In der Nacht trafen wir in Celle ein. Von hier bis _Lehrte_ (1½ Meile) muß
man eine Privatgelegenheit miethen. In Lehrte besteigt man die Eisenbahn,
und fährt nun ununterbrochen bis Berlin. -- Man berührt auf dieser Fahrt
viele Städte und größere oder kleinere Orte, kann aber nur wenig von ihnen
sehen, da die Bahnhöfe überall ziemlich entfernt liegen, und man nur einige
Augenblicke anhält.
Die erste Stadt, an der wir vorüber kamen, war _Braunschweig_. Gleich
außerhalb der Stadt sieht man das artige herzogliche Schloß, das
im gothischen Style erbaut ist und in einem schönen Parke liegt. --
_Wolfenbüttel_ scheint, nach der Menge der Häuser und Kirchthürme zu
urtheilen, eine ziemlich bedeutende Stadt zu sein. -- Eine schöne hölzerne
Brücke mit elegant gearbeitetem eisernem Geländer führt hier über die
Ocker. Vor der Stadt leitet eine reizende Promenade zu einem sanften Hügel,
auf dessen Plateau ein wunderliebliches Gebäude, »ein Kaffeehaus« steht.
Sobald man das Gebiet von Hannover im Rücken hat, wird die Gegend zwar
nicht reicher an seltenen Naturmerkwürdigkeiten, aber doch verlieren sich
wenigstens die Sümpfe und Haiden, und ein fleißig cultivirtes Land ersetzt
deren Stelle. -- Viele Dörfer liegen zerstreut umher, und manch reizendes
Städtchen erregt den Wunsch, die Gegenden nicht gar so eilig durchfliegen
zu müssen.
Man kömmt nun an _Schepenstadt_, _Jersheim_ und _Wegersleben_ vorüber,
welch letztere Stadt bereits zu Preußen gehört. -- In _Aschersleben_ werden
die Wagen gewechselt, eben so in Magdeburg. -- Bei dem Städtchen _Salze_
sieht man schöne Gebäude, die zu den ausgedehnten hier befindlichen
Salzsiedereien gehören. -- Zu _Jernaudau_ ist der Sitz einer Herrnhuter
Gesellschaft. -- Gerne hätte ich die Stadt _Köthen_ besucht; man kann sich
nichts Reizenderes denken, als die Lage dieses Städtchens inmitten von
duftenden Gärten. Leider hielten wir nur kurze Augenblicke an. -- Auch das
Städtchen _Dessau_ ist mit artigen Anlagen umgeben. Mehrere Brücken führen
hier über einzelne Arme der Elbe; die über den Hauptstrom führende ruht auf
mächtigen Steinpfeilern. -- Von dem Städtchen _Wittenberg_ sieht man nur
Häusermassen und Kirchthürme; eben so auch von dem Städtchen _Jüterbog_,
das so neu aussieht, als ob es erst kürzlich entstanden wäre. -- Bei
_Lukewalde_ fängt die Sandregion an, in die nur eine bei _Trebbin_
erscheinende kleine Kette bewaldeter Hügel einige Abwechslung bringt.
Doch auch diese nimmt bald ihr Ende, und man fährt nun bis Berlin in einer
traurigen, einförmigen Sandfläche.
Ich war heute von 6 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends auf dem Wege, und hatte 46
Meilen zurückgelegt. -- Häufig waren auf dieser Reise die Wagen gewechselt
worden. -- Ueberall hatte, der Leipziger Messe wegen, ein unendlicher
Zudrang von Menschen statt gefunden; -- oft zählte der Zug 35 bis 40
Wagen, 3 Locomotive und gewiß 7-800 Reisende, -- dennoch war immer Alles
in größter Ordnung geblieben. Eine große Bequemlichkeit ist es, daß man den
Platz von Lehrte bis Berlin, obwohl man so vielerlei Staaten zu passiren
hat, auf einmal berichtigen kann, und sich daher während der ganzen Reise,
weder um sein Gepäck noch um sonst etwas mehr zu bekümmern hat. -- Die
bei den Eisenbahnen angestellten Leute fand ich alle sehr höflich. Wenn
an einer Station angehalten wurde, verkündeten gleich die Conducteure mit
lauter Stimme die Zeit des Aufenthaltes, 2-3 Minuten, ¼ Stunde u. s. w.
Jeder Mitfahrende konnte sich darnach richten, in ein nahes Gasthaus oder
Zelt treten und sich etwas reichen lassen. Die Wagen sind höchst bequem zum
Ein- und Aussteigen eingerichtet, und zwar dadurch, daß die Räder an
den Stations-Stellen in tiefen Geleisen laufen, und so der Wagen mit
dem Erdboden in gleicher Höhe ist; man braucht gar keinen Wagentritt zu
besteigen, sondern setzt den Fuß gleich auf die Erde. Die Wagen sind wie
in breite Kutschen getheilt. Zwei Bänke stehen der Breite nach, einander
gegenüber, und an jeder Seite befindet sich eine geräumige Wagenthür, bei
welcher man bequem hinaus und herein kömmt. Auf der ersten und der zweiten
Klasse sitzen in jeder solchen Wagenabtheilung 8 Personen, auf der dritten
Klasse 10 Personen. -- Die Wagen sind Alle numerirt und Jedermann findet
leicht seinen Platz. -- Eingesperrt ist Niemand.
Durch diese einfachen Einrichtungen ist es möglich, daß man selbst, wenn
der Zug nur zwei Minuten anhält, aussteigen und Bewegung machen, oder sich
mit Lebensmitteln versehen kann, ohne daß ein Gedränge oder eine Verwirrung
statt hat.
Alles dieß fällt bei jenen Eisenbahnwagen weg, welche die unnatürliche
Länge eines Hauses haben, und in deren jeden 60 oder gar 70 Personen
eingepackt, mitunter sogar _eingesperrt_ sind, wo die Thüren von den
Conducteuren geöffnet werden, und dieser nur den Namen der Station
hineinschreit, ohne die Zeit des Aufenthaltes bekannt zu machen. -- Da ist
es wohl keinem Reisenden zu rathen, seinen Posten zu verlassen; denn bis er
sich von einem Ende des Wagens bis an das andere drängt, bis er durch das
enge Pförtchen schlüpft und endlich über die hohen Stufen hinabklettert,
erschallt schon wieder das Horn, und in demselben Augenblicke setzt sich
der Zug in Bewegung, es ist also selbst dieß Blasen kein Zeichen für
die Reisenden, um sich darnach richten zu können; es gehört nur für den
Locomotivführer.
Eben so hat man in diesen Staaten, welche ich heute durchreiset hatte,
nicht die geringste Plackerei mit dem Paßwesen, und mit den noch
unausstehlichern Passirscheinen. Kein lästiger Polizei-Soldat kömmt in den
Wagen und läßt den Reisenden erst aussteigen, nachdem er ihm von A bis Z
Auskunft ertheilt hat. -- Ich möchte wissen, wie viele Tage man auf dieser
Reise zubringen würde, wenn man, wie in andern Staaten, die Pässe so oft
abgeben müßte, die nicht einmal gleich an Ort und Stelle expedirt, sondern
erst auf das Amt getragen werden.
Und solch störende Einrichtungen, man sollte es nicht glauben, haben oft im
Innern eines und desselben Staates statt. -- Man braucht gar nicht erst
vom Auslande zu kommen; -- man muß all diese Scherereien erfahren, wenn man
auch nur von einer Provinz-Hauptstadt in die andere fährt.
In allen Ländern, durch welche ich bisher kam, hatte ich mich nirgends über
dergleichen Sachen zu beklagen; man forderte mir den Paß nur im Gasthofe
der Hauptstadt des Landes ab, wenn ich mehrere Tage daselbst zu verweilen
gedachte. -- Blos in Stockholm fand ich eine etwas sonderbare Einrichtung;
da muß jeder Fremde, und wenn er nur 24 Stunden verweilt einen schwedischen
Paß lösen, und dafür 1 fl. 20 kr. zahlen. Dieß ist, bei Licht betrachtet,
doch nur eine Einführung, um dem Fremden auf eine anständige Art 1 fl.
20 kr. abzunehmen; wahrscheinlich scheut man sich, für das einfache Visiren
der Pässe eine so hohe Bezahlung zu verlangen.
Aufenthalt in Berlin. -- Rückkehr nach Wien.
Ich sah noch nie eine schöner und regelmäßiger gebaute Stadt als Berlin
-- die eigentliche Stadt Berlin; -- höchstens können die vorzüglichsten
Straßen, Plätze und Paläste Kopenhagens einen Vergleich mit ihr aushalten.
Ich konnte mich nur einige Tage da aufhalten, und hatte daher kaum Zeit,
das Merkwürdigste und Interessanteste zu besehen.
In einem ziemlich nahen Umkreise liegen die herrliche königl. Residenz,
die ausgedehnten Gebäude der Bildergallerie und der Museen, der große Dom
u. s. w.
Die _Domkirche_ ist groß und regelmäßig; an jeder Seite des Einganges steht
eine Kapelle, die mit eisernen Gittern umgeben ist. Einige Könige liegen
hier begraben, und alterthümliche Sarkophage decken die Grüfte, die unter
dem Namen der _Königsgräber_ bekannt sind. Unweit davon sieht man ein
schönes, in Erz gegossenes Monument, unter welchem ein Graf Brandenburg
ruht.
Die _katholische Kirche_ ist im Style der Rotonde zu Rom gebaut, nur erhält
sie nicht wie diese das Licht von oben, sondern durch Fenster, die rund
herum im Kreise angebracht sind. Schöne Statuen, und ein einfacher aber
geschmackvoller Altar sind die einzigen Zierden der Kirche. An dem Porticus
sieht man kunstvolle Reliefs.
Die _Werderische Kirche_ stammt aus neuerer Zeit, ist aber ganz im
gothischen Style gehalten. Die Thürme schmücken schöne Bronce-Relief's. Die
Wände im Innern der Kirche sind mit Holztafeln ausgelegt, die bis an die
Gallerien reichen, und färbig eingelegt sind. Sie endigen in gothisches
Schnitzwerk. Die Orgel hat einen klaren, starken Ton. Die Brüstung vor
derselben enthält ein Gemälde, das man auf den ersten Blick eher für eine
Fantasie aus der Göttergeschichte, als für ein Heiligenbild halten würde.
Eine Menge Amoretten schweben zwischen Blumengewinden, und umgeben drei
schöne weibliche Figuren.
Ganz nahe an dieser Kirche stehen das _Münzgebäude_ und die _Bauakademie_.
Ersteres ist mit schönen Bildhauerarbeiten geschmückt, Letzteres ist
von viereckiger Form, mit ziegelrother Farbe angestrichen, ohne alle
Architectur, und gleicht ganz einem ausgezeichnet großen Privat-Gebäude.
Das untere Geschoß ist zu glänzenden Kaufmannsladen verwendet.
In der Nähe der Residenz liegt der Opernplatz, auf welchem außer dem
berühmten Opernhause, auch noch das Zeughaus, die Universität, die
Bibliothek, die Akademie, das Wachthaus, und einige königl. Paläste,
u. s. w. stehen. -- Der Platz selbst ist mit drei Statuen der Generäle:
Graf _Bülov_, Graf _Scharnhorst_ und Fürst _Blücher_ geziert. Alle drei
sind sehr schön gearbeitet; nur gefällt mir ihr Costume nicht, welches aus
ganz gewöhnlichen Tuchmänteln besteht, die, vorne auseinander geschlagen,
einen Theil ihrer Pracht-Uniform erblicken lassen.
Das _Zeughaus_ ist eines der prachtvollsten Gebäude Berlin's; es bildet ein
schönes Viereck. -- Da zu der Zeit, als ich mich in dieser Stadt befand,
einige kleine Ausbesserungen im Zeughause statt fanden, so war es für
den Fremden geschlossen. Ich begnügte mich daher durch die Fenster im
Erdgeschoße zu sehen, wo ich ungeheure Säle erblickte, in welchen ganze
Reihen großer Kanonen aufgepflanzt waren.
Das _Wachthaus_ ist gleich daneben, und gleicht mit seinem Säulenporticus
einem artigen Tempel.
Des _Opernhaus_ bildet ein längliches Viereck, es steht von allen Seiten
frei. Es würde sich ungemein besser ausnehmen, wenn die Eingänge nicht
so jämmerlich aussähen. Jener an der Hauptfaçade gleicht einer engen,
ärmlichen Kirchthüre, er ist schmal, und von dunkler Farbe. Die untern
Eingänge sind noch niedriger, und man vermuthet durchaus nicht, durch
sie in solch ein Pracht-Lokale zu gelangen. -- Die innere Einrichtung des
Theaters ist über alle Beschreibung luxuriös und bequem. Im Parterre
reihen sich höchst bequeme, herrlichst gepolsterte Stühle, die mit breiten,
ebenfalls gepolsterten Lehnen versehen sind, an einander; sie werden
nicht gesperrt, sondern offen gelassen; jeder Stuhl ist mit einer Nummer
bezeichnet. Die Logen sind durch kaum fußhohe Wände geschieden; man sieht
da die elegante Welt wie auf Tribunen sitzen. Die Stühle im Parterre, so
wie die Logen des ersten und des zweiten Ranges, sind mit dunkelrothem
Seidendamast überdeckt. Die königliche Loge ist ein herrlicher Salon,
dessen Boden die feinsten Teppiche bedecken. -- Den Plafond des Theaters
schmücken schöne Oelgemälde, die in zierlich goldenen Rahmen gefaßt sind.
Das größte Meisterwerk aber ist der ungeheure Luster. Er sieht so massiv in
Bronce gearbeitet aus, daß einem ordentlich bangt, diese schwere Masse so
frei in der Luft über den Köpfen der Zuseher schweben zu sehen. Das Ganze
ist aber nur Täuschung, denn er soll aus Pappe zusammengesetzt, und blos
broncirt sein. Eine Unzahl Gasflammen verbreiten das heiterste Licht. --
Nur Eines geht mir bei so schönen und neu erbauten Theatern ab, -- daß
nirgends eine Uhr angebracht ist, -- eine Sache, die man fast in jedem
italienischen Theater findet.
Die übrigen Gebäude und Paläste auf dem Opernplatz zeichnen sich sowohl
durch ihre Größe, als auch durch ihre schöne Bauart aus.
Eine ganz außerordentlich breite, steinerne Brücke mit künstlich
gearbeitetem ehernem Geländer führt über einen kleinen Arm der Spree, und
verbindet den Opernplatz mit jenem, auf welchem die Residenz steht.
Das _königliche Museum_ gehört auch unter die vorzüglichsten Bauten; --
schöne Fresken zieren den hohen Porticus. -- Die _Bildergallerie_ enthält
manches Meisterwerk; und sehr bedauerte ich, für diese Schätze, so wie auch
für die _Antiken_ nicht mehr Zeit gehabt zu haben, -- ich durchflog Beide
in drei Stunden.
An die Akademie schließt sich eine ungemein breite und lange Straße, in
welcher Reihen von Linden stehen, die ihr den Namen _unter den Linden_
gegeben haben. Diese Alleen bilden den freundlichsten Spaziergang nach dem
schönen Brandenburger Thor, vor welchem der Thiergarten liegt. -- Unter
den Straßen, welche in den _Linden_ auslaufen, sind die längsten und
hübschesten die _Friedrichs-_ und _Wilhelmsstraße_. Die _Leipzigerstraße_,
welche zwar nicht hier ausmündet, gehört auch noch unter die
vorzüglichsten.
Auf dem _Gensd'arme-Platz_ zeichnen sich die französische und deutsche
Kirche, jedoch nur durch ihre herrliche Außenseite, durch ihre schönen
hohen Kuppeln, Säulen und Porticus aus; die Kirchen selbst sind klein und
unbedeutend. Auf diesem Platze steht auch das _königliche Schauspielhaus_,
ein geschmackvolles, ausgezeichnet schönes Gebäude, das mit vielem
Säulenwerk, den Musen und andern Statuen geziert ist.
Den Thurm, auf welchem sich der Telegraph befindet, bestieg ich der
Aussicht halber, die man da über die Stadt und deren einförmige, flache
Gegend hat. -- Ein recht höflicher Beamter war so gütig, mir die Zeichen
des Telegraphen zu erklären und erlaubte mir auch, durch die Fernröhre auf
die entfernten Telegraphen zu sehen.
In der Königsstadt, die unweit der königl. Residenz am jenseitigen Ufer der
Spree liegt, ist nicht viel zu sehen. Die Hauptstraße _Königsstraße_, ist
zwar lang, aber schmal und etwas schmutzig. Ueberhaupt herrscht hier ein
mächtiger Abstand gegen die eigentliche Stadt Berlin; die Gassen sind enge,
kurz und mitunter auch winklicht. Die merkwürdigsten Gebäude sind die Post
und ein Theater.
Der Luxus in den Auslagen der Waaren ist hier an einigen Plätzen und
Straßen bedeutend. Manche Spiegelwand und manches Spiegelfenster erinnerte
mich an Hamburgs Pracht, doch steht sie dort noch auf ungleich höherer
Stufe als in Berlin.
An Ausflügen besitzt Berlin nicht viel, da die Umgebung größtentheils flach
und einförmig ist. -- Die einigen interessanten sind der _Thiergarten_,
_Charlottenburg_, und jetzt, seit die Eisenbahnen Alles nahe bringen, auch
_Potsdam_.
Der _Thiergarten_ liegt gleich außerhalb des Brandenburger Thores; er ist
in mehrere Partieen getheilt, deren eine mich ganz an unsern beliebten
Prater erinnerte. -- Schöne Alleen waren voll von Wagen, Reitern und
Fußgängern; zierliche Kaffeehäuser belebten die freundlichen Waldpartieen
und auf den grünen Plätzen schäckerten fröhliche Kinder. -- Ich fand mich
so sehr in meinen lieben Prater versetzt, daß ich mich nur wunderte, keine
bekannten Gesichter zu sehen, keinen herzlichen Gruß zu empfangen. -- Auf
dieser Seite des Thiergartens steht auch das _Krollische Casino_; auch
_Wintergarten_ genannt. -- Ich weiß nicht, wie ich dieß Gebäude nennen
soll; -- es ist ein wahrer Feenpalast. Alles was man sich Kostbares an
Einrichtung, Vergoldung, Malereien, Drapirungen u. s. w. zu denken vermag,
findet sich hier in herrlichen Säälen, Salon's, Tempeln, Galerien, Logen,
u. s. w. vereint. Der Hauptsaal, welcher für 1800 Couverts Raum hat,
erhält sein Licht nicht nur durch große Fenster, sondern auch durch eine
Glasdecke, die sich als Dach darüber wölbt. Ganze Reihen von Säulen stützen
hier Gallerien oder scheiden die kleinern Sääle vom Hauptsaale. In den
Fensternischen, in den Ecken, um die Säulen, überall stehen duftende Blumen
und Gewächse in zierlichen Töpfen und Vasen, welche dieses Lokale im Winter
in einen wahren Zaubergarten umschaffen mögen. Alle Sonntage finden
hier Conzerte und Reunionen statt, zu welchen der Zudrang des Publikums
außerordentlich ist -- trotz dem, daß _nicht geraucht_ werden darf. --
Dieses Lokale soll Raum für 5000 Menschen haben.
Die Seite des Thiergartens, welche sich gegen das Potsdamer Thor zieht,
gleicht mit den beschnittenen Alleen, Blumenbeeten und Terassen, Inseln,
Goldfischteichen u. s. w. einem vollkommenen Ziergarten. Hier besuche man
die Luiseinsel, auf welcher ein schönes Denkmal der Königin Luise zu
sehen ist. -- Auf der Seite des Ziergartens ist das Kaffeehaus _Odeon_ das
vorzüglichste, es kann sich aber in keiner Art mit dem Krollischen Casino
messen. -- Hier stehen auch ganze Reihen der elegantesten Landhäuser,
worunter die meisten im italienischen Style gebaut sind.