Die gewöhnliche Chemie schon zeigt Beispiele von chemischen
Veränderungen, worin ein Körper z.B. einem Theil seiner Masse eine
höhere Oxydation zutheilt, und dadurch einen andern Theil in einen
geringern Grad derselben herabsetzt, in welchem er erst mit einem an
ihn gebrachten andern differenten Körper eine neutrale Verbindung
eingehen kann, für die er in jenem ersten unmittelbaren Grade nicht
empfänglich gewesen wäre. Was hier geschieht, ist, daß sich das
Objekt nicht nach einer unmittelbaren, einseitigen Bestimmtheit auf
ein Anderes bezieht, sondern nach der innern Totalität eines
ursprünglichen _Verhältnisses_ die _Voraussetzung_, deren es zu einer
realen Beziehung bedarf, _setzt_, und dadurch sich eine Mitte giebt,
durch welche es seinen Begriff mit seiner Realität zusammenschließt;
es ist die an und für sich bestimmte Einzelnheit, der konkrete
Begriff als Princip der _Disjunktion_ in Extreme, deren
_Wiedervereinigung_ die Thätigkeit _desselben_ negativen Princips ist,
das dadurch zu seiner ersten Bestimmung, aber _objektivirt_
zurückkehrt. Der Chemismus selbst ist _die erste Negation_ der
_gleichgültigen_ Objektivität, und der _Äußerlichkeit_ der
Bestimmtheit; er ist also noch mit der unmittelbaren
Selbstständigkeit des Objekts und mit der Äußerlichkeit behaftet.
Er ist daher für sich noch nicht jene Totalität der Selbstbestimmung,
welche aus ihm hervorgeht, und in welcher er sich vielmehr aufhebt.
--Die drei Schlüsse, welche sich ergeben haben, machen seine
Totalität aus; der erste hat zur Mitte die formale Neutralität und zu
den Extremen die gespannten Objekte, der zweite hat das Produkt des
ersten, die reelle Neutralität zur Mitte und die dirimirende
Thätigkeit, und ihr Produkt, das gleichgültige Element, zu den
Extremen; der dritte aber ist der sich realisirende Begriff, der sich
die Voraussetzung setzt, durch welche der Proceß seiner Realisirung
bedingt ist,--ein Schluß, der das Allgemeine zu seinem Wesen hat. Um
der Unmittelbarkeit und Äußerlichkeit willen jedoch, in deren
Bestimmung die chemische Objektivität steht, _fallen diese Schlüsse
noch auseinander_. Der erste Proceß, dessen Produkt die Neutralität
der gespannten Objekte ist, erlischt in seinem Produkte, und es ist
eine äußerlich hinzukommende Differentiirung, welche ihn wieder
anfacht; bedingt durch eine unmittelbare Voraussetzung, erschöpft er
sich in ihr.--Ebenso muß die Ausscheidung der differenten Extreme aus
dem Neutralen, ingleichen ihre Zerlegung in ihre abstrakten Elemente,
von _äußerlich hinzukommenden Bedingungen_ und Erregungen der
Thätigkeit ausgehen. Insofern aber auch die beiden wesentlichen
Momente des Processes, einer Seits die Neutralisirung, anderer Seits
die Scheidung und Reduktion, in einem und demselben Processe
verbunden sind, und _Vereinigung_ und Abstumpfung der gespannten
Extreme auch eine _Trennung_ in solche ist, so machen sie um der noch
zu Grunde liegenden Äußerlichkeit willen _zwei verschiedene_ Seiten
aus; die Extreme, welche in demselben Processe ausgeschieden werden,
sind andere Objekte oder Materien, als diejenigen, welche sich in ihm
einigen; insofern jene daraus wieder different hervorgehen, müssen
sie sich nach Außen wenden; ihre neue Neutralisirung ist ein anderer
Proceß, als die, welche in dem ersten Statt hatte.
Aber diese verschiedenen Processe, welche sich als nothwendig ergeben
haben, sind ebenso viele _Stufen_, wodurch die _Äußerlichkeit_ und
das _Bedingtseyn_ aufgehoben wird, woraus der Begriff als an und für
sich bestimmte, und von der Äußerlichkeit nicht bedingte Totalität
hervorgeht. Im ersten hebt sich die Äußerlichkeit der die ganze
Realität ausmachenden, differenten Extreme gegeneinander, oder die
Unterschiedenheit des _ansich_ seyenden bestimmten Begriffes von
seiner _daseyenden_ Bestimmtheit auf; im zweiten wird die
Äußerlichkeit der realen Einheit, die Vereinigung als bloß
_neutrale_ aufgehoben;--näher hebt sich die formale Thätigkeit
zunächst in ebenso formalen Basen, oder indifferenten Bestimmtheiten
auf, deren _innerer Begriff_ nun die in sich gegangene, absolute
Thätigkeit, als an ihr selbst sich realisirend ist, d. i. die in sich
die bestimmten Unterschiede _setzt_, und durch diese _Vermittelung_
sich als reale Einheit konstituirt,--eine Vermittelung, welche somit
die _eigene_ Vermittelung des Begriffs, seine Selbstbestimmung, und
in Rücksicht auf seine Reflexion daraus in sich, immanentes
_Voraussetzen_ ist. Der dritte Schluß, der einer Seits die
Wiederherstellung der vorhergehenden Processe ist, hebt anderer Seits
noch das letzte Moment _gleichgültiger_ Basen auf,--die ganz
abstrakte äußerliche _Unmittelbarkeit_, welche auf diese Weise
_eigenes_ Moment der Vermittelung des Begriffes durch sich selbst
wird. Der Begriff, welcher hiermit alle Momente seines objektiven
Daseyns als äußerliche aufgehoben und in seine einfache Einheit
gesetzt hat, ist dadurch von der objektiven Äußerlichkeit
vollständig befreit, auf welche er sich nur als eine unwesentliche
Realität bezieht; dieser objektive freie Begriff ist der _Zweck_.
Drittes Kapitel. Teleologie.
Wo _Zweckmäßigkeit_ wahrgenommen wird, wird ein _Verstand_ als
Urheber derselben angenommen, für den Zweck also die eigene, freie
Existenz des Begriffes gefordert. Die _Teleologie_ wird vornehmlich
dem _Mechanismus_ entgegengestellt, in welchem die an dem Objekt
gesetzte Bestimmtheit wesentlich als äußerliche eine solche ist, an
der sich keine _Selbstbestimmung_ manifestirt. Der Gegensatz von
Causis efficientibus und Causis finalibus, bloß _wirkenden_ und
_Endursachen_, bezieht sich auf jenen Unterschied, auf den, in
konkreter Form genommen, auch die Untersuchung zurückgeht, ob das
absolute Wesen der Welt als blinder Natur-Mechanismus, oder als ein
nach Zwecken sich bestimmender Verstand zu fassen sey. Die Antinomie
des _Fatalismus_ mit dem _Determinismus_ und der _Freiheit_ betrifft
ebenfalls den Gegensatz des Mechanismus und der Teleologie; denn das
Freie ist der Begriff in seiner Existenz.
Die vormalige Metaphysik ist mit diesen Begriffen, wie mit ihren
anderen verfahren; sie hat Theils eine Weltvorstellung vorausgesetzt,
und sich bemüht, zu zeigen, daß der eine oder der andere Begriff auf
sie passe, und der entgegengesetzte mangelhaft sey, weil sich nicht
aus ihm _erklären_ lasse; Theils hat sie dabei den Begriff der
mechanischen Ursache und des Zwecks nicht untersucht, welcher _an und
für sich_ Wahrheit habe. Wenn dieß für sich festgestellt ist, so mag
die objektive Welt mechanische und Endursachen darbieten; ihre
Existenz ist nicht der Maaßstab des _Wahren_, sondern das Wahre
vielmehr das Kriterium, welche von diesen Existenzen ihre wahrhafte
sey. Wie der subjektive Verstand auch Irrthümer an ihm zeigt, so
zeigt die objektive Welt auch diejenigen Seiten und Stufen der
Wahrheit, welche für sich erst einseitig, unvollständig, und nur
Erscheinungsverhältnisse sind. Wenn Mechanismus und Zweckmäßigkeit
sich gegenüber stehen, so können sie eben deswegen nicht als
_gleich-gültige_ genommen, deren jedes für sich ein richtiger Begriff
sey und so viele Gültigkeit habe als der andere, wobei es nur darauf
ankomme, wo der eine oder der andere angewendet werden könne. Diese
gleiche Gültigkeit beider beruht nur darauf, weil sie _sind_, nämlich
weil wir beide _haben_. Aber die nothwendige erste Frage ist, weil
sie entgegengesetzt sind, welcher von beiden der wahre sey; und die
höhere eigentliche Frage ist, _ob nicht ein Drittes ihre Wahrheit,
oder ob einer die Wahrheit des andern ist_.--Die _Zweckbeziehung_ hat
sich aber als die Wahrheit des _Mechanismus_ erwiesen.--Das, was sich
als _Chemismus_ darstellte, wird mit dem _Mechanismus_ insofern
zusammengenommen, als der Zweck der Begriff in freier Existenz ist,
und ihm überhaupt die Unfreiheit desselben, sein Versenktseyn in die
Äußerlichkeit gegenübersteht; beides, Mechanismus so wie Chemismus,
wird also unter der Naturnothwendigkeit zusammengefaßt, indem im
ersten der Begriff nicht am Objekte existirt, weil es als
mechanisches die Selbstbestimmung nicht enthält, im andern aber der
Begriff entweder eine gespannte, einseitige Existenz hat, oder,
insofern er als die Einheit hervortritt, welche das neutrale Objekt
in die Extreme spannt, sich selbst, insofern er diese Trennung
aufhebt, äußerlich ist.
Je mehr das teleologische Princip mit dem Begriffe eines
_außerweltlichen_ Verstandes zusammengehängt und insofern von der
Frömmigkeit begünstigt wurde, desto mehr schien es sich von der
wahren Naturforschung zu entfernen, welche die Eigenschaften der
Natur nicht als fremdartige, sondern als _immanente Bestimmtheiten_
erkennen will, und nur solches Erkennen als ein _Begreifen_ gelten
läßt. Da der Zweck der Begriff selbst in seiner Existenz ist, so
kann es sonderbar scheinen, daß das Erkennen der Objekte aus ihrem
Begriffe vielmehr als ein unberechtigter Überschritt in ein
_heterogenes_ Element erscheint, der Mechanismus dagegen, welchem die
Bestimmtheit eines Objekts als ein äußerlich an ihm und durch ein
Anderes gesetzte Bestimmtheit ist, für eine _immanentere_ Ansicht
gilt, als die Teleologie. Der Mechanismus, wenigstens der gemeine
unfreie, so wie der Chemismus, muß allerdings insofern als ein
immanentes Princip angesehen werden, als das bestimmende
_Äußerliche_, selbst _wieder nur ein solches Objekt_, ein äußerlich
bestimmtes und gegen solche Bestimmtwerden gleichgültiges, oder im
Chemismus das andere Objekt ein gleichfalls chemisch bestimmtes ist,
überhaupt ein wesentliches Moment der Totalität immer in einem
Äußern liegt. Diese Principien bleiben daher innerhalb derselben
Naturform der Endlichkeit stehen; ob sie aber gleich das Endliche
nicht überschreiten wollen, und für die Erscheinungen nur zu
endlichen Ursachen, die selbst das Weitergehen verlangen, führen, so
erweitern sie sich doch zugleich Theils zu einer formellen Totalität
in dem Begriffe von Kraft, Ursache und dergleichen
Reflexions-Bestimmungen, die eine _Ursprünglichkeit_ bezeichnen
sollen, Theils aber durch die abstrakte _Allgemeinheit_ von einem
_All der Kräfte_, einem _Ganzen_ von gegenseitigen Ursachen. Der
Mechanismus zeigt sich selbst dadurch als ein Streben der Totalität,
daß er die Natur _für sich_ als ein _Ganzes_ zu fassen sucht, das zu
_seinem_ Begriffe keines Andern bedarf,--eine Totalität, die sich in
dem Zwecke und dem damit zusammenhängenden außerweltlichen Verstand
nicht findet.
Die Zweckmäßigkeit nun zeigt sich zunächst als ein _Höheres_
überhaupt; als ein _Verstand_ der _äußerlich_ die Mannigfaltigkeit
der Objekte _durch eine an und für sich seyende Einheit_ bestimmt, so
daß die gleichgültigen Bestimmtheiten der Objekte _durch diese
Beziehung wesentlich_ werden. Im Mechanismus werden sie es durch die
_bloße Form der Nothwendigkeit_, wobei ihr _Inhalt_ gleichgültig ist,
denn sie sollen äußerliche bleiben, und nur der Verstand als solcher
sich befriedigen, indem er seinen Zusammenhang, die abstrakte
Identität, erkennt. In der Teleologie dagegen wird der Inhalt
wichtig, weil sie einen Begriff, ein _an und für sich Bestimmtes_ und
damit Selbstbestimmendes voraussetzt, also von der _Beziehung_ der
Unterschiede und ihres Bestimmtseyns durcheinander, von der _Form_,
die _in sich reflektirte Einheit, ein an und für sich Bestimmtes_,
somit _einen Inhalt_ unterschieden hat. Wenn dieser aber sonst ein
_endlicher_ und unbedeutender ist, so widerspricht er dem, was er
seyn soll, denn der Zweck ist seiner Form eine _in sich unendliche
Totalität_;--besonders wenn das nach Zwecken wirkende Handeln als
_absoluter_ Willen und Verstand angenommen ist. Die Teleologie hat
sich den Vorwurf des Läppischen deswegen so sehr zugezogen, weil die
Zwecke, die sie aufzeigte, wie es sich trifft, bedeutender oder auch
geringfügiger sind, und die Zweckbeziehung der Objekte mußte so
häufig als eine Spielerei erscheinen, weil diese Beziehung so
äußerlich und daher zufällig erscheint. Der Mechanismus dagegen läßt
den Bestimmtheiten der Objekte dem Gehalte nach ihren Werth von
Zufälligen, gegen welche das Objekt gleichgültig ist, und die weder
für sie, noch für den subjektiven Verstand ein höheres Gelten haben
sollen. Dieß Princip giebt daher in seinem Zusammenhange von äußerer
Nothwendigkeit das Bewußtseyn unendlicher Freiheit gegen die
Teleologie, welche die Geringfügigkeiten, und selbst
Verächtlichkeiten ihres Inhalts als etwas Absolutes aufstellt, in dem
sich der allgemeinere Gedanke nur unendlich beengt, und selbst
ekelhaft afficirt finden kann.
Der formelle Nachtheil, in welchem diese Teleologie zunächst steht,
ist, daß sie nur bis zur _äußern Zweckmäßigkeit_ kommt. Indem der
Begriff hierdurch als ein Formelles gesetzt ist, so ist ihr der
Inhalt auch ein ihm äußerlich in der Mannigfaltigkeit der objektiven
Welt Gegebenes,--in eben jenen Bestimmtheiten, welche auch Inhalt des
Mechanismus, aber als ein Äußerliches, Zufälliges sind. Um dieser
Gemeinschaftlichkeit willen macht die _Form der Zweckmäßigkeit_ für
sich allein das Wesentliche des Teleologischen aus. In dieser
Rücksicht, ohne noch auf den Unterschied von äußerer und innerer
Zweckmäßigkeit zu sehen, hat sich die Zweckbeziehung überhaupt an und
für sich als die _Wahrheit des Mechanismus_ erwiesen.--Die Teleologie
hat im Allgemeinen das höhere Princip, den Begriff in seiner Existenz,
der an und für sich das Unendliche und Absolute ist;--ein Princip
der Freiheit, das seiner Selbstbestimmung schlechthin gewiß, dem
_äußerlichen Bestimmtwerden_ des Mechanismus absolut entrissen ist.
Eines der großen Verdienste _Kant's_ um die Philosophie besteht in
der Unterscheidung, die er zwischen relativer oder _äußerer_ und
zwischen _innerer_ Zweckmäßigkeit aufgestellt hat; in letzterer hat
er den Begriff des _Lebens_, die _Idee_, aufgeschlossen und damit die
Philosophie, was die Kritik der Vernunft nur unvollkommen, in einer
sehr schiefen Wendung und nur _negativ_ thut, _positiv_ über die
Reflexions-Bestimmungen und die relative Welt der Metaphysik erhoben.
--Es ist erinnert worden, daß der Gegensatz der Teleologie und des
Mechanismus zunächst der allgemeinere Gegensatz von _Freiheit_ und
_Nothwendigkeit_ ist. Kant hat den Gegensatz in dieser Form unter
den _Antinomien_ der Vernunft, und zwar als den _dritten Widerstreit
der transcendentalen Ideen_ aufgeführt.--Ich führe seine Darstellung,
auf welche früher verwiesen worden, ganz kurz an, indem das
Wesentliche derselben so einfach ist, daß es keiner weitläufigen
Auseinandersetzung bedarf, und die Art und Weise der kantischen
Antinomien anderwärts ausführlicher beleuchtet worden ist.
Die _Thesis_ der hier zu betrachtenden lautet: die Kausalität nach
Gesetzen der Natur ist nicht die einzige, aus welcher die
Erscheinungen der Welt insgesammt abgeleitet werden können. Es ist
noch eine Kausalität durch Freiheit zu Erklärung derselben anzunehmen
nothwendig.
Die _Antithesis_: Es ist keine Freiheit, sondern Alles in der Welt
geschieht lediglich nach Gesetzen der Natur.
Der Beweis geht wie bei den übrigen Antinomien erstens apagogisch zu
Werke, es wird das Gegentheil jeder Thesis angenommen; zweitens, um
das Widersprechende dieser Annahme zu zeigen, wird umgekehrt das
Gegentheil derselben, das ist somit der zu beweisende Satz,
angenommen und als geltend vorausgesetzt;--der ganze Umweg des
Beweisens konnte daher erspart werden; es besteht in nichts als der
assertorischen Behauptung der beiden gegenüberstehenden Sätze.
Zum Beweise der _Thesis_ soll nämlich zuerst angenommen werden: es
gebe _keine andere Kausalität_, als nach _Gesetzen der Natur_, d. i.
nach der Nothwendigkeit des Mechanismus überhaupt, den Chemismus mit
eingeschlossen. Dieser Satz widerspreche sich aber darum, weil das
Gesetz der Natur gerade darin bestehe, daß _ohne hinreichend a priori
bestimmte Ursache_, welche somit eine absolute Spontaneität in sich
enthalte, nichts geschehe;--d. h. die der Thesis entgegengesetzte
Annahme ist darum widersprechend, weil sie der Thesis widerspricht.
Zum Behufe des Beweises _der Antithesis solle_ man setzen: es gebe
eine _Freiheit_ als eine besondere Art von Kausalität, einen Zustand,
mithin auch eine Reihe von Folgen desselben schlechthin anzufangen.
Da nun aber ein solches Anfangen einen Zustand _voraussetzt_, der mit
dem vorhergehenden derselben gar _keinen Zusammenhang der Kausalität_
hat, so widerspricht es _dem Gesetze der Kausalität_, nach welchem
allein Einheit der Erfahrung und Erfahrung überhaupt möglich ist;--d.
h. die Annahme der Freiheit, die der Antithesis entgegen ist, kann
darum nicht gemacht werden, weil sie der Antithesis widerspricht.
Dem Wesen nach kehrt dieselbe Antinomie in der _Kritik_ der
_teleologischen Urtheilskraft_ als der Gegensatz wieder, daß _Alle
Erzeugung materieller Dinge nach bloß mechanischen Gesetzen_
geschieht und daß _einige Erzeugung derselben nach solchen Gesetzen
nicht möglich ist_. Die kantische Auflösung dieser Antinomie ist
dieselbige, wie die allgemeine Auflösung der übrigen; daß nämlich die
Vernunft weder den einen noch den andern Satz beweisen könne, weil
wir von Möglichkeit der Dinge nach bloß empirischen Gesetzen der
Natur _kein bestimmendes Princip a priori haben können_;--daß daher
ferner beide nicht _als objektive Sätze_, sondern _als subjektive
Maximen_ angesehen werden müssen; daß _ich einer Seits_ jederzeit
über alle Naturereignisse nach dem Princip des bloßen
Natur-Mechanismus _reflektiren_ solle, daß aber dieß nicht hindere,
bei _gelegentlicher Veranlassung_ einigen Naturformen nach einer
_andern Maxime_, nämlich nach dem Princip der Endursachen,
_nachzuspüren_;--als ob nun diese _zwei Maximen_, die übrigens bloß
für die _menschliche Vernunft_ nöthig seyn sollen, nicht in demselben
Gegensatze wären, in dem sich jene _Sätze_ befinden.--Es ist, wie
vorhin bemerkt, auf diesem ganzen Standpunkte dasjenige nicht
untersucht, was allein das philosophische Interesse fordert, nämlich
welches von beiden Principien an und für sich Wahrheit habe; für
diesen Gesichtspunkt aber macht es keinen Unterschied, ob die
Principien als _objektive_, das heißt hier äußerlich existirende
Bestimmungen der Natur, oder als bloße _Maximen_ eines _subjektiven_
Erkennens betrachtet werden sollen;--es ist vielmehr dieß ein
subjektives, d. h. zufälliges Erkennen, welches auf _gelegentliche
Veranlassung_ die eine oder andere Maxime anwendet, je nachdem es sie
für gegebene Objekte für passend hält, übrigens nach der _Wahrheit_
dieser Bestimmungen selbst, sie seyen beide Bestimmungen der Objekte
oder des Erkennens, nicht fragt. So ungenügend daher die kantische
Erörterung des teleologischen Princips in Ansehung des wesentlichen
Gesichtspunkts ist, so ist immer die Stellung bemerkenswerth, welche
Kant demselben giebt. Indem er es einer _reflektirenden
Urtheilskraft_ zuschreibt, macht er es zu einem verbindenden
_Mittelgliede_ zwischen _dem Allgemeinen der Vernunft_ und _dem
Einzelnen der Anschauung_;--er unterscheidet ferner jene
_reflektirende_ Urtheilskraft von der _bestimmenden_, welche letztere
das Besondere bloß unter das Allgemeine _subsumire_. Solches
Allgemeine, welches nur _subsumirend_ ist, ist ein _Abstraktes_,
welches erst an einem _Andern_, am Besondern, _konkret_ wird. Der
Zweck dagegen ist das _konkrete Allgemeine_, das in ihm selbst das
Moment der Besonderheit und Äußerlichkeit hat, daher thätig und der
Trieb ist, sich von sich selbst abzustoßen. Der Begriff ist als
Zweck allerdings ein _objektives Urtheil_, worin die eine Bestimmung
das Subjekt, nämlich der konkrete Begriff als durch sich selbst
bestimmt, die andere aber nicht nur ein Prädikat, sondern die
äußerliche Objektivität ist. Aber die Zweckbeziehung ist darum nicht
ein _reflektirendes_ Urtheilen, das die äußerlichen Objekte nur nach
einer Einheit betrachtet, _als ob_ ein Verstand sie _zum Behuf unsers
Erkenntnißvermögens_ gegeben hätte, sondern sie ist das an und für
sich seyende Wahre, das _objektiv_ urtheilt, und die äußerliche
Objektivität absolut bestimmt. Die Zweckbeziehung ist dadurch mehr
als _Urtheil_, sie ist der _Schluß_ des selbstständigen freien
Begriffs, der sich durch die Objektivität mit sich selbst
zusammenschließt.
Der Zweck hat sich als das _Dritte_ zum Mechanismus und Chemismus
ergeben; er ist ihre Wahrheit. Indem er selbst noch innerhalb der
Sphäre der Objektivität, oder der Unmittelbarkeit des totalen
Begriffs steht, ist er von der Äußerlichkeit als solcher noch
afficirt, und hat eine objektive Welt sich gegenüber, auf die er sich
bezieht. Nach dieser Seite erscheint die mechanische Kausalität,
wozu im Allgemeinen auch der Chemismus zu nehmen ist, noch bei dieser
_Zweckbeziehung_, welche die _äußerliche_ ist, aber als _ihr
untergeordnet_, als an und für sich aufgehoben. Was das nähere
Verhältniß betrifft, so ist das mechanische Objekt als unmittelbare
Totalität gegen sein Bestimmtseyn, und damit dagegen, ein
Bestimmendes zu seyn, gleichgültig. Dieß äußerliche Bestimmtseyn ist
nun zur Selbstbestimmung fortgebildet, und damit der im Objekte nur
_innere_, oder was dasselbe ist, nur _äußere Begriff_ nunmehr
_gesetzt_; der Zweck ist zunächst eben dieser dem mechanischen
äußerliche Begriff selbst. So ist der Zweck auch für den Chemismus
das Selbstbestimmende, welches das äußerliche Bestimmtwerden, durch
welches er bedingt ist, zur Einheit des Begriffes zurückbringt.--Die
Natur der Unterordnung der beiden vorherigen Formen des objektiven
Processes ergiebt sich hieraus; das Andere, das an ihnen in dem
unendlichen Progreß liegt, ist der ihnen zunächst als äußerlich
gesetzte Begriff, welcher Zweck ist; der Begriff ist nicht nur ihre
Substanz, sondern auch die Äußerlichkeit ist das ihnen wesentliche,
ihre Bestimmtheit ausmachende Moment. Die mechanische oder chemische
Technik bietet sich also durch ihren Charakter, äußerlich bestimmt zu
seyn, von selbst der Zweckbeziehung dar, die nun näher zu betrachten
ist.
A. Der subjektive Zweck.
_Der subjektive_ Begriff hat in der _Centralität_ der objektiven
Sphäre, die eine Gleichgültigkeit gegen die Bestimmtheit ist,
zunächst den _negativen Einheitspunkt_ wieder gefunden und gesetzt;
in dem Chemismus aber die Objektivität der _Begriffsbestimmungen_,
wodurch er erst als _konkreter objektiver Begriff_ gesetzt ist.
Seine Bestimmtheit oder sein einfacher Unterschied hat nunmehr an ihm
selbst die _Bestimmtheit der Äußerlichkeit_, und seine einfache
Einheit ist dadurch die sich von sich selbst abstoßende und darin
sich erhaltende Einheit. Der Zweck ist daher der subjektive Begriff,
als wesentliches Streben und Trieb sich äußerlich zu setzen. Er ist
dabei dem Übergehen entnommen. Er ist weder eine Kraft, die sich
äußert, noch eine Substanz und Ursache, die in Accidenzen und
Wirkungen sich manifestirt. Die Kraft ist nur ein abstrakt Inneres,
indem sie sich nicht geäußert hat; oder sie hat erst in der Äußerung,
zu der sie sollicitirt werden muß, Daseyn; ebenso die Ursache und
die Substanz; weil sie nur in den Accidenzen und in der Wirkung
Wirklichkeit haben, ist ihre Thätigkeit der Übergang, gegen den sie
sich nicht in Freiheit erhalten. Der Zweck kann wohl auch als Kraft
und Ursache bestimmt werden, aber diese Ausdrücke erfüllen nur eine
unvollkommene Seite seiner Bedeutung; wenn sie von ihm nach seiner
Wahrheit ausgesprochen werden sollen, so können sie es nur auf eine
Weise, welche ihren Begriff aufhebt; als eine Kraft, welche sich
selbst zur Äußerung sollicitirt, als eine Ursache, welche Ursache
ihrer selbst, oder deren Wirkung unmittelbar die Ursache ist.
Wenn das Zweckmäßige einem _Verstande_ zugeschrieben wird, wie vorhin
angeführt wurde, so ist dabei auf _das Bestimmte des Inhaltes_
Rücksicht genommen. Er ist aber überhaupt als das _Vernünftige in
seiner Existenz_ zu nehmen. Er manifestirt darum _Vernünftigkeit_,
weil er der konkrete Begriff ist, der den _objektiven Unterschied in
seiner absoluten Einheit_ hält. Er ist daher wesentlich der _Schluß_
an ihm selbst. Er ist das sich gleiche _Allgemeine_, und zwar als
die sich von sich abstoßende Negativität enthaltend; zunächst die
allgemeine, insofern noch _unbestimmte Thätigkeit_; aber weil diese
die negative Beziehung auf sich selbst ist, _bestimmt_ sie sich
unmittelbar, und giebt sich das Moment der _Besonderheit_, welche als
die gleichfalls _in sich reflektirte Totalität_ der _Form Inhalt
gegen_ die _gesetzten_ Unterschiede der Form ist. Eben unmittelbar
ist diese Negativität durch ihre Beziehung auf sich selbst absolute
Reflexion der Form in sich und _Einzelnheit_. Einer Seits ist diese
Reflexion die _innere Allgemeinheit_ des _Subjekts_, anderer Seits
aber _Reflexion nach Außen_; und insofern ist der Zweck noch ein
Subjektives und seine Thätigkeit gegen äußerliche Objektivität
gerichtet.
Der Zweck ist nämlich der an der Objektivität zu sich selbst
gekommene Begriff; die Bestimmtheit, die er sich an ihr gegeben, ist
die der _objektiven Gleichgültigkeit_ und _Äußerlichkeit_ des
Bestimmtseyns; seine sich von sich abstoßende Negativität ist daher
eine solche, deren Momente, indem sie nur die Bestimmungen des
Begriffs selbst sind, auch die Form von objektiver Gleichgültigkeit
gegen einander haben.--Im formellen _Urtheile_ sind _Subjekt_ und
_Prädikat_ schon als selbstständige gegen einander bestimmt; aber
ihre Selbstständigkeit ist nur erst abstrakte Allgemeinheit; sie hat
nunmehr die Bestimmung von _Objektivität_ erlangt; aber als Moment
des Begriffs ist diese vollkommene Verschiedenheit in die einfache
Einheit des Begriffs eingeschlossen. Insofern nun der Zweck diese
totale _Reflexion_ der Objektivität _in sich_ und zwar _unmittelbar_
ist, so ist _erstlich_ die Selbstbestimmung oder die Besonderheit als
_einfache_ Reflexion in sich von der _konkreten_ Form unterschieden,
und ist ein _bestimmter Inhalt_. Der Zweck ist hiernach _endlich_,
ob er gleich seiner Form nach unendliche Subjektivität ist. Zweitens,
weil seine Bestimmtheit die Form objektiver Gleichgültigkeit hat,
hat sie die Gestalt einer _Voraussetzung_, und seine Endlichkeit
besteht nach dieser Seite darin, daß er eine _objektive_, mechanische
und chemische _Welt_ vor sich hat, auf welche sich seine Thätigkeit,
als auf ein _Vorhandenes_ bezieht, seine selbstbestimmende Thätigkeit
ist so in ihrer Identität unmittelbar _sich selbst äußerlich_ und so
sehr als Reflexion in sich, so sehr Reflexion nach Außen. Insofern
hat er noch eine wahrhaft _außerweltliche_ Existenz, insofern ihm
nämlich jene Objektivität gegenübersteht, so wie diese dagegen als
ein mechanisches und chemisches, noch nicht vom Zweck bestimmtes und
durchdrungenes Ganzes ihm gegenübersteht.
Die Bewegung des Zwecks kann daher nun so ausgedrückt werden, daß sie
darauf gehe, seine _Voraussetzung_ aufzuheben, das ist die
Unmittelbarkeit des Objekts, und es zu _setzen_ als durch den Begriff
bestimmt. Dieses negative Verhalten gegen das Objekt ist ebenso sehr
ein negatives gegen sich selbst, ein Aufheben der Subjektivität des
Zwecks. Positiv ist es die Realisation des Zwecks, nämlich die
Vereinigung des objektiven Seyns mit demselben, so daß dasselbe,
welches als Moment des Zwecks unmittelbar die mit ihm identische
Bestimmtheit ist, _als äußerliche_ sey, und umgekehrt das Objektive
als _Voraussetzung_ vielmehr als durch Begriff bestimmt, _gesetzt_
werde.--Der Zweck ist in ihm selbst der Trieb seiner Realisirung; die
Bestimmtheit der Begriffs-Momente ist die Äußerlichkeit, die
_Einfachheit_ derselben in der Einheit des Begriffes ist aber dem,
was sie ist, unangemessen und der Begriff stößt sich daher von sich
selbst ab. Dieß Abstoßen ist der _Entschluß_ überhaupt, der
Beziehung der negativen Einheit auf sich, wodurch sie
_ausschließende_ Einzelnheit ist; aber durch dieß _Ausschließen
entschließt_ sie sich, oder schließt sich _auf_, weil es
_Selbstbestimmen_, Setzen _seiner selbst_ ist. Einer Seits, indem
die Subjektivität sich bestimmt, macht sie sich zur Besonderheit,
giebt sich einen Inhalt, der in die Einheit des Begriffs
eingeschlossen noch ein innerlicher ist; dieß _Setzen_, die einfache
Reflexion in sich, ist aber, wie sich ergeben, unmittelbar zugleich
ein _Voraussetzen_; und in demselben Momente, in welchem das Subjekt
des Zwecks _sich_ bestimmt, ist es auf eine gleichgültige, äußerliche
Objektivität bezogen, die von ihm jener innern Bestimmtheit gleich
gemacht, d. h. als ein durch den _Begriff Bestimmtes_ gesetzt werden
soll, zunächst als _Mittel_.
B. Das Mittel.
Das erste unmittelbare Setzen im Zwecke ist zugleich das Setzen eines
_Innerlichen_, d. h. als _gesetzt_ Bestimmten, und zugleich das
Voraussetzen einer objektiven Welt, welche gleichgültig gegen die
Zweckbestimmung ist. Die Subjektivität des Zwecks ist aber die
_absolute negative Einheit_; ihr _zweites_ Bestimmen ist daher das
Aufheben dieser Voraussetzung überhaupt; dieß Aufheben ist insofern
_die Rückkehr in sich_, als dadurch jenes Moment der _ersten
Negation_, das Setzen des Negativen gegen das Subjekt, das äußerliche
Objekt, aufgehoben wird. Aber gegen die Voraussetzung oder gegen die
Unmittelbarkeit des Bestimmens, gegen die objektive Welt ist es nur
erst die _erste_, selbst unmittelbare und daher äußerliche Negation.
Dieß Setzen ist daher noch nicht der ausgeführte Zweck selbst,
sondern erst der _Anfang_ dazu. Das so bestimmte Objekt ist erst das
_Mittel_.
Der Zweck schließt sich durch ein Mittel mit der Objektivität und in
dieser mit sich selbst zusammen. Das Mittel ist die Mitte des
Schlusses. Der Zweck bedarf eines Mittels zu seiner Ausführung, weil
er endlich ist;--eines Mittels, das heißt einer Mitte, welche
zugleich die Gestalt eines _Äußerlichen_ gegen den Zweck selbst und
dessen Ausführung gleichgültigen Daseyns hat. Der absolute Begriff
hat in sich selbst so die Vermittelung, daß das erste Setzen
desselben nicht ein Voraussetzen ist, in dessen Objekt die
gleichgültige Äußerlichkeit die Grundbestimmung wäre; sondern die
Welt als Geschöpf hat nur die Form solcher Äußerlichkeit, aber ihre
Negativität und das Gesetztseyn macht vielmehr deren Grundbestimmung
aus.--Die Endlichkeit des Zweckes besteht sonach darin, daß sein
Bestimmen überhaupt sich selbst äußerlich ist, somit sein erstes, wie
wir gesehen, in ein Setzen und in ein Voraussetzen zerfällt; die
_Negation_ dieses Bestimmens ist daher auch nur nach einer Seite
schon Reflexion in sich, nach der andern ist sie vielmehr nur _erste_
Negation;--oder: die Reflexion-in-sich ist selbst auch sich äußerlich
und Reflexion nach Außen.
Das Mittel ist daher die _formale_ Mitte eines _formalen_ Schlusses;
es ist ein _Äußerliches_ gegen das _Extrem_ des subjektiven Zwecks,
so wie daher auch gegen das Extrem des objektiven Zwecks; wie die
Besonderheit im formalen Schlusse ein gleichgültiger medius terminus
ist, an dessen Stelle auch andere treten können. Wie dieselbe ferner
Mitte nur dadurch ist, daß sie in Beziehung auf das eine Extrem
Bestimmtheit, in Beziehung aber auf das andere Extrem Allgemeines ist,
ihre vermittelnde Bestimmung also relativ durch Andere hat, so ist
auch das Mittel die vermittelnde Mitte nur erstlich, daß es ein
unmittelbares Objekt ist, zweitens daß es Mittel durch die ihm
_äußerliche_ Beziehung auf das Extrem des Zweckes;--welche Beziehung
für dasselbe eine Form ist, wogegen es gleichgültig ist.
Begriff und Objektivität sind daher im Mittel nur äußerlich verbunden;
es ist insofern ein bloß _mechanisches Objekt_. Die Beziehung des
Objekts auf den Zweck ist eine Prämisse, oder die unmittelbare
Beziehung, welche in Ansehung des Zwecks, wie gezeigt, _Reflexion in
sich selbst_ ist, das Mittel ist inhärirendes Prädikat; seine
Objektivität ist unter die Zweckbestimmung, welche ihrer Konkretion
willen Allgemeinheit ist, subsumirt. Durch diese Zweckbestimmung,
welche an ihm ist, ist es nun auch gegen das andere Extrem, der
vorerst noch unbestimmten Objektivität, subsumirend.--Umgekehrt hat
das Mittel gegen den subjektiven Zweck, als _unmittelbare
Objektivität_, _Allgemeinheit_ des _Daseyns_, welches die subjektive
Einzelnheit des Zweckes noch entbehrt.--Indem so zunächst der Zweck
nur als äußerliche Bestimmtheit am Mittel ist, ist er selbst als die
negative Einheit außer demselben, so wie das Mittel mechanisches
Objekt, das ihn nur als eine Bestimmtheit, nicht als einfache
Konkretion der Totalität an ihm hat. Als das Zusammenschließende
aber muß die Mitte selbst die Totalität des Zwecks seyn. Es hat sich
gezeigt, daß die Zweckbestimmung am Mittel zugleich Reflexion in sich
selbst ist; insofern ist sie _formelle_ Beziehung auf sich, da die
_Bestimmtheit, als reale Gleichgültigkeit_, als die _Objektivität_
des Mittels gesetzt ist. Aber eben deswegen ist diese einer Seits
reine Subjektivität zugleich auch _Thätigkeit_.--Im subjektiven Zweck
ist die negative Beziehung auf sich selbst noch identisch mit der
Bestimmtheit als solcher, dem Inhalt und der Äußerlichkeit. In der
beginnenden Objektivirung des Zweckes aber, einem Anderswerden des
einfachen Begriffes treten jene Momente auseinander, oder umgekehrt
besteht hierin dieß Anderswerden, oder die Äußerlichkeit selbst.
Diese ganze Mitte ist somit selbst die Totalität des Schlusses, worin
die abstrakte Thätigkeit und das äußere Mittel die Extreme ausmachen,
deren Mitte die Bestimmtheit des Objekts durch den Zweck, durch
welche es Mittel ist, ausmacht.--Ferner aber ist die _Allgemeinheit_
die _Beziehung_ der Zweckthätigkeit und des Mittels. Das Mittel ist
Objekt, _an sich_ die Totalität des Begriffs; es hat keine Kraft des
Widerstands gegen den Zweck, wie es zunächst gegen ein anderes
unmittelbares Objekt hat. Dem Zweck, welcher der gesetzte Begriff
ist, ist es daher schlechthin durchdringlich, und dieser Mittheilung
empfänglich, weil es _an sich_ identisch mit ihm ist. Es ist aber
nunmehr auch _gesetzt_ als das dem Begriffe Durchdringliche, denn in
der Centralität ist es ein Strebendes nach der negativen Einheit;
ebenso im Chemismus ist es als Neutrales so wie als Differentes ein
Unselbstständiges geworden.--Seine Unselbstständigkeit besteht eben
darin, daß es nur _an sich_ die Totalität des Begriffs ist; dieser
aber ist das Fürsichseyn. Das Objekt hat daher gegen den Zweck den
Charakter, machtlos zu seyn, und ihm zu dienen; er ist dessen
Subjektivität oder Seele, die an ihm ihre äußerliche Seite hat.
Das Objekt, auf diese Weise dem Zwecke _unmittelbar_ unterworfen, ist
nicht ein Extrem des Schlusses; sondern diese Beziehung macht eine
Prämisse desselben aus. Aber das Mittel hat auch eine Seite, nach
welcher es noch Selbstständigkeit gegen den Zweck hat. Die im Mittel
mit ihm verbundene Objektivität ist, weil sie es nur unmittelbar ist,
ihm noch äußerlich; und die _Voraussetzung_ besteht daher noch. Die
Thätigkeit des Zwecks durch das Mittel ist deswegen noch gegen diese
gerichtet, und der Zweck ist eben insofern Thätigkeit, nicht mehr
bloß Trieb und Streben, als im Mittel das Moment der Objektivität in
seiner Bestimmtheit als Äußerliches gesetzt ist, und die einfache
Einheit des Begriffs sie _als solche_ nun an sich hat.