Ein Nichtstun ist mein Leben hier. So recht ein göttliches Nichtstun
ohne Reue über verlorene, tote Stunden. Ich träume so hin, in innerster,
stiller, unbewußter Fülle. So fühl ich, wie ich gedeihe; gedeihe wie der
Baum in freier Luft, in der heiteren Sonne. Und nichts mag ich kennen,
nichts außer diesem Gefühl.
Nachmittag ists. Ich sitze am Fenster und rauche meine Pfeife zu einer
Tasse Kaffee. Beim Umrühren wirbelt sich das flinkernde Braun zusammen
in unzähligen, perlmutterfarbenen Perlchen.
Der Goldrand der Tasse glitzert in der Sonne. Ein zarter Brodem zieht
sich gegen das Fenster hin, an dem eine Fliege summt. Der Tabaksrauch
verliert sich hinten in dem lichtdunstigen Zimmer. Vorm Fenster rankt
sich das helle Weinlaub.
Zwei Kinder. Im blauen und roten Kleidchen, in safrangelben Strümpfen
kommen sie die Gasse herab. Hand in Hand stolpern sie über das Pflaster.
Sie haben die Stumpfnäschen in die Höhe gereckt und schwatzen laut ihren
süßen Unsinn so vor sich hin in das goldige Mittagslicht hinein.
Allmählich wiegt es mich ein. Ich dämmere so hinüber ...