweite handelt.
Bei den nach dem Prinzip des Tele-Objektivs konstruierten Systemen ist
insbesondere noch zu beachten, daß der optische Mittelpunkt vor dem
Objektiv liegt, und zwar um eine Strecke gleich (M - 1)·d vor dem
optischen Mittelpunkt des als positives Element verwandten Objektives.
Will man den Abstand E des Lichtbildes bis zur Bildbühne des Apparates
berechnen, so hat man den Wert für b hinzuzuzählen; er ist genau
E = (f/G)·W + f + b. Da aber bei der Projektion b in der Regel nur um ein
Geringes größer ist als f, so können wir ohne merklichen Fehler
schreiben: E = (f/G)·W + 2·f; man hat also in diesem Fall dem durch die
Regel gefundenen Wert 2·f hinzuzufügen.
Tabellen für Brennweite, Distanz und Bildgröße.
Die beigegebenen Tabellen habe ich berechnet auf die äquivalente
Brennweite der betreffenden Objektive; damit Mißverständnisse vermieden
werden, sei hier nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß diese
verschieden ist von der rückwärtigen Brennweite (Abstand der Hinterlinse
vom Glas- oder Filmbild), wie solche häufig in Katalogen angegeben wird.
Als Distanz gilt in diesen Tabellen nicht der Abstand der
Projektions-Wand vom Objektiv, sondern vielmehr die Entfernung derselben
bis zur Bildbühne des Apparates, also bis zum Glas- oder Filmbild. Ich
habe diese, von der üblichen Form allerdings abweichende Methode
gewählt, weil sie für den Benutzer bequemer ist; er findet hier die
genaue Distanz, ohne daß er sich um die Lage des optischen Mittelpunktes
zu kümmern braucht.
Zur weiteren Bequemlichkeit sind die Tabellen in dreifacher Ausführung
gegeben; die eine bringt für bestimmte Brennweiten die Distanzen, die
andere die Bildgrößen in runden Zahlen, während die dritte als Anhalt
zur Ermittelung der Brennweite dienen mag.
Bei den Tabellen für »stehende Lichtbilder« ist angenommen, daß die
Glasbilder einen Masken-Ausschnitt von 7 × 7 cm haben; es ist dies das
Durchschnitts-Lichtmaß der Bilder mit der Außengröße von 8-1/4 × 8-1/4
und 8-1/2 × 10 cm. Die Kinematograph-Tabellen geben die Breite des
Lichtbildes auf dem Projektionsschirm an; die Höhe desselben ist etwa um
1/5 kleiner. Ich habe dabei ferner vorausgesetzt, daß die Breite der
Fensteröffnung, vor welcher das Filmbild läuft, 23 mm beträgt; es ist
nicht die volle Breite des Bildes von 25 mm in Rechnung gezogen, da
letzteres doch nur so weit zur Geltung kommt, als es die Oeffnung des
Fensters gestattet.
Kinematographische Projektion: Ermittelung der Brennweite.
========================================================================
Abstand der |
Projektions- | Breite des Lichtbildes in Metern (Breite der
wand v. Film | Fensteröffnung 23 mm):
(von der |
Türe des | 2,00 2,50 | 3,00 3,50 | 4,00 5,00 | 6,00 7,00 | 8,00
Mechanismus) |------------+------------+------------+------------+------
in Metern | Äquivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
-------------+------------+------------+------------+------------+------
4,00 | 45 -- | -- -- | -- -- | -- -- | --
4,50 | 51 -- | -- -- | -- -- | -- -- | --
-------------+------------+------------+------------+------------+------
5,00 | 56 45 | -- -- | -- -- | -- -- | --
6,00 | 67 54 | 45 -- | -- -- | -- -- | --
-------------+------------+------------+------------+------------+------
7,00 | 79 63 | 53 45 | -- -- | -- -- | --
8,00 | 90 72 | 60 52 | 45 -- | -- -- | --
-------------+------------+------------+------------+------------+------
10,00 | 112 90 | 76 65 | 57 46 | -- -- | --
12,00 | 135 108 | 91 78 | 68 55 | 46 -- | --
-------------+------------+------------+------------+------------+------
15,00 | 169 136 | 113 97 | 85 68 | 57 49 | --
20,00 | 225 181 | 151 130 | 114 91 | 76 65 | 57
-------------+------------+------------+------------+------------+------
25,00 | 281 226 | 189 162 | 142 114 | 95 82 | 71
30,00 | 337 271 | 227 195 | 171 137 | 114 98 | 86
Kinematographische Projektion: Ermittelung des Abstandes.
========================================================================
Breite des |
Lichtbildes | Äquivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
in Metern |
(Breite der | 46 58 | 69 81 | 92 115 | 138 161 | 184
Fenster- |------------+------------+------------+------------+------
öffnung = | Abstand der Projektionswand vom Film (von der Türe des
23 Millim.) | Mechanismus) in Zentimetern:
-------------+------------+------------+------------+------------+------
1,50 | 309 387 | 464 541 | 618 773 | 928 1082 | 1237
2,00 | 409 512 | 614 716 | 818 1023 | 1228 1432 | 1637
-------------+------------+------------+------------+------------+------
2,50 | 509 637 | 764 891 | 1018 1273 | 1528 1782 | 2037
3,00 | 609 762 | 914 1066 | 1218 1523 | 1828 2132 | 2437
-------------+------------+------------+------------+------------+------
3,50 | 709 887 | 1064 1241 | 1418 1773 | 2128 2482 | 2837
4,00 | 809 1012 | 1214 1416 | 1618 2023 | 2428 2832 | 3237
-------------+------------+------------+------------+------------+------
4,50 | 909 1137 | 1364 1591 | 1818 2273 | 2728 3182 | 3637
5,00 | 1009 1262 | 1514 1766 | 2018 2523 | 3028 3532 | 4037
-------------+------------+------------+------------+------------+------
5,50 | 1109 1387 | 1664 1941 | 2218 2773 | 3328 3882 | 4437
6,00 | 1209 1512 | 1814 2116 | 2418 3023 | 3628 4232 | 4837
-------------+------------+------------+------------+------------+------
7,00 | 1409 1762 | 2114 2466 | 2818 3523 | 4228 4932 | 5637
8,00 | 1609 2012 | 2414 2816 | 3218 4023 | 4828 5632 | 6437
Kinematographische Projektion: Ermittelung der Bildgröße.
========================================================================
Abstand der |
Projektions- | Äquivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
wand v. Film |
(von der | 46 | 58 | 69 | 81 | 92 | 115 | 138 | 161 | 184
Türe des |------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
Mechanismus) | Breite des Lichtbildes in Zentimetern (Breite der
in Metern | Fensteröffnung = 23 Millimeter).
-------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
3,00 | 145 | 115 | 95 | 81 | 70 | 55 | 45 | 38 | 33
3,50 | 170 | 135 | 112 | 95 | 83 | 65 | 54 | 45 | 39
-------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
4,00 | 195 | 155 | 129 | 110 | 95 | 75 | 62 | 53 | 45
5,00 | 245 | 195 | 162 | 138 | 120 | 95 | 79 | 67 | 58
-------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
6,00 | 295 | 235 | 195 | 167 | 145 | 115 | 95 | 81 | 70
8,00 | 395 | 315 | 262 | 224 | 195 | 155 | 129 | 110 | 95
-------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
10,00 | 495 | 395 | 329 | 281 | 245 | 195 | 162 | 138 | 120
12,00 | 595 | 475 | 395 | 338 | 295 | 235 | 195 | 167 | 145
-------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
15,00 | 745 | 595 | 495 | 424 | 370 | 295 | 245 | 210 | 183
20,00 | 995 | 795 | 662 | 567 | 495 | 395 | 329 | 281 | 245
-------------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----+-----
25,00 | 1245 | 995 | 829 | 710 | 620 | 495 | 412 | 353 | 308
30,00 | 1495 | 1195 | 995 | 853 | 745 | 595 | 495 | 424 | 370
Glasbilder-Projektion: Ermittelung der Brennweite.
========================================================================
Abstand der |
Projektions- | Durchmesser des Lichtbildes in Metern (Maskenausschnitt
wand von der | des Glasbildes 7 cm):
Bildbühne |
(vom | 2,00 2,50 | 3,00 3,50 | 4,00 5,00 | 6,00 7,00 | 8,00
Glasbild) +------------+------------+------------+------------+------
in Metern | Äquivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
-------------+------------+------------+------------+------------+------
4,00 | 131 106 | -- -- | -- -- | -- -- | --
4,50 | 147 119 | 100 -- | -- -- | -- -- | --
-------------+------------+------------+------------+------------+------
5,00 | 164 133 | 111 -- | -- -- | -- -- | --
6,00 | 196 159 | 134 115 | 101 -- | -- -- | --
-------------+------------+------------+------------+------------+------
7,00 | 229 186 | 156 135 | 118 -- | -- -- | --
8,00 | 262 212 | 178 154 | 135 109 | -- -- | --
-------------+------------+------------+------------+------------+------
10,00 | 327 265 | 223 192 | 169 136 | 114 -- | --
12,00 | 393 318 | 268 231 | 203 163 | 137 118 | 103
-------------+------------+------------+------------+------------+------
15,00 | 491 398 | 334 288 | 254 204 | 171 147 | 129
20,00 | 654 530 | 446 385 | 338 272 | 228 196 | 172
-------------+------------+------------+------------+------------+------
25,00 | 818 663 | 557 481 | 423 340 | 285 245 | 215
30,00 | 981 795 | 669 577 | 507 409 | 342 294 | 258
Glasbilder-Projektion: Ermittelung des Abstandes.
========================================================================
Durchm. des |
Lichtbildes | Äquivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
in Metern |
(Maskenaus- | 105 140 | 175 210 | 245 280 | 350 420 | 490
schnitt des +------------+------------+------------+------------+------
Glasbildes | Abstand der Projektionswand von der Bildbühne
= 7 cm) | (vom Glasbild) in Zentimetern:
-------------+------------+------------+------------+------------+------
1,50 | 247 329 | 411 493 | 575 657 | 822 986 | 1150
2,00 | 321 429 | 536 643 | 750 857 | 1071 1286 | 1500
-------------+------------+------------+------------+------------+-------
2,50 | 396 528 | 660 793 | 925 1057 | 1321 1585 | 1849
3,00 | 471 628 | 785 942 | 1100 1257 | 1571 1885 | 2199
-------------+------------+------------+------------+------------+-------
3,50 | 546 728 | 910 1092 | 1274 1457 | 1821 2185 | 2549
4,00 | 621 828 | 1035 1242 | 1449 1656 | 2071 2485 | 2899
-------------+------------+------------+------------+------------+-------
4,50 | 696 928 | 1160 1392 | 1624 1856 | 2321 2785 | 3249
5,00 | 771 1028 | 1285 1542 | 1799 2056 | 2570 3085 | 3599
-------------+------------+------------+------------+------------+-------
5,50 | 846 1128 | 1410 1692 | 1974 2256 | 2820 3385 | 3949
6,00 | 921 1228 | 1535 1842 | 2149 2456 | 3070 3684 | 4299
-------------+------------+------------+------------+------------+-------
7,00 | 1071 1428 | 1785 2142 | 2499 2856 | 3570 4284 | 4998
8,00 | 1221 1628 | 2035 2442 | 2849 3256 | 4070 4884 | 5698
Glasbilder-Projektion: Ermittelung der Bildgröße.
=========================================================================
Abstand der |
Projektions- | Äquivalente Brennweite des Objektives in Millimetern:
wand von d. |
Bildbühne | 105 | 140 | 175 | 210 | 245 | 280 | 350 | 420 | 490
(vom Glas- +------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
bild) in | Durchmesser des Lichtbildes in Zentimetern
Metern | (Maskenausschnitt des Glasbildes = 7 cm).
-------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
3,00 | 186 | 136 | 106 | 86 | 72 | 61 | 46 | 36 | 29
3,50 | 219 | 161 | 126 | 103 | 86 | 74 | 56 | 44 | 63
-------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
4,00 | 253 | 186 | 146 | 119 | 100 | 86 | 66 | 53 | 43
5,00 | 319 | 236 | 186 | 153 | 129 | 111 | 86 | 69 | 57
-------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
6,00 | 386 | 286 | 226 | 186 | 157 | 136 | 106 | 86 | 72
8,00 | 519 | 386 | 306 | 253 | 215 | 186 | 146 | 119 | 100
-------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
10,00 | 653 | 486 | 386 | 319 | 272 | 236 | 186 | 153 | 129
12,00 | 786 | 586 | 466 | 386 | 329 | 286 | 226 | 186 | 157
-------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
15,00 | 986 | 736 | 586 | 486 | 415 | 361 | 286 | 236 | 200
20,00 | 1319 | 986 | 786 | 653 | 557 | 486 | 386 | 319 | 272
-------------+------+------+------+------+------+------+-----+-----+-----
25,00 | 1653 | 1236 | 986 | 819 | 700 | 611 | 486 | 403 | 343
30,00 | 1986 | 1486 | 1186 | 986 | 843 | 736 | 586 | 486 | 415
Die Lichteinrichtungen.
Zur Darstellung lebender Lichtbilder ist eine sehr kräftige Lichtquelle
erforderlich, die außerdem möglichst konzentriert sein muß. Es kommt
hier in erster Linie das elektrische Bogenlicht in Betracht und an
zweiter Stelle das Kalklicht. Schwächere Lichtquellen, wie Acetylen-,
Gas- oder Spiritusglühlicht und Petroleumlicht, sind zur Benutzung bei
größeren Vorführungen unzureichend, sie können höchstens dann Verwendung
finden, wenn die kinematographischen Bilder vor einem kleinen
Zuschauerkreise und in schwacher Vergrößerung gezeigt werden. Ich werde
daher im folgenden nur das Bogenlicht und Kalklicht behandeln; wer sich
für eine der schwächeren Lichtquellen interessiert, findet darüber
Näheres in dem Werke »Die Projektionskunst«, 12. Auflage.
Das elektrische Bogenlicht.
Um Bogenlicht darzustellen, bedarf man elektrischen Starkstromes;
solcher wird in den größeren Städten und auch in vielen kleineren Orten
von einer Zentrale geliefert und durch Kabel ins Haus geleitet.
Wandernde Kinematographen-Unternehmen sind häufig mit einer Einrichtung
zur Selbstherstellung von elektrischem Strom ausgerüstet; eine solche
besteht aus einer Dynamomaschine, die von einer Lokomobile oder einem
Spiritus-, Petroleum- oder Benzin-Motor angetrieben wird.
Die Lichterzeugung geschieht mittels einer Bogenlampe, und zwar in der
Weise, daß man den Strom zwischen zwei Kohlenstiften überspringen läßt,
wobei er einen Funkenstrom (Lichtbogen) bildet und die Kohlenspitzen in
intensive Weißglut versetzt. Es geht nun aber nicht an, daß wir die
Lampe ohne weiteres mit dem Leitungsnetz verbinden und den Strom, so wie
die Stadt ihn liefert, dort verbrauchen: wir müssen uns vielmehr
zunächst über die Art des Stromes orientieren und je nach seiner
Beschaffenheit noch besondere Vorrichtungen anwenden. Dazu aber muß man
folgendes wissen.
Gleichstrom und Wechselstrom.
Der elektrische Strom wird in dreierlei Art hergestellt, und zwar
entweder als »Gleichstrom«, »Wechselstrom« oder »Drehstrom«. Der
Unterschied besteht darin, daß beim Gleichstrom die Elektrizität stets
in einer und derselben Richtung läuft, während bei Wechselstrom die
Richtung sich fortwährend ändert, und zwar umkehrt oder »wechselt«.
Drehstrom stellt eine Verbindung mehrerer Wechselströme dar -- man nennt
ihn auch »mehrphasigen« Wechselstrom im Gegensatz zum gewöhnlichen
»einphasigen« Wechselstrom; für uns rechnet er einfach als Wechselstrom.
Wie wir nachher sehen werden, ist Gleichstrom für Projektionszwecke
bedeutend vorteilhafter als Wechselstrom; daher wird man, wenn es gilt,
die Elektrizität mit eigener Maschine herzustellen, stets Gleichstrom
nehmen.
Spannung, Stromstärke und Widerstand.
Nun ein zweites! Der elektrische Strom, wie er durch die Leitung läuft,
steht unter einem gewissen Druck, man sagt »Spannung«, und zwar hat man
dem Einheitsmaße der Spannung die Bezeichnung »Volt« gegeben. Zur
Messung der Spannung und Stromstärke dienen zwei Instrumente: das
Voltmeter und das Ampèremeter. Man muß sich vorstellen, daß die
Elektrizität durch die Leitung vorwärts gepreßt wird, gerade so wie das
Wasser durch die Rohrleitung. Und wie der Druck der Wasserleitung in
den verschiedenen Städten nicht gleich ist -- hier haben wir z. B. 5
oder gar 6 Atmosphären, anderwärts nur 3 Atmosphären -- so ist der Druck
oder die Spannung der Stromleitung nicht allenthalben dieselbe: viele
Zentralen liefern Strom von 110 Volt, manche solchen von 65, 120 oder
150 Volt und häufig beträgt auch die Spannung 220 oder gar 440 Volt.
Die Bogenlampe braucht nun aber zum Betriebe eine Spannung von nur
45 Volt und bei Wechselstrom weniger als etwa 40 Volt; der Ueberschuß an
Spannung muß vernichtet werden, weil die Lampe sonst nicht ruhig brennt.
Dies geschieht mit Hilfe eines »Widerstandes«, d. h. eines Apparates,
der im wesentlichen aus einem Rahmen mit aufgespannten Spiralen aus
Eisen- oder Neusilberdraht besteht; dieses Material ist im Gegensatz zu
Kupfer ein schlechter Elektrizitäts-Leiter und bietet dem Strom
»Widerstand«. Und geradeso wie eine lange, enge Rohrleitung den Druck
des fließenden Wassers vermindert, so wird durch den Widerstand die
Spannung herabgesetzt, indem der Strom auf dem langen, beschwerlichen
Wege sozusagen ermüdet und geschwächt wird.
Außer der Spannung müssen wir auch die Menge der Elektrizität, welche in
die Lampe fließen soll, regulieren; von deren Menge, man sagt:
»Stromstärke«, hängt nämlich die Helligkeit des Lichtes ab, und zwar
brennt die Lampe um so heller, je mehr Strom wir hineinschicken. Es ist
nun leicht verständlich, daß die Stromstärke zunimmt, wenn wir den Druck
(die Spannung) des Stromes erhöhen, und daß umgekehrt weniger Strom in
die Lampe fließen wird, wenn wir die Spannung herabsetzen. Unter welchem
Drucke aber die Elektrizität in die Lampe strömt, hängt von der Größe
des vorgeschalteten Widerstandes ab: je mehr Widerstand wir einschalten,
desto geringer wird die Spannung und desto schwächer infolgedessen auch
die Stromstärke. Der Widerstand reguliert mithin gleichzeitig Spannung
und Stromstärke. Es verhält sich damit geradeso wie bei der
Wasserleitung: wenn man da durch Zudrehen des Hahnes den Druck mindert,
so wird gleichzeitig auch die Menge des ausströmenden Wassers geringer.
Die Größe des Widerstandes, der erforderlich ist, damit die Lampe mit
einer bestimmten Stromstärke brennt, läßt sich leicht mit Hilfe einer
einfachen Regel, des sogenannten Ohm'schen Gesetzes, ermitteln. Dasselbe
lautet: Stromstärke = Spannung/Widerstand oder anders ausgedrückt:
Widerstand = Spannung/Stromstärke. Wie als Einheitsmaß für die Spannung
das »Volt« dient, so hat man als Einheitsmaße für Stromstärke und
Widerstand das »Ampère« und das »Ohm« eingeführt, und man kann nun auch
sagen: Ohm = Volt/Ampère. Dieses Gesetz gilt sowohl für den ganzen
Stromkreis, als auch für jeden Teil desselben; an einem Beispiel will
ich zeigen, wie man es anwendet. Der von der Zentrale gelieferte Strom
habe eine Spannung von 110 Volt, wovon die Lampe, wie oben erwähnt (wenn
es sich um Gleichstrom handelt), nur etwa 45 Volt braucht, sodaß 65 Volt
durch den Widerstand vernichtet werden müssen; es werde ferner verlangt,
daß die Bogenlampe mit einer Stromstärke von 20 Ampères brennt. Da nun
diese gleiche Menge Elektrizität durch den ganzen Stromkreis, also auch
durch den Widerstand läuft, so haben wir in letzterem eine Stromstärke
von 20 Ampères bei 65 Volt Spannung und wir folgern daraus nach der oben
angegebenen Regel, daß er folgende Größe haben muß: Widerstand =
65/20 = 3,25 Ohm. Würde die Spannung im Leitungsnetze 220 Volt betragen,
so muß der Widerstand 175 Volt vernichten und für eine Stromstärke von
20 Ampères die Abmessung: 175/20 = 8,75 Ohm haben.
Der Transformator.
Die Verwendung des Widerstandes bringt augenscheinlich einen nicht
unerheblichen Stromverlust mit sich; bei einem Netze mit 110 Volt
Spannung werden 65 Volt im Widerstand in Wärme umgesetzt und
durchschnittlich nur 45 Volt für den Betrieb der Lampe gebraucht, bei
220 Volt verlieren wir 175 Volt, also 4/5, und wenn die Leitung 440 Volt
hat, beträgt der Verlust gar 395 Volt oder etwa 9/10, sodaß hier also
nur 1/10 der aufgewandten und bezahlten Elektrizität ausgenutzt wird. Da
fragt man sich: gibt es denn kein zweckmäßigeres Mittel als den
Widerstand? Ein solches finden wir in einfacher Weise beim Wechselstrom
angewandt; es ist der Transformator, welcher die Spannung des
Leitungsnetzes auf die erforderliche Voltzahl herabsetzt (reduziert),
wobei man einen verhältnismäßig nur geringen Energieverlust hat.
Der Transformator besteht aus einem ▯-förmigen Eisenkörper, welcher aus
einer Reihe sehr dünner Eisenbleche zusammengesetzt ist und der auf
seinen beiden langen Schenkeln je eine Kupferdrahtwicklung trägt. Die
eine Spule, die sog. Primärwicklung, wird mit dem Leitungsnetz
verbunden, während an die Klemmen der zweiten, welche man
Sekundärwicklung nennt, die Bogenlampe angeschlossen wird. Der durch die
Primäre kreisende Wechselstrom erzeugt nun in der Sekundären einen
Wechselstrom von gleicher »Periodenzahl«, d. h., einen Strom, der die
gleiche Anzahl Umkehrungen oder Wechslungen in der Sekunde macht wie der
Hauptstrom. Die Periodenzahl, welche bei Bestellung eines Transformators
ebenso wie auch die Spannung des Leitungsnetzes angegeben werden muß,
beträgt jetzt in der Regel 50 in der Sekunde.
Die Aufgabe des Transformators besteht aber darin, die Voltzahl des
Leitungsnetzes zu reduzieren. Damit nun der Sekundärstrom eine
niedrigere Spannung erhält, ist es nur erforderlich, der Sekundärspule
eine entsprechend kleinere Anzahl von Windungen zu geben als der
primären. Von dem Verhältnis der Anzahl Windungen, welche die beiden
Spulen haben, hängt es ab, wie stark die Spannung reduziert wird. Es ist
dabei zu berücksichtigen, daß die Bogenlampe bei Wechselstrom 35 bis
40 Volt braucht; doch reduziert man die Spannung nicht ganz so tief,
denn es ist zweckmäßig, in die Bogenlampenleitung einen kleinen
Widerstand einzuschalten, der zur Beruhigung dient und den
Spannungsüberschuß vernichtet. Die beigegebene Abbildung Fig. 73 zeigt
einen Transformator mit teils durchbrochenem Schutzdeckel; rechts
sieht man den Eisenkörper mit den beiden Spulen, links den
Beruhigungswiderstand. Man kann einen solchen Transformator auch mit
einem regulierbaren Widerstand kombinieren, der eine Änderung der
Stromstärke innerhalb mehr oder minder weiten Grenzen gestattet.
[Illustration: Fig. 73.]
Der Energieverlust ist bei Anwendung eines solchen Transformators
verhältnismäßig gering; als Vorteil kommt noch hinzu, daß die Lampe
hierbei ruhiger brennt, als wenn man mit einem Widerstand arbeitet.
Der Umformer.
Bei Gleichstrom ist der Transformator nicht anwendbar, da die
Bedingungen zur Erzeugung eines Induktionsstromes nicht vorhanden sind.
Um die Spannung zu reduzieren, muß man hier zu einer anderen Einrichtung
greifen, die allerdings komplizierter und teurer ist, jedoch im Betriebe
durchaus einfach ist und unter Umständen große Ersparnisse an Strom
bringt. Das ist der Motorumformer; er besteht aus einem Elektromotor und
einer Dynamomaschine. Die beiden Maschinen sind direkt gekuppelt; der
Elektromotor, der an das Leitungsnetz angeschlossen wird, treibt den
Dynamo an, und dieser liefert nun einen Strom von 65 bis 70 Volt
Spannung zur Speisung der Bogenlampe. Auch hier wird in die
Bogenlampenleitung ein kleiner Beruhigungswiderstand eingeschaltet, der
kleine Schwankungen in der Spannung ausgleicht und die überschüssigen
Volts vernichtet. Es liegt auf der Hand, daß man bei einer solchen
Einrichtung mit einem Kraftverlust zu rechnen hat; dieser beträgt etwa
40%. Neuerdings hat man eine rationellere Konstruktion geschaffen, den
Einanker- oder Sparumformer, bei dem sich der Verlust nur auf 25 bis 30%
beläuft. Dieser Umformer enthält Elektromotor und Umformer in einer
einzigen Maschine, indem die beiden Wicklungen auf einem Anker
untergebracht sind. Doch geben die aus zwei gekuppelten Maschinen
bestehenden Umformer eine feinstufigere Spannungsregulierung.
Der Wechselstrom gestattet, wie wir oben sahen, unter Anwendung des
Transformators in sehr einfacher Weise die Spannung in der gewünschten
Weise zu reduzieren. Aber es darf nicht verschwiegen werden, daß
Wechselstrom zum Betriebe der Projektionsbogenlampe viel unvorteilhafter
ist als Gleichstrom; selbst wenn man die Stromstärke in entsprechender
Weise erhöht, bekommt man nicht das schöne, gleichmäßig ruhige Licht,
wie es die andere Stromart gestattet. Daher wird auch für Wechselstrom
die Anwendung eines Umformers empfohlen und zwar eines Motorumformers,
der Gleichstrom von herabgesetzter Spannung liefert. Eine solche
Einrichtung besteht aus einem Wechselstrom-Elektromotor und einem direkt
damit gekuppelten Gleichstromdynamo. Der Umformer kommt natürlich nur
für stationäre Anlagen in Betracht; ein Wanderunternehmer, der den Strom
heute hier, morgen dort entnimmt und mit immer wechselnden Stromarten
und Spannungen zu tun hat, muß darauf verzichten. Ferner kann die
Beschaffung des Umformers nur dort lohnend sein, wo der Stromverbrauch
ein entsprechend großer ist, wie in einem Kinematographen-Theater; es
liegt auf der Hand, daß beispielsweise ein Verein, der seinen Apparat
etwa alle paar Wochen einmal braucht, nicht rund tausend Mark für eine
derartige Einrichtung ausgeben wird, um dadurch im Jahre ein paar Mark
an Strom zu sparen.
Wie steht es nun mit der Ersparnis, die ein Umformer bei ständigen
Betrieben zu geben vermag? Die Höhe derselben kann man nach den
folgenden Ausführungen leicht selbst überschlagen. Es ist dabei zu
berücksichtigen, daß man bei der Umformung von Wechselstrom in
Gleichstrom einen weiteren beträchtlichen Gewinn insofern hat, als man
bei Gleichstrom mit einer wesentlich niedrigeren Stromstärke auskommt.
Der Verbrauch an Elektrizität wird von der Stadt oder der Gesellschaft,
welche den Strom liefert, mittels eines »Zählers« festgestellt, und zwar
nach »Watts« gemessen, in der Regel aber in »Kilowatts«, das sind
tausend Watts, ausgedrückt. Der Preis für den Strom ist verschieden; man
bezahlt meist pro Stunde 40 bis 60 Pfennige für das Kilowatt. Es läßt
sich nun aber auch ohne Zähler durch bloße Rechnung leicht überschlagen,
wieviel Strom die Einrichtung verbraucht; das Watt ist nämlich gleich
Volt mal Ampère. Wir brauchen also nur die Spannung der Leitung mit der
Stromstärke zu multiplizieren, um die Watts zu bekommen und zu
ermitteln, was der Betrieb kosten wird. Haben wir beispielsweise unsere
Bogenlampe unter Vorschaltung eines Widerstandes an ein Netz von
110 Volt angeschlossen und entnehmen eine Stromstärke von 20 Ampères, so
verbrauchen wir 20 mal 110 = 2200 Watt = 2,2 Kilowatt, und wenn die
Kilowattstunde wie in Düsseldorf 45 Pfennige kostet, wird sich der
Betrieb der Lampe pro Stunde auf 99 Pfennige stellen. Arbeiten wir mit
30 Ampères, so haben wir pro Stunde mit einer Auslage 3,3 mal
45 = Mk. 1,48 zu rechnen. Die Kosten nehmen bei höherer Spannung im
gleichen Verhältnis zu, und hier zeigt sich der durch den Widerstand
bedingte Verlust, von dem ich oben bereits sprach, in Mark und Pfennigen
ausgedrückt, noch eindringlicher. So ist der Stromverbrauch bei einer
Spannung von 220 Volt und einer Stromstärke von 20 Ampères gleich 20 mal
220 = 4400 Watt oder 4,4 Kilowatt, die bei dem oben angeführten
Düsseldorfer Preis pro Stunde Mk. 1,98 kosten, während sich der Betrieb
bei einem Anschluß an 440 Volt bei gleicher Stromstärke pro Stunde gar
auf Mk. 3,96 stellt.
Auf Grund solcher Rechnungen ist es leicht festzustellen, ob sich die
Beschaffung eines Umformers lohnt. Nehmen wir einmal den letzterwähnten
Fall an, wonach wir mit einer Stromleitung von 440 Volt zu tun hätten
und zur Darstellung der Lichtbilder eine Stromstärke von 20 Ampères
brauchten. Wenn wir nun einen Motorumformer in Anwendung bringen, der
die Spannung auf 70 Volt reduziert, so hat er der Lampe 20 mal 70 gleich
1400 Watt oder 1,4 Kilowatt zu liefern. Dazu muß der Umformer aber der
Leitung eine größere Strommenge entnehmen, denn, wie wir gehört haben,
schluckt er selbst ein gewisses Quantum. Setzen wir diesen Stromverlust
auf 40% an, was einem »Wirkungsgrad« von 60% entspricht, so finden wir
die Gesamtentnahme, indem wir die oben gefundene Kilowatt-Zahl mit
100/60 multiplizieren; sie wird also 1,4 × 100/60 = 2,3 Kilowatt
betragen und bei einem Preise von 45 Pfg. eine stündliche Auslage
von Mk. 1,03 verursachen. Dem steht nach meiner vorherigen
Auseinandersetzung ein Betrag von Mk. 3,96 gegenüber, wenn man unter den
gleichen Verhältnissen mit einem Widerstand arbeitet. Die Ersparnis bei
Anwendung des Umformers beträgt also in diesem Falle pro Stunde nicht
weniger als Mk. 3,15, sodaß bei ständigem Betriebe nicht nur die Kosten
einer solchen Maschine bald aufgebracht sind, sondern auf die Zeit ein
beträchtlicher Überschuß bleibt. Zur genauen Durchführung dieses
Rechenexempels sind übrigens noch die Beleuchtungslampen zu
berücksichtigen, die in den Stromkreis des Umformers eingeschaltet sind.
Bei Anwendung eines Einanker-Umformers, der einen Wirkungsgrad von 70
bis 75% hat, ist der Gewinn noch entsprechend größer.
Die Spannung des Gleichstromes, welchen der Umformer liefert, sollte
nicht zu niedrig bemessen sein. Die Bogenlampe braucht zwar
durchschnittlich nur 45 Volt; aber man muß wie gesagt auch einen
gewissen Ueberschuß an Volts vorsehen, der durch einen Widerstand zu
vernichten ist. Die gelieferte Spannung sollte mindestens 65 Volt
betragen, besser noch etwas mehr. Wenn die Spannung nämlich geringer
ist, so hat man bei der Regulierung der Bogenlampen einen zu kleinen
Spielraum: man muß den Lichtbogen auf der richtigen Länge halten und
dazu häufig nachregulieren, sonst löscht die Lampe aus. Je höher die zur
Verfügung stehende Spannung ist, desto länger kann der Lichtbogen
werden.
Bedienungsvorschriften werden den Maschinen von seiten der Fabriken
beigegeben; es ist darauf zu achten, daß die Anschlüsse genau nach
Angabe gemacht werden. Der Anlasser muß stets völlig eingeschaltet
werden; er darf nicht auf einem Zwischenkontakt stehen bleiben.
Andererseits muß zum Abstellen der Maschine das Ausschalten des
Anlassers rasch erfolgen. Eine gute Wartung der Maschine, insbesondere
gehörige Pflege des Kollektors ist dringend geboten.
Der Quecksilberdampf-Gleichrichter.
[Illustration: Fig. 74.]