6. September.

Erst des Morgens ein Uhr lichteten wir die Anker -- Nach ungefähr fünf

Stunden kamen wir an die kleine Insel _Eken_, die aus lauter Felsen

besteht, und von einer Menge noch kleinerer Inseln und Klippen umgeben

ist. Es ist hier einer der bedeutenderen Landungsplätze des See's. -- Ein

ziemlich großes hölzernes Magazin steht nahe am Ufer, und in dieses werden

die verschiedenen Artikeln von der Umgebung geschafft und an Bord gebracht,

und so umgekehrt. Man sieht hier immer einige Schiffe vor Anker liegen.

Nun mußten wir uns durch ein Heer von Inseln durchwinden, bis wir wieder

den großen See erreichten der außer seiner Größe nicht viel Sehenswerthes

bietet. -- Seine Ufer sind größtentheils kahl und einförmig, und nur hie

und da mit Waldungen oder niederen Hügeln umgeben; selbst der Hintergrund

zeichnet sich durch nichts aus. -- Zu den schönsten Ansichten gehört noch

das ziemlich bedeutende Schloß _Leko_, das auf einem Fels liegt und von

dichten Waldungen umgeben ist. -- Weiterhin erhebt sich der Berg, oder

besser gesagt, Hügel _Kinnekulle_[7], auf welchen jeder Reisende aufmerksam

gemacht wird. Er soll nämlich eine ausgedehnte Aussicht, sowohl auf den

See, als auch tief hinein in das Land gewähren, da sich dem Auge nirgends

ein hoher Punkt störend dazwischen stellt. -- In dem Innern dieses Berges

soll sich eine sehr merkwürdige Grotte befinden. -- Leider kann man, seit

man auf Dampfschiffen fährt, all diese Merkwürdigkeiten nicht mehr besehen.

Man fliegt überall schnell vorüber, und wird bald die größte Reise mit

einigen Worten beschreiben können.

[7]: _Kulle_ heißt in der schwedischen Sprache, der Hügel.

Zu _Bromoe_ befindet sich eine bedeutende Glasfabrik, die ausschließend

Fensterscheiben verfertiget. Wir hielten kurze Zeit an, und nahmen eine

tüchtige Ladung dieses Artikels ein.

Die Fabriksgebäude liegen, nebst einigen andern Häuschen, recht artig auf

kleinen Höhen zwischen reizenden Waldpartieen.

Bei _Sjotorp_ tritt man wieder durch mehrere Schleußen aus dem See in den

Fluß. -- Die Fahrt über den Wennersee rechnet man gewöhnlich auf zehn bis

eilf Stunden.

Der Fluß schlängelt sich anfänglich häufig durch Waldungen, und man kann,

während sich das Schiff mühsam in den Schleußen fortarbeitet, einen Theil

des Weges recht angenehm im Schatten zu Fuße machen. Später öffnen sich

weite Thäler, die jedoch durchaus keine schönen Bilder gewähren.

Reise nach dem skandinavischen Norden und der Insel Island im Jahre 1845. Zweiter Band. · 第 33 / 57 题