Immer dunkler. Immer trüber.
Ein über das andere Mal laß ich das Buch sinken, aus dem ich zu lesen
versuche.
Überall feucht und kalt die graue Stille.
Wenn in der Nachbarschaft nur ein Kind schrie, ein Huhn gackelte oder
unten im Hause sich etwas regte! Ein Ruf, ein Lachen, das Klappen einer
Tür. - Nichts. -
Nur der Wind im Rauchfang, der sich durch alle Halb- und Vierteltöne der
Tonleiter hinauf- und hinabquält. Und draußen das Sprühen und Rieseln,
das langsam den dicken Straßenstaub in eine schwarzbraune Schmutzschicht
zusammenfeuchtet.
Wie mit Stecknadeln bohrt sich's mir in alle Nerven.
So gehen die Sekunden, die Minuten. Langsam. Lastend. Bleischwer.
Ewig da drüben, über den Ziegeldächern, dieser dumme, räudige
Kalkbrennereischornstein! Ewig diese sanften Hügelchen mit ihren
Kirschbäumchen! - Wie mir das über ist! Wie gründlich zuwider! - Wie
quälend ich das alles auf einmal in seiner ganzen, stummen,
stillzufriedenen Enge empfinde! -