C. Der ausgeführte Zweck.

1. Der Zweck ist in seiner Beziehung auf das Mittel schon in sich

reflektirt; aber es ist seine _objektive_ Rückkehr in sich noch nicht

gesetzt. Die Thätigkeit des Zwecks durch sein Mittel ist noch gegen

die Objektivität als ursprüngliche Voraussetzung gerichtet; _sie_ ist

eben dieß, gleichgültig gegen die Bestimmtheit zu seyn. Insofern die

Thätigkeit wieder bloß darin bestünde, die unmittelbare Objektivität

zu bestimmen, so würde das Produkt wieder nur ein Mittel seyn und so

fort ins Unendliche; es käme nur ein zweckmäßiges Mittel heraus, aber

nicht die Objektivität des Zweckes selbst. Der in seinem Mittel

thätige Zweck muß daher nicht _als ein Äußerliches_ das unmittelbare

Objekt bestimmen, somit dieses durch sich selbst zur Einheit des

Begriffes zusammengehen; oder jene äußerliche Thätigkeit des Zwecks

durch sein Mittel muß sich _als Vermittelung_ bestimmen und selbst

aufheben.

Die Beziehung der Thätigkeit des Zwecks durch das Mittel auf das

äußerliche Objekt ist zunächst die _zweite Prämisse_ des Schlusses,

--eine _unmittelbare_ Beziehung der Mitte auf das andere Extrem.

_Unmittelbar_ ist sie, weil die Mitte ein äußerliches Objekt an ihr

hat, und das andere Extrem ein eben solches ist. Das Mittel ist

wirksam und mächtig gegen letzteres, weil sein Objekt mit der

selbstbestimmenden Thätigkeit verbunden, diesem aber die unmittelbare

Bestimmtheit, welche es hat, eine gleichgültige ist. Ihr Proceß in

dieser Beziehung ist kein anderer als der mechanische oder chemische;

es treten in dieser objektiven Äußerlichkeit die vorigen

Verhältnisse, aber unter der Herrschaft des Zweckes hervor.--Diese

Processe aber gehen durch sich selbst, wie sich an ihnen gezeigt, in

den Zweck zurück. Wenn also zunächst die Beziehung des Mittels auf

das zu bearbeitende äußere Objekt eine unmittelbare ist, so hat sie

sich schon früher als ein Schluß dargestellt, indem sich der Zweck

als ihre wahrhafte Mitte und Einheit erwiesen hat. Indem das Mittel

also das Objekt ist, welches auf der Seite des Zwecks steht und

dessen Thätigkeit in sich hat, so ist der Mechanismus, der hier Statt

findet, zugleich die Rückkehr der Objektivität in sich selbst, in den

Begriff, der aber schon als der Zweck vorausgesetzt ist; das negative

Verhalten der zweckmäßigen Thätigkeit gegen das Objekt ist insofern

nicht ein _äußerliches_, sondern die Veränderung und der Übergang

der Objektivität an ihr selbst in ihn.

Daß der Zweck sich unmittelbar auf ein Objekt bezieht, und dasselbe

zum Mittel macht, wie auch daß er durch dieses ein anderes bestimmt,

kann als _Gewalt_ betrachtet werden, insofern der Zweck als von ganz

anderer Natur erscheint, als das Objekt, und die beiden Objekte

ebenso gegen einander selbstständige Totalitäten sind. Daß der Zweck

sich aber in die _mittelbare_ Beziehung mit dem Objekt setzt, und

_zwischen_ sich und dasselbe ein anderes Objekt _einschiebt_, kann

als die _List_ der Vernunft angesehen werden. Die Endlichkeit die

Vernünftigkeit hat, wie bemerkt, diese Seite, daß der Zweck sich zu

der Voraussetzung, d. h. zur Äußerlichkeit des Objekts verhält. In

der _unmittelbaren Beziehung_ auf dasselbe träte er selbst in den

Mechanismus oder Chemismus und wäre damit der Zufälligkeit und dem

Untergange seiner Bestimmung, an und für sich seyender Begriff zu

seyn, unterworfen. So aber stellt er ein Objekt als Mittel hinaus,

läßt dasselbe statt seiner sich äußerlich abarbeiten, giebt es der

Aufreibung Preis, und erhält sich hinter ihm gegen die mechanische

Gewalt.

Indem der Zweck endlich ist, hat er ferner einen endlichen Inhalt;

hiernach ist er nicht ein Absolutes, oder schlechthin an und für sich

ein _Vernünftiges_. Das _Mittel_ aber ist die äußerliche Mitte des

Schlusses, welcher die Ausführung des Zweckes ist; an demselben giebt

sich daher die Vernünftigkeit in ihm als solche kund, in _diesem

äußerlichen Andern_ und gerade _durch_ diese Äußerlichkeit sich zu

erhalten. Insofern ist das _Mittel_ ein _Höheres_ als die

_endlichen_ Zwecke der _äußern_ Zweckmäßigkeit;--der _Pflug_ ist

ehrenvoller, als unmittelbar die Genüsse sind, welche durch ihn

bereitet werden und die Zwecke sind. Das _Werkzeug_ erhält sich,

während die unmittelbaren Genüsse vergehen und vergessen werden. An

seinen Werkzeugen besitzt der Mensch die Macht über die äußerliche

Natur, wenn er auch nach seinen Zwecken ihr vielmehr unterworfen ist.

Der Zweck hält sich aber nicht nur außerhalb des mechanischen

Processes, sondern erhält sich in demselben und ist dessen Bestimmung.

Der Zweck als der Begriff, der frei gegen das Objekt und dessen

Proceß existirt, und sich selbst bestimmende Thätigkeit ist, geht, da

er ebenso sehr die an und für sich seyende Wahrheit des Mechanismus

ist, in demselben nur mit sich selbst zusammen. Die Macht des Zwecks

über das Objekt ist diese für sich seyende Identität; und seine

Thätigkeit ist die Manifestation derselben. Der Zweck als _Inhalt_

ist die an und für sich seyende _Bestimmtheit_, welche am Objekt als

gleichgültige und äußerliche ist, die Thätigkeit desselben aber ist

einer Seits die _Wahrheit_ des Processes und als negative Einheit das

_Aufheben des Scheins_ der _Äußerlichkeit_. Nach der _Abstraktion_

ist es die gleichgültige Bestimmtheit des Objekts, welche ebenso

äußerlich durch eine andere ersetzt wird; aber die einfach

_Abstraktion_ der Bestimmtheit ist in ihrer _Wahrheit_ die Totalität

des Negativen, der konkrete und in sich die Äußerlichkeit setzende

Begriff.

Der _Inhalt_ des Zwecks ist seine Negativität als _einfache in sich

reflektirte Besonderheit_, von seiner Totalität als _Form_

unterschieden. Um dieser _Einfachheit_ willen, deren Bestimmtheit an

und für sich die Totalität des Begriffes ist, erscheint der Inhalt

als das _identisch Bleibende_ in der Realisirung des Zweckes. Der

teleologische Proceß ist _Übersetzung_ des distinkt als Begriffs

existirenden Begriffs in die Objektivität; es zeigt sich, daß dieses

Übersetzen in ein vorausgesetztes Anderes das Zusammengehen des

Begriffes _durch sich selbst, mit sich selbst_ ist. Der Inhalt des

Zwecks ist nun diese in der Form des Identischen existirende

Identität. In allem Übergehen erhält sich der Begriff, z.B. indem

die Ursache zur Wirkung wird, ist es die Ursache, die in der Wirkung

nur mit sich selbst zusammengeht; im teleologischen Übergehen ist es

aber der Begriff, der als solcher schon _als Ursache_ existirt, als

die absolute gegen die Objektivität und ihre äußerliche

Bestimmbarkeit _freie_ konkrete Einheit. Die Äußerlichkeit, in

welche sich der Zweck übersetzt, ist, wie wir gesehen, schon selbst

als Moment des Begriffs, als Form seiner Unterscheidung in sich,

gesetzt. Der Zweck hat daher an der Äußerlichkeit _sein eigenes

Moment_; und der Inhalt, als Inhalt der konkreten Einheit, ist seine

_einfache Form_, welche sich in den unterschiedenen Momenten des

Zwecks, als subjektiver Zweck, als Mittel und vermittelte Thätigkeit,

und als objektiver, sich nicht nur _an sich_ gleich bleibt, sondern

auch als das sich Gleichbleibende existirt.

Man kann daher von der teleologischen Thätigkeit sagen, daß in ihr

das Ende der Anfang, die Folge der Grund, die Wirkung die Ursache sey,

daß sie ein Werden des Gewordenen sey, daß in ihr nur das schon

Existirende in die Existenz komme u. s. f., das heißt, daß überhaupt

alle Verhältnißbestimmungen, die der Sphäre der Reflexion oder des

unmittelbaren Seyns angehören, ihre Unterschiede verloren haben, und

was als ein _Anderes_ wie Ende, Folge, Wirkung u. s. f. ausgesprochen

wird, in der Zweckbeziehung nicht mehr die Bestimmung eines _Andern_

habe, sondern vielmehr als identisch mit dem einfachen Begriffe

gesetzt ist.

2. Das Produkt der teleologischen Thätigkeit nun näher betrachtet, so

hat es den Zweck nur äußerlich an ihm, insofern es absolute

Voraussetzung gegen den subjektiven Zweck ist, insofern nämlich dabei

stehen geblieben wird, daß die zweckmäßige Thätigkeit durch ihr

Mittel sich nur mechanisch gegen das Objekt verhält, und statt einer

gleichgültigen Bestimmtheit desselben eine _andere_, ihm ebenso

äußerliche setzt. Eine solche Bestimmtheit, welche ein Objekt durch

den Zweck hat, unterscheidet sich im Allgemeinen von einer andern

bloß mechanischen, daß jenes Moment eine _Einheit_, somit ob sie wohl

dem Objekte äußerlich, doch in sich selbst nicht ein bloß äußerliches

ist. Das Objekt, das eine solche Einheit zeigt, ist ein Ganzes,

wogegen seine Theile, seine eigene Äußerlichkeit, gleichgültig ist;

eine bestimmte, _konkrete_ Einheit, welche unterschiedenen

Beziehungen und Bestimmtheiten in sich vereinigt. Diese Einheit,

welche aus der specifischen Natur des Objekts nicht begriffen werden

kann, und dem bestimmten Inhalte nach ein anderer ist, als der

eigenthümliche Inhalt des Objekts, ist _für sich_ selbst nicht eine

mechanische Bestimmtheit, aber sie ist am Objekte noch mechanisch.

Wie an diesem Produkte der zweckmäßigen Thätigkeit der Inhalt des

Zwecks und der Inhalt des Objekts sich äußerlich sind, so verhalten

sich auch in den anderen Momenten des Schlusses die Bestimmungen

derselben gegeneinander,--in _der_ zusammenschließenden Mitte die

zweckmäßige Thätigkeit und das Objekt, welches Mittel ist, und im

subjektiven Zweck, dem andern Extreme, die unendliche Form als

Totalität des Begriffes, und sein Inhalt. Nach der _Beziehung_,

durch welche der subjektive Zweck mit der Objektivität

zusammengeschlossen wird, ist sowohl die eine Prämisse, nämlich die

Beziehung des als Mittel bestimmten Objekts auf das noch äußerliche

Objekt, als die andere, nämlich des subjektiven Zwecks auf das Objekt,

welches zum Mittel gemacht wird, eine unmittelbare Beziehung. Der

Schluß hat daher den Mangel des formalen Schlusses überhaupt, daß die

Beziehungen, aus welchen er besteht, nicht selbst Schlußsätze oder

Vermittelungen sind, daß sie vielmehr den Schlußsatz, zu dessen

Hervorbringung sie als Mittel dienen sollen, schon voraussetzen.

Wenn wir die eine _Prämisse_, die unmittelbare Beziehung des

subjektiven Zwecks auf das Objekt, welches dadurch zum Mittel wird,

betrachten, so kann jener sich nicht unmittelbar auf dieses beziehen;

denn dieses ist ein ebenso Unmittelbares, als das des andern Extrems,

in welchem der Zweck _durch Vermittelung_ ausgeführt werden soll.

Insofern sie so als _Verschiedene_ gesetzt sind, muß zwischen diese

Objektivität und den subjektiven Zweck ein Mittel ihrer Beziehung

eingeschoben werden; aber dieses Mittel ist ebenso ein schon durch

den Zweck bestimmtes Objekt, zwischen dessen Objektivität und

teleologische Bestimmung ist ein neues Mittel und so fort ins

Unendliche einzuschieben. Damit ist der _unendliche Progreß der

Vermittelung_ gesetzt.--Dasselbe findet statt in Ansehung der andern

Prämisse, der Beziehung des Mittels auf das noch unbestimmte Objekt.

Da sie schlechthin Selbstständige sind, so können sie nur in einem

Dritten, und so fort ins Unendliche, vereinigt seyn.--Oder umgekehrt,

da die Prämissen den _Schlußsatz_ schon voraussetzen, so kann dieser,

wie er durch jene nur unmittelbare Prämissen ist, nur unvollkommen

seyn. Der Schlußsatz oder das _Produkt_ des zweckmäßigen Thuns ist

nichts als ein durch einen ihm äußerlichen Zweck bestimmtes Objekt;

_es ist somit dasselbe, was das Mittel_. Es ist daher in solchem

Produkt selbst _nur ein Mittel_, nicht _ein ausgeführter Zweck_

herausgekommen; oder: der Zweck hat in ihm keine Objektivität

wahrhaft erreicht.--Es ist daher ganz gleichgültig, ein durch den

äußern Zweck bestimmtes Objekt als ausgeführten Zweck, oder nur als

Mittel zu betrachten; es ist dieß eine relative, dem Objekte selbst

äußerliche, nicht objektive Bestimmung. Alle Objekte also, an

welchen ein äußerer Zweck ausgeführt ist, sind ebenso wohl nur Mittel

des Zwecks. Was zur Ausführung eines Zwecks gebraucht und wesentlich

als Mittel genommen werden soll, ist Mittel, nach seiner Bestimmung

aufgerieben zu werden. Aber auch das Objekt, das den ausgeführten

Zweck enthalten, und sich als dessen Objektivität darstellen soll,

ist vergänglich; es erfüllt seinen Zweck ebenfalls nicht durch ein

ruhiges, sich selbst erhaltendes Daseyn, sondern nur, insofern es

aufgerieben wird, denn nur insofern entspricht es der Einheit des

Begriffs, indem sich seine Äußerlichkeit, d. i. seine Objektivität

in derselben aufhebt.--Ein Haus, eine Uhr können als die Zwecke

erscheinen gegen die zu ihrer Hervorbringung gebrauchten Werkzeuge;

aber die Steine, Balken, oder Räder, Axen u. s. f., welche die

Wirklichkeit des Zweckes ausmachen, erfüllen ihn nur durch den Druck,

den sie erleiden, durch die chemischen Processe, denen sie mit Luft,

Licht, Wasser preis gegeben sind, und die sie dem Menschen abnehmen

durch ihre Reibung u. s. f. Sie erfüllen also ihre Bestimmung nur

durch ihren Gebrauch und Abnutzung, und entsprechen nur durch ihre

Negation dem, was sie seyn sollen. Sie sind nicht positiv mit dem

Zwecke vereinigt, weil sie die Selbstbestimmung nur äußerlich an

ihnen haben, und sind nur relative Zwecke, oder wesentlich auch nur

Mittel. Diese Zwecke haben überhaupt, wie gezeigt, einen

beschränkten Inhalt; ihre Form ist die unendliche Selbstbestimmung

des Begriffs, der sich durch ihn zur äußerlichen Einzelnheit

beschränkt hat. Der beschränkte Inhalt macht diese Zwecke der

Unendlichkeit des Begriffes unangemessen und zur Unwahrheit; solche

Bestimmtheit ist schon durch die Sphäre der Nothwendigkeit, durch das

Seyn, dem Werden und der Veränderung preis gegeben und ein

Vergängliches.

3. Als Resultat ergiebt sich hiermit, daß die äußere Zweckmäßigkeit,

welche nur erst die Form der Teleologie hat, eigentlich nur zu

Mitteln, nicht zu einem objektiven Zwecke kommt,--weil der subjektive

Zweck als eine äußerliche, subjektive Bestimmung bleibt,--oder

insofern er thätig ist und sich, ob zwar nur in einem Mittel,

vollführt, ist er noch _unmittelbar_ mit der Objektivität verbunden,

in sie versenkt; er ist selbst ein Objekt, und der Zweck, kann man

sagen, kommt insofern nicht zum Mittel, weil es die Ausführung des

Zwecks schon vorher bedarf, ehe sie durch ein Mittel zu Stande kommen

könnte.

In der That aber ist das Resultat nicht nur eine äußere

Zweckbeziehung, sondern die Wahrheit derselben, innere Zweckbeziehung

und ein objektiver Zweck. Die gegen den Begriff selbstständige

Äußerlichkeit des Objekts, welche der Zweck sich voraussetzt, ist in

dieser Voraussetzung als ein unwesentlicher Schein _gesetzt_, und

auch an und für sich schon aufgehoben; die Thätigkeit des Zwecks ist

daher eigentlich nur Darstellung dieses Scheins und Aufheben

desselben.--Wie sich durch den Begriff gezeigt hat, wird das erste

Objekt durch die Mittheilung Mittel, weil es an sich Totalität des

Begriffes ist, und seine Bestimmtheit, welche keine andere als die

Äußerlichkeit selbst ist, nur _als_ Äußerliches, Unwesentliches

gesetzt, daher im Zwecke selbst als dessen eigenes Moment, nicht als

ein gegen ihn selbstständiges ist. Dadurch ist Bestimmung des

Objekts zum Mittel schlechthin eine unmittelbare. Es bedarf für den

subjektiven Zweck daher keiner Gewalt, oder sonstigen Bekräftigung

gegen dasselbe, als der Bekräftigung seiner selbst, um es zum Mittel

zu machen; der _Entschluß_, Aufschluß, diese Bestimmung seiner selbst

ist die _nur gesetzte_ Äußerlichkeit des Objekts, welches darin

unmittelbar als dem Zwecke unterworfen ist, und keine andere

Bestimmung gegen ihn hat, als die der Nichtigkeit des An- und

Fürsichseyns.

Das zweite Aufheben der Objektivität durch die Objektivität ist

hiervon so verschieden, daß jenes als das erste, der Zweck in

objektiver _Unmittelbarkeit_ ist, dieses daher nicht nur das Aufheben

von einer ersten Unmittelbarkeit, sondern von beiden, dem Objektiven

als einem nur Gesetzten, und dem Unmittelbaren. Die Negativität

kehrt auf diese Weise so in sich selbst zurück, daß sie ebenso

Wiederherstellen der Objektivität, aber als einer mit ihr identischen,

und darin zugleich auch Setzen der Objektivität als einer, vom

Zwecke nur bestimmten äußerlichen ist. Durch Letzteres bleibt dieß

Produkt, wie vorhin, auch Mittel; durch Ersteres ist es die mit dem

Begriffe identische Objektivität, der realisirte Zweck, in dem die

Seite, Mittel zu seyn, die Realität des Zwecks selbst ist. Im

ausgeführten Zwecke verschwindet das Mittel darum, weil es die nur

erst unmittelbar unter den Zweck subsumirte Objektivität wäre, die im

realisirten Zwecke als Rückkehr des Zwecks in sich selbst ist; es

verschwindet ferner damit auch die Vermittelung selbst, als welche

ein Verhalten von Äußerlichen ist, Theils in die konkrete Identität

des objektiven Zwecks, Theils in dieselbe als abstrakte Identität und

Unmittelbarkeit des Daseyns.

Hierin ist auch die Vermittelung enthalten, welche für die erste

Prämisse, die unmittelbare Beziehung des Zwecks auf das Objekt,

gefordert wurde. Der ausgeführte Zweck ist auch Mittel, und

umgekehrt ist die Wahrheit des Mittels ebenso dieß, realer Zweck

selbst zu seyn, und das erste Aufheben der Objektivität ist schon

auch das zweite; wie sich das zweite zeigte, auch das erste zu

enthalten. Der Begriff _bestimmt sich_ nämlich, seine Bestimmtheit

ist die äußerliche Gleichgültigkeit, die unmittelbar in dem

Entschlusse als _aufgehobene_, nämlich als _innerliche, subjektive_,

und zugleich als _vorausgesetztes Objekt_ bestimmt ist. Sein

weiteres Hinausgehen aus sich, welches nämlich als _unmittelbare_

Mittheilung und Subsumtion des vorausgesetzten Objekts unter ihn

erschien, ist zugleich Aufheben jener innerlichen, _in den Begriff

eingeschlossenen_, d. i. als aufgehoben gesetzten Bestimmtheit der

Äußerlichkeit, und zugleich der Voraussetzung eines Objekts; somit

ist dieses anscheinend erste Aufheben der gleichgültigen Objektivität

auch schon das zweite, eine durch die Vermittelung hindurch gegangene

Reflexion-in-sich und der ausgeführte Zweck.

Indem hier der Begriff in der Sphäre der Objektivität, wo seine

Bestimmtheit die Form _gleichgültiger Äußerlichkeit_ hat, in

Wechselwirkung mit sich selbst ist, so wird die Darstellung seiner

Bewegung hier doppelt schwierig und verwickelt, weil sie unmittelbar

selbst das Gedoppelte, und immer ein Erstes auch ein Zweites ist. Im

Begriff für sich, d. h. in seiner Subjektivität, ist der Unterschied

seiner von sich als _unmittelbare_ identische Totalität für sich; da

hier aber seine Bestimmtheit gleichgültige Äußerlichkeit ist, so ist

die Identität darin mit sich selbst auch unmittelbar wieder das

Abstoßen von sich, daß das als ihr Äußerliches und Gleichgültiges

Bestimmte, vielmehr sie selbst, und sie als sie selbst, als in sich

reflektirt, vielmehr ihr Anderes ist. Nur indem dieß festgehalten

wird, wird die objektive Rückkehr des Begriffs in sich, d. i. die

wahrhafte Objektivirung desselben aufgefaßt;--aufgefaßt, daß jedes

der einzelnen Momente, durch welche sie sich diese Vermittelung

verläuft, selbst der ganze Schluß derselben ist. So ist die

ursprüngliche _innere_ Äußerlichkeit des Begriffs, durch welche er

die sich von sich abstoßende Einheit, Zweck und dessen Hinausstreben

zur Objektivirung ist, das unmittelbare Setzen, oder die

Voraussetzung eines äußerlichen Objekts; die _Selbstbestimmung_ ist

auch Bestimmung eines als nicht durch den Begriff bestimmten

_äußerlichen_ Objekts; und umgekehrt ist sie Selbstbestimmung, d. i.

die aufgehobene, als _innere gesetzte_ Äußerlichkeit;--oder die

_Gewißheit_ der _Unwesentlichkeit_ des äußern Objekts.--Von der

zweiten Beziehung, der Bestimmung des Objekts als Mittel, ist so eben

gezeigt worden, wie sie an ihr selbst die Vermittelung des Zwecks in

dem Objekte mit sich ist.--Ebenso ist das Dritte, der Mechanismus,

welcher unter der Herrschaft des Zwecks vor sich geht, und das Objekt

durch das Objekt aufhebt, einer Seits Aufheben des Mittels, des schon

als aufgehoben gesetzten Objekts, somit zweites Aufheben und

Reflexion-in-sich, anderer Seits erstes Bestimmen des äußerlichen

Objekts. Letzteres ist, wie bemerkt worden, wieder im ausgeführten

Zwecke die Hervorbringung nur eines Mittels; indem die Subjektivität

des endlichen Begriffs das Mittel verächtlich wegwirft, hat sie in

ihrem Ziel nichts besseres erreicht. Diese Reflexion aber, daß der

Zweck in dem Mittel erreicht, und im erfüllten Zwecke das Mittel und

die Vermittelung erhalten ist, ist das _letzte Resultat der

äußerlichen Zweckbeziehung_, worin sie selbst sich aufgehoben und das

sie als ihre Wahrheit dargestellt hat.--Der zuletzt betrachtete

dritte Schluß ist dadurch unterschieden, daß er erstens die

subjektive Zweckthätigkeit der vorhergehenden Schlüsse, aber auch die

Aufhebung der äußerlichen Objektivität, und damit der Äußerlichkeit

überhaupt, _durch sich selbst_, hiermit _die Totalität in ihrem

Gesetztseyn_ ist.

Nachdem wir nun die _Subjektivität_, das _Fürsichseyn_ des Begriffes,

in das _Ansichseyn_ desselben, die _Objektivität_ übergehen gesehen,

so hat sich ferner in der letztern die Negativität seines

Fürsichseyns wieder hervorgethan; der Begriff hat sich in ihr so

bestimmt, daß seine _Besonderheit äußerliche Objektivität_ ist, oder

als die einfache konkrete Einheit, deren Äußerlichkeit ihre

Selbstbestimmung ist. Die Bewegung des Zweckes hat nun dieß erreicht,

daß das Moment der Äußerlichkeit nicht nur im Begriff gesetzt, er

nicht nur ein _Sollen_ und _Streben_, sondern als konkrete Totalität

identisch mit der unmittelbaren Objektivität ist. Diese Identität

ist einer Seits der einfache Begriff, und ebenso _unmittelbare_

Objektivität, aber anderer Seits gleich wesentlich _Vermittelung_,

und nur durch sie, als sich selbst aufhebende Vermittelung, jene

einfache Unmittelbarkeit; so ist er wesentlich dieß, als

fürsichseyende Identität von seiner _ansichseyenden_ Objektivität

unterschieden zu seyn, und dadurch Äußerlichkeit zu haben, aber in

dieser äußerlichen Totalität die selbstbestimmende Identität

derselben zu seyn. So ist der Begriff nun _die Idee_.

Dritter Abschnitt. Die Idee.

Die Idee ist der _adäquate Begriff_, das objektive _Wahre_, oder das

_Wahre als solches_. Wenn irgend Etwas Wahrheit hat, hat es sie

durch seine Idee, oder _Etwas hat nur Wahrheit, insofern es Idee ist_.

--Der Ausdruck _Idee_ ist sonst oft in der Philosophie, wie im

gemeinen Leben, auch für _Begriff_, ja gar für eine bloße

_Vorstellung_ gebraucht worden; ich habe noch keine _Idee_ von diesem

Rechtshandel, Gebäude, Gegend, will weiter nichts ausdrücken, als die

_Vorstellung_. Kant hat den Ausdruck: _Idee_ wieder dem

_Vernunftbegriff_ vindicirt.--Der Vernunftbegriff soll nun nach Kant

der Begriff vom _Unbedingten_, in Ansehung der Erscheinungen aber

_transcendent_ seyn, d. h. von ihm _kein ihm adäquater empirischer

Gebrauch_ gemacht werden können. Die Vernunftbegriffe sollen zum

_Begreifen_, die Verstandesbegriffe zum _Verstehen_ der Wahrnehmungen

dienen.--In der That aber, wenn die letzteren wirklich _Begriffe_

sind, _so sind sie Begriffe_,--es wird durch sie begriffen, und ein

_Verstehen_ der Wahrnehmungen durch Verstandesbegriffe wird ein

_Begreifen_ seyn. Ist aber das Verstehen nur ein Bestimmen der

Wahrnehmungen durch solche Bestimmungen, z.B. Ganzes und Theile,

Kraft, Ursache und dergleichen, so bedeutet es nur ein Bestimmen

durch die Reflexion, so wie auch mit dem _Verstehen_ nur das bestimme

_Vorstellen_ von ganz bestimmten sinnlichem Inhalte gemeint seyn kann;

wie wenn einer, dem man den Weg bezeichnet, daß er am Ende des

Waldes links gehen müsse, etwa erwiedert: ich _verstehe_, so will das

_Verstehen_ weiter nichts sagen, als das Fassen in die Vorstellung

und ins Gedächtniß.--Auch _Vernunftbegriff_ ist ein etwas

Vernünftiges; und insofern die Vernunft vom Verstande und dem Begriff

als solchem unterschieden wird, so ist sie die Totalität des Begriffs

und der Objektivität.--In diesem Sinne ist die Idee das _Vernünftige_;

--sie ist das Unbedingte darum, weil nur dasjenige Bedingungen hat,

was sich wesentlich auf eine Objektivität bezieht, aber eine nicht

durch es selbst bestimmte, sondern eine solche, die noch in der Form

der Gleichgültigkeit und Äußerlichkeit dagegen ist, wie noch der

äußerliche Zweck hatte.

Indem nun der Ausdruck _Idee_ für den objektiven oder realen Begriff

zurückbehalten, und von dem Begriff selbst, noch mehr aber von der

bloßen Vorstellung unterschieden wird, so ist ferner noch mehr

diejenige Schätzung der Idee zu verwerfen, nach welcher sie für etwas

nur Unwirkliches genommen und von wahren Gedanken gesagt wird, _es

seyen nur Ideen_. Wenn die _Gedanken_ etwas bloß _Subjektives_ und

Zufälliges sind, so haben sie allerdings keinen weitern Werth, aber

sie stehen den zeitlichen und zufälligen _Wirklichkeiten_ darin nicht

nach, welche ebenfalls keinen weitern Werth als den von

_Zufälligkeiten_ und Erscheinungen haben. Wenn dagegen umgekehrt die

Idee darum den Werth der Wahrheit nicht haben soll, weil sie in

Ansehung der Erscheinungen _transcendent_, weil ihr kein

kongruirender Gegenstand in der Sinnenwelt gegeben werden könne, so

ist dieß ein sonderbarer Mißverstand, indem der Idee deswegen

objektive Gültigkeit abgesprochen wird, weil ihr dasjenige fehle, was

die Erscheinung, das _unwahre Seyn_ der objektiven Welt, ausmacht.

In Ansehung der praktischen Ideen erkennt es Kant, daß "nichts

Schädlicheres und eines Philosophen Unwürdigeres gefunden werden

könne, als die _pöbelhafte_ Berufung auf vorgeblich gegen die Idee

widerstreitende _Erfahrung_. Diese würde selbst gar nicht existiren,

wenn z.B. Staatsanstalten zu rechter Zeit nach den Ideen getroffen

wären, und an deren Statt nicht _rohe Begriffe_, eben darum, _weil

sie aus Erfahrung geschöpft worden_, alle gute Absicht vereitelt

hätten." Kant sieht die Idee als etwas Nothwendiges, als das Ziel an,

das als das _Urbild_ für ein Maximum aufzustellen und dem den Zustand

der Wirklichkeit immer näher zu bringen, das Bestreben seyn müsse.

Indem sich aber das Resultat ergeben hat, daß die Idee die Einheit

des Begriffs und der Objektivität, das Wahre, ist, so ist sie nicht

nur als ein _Ziel_ zu betrachten, dem sich anzunähern sey, das aber

selbst immer eine Art von _Jenseits_ bleibe, sondern daß alles

Wirkliche nur insofern ist, als es die Idee in sich hat, und sie

ausdrückt. Der Gegenstand, die objektive und subjektive Welt,

überhaupt _sollen_ mit der Idee nicht bloß _kongruiren_, sondern sie

sind selbst die Kongruenz des Begriffs und der Realität; diejenige

Realität, welche dem Begriffe nicht entspricht, ist bloße

_Erscheinung_, das Subjektive, Zufällige, Willkürliche, das nicht die

Wahrheit ist. Wenn gesagt wird, es finde sich in der Erfahrung kein

Gegenstand, welcher der _Idee_ vollkommen kongruire, so wird diese

als ein subjektiver Maaßstab dem Wirklichen gegenübergestellt; was

aber ein Wirkliches wahrhaft _seyn_ solle, wenn nicht sein Begriff in

ihm, und seine Objektivität diesem Begriffe gar nicht angemessen ist,

ist nicht zu sagen; denn es wäre das Nichts. Das mechanische und

chemische Objekt, wie das geistlose Subjekt, und der nur des

Endlichen, nicht seines Wesens bewußte Geist, haben zwar, nach ihrer

verschiedenen Natur, ihren Begriff nicht _in seiner eigenen freien

Form_ an ihnen existirend. Aber sie können überhaupt nur insofern

etwas Wahres seyn, als sie die Vereinigung ihres Begriffs und der

Realität, ihrer Seele und ihres Leibes, sind. Ganze, wie der Staat,

die Kirche, wenn die Einheit ihres Begriffs und ihrer Realität

aufgelöst ist, hören auf zu existiren; der Mensch, das Lebendige ist

todt, wenn Seele und Leib sich in ihm trennen; die todte Natur, die

mechanische und chemische Welt, wenn nämlich das Todte für die

unorganische Welt genommen wird, sonst hätte es gar keine positive

Bedeutung,--die todte Natur also, wenn sie in ihren Begriff und ihre

Realität geschieden wird, ist nichts als die subjektive Abstraktion

einer gedachten Form und einer formlosen Materie. Der Geist, der

nicht Idee, Einheit des Begriffs selbst mit sich,--der Begriff, der

den Begriff selbst zu seiner Realität hätte, wäre der todte,

geistlose Geist, ein materielles Objekt.

_Seyn_ hat die Bedeutung der _Wahrheit_ erreicht, indem die _Idee_

die Einheit des Begriff und der Realität ist; es _ist_ also nunmehr

nur das, was Idee ist. Die endlichen Dinge sind darum endlich,

insofern sie die Realität ihres Begriffs nicht vollständig an ihnen

selbst haben, sondern dazu anderer bedürfen;--oder umgekehrt,

insofern sie als Objekte vorausgesetzt sind, somit den Begriff als

eine äußerliche Bestimmung an ihnen haben. Das Höchste, was sie nach

der Seite dieser Endlichkeit erreichen, ist die äußere Zweckmäßigkeit.

Daß die wirklichen Dinge mit der Idee nicht kongruiren, ist die

Seite ihrer _Endlichkeit, Unwahrheit_, nach welcher sie _Objekte_,

jedes nach seiner verschiedenen Sphäre, und in den Verhältnissen der

Objektivität mechanisch, chemisch oder durch einen äußerlichen Zweck

bestimmt ist. Daß die Idee ihre Realität nicht vollkommen

durchgearbeitet, sie unvollständig dem Begriffe unterworfen hat,

davon beruht die Möglichkeit darauf, daß sie selbst einen

_beschränkten Inhalt_ hat, daß sie, so wesentlich sie Einheit des

Begriffs und der Realität, ebenso wesentlich auch deren Unterschied

ist; denn nur das Objekt ist die unmittelbare, d. h. nur _ansich_

seyende Einheit. Wenn aber ein Gegenstand, z.B. der Staat seiner

Idee _gar nicht_ angemessen, das heißt, vielmehr gar nicht die Idee

des Staates wäre, wenn seine Realität, welche die selbstbewußten

Individuen ist, dem Begriffe ganz nicht entspräche, so hätten seine

Seele und sein Leib sich getrennt; jene entflöhe in die

abgeschiedenen Regionen des Gedankens, dieser wäre in die einzelnen

Individualitäten zerfallen; aber indem der Begriff des Staates so

wesentlich ihre Natur ausmacht, so ist er als ein so mächtiger Trieb

in ihnen, daß sie ihn, sey es auch nur in der Form äußerer

Zweckmäßigkeit, in Realität zu versetzen oder ihn so sich gefallen zu

lassen gedrungen sind, oder sie müßten zu Grunde gehen. Der

schlechteste Staat, dessen Realität dem Begriffe am wenigsten

entspricht, insofern er noch existirt, ist er noch Idee, die

Individuen gehorchen noch einem Machthabenden Begriffe.

Die Idee hat aber nicht nur den allgemeineren Sinn des _wahrhaften

Seyns_, der Einheit von _Begriff_ und _Realität_, sondern den

bestimmteren von _subjektivem Begriffe_ und _der Objektivität_. Der

Begriff als solcher ist nämlich selbst schon die Identität seiner und

der _Realität_; denn der unbestimmte Ausdruck Realität heißt

überhaupt nichts Anderes als das _bestimmte Seyn_; dieß aber hat der

Begriff an seiner Besonderheit und Einzelnheit. Ebenso ist ferner

die _Objektivität_ der aus seiner Bestimmtheit in die _Identität_ mit

sich zusammengegangene, totale _Begriff_. In jener Subjektivität ist

die Bestimmtheit oder der Unterschied des Begriffes ein _Schein_, der

unmittelbar aufgehoben und in das Fürsichseyn, oder die negative

Einheit zurückgegangen ist, _inhärirendes_ Prädikat. In dieser

Objektivität aber ist die Bestimmtheit als unmittelbare Totalität,

als äußerliches Ganzes gesetzt. Die Idee hat sich nun gezeigt als

der wieder von der Unmittelbarkeit, in die er im Objekte versenkt ist,

zu seiner Subjektivität befreite Begriff, welcher sich von seiner

Objektivität unterscheidet, die aber ebenso sehr von ihm bestimmt und

ihre Substantialität nur in jenem Begriffe hat. Diese Identität ist

daher mit Recht als das _Subjekt-Objekt_ bestimmt worden; daß sie

_ebenso wohl_ der formelle oder subjektive Begriff, _als_ sie das

Objekt als solches ist. Aber dieß ist bestimmter aufzufassen. Der

Begriff, indem er wahrhaft seine Realität erreicht hat, ist dieß

absolute Urtheil, dessen _Subjekt_ als die sich auf sich beziehende

negative Einheit sich von seiner Objektivität unterscheidet, und das

An- und Fürsichseyn derselben ist, aber wesentlich sich durch sich

selbst auf sie bezieht,--daher _Selbstzweck_ und _Trieb_ ist;--die

Objektivität aber hat das Subjekt eben darum nicht unmittelbar an ihm,

es wäre so nur die in sie verlorene Totalität des Objekts als

solchen; sondern sie ist die Realisation des Zwecks, eine durch die

Thätigkeit des Zweckes _gesetzte_ Objektivität, welche als

_Gesetztseyn_ ihr Bestehen und ihre Form nur als durchdrungen von

ihrem Subjekt hat. Als Objektivität hat sie das Moment der

_Äußerlichkeit_ des Begriffs an ihr, und ist daher überhaupt die

Seite der Endlichkeit, Veränderlichkeit und Erscheinung, die aber

ihren Untergang darin hat, in die negative Einheit des Begriffes

zurückzugehen; die Negativität, wodurch ihr gleichgültiges

Außereinanderseyn sich als Unwesentliches und Gesetztseyn zeigt, ist

der Begriff selbst. Die Idee ist daher, dieser Objektivität

ungeachtet, schlechthin _einfach_ und _immateriell_, denn die

Äußerlichkeit ist nur als durch den Begriff bestimmt, und in seine

negative Einheit aufgenommen; insofern sie als gleichgültige

Äußerlichkeit besteht, ist sie dem Mechanismus überhaupt nicht nur

preisgegeben, sondern ist nur als das Vergängliche und Unwahre.--Ob

die Idee also gleich ihre Realität in einer Materiatur hat, so ist

diese nicht ein abstraktes, gegen den Begriff für sich bestehendes

_Seyn_, sondern nur als _Werden_ durch die Negativität des

gleichgültigen Seyns als einfache Bestimmtheit des Begriffes.

Es ergeben sich hieraus folgende nähere Bestimmungen der Idee.--Sie

ist _erstlich_ die einfache Wahrheit, die Identität des Begriffes und

der Objektivität als _Allgemeines_, in welchem der Gegensatz und das

Bestehen des Besondern in seine mit sich identische Negativität

aufgelöst, und als Gleichheit mit sich selbst ist. _Zweitens_ ist sie

die _Beziehung_ der fürsichseyenden Subjektivität des einfachen

Begriffs und seiner davon _unterschiedenen_ Objektivität; jene ist

wesentlich der _Trieb_, diese Trennung aufzuheben, und diese das

gleichgültige Gesetztseyn, das an und für sich nichtige Bestehen.

Sie ist als diese Beziehung der _Proceß_, sich in die Individualität

und in deren unorganische Natur zu dirimiren, und wieder diese unter

die Gewalt des Subjekts zurückzubringen und zu der ersten einfachen

Allgemeinheit zurückzukehren. Die _Identität_ der Idee mit sich

selbst ist eins mit dem _Processe_; der Gedanke, der die Wirklichkeit

von dem Scheine der zwecklosen Veränderlichkeit befreit und zur

_Idee_ verklärt, muß diese Wahrheit der Wirklichkeit nicht als die

todte Ruhe, als ein bloßes _Bild_, matt, ohne Trieb und Bewegung, als

einen Genius, oder Zahl, oder einen abstrakten Gedanken vorstellen;

die Idee hat, um der Freiheit willen, die der Begriff in ihr erreicht,

auch den _härtesten Gegensatz_ in sich; ihre Ruhe besteht in der

Sicherheit und Gewißheit, womit sie ihn ewig erzeugt und ewig

überwindet, und in ihm mit sich selbst zusammengeht.

Zunächst aber ist die Idee auch wieder erst nur _unmittelbar_ oder

nur in ihrem _Begriffe_; die objektive Realität ist dem Begriffe zwar

angemessen, aber noch nicht zum Begriffe befreit, und er existirt

nicht _für sich als der Begriff_. Der Begriff ist so zwar _Seele_,

aber die Seele ist in der Weise eines _Unmittelbaren_, d. h. ihre

Bestimmtheit ist nicht als sie selbst, sie hat sich nicht als Seele

erfaßt, nicht in ihr selbst ihre objektive Realität; der Begriff ist

als eine Seele, die noch nicht _seelenvoll_ ist. So ist die Idee

_erstlich_ das _Leben_; der Begriff, der unterschieden von seiner

Objektivität einfach in sich seine Objektivität durchdringt, und als

Selbstzweck an ihr sein Mittel hat und sie als sein Mittel setzt,

aber in diesem Mittel immanent und darin der realisirte mit sich

identische Zweck ist.--Diese Idee hat um ihrer Unmittelbarkeit willen

die _Einzelnheit_ zur Form ihrer Existenz. Aber die Reflexion ihres

absoluten Processes in sich selbst ist das Aufheben dieser

unmittelbaren Einzelnheit; dadurch macht der Begriff, der in ihr als

Allgemeinheit das _Innere_ ist, die Äußerlichkeit zur Allgemeinheit,

oder setzt seine Objektivität als Gleichheit mit sich selbst. So ist

die Idee.

_Zweitens_ die Idee des _Wahren_ und des _Guten_, als _Erkennen_ und

_Wollen_. Zunächst ist sie endliches Erkennen und endliches Wollen,

worin das Wahre und Gute sich noch unterscheiden, und beide nur erst

als _Ziel_ sind. Der Begriff hat _sich_ zunächst zu sich selbst

befreit und sich nur erst eine _abstrakte Objektivität_ zur Realität

gegeben. Aber der Proceß dieses endlichen Erkennens und Handelns

macht die zunächst abstrakte Allgemeinheit zur Totalität, wodurch sie

_vollkommene Objektivität_ wird.--Oder von der andern Seite

betrachtet, _macht_ der endliche, das ist der subjektive Geist, sich

die _Voraussetzung_ einer objektiven Welt, wie das Leben eine solche

Voraussetzung _hat_; aber seine Thätigkeit ist, diese Voraussetzung

aufzuheben und sie zu einem Gesetzten zu machen. So ist seine

Realität für ihn die objektive Welt, oder umgekehrt, die objektive

Welt ist die Idealität, in der er sich selbst erkennt.

_Drittens_ erkennt der Geist die Idee als seine _absolute Wahrheit_,

als die Wahrheit, die an und für sich ist; die unendliche Idee, in

welcher Erkennen und Thun sich ausgeglichen hat, und die das

_absolute Wissen ihrer selbst_ ist.

Erstes Kapitel. Das Leben.

Die Idee des Lebens betrifft einen so konkreten und, wenn man will,

reellen Gegenstand, daß mit derselben nach der gewöhnlichen

Vorstellung der Logik ihr Gebiet überschritten zu werden scheinen

kann. Sollte die Logik freilich nichts als leere, todte

Gedankenformen enthalten, so könnte in ihr überhaupt von keinem

solchen Inhalte, wie die Idee, oder das Leben ist, die Rede seyn.

Wenn aber die absolute Wahrheit der Gegenstand der Logik, und _die

Wahrheit_ als solche wesentlich _im Erkennen_ ist, so müßte das

_Erkennen_ wenigstens abgehandelt werden.--Der sogenannten reinen

Logik pflegt man denn auch gewöhnlich eine _angewandte_ Logik folgen

zu lassen,--eine Logik, welche es mit dem _konkreten Erkennen_ zu

thun hat; die viele _Psychologie_ und _Anthropologie_ nicht

mitgerechnet, deren Einflechtung in die Logik häufig für nöthig

erachtet wird. Die anthropologische und psychologische Seite des

Erkennens aber betrifft dessen _Erscheinung_, in welcher der Begriff

für sich selbst noch nicht dieses ist, eine ihm gleiche Objektivität,

d. i. sich selbst zum Objekte zu haben. Der Theil der Logik, der

dasselbe betrachtet, gehört nicht zur _angewandten Logik_ als solchen;

so wäre jede Wissenschaft in die Logik hereinzuziehen, denn jede ist

insofern eine angewandte Logik, als sie darin besteht, ihren

Gegenstand in Formen des Gedankens und Begriffs zu fassen.--Der

subjektive Begriff hat Voraussetzungen, die in psychologischer,

anthropologischer und sonstiger Form sich darstellen. In die Logik

aber gehören nur die Voraussetzungen des reinen Begriffs, insofern

sie die Form von reinen Gedanken, von abstrakten Wesenheiten haben,

die Bestimmungen des _Seyns_ und _Wesens_. Ebenso sind vom

_Erkennen_, dem sich selbst Erfassen des Begriffs, nicht die anderen

Gestalten seiner Voraussetzung, sondern nur diejenige, welche selbst

Idee ist, in der Logik abzuhandeln; aber diese ist nothwendig in ihr

zu betrachten. Diese Voraussetzung nun ist die _unmittelbare_ Idee;

denn indem das Erkennen der Begriff ist, insofern er für sich selbst

aber als Subjektives in Beziehung auf Objektives ist, so bezieht er

sich auf die Idee als _vorausgesetzte_ oder _unmittelbare_. Die

unmittelbare Idee aber ist das Leben.

Insofern würde sich die Nothwendigkeit, die Idee des Lebens in der

Logik zu betrachten, auf die auch sonst anerkannte Nothwendigkeit,

den konkreten Begriff des Erkennens hier abzuhandeln, gründen. Diese

Idee hat sich aber durch die eigene Nothwendigkeit des Begriffes

herbeigeführt; die _Idee_, das an und für sich _Wahre_, ist

wesentlich Gegenstand der Logik; da sie zuerst in ihrer

Unmittelbarkeit zu betrachten ist, so ist sie in dieser Bestimmtheit,

in welcher sie _Leben_ ist, aufzufassen und zu erkennen, damit ihre

Betrachtung nicht etwas Leeres und Bestimmungsloses sey. Es kann nur

etwa zu bemerken seyn, inwiefern die logische Ansicht des Lebens von

anderer wissenschaftlicher Ansicht desselben unterschieden ist;

jedoch gehört hierher nicht, wie in unphilosophischen Wissenschaften

von ihm gehandelt wird, sondern nur wie das logische Leben als reine

Idee von dem Naturleben, das in der _Natur-Philosophie_ betrachtet

wird, und von dem Leben, insofern es mit dem _Geiste_ in Verbindung

steht, zu unterscheiden ist.--Das Erstere ist als das Leben der Natur

das Leben, insofern es in die _Äußerlichkeit des Bestehens_

hinausgeworfen ist, an der unorganischen Natur seine _Bedingung_ hat,

und wie die Momente der Idee eine Mannigfaltigkeit wirklicher

Gestaltungen sind. Das Leben in der Idee ist ohne solche

_Voraussetzungen_, welche als Gestalten der Wirklichkeit sind; seine

Voraussetzung ist der _Begriff_, wie er betrachtet worden ist, einer

Seits als subjektiver, anderer Seits als objektiver. In der Natur

erscheint das Leben als die höchste Stufe, welche von ihrer

Äußerlichkeit dadurch erreicht wird, daß sie in sich gegangen ist

und sich in der Subjektivität aufhebt. In der Logik ist es das

einfache Insichseyn, welches in der Idee des Lebens seine ihm

wahrhaft entsprechende Äußerlichkeit erreicht hat; der Begriff, der

als subjektiver früher auftritt, ist die Seele des Lebens selbst; er

ist der Trieb, der sich durch die Objektivität hindurch seine

Realität vermittelt. Indem die Natur von ihrer Äußerlichkeit aus

diese Idee erreicht, geht sie über sich hinaus, ihr Ende ist nicht

als ihr Anfang, sondern als ihre Gränze, worin sie sich selbst

aufhebt.--Ebenso erhalten in der Idee des Lebens die Momente seiner

Realität nicht die Gestalt äußerlicher Wirklichkeit, sondern bleiben

in die Form des Begriffes eingeschlossen.

Im _Geiste_ aber erscheint das Leben Theils ihm gegenüber, Theils als

mit ihm in eins gesetzt, und diese Einheit wieder durch ihn rein

herausgeboren. Das Leben ist hier nämlich überhaupt in seinem

eigentlichen Sinne als _natürliches Leben_ zu nehmen, denn was das

_Leben des Geistes_ als Geistes genannt wird, ist seine

Eigenthümlichkeit, welche dem bloßen Leben gegenübersteht; wie auch

von der _Natur_ des Geistes gesprochen wird, obgleich der Geist kein

Natürliches, und vielmehr der Gegensatz zur Natur ist. Das Leben als

solches also ist für den Geist Theils _Mittel_, so stellt er es sich

gegenüber; Theils ist er lebendiges Individuum, und das Leben sein

Körper, Theils wird diese Einheit seiner mit seiner lebendigen

Körperlichkeit aus ihm selbst zum _Ideal_ herausgeboren. Keine

dieser Beziehungen auf den Geist geht das logische Leben an, und es

ist hier weder als Mittel eines Geistes, noch als sein lebendiger

Leib, noch als Moment des Ideals und der Schönheit zu betrachten.

--Das Leben hat in beiden Fällen, wie es _natürliches_ und wie es mit

dem _Geiste_ in Beziehung steht, eine _Bestimmtheit seiner

Äußerlichkeit_, dort durch seine Voraussetzungen, welches anderer

Gestaltungen der Natur sind, hier aber durch die Zwecke und

Thätigkeit des Geistes. Die Idee des Lebens für sich ist frei von

jener vorausgesetzten und bedingenden Objektivität, so wie von der

Beziehung auf diese Subjektivität.

Das Leben, in seiner Idee nun näher betrachtet, ist an und für sich

absolute _Allgemeinheit_; die Objektivität, welche es an ihm hat, ist

vom Begriffe schlechthin durchdrungen, sie hat nur ihn zur Substanz.

Was sich als Theil oder nach sonstiger äußerer Reflexion

unterscheidet, hat den ganzen Begriff in sich selbst; er ist die

darin _allgegenwärtige_ Seele, welche einfache Beziehung auf sich

selbst, und Eins in der Mannigfaltigkeit bleibt, die dem objektiven

Seyn zukommt. Diese Mannigfaltigkeit hat als die sich äußerliche

Objektivität ein gleichgültiges Bestehen, das im Raume und in der

Zeit, wenn diese hier schon erwähnt werden könnten, ein ganz

verschiedenes und selbstständiges Außereinander ist. Aber die

Äußerlichkeit ist im Leben zugleich als die _einfache Bestimmtheit_

seines Begriffs; so ist die Seele allgegenwärtig in diese

Mannigfaltigkeit ausgegossen, und bleibt zugleich schlechthin das

einfache Einsseyn des konkreten Begriffs mit sich selbst.--Am Leben,

an dieser Einheit seines Begriffs in der Äußerlichkeit der

Objektivität, in der absoluten Vielheit der atomistischen Materie,

gehen dem Denken, das sich an die Bestimmungen der

Reflexions-Verhältnisse und des formalen Begriffes hält, schlechthin

alle seine Gedanken aus; die Allgegenwart des Einfachen in der

vielfachen Äußerlichkeit ist für die Reflexion ein absoluter

Widerspruch, und insofern sie dieselbe zugleich aus der Wahrnehmung

des Lebens auffassen, hiermit die Wirklichkeit dieser Idee zugeben

muß, ein _unbegreifliches Geheimnis_, weil sie den Begriff nicht

erfaßt, und den Begriff nicht als die Substanz des Lebens.--Das

einfache Leben ist aber nicht nur allgegenwärtig, sondern schlechthin

das _Bestehen_ und die _immanente Substanz_ seiner Objektivität, aber

als subjektive Substanz _Trieb_, und zwar der _specifische Trieb_ des

_besondern_ Unterschiedes, und ebenso wesentlich der Eine und

allgemeine Trieb des Specifischen, der diese seine Besonderung in die

Einheit zurückführt und darin erhält. Das Leben ist nur als diese

_negative Einheit_ seiner Objektivität und Besonderung sich auf sich

beziehendes, für sich seyendes Leben, eine Seele. Es ist damit

wesentlich _Einzelnes_, welches auf die Objektivität sich als auf ein

Anderes, eine unlebendige Natur bezieht. Das ursprüngliche _Urtheil_

des Lebens besteht daher darin, daß es sich als individuelles Subjekt

gegen das Objektive abscheidet, und indem es sich als die negative

Einheit des Begriffs konstituirt, die _Voraussetzung_ einer

unmittelbaren Objektivität macht.

Das Leben ist daher _erstlich_ zu betrachten als _lebendiges

Individuum_, das für sich die subjektive Totalität, und als

gleichgültig vorausgesetzt ist gegen eine ihm als gleichgültig

gegenüberstehende Objektivität.

_Zweitens_ ist es _der Lebens-Proceß_, seine Voraussetzung aufzuheben,

die gegen dasselbe gleichgültige Objektivität als negativ zu setzen,

und sich als ihre Macht und negative Einheit zu verwirklichen. Damit

macht es sich zum Allgemeinen, das die Einheit seiner selbst und

seines Andern ist. Das Leben ist daher

_Drittens der Proceß der Gattung_, seine Vereinzelung aufzuheben, und

sich zu seinem objektiven Daseyn als zu sich selbst zu verhalten.

Dieser Proceß ist hiermit einer Seits die Rückkehr zu seinem Begriffe,

und die Wiederholung der ersten Diremtion, das Werden einer neuen,

und der Tod der ersten unmittelbaren Individualität; anderer Seits

aber ist der _in sich gegangene Begriff_ des Lebens das Werden des

sich zu sich selbst verhaltenden, als allgemein und frei für sich

existirenden Begriffes, der Übergang in _das Erkennen_.

A. Das lebendige Individuum.

1. Der Begriff des Lebens oder das allgemeine Leben ist die

unmittelbare Idee, der Begriff, dem seine Objektivität angemessen ist;

aber sie ist ihm nur angemessen, insofern er die negative Einheit

dieser Äußerlichkeit ist, das heißt, sie sich angemessen _setzt_.

Die unendliche Beziehung des Begriffes auf sich selbst ist als die

Negativität das Selbstbestimmen, die Diremtion seiner in sich _als

subjektive Einzelnheit, und in sich als gleichgültige Allgemeinheit_.

Die Idee des Lebens in ihrer Unmittelbarkeit ist nur erst die

schöpferische allgemeine Seele. Um dieser Unmittelbarkeit willen ist

ihre erste negative Beziehung der Idee in sich selbst,

Selbstbestimmung ihrer als _Begriff_,--das Setzen _an sich_, welches

erst als Rückkehr in sich Für-sich-seyn ist; das schöpferische

_Voraussetzen_. Durch dieß Selbstbestimmen ist das _allgemeine_

Leben ein _Besonderes_; es hat sich damit in die beiden Extreme des

Urtheils, das unmittelbar Schluß wird, entzweit.

Die Bestimmungen des Gegensatzes sind die allgemeinen _Bestimmungen_

des _Begriffs_, denn es ist der Begriff, dem die Entzweiung zukommt;

aber die _Erfüllung_ derselben ist die Idee. Das eine ist die

_Einheit_ des Begriffs und der Realität, welche die Idee ist, als die

_unmittelbare_, die sich früher als die _Objektivität_ gezeigt hat.

Allein sie ist hier in anderer Bestimmung. Dort war sie die Einheit

des Begriffs und der Realität, insofern der Begriff in sie

übergegangen und nur in sie verloren ist; er stand ihr nicht

gegenüber, oder weil er ihr nur _Inneres_ ist, ist er nur eine ihr

_äußerliche_ Reflexion. Jene Objektivität ist daher das Unmittelbare

selbst auf unmittelbare Weise. Hier hingegen ist sie nur das aus dem

Begriffe Hervorgegangene, so daß ihr Wesen das Gesetztseyn, daß sie

als _Negatives_ ist.--Sie ist als die _Seite_ der _Allgemeinheit des

Begriffes_ anzusehen, somit als _abstrakte_ Allgemeinheit, wesentlich

nur dem Subjekte _inhärirend_, und in der Form des unmittelbaren

_Seyns_, das für sich gesetzt, gegen das Subjekt gleichgültig sey.

Die Totalität des Begriffs, welche der Objektivität zukommt, ist

insofern gleichsam nur eine _geliehene_; die letzte Selbstständigkeit,

die sie gegen das Subjekt hat, ist jenes _Seyn_, welches seiner

Wahrheit nach nur jenes Moment des Begriffes ist, der als

_voraussetzend_ in der ersten Bestimmtheit eines _an sich_ seyenden

_Setzens_ ist, welches noch nicht _als_ Setzen, als die in sich

reflektierte Einheit ist. Aus der Idee hervorgegangen ist also die

selbstständige Objektivität unmittelbares Seyn, nur als das

_Prädikat_ des Urtheils der Selbstbestimmung des Begriffs,--ein zwar

vom Subjekte verschiedenes Seyn, aber zugleich wesentlich gesetzt als

_Moment_ des Begriffs.

Dem Inhalte nach ist diese Objektivität die Totalität des Begriffes,

die aber dessen Subjektivität oder negative Einheit sich

gegenüberstehen hat, welche die wahrhafte Centralität ausmacht,

nämlich seine freie Einheit mit sich selbst. Dieses _Subjekt_ ist

die Idee in der Form der _Einzelnheit_; als einfache aber negative

Identität mit sich; das _lebendige Individuum_.

Dieses ist erstlich das Leben als _Seele_; als der Begriff seiner

selbst, der in sich vollkommen bestimmt ist, das anfangende, sich

selbst bewegende _Princip_. Der Begriff enthält in seiner

Einfachheit die bestimmte Äußerlichkeit als _einfaches_ Moment in

sich eingeschlossen.--aber ferner ist diese Seele _in ihrer

Unmittelbarkeit_ unmittelbar äußerlich, und hat ein objektives Seyn

an ihr selbst;--die dem Zwecke unterworfene Realität, das

unmittelbare _Mittel_, zunächst die Objektivität als _Prädikat_ des

Subjekts, aber fernerhin ist sie auch die _Mitte_ des Schlusses; die

Leiblichkeit der Seele ist das, wodurch sie sich mit der äußerlichen

Objektivität zusammenschließt.Die Leiblichkeit hat das Lebendige

zunächst als die unmittelbar mit dem Begriff identische Realität; sie

hat dieselbe insofern überhaupt von _Natur_.

Weil nun diese Objektivität Prädikat des Individuums und in die

subjektive Einheit aufgenommen ist, so kommen ihr nicht die früheren

Bestimmungen des Objekts, das mechanische oder chemische Verhältniß,

noch weniger die abstrakten Reflexions-Verhältnisse von Ganzem und

Theilen u. drgl. zu. Als Äußerlichkeit ist sie solcher Verhältnisse

zwar _fähig_, aber insofern ist sie nicht lebendiges Daseyn; wenn das

Lebendige als ein Ganzes, das aus Theilen besteht, als ein solches,

auf welches mechanische oder chemische Ursachen einwirken, als

mechanisches oder chemisches Produkt, es sey bloß als solches, oder

auch durch einen äußerlichen Zweck Bestimmtes, genommen wird, so wird

der Begriff ihm als äußerlich, es wird als ein _Todtes_ genommen. Da

ihm der Begriff immanent ist, so ist die _Zweckmäßigkeit_ des

Lebendigen als _innere_ zu fassen; er ist in ihm als bestimmter, von

seiner Äußerlichkeit unterschiedener, und in seinem Unterscheiden

sie durchdringender und mit sich identischer Begriff. Diese

Objektivität des Lebendigen ist _Organismus_; sie ist das _Mittel und

Werkzeug_ des Zwecks, vollkommen zweckmäßig, da der Begriff ihre

Substanz ausmacht; aber eben deswegen ist dieß Mittel und Werkzeug

selbst der ausgeführte Zweck, in welchem der subjektive Zweck

insofern unmittelbar mit sich selbst zusammen geschlossen ist. Nach

der Äußerlichkeit des Organismus ist er ein Vielfaches nicht von

_Theilen_, sondern von _Gliedern_, welche als solche a) nur in der

Individualität bestehen; sie sind trennbar, insofern sie äußerliche

sind, und an dieser Äußerlichkeit gefaßt werden können; aber

insofern sie getrennt werden, kehren sie unter die mechanischen und

chemischen Verhältnisse der gemeinen Objektivität zurück. b) Ihre

Äußerlichkeit ist der negativen Einheit der lebendigen

Individualität entgegen; diese ist daher _Trieb_, das abstrakte

Moment der Bestimmtheit des Begriffes als reellen Unterschied zu

setzen; indem dieser Unterschied _unmittelbar_ ist, ist er _Trieb_

jedes _einzelnen_, _specifischen Moments_, sich zu produciren, und

ebenso seine Besonderheit zur Subjektheit zu erheben, die anderen ihm

äußerlichen aufzuheben, sich auf ihre Kosten hervorzubringen, aber

ebenso sehr sich selbst aufzuheben und sich zum Mittel für die

anderen zu machen.

2. Dieser _Proceß_ der lebendigen Individualität ist auf sie selbst

beschränkt, und fällt noch ganz innerhalb ihrer.--Im Schlusse der

äußerlichen Zweckmäßigkeit ist vorhin die erste Prämisse desselben,

daß sich der Zweck unmittelbar auf die Objektivität bezieht und sie

zum Mittel macht, so betrachtet worden, daß in ihr zwar der Zweck

sich darin gleich bleibt, und in sich zurückgegangen ist, aber die

Objektivität _an ihr selbst_ sich noch nicht aufgehoben, der Zweck

daher in ihr insofern nicht _an_ und _für sich_ ist, und dieß erst im

Schlußsatze wird. Der Proceß des Lebendigen mit sich selbst ist jene

Prämisse, insofern sie aber zugleich Schlußsatz, insofern die

unmittelbare Beziehung des Subjekts auf die Objektivität, welche

dadurch Mittel und Werkzeug wird, zugleich als die _negative Einheit_

des Begriffs an sich selbst ist; der Zweck führt sich in dieser

seiner Äußerlichkeit dadurch aus, daß er ihre subjektive Macht und

der Proceß ist, worin sie ihre Selbstauflösung und Rückkehr in diese

seine negative Einheit aufzeigt. Die Unruhe und Veränderlichkeit der

äußerlichen Seite des Lebendigen ist die Manifestation des Begriffs

an ihm, der als die Negativität an sich selbst nur Objektivität hat,

insofern sich ihr gleichgültiges Bestehen als sich aufhebend zeigt.

Der Begriff producirt also durch seinen Trieb sich so, daß das

Produkt, indem er dessen Wesen ist, selbst das Producirende ist, daß

es nämlich Produkt nur als die sich ebenso negativ setzende

Äußerlichkeit, oder als der Proceß der Producirens ist.

3. Die so eben betrachtete Idee ist nun der _Begriff_ des _lebendigen

Subjekts_ und _seines Processes_; die Bestimmungen, die im

Verhältnisse zu einander sind, sind die sich auf sich beziehende

_negative Einheit_ des Begriffs und die _Objektivität_, welche sein

_Mittel_, in welcher er aber in sich selbst _zurückgekehrt_ ist.

Aber indem dieß Momente der Idee des Lebens _innerhalb seines

Begriffes_ sind, so sind es nicht die bestimmten Begriffs-Momente des

_lebendigen Individuums in seiner Realität_. Die Objektivität oder

Leiblichkeit desselben ist konkrete Totalität; jene Momente sind

daher nicht die Momente dieser schon durch die Idee konstituirten

Lebendigkeit. Die lebendige _Objektivität_ des Individuums aber als

solche, da sie vom Begriffe beseelt und ihn zur Substanz hat, hat

auch an ihr zu wesentlichem Unterschiede solche, welche seine

Bestimmungen sind, _Allgemeinheit, Besonderheit_ und _Einzelnheit_;

die _Gestalt_, als in welcher sie äußerlich unterschieden sind, ist

daher nach denselben eingetheilt, oder eingeschnitten (insectum).

Sie ist hiermit _erstlich Allgemeinheit_, das rein nur in sich selbst

Erzittern der Lebendigkeit, die _Sensibilität_. Der Begriff der

Allgemeinheit, wie er sich oben ergeben hat, ist die einfache

Unmittelbarkeit, welche dieß aber nur ist als absolute Negativität in

sich. Dieser Begriff des _absoluten Unterschiedes_, wie seine

Negativität in der _Einfachheit aufgelöst_ und sich selbst gleich ist,

ist in der Sensibilität zur Anschauung gebracht. Sie ist das

Insichseyn, nicht als abstrakte Einfachheit, sondern eine unendliche

_bestimmbare_ Receptivität, welche in ihrer _Bestimmtheit_ nicht ein

Mannigfaltiges und Äußerliches wird, sondern schlechthin in sich

reflektirt ist. Die _Bestimmtheit_ ist in dieser Allgemeinheit als

einfaches _Princip_; die einzelne äußerliche Bestimmtheit, ein

sogenannter _Eindruck_, geht aus seiner äußerlichen und

mannigfaltigen Bestimmung in diese Einfachheit des _Selbstgefühls_

zurück. Die Sensibilität kann somit als das Daseyn der in sich

seyenden Seele betrachtet werden, da sie alle Äußerlichkeit in sich

aufnimmt, dieselbe aber in die vollkommene Einfachheit der sich

gleichen Allgemeinheit zurückführt.

Die zweite Bestimmung des Begriffs ist die _Besonderheit_, das Moment

des _gesetzten_ Unterschiedes; die Eröffnung der Negativität, welche

im einfachen Selbstgefühl eingeschlossen, oder in ihm ideelle, noch

nicht reelle Bestimmtheit ist;--die _Irritabilität_. Das Gefühl ist

um der Abstraktion seiner Negativität willen Trieb; es _bestimmt_

sich; die Selbstbestimmung des Lebendigen ist sein Urtheil oder

Verendlichung, wonach es sich auf das Äußerliche als auf eine

_vorausgesetzte_ Objektivität bezieht, und in Wechselwirkung damit

ist.--Nach seiner Besonderheit ist es nun Theils _Art_ neben anderen

Arten von Lebendigen, die _formale_ Reflexion dieser _gleichgültigen

Verschiedenheit_ in sich ist die formale _Gattung_ und deren

Systematisirung; die individuelle Reflexion aber ist, daß die

Besonderheit die Negativität ihrer Bestimmtheit, als einer Richtung

nach Außen, die sich auf sich beziehende Negativität des Begriffes

ist.

Nach dieser _dritten_ Bestimmung ist das Lebendige _als Einzelnes_.

Näher bestimmt sich diese Reflexion-in-sich so, daß das Lebendige in

der Irritabilität Äußerlichkeit seiner gegen sich selbst, gegen die

Objektivität ist, welche es als sein Mittel und Werkzeug unmittelbar

an ihm hat, und die äußerlich bestimmbar ist. Die Reflexion-in-sich

hebt diese Unmittelbarkeit auf,--einer Seits als theoretische

Reflexion; insofern nämlich die Negativität als einfaches Moment der

Sensibilität ist, das in derselben betrachtet wurde, und welches das

_Gefühl_ ausmacht,--anderer Seits als reelle, indem sich die Einheit

des Begriffes _in seiner äußerlichen Objektivität_ als negative

Einheit setzt, die _Reproduktion_.--Die beiden ersten Momente, die

Sensibilität und Irritabilität, sind abstrakte Bestimmungen; in der

Reproduktion ist das Leben _Konkretes_ und Lebendigkeit, es hat in

ihr, als seiner Wahrheit, erst auch Gefühl und Widerstandskraft. Die

Reproduktion ist die Negativität als einfaches Moment der

Sensibilität, und die Irritabilität ist nur lebendige

Widerstandskraft, daß das Verhältniß zum Äußerlichen Reproduktion

und individuelle Identität mit sich ist. Jedes der einzelnen Momente

ist wesentlich die Totalität aller, ihren Unterschied macht die

ideelle Formbestimmtheit aus, welche in der Reproduktion als konkrete

Totalität des Ganzen gesetzt ist. Dieß Ganze ist daher einer Seits

als Drittes, nämlich als _reelle_ Totalität jenen bestimmten

Totalitäten entgegengesetzt, anderer Seits aber ist es deren

ansichseyende Wesenheit, zugleich das, worin sie als Momente

zusammengefaßt sind, und ihr Subjekt und Bestehen haben.

Mit der Reproduktion, als dem Momente der Einzelnheit, setzt sich das

Lebendige als _wirkliche_ Individualität, ein sich auf sich

beziehendes Fürsichseyn; ist aber zugleich reelle _Beziehung nach

Außen_; die Reflexion der _Besonderheit_ oder Irritabilität _gegen

ein Anderes_, gegen die _objektive_ Welt. Der innerhalb des

Individuums eingeschlossene Proceß des Lebens geht in die Beziehung

zur vorausgesetzten Objektivität als solcher dadurch über, daß das

Individuum, indem es sich als _subjektive_ Totalität setzt, auch das

_Moment seiner Bestimmtheit_ als _Beziehung_ auf die Äußerlichkeit

zur _Totalität_ wird.

B. Der Lebens-Proceß.

Daß das lebendige Individuum sich in sich selbst gestaltet, damit

spannt es sich gegen sein ursprüngliches Voraussetzen, und stellt

sich als an und für sich seyendes Subjekt der vorausgesetzten

objektiven Welt gegenüber. Das Subjekt ist der Selbstzweck, der

Begriff, welcher an der ihm unterworfenen Objektivität sein Mittel

und subjektive Realität hat; hierdurch ist es als die an und für sich

seyende Idee und als das wesentliche Selbstständige konstituirt,

gegen welches die vorausgesetzte äußerliche Welt nur den Werth eines

Negativen und Unselbstständigen hat. In seinem Selbstgefühle hat das

Lebendige diese _Gewißheit_ von der an sich seyenden _Nichtigkeit_

des ihm gegenüberstehenden _Andersseyns_. Sein Trieb ist das

Bedürfniß, dieß Andersseyn aufzuheben, und sich die Wahrheit jener

Gewißheit zu geben. Das Individuum ist als Subjekt zunächst erst der

_Begriff_ der Idee des Lebens; sein subjektiver Proceß in sich, in

welchem es aus sich selbst zehrt, und die unmittelbare Objektivität,

welche es als natürliches Mittel seinem Begriffe gemäß setzt, ist

vermittelt durch den Proceß, der sich auf die vollständig gesetzte

Äußerlichkeit, auf die _gleichgültig_ neben ihm stehende objektive

Totalität bezieht.

Dieser Proceß fängt mit dem _Bedürfnisse_ an, das ist dem Momente,

daß das Lebendige _erstlich_ sich bestimmt, sich somit als verneint

setzt, und hierdurch auf eine gegen sich _andere_, die gleichgültige

Objektivität bezieht;--daß es aber _zweitens_ ebenso sehr in diesen

Verlust seiner nicht verloren ist, sich darin erhält und die

Identität des sich selbst gleichen Begriffes bleibt; hierdurch ist es

der Trieb, jene ihm _andere_ Welt _für sich_, sich gleich zu setzen,

sie aufzuheben und _sich_ zu objektiviren. Dadurch hat seine

Selbstbestimmung die Form von objektiver Äußerlichkeit, und daß es

zugleich identisch mit sich ist, ist es der absolute _Widerspruch_.

Die unmittelbare Gestaltung ist die Idee in ihrem einfachen Begriffe,

die dem Begriff gemäße Objektivität; so ist sie _gut_ von Natur.

Aber indem ihr negatives Moment sich zur objektiven Besonderheit, d.

i. indem die wesentlichen Momente ihrer Einheit jedes für sich zur

Totalität realisirt ist, so ist der Begriff in die absolute

Ungleichheit seiner mit sich _entzweit_, und indem er ebenso die

absolute Identität in dieser Entzweiung ist, so ist das Lebendige für

sich selbst diese Entzweiung und hat das Gefühl dieses Widerspruchs,

welches der _Schmerz_ ist. Der _Schmerz_ ist daher das Vorrecht

lebendiger Naturen; weil sie der existirende Begriff sind, sind sie

eine Wirklichkeit von der unendlichen Kraft, daß sie in sich die

_Negativität_ ihrer selbst sind, daß diese _ihre Negativität für sie_

ist, daß sie sich in ihrem Andersseyn erhalten.--Wenn man sagt, daß

der Widerspruch nicht denkbar sey, so ist er vielmehr im Schmerz des

Lebendigen sogar eine wirkliche Existenz.

Diese Diremtion des Lebendigen in sich ist _Gefühl_, indem sie in die

einfache Allgemeinheit des Begriffs, in die Sensibilität aufgenommen

ist. Von dem Schmerz fängt das _Bedürfniß_ und der _Trieb_ an, die

den Übergang ausmachen, daß das Individuum, wie es als Negation

seiner für sich ist, so auch als Identität für sich werde,--eine

Identität, welche nur als die Negation jener Negation ist.--Die

Identität, die im Triebe als solchem ist, ist die subjektive

Gewißheit seiner selbst, nach welcher es sich zu seiner äußerlichen,

gleichgültig existirenden Welt als zu einer Erscheinung, einer an

sich begrifflosen und unwesentlichen Wirklichkeit verhält. Sie soll

den Begriff in sich erst durch das Subjekt erhalten, welches der

immanente Zweck ist. Die Gleichgültigkeit der objektiven Welt gegen

die Bestimmtheit, und damit gegen den Zweck, macht ihre äußerliche

Fähigkeit aus, dem Subjekt angemessen zu seyn; welche Specifikationen

sie sonst an ihr habe, ihre mechanische Bestimmbarkeit, der Mangel an

der Freiheit des immanenten Begriffs macht ihre Ohnmacht aus, sich

gegen das Lebendige zu erhalten.--Insofern das Objekt gegen das

Lebendige zunächst als ein gleichgültiges Äußerliches ist, kann es

mechanisch auf dasselbe einwirken; so aber wirkt es nicht als auf ein

Lebendiges; insofern es sich zu diesem verhält, wirkt es nicht als

Ursache, sondern _erregt_ es. Weil das Lebendige Trieb ist, kommt

die Äußerlichkeit an und in dasselbe, nur insofern sie schon an und

für sich _in ihm_ ist; die Einwirkung auf das Subjekt besteht daher

nur darin, daß dieses die sich darbietende Äußerlichkeit

_entsprechend findet_;--sie mag seiner Totalität auch nicht

angemessen seyn, so muß sie wenigstens einer besondern Seite an ihm

entsprechen, und diese Möglichkeit liegt darin, daß es eben als sich

äußerlich verhaltend ein Besonderes ist.

Das Subjekt übt nun, insofern es in seinem Bedürfniß bestimmt sich

auf das Äußerliche bezieht, und damit selbst Äußerliches oder

Werkzeug ist, _Gewalt_ über das Objekt aus. Sein besonderer

Charakter, seine Endlichkeit überhaupt, fällt in die bestimmtere

Erscheinung dieses Verhältnisses.--Das Äußerliche daran ist der

Proceß der Objektivität überhaupt, Mechanismus und Chemismus.

Derselbe wird aber unmittelbar abgebrochen und die Äußerlichkeit in

Innerlichkeit verwandelt. Die äußerliche Zweckmäßigkeit, welche

durch die Thätigkeit des Subjekts in dem gleichgültigen Objekt

zunächst hervorgebracht wird, wird dadurch aufgehoben, daß das Objekt

gegen den Begriff keine Substanz ist, der Begriff daher nicht nur

dessen äußere Form werden kann, sondern sich als dessen Wesen und

immanente, durchdringende Bestimmung, seiner ursprünglichen Identität

gemäß, setzen muß.

Mit der Bemächtigung des Objekts geht daher der mechanische Proceß in

den innern über, durch welchen das Individuum sich das Objekt so

_aneignet_, daß es ihm die eigenthümliche Beschaffenheit benimmt, es

zu seinem Mittel macht, und seine Subjektivität ihm zur Substanz

giebt. Diese Assimilation tritt damit in Eins zusammen mit dem oben

betrachteten Reproduktionsproceß des Individuums; es zehrt in diesem

zunächst aus sich, indem es seine eigene Objektivität sich zum

Objekte macht; der mechanische und chemische Konflikt seiner Glieder

mit den äußerlichen Dingen ist ein objektives Moment seiner. Das

Mechanische und Chemische des Processes ist ein Beginnen der

Auflösung des Lebendigen. Da das Leben die Wahrheit dieser Processe,

hiermit als Lebendiges die Existenz dieser Wahrheit und die Macht

derselben ist, greift es über sie über, durchdringt sie als ihre

Allgemeinheit, und ihr Produkt ist durch dasselbe vollkommen bestimmt.

Diese ihre Verwandlung in die lebendige Individualität macht die

Rückkehr dieser letztern in sich selbst aus, so daß die Produktion,

welche als solche das Übergehen in ein Anderes seyn würde, zur

Reproduktion wird, in der das Lebendige sich _für sich_ identisch mit

sich setzt.

Die unmittelbare Idee ist auch die unmittelbare, nicht als _für sich_

seyende Identität des Begriffes und der Realität; durch den

objektiven Proceß giebt sich das Lebendige sein _Selbstgefühl_; denn

es _setzt_ sich darin als das, was es an und für sich ist, in seinem

als gleichgültig gesetzten Andersseyn, das Identische mit sich selbst,

die negative Einheit des Negativen zu seyn. In diesem Zusammengehen

des Individuums mit seiner zunächst ihm als gleichgültig

vorausgesetzten Objektivität hat es, so wie auf einer Seite sich als

wirkliche Einzelnheit konstituirt, so sehr _seine Besonderheit

aufgehoben_ und sich zur _Allgemeinheit_ erhoben. Seine Besonderheit

bestand in der Diremtion, wodurch das Leben als seine Arten das

individuelle Leben und die ihm äußerliche Objektivität setzte. Durch

den äußern Lebens-Proceß hat es sich somit als reelles, allgemeines

Leben, als _Gattung_ gesetzt.

Wissenschaft der Logik — Band 2 · 第 19 / 23 题