Es kamen Fuhrleute von Strelentin, die Balkenholz für den Neubau
brachten; denn Strelentin war von Wald umgeben und Zimmerleute waren
dort fortwährend beschäftigt. Tarnow stand hinter den Wagen und
notierte. Als er damit fertig war, wischte er sich den Schweiß von der
Stirn, trotzdem es heute weder heiß, noch die Arbeit da sehr anstrengend
war. Er schaute dann ermüdet auf die Chaussee hinüber, die auf dem
jenseitigen Stromufer lag, als ihn die Schaffnerin rief.
Sie wandte sich um, da er ihr langsam nahte und fast mechanisch folgte
er ihr in die Küche. Dort stand er vor ihr, kreideweiß im Gesicht. »Was
haben Sie heute Tarnow?« fragte sie mit dumpfer Stimme.
»Warum fragen Sie mich, Fanny?« entgegnete Tarnow und sah sie fremd an.
»Sie wissen es doch selbst! Sie wissen doch selbst, was geschehen ist
und daß er stundenlang bei Ihnen war.«
»Ach Tarnow!« rief die Schaffnerin aus und schloß hastig die Thüre.
»Kann man unglücklicher sein als ich? Was soll ich thun, wenn er kommt
und wenn er sagt, er schlägt mich, wenn ich mich rühre?«
»Ach, Schaffnerin,« unterbrach sie Tarnow leise und kopfschüttelnd,
»sagen Sie das nicht. Können Sie nicht zusperren? Und kein Laut war,
Fanny, kein Laut war in Ihrem Zimmer.«
»Zusperren!« rief die Schaffnerin aus und schlug stürmisch die Hände
zusammen. »Er thäte die Thür zerbrechen in seiner Wut und mich dazu.
Und kein Laut war, -- ja freilich kein Laut«, fügte sie bitter hinzu,
»weil ich stumm war wie ein Fisch, weil ich ihn angespieen hab, Tarnow,
wie er mir zu nahe kam. Da blieb er sitzen und sitzen, bis es ihm zu
dumm worden ist. Da haben Sie's, Tarnow. Ach wär ich doch tot, wär ich
doch tot!«
Sie setzte sich auf den Backtrog und schlug die Hände vors Gesicht.
Tarnow empfand ein tiefes Mitleiden. Er ging und streichelte ihr übers
Haar. »Ich glaub's Ihnen ja, Fanny,« sagte er gütig. »Seien Sie doch
ruhig. Fassen Sie sich, Fanny. Es muß ja ein Ende nehmen, es muß ja,
sonst, -- ich weiß nicht.«
Die Schaffnerin erhob sich und schlang ihre Arme um seinen Hals und sah
ihm mit glühenden Blicken in die Augen. »Jetzt gehn Sie nur, Tarnow,«
sagte sie dann, indem sie sich zum Herd wandte und im Suppentopf rührte.
»Es wird schon werden.« Und sie lächelte über die Schulter zurück ihm
zu.
»Ja, ich gehe,« sagte Tarnow, betroffen von diesem Lächeln. »Ich gehe
zum Amtmann und rede mit ihm.«
Er wartete auf ihre Antwort, aber sie rührte schweigend ihre Suppe
weiter, ohne daß er ihr Gesicht sehen konnte.
Der Amtmann war in der Schreibstube. Entschlossen trat Tarnow dicht vor
ihn hin und sah ihm fest in die Augen, die seinem Blick entglitten.
»Herr Amtmann,« sagte er in einer bestimmten Weise, in der jedoch immer
das Beschwichtigende seines Wesens verborgen war, »ich komme nur, um Sie
zu bitten, daß Sie doch endlich Ihre nächtlichen Besuche bei der
Leuthold einstellen. Daß das nicht sein darf, um keinen Preis, müssen
Sie ja einsehen, Herr Amtmann.«
Der Amtmann nickte ihm, während er sprach, emsig und ermunternd zu.
»Recht so, Tarnow,« sagte er dann, indem er mit der Faust auf das Pult
schlug, »das war einmal ein Wort! Recht so, Tarnow, das darf nicht sein,
um keinen Preis. Mein heiliges Ehrenwort, Tarnow, es soll nimmer
vorkommen. Verkrummen und verlahmen will ich an Händen und Füßen und
blind dazu will ich werden, wenn es noch einmal vorkommt, Tarnow. Hier,
Tarnow, meine Hand, Sie sind ein ehrenwerter Kerl.«
Tarnow, der einen entsetzlichen Wutausbruch erwartet hatte, stand wie
betäubt. Aber schließlich faßte er sich und blickte unschlüssig vor sich
hin. »Ich bin dem Herrn Amtmann ja sehr dankbar,« sagte er. »Aber es muß
doch etwas anderes sein, wodurch die Schaffnerin sicher gestellt wird.«
»Natürlich, natürlich,« pflichtete der Amtmann eifrig bei und ging
aufgeregt in der Stube auf und ab. »Also lieber Tarnow, dann machen
wir's so. Wir gehen abends alle drei zu gleicher Zeit ins Bett, nicht?
Schön. Ferner soll und muß sich die Leutholdin in ihrer Stube
einschließen. Einverstanden? Schön. Aber damit auch Sie mir keine
Dummheiten machen, lieber Tarnow, verlange ich, daß bei Ihnen in der
Stube der Jäger Klein schläft, der von morgen ab von Strelentin ganz
herüber kommt. Er kann sein Bett dort aufschlagen. Einverstanden? Schön,
jetzt sind wir wieder die besten Freunde, wa?«
An demselben Mittag veranlaßte der Amtmann die Schaffnerin, sich mit
Tarnow zu dutzen und erklärte sie für Brautleute. Er holte das
Schreibzeug und Papier und schrieb eine Erklärung nieder, daß Tarnow die
Schaffnerin heiraten wolle, wenn er Strelentin bekäme. Tarnow
unterschrieb, und er faßte wirklich Hoffnungen für die Zukunft. »Ich
gehe heute gegen Abend in die Stadt,« sagte der Amtmann, »weil ich zur
Exzellenz muß. Ich werde dann schon für euch sprechen, Kinder.«
Zu alldem blickte die Schaffnerin gleichgültig auf ihren Teller nieder.
Als der Amtmann hinaus war, lachte sie.
»Warum das Lachen?« fragte Tarnow verlegen, der auf solch plumpe Art
das du vermied.
Sie lachte noch mehr und schüttelte dann leise den Kopf, als ob sie
etwas nicht begreifen könne. Tarnow ging an seine Arbeit, die ihm diesen
Nachmittag flink von statten geriet. Der Amtmann war wirklich in die
Stadt gegangen und als Tarnow fertig war, wanderte er zwischen den
Gartenbeeten auf und nieder. Aus diesem Ungestörtsein riß ihn erst der
Jäger, der von Strelentin kam. Sogleich begann er, Tarnow zu erzählen,
daß ein neuer Verwalter auf Strelentin angekommen sei, ein ehemaliger
Student aus Berlin. Er habe gleich seine Frau mitgebracht.
Es war Tarnow, als ob ihm die Beine plötzlich abgehauen würden. Ein
konvulsivisches Zittern überlief ihn und zog ihm die Haut zusammen. Aber
trotzdem faßte er sich schnell, und er fühlte etwas wie Scham wegen
seiner Erregung. Beinahe gleichzeitig kam auch Truchs aus der Stadt
zurück und rief Tarnow zum Tisch. »Also Kinderchen,« sagte er, lustig
mit den Augen blinzelnd, »es geht alles aufs beste. Die Exzellenz will
sich die Sache überlegen, und es ist sehr wahrscheinlich, daß ihr nach
Strelentin kommt.«
Tarnow erhob sich unwillkürlich und blickte den Amtmann vorwurfsvoll an.
Truchs merkte sofort, woran er war. Er verschränkte die Arme über der
Brust und schwieg trotzig still. Seine funkelnden Augen waren auf Tarnow
gerichtet. Er zog ein Blatt Papier aus der Tasche, entfaltete es und
reichte es Tarnow hinüber. Tarnow las die vom Amtmann geschriebene
Erklärung wegen der Heirat, unter die er in freudigen Zügen seinen Namen
gesetzt hatte. Er begriff nicht, was der Amtmann meinte und mit
fragendem Blick gab er das Blatt zurück. Truchs lächelte mit einem
finsteren Lächeln, strich einige Male zärtlich über das Papier und riß
es dann mitten durch.
Tarnow senkte den Kopf.
Eine Viertelstunde später ging er auf die Vorwerke hinaus, wo trotz der
abendlichen Stunde etwas nachzusehen war. Er ging und wußte nicht, daß
er ging. Tausend zerfließende Gedanken durchkreuzten seinen Kopf. Eine
allgemeine Angst erfaßte ihn, und einige Male blieb er stehen, um
entmutigt die Hand auf die Stirn zu legen.
Als er von den Vorwerken zurückkam, stand die Schaffnerin vor dem Haus.
Es dämmerte schon. Graue, lange Wolken bedeckten den Himmel. Als Tarnow
der Schaffnerin ins Gesicht sah, erschrak er. Sie hatte eine
Leichenfarbe. Ihre Augen waren wie verquollen, ihre Haare verwirrt, ihre
Lippen zusammengepreßt.
»Was hast du, Fanny?« fragte Tarnow.
Sie gab ihm keine Antwort, sondern blickte mit zuckendem Mund zur Seite.
Und er wiederholte seine Frage. Sie legte ihre Hand leicht auf die seine
und wollte sprechen, als der Amtmann aus dem Haus trat und mit rauher
Stimme nach ihr rief. Er gewahrte auch Tarnow, kam näher, begrüßte ihn
freundlich, legte seinen Arm in den des Wirtschaftsschreibers und zog
ihn fort.
»Wollen Sie eine Zigarre haben, lieber Tarnow?« fragte Truchs, als sie
im Hof auf und ab gingen.
»Danke, Herr Amtmann, ich rauche nicht,« erwiderte Tarnow, der eine
atemlose Spannung empfand.
»Aber zum Teufel, Herr, nehmen Sie doch eine Zigarre, wenn ich Ihnen
eine anbiete.«
»Ich habe noch nie geraucht, Herr Amtmann.«
»Das ist mir egal.«
Tarnow nahm eine Zigarre und zündete sie unbeholfen an, als ihm der
Amtmann Streichhölzer gegeben hatte.
Der Amtmann barst vor Lachen. »Sie haben ja die Spitze nicht
abgeschnitten,« keuchte er, sich auf den Bauch klopfend. »Sie sind mir
ein rechter Maulwurf.«
Tarnow schnitt die Spitze ab und bemühte sich mechanisch, den Rauch aus
der Zigarre zu ziehen. Der Amtmann war in einem Nu ernst geworden. »So,
jetzt können wir ja reden,« sagte er. »Also was ich Ihnen mitteilen
wollte, ist das: nämlich, -- aber bleiben Sie nur hübsch ruhig --
nämlich, die Leutholdin ist _meine_ Braut. Sie gefällt mir und ich will
sie heiraten. Das wollt ich Ihnen nur mitteilen.«
Tarnow lehnte sich an den Gartenzaun und warf die glimmende Zigarre in
den Sand. In seinem Gesicht ging eine wunderliche Veränderung vor. Es
war, als ob der Mund sich verschoben hätte und das Kinn schief geworden
sei. Dann drehte er sich um und hustete, indem er sich an einem Pfahl
festhielt und die Kniee daran preßte.
»Na was ist, Tarnow, was ist? was haben Sie?« rief der Amtmann
ungeduldig und kratzte sich den Kopf.
Tarnow wandte sich wieder um und mit gesenktem Haupt sagte er ruhig:
»Ich wünsche dem Herrn Amtmann viel Glück. Ich werde Sie trotzdem so
schätzen, als ob Sie eine Baronesse zur Frau bekommen hätten.«
Die seltsame Antwort machte den Amtmann stutzig. Aber er hatte nicht
Lust, weiter zu fragen, sondern ging ins Haus. Tarnow folgte ihm und
suchte gleich sein Zimmer auf, wo der Jäger Klein schon im tiefen Schlaf
lag.
Tarnows Arbeit am nächsten Tag glich einer Arbeit, die man im Traum
verrichtet. Aber er beherrschte sich so, daß es nicht auffallend war. Er
konnte die Schaffnerin von da an nicht mehr sprechen. Der Amtmann war
stets zugegen, wenn er sie irgendwo traf, und schließlich kam es so, daß
er sich davor fürchtete, sie irgendwo allein zu treffen. Seine Augen
waren immer umschleiert, so daß sein Blick etwas dumpf Sinnendes bekam.
Sein Gang war schlendernder geworden. Eine merkbare Veränderung war mit
ihm vorgegangen.
Auf den Wiesen wurde das Gras gemäht. Die Libuhn war bei den Kühen und
melkte. Das Dach des kleinen Neubaues war schon aufgesetzt. Tarnow
schrieb im Bureau. Die Schaffnerin und Truchs saßen in der Wohnstube.
»Nun Fanny, was hast du mir zu sagen?« fragte der Amtmann, der die
Ellbogen auf seine Kniee gestützt hatte und ganz vorgebeugt saß.
»Ich, Truchs? Was soll ich dir zu sagen haben?«
»Heut früh hast du gesagt, nachmittags würdest du's sagen,« murmelte der
Amtmann.
»Es ist nichts, Truchs, ich hab's schon vergessen.«
»Ich will es aber wissen, Leutholdin, hörst du?«
»Ich sag es aber nicht, Truchs.«
»Du bist in den Schreiber verliebt, Leutholdin, leugn' es nicht. Das
hast du mir sagen wollen. Bist du in den Schreiber verliebt, Fanny?«
Die Schaffnerin lachte kurz auf. »Was bist du so erregt, Truchs. Nein,
zum Verlieben reichts bei mir nicht mehr hin. Aber ich möcht ihn haben.
Ich möcht ihn haben, Truchs, das ist die Wahrheit. Ich möcht _auch_ ein
Leben führen wie ein Mensch.«
Die eine Hand des Amtmanns griff nach dem Vogelkäfig, der neben ihm auf
einem kleinen Tischchen stand, und bog die starken Drähte zusammen, als
ob sie aus Wachs bestünden. Das Rotkelchen im Käfig flatterte angstvoll
auf und nieder. Die Schaffnerin begann zu erblassen vor dem Blick des
Amtmanns und stand auf wie unter einem Alp. Er zog sie her zu sich und
sie kniete vor ihm. Ihre Augen wandten sich keine Sekunde lang von ihm
ab. Er beugte sich nieder, faßte sie um die Hüften und lachte sie an.
Auch sie lachte gezwungen. Er hob sie auf sein Knie und sagte: »Schwer
bist du, Schaffnerin.« Sie nickte geistesabwesend. Er näherte den Mund
ihrem Ohr und biß sie ins Ohr. Sie schrie auf und klammerte sich an
ihn. »Nun wie ists mit dem Schreiber?« fragte er. Jetzt schüttelte sie
krampfhaft eilig den Kopf. Sie deutete hinaus in den Hof oder in den
Garten, wo sie Tarnow sah. Der Amtmann machte sich los von ihr, ging
hinaus und stand bald vor Tarnow, den er fragte, wie es ihm gehe.
Aber Tarnow erwiderte ihm nichts.
»Machen Sie sich keine Hoffnungen, lieber Tarnow,« sagte Truchs boshaft.
»Ich lebe schon ein Jahr und länger mit der Leuthold zusammen. Da können
Sie sich denken, daß es mit der Keuschheit schon längst am letzten ist,
-- hä? Pfui Teufel, was sind Sie für ein Kerl, Tarnow, was für ein
Pfaffengesicht haben Sie, pfui Teufel. Man kann Ihnen die Finger
abhauen, ohne daß Sie schreien.«
»Ist das wahr, Herr Amtmann, was Sie eben gesagt haben mit der
Schaffnerin?« fragte Tarnow, der ein Gefühl hatte, als ob eine Faust
sich in seine Brust senke.
Der Amtmann schwieg und wandte sich kurz ab. Und als dann kurze Zeit
nach diesem Zwiegespräch Tarnow durch den Flur gegen die Küche schritt,
fühlte er auf einmal zwei Arme um seinen Hals, die ihn zurückhielten. Es
war die Schaffnerin. Sie atmete erregt, sie drängte ihren Leib dicht an
ihn und suchte seinen Mund mit den Lippen, doch küßte sie in die leere
Luft. Tarnow hielt sich an der Mauer fest. Er machte eine verzweifelte
Bewegung mit dem ganzen Körper, sein Gesicht rötete sich und wie ein
zermalmendes Gewicht drückte es auf seinen Schädel.
Stunden vergingen, ohne daß es ihm gelungen wäre, sich einigermaßen zu
fassen. Eine geheimnisvolle Stimme in seinem Innern rief ihn fortwährend
bei seinem eignen Namen, und diese Stimme verwirrte sein Nachdenken
gänzlich. Es war schon spät nachts, als er immer noch auf der Treppe vor
dem Haus saß, seinen Kater auf dem Schoß hielt und grübelnd vor sich
hin sah. Es wehte ihm ein kühler Wind ins Gesicht.
Auf einmal kam der Amtmann zu ihm heraus; Tarnow schien es, als käme er
aus dem Zimmer der Schaffnerin. Er wunderte sich im stillen, daß er
diesem Umstand so wenig Wichtigkeit beimaß. Des Amtmanns Haare waren
verwirrt und hingen in Strähnen herab. Sein Gesicht war verstört.
»Warum gehen Sie nicht in Ihr Nest?« fuhr er Tarnow wild an.
Tarnow stand auf und blickte schweigend vor sich hin.
»Warum Sie nicht in Ihr Nest gehen?« schrie Truchs mit heiserer Stimme.
»Ich bin nicht müde, Herr Amtmann,« sagte Tarnow gefaßt.
Der Amtmann sah jetzt die Katze in Tarnows Arm. Er lachte kichernd in
sich hinein. »Ach so,« sagte er gedehnt, »Sie pflegen das Vieh da! Jetzt
weiß ich doch, wohin die jungen Hühner kommen. Bis jetzt hab ich immer
gemeint, der Herr Tarnow selbst stiehlt sie und verkauft sie. Marsch!«
Mit diesen Worten riß Truchs den Kater an sich, packte mit der einen
Hand den Kopf des Tiers und drehte ihn, während er den Körper festhielt,
ein paarmal rundherum. Einen raubvogelartigen Pfiff ausstoßend warf er
den Kadaver mitten in den Hof.
Tarnow strömte alles Blut, so daß er es deutlich empfand, zum Herzen. Er
ächzte und hielt sich nur mit großer Mühe aufrecht. Der Amtmann nickte
ihm hämisch zu und ging in den Flur zurück.
Tarnow hob das Tier vom Boden auf. Es war tot. Die Augen waren ganz aus
den Höhlen getreten. Mit weitgeöffneten Lidern blickte Tarnow zum
bewölkten Himmel empor. Aber noch immer gewannen seine Sanftheit und die
angeborene Demut seines Wesens Macht über ihn. Er fühlte jetzt nur noch
großes Mitleid mit dem treuen Gefährten seiner Spaziergänge.
Doch erwachte zugleich eine nagende Furcht vor dem Wiederanbruch des
Tages in ihm.