Zwei Stunden später, ungefähr um drei Uhr morgens, kehrte er in seine
Stube zurück. Es tagte schon. Drüben, in der Richtung des Klosters,
wurde der Himmel schon fahl; die Vögel begannen zu zwitschern, erst
schüchtern, gleichsam fragend, dann zuversichtlich, dann ganz
stürmisch.
Tarnow trat herein, und in seinem Gesicht glänzten die Augen, wie sie
gewiß nie zuvor geglänzt hatten, -- als wollte er sagen: jetzt kann ich
wieder rein dastehen vor mir selber. Aber das dauerte kaum Sekunden, die
man zählt. Er warf sich neben das Bett des Jägers hin und schüttelte
ihn. »Klein!« rief er aus, »Klein, der Kerl, der Amtmann schläft schon!«
Der Jäger war sofort wach geworden. Er sah Tarnow an, dessen Gesicht wie
Wachs war. »Was ist geschehen?« fragte er und stand auf. Und er sah nun
auch, daß Gesicht und Hände und Kleider des Tarnow mit Blut besudelt
waren. »Was ist geschehen, Tarnow?« fragte er noch einmal erregt und
packte den Knieenden am Nacken.
»Da haben Sie den Schlüssel, Klein,« sagte Tarnow. »Er schließt ins
Schlafzimmer vom Amtmann. Und grüßen Sie halt meine Mutter schönstens
von mir, lieber Klein.«
Tarnow streckte sich ganz auf den Boden, legte die Stirn auf den Arm und
schloß müde die Augen.
[Illustration]