27. September.

In der Nacht trafen wir in Celle ein. Von hier bis _Lehrte_ (1½ Meile) muß

man eine Privatgelegenheit miethen. In Lehrte besteigt man die Eisenbahn,

und fährt nun ununterbrochen bis Berlin. -- Man berührt auf dieser Fahrt

viele Städte und größere oder kleinere Orte, kann aber nur wenig von ihnen

sehen, da die Bahnhöfe überall ziemlich entfernt liegen, und man nur einige

Augenblicke anhält.

Die erste Stadt, an der wir vorüber kamen, war _Braunschweig_. Gleich

außerhalb der Stadt sieht man das artige herzogliche Schloß, das

im gothischen Style erbaut ist und in einem schönen Parke liegt. --

_Wolfenbüttel_ scheint, nach der Menge der Häuser und Kirchthürme zu

urtheilen, eine ziemlich bedeutende Stadt zu sein. -- Eine schöne hölzerne

Brücke mit elegant gearbeitetem eisernem Geländer führt hier über die

Ocker. Vor der Stadt leitet eine reizende Promenade zu einem sanften Hügel,

auf dessen Plateau ein wunderliebliches Gebäude, »ein Kaffeehaus« steht.

Sobald man das Gebiet von Hannover im Rücken hat, wird die Gegend zwar

nicht reicher an seltenen Naturmerkwürdigkeiten, aber doch verlieren sich

wenigstens die Sümpfe und Haiden, und ein fleißig cultivirtes Land ersetzt

deren Stelle. -- Viele Dörfer liegen zerstreut umher, und manch reizendes

Städtchen erregt den Wunsch, die Gegenden nicht gar so eilig durchfliegen

zu müssen.

Man kömmt nun an _Schepenstadt_, _Jersheim_ und _Wegersleben_ vorüber,

welch letztere Stadt bereits zu Preußen gehört. -- In _Aschersleben_ werden

die Wagen gewechselt, eben so in Magdeburg. -- Bei dem Städtchen _Salze_

sieht man schöne Gebäude, die zu den ausgedehnten hier befindlichen

Salzsiedereien gehören. -- Zu _Jernaudau_ ist der Sitz einer Herrnhuter

Gesellschaft. -- Gerne hätte ich die Stadt _Köthen_ besucht; man kann sich

nichts Reizenderes denken, als die Lage dieses Städtchens inmitten von

duftenden Gärten. Leider hielten wir nur kurze Augenblicke an. -- Auch das

Städtchen _Dessau_ ist mit artigen Anlagen umgeben. Mehrere Brücken führen

hier über einzelne Arme der Elbe; die über den Hauptstrom führende ruht auf

mächtigen Steinpfeilern. -- Von dem Städtchen _Wittenberg_ sieht man nur

Häusermassen und Kirchthürme; eben so auch von dem Städtchen _Jüterbog_,

das so neu aussieht, als ob es erst kürzlich entstanden wäre. -- Bei

_Lukewalde_ fängt die Sandregion an, in die nur eine bei _Trebbin_

erscheinende kleine Kette bewaldeter Hügel einige Abwechslung bringt.

Doch auch diese nimmt bald ihr Ende, und man fährt nun bis Berlin in einer

traurigen, einförmigen Sandfläche.

Ich war heute von 6 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends auf dem Wege, und hatte 46

Meilen zurückgelegt. -- Häufig waren auf dieser Reise die Wagen gewechselt

worden. -- Ueberall hatte, der Leipziger Messe wegen, ein unendlicher

Zudrang von Menschen statt gefunden; -- oft zählte der Zug 35 bis 40

Wagen, 3 Locomotive und gewiß 7-800 Reisende, -- dennoch war immer Alles

in größter Ordnung geblieben. Eine große Bequemlichkeit ist es, daß man den

Platz von Lehrte bis Berlin, obwohl man so vielerlei Staaten zu passiren

hat, auf einmal berichtigen kann, und sich daher während der ganzen Reise,

weder um sein Gepäck noch um sonst etwas mehr zu bekümmern hat. -- Die

bei den Eisenbahnen angestellten Leute fand ich alle sehr höflich. Wenn

an einer Station angehalten wurde, verkündeten gleich die Conducteure mit

lauter Stimme die Zeit des Aufenthaltes, 2-3 Minuten, ¼ Stunde u. s. w.

Jeder Mitfahrende konnte sich darnach richten, in ein nahes Gasthaus oder

Zelt treten und sich etwas reichen lassen. Die Wagen sind höchst bequem zum

Ein- und Aussteigen eingerichtet, und zwar dadurch, daß die Räder an

den Stations-Stellen in tiefen Geleisen laufen, und so der Wagen mit

dem Erdboden in gleicher Höhe ist; man braucht gar keinen Wagentritt zu

besteigen, sondern setzt den Fuß gleich auf die Erde. Die Wagen sind wie

in breite Kutschen getheilt. Zwei Bänke stehen der Breite nach, einander

gegenüber, und an jeder Seite befindet sich eine geräumige Wagenthür, bei

welcher man bequem hinaus und herein kömmt. Auf der ersten und der zweiten

Klasse sitzen in jeder solchen Wagenabtheilung 8 Personen, auf der dritten

Klasse 10 Personen. -- Die Wagen sind Alle numerirt und Jedermann findet

leicht seinen Platz. -- Eingesperrt ist Niemand.

Durch diese einfachen Einrichtungen ist es möglich, daß man selbst, wenn

der Zug nur zwei Minuten anhält, aussteigen und Bewegung machen, oder sich

mit Lebensmitteln versehen kann, ohne daß ein Gedränge oder eine Verwirrung

statt hat.

Alles dieß fällt bei jenen Eisenbahnwagen weg, welche die unnatürliche

Länge eines Hauses haben, und in deren jeden 60 oder gar 70 Personen

eingepackt, mitunter sogar _eingesperrt_ sind, wo die Thüren von den

Conducteuren geöffnet werden, und dieser nur den Namen der Station

hineinschreit, ohne die Zeit des Aufenthaltes bekannt zu machen. -- Da ist

es wohl keinem Reisenden zu rathen, seinen Posten zu verlassen; denn bis er

sich von einem Ende des Wagens bis an das andere drängt, bis er durch das

enge Pförtchen schlüpft und endlich über die hohen Stufen hinabklettert,

erschallt schon wieder das Horn, und in demselben Augenblicke setzt sich

der Zug in Bewegung, es ist also selbst dieß Blasen kein Zeichen für

die Reisenden, um sich darnach richten zu können; es gehört nur für den

Locomotivführer.

Eben so hat man in diesen Staaten, welche ich heute durchreiset hatte,

nicht die geringste Plackerei mit dem Paßwesen, und mit den noch

unausstehlichern Passirscheinen. Kein lästiger Polizei-Soldat kömmt in den

Wagen und läßt den Reisenden erst aussteigen, nachdem er ihm von A bis Z

Auskunft ertheilt hat. -- Ich möchte wissen, wie viele Tage man auf dieser

Reise zubringen würde, wenn man, wie in andern Staaten, die Pässe so oft

abgeben müßte, die nicht einmal gleich an Ort und Stelle expedirt, sondern

erst auf das Amt getragen werden.

Und solch störende Einrichtungen, man sollte es nicht glauben, haben oft im

Innern eines und desselben Staates statt. -- Man braucht gar nicht erst

vom Auslande zu kommen; -- man muß all diese Scherereien erfahren, wenn man

auch nur von einer Provinz-Hauptstadt in die andere fährt.

In allen Ländern, durch welche ich bisher kam, hatte ich mich nirgends über

dergleichen Sachen zu beklagen; man forderte mir den Paß nur im Gasthofe

der Hauptstadt des Landes ab, wenn ich mehrere Tage daselbst zu verweilen

gedachte. -- Blos in Stockholm fand ich eine etwas sonderbare Einrichtung;

da muß jeder Fremde, und wenn er nur 24 Stunden verweilt einen schwedischen

Paß lösen, und dafür 1 fl. 20 kr. zahlen. Dieß ist, bei Licht betrachtet,

doch nur eine Einführung, um dem Fremden auf eine anständige Art 1 fl.

20 kr. abzunehmen; wahrscheinlich scheut man sich, für das einfache Visiren

der Pässe eine so hohe Bezahlung zu verlangen.

Aufenthalt in Berlin. -- Rückkehr nach Wien.

Ich sah noch nie eine schöner und regelmäßiger gebaute Stadt als Berlin

-- die eigentliche Stadt Berlin; -- höchstens können die vorzüglichsten

Straßen, Plätze und Paläste Kopenhagens einen Vergleich mit ihr aushalten.

Ich konnte mich nur einige Tage da aufhalten, und hatte daher kaum Zeit,

das Merkwürdigste und Interessanteste zu besehen.

In einem ziemlich nahen Umkreise liegen die herrliche königl. Residenz,

die ausgedehnten Gebäude der Bildergallerie und der Museen, der große Dom

u. s. w.

Die _Domkirche_ ist groß und regelmäßig; an jeder Seite des Einganges steht

eine Kapelle, die mit eisernen Gittern umgeben ist. Einige Könige liegen

hier begraben, und alterthümliche Sarkophage decken die Grüfte, die unter

dem Namen der _Königsgräber_ bekannt sind. Unweit davon sieht man ein

schönes, in Erz gegossenes Monument, unter welchem ein Graf Brandenburg

ruht.

Die _katholische Kirche_ ist im Style der Rotonde zu Rom gebaut, nur erhält

sie nicht wie diese das Licht von oben, sondern durch Fenster, die rund

herum im Kreise angebracht sind. Schöne Statuen, und ein einfacher aber

geschmackvoller Altar sind die einzigen Zierden der Kirche. An dem Porticus

sieht man kunstvolle Reliefs.

Die _Werderische Kirche_ stammt aus neuerer Zeit, ist aber ganz im

gothischen Style gehalten. Die Thürme schmücken schöne Bronce-Relief's. Die

Wände im Innern der Kirche sind mit Holztafeln ausgelegt, die bis an die

Gallerien reichen, und färbig eingelegt sind. Sie endigen in gothisches

Schnitzwerk. Die Orgel hat einen klaren, starken Ton. Die Brüstung vor

derselben enthält ein Gemälde, das man auf den ersten Blick eher für eine

Fantasie aus der Göttergeschichte, als für ein Heiligenbild halten würde.

Eine Menge Amoretten schweben zwischen Blumengewinden, und umgeben drei

schöne weibliche Figuren.

Ganz nahe an dieser Kirche stehen das _Münzgebäude_ und die _Bauakademie_.

Ersteres ist mit schönen Bildhauerarbeiten geschmückt, Letzteres ist

von viereckiger Form, mit ziegelrother Farbe angestrichen, ohne alle

Architectur, und gleicht ganz einem ausgezeichnet großen Privat-Gebäude.

Das untere Geschoß ist zu glänzenden Kaufmannsladen verwendet.

In der Nähe der Residenz liegt der Opernplatz, auf welchem außer dem

berühmten Opernhause, auch noch das Zeughaus, die Universität, die

Bibliothek, die Akademie, das Wachthaus, und einige königl. Paläste,

u. s. w. stehen. -- Der Platz selbst ist mit drei Statuen der Generäle:

Graf _Bülov_, Graf _Scharnhorst_ und Fürst _Blücher_ geziert. Alle drei

sind sehr schön gearbeitet; nur gefällt mir ihr Costume nicht, welches aus

ganz gewöhnlichen Tuchmänteln besteht, die, vorne auseinander geschlagen,

einen Theil ihrer Pracht-Uniform erblicken lassen.

Das _Zeughaus_ ist eines der prachtvollsten Gebäude Berlin's; es bildet ein

schönes Viereck. -- Da zu der Zeit, als ich mich in dieser Stadt befand,

einige kleine Ausbesserungen im Zeughause statt fanden, so war es für

den Fremden geschlossen. Ich begnügte mich daher durch die Fenster im

Erdgeschoße zu sehen, wo ich ungeheure Säle erblickte, in welchen ganze

Reihen großer Kanonen aufgepflanzt waren.

Das _Wachthaus_ ist gleich daneben, und gleicht mit seinem Säulenporticus

einem artigen Tempel.

Des _Opernhaus_ bildet ein längliches Viereck, es steht von allen Seiten

frei. Es würde sich ungemein besser ausnehmen, wenn die Eingänge nicht

so jämmerlich aussähen. Jener an der Hauptfaçade gleicht einer engen,

ärmlichen Kirchthüre, er ist schmal, und von dunkler Farbe. Die untern

Eingänge sind noch niedriger, und man vermuthet durchaus nicht, durch

sie in solch ein Pracht-Lokale zu gelangen. -- Die innere Einrichtung des

Theaters ist über alle Beschreibung luxuriös und bequem. Im Parterre

reihen sich höchst bequeme, herrlichst gepolsterte Stühle, die mit breiten,

ebenfalls gepolsterten Lehnen versehen sind, an einander; sie werden

nicht gesperrt, sondern offen gelassen; jeder Stuhl ist mit einer Nummer

bezeichnet. Die Logen sind durch kaum fußhohe Wände geschieden; man sieht

da die elegante Welt wie auf Tribunen sitzen. Die Stühle im Parterre, so

wie die Logen des ersten und des zweiten Ranges, sind mit dunkelrothem

Seidendamast überdeckt. Die königliche Loge ist ein herrlicher Salon,

dessen Boden die feinsten Teppiche bedecken. -- Den Plafond des Theaters

schmücken schöne Oelgemälde, die in zierlich goldenen Rahmen gefaßt sind.

Das größte Meisterwerk aber ist der ungeheure Luster. Er sieht so massiv in

Bronce gearbeitet aus, daß einem ordentlich bangt, diese schwere Masse so

frei in der Luft über den Köpfen der Zuseher schweben zu sehen. Das Ganze

ist aber nur Täuschung, denn er soll aus Pappe zusammengesetzt, und blos

broncirt sein. Eine Unzahl Gasflammen verbreiten das heiterste Licht. --

Nur Eines geht mir bei so schönen und neu erbauten Theatern ab, -- daß

nirgends eine Uhr angebracht ist, -- eine Sache, die man fast in jedem

italienischen Theater findet.

Die übrigen Gebäude und Paläste auf dem Opernplatz zeichnen sich sowohl

durch ihre Größe, als auch durch ihre schöne Bauart aus.

Eine ganz außerordentlich breite, steinerne Brücke mit künstlich

gearbeitetem ehernem Geländer führt über einen kleinen Arm der Spree, und

verbindet den Opernplatz mit jenem, auf welchem die Residenz steht.

Das _königliche Museum_ gehört auch unter die vorzüglichsten Bauten; --

schöne Fresken zieren den hohen Porticus. -- Die _Bildergallerie_ enthält

manches Meisterwerk; und sehr bedauerte ich, für diese Schätze, so wie auch

für die _Antiken_ nicht mehr Zeit gehabt zu haben, -- ich durchflog Beide

in drei Stunden.

An die Akademie schließt sich eine ungemein breite und lange Straße, in

welcher Reihen von Linden stehen, die ihr den Namen _unter den Linden_

gegeben haben. Diese Alleen bilden den freundlichsten Spaziergang nach dem

schönen Brandenburger Thor, vor welchem der Thiergarten liegt. -- Unter

den Straßen, welche in den _Linden_ auslaufen, sind die längsten und

hübschesten die _Friedrichs-_ und _Wilhelmsstraße_. Die _Leipzigerstraße_,

welche zwar nicht hier ausmündet, gehört auch noch unter die

vorzüglichsten.

Auf dem _Gensd'arme-Platz_ zeichnen sich die französische und deutsche

Kirche, jedoch nur durch ihre herrliche Außenseite, durch ihre schönen

hohen Kuppeln, Säulen und Porticus aus; die Kirchen selbst sind klein und

unbedeutend. Auf diesem Platze steht auch das _königliche Schauspielhaus_,

ein geschmackvolles, ausgezeichnet schönes Gebäude, das mit vielem

Säulenwerk, den Musen und andern Statuen geziert ist.

Den Thurm, auf welchem sich der Telegraph befindet, bestieg ich der

Aussicht halber, die man da über die Stadt und deren einförmige, flache

Gegend hat. -- Ein recht höflicher Beamter war so gütig, mir die Zeichen

des Telegraphen zu erklären und erlaubte mir auch, durch die Fernröhre auf

die entfernten Telegraphen zu sehen.

In der Königsstadt, die unweit der königl. Residenz am jenseitigen Ufer der

Spree liegt, ist nicht viel zu sehen. Die Hauptstraße _Königsstraße_, ist

zwar lang, aber schmal und etwas schmutzig. Ueberhaupt herrscht hier ein

mächtiger Abstand gegen die eigentliche Stadt Berlin; die Gassen sind enge,

kurz und mitunter auch winklicht. Die merkwürdigsten Gebäude sind die Post

und ein Theater.

Der Luxus in den Auslagen der Waaren ist hier an einigen Plätzen und

Straßen bedeutend. Manche Spiegelwand und manches Spiegelfenster erinnerte

mich an Hamburgs Pracht, doch steht sie dort noch auf ungleich höherer

Stufe als in Berlin.

An Ausflügen besitzt Berlin nicht viel, da die Umgebung größtentheils flach

und einförmig ist. -- Die einigen interessanten sind der _Thiergarten_,

_Charlottenburg_, und jetzt, seit die Eisenbahnen Alles nahe bringen, auch

_Potsdam_.

Der _Thiergarten_ liegt gleich außerhalb des Brandenburger Thores; er ist

in mehrere Partieen getheilt, deren eine mich ganz an unsern beliebten

Prater erinnerte. -- Schöne Alleen waren voll von Wagen, Reitern und

Fußgängern; zierliche Kaffeehäuser belebten die freundlichen Waldpartieen

und auf den grünen Plätzen schäckerten fröhliche Kinder. -- Ich fand mich

so sehr in meinen lieben Prater versetzt, daß ich mich nur wunderte, keine

bekannten Gesichter zu sehen, keinen herzlichen Gruß zu empfangen. -- Auf

dieser Seite des Thiergartens steht auch das _Krollische Casino_; auch

_Wintergarten_ genannt. -- Ich weiß nicht, wie ich dieß Gebäude nennen

soll; -- es ist ein wahrer Feenpalast. Alles was man sich Kostbares an

Einrichtung, Vergoldung, Malereien, Drapirungen u. s. w. zu denken vermag,

findet sich hier in herrlichen Säälen, Salon's, Tempeln, Galerien, Logen,

u. s. w. vereint. Der Hauptsaal, welcher für 1800 Couverts Raum hat,

erhält sein Licht nicht nur durch große Fenster, sondern auch durch eine

Glasdecke, die sich als Dach darüber wölbt. Ganze Reihen von Säulen stützen

hier Gallerien oder scheiden die kleinern Sääle vom Hauptsaale. In den

Fensternischen, in den Ecken, um die Säulen, überall stehen duftende Blumen

und Gewächse in zierlichen Töpfen und Vasen, welche dieses Lokale im Winter

in einen wahren Zaubergarten umschaffen mögen. Alle Sonntage finden

hier Conzerte und Reunionen statt, zu welchen der Zudrang des Publikums

außerordentlich ist -- trotz dem, daß _nicht geraucht_ werden darf. --

Dieses Lokale soll Raum für 5000 Menschen haben.

Die Seite des Thiergartens, welche sich gegen das Potsdamer Thor zieht,

gleicht mit den beschnittenen Alleen, Blumenbeeten und Terassen, Inseln,

Goldfischteichen u. s. w. einem vollkommenen Ziergarten. Hier besuche man

die Luiseinsel, auf welcher ein schönes Denkmal der Königin Luise zu

sehen ist. -- Auf der Seite des Ziergartens ist das Kaffeehaus _Odeon_ das

vorzüglichste, es kann sich aber in keiner Art mit dem Krollischen Casino

messen. -- Hier stehen auch ganze Reihen der elegantesten Landhäuser,

worunter die meisten im italienischen Style gebaut sind.

Reise nach dem skandinavischen Norden und der Insel Island im Jahre 1845. Zweiter Band. · 第 43 / 57 题