5. September.

Als wir noch gestern spät in der Nacht Wennersborg verließen, und uns

auf dem See herumtrieben, erhob sich ein widriger Wind, oder vielmehr ein

kleiner Sturm, der zwar für ein gutes Fahrzeug nichts zu bedeuten gehabt

hätte, dem aber das unsrige doch nicht gewachsen war. Vergebens mühte sich

der arme Kapitain die ganze Nacht hindurch ab, das Fahrzeug über den See

zu bringen, -- er mußte seinem Versuche entsagen, wieder zurückkehren, und

irgend an einer Stelle Anker werfen. -- Wir verloren bei dieser Gelegenheit

unser Hilfsboot; eine mächtige Welle schlug über das Schiff und riß es

mit sich fort; wahrscheinlich war es so gut befestiget gewesen, als unsere

Kisten und Koffer.

Obwohl es erst neun Uhr Morgens war, erklärte der Kapitain dennoch, während

des Tages nicht weiter fahren zu können; nur wenn es gut ginge, wäre er im

Stande die Reise gegen Mitternacht fortzusetzen. -- Glücklicherweise wagte

sich ein Fischerboot heran, und einige von uns ließen sich ans Land setzen.

Auch ich that dieß und benützte diesen Zufall, einige Bauernhütten zu

besuchen, die unfern des Sees am Saume eines Waldes lagen. Ich fand sie

zwar auch ärmlich, aber doch aus zwei Gemächern bestehend, die einige

Betten und andere Geräthschaften enthielten; auch die Leute waren etwas

besser gekleidet als jene in Norwegen. Selbst die Kost der Leute war nicht

so übel; sie kochten aus grobem schwarzen Mehle ein dickes Muß, das dann

mit süßer Milch verspeiset wurde.

Reise nach dem skandinavischen Norden und der Insel Island im Jahre 1845. Zweiter Band. · 第 32 / 57 题