_OBERWEIMAR._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Klst.,* M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr
entstellt. Rom. Turm von aelterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gewoelbter
2sch. Halle. An der SSeite ein verstuemmeltes hochgot. Portal; im Tympanon
Relief des _Juengsten __ Gerichts._ -- _Doppelgrabstein_ des Grafen
Friedrich von Orlamuende {~DAGGER~} 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. _Grabstein_
des herzogl. Kindes Johann {~DAGGER~} 1519. -- _Altarbild_ von _Cranach d. J._ Reste
von frgot. _Malerei_ in den Fensterleibungen.
_OBERWIRBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
*Dorf-K.* rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.
_OBERZELL_ b. Wuerzburg s. Zell.
_OBHAUSEN S. PETRI._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unveraendert das landesuebliche
rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster traegt dem
neuen Stil Rechnung.
_OBSCHITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.
*Dorf-K.* Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis.
_OCHSENFURT._ UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der
NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den
mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten.
Die ganze uebrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluss. Lhs.
7jochige Hallenkirche, das Msch. betraechtlich ueberhoeht. Die niedrigen
Strebepfll. koennten auf den Gedanken fuehren, dass ursp. eine Basilika
beabsichtigt war und erst nachtraeglich Modifikation durch Ueberhoehung der
Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unveraendertem Profil in die
Scheidbgg. uebergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches
Masswerk, vereinzelt mit ersten Ansaetzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore
durch alle 3 Schiffe. -- Ganze L. 47 m. -- Der Hochaltar von 1612, der
aehnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt;
erhalten das grosse _Kreuzigungsrelief_. Die Seitenaltaere aus derselben
Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. -- Zierliches, nicht sehr grosses
_Sakramentstuermchen_ 1496. Ausserdem _Sakramentsnische_ E. 14. Jh. --
Bronzenes _Taufbecken_ mit reicher, nicht eigentlich lebendiger
Gliederung; in vieler Hinsicht aehnlich dem von _Hermann Vischer d. _Ae. in
Wittenberg von 1457 (der von _Riemenschneider_ gefertigte Deckel nicht
mehr vorhanden). -- _Chorgestuehl_ E. 14. Jh. (Bruestungswaende und oberer
Abschluss neu). -- Auf der Fenstersohlbank des noerdl. Ssch. 3 _Steinstatuen_
aus 2. H. 14. Jh. -- Bmkw. _Holzstatue_ einer schmerzhaften Muttergottes,
geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um
1520. _Holzstatue_ des h. Nikolaus, _Riemenschneider_ nahestehend.
Neben der Kirche *Michaelis-Kap.* ("Karner") bez. 1440, Messstiftung 1473,
Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer _Hans Pauer_ war erster Polier bei S.
Lorenz in Nuernberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in
Mitteldeutschland fuer derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgefuehrt
mit mehr als gewoehnlichem Aufwand. Hauptgeschoss hoch, hell und klar mit
fast ganz aufgeloesten Waenden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front
doppelfluegelige Freitreppe und reiches Portal, im _Tympanon_ Juengstes
Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar _Steinmadonna_, seitlich 2
_Holzstatuen_, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten,
von der Wuerzburger Schule unabhaengig.
*Spital-K.* (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewoelbtem Chor von
1499. Im _Tympanon_ des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um
1450. -- _Spitalhof_ mit huebscher Laube in Holzarchitektur 1551.
*Kapuziner-K.* 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). _Altarblaetter_ von _Onghers_.
*Kap. S. Wolfgang.* Bez. 1463. -- _Hochaltar_ mit nicht ueblem Gemaelde 1699.
Steinerne _Kanzel_ 1551.
Die meist starke *Befestigung* aus 2. H. 14. Jh., zu einem grossen Teil
erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Tuermen (1567) bestehen noch.
Die Mauertuerme rund.
*Rathaus* 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der laengeren
Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtuermchen, _Steinmadonna_ (1498)
an der Ecke -- einfache Mittel zu huebscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoss
Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoss Diele und Ratssaal.
Tuerbeschlaege. Spgot. Tische und Schraenke. Messingener Eicheimer.
Ortsmuseum.
Stattliche Beispiele von *Amtsgebaeuden* aus 1. V. 16. Jh., ehemals
domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. -- Am Marktplatz
*Fachwerkhaeuser* A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgefuehrter Bar. Bau
von 1717. -- Auf dem Markt _Ziehbrunnen_ von 1573. -- An der Landstrasse
zahlreiche _Bildstoecke_.
_OCHSENSAAL._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.
_OeDERAU._ K. Sachsen AH Floeha.
*Dorf-K.* Geraeumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage;
weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den
eingezogenen Strebepfll. Gruendlich ueberarbeitet 1709-25. -- _Ausstattung_
um 1720. -- -- _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1727. -- _Grabstein_ des
Pfarrers Paulus Odontius {~DAGGER~} 1605, mit guter Relieffigur. --
*Rathaus* fr. Renss., veraendert 1785.
_OHRDRUF._ Sachsen-Gotha Amtsstadt.
*Michaelis-K.* 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27
: 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in einer derselben, und zwar an
der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der
Turm.
*Trinitatis-K.* 1709. Einfacher Emporensaal. _Grabstein_ 18. Jh.
*Rathaus* 1546. -- *Schloss.* Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.
_OLBERNHAU._ K. Sachsen AH Marienberg.
*Dorf-K.* 1639 und 1790. -- _Altargemaelde_ von _J. Finck_ 1648. Mehrere
wertvolle _Kelche_, ein Augsburger bez. _A. L._ und ein Freiberger von
_Samuel Klemm_.
_OLDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Benedikt.-Klst.* bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut)
zerstoert. -- *Dorf-K.* spgot.
_OLLENDORF._ Sachsen-Weimar BV Weimar.
*Dorf-K.* spgot. und bar. -- Grosser _Kanzelbau_, die ganze Breite des Chors
einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von _Valentin Ditmar_ aus
Erfurt.
_OELSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Dorf-K.* rom., veraendert 1654. Rom. Tympanon.
_OELSNITZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K.* Unterbau der OTuerme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten
ging die K. als unregelmaessig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest.
_OEPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* 1718. Grosses, fuer diese Gegend ungewoehnlich reiches _Epitaph_
des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs {~DAGGER~} 1731. -- _Bildnisgrabstein_ Hans
Wilh. v. Hassberg {~DAGGER~} 1555.
_OPPERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Dorf-K.* spgot. mit rom. OTurm.
_ORB._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Stadt-K.* spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter
polygon. Chor; dieser, der aelteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der
NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschlaege. Aussen an
der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei _Statuen_: Schmerzensmann
(tuechtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen _Grabfigur_, 1354.
-- _Heiliges Grab_ um 1500. -- Aus derselben Zeit stark uebermalte
_Wandmalerei_. -- Sonstige innere Ausstattung 1683.
_ORLAMUeNDE._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Stadt-K.*, uebel verbaut. -- Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen
Wert.
*Rathaus* 1493, Uhrturm 1670
*Burg.* Der aelteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die "alte Kemnate",
ein Kastenbau von kolossaler Mauerstaerke, der Eingang (fuer Leiter) 10 m
ueber dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.
_ORTRAND._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Stadt-K.* Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch.
Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgefuehrt. Ueber dem rck. Altarhaus huebscher
Bar. Turm 1730. Tuerbeschlaege 1627.
*Friedhofs-Kap*. mit Epitaph v. Luettichau 1548.
_OSCHATZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
Aegidien-K. Neubau nach Zerstoerung durch die Hussiten 1443; weitere Braende
1616 und 1842; nach dem letzten von _Heideloff_ mit Willkuer rest. --
Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender
Hauptchor, rueckspringende Nebenchoere, beide aus 8Eck geschlossen. Die
Nebenchoere in zwei Geschossen. Unter dem Schluss des Hauptchors eine als
regelmaessiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang
durch 5 Portale. Am Aeusseren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen
Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. voellig entstellt. 2
stattliche WTuerme. -- Von der ma. _Ausstattung_ wenig uebrig: 3 Halbfigg.
von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkmaeler der
Sp.Renss.
*Franziskaner-K.* Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen
Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten
Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch.
Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der
Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. -- Grosser
_Taufstein_ aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Fluegelaltar und
mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] -- Die Klst. Gebaeude nur aus
aelteren Abb. bekannt.
*Gottesacker-K.* 1583. Saal mit 3/6 Schluss. Die Fenster noch got., auch
mit Masswerk. Huebsch behandelte hoelzerne Empore im W. Unter den
_Denkmaelern_ ist das der Susanna Taucher {~DAGGER~} 1622, junge Frau mit
Wickelkind, eine tuechtige, lebensvolle Arbeit.
*Rathaus* 1537 von Bastian Kramer, vielfach veraendert. Bmkw. die
Freitreppe mit offener Laube ueber dem Podest, Fr.Renss, im Stil des
Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.
*Brunnen* 1588 von _Gregor Richter_.
*Schlossruine Osterland*.
_OSCHAeTZCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, fuer die Epoche
nach dem 30jaehrigen Kriege bezeichnende Aermlichkeit. -- _Schnitzaltar_ E.
15. Jh. Ein _zweiter_, besserer, im Stall des Schulhauses.
_OeSLAU._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* 1517. 1sch. mit 3/8 Schluss. Flachgedeckt. Von Interesse die
Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore
mit ungewoehnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figuerlichem Schmuck,
Holz und Stuck; die Unterflaechen der Emporen sowie die Decke ebenfalls
stuckiert in Quadratwerk. -- Aus derselben Zeit die _Kanzel_. _Chorbaenke_
um 1700.
*Herrenhof* 16. Jh. -- *Herrgottsmuehle,* am Muehlwerk Schnitzerei, bez.
1617.
_OSSA._ K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13.
Jh. mit Turm ueberhoeht; die SWand des Lhs. mit Saeulenportal; die WWand. --
_Ausstattung_ 1680. Verstuemmeltes _Altarwerk_ um 1490.
_OSSLING._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* 1803, gross, sehr nuechtern. Zahlreiche _Denkmaeler_ aus 18. Jh.
_OSSMANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein,
Kanzel usw. aus dieser und der naechsten Zeit.
_OSTERBURG._ UFranken BA Neustadt.
*Burgruine.* Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten
auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.
_OSTHEIM._ UFranken BA Hofheim.
*Pfarr-K.* Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. _Kanzel_ 1727. -- _Hochaltar_
1774 mit entsprechendem Gemaelde von _Herrlein_. -- _Glocke_ 14. Jh.
*Schmerzhafte Kap*. 1675, noch wesentlich got.
_OSTHEIM V. D. RHOeN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Stadt-K.* 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit
hoelzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die Saeulen der
NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm ueber dem Altar. Das
Aeussere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen
ausgefuehrten Portale. -- Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der
SWand ein eigentuemliches _Holzschnitzwerk_: Szenen aus der Geschichte
Christi, in 4 Reihen uebereinander; sie sind aelter als die um 1738
ausgefuehrte umrahmende Sll.Architektur. -- Eine Reihe von
_Bildnisgrabsteinen_ in meist guter Qualitaet: a) in der Vorhalle: Hans
Veit v. Obernitz {~DAGGER~} 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, {~DAGGER~} 1573
als Knabe; Chr. v. Stein {~DAGGER~} 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl.
Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein {~DAGGER~} 1560 und Anna v. Ostheim;
G. W. v. Stein {~DAGGER~} 1616; Margarethe v. Stein {~DAGGER~} 1575, bez. I. H. 1580;
weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentuemlich durch das
Material, Gusseisen, die Platte des Konrad v. Thuengen {~DAGGER~} 1626.
_Befestigter Kirchhof_. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter suedl.
in den fraenkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Massstabe oft
vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Tuermen und
Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1.
H. 15. Jh.
Von den im 17. Jh. genannten 7 _Adelshoefen_ gut erhalten, der Hansteinsche
aus E. 16. Jh.
In der Naehe ein runder *Wartturm*.
_OSTRITZ._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Uebergangsstil des 13. Jh.,
Einfluss der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafuer
das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. --
_Hochaltar_ rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in Koenigshain, das Gemaelde
ebenfalls von _Leubner_ in Reichenberg, bez. 1773. -- Auf dem noerdl.
Nebenaltar _Pietas_ um 1480. -- _Sandsteinkanzel_ 1609. -- Praechtige
_Monstranz_ um 1500. -- _Kelche_ des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg
und Prag. -- Zahlreiche _Grabdenkmaeler_ des 17. und 18. Jh., hervorzuheben
der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld {~DAGGER~} 1661.
_OTTENDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* spgot. mit ungewoehnlich reich detailliertem Chor. -- _Altarwerk_
1591. -- *Schloss.* Gemengbau 15.-18. Jh.
_OTTENDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., _Emporen_ mit
Bildern. Gemalte _Glasscheiben_ bez. 1624. -- Im Dorf gute
_Fachwerkhaeuser_.
_OTTENHAUSEN._ RB Erfurt Kr. Weissensee.
*Dorf-K.* (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltuerme im O, von gleicher Anlage wie
die in Gangloffsoemmern; kleiner polyg. got. Chor. -- Ziemlich reicher
spgot. _Schnitzaltar_.
_OTTERWISCH._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* wesentlich 17. Jh. -- 12 zum Teil ansehnliche _Denkmaeler_ der
Familie von Hirschfeld 1545-1578.
_OTTOWIND._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Spgot. turmtragender Chor, das uebrige 1753.
_OTTRAU._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Kirche,* zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Absaetzen
errichtet. Rck. Schiff mit schmaelerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen
Holzdecke. In den oestl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene
Dienste als Traeger ehemaliger Woelbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor
schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die uebrigen
neu. -- _Wandtabernakel_ E. 14. Jh. -- Spgot. _Wandgrab_ von ungewoehnlicher
Anlage; grosse, reich umrahmte und gekroente Blende; das Standbild fehlt. --
_Ikon. Grabstein_ 1604, roh. -- Bmkw. _Kanzel_ von 1544, noch in spgot.
Formen.
_OTZDORF._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Dorf-K.* Umbau 1713, unbedeutend. -- Sitzende rom. _Madonna_ aus Holz.
Eine _zweite_ desgl. wenig juenger. _Johannes_, ebenfalls Holz, 2. H. 13.
Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus grosser Zeit.
_OYBIN._ K. Sachsen AH Zittau.
*Burg* und *Kloster*. Grossartige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb.
um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortuerme, die
Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man
erkennt sie an den kleinen unregelmaessig geschichteten Bruchsteinen. 1319
gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone
Boehmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am noerdl. Felsenrand.
1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er
mit Cisterciensermoenchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384.
1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als
Steinbruch- -- _Kirche_. Dach und Gwbb. zerstoert, sonst im wesentlichen gut
erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1
gerades Joch und 5/8 Schluss, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem
gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterhoehe zuruecktritt.
Die NSeite wird durch weitlaeufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie
gestuetzt; das obere Geschoss, in gleicher Hoehe mit dem Kirchenflur, enthaelt
Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen gehoehlt.
Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen.
Die Reste des Masswerkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die
Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von
Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der _Parler_
gebraeuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen.
*Museum* im Burgsaale.
*Dorf-K.* 1732. Huebsche einheitliche Inneneinrichtung.
_P_
_PAHNSTANGEN._ Reuss ae. L. LA Greiz.
*Dorf-K.* Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet
die Regel, ueber dem Altar.
_PANNEWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Rittergut* 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn-
und Wirtschaftsraeume.
_PAULINZELLA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
*Benedikt.-Klst.-K.* Im Bauernkriege 1525 beschaedigt, bald darauf
verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil
abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den
aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der
stilkraeftigsten Schoepfungen der mittelromanischen Epoche erkennen;
Ruinenschoenheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal
vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. -- Gegr. vor 1109. Der
bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden Moenchen. Bei der
Weihe 1132 mindestens die Moenchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des
Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach laengerer Pause vollendet
etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. -- Die Anlage nach
dem "Hirsauer", d. i. aus dem burgundischen Cluny heruebergenommenen
Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele
Nebenchoere in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., Schluss in 3
parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der OSeite der Qschiffsfluegel,
die ihretwegen etwas ueberhoehtes Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2)
in 8 Arkaden. Das erste Stuetzenpaar Pfll., die folgenden Sll. Ueber dem
Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Tuerme vorbereitet, sind
aber nie ausgefuehrt worden. Dies alles Hirsauer Merkmale. Dazu als
Negatives die Abwesenheit von Krypta und WChor, welche beiden einer
saechs.-thueringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht haetten fehlen duerfen. An
Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttuermen. Ein wichtiges Novum der Aufbau
als reine Saeulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, in der Moritz-K.
bei Hildesheim, auch hier unter sueddeutschem Einfluss). Die Ostteile sind
ganz zerstoert, konnten aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden.
Die Wuerfelknaufsaeulen des Lhs. gehoeren in der strengen Eleganz ihrer
Proportionen und der ausdrucksvollen Schaerfe der Linienfuehrung zu den
schoensten der ganzen Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die
Eckzaehne der Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims
aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die
Umrahmung der kleinen Tuer am noerdl. Qsch. durch Herumfuehrung des
Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das grossartige Hauptportal in
Anspruch. Es ist im saechs.thueringischen Gebiet das erste grosse
Sll.-Portal; je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rueckspruengen, die
Bogenlaeufe in straffer, die Gegensaetze von Licht und Schatten vorzueglich
wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig
entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. Ueber dem
Mauermassiv des Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit
der Wand buendigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, dass im
ersten Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengaengen beabsichtigt
war. Die spaetere Ausfuehrung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht.
Ihre Pfll. in der spezifisch thueringischen Gliederung (vgl. Talbuergeln und
Petersberg b. Erfurt). -- Von den Klst.-Gebaeuden erhalten ein kleiner rom.
Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses
eingebaute) Skulpturreste. Grosses Wasserbecken aus der Tonsur. --
Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberfoersterei.
_PEGAU._ K. Sachsen AH Borna.
*Laurentius-K.* Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose,
zweituermige WBau erhalten; uebrigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. --
_Sakramentshaeuschen_ um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. --
_Grabmal_ des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen Klst.-K.,
eines der schoensten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere Entstehungszeit
schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh.,
also Idealportraet. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des
Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch sich ueber
das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit Rankenornament
gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfuesse dargestellt)
besetzter Leibrock, roter pelzgefuetterter Mantel, Vollbart und kurzes
Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. -- Bibliothek mit
bmkw. Handschriften und fruehen Drucken.
*Rathaus,* erbaut 1559 nach den Plaenen von _Hieronymus Lotter_, die Anlage
aehnlich dessen Leipziger Rathaus.
_PEGNITZ._ OFranken BAmtsstadt.
*Stadt-K.* Stillos, jedoch "an Kanzel und Altar bemerkenswerte
Schnitzereien."
_PEISSEN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. _Taufstein_.
_PENIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Bergkirche.* Beg. vor 1499, gew. 1515. Grosse (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit
7seit. Schluss. Die Gewoelbe nicht ausgefuehrt; beabsichtigt war eine Halle
mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore aehnlich
Schneeberg. An der NSeite geraeumige Kapelle 1306 und massiger, mit der K.
nicht in Verband ausgefuehrter Turm. -- Grosser und praechtiger _Steinaltar_
1564 von _Christoph Walther_ (gest. von Wolf v. Schoenburg), Architektur in
korrekter ital. HochRenss., grosse Menge von Alabasterreliefs,
protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. --
_Holzkruzifix_ mit alabasterner Marienfigur 1660. -- _Taufstein_ 1609 vom
Meister von Seyda (_Ulrich Eckhardt_) _Kanzel_ 1607 von _Nik. Schwarz_.
Hinter dem Altar _Sandsteinepitaph_ Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt
der _Lorenz_ zu Freiberg. _Ikon. Grabstein_ eines Altaristen 1517. Ueber
der Sakristeituer _Bronzeplatte_ 1530. Bmkw. _Lutherbildnis_ von 1521
(_Cranach_?). _Reliefbildnis_ Luthers aus Papierteig, vielleicht nach der
Form _Alberts v. Soest_. -- Die Kapelle der NSeite enthielt frueher
Begraebnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der von Schoenburg. Schoenes
_Leichenschild_ des letzten Leisnigers {~DAGGER~} 1538. _Sandsteinepitaph_ Ph. v.
Hassenstein {~DAGGER~} 1557. _Sandsteinplatte_ der Graefin Agnes mit deren
Relieffigur und den Wappen von Leisnig und Mansfeld. Grosses
_Renss.Epitaph_ fuer Hans Ernst von Schoenburg {~DAGGER~} 1586, bez. _Samuel
Lorentz_. _Epitaph_ Ch. H. v. Sch. 1607 bez. _Uriel Lorentz_. Beschaedigte
_Sandsteinfig_. des sitzenden Christkindes, (von einer Madonnenstatue) E.
12. Jh. _Altarwerk_ 1510. Interessante _Prozessionsfahnen_. Auf dem
Kirchhof _Erbbegraebnisse_ der Bar.Zeit mit schoenen Eisengittern.
*Rathaus* 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener
Georgenbaues.
Vorstadtkirche *Altpenig*. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein schoenes
Portal, E. 12. Jh.
_PETERSBERG B. ERFURT._ Prov. Sachsen.
*Benediktiner-Klst.-K*. Braende der aelteren K. 1069, 1080, Neubau der
bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders _Ditmar_ 1103, als
aeltester Bau der "Hirsauer Schule" in Thueringen. Weihung der oestl. Teile
1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Altaere im Chor 1143, Schlussweihe
1147. Zu erwaegen waere, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende
Veraenderungen nach sich gezogen habe; alle spaeteren unerheblich, bis auf
den Brand bei der Beschiessung 1813; worauf 1816-18 die Obermauern des
Msch. und Qsch., sowie die Tuerme abgetragen und die Kirche als
Militaermagazin eingerichtet wurde. Durch Groesse und technische
Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau
Thueringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. -- Flachgedeckte
Pfeilerbasilika mit gewoelbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema.
Dahin gehoert auch die starke Streckung der Laengsachse (79 m) d. i. etwas
mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von
schmalen Nebenchoeren, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung,
zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das oestl. Ende
der Nebenchoere schliessen sich Tuerme, deren Erdgeschoss sich gegen jene als
Kap. oeffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so dass nach O eine
gerade Abschlusslinie gewahrt bleibt. (Die Annahme, dass eine Apsis
vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Fluegel des Qsch.
etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis
eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundrissstellung mit
sorgfaeltig durchgefuehrtem quadr. Schematismus. Die beiden oestl. Arkaden
des Lhs. waren zum Moenchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche
der Abseiten, gleich den Nebenchoeren, gewoelbt (Tonne); ausser durch zu
vermutende Schranken war die Grenze durch staerkere Bildung der Pfll.
bezeichnet; ueber ihnen im Hochschiff ein Bogen, aehnlich den Vierungsbgg.
Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebenchoere, urspr. in der
Tonne gewoelbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete
eine Vorhalle zwischen zwei Tuermen; die letzteren im Gr. etwas ueber die
Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben fuer das Laienschiff
7 Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken
Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des
Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache
Wuerfelknaeufe; Sockel und Kaempfer nach attischem Profil; gegliederte
Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. fuer alle diese
Eigentuemlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbuergeln,
Hamersleben). Die durch einen Kupferstich ueberlieferten rippenlosen
Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. -- Das Aeussere erhaelt durch sein
vollendet schoen behandeltes Grossquaderwerk (eine Errungenschaft der
Hirsauer Schule aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle oertlich und
zeitlich nahe liegenden Bauten hoch ueberragende monumentale Wuerde.
Vollstaendig ausgebildet sind infolge der Gelaendeverhaeltnisse nur die O und
SSeite, die letztere am besten erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren
Abschnitt (etwa 2/5) gaenzlich ungegliedert; dann schraeger Ruecksprung, aus
dem sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und Wuerfelkaptt.
erheben; besonders energisch empfunden und mit groesster technischer
Sicherheit ausgefuehrt der obere Abschluss durch Schachbrettfries und stark
schattendes Gesims, darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe
Gliederung wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unveraendert um das
Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch die Gliederung der
Apsiden -- ein nach den ma. Baugewohnheiten ungewoehnlich strenges
Gleichmass. Ungewiss bleibt die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie
schon in spgot. Zeit groessere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der
Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am SKreuz ist am
Gewaende einfach abgestuft, ohne Sll., die Verbindung der Umrahmung mit dem
Sockel im Sinne der Hirsauer Schule. Die WTuerme wohl nie ausgefuehrt, die
OstTuerme zeigen auf aelterer Abbildung Ecklisenen und in den zwei
Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz
beseitigten Klst.-Gebaeude an der NSeite nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80;
Obergeschosse Fachwerk. -- Die _Ausstattung_ war in der letzten Zeit des
Klst. barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine)
nichts erhalten als der in den Dom uebergefuehrte beruehmte Grabstein des
Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein
_Kreuzigungsrelief_ aussen neben dem SPortal, dem Meister des
Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14. Jh.
_PETERSBERG B. FULDA._ RB Cassel Kr. Fulda.
Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und
hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich
architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die
Krypta, Tonnengwbb. mit altertuemlich rohen Kappen. Marmormensen mit
Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen
Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh.
eingebrochen. Der Hauptbau enthaelt Reste einer kleinen, schlicht, fast roh
ausgefuehrten rom. Pfeilerbasilika aus nicht naeher zu bestimmender Zeit;
1479 1sch. umgebaut. Achteckiger Vierungsturm 12. Jh. -- Rom.
_Steinreliefs_: Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht
so alt, wie angenommen wird, erst Spaetzeit des 12. Jh.
_PETERSBERG B. HALLE._ Pr. Sachsen Saalkreis.
*Benediktiner-Klst*. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch.
unter Abt Eckehard 1184. -- Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema.
Hauptchor oblong, Nebenchoere ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen
ausgefuehrt die Apsidiole am noerdl. Kreuzfluegel. Die Chorpartie gewoelbt.
Die Nebenchoere mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern sind
spaeter (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefuegt. Durch diesen Umbau die
Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe nach aussen
unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine schwerfaellige, dem
rom. Stil sonst fremde Gestaltung. -- Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend
schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der WBau
erhebt sich ohne Turm als breite Masse ueber rechteckigem Gr. und endet in
ein Satteldach. Nach innen oeffnete er sich mit Empore. -- Aussen die aelteren
WTeile sehr formenarm, die juengeren etwas geschmueckter. Durchgreifende
Rest. von _Quast_ 1853-57. Bmkw. das schoen gegliederte Portal des
NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt
(hirsauisch), im Tympanon sichere Gemaeldespuren, Maria mit Engeln. Ein
zweites hat am Gewaende je 3 Sll. in eigentuemlicher Gruppierung, die
Tueroeffnung von Perlstab umsaeumt. -- Im 13. Jh. erhielt die K. ein
grossartiges _Denkmal_ der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus
Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen sein (?); die 1567
hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an sich geringwertig, zeigen in
der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen Anschluss an die Urbilder. -- Am
_Konventsgebaeude_ schoene Details aus A. 13. Jh.
_PETTSTAeDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Der rom. Charakter einigermassen erhalten am Chorturm; Spuren
einer abgebrochenen Apsis, duerftig spgot. ersetzt. -- _Sakramentsnische_
und _Schnitzaltar_, auf den Fluegeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15.
Jh.
_PFAFFENDORF._ UFranken BA Ebern.
*Schloss.* Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter
Fruehrok.Bau, 2geschossig, grosse Estrade.
_PFAFFRODA._ K. Sachsen AH Freiberg.
*Dorf-K.* 1645 erneuert, architekturlos. -- _Taufstein_, am Fusse 4 der im
Lande typischen Kinderfiguerchen, Kappen auf den Koepfen, 1655.
_PFARRWEISACH._ UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze
Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. _Epitaphien_ der
Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530).
_PFERDINGSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* spgot. -- Grosser _Schnitzaltar_, die _Gemaelde_ "interessant".
_PFORTA._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
Ehem. *Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta* gegr. 1136, seit 1543 Sitz der
beruehmten Schule. -- Der kuenstlerische Charakter des Kirchengebaeudes wird
wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268
(I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis
auf den oestl. und westl. Abschluss, im got. erhalten, und es ist kein Grund
gegeben, seine Ausfuehrung wesentlich spaeter als die Gruendung anzusetzen;
also in runder Schaetzung M. 12. Jh. Demgemaess fuer Deutschland das aelteste
Beispiel einer Cistercienser-K. von schon ausgepraegtem Typus: Kreuzf.
Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite
des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen Ansaetze zu Apsidiolen; es ergibt
sich daraus eine staffelfoermige Anordnung aehnlich den gleichzeitigen
Kirchen in Talbuergeln und Georgental. Das ist die aelteste Fassung des
Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte stuetzenwechselnde
Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum Chor gezogen und
voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff
abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrueckten) Blendboegen, die je
eine Doppelarkade zusammenfassten; ferner die Oberlichter, ungewoehnlich
niedrige Raumverhaeltnisse dokumentierend, und die ganz schlichten Profile
der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. -- Der got. Umbau begann nach
M. 13. Jh. mit der Einwoelbung des Qsch.; Detail verhaeltnismaessig reich,
romanische Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen;
nicht leicht zu erklaeren. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. niedriger
angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal ueberarbeitet. --
_Chor_. Inschr. am suedoestl. Strebepfl. nennt das Jahr der Grundsteinlegung
1251. Anlage und Ausfuehrung zeigen aber die reife Kunst der Spaetzeit des
Jahrhunderts. Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr.
ein gerades Joch und regelmaessig aufgeteilter 5/8 Schluss. Das Erdgeschoss,
(4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine Folge vom Sitznischen,
Piscinen und Wandschraenken. Das Hauptgeschoss ist voellig aufgeloest. Auf der
2 m starken Sockelmauer ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren
Waende von den aeussern Widerlagern zu den inneren Dienstbuendeln keilfoermig
verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig
(Oeffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m breit). Masswerk aus Dreipaessen,
schon mit Nasen; an Kaptt. und Schlusssteinen reiches naturalistisches
Laubwerk. Schulcharakter mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System
im ersten Joch: hier oeffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die ueber den
alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis
und S. Margarethe) und ueber diesen ist die Fensteroeffnung als reich
gemusterte Rose gestaltet. -- Im Gegensatz zum vornehm formenreichen
Charakter des Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche
gehoert, ist das Aeussere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll.
ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. --
Verhaeltnismaessig unerfreulich wirkt das _Langhaus_; Altes und Neues sind im
Umbau ungeschickt verbunden, die Baufuehrung wurde durch wiederholte
Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stuetzenwechsel ist beibehalten mit
der bizarren Eigentuemlichkeit, dass die Zwischenstuetze hoehere Kaempfer hat
als die Hauptstuetze, woraus fuer die Arkadenboegen ungleiche Schenkel
entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an
diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind schoen zu nennen; ihre Dienste auf
Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene
Strebebgg. (in der aelteren Cisterc.-Archit. verpoent). Das aeussere System
hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer
stossen. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Stuetzenwechsel des inneren
gebundenen Systems wieder. Zum Schluss (nach 1300) erfolgte Verlaengerung um
2 Doppeljoche gegen W und Herumfuehrung des suedl. Ssch. um das Qsch. -- Die,
wie immer bei den Cisterciensern, turmlose WFassade hat ausserdem das
Eigentuemliche, dass sie allein auf das Msch. komponiert ist, waehrend die
Sschiffsfronten zurueckspringen und durch wagerechten Abschluss mit
abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche Fassade ist
also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt zwischen 2 weit
vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in 3 jedesmal
zurueckspringende Stockwerke: zu unterst grosser Nischenvorbau, in dessen
Hintergrund das an sich einfache Portal und ueber diesem an der Wand eine
Statuengruppe; im Mittelgeschoss weites, 5teiliges Masswerkfenster; zu
oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische mit
reicher Bruestung und Statuenwand. Sicher eine originelle Idee! Aber um sie
ueberzeugend auszugestalten, reichte die kuenstlerische Kraft des Meisters
nicht hin (von den Einzelheiten Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854).
Voellig ungenuegend waren dann die Haende, denen die Ausfuehrung des
Statuenschmuckes, der in der Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle
spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend deutlich, dass der
grosse Naumburger Meister keine Schule hinterlassen hatte.
_Innere Ausstattung_. Spaerlich erhalten; bedeutender nur der praechtige
Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schoene frgot. Mensa des Hochaltars. Unter
den _Grabdenkmaelern_ das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v.
Meissen {~DAGGER~} 1402; 1641 von den Franzosen verstuemmelt, 1705 notduerftig
wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; an
den Seitenwaenden Arkatur mit Kielbogenabschluss, in den 14 Nischen das
leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk laesst hohe
Tuechtigkeit der Ausfuehrung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen
Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters
Heinrich Varch {~DAGGER~} 1294, schoene Umrisszeichnung in der Typik der Naumburger
Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines
"buergerlichen Ehepaares", nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl.
der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkmaelern. -- Sonst zu
beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom.
Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt;
Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein
(Steinguss?), die Beschreibung laesst den Salzburger Typus vermuten.
Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit.
_Klausur_. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall,
auf der NSeite der K. Die inneren Gebaeude mit der Zeit voellig
entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die noerdl., suedl.
und westl. Front vom rom. Bau, wenn auch verstuemmelt; die erhaltenen Pfll.
und Bgg. umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden
auf Saeulchen. Aehnliche Gruppen zeigt noch der am OFluegel gelegene
Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungewoelbt. Das
Refektorium am WFluegel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne aeltere
Kunstformen. -- Die _Abtwohnung_ lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoss
des spaeteren "Fuerstenhauses" erhalten. Zugehoerig die _Abtskapelle_, eine
der feinsten Leistungen des Uebergangsstils in Deutschland; um 1230-40 von
einem Meister der Maulbronn-Magdeburger Schule, Ornament mehr thueringisch.
Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler (5/10)
Apsis. An Gewoelbstuetzen und Fenstergewaenden ein reicher Apparat
gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke Betonung des Anlaufs und somit
der Entwicklung der reichen Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die
Fenster gepaart, bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluss der Gruppe
durch Okulus. -- Aus rom. Zeit noch die _Klostermuehle_, wenn auch stark
veraendert. -- _Friedhofslaterne_ suedoestl. vom Chor, gestiftet 1268,
archaeologisch eine grosse Merkwuerdigkeit. -- _Betsaeule_ 1521, das Bildwerk
stark verwittert. -- In der Schulbibliothek _Bilderhandschr._ (Augustin)
des sp. 12. Jh.
_PFUeNDHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und Inneneinrichtung
gleichzeitig.
_PFUeTZENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* mit schoenem rom. Portal aehnlich Neutz.
_PHILIPPSTAL._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus dieser
Zeit. Flachged. Saeulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schliessen mit
1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der
quadr. Vorchor und grosse 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem
ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6
gut proportionierte Arkaden; die Saeulenstaemme stark geschwellt;
Wuerfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltuerme und zwischen ihnen
Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll.
in 3 sich stark verjuengenden Geschossen. -- In got. und neuerer Zeit das
alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. -- In der westl. Vorhalle
landgraefliche Familiengruft 1743. -- Die Klostergebaeude zu landgraefl.
*Schloss* umgebaut.
_PILGRAMSREUTH._ OFranken BA Rehau.
*Pfarr-K.* 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewoelbt.
_Sakramentshaeuschen_ spgot. _Hochaltar_ 1710.
_PILLNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Bergkirche* 1723 von _Poeppelmann_, einfaches Rck. mit Flachdecke und
Emporen; _Altarbau_ aus Sandstein mit grossem Relief um 1650, das Ornament
in sog. Knorpelmanier; grosses _Epitaph_ eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh.,
Schule des _Hans Walther_; _Grabstein_ v. Loss 1609; _Grabstein_ eines
Kindes der Familie v. Buenau 1637, huebsch und originell; _Gedenktafel_ fuer
Sophie v. Buenau 1640.
*Schloss*. Der _alte Bau_ (1610-33) brannte 1818 ab. _Wasserpalais_
("indianisches Lustschloss") fuer August den Starken 1720 von _Poeppelmann_
und _Longuelune_; das als grosse Hohlkehle gebildete Gesims und die ueber
den Mittel- und Eck-Risaliten hohlgeschweiften grossen Daecher mit
phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. -- Eine symmetrische
Wiederholung das _Bergpalais_ 1723. -- _Fluegelbauten_ 1788-91 von _Exner_
und _Weinlig_. -- Das _neue Palais_ 1818-26. -- Die _Orangerie_ nach 1731,
wahrscheinlich von _Longuelune_. -- Der _englische Pavillon_ (im englischen
Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art _Weinligs_. Daneben
Statue einer Vestalin 1781 von _Trippel_. -- _Chinesischer Pavillon_ 1804.
_PINZBERG._ OFranken BA Forchheim.
*Kirche.* 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof
umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar.
Glockenturm dient als Tor.
_PIRNA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K. S. Marien.* Schon die vorangehende K. war bedeutend; die
Urkunden nennen 15 Altaere von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen Neubau
der unregelmaessig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546.
-- Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schliessen gerade
mit abgeschraegten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des 8Ecks. Der 47 m lange
Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m, die Ssch. wenig schmaeler
als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie Raumverhaeltnisse. Die
8eckigen Pfll. von aeusserster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule zum
Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung der
Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgefuehrt; Grundform des Gwb.
1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges Rippennetz im Msch.,
Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz abgeloest
und in kraeuselnde Verschlingungen ("gewundene Reihungen") gebracht, etwa
an Hobelspaene erinnernd; die tiefsten Auslaeufer ganz naturalistisch als
Baumstaemme charakterisiert; "wilde Maenner" klettern an ihnen empor; die
Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewoelbeanfaengern des Lhs.
befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal,
mit abgeflachtem Spitzbg. geschlossen, Masswerk spaerlich und matt. Als
Beispiel spaetestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeituer. An der
NSeite Renss.Emporen von 1570.
_Altarwerk_ aus Sandstein 1611 von _David Schwenke_, Skulpturen von
_Antonius v. Saalhausen_; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und
Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung;
in der Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn,
seitlich Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des
Obergeschosses die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld
Christi Himmelfahrt. -- _Kanzel_ aus Sandstein 1543 verkuenstelt spgot.,
Schalldeckel 1576. -- _Taufstein_ 1561, Fuss 1802 (der alte zeigte
Kindergruppen wie in Annaberg). -- Unter den zahlreichen _Grabsteinen_ und
_Epitaphen_ mehrere hervorragende Stuecke: D. v. Sebottendorf 1585; M. L.
Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607, hoechst
lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nuechtern. Unter den Grabsteinen an der
Aussenwand hervorzuheben H. W. v. Schoenberg {~DAGGER~} 1645. -- _Epitaphgemaelde_ von
_H. Goeding d. Ae._ [_Antependium_ aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt
Altert. Ver. Dresden.] -- An den Gwbb. grosser _Gemaeldezyklus_ aus M. 16.
Jh., "ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und Seltenheit".
-- _Orgel_ 16. Jh., veraendert 1678. -- _Glocke_ 2. H. 14. Jh.
*Dominikaner-Klst.* Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 :
12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerstoert). Im Schiff
8eck. Pfll. von aeusserster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich
skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der Kaempferpunkt an den Pfll.
selbst nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke
angefuegte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige
Kapitelhaus.
*Rathaus* spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten
Epoche die reich umrahmten Tueren des Erdgeschosses.
*Privathaeuser.* Pirna hat mehr als die meisten anderen Staedte Sachsens vom
Gepraege aelterer Jahrhunderte bewahrt. _Spaetgotisches_ z. B. Markt 3 und
46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. -- Aus
_Renss._ besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den
Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekroent mit dem
Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt
12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schloss; Ecke
Barbiergasse und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18,
Schustergasse 4; Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673,
Schustergasse 2 von 1676. _Rokoko_: Langestr. 10, Badergasse 5.
*Schloss Sonnenstein*, jetzt Irrenanstalt; von aelteren Bauzeiten kaum etwas
erkennbar.
_PLASSENBURG B. KULMBACH._ OFranken.
Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, _Caspar Vischer_ unter Mitwirkung
der Wuerttemberger _Alberlin Tretsch_ und _Blasius Berwart_. Hauptbauzeit
1559-1569. Die beruehmten Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das
meiste kuenstlerische Interesse haben folgende Teile: im aeusseren Hof
Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, im
mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu Ross;
Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstuecke der
ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die grossartige Wirkung der
letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen
Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgeloesten, an den Flaechen
ueber und ueber mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse; abweichend
der NFluegel, der ehemals den grossen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktuerme
mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache
Massen.
_FLAUE._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
*Liebfrauen-K.* mit rom. Resten. Ruine *Ehrenburg*.
_PLAUEN._ K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache WPortal
und die kleine Sakramentsnische.
_PLAUEN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Johannis-K.* Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTuerme und die OWand des
Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von
Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach
Brand 1548. -- In die _Superintendentur_ eingebaut die Reste des
Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.
*Gottesacker-K.* (Luther-K.) 1693-1708. Naechst der zu Carlsfeld der
aelteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und
vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. -- Kleiner
4fluegeliger _Altar_ aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von
_Valentin Silbermann_, die feinen figuerlichen Reliefs um 1500.
*Rathaus* letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v.
Westfalen (Meissen) und wohl von demselben Meister wie die Schloesser in
Sachsenburg und Netzschkau (_Hans Reinhart_). Der breite Backsteingiebel
nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der Hoehe wachsende
Pilasterordnungen, Eckfuellungen in Wellenlinien.
_PLOeSSNITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter
Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.
_POeDELISL._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten
Schalloeffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich
reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht bar. Schiff. --
_Schnitzaltar_ bez. _H F_ und _Pflugschar_ (derselbe Meister in
Klein-Heringen, Goerschen und S. Moritz in Naumburg).
_PODELWITZ._ K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im
19. Jh. gaenzlich unberuehrt geblieben und dadurch von einem leider nicht
mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles.
_POeHL._ K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* Nach Zerstoerung im 30jaehrigen Kriege 1654-61.
*Schloss* 1572 fuer Kaspar v. Roeder, einfach renss., grosse tonnengedeckte
Halle. _Gemaeldesammlung_. Bmkw. ein reicher Rahmen von _J. H. Boehm._
_POLENZ._ K. Sachsen AH Pirna.
*Schloss.* E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und
Treppenhaus.
_POLLEBEN._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Wuerfelform. Spgot.
_Schnitzaltar_.
_POMMERSFELDEN._ OFranken BA Hoechstadt
*Pfarr-K.* 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische _Grabsteine_
1543-1685. Einer um 1560 von _Peter Dell d. J._
*Altes Schloss*. Wasserburg des 16. Jh.
*Neues Schloss Weissenstein*. 1711 bis 1718 fuer Lothar Franz v. Schoenborn,
Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von _M. v. Welsch_
in Mainz, Ausfuehrung von _Joh. Dientzenhofer_ in Bamberg. Nach Groesse und
Wert einer der vornehmsten Schlossbauten des Jahrhunderts, auch interessant
fuer die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rueckwaerts Marquardsburg). Gr.
in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt den grossen Hof der
Halbkreis der Stallungsgebaeude. Der Mittelfluegel des Hauptbaues wird durch
einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas hoeheren Querbau
durchbrochen, die Fluegel enden in je 2 Pavillons. An der Gartenfront 27
Achsen, an den Fluegelfronten 15. Der Aufbau in 3 differenzierten
Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd Saeule, Pilaster, Lisene, je
nach der Bedeutung des zu schmueckenden Bauteils. Uebergrosses Mansarddach.
Im Innern sind die staerksten Motive das Treppenhaus und der Festsaal,
beide den mittleren Querbau ausfuellend. Das _Treppenhaus_ war, bevor die
Neumannschen Schlossbauten es ueberboten, das grossartigste in Deutschland
und wird von keinem franzoesischen erreicht. Ein dem Quadrat sich naeherndes
Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien
Mittelraum in 2 Laeufen sich entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten
Obergeschoss; zum zweiten fuehren verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum
obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem
kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal
gelangt. Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer,
als Grotte charakterisierter Gartensaal. Im _Festsaal_ ein schwerer,
zugleich unruhiger Prunk; an den Waenden wechseln Pilaster und Vollsaeulen;
das Kranzgesims von willkuerlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr
grosse, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle fuehrt
zum freskierten Spiegel ueber. Unter den uebrigen Raeumen ist das
Vorhandensein einer Galerie fuer Gemaelde bemerkenswert. Die kleineren
Gemaecher haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten)
verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkuenstlerischen
Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fussboeden. -- Der praechtige im
Zirkel laufende Marstall 1717 von _Welsch_. Fuer andere Nebengebaeude _B.
Neumann_ zu Rate gezogen. -- Sehr bedeutend waren die Gartenanlagen; sie
sind A. 19. Jh. "englisch" umgearbeitet. -- Die grosse, frueher ueber
Deutschland hinaus beruehmte _Gemaeldegalerie_ hat M. 19. Jh. ihre
wertvollsten Stuecke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer
beachtenswert.
_POMSSEN._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* rom. Anlage. -- Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein
malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stuecke fuer sich bmkw. Grosses
_Sandsteinepitaph_ der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmaeler
dieser Familie bis 1725.
_PONICKAU._ K. Sachsen AH Grossenhain.
*Dorf-K.* Einfacher flachgedeckter Bau mit grossem Turm von 1726. --
_Fluegelaltar_, geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh.
_PONITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.*, aelteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. --
Gedenktafeln 1593 und 1613 in tuechtiger Renss.
*Schloss,* 1574, stattliche Aussenerscheinung.
_PORSTENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Schloss.* Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe
meist aus 18. Jh.
_POSA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
Ehem. *Benedikt.-Klst.-K.* Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben fuer
den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau uebereinstimmende
Fuenfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt
mit Talbuergel. WTuerme durch Merians Stich bezeugt.
Am WAbhang des Berges rom. _Palas_, von den Rundbogenfenstern nur eines
unvermauert, mit schoener Mittelsaeule.
_POSSENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weitraeumige
Verhaeltnisse, Formen spaetestgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten
Schlusssteine.
_POeSSNECK._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Stadt-K.* spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewoelbe beraubt.
*Rathaus.* 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in
eigentuemlicher und reizvoller Mischung spaetester Gotik und frueher Renss.
(A. 20. Jh. uebel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in gluecklichem
Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; ueber den
Treppenlaeufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel,
staffelfoermig ansteigend, aufgeloest ist. Reich dekoriert auch die beiden
grossen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von
Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenfoermig geschlossener
Blendboegen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gewoelbte Halle, sonst
aber wenig von aelteren Kunstformen erhalten.
*Wohnhaeuser.* Haus Wohlfahrt am Markt mit schoenem Portal von 1565 noch
ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus Fischer
am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564.
*Marktbrunnen* 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.
Bmkw. *Friedhof* mit K. und vielen Denkmaelern des 17. und 18. Jh.
_POSTERSTEIN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* spgot. und 17. bis 18. Jh. -- Bmkw. die reich geschnitzte
_Herrschaftsempore_ 1689 und der _Altaraufbau _ aus derselben Zeit.
*Schloss.* Die hoechst malerische Gebaeudegruppe, wesentlich 16. Jh.,
umlagert einen grossen ma. Turm.
_POeTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.
*Dorf-K.* Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. -- Bmkw. spgot.
_Schreinaltar_.
_POTTENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.
*Pfarr-K.* Got. 2sch. Halle, "waehrend der Chor sprom. (?) Formen erhielt",
Ausstattung bar. -- *Schloss.*
_PREDEL._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm
Fr.Renss. -- _Schreinaltar_ um 1500.
_PRESSECK._ OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* Chor got., Sch. bar.
_PRETTIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Stadt-K.* Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3
Gewoelbejochen. -- Grosser _Schnitzaltar_ um 1500, nordwestdeutsch, oder
niederlaendisch, 1614 von der Kurfuerstin Hedwig, einer daenischen
Prinzessin, geschenkt.
Runder got. *Torturm* in Backstein.
_PRETZFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.
*Kirche* 18. Jh. unbedeutend.
*Schloss* 16. Jh. auf ma. Grundlage.
_PRETZSCH._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
*Stadt-K.* 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. -- _Altar_ 1652 von _J. G.
Kretschmer_ aus Dresden. _Gemaelde_, Kreuzigung, von _D. Heuer_ aus
Leipzig. _Grabmal_ der Koenigin Eberhardine. Arnimsche _Epitaphe_ 18. Jh.
Aussen am Turm Rittergrabstein 14. Jh.
*Schloss* 1634.
_PRICHSENSTADT._ UFranken BA Gerolzhofen.
Ein altfraenkisches *Stadtbild*, an dem man, wenn sich die Gelegenheit
bietet, nicht voruebergehen sollte. Inmitten grosser Weiher. Fast der ganze
Mauerguertel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2
runden Flankentuermen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im Staedtchen
grosser Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss. Dachwerk.
*Kirche* urspr. got., dann bar. ueberarbeitet und baulich ohne Interesse,
doch enthaelt sie eine originelle bemalte _Steinkanzel_ des 17. Jh.
_PRIESSNITZ._ K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack
niederlaendischer SpRenss. glaenzend ausgestattet, besonders die
herrschaftlichen Betstuben. Die _Gemaelde_ von _Johann de Perre_ aus
Antwerpen, ansaessig in Leipzig.
_PRIETITZ._ K.Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* 1881 fast ganz erneuert. -- _Altar_, gute Tischlerarbeit von
1646. _Denkmaeler_ des 18. Jh., ueber die in der Lausitz recht gute
Durchschnittsqualitaet noch hinausgehend.
*Herrenhaus* (v. Stammer) um 1770. Groessere Portraetreihe, u. a. von _Anton
Graff_ und _Chr. Leberecht Vogel_.
_PROBSTZELLA._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* wesentlich 1755. -- _Altarwerk_ fraenkisch um 1500.
_PROFEN._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* Rom. Turm. Schoener spgot. Chor 1495. -- Ausstattung in guter
Renss., desgl. Decke und Emporen in kraeftiger Polychromie.
_PROeLSDORF._ UFranken BA Hassfurt.
*Pfarr-K.* 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit der
Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. -- Im Pfarrhof bmkw. _Kaselkreuz_
15. Jh.
_PROSSELSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Posthum got. Neubau 1614. -- Derb wirkungsvolle Ausstattung um
1700. -- _Dorfbrunnen_ unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.
_PROZELTEN_ siehe Stadtprozelten.
_PULSNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Pfarr-K.* Ueber Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. --
Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmaeler der Barockzeit.
*Schloss* (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen Epochen
des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben.
*Rathaus* schlicht renss. Wohnhaeuser 18. Jh.
_PURSCHENSTEIN._ K. Sachsen AH Freiberg.
*Schloss* aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage von
5 Tuermen von hohen bar. Helmen gekroent; davon jetzt nur einer erhalten;
sonstige Kunstformen spaerlich.
_PUSCHENDORF._ OFranken BA Hoechstadt.
*Pfarr-K.* 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewoelbt. Im Langhaus Holztonne.
Tuechtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer
Innenraum. 3 _Schnitzaltaere_ aus der Erbauungszeit. Gemalte
_Wappenscheiben_ nuernbergischer Familien.
_Q_
_QUEIENFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die Fenster
in got. Formen. -- Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der ehemals
beruehmten _Wallfahrts-K._
_QUERFURT._ Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.
*Stadt-K.* Urspr. spgot. Hallenkirche, in juengerer Zeit durch
Emporeneinbauten u. a. m. stark veraendert. Die rom. Sll., welche die
Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm
gefaelliges Portal 1. H. 15. Jh. -- Grosser bar. _Altarbau_.
*Friedhofs-K.* Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen _Epitaphen_.
*Rathaus.* Schlicht sprenss.
*Schloss.* Weitlaeufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- und
Wirtschaftshaeusern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh. Imposanter
runder Bergfried (der "dicke Heinrich") von 21 m Durchmesser und 4,5
Mauerstaerke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im Uebergang zur Renss. ein vom
Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die mitten im
weitlaeufigen Bering freistehende _Kapelle_ etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor
normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung,
im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im aeusseren Aufbau die schlichten rom.
Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716 barockisiert. Ueber der
Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries. -- Grabkapelle E. 14.
Jh. _Tumba_ des Gebhard v. Querfurt {~DAGGER~} 1383, an den Seitenwaenden das
Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit merkwuerdiger
Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog Georgs in
Pforta.
_R_
_RABENECK._ OFranken BA Pegnitz.
*Burg.* Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.
_RABENSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.
*Burg* mit Wappenstein von 1495.
_RABOLDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Homberg.
*Dorf-K.* Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein {~DAGGER~} 1604 und seiner Ehefrau
Ch. v. Berlepsch.
_RAeCKNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.
*Denkmal* fuer General Moreau {~DAGGER~} 1813.
_RADEBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Stadt-K.* Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. -- _Kanzel_ und
_Taufstein_ 1730 von _J. C. Feige_.
*Schloss.* 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus dem
Kreise des _Hans Schickentanz_, erneuert 1628 durch _Ezechiel Eckhardt_. --
Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin
interessante Beispiele der Dresdener Fruehrenaissance.
_RADEFELD._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
*Dorf-K.* Turm sprom., Sch. spgot.
_RADIBOR._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Kirche* neu. Aus der alten mehrere huebsche Ausstattungsstuecke 16. bis 18.
Jh. -- _Holzplastik_ in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh.,
ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite
desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und
gemalten Fluegeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen um 1480
u. a. m.
*Schloss* 1709, grosse Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte
Lichthof und Treppenhaus.
_RADMERITZ._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* Turm 1702. Ansehnliches _Grabmal_ des J. v. Ziegler, Stifters v.
Joachimstein {~DAGGER~} 1734. Ausstattung um 1734. Praechtiges Gruftgebaeude 1744.
_RALBITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* Niedriger Gewoelberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch
katholisch. -- Im Dorf _Dreifaltigkeitssaeule_.
_RAMMELBURG._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
*Schloss.* Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren
Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und Oberteil
der Seitenwaende bedeckt mit biblischen Darstellungen in "hoch erhabenem
Bildwerk".
_RAMMENAU._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Schloss* nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die
Wirtschaftsgebaeude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Geraeumiges,
vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art _Oesers_. Die
sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten
Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700
und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer.
_RANDERSACKER._ UFranken BA Wuerzburg.
*Dorf-K.* Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut
erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungewoehnlich reicher Gliederung,
die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. -- Ausstattung um
1700. Auf den Seitenaltaeren _Gemaelde_ von _Oswald Onghers_, 1683 und 1704.
Seinsheimsche _Grabsteine_ E. 14. Jh. -- _Friedhofsbefestigung_ nach 1609.
Grosser *Zehnthof* des Wuerzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332,
veraendert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte _Haeuser_ 16.-18. Jh. Am
Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhaeuschen, Schule _Neumanns_. --
_Bildstoecke_ in grosser Zahl, meist 17. Jh.
_RANIS._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrueck.
*Stadt-K.* spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der
ehemals reichen Ausstattung wenig uebrig.
*Schloss,* got. und renss., mit hohen Giebeln, hoechst malerisch.
_RASDORF._ RB Cassel Kr. Huenfeld.
*Pfarr-K.* (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh.,
im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und spgot. Nachbesserungen. --
Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile
spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt
im Fussboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, hohe
Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende Emporeneinbau
(verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des Obergadens
beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten fuer das Kreuzrippengwb.
Ueber der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine
steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinauffuehrt; der Chor mit 5/8
Rippengwb. -- Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms ueber 50 m.
_RATENDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm
ueber dem Chor. -- _Schnitzaltar_ 1510.
_RATSFELD._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
Fuerstl. *Jagdschloss* 1698. Aussen sehr einfach. Die Kapelle in strengem
Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.
_RATTELSDORF._ OFranken BA Bamberg I.
*Pfarr-K.* 1465 aehnlich Hallstadt; 1823 zur Haelfte abgebrochen und
erneuert.
_RAUENSTEIN._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Dorf-K.* 1453. Huebsche Steinkanzel A. 16. Jh.
*Burg* erb. um 1350, zerstoert 1640, Spuren edlerer architektonischer
Durchbildung.
_RAUHENECK._ UFranken BA Ebern.
*Burgruine.* Polyg. Bering mit Renss. Tuermen; am ehem. Palas noch rom.
Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Graeben gut erhalten.
_RAUSCHENBERG._ RB Cassel Kr. Kirchhain.
*Pfarr-K.* 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das noerdl. Ssch. nebst den
nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf
Kragsteinen, von roher Ausfuehrung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck.
Kreuzgwbb., Fenster nur an der suedl. Seite, suedl. Ssch. unterdrueckt;
renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schluss, spgot. Netzgwb. in
gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. -- _Ikon. Grabstein_ 1584. --
_Holzstatuette_ der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit. -- _Kruzifix_
aus gleicher Zeit. -- _Altarfluegel_ um 1400.
*Burgruine.* Der in 3 gewoelbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13. Jh.
interessant in Anlage und Einzelheiten.
_REDWITZ._ OFranken BA Wunsiedel.
*Pfarr-K.* E. 14. Jh., veraendert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem
Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluss, im Lhs. 3 Joche. Rundpfll. mit einfachen
Kaptt. Kreuzgwbb. -- Huebsches _Sakramentshaus_ 1498, ca. 4 m h. Aussen
_Oelberg_ 2. H. 15. Jh.
*Kathol. K.,* gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.
*Rathaus* umgebaut aus got. Schloss; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509,
1593, 1642.
_REGENSBERG._ OFranken BA Forchheim.
*Schloss* ziemlich erhalten.
_REIBERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgefuehrt. Kanzelaltar
1780. Nicht ueble Rittergrabsteine 1552, 1619. Graefl. Einsiedelsche Gruft
1746.
*Schloss* 1763 von _Andreas Huenigen_ in Zittau. Ufoermige Anlage, die kurzen
Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem Klassizismus
zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten. Praechtige
Empiremoebel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf
Joh. Georg v. E. von _A. Graff_, Graf Heinrich v. E. in der Art _J. F. A.
Tischbeins_. Meissener Porzellan mit einigen hervorragenden Stuecken. -- Die
ursp. franzoesische _Parkanlage_ in der englischen Umwandlung noch zu
erkennen. Reizender _Gartentempel_ von _Eschke_ 1796 (etwas veraendert
1830).
_REICHELSBERG._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Burg.* Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525
zerstoert. Grossartige Ruine. Die Regelmaessigkeit der Anlage deutet auf
spaeteres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtuerme.
_REICHELSBURG b. AUB._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Burgruine.*
_REICHENAU._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1690 von _Heinrich Proscher_. Weitraeumiger Saal mit Doppelempore
und flacher Holzdecke. Reste von spgot. _Altarplastik_ [z. T. im Dresdener
Altert.-Ver.]. _Altar_ 1819, die _Holzfigg_. von _Gareis_ in Ostritz.
Praechtige _Orgel_ 1769.
_REICHENBACH._ RB Cassel Kr. Witzenhausen.
Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veraenderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor
quadr., ueberall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei Wuerfelknaufsaeulen
wechseln mit 1 Pfl.
*Burgruine.*
_REICHENBACH._ K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* 1720 mit rom. Mauerresten. -- Schoenes _Altargeraet_ E. 17. und A.
18. Jh., augsburgisch. -- _Orgel_ von _Gottfr. Silbermann_ 1725.
_REICHENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* Chor 1513, das 1sch. Lhs. aelter. -- 2 Taufsteine, der eine rom.
13. Jh., der andere, reich geschmueckte, 1620. -- _Denkmaeler_: 1621 Kind von
zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrauss und Gebetbuch.
_REICHENBERG._ UFranken BA Wuerzburg.
*Schloss,* seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwuestung im Bauernkriege
whgest. im 17. Jh.
_REICHENFELS._ Reuss j. L. LA Schleiz.
*Burgruine* 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine geworden.
Museum des _Voigtl. Altert.-Ver._ mit Resten von spgot. Altarplastik.
_REICHMANNSHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* 1607-15.
*Burgruine.* Rechteckige Anlage. Tuerme, Mauern und Graeben teilweise
erhalten, besonders betraechtliche Teile des grossen, suedl. Bergfrieds.
14.-15. Jh. Mit Bauernhaeusern eingebaut.
_REIDEBURG._ Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* mit rom. Turm.
_REIFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Ehem. *Cisterc.-Klst*. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im
Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Betraechtliche Reste des got. Kreuzgangs.
Klostergebaeude bar. mit stattlichem Treppenhaus.
_REINHARDSBRUNN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Herzogl. Schloss* an Stelle eines einst hoch beruehmten *Klosters*; gegr.
im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von
_Grabsteinen_ thueringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer {~DAGGER~} 1123
zurueckgehend, jedoch saemtlich A. 14. Jh. ausgefuehrt, als Ahnenreihe nach
derselben Idee, wie die wettinischen Grabmaeler auf dem Petersberg bei
Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Meissen.
Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Haende, beide nicht ersten Ranges,
zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III.,
Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der
Eiserne. Ausser dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen {~DAGGER~} 1324,
einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.
_REINHARDTSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit schoenem Portal,
bez. 1675.
_REINHARDTSGRIMMA._ K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* Umbau 1742, am Aeussern spgot. Formen erhalten; ungewoehnlich
langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. -- Sandsteinaltar mit
Abendmahlsrelief 1601. Orgel von _Gottfr. __ __ Silbermann_ 1731 -- _Ikon.
Doppelgrabstein_ fuer H. v. Schoenberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller
Charakteristik.
*Schloss* 1767 in der Richtung _Knoeffels_. Im Park Marmordenkmal fuer Anna
v. Buelow von _L. Grossi_ 1790.
_REINHARZ._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
*Kirche* 1704 mit ungestoert erhaltener Ausstattung.
*Jagdschloss* fuer August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Grosser
Mittelbau mit niedrigen Seitenfluegeln, schlanker achtstoeckiger Turm mit
Zwiebelhaube. 3 vollstaendig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer.
Altmeissener Porzellan.
_REINHOLTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar.
_REINSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Ehem. *Klst.-K.,* gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als
evang. Pfarr-K. umgebaut. -- _Tympanon_, Maria zwischen Engel und Bischof,
A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich
stuckiert, weniger gut die Gemaelde.
_REINSTADT._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Kirche* spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got.
_Schnitzaltaeren_. _Grabsteine_ v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.
*Burg* in dem einfachen Typus der "Kemnate", in 4geschossigem spgot.
Aufbau gut erhalten.
_REITZENGESCHWENDE._ Pr. Sachsen Kr. Ziegenrueck.
*Dorf-K.* 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv laendlichem
Geschmack. -- _Bauernhaeuser_ im Blockverband.
_REITZENSTEIN._ OFranken BA Naila.
*Schloss* 1557 an Stelle aelterer Burg.
_REMLINGEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
Sog. *Wuerzburgerschloss,* erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim.
Typische Wasserburg, unvollstaendig erhalten.
*Kastellsches Schloss*. Komplex einfacher Bauten um 1560.
_REMSE._ K. Sachsen AH Glauchau.
*Dorf-K.* Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch
rom. Steinempore (Reste) koennte durch das nahe ehem. Nonnenklst. veranlasst
sein. -- *Kloster*. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen
Kreuzgwbb. Bestimmung ungewiss.
_RENGELRODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1738. Sorgfaeltig ausgebildeter Quaderbau.
_RENGERSBRUNN._ UFranken BA Gemuenden.
*Pfarr-K.* 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar _Holzfigur_ der Madonna um
1460. -- Gute _Kanzel_ in der Art der _Bossiarbeiten_, E. 18. Jh. --
_Hochzeitsbecher_, Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit von 1670. --
Grosses praechtiges _Ciborium_, wuerzburgisch, um 1720.
_RENTWEINSDORF._ UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* Grosse Anzahl von _Epitaphien_ der Freih. v. Rotenhan, darunter
gute Renss. Arbeiten in Sandstein.
*Schloss* (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem
Mitteltrakt und schraegen Fluegeln; Formcharakter bambergisch. Im Schlosspark
schoene _Orangerie_ um 1750. Vor dem jetzigen Schloss stehen noch Tuerme und
Wehrbauten des _alten Schlosses_ um 1520.
_REPPERNDORF._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh.
-- _Altar_ 1608 mit _Gemaelden_ von _Hans Haunisch_.
_RETZBACH._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1736-40 von _B. Neumann_. Typisch fuer die kleineren Landkirchen
des grossen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern,
eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, Aeusseres verputzt mit roten
Sandsteinpilastern. -- _Altarblatt_ von _Zaner_ 1741. -- Praechtiges
_Rok.Ciborium_ um 1770 bez. _D_ (_Joh. Doerffer_ in Wuerzburg). Schoener
_Kelch_ 15. Jh.
*Wallfahrts-K.* Chor 14. Jh., Lhs. 1625. -- _Gnadenbild_ der Madonna 14.
Jh. -- Im Pfarrhof reiches rom. Saeulchen.
*Rathaus.* Huebscher Fachwerkbau um 1574.
_RETZSTADT._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3. Geschoss
gekuppelte rundbg. Schalloeffnungen mit zierlich behandelten Saeulchen aus
sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines
Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschraegten Kante des Bg.
phantastische Tierfigg. -- _Deckenbilder_ von _S. Urlaub_ 1728.
_Hauptaltar_ vom Schreinermeister _Joh. Uhl_ (der Riss von _B. Neumann_
approbiert). _Monstranz_ von _Stipeldey_ in Augsburg 1793.
_Prozessionstafel_ ("Blutschild") aus Silber, um 1700.
Gute *Fachwerkhaeuser,* meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. --
Mehrere _Bildstoecke_ 18. Jh.
_REUCHELHEIM._ UFranken BA Karlstadt.
*Dorf-K.* Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die _Altaere_ in derbem
Rok., dekorativ von famoser Wirkung. _Deckengemaelde_ bez. _J. P. Herrlein_
1753.
_REURIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K.
Das uebrige oefters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament
bemalte _Bretterdecke_ bez. 1596.
*Burg,* ziemlich gut erhalten, der WFluegel 14. Jh.
_REYERSBACH._ UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Sehr feine _Rokokoaltaere_ (aus Kloster Bildhausen stammend).
_RIEDE._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
*Schloss.* 16. Jh. Noch bewohnt.
_RIENECK._ UFranken BA Gemuenden.
*Kreuzkapelle* um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem
_Relief_ der Kreuzigung, bez. 1628.
*Burg.* Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten und
der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der
WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13.
Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen
Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale Staerke von 7 m
erreicht, oben im 3. Geschoss eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m,
Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen
Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 Saeulen, auf
denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundriss;
die Saeulen haben attische Basis mit den zum Ueberfang umgebildeten
Eckblaettern der Spaetzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried,
ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres
Seitenstueck zum noerdlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig,
flachgedeckt mit OApsis. Ueber dem WPortal, spaeter eingefuegt, 2 gute
_Grabsteine_ des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und
seiner Frau.
_RIESA._ K. Sachsen AH Grossenhain.
Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst.* Einfache spgot. Kirche, 1848 durchgreifend
erneuert. Am OFluegel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss Fenster der
Nonnenzellen. Im NFluegel Refektorium mit schoenem Kreuzgwb. Der SFluegel E.
16. Jh., jetzt *Rathaus.* Von der alten Befestigung ein maechtiger quadr.
Turm.
_RIETH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* 1682, rom. OTurm.
_RIMBACH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* spgot. -- _Schnitzaltar_ von besserer Qualitaet, v. Hansteinsche
_Grabsteine_ roh.
_RIMPAR._ UFranken BA Wuerzburg.
*Pfarr-K.* 19. Jh. _Sandsteinaltar_, reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen
des Fuerstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8)
_Bildnisgrabsteine_ der Grumbach; hervorzuheben Eberhard {~DAGGER~} 1487, mit
Unrecht _Riemenschneider_ zugeschrieben, Valentin {~DAGGER~} 1520, Konrad {~DAGGER~} 1527,
Kunigunde {~DAGGER~} 1507.
*Schloss.* Nicht gross, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich
Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz
machte, 1613 ff. 2 Wohnfluegel im Winkelhaken, an der Aussenecke maechtiger
Rundturm. Das Aeussere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3
Repraesentationsraeume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte
Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Waenden breiter Figurenfries in Stuck
mit Szenen aus der roemischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im
Ornament Floriselemente. -- _Lusthaus_ des Schlossgartens, seiner Dekoration
beraubt (Maedchenschule).
*Rathaus* 1614. -- Menge von _haeuslichen Heiligenbildern_ und
_Bildstoecken_.
_RITTERSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Pfarr-K.* 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. _Altarbau_ von
_Winterstein_, mit den Seitenaltaeren zu einer wirkungsvollen Gruppe
zusammengeschlossen. -- Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.
_ROCHLITZ._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Petri-K.* Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll.
1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche,
das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. _Taufstein_ 1548
noch mit got. Ornament.
*Kunigunden-K.* von _Arnold v. Westfalen_ (dem Meister des Meissener
Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz aehnlich der Petri-K., nur der Schluss
aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der
spaeter angelegten Langhaushalle weit ueberragt und deshalb abgewalmt. Um
diese unschoene Loesung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den
hohen 8eck. Mittelturm, waehrend die Seitentuerme niedrige Hauben erhielten
(vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die
Suedseite verlegt. Tuer und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen,
dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal uebereinander an den
Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Flaechen kleine Figuerchen
hervor, oder bloss Koepfe oder Haende. Nach alter Zeichnung war auch eine
Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der
ganze Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. --
Grosses _Altarwerk_ um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Fluegel, mit der
Bekroenung 8,57 m hoch. [Ein anderer Fluegelaltar von 1521 jetzt in der
Hospital-K.] -- Im Chor Reste von _Glasmalerei_ um 1500.
*Schloss* sehr reduziert; einzelne Teile Werk _Arnolds v. Westfalen_,
_Museum_ mit oertlichen Kunstaltertuemern.
_ROCHSBURG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger
Vorhalle, also ca. 1220-30. -- Grosses _Freigrab_ des Wolf v. Schoenburg
{~DAGGER~} 1581 und seiner Gemahlin {~DAGGER~} 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die
zwoelf Apostel, oben die lebensgrossen knienden Gestalten der Verstorbenen.
*Schloss.* Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geraeumigen 4eck. Hof,
aeltester Teil der runde Bergfried. Kuenstlerisch interessanter der Ausbau
1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch _Arnold v. Westfalen_. Rest. nach
Braenden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes _Altarwerk_ 1576, die 10
steinernen Reliefs von _Andreas Lorentz_ aus Freiberg. In einem Nebenraum
_Schnitzaltar_ von 1522.
_ROeCKEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* mit rom. Turm und spaetestgot. Chor.
_RODA._ K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.*, rom. Mauern, eingewoelbt im 15. Jh. von einem Meister der
Rochlitzer Huette, vielleicht demselben, der in Kohren taetig war.
_RODA._ Sachsen-Altenburg.
*Kreuz-K.* Alte Gruendung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen.
Durch haeufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden.
*Stadt-K.* E. 16. Jh. in der ungewoehnlichen Form eines grossen (21 m
Durchmesser) Achtecks. Drei Raenge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen von
aussen; flache Decke; der polyg. Chor spgot.
*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.* Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die
OWand hat 3 grosse pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter
von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen. Die
Langseiten koennten dem Stiftungsbau um 1240 angehoeren; Fenster klein, zu 2
gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem
_Madonnenrelief_. Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit
Erbbegraebnis der Herren von Lobedaburg.
_RODACH._ Sachsen-Coburg Amtsstadt.
*Stadt-K.* Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, laengliche, polyg.
geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach veraendert; seitlicher Turm
1471. -- Reste der *Stadtbefestigung* von 1550.
_ROeDELSEE._ UFranken BA Kitzingen.
*Kath. Pfarr-K.* 1779.
*Prot. Pfarr-K*. 1770.
Stattliche Profanbauten: das _Crailsheimsche Schloss_, der _Ebracher
Zehnthof_ (beide ca. 1600) und das graefl. _Castellsche Zehnthaus_ (Gasth.
zum Loewen) von 1648.
_ROeDERAU._ K. Sachsen AH Grossenhain.
*Dorf-K.* 1786-1817.
_ROeDERSDORF._ Reuss j. L. LA Schleiz.
*Dorf-K.* Spgot. Mehrere _Schnitzaltaere_.
_RODERSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.
*Kirche,* ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore.
Die kunstvolle _Altarbekleidung_ ursp. fuer die Feldgottesdienste Gustav
Adolfs von Schweden. -- Gute schmiedeeiserne _Grabkreuze_.
_RODEWISCH._ K. Sachsen AH Auerbach,
*Petri-K*. Geraeumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. Loeblicher
Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden.
_RODIGAST._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Anlage rom.
_ROHR._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
Ehem. *Nonnen-Klst.-K*. (von Fulda abhaengig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt
Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche Haelften
geteilt; die westl. enthielt die Nonnenempore ueber hoelzerner
Zwischendecke. Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein
quadr. Turm.
*Dorf-K.* Vermutlich die 825 als zu Fulda gehoerig genannte S. Michaelis-K.
(Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Huegel haben an eine
ehemalige heidnische Kultstaette denken lassen.) Aeltester Teil die Krypta;
Gr. ueberhoehter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, aussen rck. ummantelt (wohl als
Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in
primitiver Weise in Moertelguss mit Bruchsteinen ausgefuehrte Gwb. ruht auf 4
formlosen Pfll.; die Steine ueber der noerdl. Stollentuer zeigen Riefelung.
Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. -- Die K. rck.
28,7 : 8,7 m. Form und Groesse sprechen dafuer, dass dieser Bau die aeltere
Klst.-K. war. Spaetere Veraenderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster uebrig
gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. -- Befestigter Kirchhof,
Wall, Graben, Tor; letzteres rom., spaeter mit neuem Wehrturm ueberbaut;
davor eine Art Zwinger mit Vortor.
*Baderei,* reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenueber grosses Hoftor mit
Sitzkonsolen 1619.
_ROHRBACH._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1778 von _Geigel_. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die
_Altarfigg_. in der Richtung _P. Wagners_. Bmkw. _Monstranz_ und _Kelche_
von _Stipeldey_ in Augsburg 1797.
*Kreuz-Kap.* 1712. Reste guter _Altarplastik_ um 1500, Richtung
_Riemenschneiders_, wohl von derselben Hand wie die Figg. in Grosslangheim.
Gute _Pietas_ um 1490, verwandt der in Eussenheim.
_ROHRBORN._ Pr. Sachsen Kr. Weissensee.
*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage.
_ROeHRIG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Bar. mit dem in dieser Gegend regelmaessig angewendeten 3/8 Chor.
-- Ein gutes Stueck die renss. _Kanzel_ mit unten eingebautem Beichtstuhl.
_ROeHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Herrenhaus.* Grosse schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die huebsche
Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Portraets.
_ROeHRSDORF._ K. Sachsen AH Chemnitz.
*Dorf-K.* Architekturlos. -- Die _Kanzel_ aus Porphyrtuff, bez. 1565, im
Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figuerliche Plastik allerdings
minderen Wertes. Grosse _Glocke_ A. 15. Jh. Die zwei grossen _Oelgemaelde_ auf
Holz aus A. 17. Jh. bildeten den Verschluss einer Orgel in Chemnitz.
_ROeHRSDORF._ K. Sachsen AH Pirna.
*Schloss* A. 17. Jh. Prachtvolle Kacheloefen aehnlich denen in Wiesenstein.
Portraets von _A. Graff_. Gartenstatuen bez. _Gottfr. Knoeffler_.
_ROeMHILD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Stadt-K.* 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwuerdig die Anlage eines
doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und
polyg. geschlossen, Turm im NO ueber der Sakristei. -- Ueppig geschmueckter
Fuss eines zerstoerten spgot. _Sakramentshaeuschens_; _Altarbau_ 1686
tuechtig; _Votivgemaelde_ 1482. Ein wertvoller Besitz die seit 1865 im Chor
aufgestellten 7 _Grabsteine_: Georg I. von Henneberg 1465; Johannetta
1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v.
Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die
wichtigsten Stuecke (Suedkap.) das _Erzbild Ottos_ IV. {~DAGGER~} 1502, doch frueher
ausgefuehrt, aus der _Vischer_schen Werkstatt (Peter?), und das _Hochgrab
Hermanns_ VIII. und der _Elisabeth von Brandenburg_, nach (wahrscheinlich
eine laengere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der Elisabeth; nahe
verwandt dem Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die persoenliche
Urheberschaft _Peter Vischers_ wird fast allgemein angenommen, aber es
fehlt dafuer nicht nur die aeussere Beglaubigung; die architektonische
Dekoration der Tumba in matter Spaetgotik verraet in keiner Weise den
Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht von sehr
lebendiger Formenschoenheit die stehend gedachten, einander in
Profilstellung zugekehrten Portraetfiguren der Deckplatte; nicht
gleichwertig die Eckstatuetten. -- Zahlreiche Gemaelde, z.T. inhaltlich
interessant, kuenstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter den Geraeten und
Paramenten.
*Gottesacker-K.* 1708-12 von _Chr. Richter_.
*Schloss Gluecksburg*. Oft umgestaltet. Den aeltesten Kern (Hinterschloss und
Mittelschloss) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit
1540 ff. Eine dritte unter Leitung von _Chr. Richter_ 1676-78. Eine vierte
1724.
*Prinzenpalais* ca. 1770.
_ROMMERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Edelhof*. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das
Innere gut erhalten. Aussen Bildhauerarbeiten des _Philipp Soldan_ von
Frankenberg.
_ROMSCHUeTZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* 1725-33.
*Schloss* 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.
_RONSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.
*Dorf-K.* mit rom. OTurm ueber dem gewoelbten Altarhaus.
_ROPPERHAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Burgruine.* Rom. Wohnturm.
_ROePPISCH._ Reuss ae. L. LA Greiz.
*Dorf-K.* Rom. Anlage wie Pahnstangen.
_ROSENAU_ bei Coburg.
*Schloss.* 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.
_ROSENTAL._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
*Stadt-K.* 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmaelere polyg. Chor 14. Jh.
_ROSENTAL._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Wallfahrts-K*. 1778. Grossraeumiger gewoelbter Hallenbau, Ausstattung
gleichzeitig. Eine schoene Bar.Arbeit die silberne _Expositur_ bez. 1691.
_Kelche_ got. und bar.
_ROSSACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor.
_ROSSDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* Grosser, 1730 verlaengerter Saalbau; in der oestl. Haelfte Emporen
und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. Der in gutem Umriss
aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schiessscharten.
_ROeSSEN._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* Frgot. mit OTurm.
_ROSSFELD._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit
Jahrhunderten gebraeuchliche Form, quadr. mit darueber stehendem Turm,
beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut.
_ROSSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs.
1690, sehr nuechtern.
*Klst.-K.* fast spurlos zerstoert. Aeltere Ansichten ergeben eine sprom.
Anlage aehnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, Aebtissinnenbilder
in Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von _Arntz Semler_
von Freyburg. Das neue Schulgebaeude 1740-42 in bescheidenen Formen.
_ROSSRIETH._ UFranken BA Mellrichstadt.
*Wasserschloss* mit Fachwerkgiebeln und Tuermen mit Fachwerkobergeschoss.
Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh.
_ROSSWEIN._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Stadt-K.* 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau
erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. --
*Rathaus* 1505, rest. nach Brand 1806.
*Tuchmacherhaus*, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von
Zelle; schmuckreiches Portal 1537.
_ROTENBUCH._ UFranken BA Lohr.
Ehem. Jagdschloss der Erzbischoefe von Mainz. 4fluegelige Wasseranlage des
17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Bruecke mit einer Kap. des 15. Jh.
verbunden.
_ROTENBURG I. TH._ Schwarzburg-Rudolstadt.
*Burgruine.* Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp.
Ma. Kuenstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau
mit grossem Saal im Obergeschoss.
_ROTENBURG._ RB Cassel Kreisstadt.
*Stifts-K. S. Elisabeth,* beg. 1370, weitergefuehrt 1484-1501, verstuemmelt
1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im
Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Tuerme (WTuerme nie vorhanden). Eine
der groessten K. Kurhessens. -- _Denkmal_ des Landgrafen Hermann {~DAGGER~} 1658 und
seiner Gemahlin {~DAGGER~} 1683.
*Pfarr-K. S. Jakob,* bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb.
nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., spgot., aber mit
Rundbogenfries und Ecklisenen. Schoener marmorner Tisch aus der Schloss-K.
*Georgs-Kap.* (Hospital) an Stelle der alten Burg.
*Schloss.* Im SFluegel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.).
Reichgeschnitzter Hochaltar.
Gute *Fachwerkhaeuser* 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive haeufig.
_ROTENFELS._ UFranken BA Lohr.
*Pfarr-K.* 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des
Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs.
dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Masswerkfenster. Aus der
Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von _W. Ritterlein_
(vgl. Karlstadt, Buechold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar _Madonna_,
Holz, E. 14. Jh. -- _Kanzel_ und _Sakramentshaeuschen_ Sandstein, 1613.
_Monstranz_ 1615, Stiftung des Fuerstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in
der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die Bauten
dieser Zeit tragen.
*Schloss.* Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried,
Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgefuehrten
Wohngebaeude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgebaeuden
16.-17. Jh.
*Rathaus* 1595 in reicheren Renss.Formen.
_ROTENHAN._ UFranken BA Ebern.
*Burgruine.* Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken
Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.
_ROTENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Huenfeld.
*Dorf-K.* Rck. mit WTurm. Gilt fuer fruehrom.
_ROTENSTEIN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.
*Rathaus* mit spgot. Stabwerkportal.
Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.
_ROTH._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18.
Jh. -- _Kanzel_ 1738, huebsch, nicht ganz von der gewoehnlichen Art.
_ROeTHA._ K. Sachsen AH Borna.
*Georgen-K.* urspr. rom., auf 2 WTuerme berechnet, von denen nur der noerdl.
ausgefuehrt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene
gewoelbte Chor nach 1510. -- _Altarwerk_ um 1620; das Hauptgemaelde
vielleicht von _Johann de Perre_ (vgl. Priessnitz). v. Friesensche
_Epitaphe_ und _Bildnisse_.
*Marien-K.* (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der Rochlitzer
Huette, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schluss. Durchweg
Netzgwbb. -- _Altarwerk_ um 1520, bmkw. durch fruehen Anklang an die Renss.
*Schloss* (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von _Chr. Bodenstein_ in
Weissenfels. Reiche Innenausstattung. Portraetgalerie mit Stuecken von
_Pierre Gaudreau_ (Marschall v. Sachsen), _Rigaud_ (?), _Silvestre_,
_Graff_.
_ROTTELSDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* mit rom. Turm.
_ROTTENBAUER._ UFranken BA Wuerzburg.
*Ev. Pfarr-K.* von 1490, unbedeutend. -- Zahlreiche _Grabsteine_ der
Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.