Das schlechte Wetter hielt an und zwang die Damen, im Zimmer zu
verweilen.
Gabriele war eifrig bemüht, sich mit den Räumlichkeiten der Burg bekannt
zu machen und der Gräfin möglichst zur Hand zu gehen. Zu ihrer
Überraschung bemerkte sie, daß es so gut wie gar keine Arbeit für sie
gab, denn Gundula verrichtete nach wie vor alle Obliegenheiten der
Hausfrau und beaufsichtigte, schaltete und waltete wie sonst in Haus und
Hof.
Gabriele begleitete sie zwar auf Schritt und Tritt und bemühte sich,
hier und da kleine Handreichungen zu leisten, doch schien ihr diese
Beschäftigung schließlich so unbedeutend, daß sie die Gräfin um Arbeit
bat.
Diese lächelte.
»Ihre Arbeit ist die, bei mir zu sein, liebe Gabriele!« sagte sie ruhig.
»Fürerst sehen Sie sich alles an, wie ich gewohnt bin, den Tag
einzuteilen, und falls es einmal nottut, vertreten Sie mich. -- Am
Nachmittag ist es oft stille Zeit, dann werde ich mich am meisten Ihrer
Gesellschaft freuen. Heute zeige ich Ihnen die Zimmer der Burg, welche
wir für gewöhnlich nicht bewohnen.«