Wie Blei liegt's mir in den Adern, der Mund trocken, und die Augen
brennen. Ich mußte etwas haben, das mir das Blut rollen ließ. Und so, in
einer tollen Anwandlung, macht ich mich hinaus in das Wetter, auf die
Berge.
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Eine graue, schaurige Einsamkeit da oben.
Die Wolken rasen über mir hin. In schweren, graublauen Ballen unter
einem gelben Dunst. Tief, in schleifenden Fetzen. Fern von unten donnern
die Talmühlen aus dem feuchten Nebel herauf, mitten zwischen das Winseln
und Knattern des Windes; und durch die Gräserchen und das nasse
Kalksteingeröll zu meinen Füßen, die Hänge hin, geht ein feines,
scharfes Pfeifen.
Rings verwischt's den Horizont mit dicken Nebeln.
Gegen den stauenden Wind ring ich mich vorwärts. Meine Backen und Hände
brennen von den feuchtkühlen Schauern, die mir in kurzen, scharfen
Stößen entgegentreiben.
In der weiten, trüben Öde raunt's an mir vorüber wie mit hundert
verborgenen Stimmen. Wie eine vieltönige dunkle Weise.
Und sie lockt mich in Gedanken hinein, unruhig, rastlos, schweifend wie
der Wind, der herrast aus den grauen Nebeln.
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Es ist nichts weiter. Nur, daß es einen durchschauert, wie man nirgends
seßhaft werden kann mit beruhigtem, dankbarem Herzen. Nirgends. -
Weiter nichts. Nur, daß das hier alles um mich her so stumm, so wortlos
wird, mir nichts, nichts mehr mitteilen kann.
Nein! Gewiß nicht: es ist kein Wunder! So ein enges, kleines,
schmutziges Nest mit seinem vorsündflutlichen Menschenvolk!
Und doch: wie viel ist es mir gewesen mit seiner tagefernen
Abgeschlossenheit! Diese dumme, kränkliche Schwäche, daß es einen
drückt, wenn man nicht dankbar sein kann mit fester, steter,
stillwurzelnder Neigung, daß man an sich zweifelt, weil es einem
nirgends rechten Frieden gönnt, weil einen heute engt, was einem gestern
noch alles war. -
Ach, ich glaube, es ist immer noch dieser alte, romantische, törichte
Trieb in die Ferne.
So suchen wir nach Göttern und Bestimmungen; so verwüsten wir die Welt
mit Bedeutungen und Symbolen. So basteln wir am Leben herum und bauen
uns Häuser in der Zukunft, in denen wir's uns mit unsern Wünschen und
Wollungen wohl sein lassen!