Wie oft hat er daheim im Ernst und Scherz aus den rauhen Seemannskehlen
gehört:
»Da ist eine Nixe an's Ufer geschwommen,
Die hat sich ein Schiffer zum Liebchen genommen,
Ihr Aug' war wie Wasser, ihr Leib war wie Schnee,
Und falsch und treulos das Weib aus der See --
Hojohe! Hojohe!
Das treulose Weib aus der See!«
Sein Blick schweift wieder hinüber wie in angstvollem Forschen, und ihm
ist's, als ob sich im Dämmerlicht des verdunkelten Hauses ihr
schneeweißes Antlitz ihm zuwende.
Lächelt sie?
Ja, sie lächelt wie zuvor ... und ihre kleine, weiche Hand liegt wieder
mit sanftem Druck in der seinen, er atmet den süßen Veilchenduft,
welcher aus ihrem Haar emporweht.
Wie erlöst von bangem Zweifel atmet er auf.
Wie kommt er dazu, sie eine Nixe zu nennen? Nur um der wundersamen,
lichtklaren Augen willen? --
Das war eine sonderbare Idee von ihm.
Gott sei gelobt, sie ist eine Erdentochter von Fleisch und Blut, und in
ihrer Brust schlägt ein warmes, treues Herz, für den, welcher es zu
eigen gewinnen wird!
Warum ist er hier?
Wie der fliegende Holländer, der einsame, weltfremde und verlassene, kam
auch er an Land, um ein Weib zu freien, -- und so wie jener auf der
Bühne drunten eine todgetreue Seele findet, so wird auch er sein
zaubrisch Lieb sich heimholen. --