[Fußnote 183: ([33] auf S. 63.109) Über _Funk_ = Feuer s. abbrennen. Das

Zeitw. _pflanzen_ (Grundbedeutg.: machen [daher: _aufpflanzen_ =

aufmachen (Spr.)], verfertigen) versieht in Verbindg. mit anderen

Wörtern die Rolle eines Aushilfsbegriffs in vielen Fällen, wo im

Jenischen keine besonderen Bezeichnungen vorhanden sind (vgl. darüber

schon die »Einleitg.« S. 24 sowie m. »Vorbemerkg.«, S. 16, Anm. 40), so

z. B. in den Redensarten _grandiche pflanzen_ (d. h. eigtl. »den Großen

machen« oder »spielen«) = hoffärtig (aufgeblasen, stolz, übermütig) sein

(dagegen: _grandicher pflanzen_ [eigtl. »größer machen«] = verlängern),

_Blatt_ (blatt) _pflanzen_ = im Freien übernachten (s. d. Näh. unter

»übernachten«), _Strauberts pflanzen_ (eigtl. »Haare machen«) = kämmen,

_Bomme_ od. _Keif pflanzen_ (eigtl. »Schulden machen«) = leihen,

_Käfferle pflanzen_ = Onanie treiben (s. zur _Erklärung_ Näh. unter

diesem Ausdr.), _schofle Falle (-la) pflanzen_ (eigtl. »böse Sachen

machen«) = »huren« (s. Näh. unter »böse«); mit _auspflanzen_ ist endlich

(als Gegensatz zu dem obigen _den Funk anpflanzen_) gebildet: _d(en)

Funk auspflanzen_ = löschen (auslöschen), wonach dann wohl auch das

_einfache auspflanzen_ die Bedeutg. von »ausblasen« erhalten hat.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich aber (ganz wie im Rotwelsch) die

Ableitung _Pflanzer_, fem. _-erin_ (= »Verfertiger[in]«) in

_Zusammensetzgn._ mit Substantiven als Bezeichnungen für

die verschiedensten Berufsarten, insbes. die Gewerbe, so:

_Klass-_ od. _Schnellepflanzer_ = Büchsenmacher, _Schures-_ od.

_Stiepenpflanzer_ = Bürstenbinder, _Griflengtrittlingpflanzer_ =

Handschuhmacher, _Nollespflanzer_ = Häfner, Töpfer, auch Kesselflicker,

_Oberman(n)pflanzer_ = Hutmacher (Kappen-, Mützenmacher) od. Kürschner,

_Straubertsschurepflanzer_ = Kammacher, _Schottel_ (od. _Schottle-_)

_pflanzer_ = Korbmacher, _Rädlengpflanzer_ = Kutschenbauer, Wagner,

_Bochdampflanzer_ = Leineweber, Tuchmacher, _Scheinpflanzer_ =

Lichtzieher, _Scharflingpflanzer_ = Messerschmied, _Kies-_ od.

_Lobepflanzer_ = Münzarbeiter (auch wohl _Bichpflanzer_, argum.:

_Bichpflanzerskitt_ = Münzwerkstätte u. zu vgl. _nobis dufter

Bichpflanzer_ = Falschmünzer [worüber Näh. auch schon oben S. 105, Anm.

172]), _Hitzlingpflanzer_ = Ofensetzer, _Kritzlerpflanzer_ =

Papiermacher, _Dächles-_ od. _Pflotscherpflanzer_ (fem.: _-erin_) =

Schirmflicker(in), _Glitschinpflanzer_ = Schlosser, _Trittlingpflanzer_

= Schuhmacher (Schuster), _Sprauspflanzer_ = Stockmacher,

_Streiflingpflanzer_ = Strumpfwirker, _Gengle-_ od. _Luberpflanzer_ =

Uhrmacher, _Lattepflanzer_ = Waffenschmied, _Schrendepflanzer_ =

Zimmermann. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der

Gaunerspr._ 98 (_Nuschepflanzer_ = Schuhmacher); _Pfulld. J.-W.-B._

337-339, 342-344 (_pflanzen_ = machen, _toxpflanzt_ = abgerichtet,

_krank_ od. _dildi pflanzen_ = einstecken; _Fleppapflanzer_ =

Büchermacher, _Tschuripflanzer_ = Messerschmied, _Girchen-_ od.

_Nuschenpflanzer_ = Schuhmacher, _Zinkenpflanzer_ = Petschaftfälscher);

_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 75 (_Pflanzer_ [ohne Zus.] =

Schuhmacher); _Schwäb. Händlerspr._ 483, 486, 487 (_Schottelpflanzer_ =

Korbmacher, _Stichlingpflanzer_ = Schneider, _Trittlingpflanzer_ =

Schuster, _Gänglingpflanzer_ [in _Pfedelb._ (213): _Gluckerspflanzer_] =

Uhrmacher; ferner ebenfalls noch in _Pfedelb._ [208, 210-213]: _Krach_

[od. _Hallas_] _pflanzen_ = lärmen, _Bummen pflanzen_ = Schulden machen,

_Plamppflanzer_ = Bierbrauer, _Schuberlespflanzer_ = »Geistererlöser«

[Tätigkeit des kathol. Pfarrers], aber auch = Teufel, _Obermannpflanzer_

= Hutmacher, _Zainepflanzer_ = Korbmacher, _Dickköpfpflanzer_ =

Nagelschmied, _Staudenpflanzerin_ = Näherin, _Kluftenpflanzer_ =

Schneider; endl. noch in U. [213]: _Mulumpflanzer_ = Arzt). Zur

_Etymologie_ s. d. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 12ff. (wo auch die

meisten der oben angeführten Zus. erklärt sind).]

anfangen, _anschurele_[184] [63.110]

anfassen, _anschniffen_[185]

[Fußnote 184: ([34] auf S. 63.110) S. abbiegen.]

[Fußnote 185: ([35] auf S. 63.110) Mit _schniffen_ = anpacken, erfassen,

nehmen, holen (Spr.), bes. aber = stehlen (entwenden, rauben, berauben)

sind noch zusammengesetzt: _aus-_, _heraus-_ u. _wegschniffen_ = aus-,

heraus-, wegstehlen. _Ableitungen_: die Subst. _Schniffer_ = Dieb,

Gauner, Räuber (dazu die _Zus._ _Schnifferulma_ = Diebesbande) u.

_Schnifferei_ = Diebstahl sowie das Adj. _schniffich_ = diebisch. _Zu

vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 339, 345

(schniffen = ausplündern, stehlen, als Subst. _Schniffen_ = Diebstahl);

_Schwäb. Händlerspr._ 486, 487 (_schniffen_ = stehlen [ausplündern (s.

_Pfedelb._ [208])], _Schniffer_ = Strolch). Übrigens sind die Vokabeln

_schniffen_, _Schniffer_ (Nebenf. _schnipfen_ [auch _schnüffen_] u.

_Schnipfer_) u. _Schnifferei_ schon dem Rotwelsch des 17. u. 18. Jahrh.

bekannt gewesen (vgl. z. B. _A. Hempel_ 1687 [168: _schniffen_ =

»mausen«, _Schnifferey_ = »Mauserei«, _ein grandiger Schniffer_ = »ein

rechter Erzdieb«, _Hornickel-_, _Trabertschniffer_ = Kuh-, Pferdedieb];

_Waldh. Lex._ 1726 [187-189, 190: alles im wes. ebenso, außerdem noch

für Pferdedieb auch _Zußgenschniffer_ u. _Schniffer_ auch = »einer, der

das Geld aus der Ficke (Tasche) ziehet«]; _Münchner Deskription_ 1727

[192: _schniffen_ u. das _Schniffen_ oder Rauben]; _Basl. Glossar_ 1733

[202: _schnüffen_ = stehlen]; _Hildburgh. W.-B._ 1753 ff. [288, 231:

_geschnipft_ = gestohlen, _Schnipffer_ = »Spitzbub«]; _Körners Zus._ zur

_Rotw. Gramm._ v. 1755 [241: _schniffen_ od. _schnipfen_ = stehlen]).

Zur _Etymologie_ s. _Landau_ im Schweiz. Archiv für Volksk., Bd. IV, S.

240 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1333 (unter »schnipfen«, Nr. 3).

Danach bedeutet _schnipfen_ od. _schniffen_ mundartlich (so z. B. im

_Schwäbischen_ [vgl. _Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 474]) soviel wie »mit

einer schnellen Bewegung etwas wegschnappen, entwenden, listig stehlen«;

es ist hauptsächl. auf die oberdeutschen Mundarten beschränkt geblieben;

vgl. u. a. noch _Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. 578 u. _Hügel_, Wien.

Dial.-Lex., S. 143.]

anfragen (fragen), _butschen_[186] [63.111]

Angel, _Schure_[187]

angenehm, _dof_, _duft_[188]

[Fußnote 186: ([36] auf S. 63.111) Mit _butschen_ ist zusammengesetzt

_ausbutschen_ = ausfragen, ausforschen, forschen. Es ist sonst m. Wiss.

in den Geheimsprachen nicht bekannt. Der _Etymologie_ nach stammt es aus

der Zigeunersprache her (s. »Einltg.«, S. 29). Vgl. Näh. bei _Pott_ II,

S. 375 (unter »Pchuczav«), _Liebich_, S. 154 u. 198 (_putschawa_ = ich

frage, forsche), _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 27, S. 41 (unter

»phuč«: bei d. deutsch. Zig.: _pučava_ = ich frage, _pučjum_ =

Frage usw.), _Jühling_, S. 225 (_putsch_ = frage [Imperat.],

_Putschaben_ = die Frage, das Fragen), _Finck_, S. 81 (_p'utš-_,

_p'utšew-_ [p'utšej-, p'utšed-] = »fragen, forschen«).]

[Fußnote 187: ([37] auf S. 63.111) S. abbiegen.]

[Fußnote 188: ([38] auf S. 63.111) Das Adj. _dof_ (weit seltener: _duft_

[das in der modern. Gaun.- u. Kundensprache überwiegt]) mit der

Grundbedtg. »gut« (dazu Komparat.: _döfer_ = besser) wird in überaus

weitem Sinne gebraucht, wie folgende Übersicht der verschiedenen

einzelnen Begriffe (bei denen das [gleichzeitige od. alleinige]

Vorkommen der Form _duft_ in Klammern angemerkt ist) dartut. Es bedeutet

nämlich noch: anständig, anwendbar (auch _duft_), artig, aufrichtig,

beliebt, bequem, bieder, brav, brauchbar (nur _duft_; s. d. Verbdgn.

unter dies. Worte), dienstfertig, dienstwillig, echt, edel, ehrbar,

ehrenhaft, ehrenwert, ehrlich, fein, folgsam, freundlich, friedfertig,

frisch (Spr.); geeignet, zufällig, gefühlvoll, geheilt, gemütlich,

gemütvoll, genesen, geschmeidig, gesund, getreu, gerecht, geziemend,

gnädig, günstig (auch _duft_), gütig, gutmütig, heil, heilsam, herzlich,

hochherzig, höflich, hold (auch _duft_), hübsch (auch _duft_), keusch,

kostbar, leutselig, lieb, liebenswürdig, lieblich (auch _duft_),

liebreich (auch _duft_), nobel (auch _duft_), nützlich, prächtig, sanft,

sauber, schamhaft, schön, sittsam, tauglich (auch _duft_), treu, tüchtig

(auch _duft_), tugendhaft, unschuldig, verschämt, vortrefflich,

vorzüglich, wahrhaft, wohlwollend, willig, züchtig; dazu weiter die

Verneinung _nobis dof_ (eigtl. »nicht gut«) = garstig, nichtswürdig,

treulos, unecht, unkeusch, unnütz, unrichtig, untauglich, untreu,

unzüchtig, wertlos. Sowohl _dof_ wie _nobis dof_ sind dann auch zu

Hauptwörtern erhoben worden, und zwar ersteres für »Glück« od. »Pracht«,

letzteres für »Trübsal« oder (flektiert: _nobis Dofs_) für »Übel« (vgl.

»Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 38). Die Umschreibung _dof diberen_ od.

_schmusen_ (d. h. »gut reden«, [von jmd.]), bedeutet »(jmd.) loben«.

Ferner sind _dof_ u. _nobis dof_ in Verbindg. mit Substantiven zur

Umschreibung zahlreicher Begriffe verwendet worden, für die es im

Jenischen an besonderen (selbständigen) Bezeichnungen fehlt (vgl. dazu

»Vorbemkg.«, S. 17, 18, Anm. 47 u. S. 19, Anm. 48). So: a) Verbindgn.

mit _dof_: _dofer Schmunk_ (d. h. etwa »gutes Fett, Schmalz«) = Butter,

_dofer Kies_ (d. h. »schöner Stein«) = Diamant, Edelstein, _dofer

Schwimmerling_ (d. h. »schöner Fisch«) = Forelle, _dofer Benges_ od.

_Benk_ (d. h. etwa »lieber Bursche«) = Geliebter, Liebhaber u. _dofe

Model_ (d. h. »liebes Mädchen«) = Geliebte, Liebhaberin (wogegen bei

_dofer Benk_, _Freier_ od. _Fiesel_ im Sinne von »Junker« nach _Wittich_

_dofer_ als Komparativ aufgefaßt werden soll, so daß die Umschreibung

soviel wie »_besserer_ Jüngling« od. »_besserer_ junger Mann« bedeute),

_dofer Rädling_ (d. h. »schöner Wagen«) = Kutsche, _dofer Lanenger_ (d.

h. etwa »schöner [feiner] Soldat«) = Offizier, _dofe Kitt_ (d. h.

»schönes Haus«) = Schloß. Durch die Zusammenziehung in _ein_ Wort sind

noch _enger_ verbunden worden: _Dofefläderling_ (d. h. »schöner Vogel«)

= Pfau (s. dazu schon oben S. 18, Anm. 47) u. _Dofelehm_ (d. h. »gutes

[feines] Brot«) = Weißbrot (Gegens. _Schoflelehm_ [d. h. »schlechtes

Brot«] = Schwarzbrot); b) Verbdgn. mit _nobis_ (-es) _dof_ od. _duft_:

_nobes dofer Glitschin_ (d. h. »kein guter Schlüssel«) = Dietrich (s. d.

betr. Analogie in d. Zigeunerspr., vgl. auch schon »Vorbemerkung«, S.

18), _nobis dufter Bich-_, _Kies-_ od. _Lobepflanzer_ = Falschmünzer (s.

dazu schon oben S. 105, Anm. 172) u. _nobis dofs Jahne_ = Mißjahr (s.

dazu schon oben S. 104, Anm. 170). _Zu vgl._ (aus dem _verw.

Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 93 (_tof_ = gut); _W.-B. des Konst.

Hans_ 256, 259 (_dof_ = gut); _Schöll_ 271 (_tov_ = gut); _Pfulld.

J.-W.-B._ 338, 340, 344 (_tofe_ = gut, _töfer_ = besser, _dov_ = schön,

_Tofe_ = Biedermann); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 70 (_duft_ [_dov_]

= gut); _Schwäb. Händlerspr._ 481, 484 (_dof_ [in _Pfedelb._ (212):

_dov_] = gut, schön; in _Pfedelb._ [209]: auch _döver_ = besser). Vgl.

auch _Pfälz. Händlerspr._ 437 (_dôf_ od. _tôf_ = gut. Zur _Etymologie_

(vom hebr. _Tôb[h]_ [_tōf_] = »gut«) s. _Groß'_ Archiv, Bd. 50, S.

156; vgl. auch _Weber-Günther_, S. 155, _Seiler_, Lehnwort IV, S. 490,

u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 246 (unter »tof«) u. 445 (unter

»duft«).]

Angesicht, _Ki(e)bes_ (d. h. eigtl. Kopf)[189] [63.112]

Angst, _Bauser_[190]

[Fußnote 189: ([39] auf S. 63.112) _Ki(e)bes_ (-bis), eigtl. = Haupt,

Kopf, Schädel, auch bes. Hinterkopf, ferner noch = Stirn u. Hals findet

sich in der Verbindg. _grandicher Ki(e)bes_ = Dickkopf od. Starrkopf (s.

dazu schon oben S. 100, Anm. 165), in der längeren Umschreibung _nobis

Strauberts auf'm Ki(e)bes_ (d. h. eigtl. »keine Haare auf dem Kopfe«) =

Kahlkopf sowie in den folgenden _Zus._: a) _am Anfang_: in

_Ki(e)besschlang_ = Halskette, _Ki(e)besstrauberts_ = Haupthaare,

Kopfhaare; b) _am Ende_: in _Straubertski(e)bes_ = Lockenkopf,

_Vorderki(e)bes_ = Vorderkopf sowie (in übertrag. Sinne) in _Nille-_ od.

_Ni(e)seki(e)bes_ = Tollkopf u. _Toberichki(e)bes_ = Pfeifenkopf. _Zu

vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 (_Kiebes_

= Kopf); _W.-B. des Konst. Hans_ 254 (_Kibes_); _Schöll_ 272 (ebenso;

vgl. _kibesen_ = enthaupten); _Pfulld._ _J.-W.-B._ 341 (desgl.);

_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Gîbes_); _Schwäb. Händlerspr._ 483

(_Kibes_ od. _-bis_; vgl. dazu in _Pfedelb._ [210]: _Kahlkibes_ =

Kahlkopf). Vgl. auch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Kiwes_ = Kopf) u.

_Metzer Jenisch_ 216 (_Kibes_ [Kibes] = Kopf). Im _Pleißlen der

Killertaler_ 435 ist _Kîvis_ = Verständnis. — Über die sonstigen

verschiedenen Formen im Rotwelsch s. _Groß'_ Archiv, Bd. 56, S. 55 u.

Anm. 1. Zur (nicht sicheren) _Etymologie_ vgl. _Pott_ II, S. 16,

_Günther_, Rotwelsch, S. 36 u. Anm. 1 u. bes. jetzt noch _Fischer_,

Schwäb. W.-B. IV, Sp. 360/61 (»wenn nicht etwa zu zigeun. _chīw_ =

»Deckel« [s. _Finck_, S. 68: xīw] … nur zu _Kabas_, rotw. = Kopf

[s. schon _Lib. Vagat._ (54)] zu stellen«, wozu mhd. _kabez_, aus lat.

_caput_ [Haupt], heranzuziehen, vielleicht mit ablaut. Form _Kibes_,

_Kabes_ wie _piff_, _paff_).]

ängstlich, _bauserich_[190] [63.113]

anhalten, _anschurele_[191]

ankaufen, _anbaschen_, _angremen_, _ankemeren_[192]

anklagen, _anschurele_[191]

ankleiden, _a(n)kluften_[193]

[Fußnote 190: ([40] auf S. 63.113) _Bauser_ = Angst (Beängstigung),

Entsetzen, Erschrecken, Furcht, Schreck ist vielleicht — ebenso wie das

Adj. _bauserich_ = ängstlich, furchtsam, auch als Subst. (für »das

Grauen«) gebraucht (vgl. dazu _bauserich sein_ = befürchten, [sich]

beunruhigen sowie die Verneinung _nobis bauserich_ = furchtlos) erst

eine Ableitung von dem Zeitw. _bausen_ = fürchten. _Zu vgl._ (aus dem

_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 92 (_bausen_ = fürchten);

_W.-B. des Konst. Hans_ 257 (ebenso, auch: _es baust ihm_ = er fürchtet

sich, ferner noch: _Bauser_ = Angst); _Schöll_ 271, 273 (_bausen_ =

fürchten, _Bauser_ = Angst); _Pfulld. J.-W.-B._ 337, 343, 344 (_Bauser_

= Angst, Schauer, _bauserich_ = ängstlich, scheu); _Schwäb. Händlerspr._

479 (_Baußer_ u. _Baußam_ [in _Pfedelb._ (208): _Bausam_] = Angst). Die

_Etymologie_ ist unsicher, denn die Hypothesen A.-L.'s (523: Ableitg.

vom deutsch. Zeitw. _bauschen_ [pauschen], mhd. _bûschen_, _biuschen_, =

»schwellen machen« bzw. spätmhd. u. älternhd. _bûsen_, _bausen_ =

»aufschwellen«; s. Näh. bei _Weigand_, W.-B. I, Sp. 171) erscheinen doch

wohl zu gewagt. _Fischer_, Schwäb. W.-B. I, Sp. 733 gibt keine

Erklärung. Nach gefl. Mitteilgn. von _Dr. A. Landau_ (Wien) soll

vor etwa 50 Jahren _Boitsi haben_ = »Furcht haben« in der

galizisch-jüdischen Schülersprache gebräuchlich gewesen sein, das

wahrscheinlich auf das kleinruss. _bojati sja_ = »sich fürchten«, poln.

_bać sie_ (3 Pers. Sing. Praes.: _boi sie_) zurückgeht, doch wagt L.

keinen unmittelbaren Zusammenhang dieser Ausdrücke mit dem rotw.

_bausen_ anzunehmen.]

[Fußnote 191: ([41] auf S. 63.113) S. abbiegen.]

[Fußnote 192: ([42] auf S. 63.113) S. abkaufen.]

[Fußnote 193: ([43] auf S. 63.113) Das Zeitw. _kluften_ scheint in

_Wittichs_ Jenisch nur im _Zus._ üblich zu sein, wie (außer _ankluften_

[wozu _nobis ankluftet_, d. h. »nicht angekleidet«, »unbekleidet« =

nackt] noch): _auskluften_ = ausziehen, entkleiden (daher _auskluftet_

ebenfalls = nackt) u. _verkluften_ = verkleiden. Es gehört zu den Subst.

_Kluft_ = Kleid (Anzug, Gewand, Tracht), womit auch einige

_Zusammensetzgn._ (so: _Kafferskluft_ = Manneskleid, _Lanengerkluft_ =

»Montur«, _Begerkluft_ = Sterbekleid) sowie die _Verbdg._ _unterkünftige

Kluft_ = Unterkleid gebildet sind. Eine weitere _Ableitg._ (von _Kluft_,

bzw. _kluften_) ist dann _Klufterei_ = Kleidung, Bekleidung (Anzug,

Gewand), womit ebenfalls wieder zwei _Zus._ vorhanden sind, näml.

_Mossklufterei_ = Frauenkleid u. _Kafferklufterei_ = Männerkleider. _Zu

vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 95 (_eine

ganze Klufterei_ = »Kleidung von Kopf bis Fuß«); _W.-B. des Konst. Hans_

253 (_Klufterey_ = die Kleider); _Pfulld. J.-W.-B._ 341 (_Klufterei_ =

Kleid, vgl. [337] _Klufting usmalochen_ od. _abketschen_ = auskleiden);

_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 66, 71 (_Kluft_ od. _Klufterei_ = Kleid,

_ankluften_ = anziehen); _Schwab. Händlerspr._ 483 _Kluft_ = Kleid, u.

dazu noch in _Pfedelb._ [208, 212]: _Kluftenpflanzer_ = Schneider u.

_ankluften_ = anziehen); vgl. auch _Pleißlen der Killertaler_ 435

(_Kliftle_ = Kleid, Anzug) sowie noch _Metzer Jenisch_ 216 (_Klăft_ =

Rock). Über die sonstigen Belege u. Formen im Rotw. sowie die

_Etymologie_ (vom hebr. _chălîfôt_ = »Kleider, insbes. Feier- od.

Ehrenkleider«) s. Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 38, S. 273/74 (unter

»Kluftier«) u. d. Anm. verbd. mit Bd. 46, S. 10, Anm. 1. Vgl. auch noch

_Seiler_, Lehnwort IV, S. 491 u. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 508

(unter »Kluft« II) vbd. mit Sp. 435 (unter »Klaffot«).]

ankommen, _anbosten_, _anpfichen_[194] [63.114]

anlachen, _anschmol(l)en_[195]

anmutig, _g'want_[196]

[Fußnote 194: ([44] auf S. 63.114) S. abgehen.]

[Fußnote 195: ([45] auf S. 63.114) Als Zus. mit _schmol(l)en_ = lachen

(kichern) findet sich noch _ausschmol(l)en_ = auslachen. _Zu vgl._ (aus

dem _verw. Quellenkr._): _Schöll_ 272 (_schmollen_ = scherzen); _Pfulld.

J.-W.-B._ 342 u. _Schwäb. Händlerspr._ 483 (= lachen). Zur _Etymologie_:

Da wir heute unter _schmollen_ meist soviel wie »mit mürrischem

Stillschweigen unfreundlich sein« verstehen (s. _Weigand_, W.-B. II, Sp.

751), erscheint die in den Geheimsprachen begegnende — fast

_entgegen_gesetzte — Bedeutung zunächst auffällig; jedoch handelt es

sich hier _nicht_ etwa um eine sog. _Enantiosemie_, d. h. Umkehrung des

Sinnes in das Gegenteil (s. _Behaghel_ in d. Z. des Allg. Deutsch.

Sprachv., Jahrg. 1905, Sp. 158 gegen _Günther_, Rotwelsch, S. 21, Anm.

14), vielmehr hat _schmollen_ (mhd. _smollen_) anfangs nur die gleichsam

»neutrale« Bedeutg. »das Gesicht verziehen« gehabt, aus der sich dann

_sowohl_ der Begriff »das Gesicht _zum Lächeln_ verziehen« od.

»_lächeln_« (so z. B. noch bei _Schiller_ u. _Uhland_) entwickeln konnte

(vgl. d. engl. _to smile_) als auch der uns jetzt geläufige des

_mürrischen_ Stillschweigens. Vgl. (außer _Weigand_, a. a. O.) noch v.

_Schmid_, Schwäb. W.-B., S. 472 u. _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1105/6, Nr.

1.]

[Fußnote 196: ([46] auf S. 63.114) Das Adj. _g'want_ hat in _Wittichs_

W.-B. noch folgende Bedeutungen: anständig, artig, behend, brauchbar,

fein, flink, geschickt, geschmeidig, gewandt, nützlich, tauglich,

tüchtig; dazu die Verneinung _nobis g'want_ = nichtsnutzig. _Zu vgl._

(aus dem _verw. Quellenkr._): _W.-B. des Konst. Hans_ 257, 258 (_e

Gwandter_ = »ein Handfester« u. _der gwandtste_ = der Beste); _Schwäb.

Händlerspr._ 481 (_gwant_ = gut [in _Pfedelb._ (210, 212): _quant_ =

geschickt, gut, schön; ebendas. (212) _Quantheit_ = Schönheit, in

_Eningen_ (206, Anm. 1): _Gwanderpenk_ = Schultheiß]); vgl. auch

_Pleißlen der Killertaler_ 435, 436 (_gwant_ = gut, schön, _gwanter

Jôle_ od. _Plempel_ = Wein) u. _Metzer Jenisch_ 216 (_gewandt_ = gut).

Über die sonstigen Belege im Rotw. (s. z. B. schon _Ndd. Lib. Vaget_

[77: _quant_ = »vel eft grot«) u. den Geheimspr. sowie über die

_Etymologie_ s. _Weber-Günther_, S. 172 (unter »gewahnd«). Der Ableitung

des Wortes vom latein. _quantum_ (s. A.-L. IV, S. 70; _Günther_,

Rotwelsch S. 34; _Stumme_, S. 22, 23) steht gegenüber die Auffassung,

die darin nichts anderes als unser deutsches »gewandt« erblickt. So u.

a. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 607, der jedoch ausdrückl.

bemerkt, daß in Schwaben das Wort (das z. B. auch die Tübinger Studenten

gebrauchen) aus der Schriftsprache aufgenommen sein müßte, da das

Partiz. zu »wenden« schwäb. _g(e)wend(e)t_ heißt.]

anpacken, _schniffen_ (daher: _schniff' ihn_ = pack' ihn)[197] [63.115]

anreden, ansprechen, _andiberen_[198]

ansagen, _anschmusen_[199]

[Fußnote 197: ([47] auf S. 63.115) S. anfassen.]

[Fußnote 198: ([48] auf S. 63.115) Das Zeitw. _dibere(n)_ (-ra) = reden,

sprechen (erzählen, plaudern, auch spezieller antworten, beantworten)

kommt noch vor in den _Zus._: _nachdiberen_ = nachsagen, _verdiberen_ =

verraten (dazu das subst. Partiz. _Verdibert_ = Verrat) u. _vordiberen_

= vorsagen sowie in d. _Verbdgn._ _dof diberen_ = loben (vgl. oben S.

111, Anm. 188) u. _nobis diberen_ = stumm sein (s. d. betr.

Übereinstimmg. mit d. Zigeunerspr.). Dazu die _Ableitungen_: _Diberer_ =

Plauderer, Sprecher, _Verdiberer_ = Verräter, _Diberei_ = Erzählung,

Gerede, Gespräch, Geschwätz, dann auch spezieller Untersuchung od.

Verhör u. das Adj. _diberich_ = gesprächig. _Zu vgl._ (aus dem _verw.

Quellenkr._): _Dolm. d. Gaunerspr._ 49 97, 99 (_tiebern_ od. _madiebern_

= reden, schwatzen, _Madiberei_ = »Jaunersprache«); _Pfulld. J.-W.-B._

337, 340, 343-45 (_diberen_ = aussagen, sprechen, schwatzen, _gedibert_

= abgeredet, _Dib(l)erei_ = Sprache, Geständnis); _Schwäb. Gaun.- u.

Kundenspr._ 70, 74, 75 _diberen_ = reden, sprechen, _Gediwer_ =

Geschwätz); _Schwäb. Händlerspr._ 486 (_diberen_ = sprechen, in

_Pfedelb._ [210]: _Gediewer_ = Geschwätz); vgl. auch _Pleißlen der

Killertaler_ 435 (_debere[n]_ = schimpfen) u. _Pfälz. Händlerspr._ 437

(_dîbere_ = sprechen). Über weitere Belege im Rotw. sowie die

_Etymologie_ (vom hebr. _dibbêr_ = »reden, sprechen«, Partiz.

_mĕdabbêr_) s. Näh. bes. bei _Weber-Günther_, S. 162 (unter

»dewern«); vgl. auch _Wagner_ bei _Herrig_, S. 236; _Günther_,

Rotwelsch, S. 27; _Seiler_, Lehnwort IV, S. 489/90; _Fischer_, Schwäb.

W.-B. II, Sp. 186.]

[Fußnote 199: ([49] auf S. 63.115) Das Zeitw. _schmusen_ hat im wes.

dieselben Bedeutgn. wie _diberen_. Von _Zus._ damit finden sich:

_aufschmusen_ = aufsagen, _ausschmusen_ = aussagen, aussprechen,

_nachschmusen_ = nachsprechen u. _vorschmusen_ = vorsagen, von

_Verbindungen_: _dof schmusen_ u. _nobis schmusen_ in gleichem Sinne wie

_dof_ u. _nobis diberen_ (s. oben Anm. 198) sowie _Bremser schmusen_ =

»auslassen« (d. h. furzen). _Ableitungen_ sind: _Schmuser_ = Plauderer,

Schwätzer, Sprecher (vgl. _Schmuserfläderling_ = Papagei [s. oben S.

100, Anm. 165]) u. _Schmuserei_ = Diberei sowie das Adj. _schmusich_ =

gesprächig (vgl. dazu _Schmusichergiel_ = Plappermaul). _Zu vgl._ (aus

dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 97 (_schmusen_ = reden);

_W.-B. des Konst. Hans_ 256 (= sagen; vgl. 258: _auf Jenisch schmusen_);

_Schöll_ 272 (= sagen; vgl. 273: _Schmusereyen_ [ohne Übers.]); _Pfulld.

J.-W.-B._ 337, 340, 344-46 (_schmusen_ od. _schmußen_ = aussagen,

schwatzen, sprechen, verraten, _verschmusen_ = ausplaudern,

_abgeschmust_ = abgeredet, abgeurteilt, _Schmuserei_ = Geständnis);

_Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 (_schmußen_ = reden, sprechen; vgl.

[68] _Glattschmuser_ = Denunziant); _Schwäb. Händlerspr._ 486

(_schmusen_ = sprechen, [in _Pfedelb._ (208): aussagen; vgl. ebendas.

(214) _zuschmusen_ = zutragen]). _Zu vgl._ auch noch _Schwäb.

Falschmünzerprozeß 1791/92_ (261, 263: _anschmusen_ = anreden), ferner

_Pfälz. Händlerspr._ 438 (_schmûsen_ = sprechen) u. _Winterfeld.

Hausiererspr._ 442 (_doufe schmusen_ für a) »beichten« u. b) »sich

verbürgen«). Noch weitere Belege bei _Schütze_, S. 90. Zur _Etymologie_

(vom hebr. _schĕmû'ôth_ [jüd. _schemûoß_ ausgespr.] = »Erzählungen«,

plur. von _schĕmû'_ = »Nachricht [Geschichte], Gerücht, Gerede«) s.

_Stumme_, S. 14 u. 21 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1135,

_Weigand_, W.-B. II, Sp. 755 (unter »Schmus«) u. _Seiler_, Lehnwort IV,

S. 494.]

anschauen, _anlinzen_[200] [63.116]

anschließen, _anb'schrenke_[201]

anschneiden, _anschurele_[202]

ansehen s. anschauen

ansprechen s. anreden

anständig, _dof_[203], _g'want_[204]

Antlitz s. Angesicht u. Gesicht

antworten, _diberen_[205], _schmusen_[206]

anwendbar, _dof_, _duft_[203]

[Fußnote 200: ([50] auf S. 63.116) Das Zeitw. _linzen_ (od. _lenzen_) =

bedeutet a) blicken, schauen, sehen (auch: beobachten, besehen,

besichtigen, betrachten, ersehen, gaffen, gucken, spähen; ferner aber

auch b) fragen (erfragen). Zu der Bedeutg. unter a) gehören (außer

_anlinzen_) noch die _Zus._ _auflinzen_ = aufsehen, _auslenzen_ =

aussehen, _herablinzen_ = herabschauen, _herumlinzen_ = herumblicken,

_nachlinzen_ = nachsehen, _niederlinzen_ = niederblicken, _überlinzen_ =

übersehen, _umlinzen_ = umblicken, -schauen, _weglinzen_ = wegsehen,

_zulinzen_ = zuschauen, _zurücklinzen_ = zurücksehen; zu der unter b):

_auslinzen_ = (aus)forschen. _Ableitgn._: _Linzer_ = Spiegel, _Linzere_

(fem.) = Brille (_Zus._: _Stradelinzer_ = Wegweiser) u. (mit dem Stamme

des Zeitw.: _linz-_): _Linzgrifling_ = Zeigefinger. _Zu vgl._ (aus dem

_verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 100 (_Verlenz_ = Verhör);

_W.-B. des Konst. Hans_ 257, 259 (ebenso, ferner _lenzen_ = sehen,

_anlenzen_ = ansehen); _Schöll_ 273 (_Verlenz_ = Verhör); _Pfulld.

J.-W.-B._ 343-345 (_linzen_ = schauen, sehen, _verlenzen_ = verhören,

_Verlinz_ = Verhör); _Schwäb. Händlerspr._ (_Lütz._ [215]: _lensen_ =

sehen). Zur _Etymologie_ des Wortes (das deutsch. Ursprungs ist) s. d.

Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 60, 61 unter »Linser« (ebds. Anm. 4

noch weitere rotw. Belege); vgl. auch _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp.

1258 (unter _linzen_) vbd. mit Sp. 1175 (unter »lenzen«).]

[Fußnote 201: ([51] auf S. 63.116) S. abschließen.]

[Fußnote 202: ([52] auf S. 63.116) S. abbiegen.]

[Fußnote 203: ([53] auf S. 63.116) S. angenehm.]

[Fußnote 204: ([54] auf S. 63.116) S. anmutig.]

[Fußnote 205: ([55] auf S. 63.116) S. anreden.]

[Fußnote 206: ([56] auf S. 63.116) S. ansagen.]

anzahlen, _anbleisgeren_[207], _anpfreimen_[208], _anzeinen_[208] [63.117]

anziehen s. ankleiden

Anzug, _Kluft_, _Klufterei_[209]

anzünden, _anfunken_[210]

Apfel, _Bommerling_[211]

Apfelbaum, _Bommerlingstöber_[212]

[Fußnote 207: ([57] auf S. 63.117) Zu _bleisgeren_ = bezahlen, zahlen

(auch als Hauptw.: _Bleisgeren_ = Steuern) s. noch die _Zus._

_ausbleisgeren_ = auszahlen. In dem _verw. Quellenkr._ (u. wohl auch

sonst im Rotw.) anscheinend _un_bekannt. _Etymologie_: aus der

Zigeunerspr. (s. »Einltg.«, S. 29). Vgl. Näh. bei _Liebich_, S. 152 u.

185 (_pleisserwāwa_ = »ich bezahle, vergelte«); _Miklosich_,

Denkschriften, Bd. 27, S. 46, 47 (unter »pleisker«: bei d. deutsch. Zig.

_pleisservāva_ = »bezahlen«, vgl. slaw. _plati-ti_); _Finck_, S. 78

(_plaiserw_ - [_plaiserd_ -]= »bezahlen, ersetzen, lohnen, vergelten«).]

[Fußnote 208: ([58] auf S. 63.117) S. abzahlen.]

[Fußnote 209: ([59] auf S. 63.117) S. ankleiden.]

[Fußnote 210: ([60] auf S. 63.117) S. abbrennen; vgl. auch anbrennen.]

Die jenische Sprache · 第 8 / 36 段