Siesta

Ein Nichtstun ist mein Leben hier. So recht ein göttliches Nichtstun

ohne Reue über verlorene, tote Stunden. Ich träume so hin, in innerster,

stiller, unbewußter Fülle. So fühl ich, wie ich gedeihe; gedeihe wie der

Baum in freier Luft, in der heiteren Sonne. Und nichts mag ich kennen,

nichts außer diesem Gefühl.

Nachmittag ists. Ich sitze am Fenster und rauche meine Pfeife zu einer

Tasse Kaffee. Beim Umrühren wirbelt sich das flinkernde Braun zusammen

in unzähligen, perlmutterfarbenen Perlchen.

Der Goldrand der Tasse glitzert in der Sonne. Ein zarter Brodem zieht

sich gegen das Fenster hin, an dem eine Fliege summt. Der Tabaksrauch

verliert sich hinten in dem lichtdunstigen Zimmer. Vorm Fenster rankt

sich das helle Weinlaub.

Zwei Kinder. Im blauen und roten Kleidchen, in safrangelben Strümpfen

kommen sie die Gasse herab. Hand in Hand stolpern sie über das Pflaster.

Sie haben die Stumpfnäschen in die Höhe gereckt und schwatzen laut ihren

süßen Unsinn so vor sich hin in das goldige Mittagslicht hinein.

Allmählich wiegt es mich ein. Ich dämmere so hinüber ...

In Dingsda · 第 17 / 29 题