a. Das Centrum.
Die leere Mannigfaltigkeit des Objekts ist nun erstens in die
objektive Einzelnheit, in den einfachen selbst bestimmenden
_Mittelpunkt_ gesammelt. Insofern zweitens das Objekt als
unmittelbare Totalität seine Gleichgültigkeit gegen die Bestimmtheit
behält, so ist diese an ihm auch als unwesentliche oder als ein
_Außereinander_ von vielen Objekten vorhanden. Die erstere, die
wesentliche Bestimmtheit macht dagegen die _reelle Mitte_ zwischen
den vielen mechanisch auf einander wirkenden Objekten aus, durch
welche sie _an und für sich_ zusammen geschlossen sind, und ist deren
objektive Allgemeinheit. Die Allgemeinheit zeigte sich zuerst im
Verhältnisse der _Mittheilung_ als eine nur durchs _Setzen_
vorhandene; als _objektive_ aber ist sie das durchdringende,
immanente Wesen der Objekte.
In der materiellen Welt ist es der _Central-Körper_, der die
_Gattung_, aber _individuelle_ Allgemeinheit der einzelnen Objekte
und ihres mechanischen Processes ist. Die unwesentlichen einzelnen
Körper verhalten sich _stoßend_ und _drückend_ zu einander; solches
Verhältniß findet nicht zwischen dem Central-Körper und den Objekten
Statt, deren Wesen er ist; denn ihre Äußerlichkeit macht nicht mehr
ihre Grundbestimmung aus. Ihre Identität mit ihm ist also vielmehr
die Ruhe, nämlich das _Seyn in ihrem Centrum_; diese Einheit ist ihr
an und für sich seyender Begriff. Sie bleibt jedoch nur ein _Sollen_,
da die zugleich noch gesetzte Äußerlichkeit der Objekte jener
Einheit nicht entspricht. Das _Streben_, das sie daher nach dem
Centrum haben, ist ihre absolute, nicht durch _Mittheilung_ gesetzte
Allgemeinheit; sie macht die wahre, selbst _konkrete_, nicht _von
Außen gesetzte Ruhe_ aus, in welche der Proceß der
Unselbstständigkeit zurückgehen muß.--Es ist deswegen eine leere
Abstraktion, wenn in der Mechanik angenommen wird, daß ein in
Bewegung gesetzter Körper überhaupt sich in gerader Linie ins
Unendliche fortbewegen würde, wenn er nicht durch äußerlichen
Widerstand seine Bewegung verlöre. Die _Reibung_, oder welche Form
der Widerstand sonst hat, ist nur die Erscheinung der _Centralität_;
diese ist es welche ihn absolut zu sich zurückbringt; denn das, woran
sich der bewegte Körper reibt, hat allein die Kraft eines Widerstands
durch sein Einsseyn mit dem Centrum.--Im _Geistigen_ nimmt das
Centrum und das Einsseyn mit demselben höhere Formen an; aber die
Einheit des Begriffs und deren Realität, welche hier zunächst
mechanische Centralität ist, muß auch dort die Grundbestimmung
ausmachen.
Der Central-Körper hat insofern aufgehört, ein bloßes _Objekt_ zu
seyn, da an diesem die Bestimmtheit ein Unwesentliches ist; denn er
hat nicht nicht mehr nur das _An-sich-_, sondern auch das
_Für-sichseyn_ der objektiven Totalität. Er kann deswegen als ein
_Individuum_ angesehen werden. Seine Bestimmtheit ist wesentlich von
einer bloßen _Ordnung_ oder _Arrangement_ und _äußerlichen
Zusammenhang_ von Theilen verschieden; sie ist als an und für sich
seyende Bestimmtheit eine _immanente_ Form, selbst bestimmendes
Princip, welchem die Objekte inhäriren, und wodurch sie zu einem
wahrhaften Eins verbunden sind.
Dieses Central-Individuum ist aber so nur erst _Mitte_, welche noch
keine wahrhaften Extreme hat; als negative Einheit des totalen
Begriffs dirimirt es sich aber in solche. Oder: die vorhin
unselbstständigen sich äußerlichen Objekte werden durch den Rückgang
des Begriffs gleichfalls zu Individuen bestimmt; die Identität des
Central-Körpers mit sich, die noch ein _Streben_ ist, ist mit
_Äußerlichkeit_ behaftet, welcher, da sie in seine _objektive
Einzelnheit_ aufgenommen ist, diese mitgetheilt ist. Durch diese
eigene Centralität sind sie, außer jenem ersten Centrum gestellt,
selbst Centra für die unselbstständigen Objekte. Diese zweiten
Centra und die unselbstständigen Objekte sind durch jene absolute
Mitte zusammengeschlossen.
Die relativen Central-Individuen machen aber auch selbst die Mitte
_eines zweiten Schlusses_ aus, welche einer Seits unter ein höheres
Extrem, die objektive _Allgemeinheit_ und _Macht_ des absoluten
Centrums, subsumirt ist, auf der andern Seite die unselbstständigen
Objekte unter sich subsumirt, deren oberflächliche oder formale
Vereinzelung von ihr getragen werden.--Auch diese Unselbstständigen
sind die Mitte eines _dritten_, des _formalen Schlusses_; indem sie
das Band zwischen der absoluten und der relativen
Centralindividualität insofern sind, als die letztere in ihnen ihre
Äußerlichkeit hat, durch welche die _Beziehung auf sich_ zugleich
ein _Streben_ nach einem absoluten Mittelpunkt ist. Die formalen
Objekte haben zu ihrem Wesen die identische _Schwere_ ihres
unmittelbaren Central-Körpers, dem sie als ihrem Subjekte und Extreme
der Einzelnheit inhäriren; durch die Äußerlichkeit, welche sie
ausmachen, ist er unter den absoluten Central-Körper subsumirt; sie
sind also die formale Mitte der _Besonderheit_.--Das absolute
Individuum aber ist die objektiv-allgemeine Mitte, welche das
Insichseyn des relativen Individuums und seine Äußerlichkeit
zusammenschließt und festhält.--So sind auch die _Regierung_, die
_Bürger-Individuen_ und die _Bedürfnisse_ oder _das äußerliche Leben_
der Einzelnen drei Termini, deren jeder die Mitte der zwei andern ist.
Die _Regierung_, die _Bürger-Individuen_ und die _Bedürfnisse_ oder
_das äußerliche Leben_ der Einzelnen drei Termini, deren jeder die
Mitte der zwei andern ist. Die _Regierung_ ist das absolute Centrum,
worin das Extrem der Einzelnen mit ihrem äußerlichen Bestehen
zusammengeschlossen wird; ebenso sind die _Einzelnen_ Mitte, welche
jenes allgemeine Individuum zur äußerlichen Existenz bethätigen, und
ihr sittliches Wesen in das Extrem der Wirklichkeit übersetzen. Der
dritte Schluß ist der formale, der Schluß des Scheins, daß die
einzelnen durch ihre _Bedürfnisse_ und des äußerlichen Daseyn an
diese allgemeine absolute Individualität geknüpft sind; ein Schluß,
der als der bloß subjektive in die anderen übergeht, und in ihnen
seine Wahrheit hat.
Diese Totalität, deren Momente selbst die vollständigen Verhältnisse
des Begriffes, die _Schlüsse_, sind, worin jedes der drei
unterschiedenen Objekte die Bestimmung der Mitte und der Extreme
durchläuft, macht den _freien Mechanismus_ aus. In ihm haben die
unterschiedenen Objekte die objektive Allgemeinheit, die
_durchdringende_ in der _Besonderung_ sich _identisch_ erhaltende
Schwere, zu ihrer Grundbestimmung. Die Beziehung von _Druck, Stoß,
Anziehen_ und dergleichen, so wie _Aggregirungen_ oder
_Vermischungen_, gehören dem Verhältnisse der Äußerlichkeit an, die
den dritten der zusammengestellten Schlüsse begründet. Die _Ordnung_,
welches die bloß äußerliche Bestimmtheit der Objekt ist, ist in die
immanente und objektive Bestimmung übergegangen; diese ist das
_Gesetz_.
b. Das Gesetz.
In dem Gesetze thut sich der bestimmtere Unterschied von _ideeller
Realität_ der Objektivität gegen die _äußerliche_ hervor. Das Objekt
hat als _unmittelbare_ Totalität des Begriffs die Äußerlichkeit noch
nicht als von dem Begriffe unterschieden, der nicht für sich gesetzt
ist. Indem es durch den Proceß in sich gegangen, ist der Gegensatz
der _einfachen Centralität_ gegen eine _Äußerlichkeit_ eingetreten,
welche nun _als_ Äußerlichkeit bestimmt, d. i. als nicht An- und
Für-sich- seyendes _gesetzt_ ist. Jenes Identische oder Ideelle der
Individualität ist um der Beziehung auf die Äußerlichkeit willen ein
_Sollen_; es ist die an- und für-sich bestimmte und selbstbestimmende
Einheit des Begriffs, welcher jene äußerliche Realität nicht
entspricht, und daher nur bis zum _Streben_ kommt. Aber die
Individualität ist _an und für sich das konkrete Princip der
negativen Einheit, als solches_ selbst _Totalität_; eine Einheit, die
sich in die _Bestimmten Begriffsunterschiede_ dirimirt, und in ihrer
sich selbst gleichen Allgemeinheit bleibt; somit der innerhalb seiner
reinen Idealität _durch den Unterschied erweiterte_ Mittelpunkt.
--Diese Realität, die dem Begriffe entspricht, ist die _ideelle_, von
jener nur strebenden unterschieden; der Unterschied, der zunächst
eine Vielheit von Objekten ist, in seiner Wesentlichkeit und in die
reine Allgemeinheit aufgenommen. Diese reelle Idealität ist die
_Seele_ der vorhin entwickelten, objektiven Totalität, _die an und
für sich bestimmte Identität_ des Systems.
Das objektive _An- und Für-sichseyn_ ergiebt sich daher in seiner
Totalität bestimmter als die negative Einheit des Centrums, welche
sich in die _subjektive Individualität_ und die _äußerliche
Objektivität_ theilt, in dieser jene erhält und in ideellem
Unterschiede bestimmt. Diese selbstbestimmende, die äußerliche
Objektivität in die Idealität absolut zurückführende Einheit ist
Princip von _Selbstbewegung_; die _Bestimmtheit_ dieses Beseelenden,
welche der Unterschied des Begriffes selbst ist, ist das _Gesetz_.
--Der todte Mechanismus war der betrachtete mechanische Proceß von
Objekten, die unmittelbar als selbstständig erschienen, aber eben
deswegen in Wahrheit unselbstständig sind, und ihr Centrum außer
ihnen haben; dieser Proceß, der in _Ruhe_ übergeht, zeigt entweder
_Zufälligkeit_ und unbestimmte Ungleichheit, oder _formale
Gleichförmigkeit_. Diese Gleichförmigkeit ist wohl eine _Regel_,
aber nicht _Gesetz_. Nur der freie Mechanismus hat ein _Gesetz_, die
eigene Bestimmung der reinen Individualität oder _des für sich
seyenden Begriffes_; es ist als Unterschied an sich selbst
unvergängliche Quelle sich selbst entzündender Bewegung; indem es in
der Idealität seines Unterschiedes sich nur auf sich bezieht, _freie
Nothwendigkeit_.
c. Übergang des Mechanismus.
Diese Seele ist jedoch in ihren Körper noch versenkt; der _nunmehr
bestimmte_, aber _innere_ Begriff der objektiven Totalität ist so; so
freie Nothwendigkeit, daß das Gesetz seinem Objekte noch nicht
gegenüber getreten ist; es ist die _konkrete_ Centralität als in ihre
Objektivität _unmittelbar_ verbreitete Allgemeinheit. Jene Idealität
hat daher nicht die _Objekte selbst_ zu ihrem bestimmten Unterschied;
diese sind _selbstständige Individuen_ der Totalität, oder auch, wenn
wir auf die formale Stufe zurücksehen, nicht individuelle, äußerliche
_Objekte_. Das Gesetz ist ihnen wohl immanent und macht ihre Natur
und Macht aus; aber sein Unterschied ist in seine Idealität
eingeschlossen, und die Objekte sind nicht selbst in die ideelle
Differenz des Gesetzes unterschieden. Aber das Objekt hat an der
ideellen Centralität und deren Gesetze allein seine wesentliche
Selbstständigkeit; es hat daher keine Kraft, dem Urtheile des
Begriffs Widerstand zu thun, und sich in abstrakter, unbestimmter
Selbstständigkeit und Verschlossenheit zu erhalten. Durch den
ideellen, ihm immanenten Unterschied ist sein Daseyn eine _durch den
Begriff gesetzte Bestimmtheit_. Seine Unselbstständigkeit ist auf
diese Weise nicht mehr nur ein _Streben_ nach dem _Mittelpunkte_,
gegen den es eben, weil seine Beziehung nur ein Streben ist, noch die
Erscheinung eines selbstständigen äußerlichen Objektes hat; sondern
es ist ein Streben nach dem _bestimmt ihm entgegengesetzten Objekt_;
so wie das Centrum dadurch selbst auseinander, und seine negative
Einheit in den _objektivirten Gegensatz_ übergegangen ist. Die
Centralität ist daher jetzt _Beziehung_ dieser gegen einander
negativen und gespannten Objektivitäten. So bestimmt sich der freie
Mechanismus zum _Chemismus_.
Zweites Kapitel. Der Chemismus.
Der Chemismus macht im Ganzen der Objektivität das Moment des
Urtheils, der objektiv gewordenen Differenz und des Processes aus.
Da er mit der Bestimmtheit und dem Gesetztseyn schon beginnt, und das
chemische Objekt zugleich objektive Totalität ist, ist sein nächster
Verlauf einfach, und durch seine Voraussetzung vollkommen bestimmt.
A. Das chemische Objekt.
Das chemische Objekt unterscheidet sich von dem mechanischen dadurch,
daß das letztere eine Totalität ist, welche gegen die Bestimmtheit
gleichgültig ist; bei dem chemischen dagegen gehört die
_Bestimmtheit_, somit die _Beziehung auf Anderes_, und die Art und
Weise dieser Beziehung, seiner Natur an.--Diese Bestimmtheit ist
wesentlich zugleich _Besonderung_, d. h. in die Allgemeinheit
aufgenommen; sie ist so _Princip_--die _allgemeine Bestimmtheit_,
nicht nur die des _eines einzelnen Objekts_, sondern auch die des
_andern_. Es unterscheidet sich daher nun an demselben sein Begriff,
als die innere Totalität beider Bestimmtheiten, und die Bestimmtheit,
welche die Natur des einzelnen Objekts in seiner _Äußerlichkeit_ und
_Existenz_ ausmacht. Indem es auf diese Weise _an sich_ der ganze
Begriff ist, so hat es an ihm selbst die _Nothwendigkeit_ und den
_Trieb_, sein entgegengesetztes, _einseitiges Bestehen_ aufzuheben,
und sich zu dem _realen Ganzen_ im Daseyn zu machen, welches es
seinem Begriffe nach ist.
Über den Ausdruck: _Chemismus_, für das Verhältniß der Differenz der
Objektivität, wie es sich ergeben hat, kann übrigens bemerkt werden,
daß er hier nicht so verstanden werden muß, als ob sich dieß
Verhältniß nur in derjenigen Form der elementarischen Natur
darstellte, welche der eigentliche sogenannte Chemismus heißt. Schon
das meteorologische Verhältniß muß als ein Proceß angesehen werden,
dessen Parthien mehr die Natur von physikalischen als chemischen
Elementen haben. Im Lebendigen steht das Geschlechtsverhältniß unter
diesem Schema; so wie es auch für die geistigen Verhältnisse der
Liebe, Freundschaft u. s. f. die _formale_ Grundlage ausmacht.
Näher betrachtet ist das chemische Objekt zunächst, als eine
_selbstständige_ Totalität überhaupt, ein in sich reflektirtes, das
insofern von seinem Reflektirt-Seyn nach Außen unterschieden ist,
--eine gleichgültige _Basis_, das noch nicht als different bestimmte
Individuum; auch die Person ist eine solche sich erst nur auf sich
beziehende Basis. Die immanente Bestimmtheit aber, welche seine
_Differenz_ ausmacht, ist _erstlich_ so in sich reflektirt, daß diese
Zurücknahme der Beziehung nach Außen nur formale abstrakte
Allgemeinheit ist; so ist die Beziehung nach Außen Bestimmung seiner
Unmittelbarkeit und Existenz. Nach dieser Seite geht es nicht _an
ihm selbst_ in die individuelle Totalität zurück; und die negative
Einheit hat die beiden Momente ihres Gegensatzes an zwei _besonderen
Objekten_. Sonach ist ein chemisches Objekt nicht aus ihm selbst
begreiflich, und das Seyn des Einen ist das Seyn des Andern.
--_Zweitens_ aber ist die Bestimmtheit absolut in sich reflektirt,
und das konkrete Moment des individuellen Begriffs des Ganzen, der
das allgemeine Wesen, die _reale Gattung_ des besondern Objekts ist.
Das chemische Objekt, hiermit der Widerspruch seines unmittelbaren
Gesetztseyns und seines immanenten individuellen Begriffs, ist ein
_Streben_, die Bestimmtheit seines Daseyns aufzuheben, und der
objektiven Totalität des Begriffes die Existenz zu geben. Es ist
daher zwar gleichfalls ein unselbstständiges, aber so, daß es
hiergegen durch seine Natur selbst gespannt ist, und den _Proceß_
selbstbestimmend anfängt.
B. Der Proceß.
1. Er beginnt mit der Voraussetzung, daß die gespannten Objekte, so
sehr sie es gegen sich selbst, es zunächst eben damit gegen einander
sind;--ein Verhältniß, welches ihre _Verwandtschaft_ heißt. Indem
jedes durch seinen Begriff im Widerspruch gegen die eigene
Einseitigkeit seiner Existenz steht, somit diese aufzuheben strebt,
ist darin unmittelbar das Streben gesetzt, die Einseitigkeit des
andern aufzuheben, und durch diese gegenseitige Ausgleichung und
Verbindung die Realität dem Begriffe, der beide Momente enthält,
gemäß zu setzen. Insofern jedes gesetzt ist, als an ihm selbst sich
widersprechend und aufhebend, so sind sie nur durch _äußere Gewalt_
in der Absonderung von einander und von ihrer gegenseitigen Ergänzung
gehalten. Die Mitte, wodurch nun diese Extreme zusammengeschlossen
werden, ist _erstlich_ die _ansichseyende_ Natur beider, der ganze
beide in sich haltende Begriff. Aber _zweitens_, da sie in der
Existenz gegeneinander stehen, so ist ihre absolute Einheit auch ein
_unterschieden_ von ihnen _existirendes_, noch formales Element;--das
Element der _Mittheilung_, worin sie in äußerliche _Gemeinschaft_
miteinander treten. Da der reale Unterschied den Extremen angehört,
so ist diese Mitte nur die abstrakte Neutralität, die reale
Möglichkeit derselben;--gleichsam das _theoretische Element_ der
Existenz von den chemischen Objekten, ihres Processes und seines
Resultats;--im Körperlichen hat das _Wasser_ die Funktion dieses
Mediums; im Geistigen, insofern in ihm das Analogon eines solchen
Verhältnisses Statt findet, ist das _Zeichen_ überhaupt, und näher
die _Sprache_ dafür anzusehen.
Das Verhältniß der Objekte ist als bloße Mittheilung in diesem
Elemente einer Seits ein ruhiges Zusammengehen, aber anderer Seits
ebenso sehr ein _negatives Verhalten_, indem der konkrete Begriff,
welcher ihre Natur ist, in der Mittheilung in Realität gesetzt,
hiermit die _realen Unterschiede_ der Objekte zu seiner Einheit
reducirt werden. Ihre vorherige selbstständige _Bestimmtheit_ wird
damit in der dem Begriffe, der in beiden ein und derselbe ist,
gemäßen Vereinigung aufgehoben, ihr Gegensatz und Spannung hierdurch
abgestumpft; womit das Streben in dieser gegenseitigen Ergänzung
seine ruhige _Neutralität_ erlangt.
Der Proceß ist auf diese Weise _erloschen_; indem der Widerspruch des
Begriffes und der Realität ausgeglichen, haben die Extreme des
Schlusses ihren Gegensatz verloren, hiermit aufgehört, Extreme
gegeneinander und gegen die Mitte zu seyn. Das _Produkt_ ist ein
_neutrales_, d. h. ein solches, in welchem die Ingredienzien, die
nicht mehr Objekte genannt werden können, ihre Spannung und damit die
Eigenschaften nicht mehr haben, die ihnen als gespannten zukamen,
worin sich aber die _Fähigkeit_ ihrer vorigen Selbstständigkeit und
Spannung erhalten hat. Die negative Einheit des Neutralen geht
nämlich von einer _vorausgesetzten_ Differenz aus; die _Bestimmtheit_
des chemischen Objekts ist identisch mit seiner Objektivität, sie ist
ursprünglich. Durch den betrachteten Proceß ist diese Differenz nur
erst _unmittelbar_ aufgehoben, die Bestimmtheit ist daher noch nicht
als absolut in sich reflektirte, somit das Produkt des Processes nur
eine formale Einheit.
2. In diesem Produkte ist nun zwar die Spannung des Gegensatzes und
die negative Einheit als Thätigkeit des Processes erloschen. Da
diese Einheit aber dem Begriffe wesentlich, und zugleich selbst zur
Existenz gekommen ist, so ist sie noch vorhanden, aber _außer_ dem
neutralen Objekte getreten. Der Proceß facht sich nicht von selbst
wieder an, insofern er die Differenz nur zu seiner _Voraussetzung_
hatte, nicht sie selbst _setzte_.--Diese außer dem Objekte
selbstständige Negativität, die Existenz der _abstrakten_ Einzelnheit,
deren Fürsichseyn seine Realität an dem _indifferenten Objekte_ hat,
ist nun in sich selbst gegen ihre Abstraktion gespannt, eine in sich
unruhige Thätigkeit, die sich verzehrend nach Außen kehrt. Sie
bezieht sich _unmittelbar_ auf das Objekt, dessen ruhige Neutralität
die reale Möglichkeit ihres Gegensatzes ist; dasselbe ist nunmehr die
_Mitte_ der vorhin bloß formalen Neutralität, nun in sich selbst
konkret, und bestimmt.
Die nähere unmittelbare Beziehung des _Extrems_ der _negativen
Einheit_ auf das Objekt ist, daß dieses durch sie bestimmt und
hierdurch dirimirt wird. Diese Diremtion kann zunächst für die
Herstellung des Gegensatzes der gespannten Objekte angesehen werden,
mit welchem der Chemismus begonnen. Aber diese Bestimmung macht
nicht das andere Extrem des Schlusses aus, sondern gehört zur
unmittelbaren Beziehung des differentiirenden Princips auf die Mitte,
an der sich dieses seine unmittelbare Realität giebt; es ist die
Bestimmtheit, welche im disjunktiven Schlusse die Mitte, außer dem,
daß sie allgemeine Natur des Gegenstandes ist, zugleich hat, wodurch
dieser ebenso wohl objektive Allgemeinheit als bestimmte Besonderheit
ist. Das _andere Extrem_ des Schlusses steht dem äußern
_selbstständigen Extrem_ der Einzelnheit gegenüber; es ist daher das
ebenso selbstständige Extrem der _Allgemeinheit_ die Diremtion,
welche die reale Neutralität der Mitte daher in ihm erfährt, ist, daß
sie nicht in gegeneinander differente, sondern _indifferente_ Momente
zerlegt wird. Diese Momente sind hiermit die abstrakte,
gleichgültige _Basis_ einer Seits, und das _begeistende_ Princip
derselben anderer Seits, welches durch seine Trennung von der Basis
ebenfalls die Form gleichgültiger Objektivität erlangt.
Dieser disjunktive Schluß ist die Totalität des Chemismus, in welcher
dasselbe objektive Ganze sowohl, als die selbsständige _negative_
Einheit, dann in der Mitte als _reale_ Einheit,--endlich aber die
chemische Realität in ihre _abstrakten_ Momente aufgelöst,
dargestellt ist. In diesen letzteren ist die Bestimmtheit, nicht wie
im Neutralen, an _einem Andern_ zu ihrer _Reflexion-in-sich_ gekommen,
sondern ist an sich in ihre Abstraktion zurückgegangen, ein
_ursprünglich bestimmtes Element_.
3. Diese elementarischen Objekte sind hiermit von der chemischen
Spannung befreit; es ist ihn ihnen die ursprüngliche Grundlage
derjenigen _Voraussetzung_, mit welcher der Chemismus begann, durch
den realen Proceß _gesetzt_ worden. Insofern nun weiter einer Seits
ihre innerliche _Bestimmtheit_ als solche, wesentlich der Widerspruch
ihres _einfachen gleichgültigen Bestehens_, und ihrer als
_Bestimmtheit_, und der Trieb nach Außen ist, der sich dirimirt, und
an ihrem Objekte und an einem _Andern_ die Spannung setzt, _um ein
solches zu haben_, wogegen es sich als differentes verhalten, an dem
es sich neutralisiren und seiner einfachen Bestimmtheit die daseyende
Realität geben könne, so ist damit der Chemismus in seinen Anfang
zurückgegangen, in welchem gegeneinander gespannte Objekte einander
suchen, und dann durch eine formale, äußerliche Mitte zu einem
Neutralen sich vereinigen. Auf der andern Seite hebt der Chemismus
durch diesen Rückgang in seinen _Begriff_ sich auf, und ist in eine
höhere Sphäre übergegangen.