machen, _pflanzen_ (Spr.)[1420]

mächtig, _grandich_ (-dig)[1421]

machtlos, _nobis grandich_[1422]

Mädchen, _Model_[1423], _Tschai_[1424]

" , fahrendes, _jenische Model_[1425]

Magd, _Scheneglere_[1426]

[Fußnote 1417: ([452] auf S. 64.333) Bestätigt ist dies auch schon von

_Liebich_, S. 86; vgl. ebds. (im Vokab.) S. 147 u. 220.]

[Fußnote 1418: ([453] auf S. 64.333) S. Aas.]

[Fußnote 1419: ([454] auf S. 64.333) S. belügen. — Das Zeitw. _kohlen_

= lügen fehlt hier wohl nur aus Versehen.]

[Fußnote 1420: ([455] auf S. 64.333) S. anbrennen.]

[Fußnote 1421: ([456] auf S. 64.333) S. Adler.]

[Fußnote 1422: ([457] auf S. 64.333) S. (betr. _nobis_) Dietrich.]

[Fußnote 1423: ([458] auf S. 64.333) S. Beischläferin.]

[Fußnote 1424: ([459] auf S. 64.333) _Zu vgl._ dazu (aus dem _verw.

Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91 u. 101 (_Tschai_ = Weib;

_Grünt'schaj_ = Ehefrau); _Schwäb. Händlerspr._ (U. 214: _Tschoj_ [od.

Tschigi] = Mädchen). Über weitere rotw. Belege sowie die _Etymologie_

(aus der _Zigeunersprache_ [vgl. »Einleitung«, S. 30 u. 31]) s. Näheres

in _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S. 366 u. Anm. 2 u. »Anthropophyteia«, Bd.

IX, S. 19 (unter »Guidillerschey«) u. dazu noch _Fischer_, Schwäb. W.-B.

II, S. 431, 432 (unter »Tschoj« u. »Tschigi«) vbd. mit _Finck_, S. 90

(_tšai_ = Mädchen, Tochter). Nach _Jühling_, S. 227 ist _Tschai_ nur

als Anrede bei den Zigeunern untereinander gebräuchlich; vgl. oben unter

»Frau« betr. _Romni_.]

[Fußnote 1425: ([460] auf S. 64.333) S. (betr. _jenisch_) Bachstelze;

vgl. »Vorbemerkung«, S. 4, 5, Anm. 6 ff.]

[Fußnote 1426: ([461] auf S. 64.333) S. abschaffen.]

Mahl, Mahlzeit, _Achilerei_[1427], _Bikerei_ od. _Bikus_, [64.334]

_Butterei_[1428]

Mähre (Pferd), _Trabert_[1429]

Malz, _g'funktes Gib_ (d. h. »gebranntes Getreide«)[1430]

Mangel, _Dercherich_ (subst. Adj.)[1431]

Mann, _Kaffer_ (plur.: _Käffer_ [Spr.])[1432]

Männerrock, _Gadschomalfes_[1433] _Kaffermalfes_

männliches Glied, _Betzam_ (Bezem)[1434], _Dietz_, _Gari_ (od.

Garo)[1435], _Schure_[1436]

Mannskleid, _Kafferskluft_[1437]

Mannskleider, _Kaffersklufterei_[1437]

Mannesschwester, _Kaffersglied_[1438]

Mark (das), _Schmunk_[1439]

Mark (die), _Bet_[1440], _Flachs_ od. _Flächsle_[1441], _Räp(p)le_[1442] [64.335]

od. _Schuk_[1443]

[Fußnote 1427: ([462] auf S. 64.334) S. essen.]

[Fußnote 1428: ([463] auf S. 64.334) S. (zu allen drei Ausdr.)

Abendessen.]

[Fußnote 1429: ([464] auf S. 64.334) S. Füllen.]

[Fußnote 1430: ([465] auf S. 64.334) S. abbrennen u. Frucht. — Betr.

die Übereinstimmg. mit der Zigeunerspr. (vgl. »Vorbemerkung«, S. 17) s.

_Liebich_, S. 130 u. 220: _chadschēdo gib_ (d. h. »gebranntes

Getreide«) = Malz, wozu noch zu betonen, daß nach _Finck_, S. 59 das

zigeun. _gīw̱_ (= gib) u. a. auch _spezieller_ für »Gerste«

gebraucht wird (vgl. oben unter »Frucht«).]

[Fußnote 1431: ([466] auf S. 64.334) S. abbetteln; vgl. »Vorbemerkung«,

S. 15, Anm. 38.]

[Fußnote 1432: ([467] auf S. 64.334) S. Bauer.]

[Fußnote 1433: ([468] auf S. 64.334) S. Kerl u. Frauenrock.]

[Fußnote 1434: ([469] auf S. 64.334) S. Ei.]

[Fußnote 1435: ([470] auf S. 64.334) S. (zu beiden Ausdr.) Glied

(männliches).]

[Fußnote 1436: ([471] auf S. 64.334) S. abbiegen.]

[Fußnote 1437: ([472] auf S. 64.334) S. (betr. _Kluft[erei]_)

ankleiden.]

[Fußnote 1438: ([473] auf S. 64.334) S. (betr. _Glied_) Bruder.]

[Fußnote 1439: ([474] auf S. 64.334) S. Bratkartoffeln.]

[Fußnote 1440: ([475] auf S. 64.334) _Zu vgl._ zu dieser Vokabel (aus

dem _verw. Quellenkr._): nur _W.-B. des Konst. Hans_ 254, 259 (_Beta_ =

Jahrmarkt, Markt, _grandig beta_ = Messe). Danach würde es sich offenbar

bei der Bedeutung »Mark« (als Geldstück) um eine Begriffsübertragung auf

Grund des (fast völligen) Gleichklangs der _deutschen_ Wörter »Markt« u.

»Mark« handeln, wie sie auch bei dem (auch rotw.) _Schuk_ (s. unten Anm.

1443) vorgenommen worden. Nach _Wittich_ (»Einleitung«, S. 29) soll

_Bet_ = Mark _zigeunerischen_ Ursprungs sein, ich finde aber in den

zigeun. Vokabularien (außer bei _Jühling_, S. 220: _Beti_ [Bete] = Mark)

nichts Ähnliches angeführt.]

[Fußnote 1441: ([476] auf S. 64.334) Die Vokabel ist u. a. bekannt auch

in der _schwäb. Händlerspr._, S. 484 (_Flachs_, _Flächsle_ [in

_Pfedelb._ (210) auch _Flucks_ od. _Flux_] = Mark). Über sonstige Belege

(aus dem Rotw. u. der Kundenspr.) sowie zur _Erklärung_ des Ausdrucks s.

das Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 245 u. Anm. 6. _Fischer_, Schwäb.

W.-B. II, Sp. 1553 schweigt über die Deutung.]

[Fußnote 1442: ([477] auf S. 64.334) S. dazu die Verbdgn. _drei

Räp(p)le_ = Taler. _Räpple_ = Mark ist auch der _schwäb. Händlerspr._ in

U. (214) bekannt. Zur _Etymologie_ (Dimin. von _Rappen_) s. d. Näh. in

_Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 302 u. Anm. 5 vbd. mit S. 305, Anm. 3 u. dazu

noch _Weigand_, W.-B. II, Sp. 528 (unter »Rappen«), wo bemerkt ist, daß

das Wort nach _E. Schröder_ »ursprünglich eine spöttische Bezeichnung

der schlechten Pfennige« gewesen, »die der Herr _von Rappoltstein_ bei

Kolmar 1291 unbefugterweise prägte«; vgl. Schweiz. Idiot. VI, Sp. 1178.]

Maske, _ni(e)sicher_, _nillicher_ od. _muschicher Giel_[1444]

Mastochse, _Schmunkhornikel_ (eigtl. »Fettochse«)[1445]

Mastpulver, _Kuiete_ (Das Wort wird auch für Pulver jeder Art gebraucht;

vgl. Pulver, Schießpulver)[1446]

Maßkrug, _Blambnolle_ (eigtl. = »Bierkrug«)[1447]

Mätresse, _Lubne_[1448], _schofle Model_[1449]

Maul, _Giel_[1450] (halt's Maul, _schupf[1451] de Giel_ [od. _schupf

dich_])

Meer, _grandich Flu(h)te_[1452]

Meergras, _Flu(h)tekupfer_[1453]

[Fußnote 1443: ([478] auf S. 64.335) _Zu vgl._ (aus dem _verw.

Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 (_Schuk_ = Mark);

_Schwäb. Händlerspr._ 484 (ebenso); s. auch _Metzer Jenisch_ 216

(_Schockum_ = Mark). _Etymologie._ Hier liegt (gleichwie wohl auch bei

_Bet_ [s. Anm. 1440]) zweifelsohne eine auf Grund der Ähnlichkeit von

»Markt« und »Mark« vorgenommene Begriffsübertragung, nämlich von dem

hebr. _schûq_ = »Straße, Markt, Jahrmarkt«, vor. S. Näh. hierzu sowie

über die Belege für _Schock_ (Geschock, G'schuk) u. ä. = (Jahr-)Markt im

Rotw. u. (das seltenere) _Schuk_ (od. Schock) = Mark in der neueren

Gaun.- u. Kundenspr. in _Groß'_ Archiv, Bd. 33, S. 283/84 u. Anm. 5 vbd.

m. Bd. 59, S. 285; vgl. auch noch _Fischer_, Schwäb. W. B. III, Sp. 490

(unter »G[e]schock«).]

[Fußnote 1444: ([479] auf S. 64.335) S. aberwitzig u. Affengesicht.]

[Fußnote 1445: ([480] auf S. 64.335) S. Bratkartoffeln u. Bulle.]

[Fußnote 1446: ([481] auf S. 64.335) Mit _Kuiete_ = Pulver ist

zusammengesetzt _Kuieterolle_ u. _-roller_ = Pulvermühle, -müller. Das

Wort, das m. W. im Rotw. usw. _nicht_ vorkommt, stammt wohl aus der

_Zigeunersprache_ (s. »Einleitung«, S. 30); vgl. Näh. bei _Pott_ II, S.

159 (unter »Churdo« [Adj. = klein, zerbröckelt]), _Liebich_, S. 230

(_gurdi_ = Pulver [Schießpulver]) vbd. mit S. 131, 206, 242 (_churdin_ =

Spreu, Häcksel), _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 26, S. 223 (unter

»churdo«: bei den _deutsch._ Zig.: _churdin_ [Bedtg. wie bei _Liebich_],

bei den _böhm._ Zigeun.: _churdo_ = klein, mürbe, bei den span.:

_churdi_ = Pulver; _Etym._ wohl zu altind. _khud_ = brechen), _Jühling_,

S. 221 (_Chuiärti_ = Pulver) u. _Finck_, S. 69 (_xúrdi[n]_, Bedtg. wie

bei _Liebich_).]

[Fußnote 1447: ([482] auf S. 64.335) S. Bierglas u. Fleischhafen.]

[Fußnote 1448: ([483] auf S. 64.335) S. Beischläferin.]

[Fußnote 1449: ([484] auf S. 64.335) S. arg u. Beischläferin.]

[Fußnote 1450: ([485] auf S. 64.335) S. Affengesicht.]

[Fußnote 1451: ([486] auf S. 64.335) S. aufhören.]

[Fußnote 1452: ([487] auf S. 64.335) S. Adler u. abbrühen; vgl.

Bischof.]

[Fußnote 1453: ([488] auf S. 64.335) S. (betr. _Kupfer_) Frucht.]

Meerschweinchen, _Flu(h)tegroanikele_[1454] [64.336]

Mehl, _Staubert_[1455]

Mehlbeere, _Staubertsäftling_[1456]

Mehlbeerbaum, _Staubertsäftlingstöber_[1457]

Mehlschüssel, _Staubertschottel_[1458]

Mehlsack, _Staubertrande_[1459]

mehr, _grandich_[1460]

mehrfach, _grandicher_

Meilenstein (Meilenzeiger), _Stradehertling_[1461] od. _Stradekies_ (d.

h. »Straßenstein«)[1462]; vgl. Kilometerstein

Melkfaß, _Gleisnolle_ (d. h. eigtl. »Milchnapf«)[1463]

Melkgefäß, _Gleisschottel_ (d. h. eigtl. »Milchschüssel«)[1464]

Menge, _grandich Ulma_ (d. h. »[sehr] viele Leute«)[1465]

[Fußnote 1454: ([489] auf S. 64.336) S. Eber.]

[Fußnote 1455: ([490] auf S. 64.336) S. hierzu die _Zusammensetzgn._:

_Staubertsäftling_ = Mehlbeere (_-stöber_ = Mehlbeerbaum),

_Staubertschottel_ = Mehlschüssel, _Staubertrande_ = Mehlsack. _Zu vgl._

(aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Staupert_ =

Mehl); _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (ebenso); _Schwäb. Händlerspr._ (in

_Pfedelb._ [211]: _Staubert_ u. _Staub_, in _Lütz._ [215]: _Staubert_).

Die einfachere Form _Staub_ = Mehl kennt auch die _schwäb. Gaun.- u.

Kundenspr._ 72, die _Händlerspr._ 484 (abgesehen von _Lützenhardt_)

sowie das _Pleißlen der Killertaler_ 436. Über weitere Belege des sehr

alten rotw. (schon im _Lib. Vagat._ 55 in der Form _Stupart_

vorkommenden) Wortes, das natürlich zu unserem gemeinspr. Staub gehört,

s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 77 (unter »Stöber«).]

[Fußnote 1456: ([491] auf S. 64.336) S. (betr. _Säftling_) Ananas.]

[Fußnote 1457: ([492] auf S. 64.336) S. Apfelbaum. — Bemerkt sei hierzu

beiläufig, daß der Mehlbeerbaum (zig. _jarriéngĕro rukk_, zu

_jár[r]o_ = Mehl [s. _Liebich_, S. 140 u. 221]) bei den Zigeunern für

_heilig_ gilt, weshalb die Mehlbeere u. a. auch _deweléngēro

brōl_, d. i. »Götterbirne«, heißt (_Liebich_, S. 38 u. 221).]

[Fußnote 1458: ([493] auf S. 64.336) S. Aschenbecher.]

[Fußnote 1459: ([494] auf S. 64.336) S. Bauch.]

[Fußnote 1460: ([495] auf S. 64.336) S. Adler.]

[Fußnote 1461: ([496] auf S. 64.336) S. Chaussee u. Gestein.]

[Fußnote 1462: ([497] auf S. 64.336) S. (betr. _Kies_) Apfelkern. —

Auch bei den Zigeunern wird der Meilenstein wohl bezeichnet als

_troméskĕro parr_ (d. h. »Wegstein«) od. auch als _tschiréskĕro

parr_ (d. h. »Zeitstein«); s. _Liebich_, S. 162 u. 221.]

[Fußnote 1463: ([498] auf S. 64.336) S. abgerahmte Milch u.

Fleischhafen. — Dieselbe Ausdrucksweise kennen die Zigeuner; s.

_Liebich_, S. 221 vbd. m. S. 162 (_thīteskĕri pīri_, d. h.

eigtl. »_Milch_napf«, = Melkfaß).]

[Fußnote 1464: ([499] auf S. 64.336) S. (betr. _Schottel_) Aschenbecher.

— Auch hiermit fast übereinstimmend das Zigeunerische; s. _Liebich_, S.

221 u. 162 (_thīteskĕri turdli[n]_, d. h. eigtl. »_Milch_faß«, =

Melkgefäß).]

[Fußnote 1465: ([500] auf S. 64.336) S. Adler u. arme Leute; vgl. auch

Bischof. — Die Zigeuner sagen für »Menge« _bīt kettenè_, d. h.

»viele zusammen«; s. _Liebich_, S. 221.]

merken, _gneisen_[1466] [64.337]

Messer, _Scharfling_ (od. Scharpfleng)[1467], _Tschure_[1468], auch

öfter _Hertling_[1469]

Messerklinge, Messerschneide, _Lomel_[1470]

Messerschmied, _Scharfling-_ (od. Scharpfleng-)_pflanzer_[1471]

Methodist, _Blibelkaffer_[1472]; femin.: _Blibelmos(s)_[1473], plur.:

_Blibelulme_[1474]

Methodistenhaus, _Blibelkitt_[1475]

Metzelsuppe, _Kaflereischnall_[1476]

Metzger, _Kafler_[1476]

Metzgershaus, _Kaflerskitt_[1476][1475]

[Fußnote 1466: ([501] auf S. 64.337) S. erkennen.]

[Fußnote 1467: ([502] auf S. 64.337) S. Dolch.]

[Fußnote 1468: ([503] auf S. 64.337) _Zu vgl._ dazu (aus dem _verw.

Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Tschuri_ = Messer); _Pfulld.

J.-W.-B._ 342, 345 (ebenso [u. dazu _Tschuripflanzer_ = Messerschmied];

Nebenformen: _Schury_ [= Scheermesser; Syn.; _Flader-Schury_] od.

_Schuri_ [= Stilett]). Zur _Etymologie_: Es handelt sich hier _nicht_

etwa bloß um eine etwas veränderte Schreibung des (ja allerdings in

_Wittichs_ Jenisch sehr speziell verwendeten) Wortes _Schure_, sondern

um eine Entlehnung aus der _Zigeunersprache_ (vgl. »Einleitung«, S. 31).

S. darüber die näh. Angaben (einschl. weiterer Belege im Rotw.) in

_Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 22 u. Anm. 1 (unter »Tschuripflanzer«) u.

dazu noch _Finck_, S. 93 (_tšuri[n]_ = Messer). Nach _Miklosich_,

Denkschriften, Bd. 26, S. 197 (unter _čurī_) läßt sich die Vokabel

bis ins Altindische (_čhurī_ od. _kšurī_) zurückverfolgen.]

[Fußnote 1469: ([504] auf S. 64.337) S. Gestein.]

[Fußnote 1470: ([505] auf S. 64.337) S. Klinge.]

[Fußnote 1471: ([506] auf S. 64.337) S. (betr. _-planzer_) anbrennen.]

[Fußnote 1472: ([507] auf S. 64.337) S. anbeten u. Bauer.]

[Fußnote 1473: ([508] auf S. 64.337) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.]

[Fußnote 1474: ([509] auf S. 64.337) S. arme Leute.]

[Fußnote 1475: ([510] auf S. 64.337) S. Abort.]

[Fußnote 1476: ([511] auf S. 64.337) S. (betr. _Kaflerei_ u. ä.)

Fleischer. — Mit _Schnall_ = Suppe sind ferner noch _zusammengesetzt_:

_Gleisschnall_ = Milchsuppe (Dimin.: _Gleisschnälle_ = Milchsüppchen

[Spr.]), _Hegesleschnall_ = Spätzlessuppe (Spr.) u. _Rondlingschnall_ =

Wurstsuppe. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._

345, 347 (_Schnallen_ = Suppe, _Gleisschnalla_ = Milchsuppe); _Schwäb.

Gaun.- u. Kundenspr._ 76, 77 (_Schnalle_ = Suppe, _Wasserschnalle_ =

Wassersuppe); _Schwäb. Händlerspr._ 480, 487 (_Schnall_ = Suppe,

_Wasserschnall_ = Brotsuppe; vgl. auch [484] _Gräbeschnalle_ =

Fallobst); s. auch noch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Schnell_ od.

_Schneltse_ = Suppe); auch im sonst. Rotw. bekannt in versch. Formen (s.

z. B schon im _Basl. Gloss._ v. 1733 [202]: _Schnallen_, im 19. Jahrh.

[seit _Pfister_ bei _Christensen_ [329]) öfter auch _Schnelle_). Zur

_Etymologie_ (vom mundartl. _schnallen_ = »geräuschvoll schlürfen«

[_Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. 574 u. _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1163

unter »Schnalle«, Nr. 7, 6 u. Sp. 1164 unter »schnallen«, Nr. 2] s.

_Weber-Günther_, S. 180; vgl. auch Wiss. Beih. zur Z. der Allg. Deutsch.

Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 186.]

Miene (Gesicht), _Giel_ (eigtl. »Mund, Maul«)[1477] [64.338]

Milch, _Gleis_[1478]

Milchbrötchen, _Gleiskechelte_ (Spr.)[1479]

Milchglas, _Gleisglansert_[1480]

Milchnapf (-hafen, -topf), _Gleisnolle_[1481]

Milchschüssel, _Gleisschottel_[1482]

Milchsuppe, _Gleisschnall_, (Dimin.: _Gleisschnälle_ = Milchsüppchen

[Spr.])[1476]

Militär, _Lanengere_ (d. h. Soldaten)[1483]

Mist, _Fuhl_[1484], _Schund_[1485]

Mistgabel, _Fuhlstichling_, _Schundfurschet_[1486]

Mistkäfer, _Schundflederling_ (d. h. eigtl. »Dreckvogel«)[1487]

Mißjahr, _nobis dofs Ja(h)ne_ (d. h. »kein gutes Jahr«)[1488]

[Fußnote 1477: ([512] auf S. 64.338) S. Affengesicht.]

[Fußnote 1478: ([513] auf S. 64.338) S. abgerahmte Milch.]

[Fußnote 1479: ([514] auf S. 64.338) _Zu_ _Kechelte_ = Brötchen (Semmel,

Weck) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91, 95

(_gehechelter Lechem_, _Lehm_ od. _Marum_ = weißes Brot, _Gehechelter_ =

Kuchen); _W.-B. des Konst. Hans_ 258 (_Kächelterleam_ = Weißbrot);

_Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Kächelterma¶n¶o_ [sic] = Bäckerbrot); _Schwäb.

Händlerspr._ 488 (_Kĕchelte_ [in _Pfedelb._ (214): _Ghechelter_] =

Weck, Semmel). Über weitere Belege im Rotw. (wo das Wort zum Teil arg

verunstaltet worden] sowie in sonst. Geheimspr. (s. z. B. _Frickhöfer

Sprache_ 442 [_Geh[^æ]chelter_ = Brötchen]) s. Näh. bei _Weber-Günther_,

S. 189; ebds. auch über die _Etymologie_ des Ausdrucks, über die hier

folgendes bemerkt sei. _Kechelte(r)_ ist die schlechte (mundartl.)

Aussprache von _Gehechelte(r)_ u. dieses ein substantiviertes Partizip,

bei dem eigentl. _Lechem_ (= Brot) od. dergl. zu ergänzen ist (s. _W.-B.

v. St. Georgen_ 1750 [219: _gehechelter Legum_ od. _Löben_ = Weißbrot]

sowie die oben angeführten älteren schwäb. Quellen). Zu denken ist aber

dabei (nach _Pott_ II, S. 24) »an die Beutelung des Mehls, die sich

entfernt mit der Aushechelung des _Flachses_ vergleichen läßt«, wie denn

_hecheln_ im allgemeinen Sinne (etwa von »schön machen«) früher auch

sonst gebraucht worden, so z. B. sogar in der Verbindg. _gehechelter

Wein_ für einen solchen, der irgendwie künstlich behandelt war. S.

_Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 190 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. IV, 1,

Sp. 2335; vgl. auch _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1041.]

[Fußnote 1480: ([515] auf S. 64.338) S. (betr. _Glansert_) Bierglas.]

[Fußnote 1481: ([516] auf S. 64.338) S. Fleischhafen.]

[Fußnote 1482: ([517] auf S. 64.338) S. Aschenbecher.]

[Fußnote 1483: ([518] auf S. 64.338) S. Hauptmann.]

[Fußnote 1484: ([519] auf S. 64.338) S. Abort.]

[Fußnote 1485: ([520] auf S. 64.338) S. abgerahmte Milch.]

[Fußnote 1486: ([521] auf S. 64.338) S. (betr. _Stichling_ u.

_Furschet_) Gabel.]

[Fußnote 1487: ([522] auf S. 64.338) S. (betr. _Flederling_) Adler.]

[Fußnote 1488: ([523] auf S. 64.338) S. Dietrich, angenehm u.

alljährlich — Auch die Zigeuner haben die sachlich gleiche Umschreibung

(_kek ladscho bersch_) für »Mißjahr«; s. _Liebich_, S. 222.]

mitbringen, _mitbukle_[1489] [64.339]

Mitternacht, _Leile_, _Ratte_ (d. h. Nacht)[1490]

Möhren, _Galgennägel_[1491]

Monat, _Frosch_, plur. _Frösche_[1492]

Mond, _Leileschein_ (d. h. »Nachtlicht«)[1493]

Montur, _Lanengerkluft_ (d. h. »Soldatenanzug, -kleidung«)[1494]

morden, _deisen_[1495]

Mörder, _Deiser_; vgl. auch Totschläger

Most, _Grabagautschert_[1496]

[Fußnote 1489: ([524] auf S. 64.339) S. abtragen.]

[Fußnote 1490: ([525] auf S. 64.339) S. (zu beiden Ausdr.) Abend.]

[Fußnote 1491: ([526] auf S. 64.339) Diese eigenartige Metapher ist auch

bekannt der _schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 (Bedtg.: Rüben) sowie der

_schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [210], Bedtg.: gelbe Rüben). Sie

ist ferner sonst im neueren Rotw. (schon seit _Pfister_ bei

_Christensen_ 1814 [320] u. noch bei _Rabben_ 53) u. in der Kundenspr.

(s. _Ostwald_ [Ku.] 55) beliebt, desgl. auch bei den Soldaten. S.

_Günther_, Rotwelsch, S. 15 u. in d. Wiss. Beih. zur Z. d. Allg.

Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 189; _Fischer_, Schwäb.

W.-B. III, Sp. 29, Nr. 3; _Horn_, Soldatensprache, S. 91; vgl. i. allg.

auch noch _Grimm_, D. W.-B. IV, 1, 1, Sp. 1176.]

[Fußnote 1492: ([527] auf S. 64.339) _Zu vgl._ hierzu (aus dem _verw.

Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Frosch_ od.

_Fröschchen_ = Monat) u. _Schwäb. Händlerspr._ 484 (_Frösch_ = Monate).

Nach der letzteren Stelle dürfte der sonderbare Ausdruck besonders für

die Angabe der Dauer einer Freiheitsstrafe gebraucht werden, wie dies —

nach _Ostwald_ (Ku.) 53 (6 _Frösch_ = 6 Monate Gefängnis) — auch in der

allgemeinen Kundenspr. üblich zu sein scheint. Die Entstehung bleibt

dunkel; auch bei _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1791, Nr. 8 ist

darüber keine Erklärung gegeben.]

[Fußnote 1493: ([528] auf S. 64.339) S. Abend u. alltäglich. — Bei den

Zigeunern heißt der Mond — ähnlich — die »Nachtsonne«, _rattiskĕro

kamm_ (s. _Liebich_, S. 141 u. 223).]

[Fußnote 1494: ([529] auf S. 64.339) S. Hauptmann u. ankleiden. —

Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunersprache (s. Näh. bei

_Liebich_, S. 223).]

[Fußnote 1495: ([530] auf S. 64.339) S. ermorden.]

[Fußnote 1496: ([531] auf S. 64.339) Zu _Grab¶a¶gautschert_ od.

_Grab¶e¶gautschert_ = Most (u. s. _Zus._ _Gr.-glansert_, _Gr.-nolle_ =

Mostglas, Mostkrug) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.-

u. Kundenspr._ 72 (_Grabbengautscher_) u. _Schwäb. Händlerspr._ 488

(_Grabbegautschert_ [in _Pfedelb._ (211): _-scher_]); s. auch _Pleißlen

der Killertaler_ 436 (_Rappegautscher_); wieder anders, nämlich

_Krabberkautscher_ bei _Ostwald_ (Ku.) 87. Zur _Etymologie_: Da

_gautschen_ in der schwäb. Mundart allgemein gebräuchlich ist für

»schaukeln, (sich) _schaukelnd_ hin- und herbewegen, wiegen, schwanken«

(s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 109), so erscheint es sehr

verführerisch, den ersten Bestandteil in _Grabegautschert_ u. ä. mit

unserem »Graben« in einen Zusammenhang zu bringen, weil ja der Most den

Zecher leicht in den Graben wirft; jedoch hat der Ausdruck damit nichts

zu tun, er soll vielmehr (wie die Form _Rappegautscher_ bei den

_Killertalern_ am deutlichsten erkennen läßt) herzuleiten sein von

_Rapp_ od. _Krapp_ (Krabb, Grab) = Rabe, Krähe (s. _Fischer_, Schwäb.

W.-B. IV, Sp. 690/91 unter »Krapp[e]«) und würde demnach (weil die Raben

häufig auf den Obstbäumen sitzen) soviel bedeuten wie »das Ergebnis des

›Gautschens‹ der Raben auf den Obstbäumen«, d. i. Obst, Obstmost, Most

(nach gefl. Mittlg. von Prof. Dr. _O. Meisinger_ in Karlsruhe); vgl.

auch Wiss. Beih. zur Zeitschr. des Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe,

Heft 36, S. 187 u. Anm. 1. — _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 691

(unter »Krappe[n]gautscher«) weist noch (für die allgemeinere Bedeutg.

»saurer Wein«) hin auf den Anklang an »Rachenputzer«; vgl. ebds. V, Sp.

139.]

Mostglas, _Grabegautschertglansert_[1497] [64.340]

Mostkrug, _Grabegautschertnolle_[1498]

müde s. schläfrig

Mühle, _Rolle_[1499]

Mühlstein, _Rollerhertling_[1500], _Rollerkies_[1501]

Müller, _Roller_; Müllerin, _Rollerin_[1500]

Mund, _Giel_[1502]

Münzarbeiter, _Bichschenegler_[1503], _Kies-_ od. _Lobepflanzer_ (diese

beiden eigtl. = »Geldmacher«)[1504]

Münze (= Geldstück), _Bich_[1503], _Gore_[1505], _Kies_, _Lobe_[1504]

Münze (= Münzwerkstätte), _Bichpflanzerskitt_ (d. h.

»Geldmacherhaus«)[1506] od. _grandiche Lobekitt_ (d. h. »großes

Geldhaus«)[1507]

Münzmeister, _Bichsins_[1508]; vgl. Bankier.

Musik, _Nikelei_[1509]

[Fußnote 1497: ([532] auf S. 64.340) S. Bierglas.]

[Fußnote 1498: ([533] auf S. 64.340) S. Fleischhafen.]

[Fußnote 1499: ([534] auf S. 64.340) Mit _Rolle_ sind _zusammengesetzt_:

a) _im Anfang_: _Rollehertling_ oder _-kies_ = Mühlstein; b) _am Ende_:

_Kuieterolle_ = Pulvermühle u. _Flu(h)terolle_ = Wassermühle.

_Ableitg._: _Roller_ = Müller (dazu _Kuieteroller_ = Pulvermüller),

fem.: _Rollerin_. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld.

J.-W.-B._ 342 (_Roll_ = Mühle, _Roller_ = Müller); _Schwäb. Händlerspr._

484 (ebenso). Über weitere Belege der schon früh im Rotw.

weitverbreiteten Vokabeln sowie die _Etymologie_ s. das Näh. in _Groß'_

Archiv, Bd. 42, S. 65 u. Anm. 2 u. S. 66.]

[Fußnote 1500: ([535] auf S. 64.340) S. Gestein.]

[Fußnote 1501: ([536] auf S. 64.340) S. Apfelkern.]

[Fußnote 1502: ([537] auf S. 64.340) S. Affengesicht.]

[Fußnote 1503: ([538] auf S. 64.340) S. Almosen u. abschaffen.]

[Fußnote 1504: ([539] auf S. 64.340) S. (betr. _Kies_) Bankier, (betr.

_Lobe_) Bank u. (betr. _-pflanzer_) anbrennen. Nicht erwähnt ist hier

_Bichpflanzer_ als Synon., auf dessen Vorkommen jedoch aus der _Zus._

_Bichpflanzerskitt_ = Münze (Münzwerkstätte) zu schließen ist; vgl. auch

_nobis dofer Bichpflanzer_ (_Kies-_ od. _Lobepflanzer_) = Falschmünzer.]

[Fußnote 1505: ([540] auf S. 64.340) S. Barschaft.]

[Fußnote 1506: ([541] auf S. 64.340) S. (betr. _Kitt_) Abort.]

[Fußnote 1507: ([542] auf S. 64.340) S. (betr. _grandich_) Adler.]

[Fußnote 1508: ([543] auf S. 64.340) S. (betr. _Sins_) Amtmann.]

[Fußnote 1509: ([544] auf S. 64.340) S. aufspielen.]

Musikant, _Nikler_ [64.341]

musizieren, _nikle_

Muskete (Gewehr), _Klass_[1510]

Mutter, _Mamere_[1511]

Mutterbruder (od. -Schwester), _Mameresglied_[1512]

Mutterschwein, _Mameregroenikel_[1513]

Mütze, _Oberman(n)_[1514]

Mützenmacher, _Oberman(n)pflanzer_[1515]

N.

nachbeten, _nachblible_[1516]

nachfahren, _nachruadle_[1517]

nachfallen, _nachbohle_[1518]

nachfolgen, _nachbosten_[1519]

Nachkommen (die), _Galma_, _Schrawiner_[1520]

nachschießen, _nachschnelle_[1521]

Nachschlüssel, _nobes dofer Glitschin_[1522]

nachschreiben, _nachfebere_[1523]

nachsehen, _nachlinzen_[1524]

nachsingen, _nachschalle_[1525]

nachsprechen, _nachdiberen_[1526], _nachschmusen_[1527]

Nacht, _Leile_, _Ratte_[1528]

Nachtarbeit, _Leileschenagel_[1529]

[Fußnote 1510: ([545] auf S. 64.341) S. Büchse.]

Die jenische Sprache · 第 26 / 36 段