2 Wolfskeelsche *Schloesser,* bar., im jetzigen Zustand unerheblich.

_ROTTENDORF._ UFranken BA Wuerzburg.

*Dorf-K.* Gotisierender Umbau 1613. _Deckengemaelde_ 2. H. 18. Jh., nicht

schlecht. Vortreffliche klassizist. _Ausstattung_.

_ROeTTINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Pfarr-K.* Geraeumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veraenderungen A. 17.

Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in frueher Kompromissgotik (Ablass

1287). Ueber dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom.

gegliederte OTurm. Anschliessend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten

des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive

Wasserspeier. -- Ausstattung 17. und 18. Jh. -- Zahlreiche _Grabsteine_.

Aeltester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim

{~DAGGER~} 1414. Grosser _Oelberg_ 18. Jh.

*Spital-K*. 1614. Auf einem der klassizist. Altaere liebenswuerdige

feingefuehlte Holzmadonna um 1470.

*Ringmauern* grossenteils erhalten. -- Im Rentamtsgebaeude Reste der

Hohenlohischen Burg des 13. Jh. -- *Rathaus* nach 1750. Alte

_Trinkgefaesse_. -- Der sog. *hohe Bau* im unteren Teil 13. Jh., mit sprom.

Fenstern, oben spgot. Fachwerk.

_ROTWERNDORF._ K. Sachsen AH Pirna.

*Schloss* seit 1556. Eigenartige Grundrissanordnung; aus einem Rck. von 26 :

10 m springen uebereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor;

Fassadengliederung durch Pilaster.

_RUeCKINGEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Dorf-K.* 1596, am Schnoerkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche

Grabsteine und Wappen der Herren v. Rueckingen und von Ruedigheim. -- 2

Schloesser dieser Adelsfamilien.

_RUDELSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burg.* Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten,

der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch

einen Mauerrest angedeutet, war von ausserordentlicher Ausdehnung als

Wohnsitz zahlreicher Burgmannen.

_RUeDENHAUSEN._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Schloss* der Fuersten Castell. Um 1285 zuerst erwaehnt. Aeusserst malerische

Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentuermen; innen einige

charakt. Zimmer des fruehen 16. Jh. Erweiterungen 1910.

Westl. davon das *neue Schloss;* M. 18. Jh., im 19. Jahrh. veraendert.

*Kirche.* _Epitaphe_ der Grafen Castell, die aeltesten (E. 13. Jh.)

heraldisch.

_RUeDIGHEIM._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Kirche.* Frgot. 1sch., 4 kurzgewoelbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise

erhaltene Aussenbemalung. Gehoerte zu einer *Johanniter-Commende,* von

welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Domaene dienender Bau erhalten ist.

An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. _Grabstein_ des

Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.

_RUDOLSTADT._ Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.

*Stadt-K.* 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch.

Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hoelzerne Emporen in 2 Raengen. Pfll.

8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von aelterem

Bau beibehalten. -- Hoelzerne _Kanzel_ von einer Mosesfigur getragen 1636;

derb bar. _Altaraufsatz_ mit wiederverwendeten spgot. Gemaelden.

*Ludwigsburg*. 1734.

*Schloss Heidecksburg,* nach Braenden 1571 und 1735, formenarmer Massenbau.

Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven, Dekoration reich

und nicht schlecht, Deckengemaelde von _Deisinger_.

*Rathaus* 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.

*Wohnhaeuser*. Einige aus 16. Jh.; huebsch die Hofgalerie in der Oberen

Marktstrasse no 8.

_RUGENDORF._ OFranken BA Stadtsteinach.

*Pfarr-K.* 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut

ornamentiertes Chorgestuehl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute

_Epitaphe_ 1564, 1658.

_RUHLA._ Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.

*Dorf-K.* 1682. Anlage im Winkelhaken mit hoelzernem Tonnengewoelbe. Derb

praechtige _Barockkanzel_.

_RUNDSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche

_Vierzehnnothelferaltar_ um 1500, nicht ohne Interesse.

_RUPPENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674.

_Schnitzaltar_ um 1500.

_RUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.

*Dorf-K.* Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere

sicher rom. -- Zahlreiche v. Nostitzsche _Grabdenkmaeler_ 16.-18. Jh.

_RUPPERTSGRUeN._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewoelbebau. Das Emporensystem

von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage uebertragen. Die wenig

ueber ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluss herum.

In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerueckt, ein

Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster

rundbg. In einigen Details Ansaetze von Renss. fruehestes Beispiel dafuer im

Kreise der laendlichen Architektur. -- Runde _Kanzel_ mit derben Reliefs.

_RUSSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Ansehnliche *Dorf-K.* 1729-33.

_RUSTENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Schloss* bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. _Taufstein_.

*Burg.* Gruendung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot.

Kap. z. T. erhalten. Grosses Amtshaus 18. Jh. -- Ganz in der Naehe Spuren der

*Kunzenburg*.

_RUSTENFELDE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. -- _Altar_ und _Kanzel_

gehoeren zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil fuer die Entstehungszeit

altmodisch.

_S_

_SAALBORN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* rom.-got. Uebergang. -- _Altarkruzifix_ "ganz ausgezeichnete

Arbeit des 12. Jh." aus vergoldetem Kupfer.

_SAALBURG._ Reuss j. L. LA Schleiz.

*Stadt-K.* Mischbau ohne Interesse. -- Im Fuerstenstand ein renss. Ofen.

Tuechtiger Altarbau 1665.

Bmkw. Reste der _Stadtbefestigung_.

*Klst. Heiligenkreuz* gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K.

zerstoert.

_SAALECK._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Burgruine.* Der enge Raum noetigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch

Schildmauern verbundene Rundtuerme, wohl M. 12. Jh.

_SAALECK._ UFranken BA Hammelburg.

*Burgruine.*

_SAALFELD._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

*Johannis-K*. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTuerme am Anfang

des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. -- 3sch. Halle von 28 :

22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm traegt. Gestreckter Chor

mit 8Eck-Schluss. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In

den Fenstern reiches Fischblasenmasswerk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2

Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstoert,

erhalten die _Tympanonreliefs_ (W Juengstes Gericht, S Anbetung der Koenige

und Kreuzigung). An der letzten Fensterbruestung der Sakristei NSeite

_Relief_ mit Schweisstuch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.).

Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. -- Reste von spgot. _Altaeren_,

einer von dem "Meister der architektonischen Baldachine"; bar. _Kanzel_;

_Relief_ von 1516 (ehemals an der Brueckenkapelle) mit der hl. Kuemmernis

(S. Wilgefortis) und dem Spielmann; _Tumbendeckel_ eines Gf. v. Orlamuende,

14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; _Glasmalereien_ in

den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Duererische Anleihen. Im

noerdl. Sschiff hl. _Grab_, 15. Jh.

*Siechenkapelle,* Kernbau fruehrom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17.

Jh. duerftig rest. -- _Schnitzaltar_ M. 15. Jh.

*Barfuesser-Klst.,* 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im

19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoss jetzt staedt. Museum. Im obersten

Geschoss _Deckengemaelde_ des 17. Jh. -- Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten.

*Nikolai-K*. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen fruehrom. Bau, der die

Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein koennte, nur die glatten Mauern und

zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die

spaeteren Veraenderungen (1265 Einrichtung fuer Cisterciensernonnen?) nicht

mehr erkennbar.

*Amtsgebaeude,* 1610.

*Rathaus* 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte

8eckiger Treppenturm, zur Haelfte vorspringend und in kleinen Giebeln

endigend; mit ihm gruppieren sich rechts und links 2 Zwerchhaeuser (in

etwas juengeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene

Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Uebergang zur Renss.;

an den Wandflaechen Spuren von ornamentaler Malerei.

*Herzogl. Schloss.* An Stelle des voellig niedergelegten Benedikt.Klst.

Schlichter grosszuegiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Grosses

Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemaelden. Einige Zimmer

in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schlossgarten.

*Hofapotheke* um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus;

nach Brand 1880 stilgemaess hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile

eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgeschoss, das erste Zwischengesims, die

Eckdienste, das Fensterpaar ueber der Tuer der Marktfront, ein Teil der

Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.

*Stadtapotheke.* Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2

Zwerchhaeuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.

*Haus Gerdts,* 1609. Dem vorigen aehnlich und wohl von demselben Meister. --

Sonstige Wohnhaeuser des 15. und 16. Jh. in groesserer Zahl.

*Schloss Kitzerstein;* in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben

kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe hoechst malerisch.

*Burgruine Hoher Schwarm,* erb. nach 1200 an der Stelle einer weit aelteren

Kaiserpfalz. Grosser quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtuermen an den Ecken.

Von der *Stadtbefestigung* 4 Tore erhalten.

*Friedhof* mit Resten einer Renss.Halle.

_SAATHAIN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

*Dorf-K.* Die stattlichste und aelteste (ca. 1600?) unter den vielen

Fachwerkkirchen des Kreises.

*Herrenhaus,* schlicht bar., 4fluegelig, im Hof einst offene Arkarden.

_SABABURG._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.

*Schloss.* Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum

Jagdschloss eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.

_SACHSENBURG._ K. Sachsen AH Floeha.

*Schloss.* 1488 von _Hans Reynhart_; bedeutende Anlage, seit der Verheerung

im 30j. Kriege entstellt.

_SACHSENBURG._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Burgruine.*

_SACHSENDORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor;

die 3 Raenge Emporen aus 17. Jh. -- Am Triumphbogen ausdrucksvolle

_Kreuzigungsgruppe_, 16. Jh.

_SACHSENHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. --

Spgot. Altarwerk.

_SALLMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.

*Dorf-K.* 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. -- Guter _Schnitzaltar_ um 1500,

jetzt ueber dem Chorbogen.

_SALZ._ UFranken BA Neustadt.

*Dorf-K.* Unter spaeteren Veraenderungen als Kern eine kleine rom. Basilika

zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schuetzenerker.

_SALZBURG B. NEUSTADT._ UFranken BA Neustadt.

*Burgruine.* Eine der groessten in Deutschland. Die Identitaet mit der

namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht voellig sicher. Der

vorhandene Bau gehoert in der Anlage wie auch in seinen meisten

kuenstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die

Burg wuerzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein

unregelmaessiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Gebaeude sind

regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma.

Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). -- Torturm um 1200, schoene

Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kraeftigen und

zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die

1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt);

westlich davon neben dem Turm "Jungfernkuss", wo sich der Palas an die

Aussenmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer

Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (faelschlich "Muenze"

genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner

Fruehgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntuermen. Endlich manche

Erneuerungen der Spaetgotik und Renaissance.

_SALZUNGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Stadt-K.* Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die

Stadtbraende 1640 und 1786 fast alle aelteren Gebaeude vernichtet. Von

Wohnhaeusern zu nennen der stattliche "Huenische Hof" um 1624 und ein

Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gefaellige Buergerhaeuser

der Zopfzeit.

*Husenkirche* vor der Stadt. Sehr alte Gruendung (775?), jetzt ein

aermlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.

*Friedhofs-Kap.* spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh.

und viele Epitaphe von besserer Qualitaet.

_SANGERHAUSEN._ Pr. Sachsen. Kreisstadt.

*Jakobi-K.* Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgefuehrt) mit hoeherem

langgestrecktem Chor. -- Der _Fluegelaltar_ der groesste und beste des

Kreises. Einfacher spgot. _Taufkessel_. Grosses _Grabmal_ von 1618 aus der

Werkstatt des kurfuerstl. Hofbildhauers _J. M. Nosseni_.

*Ulrichs-K*. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den

Cisterc.-Nonnen ueberwiesen, 1389 Brand. -- Kreuzf. rom. Basilika, mit

ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die

Seitenschiffsgewoelbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.)

wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die

ungewoehnliche Anordnung, dass die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind;

das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit

Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwoelbung des Msch. im 13.

Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg.,

aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler

kreuzfoermig, einfach abgeschraegte Deckplatten mit flach skulptiertem,

steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise,

dem man in Quedlinburg, Groeningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. -- Ob

der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorlaeufer gehabt hat, wird nicht

klar; WTuerme sind nie vorhanden gewesen. _Tympanon_ mit Ludwig dem

Springer und dem hl. Ulrich. -- _Kanzel_ 1620. -- Figurierter spgot.

_Taufkessel_.

*Schloesser*. _Altes_ 1446, im Erdgeschoss Kreuzgwbb. auf Buendelpfl. _Neues_

1586 und 1612.

2 km vor der Stadt Ruine der *S. Katharinen-K*. im Helmstal, gew. 1220,

flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.

_SANKT GOTTHARDSBERG_ b. Amorbach. UFranken.

*Frauenkloster* (Ruine). Gegr. 1138? Verwuestet im Bauernkrieg, 1629

hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. -- Rom. Pfeilerbasilika von 7

Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor

got. Portal sprenss.

_SANKT HELENA_ b. Graefenberg. OFranken.

*Dorf-K.* mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, _Veit Stoss_

(vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.

_SANKT JOHANNIS._ OFranken BA Bayreuth.

*Pfarr-K.* 1771. Schloss einfach renss., Portal 1617.

_SANKT KILIAN._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

*Dorf-K.* 1689 im Typus Hinternah, noch got.

_SANKT KUNIGUND._ UFranken BA Ochsenfurt.

*Kapelle.* Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht

erheblich veraendert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der

Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon

ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau

mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt.

Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschuettet. Schiff flachgedeckt.

An den Laengsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. -- Eine Tuer im

Chor (mit ornamentiertem Tympanon) fuehrte zu einer _Aussenkanzel_, wohl fuer

Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten

Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche _diademtragende __ Figur_

vorgelegt (Kunigunde). -- Friedhofsmauer mit Torbau.

_SANKT MICHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* sprom. A. 13. Jh. Das Aeussere fast unberuehrt; quadr. Chor, rck.

WTurm.

_SANKT WOLFGANG._ RB Cassel Kr. Hanau.

Von dem 1468 gegr. *Kloster* wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch.

Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.

_SAYDA._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Stadt-K.* 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller

Vorhalle. -- 3 _Wandgraeber_ der Familie v. Schoenberg, besonders bmkw. das

juengste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art

_Nossenis_, ungenuegend die Bildnisfigg. -- _Taufstein_ mit figuerl. Reliefs

um 1500.

_SCHAALA._ Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

*Dorf-K.* Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh.,

spgot. bekroent mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von

origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. -- _Schnitzaltar_ aus der

Saalfelder Schule um 1500 ("Meister der Baldachine"). Die Fluegelgemaelde

nach Stichen von _M. Schongauer_ (Erfurter Ausstellung 1903).

_SCHACHTEBICH._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

*Dorf-K.* 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein _spgot.

Altar_ aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Fluegelgemaelde.

SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. *Stadt-K.* Spgot. Das 1sch.

Lhs. mehrmals veraendert, der verlaengerte polyg. Chor 1520. -- _Grabsteine_

der Familie v. Schaumberg.

*Burgruine Schaumberg,* wenig erhalten.

_SCHANDAU._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* umgebaut 1645 und 1704. -- _Moseskanzel_ 1706.

_SCHARFENBERG._ K. Sachsen AH Meissen.

*Burg.* Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (ueberwoelbte

Hofstube).

_SCHARFENSTEIN._ K. Sachsen AH Marienberg.

*Burg.* Die aeltesten Teile 2 Rundtuerme, der groessere in Mauerstaerke 3,25 m.

Bedeutende Veraenderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot.

Verschlingungen zwischen duennen Pfll.

_SCHARFENSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

*Schloss* fruehes Ma. bis bar.

_SCHEIBENBERG._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Stadt-K.* 1571. -- Bmkw. Schnitzaltar um 1500.

_SCHELLSITZ._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnuerung zwischen dem got.

5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar.

_Kanzelaltar_. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. _Schnitzwerk_, jetzt

auf der Empore.

_SCHENKENSCHLOSSHOF._ UFranken BA Wuerzburg.

*Burgruine Rossberg*. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp.

Hoehe von 28 m.

_SCHERNECK._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Kirche* um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um

1650 mit vielen Schnitzfigg.

_SCHESSLITZ._ OFranken BA Bamberg I.

*Pfarr-K.* got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest.

1650. -- _Grabsteine_ des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner

Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. --

_Hochaltargemaelde_ von _Mattenheimer_ um 1780. -- Auf dem Kirchhof schoenes

_Steinbild_ der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg

stammend.

_SCHILDAU._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.

*Stadt-K.* Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewoelbt, rest. 1730 und 1829. --

_Schnitzaltar_ der saechs. Schule 15. Jh.

_SCHILDECK._ UFranken BA Brueckenau.

*Burgruine* aus 13. Jh., wenig erhalten.

_SCHIRGISWALDE._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Kath. Stadt-K.* 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem

Bar.Charakter. Sumptuoese Altarausstattung, sehr huebsch namentlich die

Kanzel mit Rok.Elementen.

_SCHIRMDING._ OFranken BA Wunsiedel.

*Kirche,* 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.

_SCHKAUDITZ._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

*Dorf-K.* Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und

Portal.

_SCHKEITBAR._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

*Dorf-K.* Rom. WBau mit Empore (fuer Nonnen?).

_SCHKOeLEN._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.

*Burg* aus Ma., maechtige turmreiche Anlage.

_SCHLEBERODE._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* mit interessantem rom. OTurm. -- Kanzelaltar und Taufengel

geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.

_SCHLECHTSART._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

*Dorf-K.* 1606, rom. OTurm.

_SCHLEID._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.

*Dorf-K.* (kath.). Erb. 1743 vom Fuerstabt Amandus von Fulda (wohl von

demselben Meister wie die K. in Bremen). Aussen und innen durch dorische

Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem.

_Hauptaltar_: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus

der ev. K. ein huebscher _spgot. Schnitzaltar_ und Taufstein bez. 1529. --

Am ehem. _Pfarrhaus_ Hoftor 1591.

_SCHLEINITZ._ K. Sachsen AH Meissen.

*Schloss.* Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten

Anlage faellt die geraeumige Kapelle auf; Gratgewoelbe im Stichbogen;

Sakramentsnische bez. 1518.

_SCHLEIZ._ Reuss j. L. Amtsstadt.

*Stadt-K.* spgot. unbedeutend. -- _Altarbau_ 1721, fuer diese Gegend

ungewoehnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von

Freifiguren in 2/3 Lebensgroesse.

*Berg-K*. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit

Schluss aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl.

und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. -- Das Innere

durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. _Altaraufsatz_

1635. _Tumba_ Heinrichs des Mittleren {~DAGGER~} 1500, charakterisiert durch die

Fuelle des alle Flaechen ueberwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur

unbedeutend. -- _Epitaph_ Heinrichs II. von Reuss, {~DAGGER~} 1639, kolossal,

kuenstlerisch schwach. -- Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in

ungewoehnlich grosser Menge.

*Schloss.* Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschaeden im 18. Jh.

erneuert.

_SCHLETTAU._ K. Sachsen AH Annaberg.

*Ulrichs-K.* 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor aelter.

*Schloss.* Am noerdl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit

Vorhangboegen; das uebrige entstellt.

_SCHLETTAU._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* rom., ziemlich gut erhalten.

_SCHLEUSINGEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Stadt-K.* Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap.

11 _Grabsteine_ der Grafen v. Henneberg 1444-1583.

_SCHLUeCHTERN._ RB Cassel Kreisstadt.

Ehem. *Benedikt.-Klst.* (mit Einschluss der K. als Lehrerseminar

eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm

und den Klostergebaeuden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll.

mit Wuerfelknaeufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite

des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg.

Tonnengwb., westl. quer davor ein schmaelerer, ebenfalls mit Tonne

gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. -- _S. Andreas-Kap._ sprom. von 2

Kreuzrippengewoelben ueberdeckt. -- _Huttensche Kap._ 1354 in guten got.

Formen. -- _Kreuzgang-Kap._ mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. -- Got.

_Kueche_. Sonst die Klostergebaeude gaenzlich veraendert.

*Rathaus* renss. 1567.

_SCHLUeSSELAU._ OFranken BA Bamberg II.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, spaetestgot.

1599 als Pfarr-K. erneuert. -- Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor,

am WGiebel steigender Spitzbogenfries. -- _Grabstein_ des Gottfr. v.

Schluesselberg 1308.

_SCHLUeSSELFELD._ OFranken BA Hoechstadt.

*Pfarr-K.* "alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss.

(bedeutet wohl bar.) Stil". "Schoene _Glasgemaelde_". _Hochaltar_ aus der

Universitaetskirche in Wuerzburg.

*Rathaus* 1723. -- *Brunnen* mit Petrusstatue 1715.

_SCHMACHTENBERG._ UFranken BA Hassfurt.

*Burgruine.* Erhalten 2 Rundtuerme und Ringmauer.

_SCHMALKALDEN._ RB Cassel Kreisstadt.

*Stadt-K. S. Georg.* Beg. 1437 von _Joerg Meier_ aus Erfurt Gwb. im Chor

1500 (Inschr.), im Schiff 1506. -- Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor

von 3 Jochen und Schluss aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4

vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor fuer (jetzt modern ergaenzte)

Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen

Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den

Diensten, sondern aus den Gewoelbeanfaengern heraus. -- Aeusseres:

Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzportraet. Von 2

WTuermen ist der suedl. im Unterbau rom., die Turmdaecher bar. Reiches

2teiliges WPortal, ueber dem Flachbogen ein Eselsrueckenwimperg mit

Kantblumen. -- In der "Lutherstube" ueber der Sakristei einige _Bildwerke_.

-- _Kanzel_ reich geschnitzt, _Taufstein_ mit biblischen Szenen auf Metall

gemalt 1560. An der WEmpore 16 _Tafelbilder_ von 1503. _Grabsteine_ 17.

Jh. Grosser got. _Sakristeischrank_ und ansehnliche got. _Kelche_.

_Tafelbild_ mit Kreuzigung um 1450. _Schnitzaltar_ um 1500. Prachtvoller

messingener _Kronleuchter_.

*Hospital-K*. von 1339, neuerlich verrestauriert.

*Friedhofs-Kap*. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. -- Das

_Gespring_, gefasste Quelle in Renss.Architektur.

*Hessenhof*. Fachwerkbau, 1551, uebertuencht und verdorben; das steinerne

Erdgeschoss geht auf ca. 1200 zurueck. In einem als Herrentrinkstube

gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum _Wandgemaelde_ aus 1. H. 13. Jh.,

Szenen aus Iwein; kuenstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwuerdig wegen

des fuer diese Zeit seltenen profanen Stoffes.

*Rathaus.* Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark

veraendert, doch manches noch von Interesse.

*Herrenhaeuser*. _Grosse Kemnate_ in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410

noch vieles erhalten. _Heilig-Grab-Haus_ in der Pfaffengasse, spaeter

_Henneberger Hof_, Westhaelfte got., Osthaelfte renss. _Rosenapotheke_ in

der Steingasse 1545. _Todtenwarthsche Kemnate_ am Altmarkt 1575.

*Buergerhaeuser*. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die

zahlreichen ueppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2,

Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).

Vor der Stadt zahlreiche *Gartenhaeuser* des 18. Jh., meist in feiner

baulicher Gestaltung.

*Stadtbefestigung*. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Tuerme

meist, die Tore alle abgetragen.

*Schloss Wilhelmsburg*. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher

der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt,

Ausfuehrung durch _Christoph_ und _Hans Mueller_, "Hofschreiner und

Baumeister". Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg

wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungewoehnlich regelmaessig, Viereck aussen

51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der Fluegel) naeher dem

Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst

aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die

niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf

symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a.

m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schloessern und

Rathaeusern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des

Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchhaeuser sind jetzt

allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermassen

auffallend ist der Mangel an Tuermen; es ist nur der wenig hochragende an

der Schlosskirche vorhanden, im Erdgeschoss aus Ma. Die innere Einteilung

kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem

zugaenglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2

Tueren auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in

der SWEcke angelegte, nach aussen nicht selbstaendig gekennzeichnete

_Kapelle_. Die Anlage folgt dem in den Schloessern von Torgau (1544) und

Stuttgart (1566) begruendeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3

Seiten von geraeumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich

3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schliessenden Schmalseite

uebereinander -- diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum

erstenmal auf -- Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses

haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden oeffnen sich in

Korbboegen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte

Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom

Niederlaender _Wilhelm Vernucken_): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit

sog. Beschlaegsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches

Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende

Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die

Ausfuehrung ueberall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung.

Luebke: "in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von

aehnlicher Feinheit der Dekoration". An den jetzt kahlen Emporenbruestungen

ehemals Tafelgemaelde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes

durchgefuehrt war (anscheinend im Anschluss an _Cranachs_ Holzschnittwerk

"Passional Christi und Antichristi"), sie bildeten meist den Mittelpunkt

der farbigen Dekoration. -- Auch in den uebrigen Teilen des Schlosses hat

sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Tueren

(letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien

eingerahmt; nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal

erscheinen breitspurige Landsknechte als Tuerwaechter; Kamine; Oefen mit

gusseisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollstaendigsten

Ensemblewirkungen im _"Riesensaal"_, hauptsaechlich Malerei auf Wandverputz

und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hoelzerne

Deckentraeger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Grosser Kamin. Der

Riesensaal hat bei einer Grundflaeche von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie

denn auch die sueddeutschen Schlosssaele dieser Zeit niedrig proportioniert

zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das _Landgrafenzimmer_ im Erdgeschoss.

Ueber mehrere Raeume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen

Gesch.-Ver. Die _Gartenterrassen_ aus A. 17. Jh. sehr zerstoert.

_SCHMERLENBACH._ UFranken BA Aschaffenburg.

*Benedikt-Nonnen-Klst.* 1769.

_SCHMIEDEBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

*Stadt-K.* 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines aelteren

Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.

*Rathaus* 1648 mit huebschen Giebeln und Portalen.

*Privathaeuser* mit renss. Portalen zahlreich.

_SCHMIEDEBERG._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dreifaltigkeits-K*. 1713-16 von _George Baehr_. Griechisches Kreuz mit

sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr.

ein regelmaessiges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. _Taufstein_ vom

Dresdener Hofbildhauer _Benjamin Thomae_. In der Sakristei Wachsbueste,

wohl von _Dubut_.

_SCHMIEDEHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

*Dorf-K.* Der quadr. Turmchor rom.

_SCHMOCHTITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schloss.* Hauptgebaeude 1764 vom juengeren _Poeppelmann_. Im (stark

veraenderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx

(hervorragend), Monumente fuer Kurfuerst Friedrich August III. 1769 und P.A.

v. Schoenberg, den Gruender des Parks.

_SCHMOeLLN._ Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.

*Stadt-K.*; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand

1772 mit Holzgwb.

_SCHMORKAU._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.

_SCHNABELWEID._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.

*Schloss* mit Rund-Turm einfach renss.

_SCHNEEBERG B. AMORBACH._ UFranken.

*Dorf-K.* Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse.

Sehr stattlich in der Fuelle seines Bildhauerwerks der _Hochaltar_, 2. V.

17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn.

_SCHNEEBERG._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang* 1515-16. Baumeister _Hans v. Torgau_.

-- Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten

gleich; der oestl. Abschluss gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des

16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Masse: 61 m L., 27 m

Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben ueber alle 3 Sch. weg ein einheitliches

Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die

Emporen, wie ueberall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch

eingefuegt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die

Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in

Annaberg und Chemnitz, durch Verkroepfung um den Strebepfeiler, sondern

durch Zurueckziehung des letzteren bewirkt. -- Grosser _Altarbau_ in strenger

Barock-Architektur von 1712. Der alte _Fluegelaltar_ von 1539 teilweise in

den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt _Cranachs_;

interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel.

Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rueckseite.

-- _Kanzel_ 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch

got. Erinnerungen; ueberarbeitet 1607. -- Im Chor 4 Grabmaeler des 17. Jh. --

Hinter dem Altar _Gemaelde_ des Schneebergers _Wolfgang Krodel_ 1561.

*Hospital-K.* von 1567, erneuert 1737.

*Rathaus* 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. --

Kurfuerstenbilder von _Andr. Engelhard_ in kunstreichen Rahmen von _Andr.

Petzold_. Kleine Holzaedicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 _W K_ (_Wolf

Kreuter_).

_SCHNEY._ OFranken BA Lichtenfels.

*Pfarr-K.* modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.

*Schloss* aus _Dientzenhoferscher_ Zeit auf ma. Burganlage.

Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 · 第 13 / 20 题