Erst des Morgens ein Uhr lichteten wir die Anker -- Nach ungefähr fünf
Stunden kamen wir an die kleine Insel _Eken_, die aus lauter Felsen
besteht, und von einer Menge noch kleinerer Inseln und Klippen umgeben
ist. Es ist hier einer der bedeutenderen Landungsplätze des See's. -- Ein
ziemlich großes hölzernes Magazin steht nahe am Ufer, und in dieses werden
die verschiedenen Artikeln von der Umgebung geschafft und an Bord gebracht,
und so umgekehrt. Man sieht hier immer einige Schiffe vor Anker liegen.
Nun mußten wir uns durch ein Heer von Inseln durchwinden, bis wir wieder
den großen See erreichten der außer seiner Größe nicht viel Sehenswerthes
bietet. -- Seine Ufer sind größtentheils kahl und einförmig, und nur hie
und da mit Waldungen oder niederen Hügeln umgeben; selbst der Hintergrund
zeichnet sich durch nichts aus. -- Zu den schönsten Ansichten gehört noch
das ziemlich bedeutende Schloß _Leko_, das auf einem Fels liegt und von
dichten Waldungen umgeben ist. -- Weiterhin erhebt sich der Berg, oder
besser gesagt, Hügel _Kinnekulle_[7], auf welchen jeder Reisende aufmerksam
gemacht wird. Er soll nämlich eine ausgedehnte Aussicht, sowohl auf den
See, als auch tief hinein in das Land gewähren, da sich dem Auge nirgends
ein hoher Punkt störend dazwischen stellt. -- In dem Innern dieses Berges
soll sich eine sehr merkwürdige Grotte befinden. -- Leider kann man, seit
man auf Dampfschiffen fährt, all diese Merkwürdigkeiten nicht mehr besehen.
Man fliegt überall schnell vorüber, und wird bald die größte Reise mit
einigen Worten beschreiben können.
[7]: _Kulle_ heißt in der schwedischen Sprache, der Hügel.
Zu _Bromoe_ befindet sich eine bedeutende Glasfabrik, die ausschließend
Fensterscheiben verfertiget. Wir hielten kurze Zeit an, und nahmen eine
tüchtige Ladung dieses Artikels ein.
Die Fabriksgebäude liegen, nebst einigen andern Häuschen, recht artig auf
kleinen Höhen zwischen reizenden Waldpartieen.
Bei _Sjotorp_ tritt man wieder durch mehrere Schleußen aus dem See in den
Fluß. -- Die Fahrt über den Wennersee rechnet man gewöhnlich auf zehn bis
eilf Stunden.
Der Fluß schlängelt sich anfänglich häufig durch Waldungen, und man kann,
während sich das Schiff mühsam in den Schleußen fortarbeitet, einen Theil
des Weges recht angenehm im Schatten zu Fuße machen. Später öffnen sich
weite Thäler, die jedoch durchaus keine schönen Bilder gewähren.