2 ueberdachte *Brunnen* 1660 und 1568.

_NANKENDORF._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Pfarr-K.* 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. -- Von dem ehem. spgot.

Hochaltar 2 schoene _Relieffluegel_ erhalten. -- Spuren ehem. Befestigung.

_NASSWANG._ OFranken BA Lichtenfels.

*Oekonomiegebaeude* des Klst. Langheim um 1750, eigentuemlich die zentrische

Anlage.

_NAUENDORF._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhaeltnismaessig

aufwandreich.

_NAUENDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* spgot. -- Treffliche _Kanzel_ um 1580, in rein archit. Formen,

ohne figuerl. Beiwerk.

_NAUHAIN._ K. Sachsen AH Doebeln.

*Dorf-K.* Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoss 12.

Jh. -- Huebscher kleiner _Altar_ aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt,

die Fluegel beiderseits mit tuechtiger Malerei.

_NAUMBURG._ RB Cassel Kr. Wolfhagen

*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in

Holz erneuert. -- Der 1866 verzeichnete Fluegelaltar nicht mehr vorhanden.

_NAUMBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom SS. Peter und Paul.* Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Fuer

Thueringen das Hauptwerk der schoensten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf.

Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltuermen in O und W, aber ohne

Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Choere erweitert

auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, eine

regelmaessige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L., die Gestaltung des

WBaus ungewiss. Der Neubau begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter

dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen am

Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit facettierten oder

geperlten Blaettern, Beginn rheinischer Einfluesse. Die Vorkrypta unter der

Vierung um 1220 oder noch spaeter; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen

schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles

Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluss) entspricht

der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die Formen aehnlich

denen des Vorchors; die Kaptt. gehoeren zu den schoensten des

Spaetromanismus. Gwbb. graetig, trotzdem mit Schlusssteinen (nur einer,

Loewenkopf mit haengender Zunge, erhalten).

_Oberkirche, romanische Teile_. Sie umfassen den ganzen Dom mit Ausnahme

der beiden (got.) Choere. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der

Formcharakter deutet durch seine geringe Abwandlung auf verhaeltnismaessig

kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard

(1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausfuehrung

schloss sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem erkennt man

nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet) eine kurze Pause.

Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein.

Innerhalb des deutschen Uebergangsstils steht N. auf dem konservativen

Fluegel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg sind vorhanden,

aber vom got. Element wird nur zurueckhaltend Gebrauch gemacht. Die

Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg, ebenso das innere System,

jedoch in den Verhaeltnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in

gedrueckter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Tueren. Keine Diagonalrippen

(diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte Schlusssteine,

Pinienzapfen, Tierkoepfe (vgl. sonst Dom zu Magdeburg, Chorumgang, und

oefters in Westfalen). Gerader, maessig steigender Gwb. Stich, Kappen in

Staerke von 50 cm. -- Das System das gebundene. Die Msch. Joche ueberquadr.

(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten

3/4 Sll. und schwaecheren Vollsll. in den Winkeln; die Vorlagen steigen

ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. auf, wo sich die Kaempfer mit einem

durchlaufenden Gesims verkroepfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage

abzueglich der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne

gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des Magdeburger Chorumgangs

zusammengehend. Die Fenster des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in

den Arkadenachsen. Merkwuerdig die Widerlagerung durch Uebermauerung der

Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwaerts schraeg abfallenden Lagerfugen.

Das Aeussere in guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand

Lisenen, deren Weiterfuehrung aufgegeben wurde. -- _Hauptportal_ am suedl.

Qsch. in einer dem Kreuzgang sich anschliessenden (spaeteren) Vorhalle; das

Gewaende sehr tief, 9 Rueckspruenge, aber wenig Schmuck ausser dem

Tympanonrelief, der Eindruck nuechtern; vor 1228. Im Innern des Altarhauses

2 _Tueren_ (zu den Turmtreppen) mit auserlesen schoener Blattwerkfuellung der

Bogenfelder im Stil der Krypta.

_Die Tuerme_. Das oestl. Paar rein rom., quadr. bis zur Hoehe des (um sie

herumgefuehrten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in

rom. Zeit, dann noch einmal in got., ueberhoeht. Daecher bar. (Ein Bild der

ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTuermen der Stadt-K. in

Freiburg a. U.) -- Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode,

weitergefuehrt um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTuerme; doch kam

nur ein Geschoss zur Ausfuehrung; der suedl. blieb ganz liegen (erst 1894

ausgebaut), der noerdl. im 14. Jh. mit 2 weiteren Geschossen versehen, die

sich im Motiv an das erste anschliessen. Zwischen den WTuermen und dem WChor

eine Luecke von fast 2 m, nach aussen durch eine Verbindungsmauer verdeckt.

_Die Choere_. a) _Der westliche_. Obgleich zeitlich dem Hauptbau

unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er

stilistisch einen grossen Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr.

mit 6teiligem Gwb., Schluss aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch

breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewaende innen

einfach abgeschraegt, aussen etwas voller gegliedert, Masswerk aus 2

Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspass aufgeloeste Platte. Hoechst

eigenartig und gegenueber den einfachen Architekturformen von besonders

glaenzender Wirkung die Wanddekoration ueber dem Chorgestuehl: unten eine

tiefnischige Arkatur, die Kroenungen ihrer Miniaturgewoelbe ein durch die

vorgefundenen Fragmente nicht hinlaenglich beglaubigtes Werk der juengsten

Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von grosser Schoenheit, jedoch die

Mehrzahl ergaenzt; darueber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich

absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer Hoehenlage, vor die Wanddienste

gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der

Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, ueber dem Kaffgesims Fortsetzung des

Laufgangs und der Standbilder. Das Aeussere in knappen Formen; reicher nur

das in der Kehle mit ueberfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und

die originellen Fialen ueber den Pultdaechern der sonst ganz einfach

gehaltenen Strebepfll. -- b) _Ostchor_. Schmal rck. Vorderjoch und Schluss

aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (fruehestes

Beispiel fuer diese erst in der Spaetgotik haeufiger vorkommende Abweichung

von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert;

andere, namentlich das Fenstermasswerk und die abgerissenen Blattbueschel

einzelner Kaptt., zeigen die juengere Zeit; Konsolen und Baldachine an den

Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur Ausfuehrung

gekommene Statuen.

_Die Lettner_. Der oestl. ist der aeltere, gleichzeitig mit der Vorkrypta,

an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf

Buendelpfll., tragen die Buehne. Die Rueckwand hat in der Mitte den

Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Tueren, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte

Stufen hinauffuehren; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Buehne;

gegen Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingaenge zur Krypta aus den

Kreuzfluegeln. Als aeltestes erhaltenes Beispiel eines ausgebildeten

Lettners von besonderem Interesse. -- WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig.

Die Anlage unterscheidet sich von der des oestl. dadurch, dass der Chor

keine Krypta hat und sein Fussboden nur um wenige Stufen hoeher liegt, als

das Schiff. Somit eine von 2 festen Waenden getragene Buehne. Durchgang in

der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. Die Verbindung von

Architektur, Ornament und figuerlicher Plastik ist eine dekorative

Meisterleistung hoechsten Ranges; im einzelnen gehoeren die Laubkaptt. zum

Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt.

_Monumentale Skulpturen_: a) _Am rom. Bau_. Tympanon am Portal des suedl.

Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2 Engeln

getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Fluegel; sehr flaches Relief;

gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. -- In der Erdgeschoss-Kap. des

NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. Konsole; von einem maessig

begabten Mann aus dem Kreise der Kuenstler, die das frgot. Turmgeschoss nach

Bamberger Muster ausfuehrten. -- b) _Am WChor_. Mit der architektonischen

Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig ausgefuehrt, mit den

Saeulenbuendeln aus einem Block. Dargestellt sind in 12 Standbildern die

Stifter und Wohltaeter der K. in ihrer Fruehzeit, 4 Eckardiner und 4

Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus im

Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgefuehrt wurde, gehoerte

selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1.

Gerburg, 2. Konrad (Gesicht und rechter Arm ergaenzt), 3., 4. Hermann und

Regelindis, 5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III.

angeklagt, im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde "comes occisus"), 6.

Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe

geschildert; nach anderer Deutung Adelheid, Aebtissin von Gernrode; 12.

Dietrich. Werkstoff: grobkoerniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals

wiederholt, zuletzt nach 1532; urspruenglich nur einzelne Teile -- Augen,

Haare, Gewandsaeume, Schmuck und Wappen -- mit duenner Lasurfarbe

hervorgehoben. Die Tracht ist genau die zeitgenoessische, Loden und Leder

ihr Material. Der Kuenstler hat alles Konventionelle abgestreift; er steht

der Natur mit offenem Blick, aber doch auch mit voller kuenstlerischer

Freiheit gegenueber, und ebenso frei hat er aus der franzoesischen Schulung

seinen persoenlichen Stil herausgearbeitet, einen mit unbefangener

statuarischer Wuerde gepaarten Realismus. Diese Gestalten sind nicht

Portraets, aber sie koennten dafuer gelten. Sehr merkwuerdig an einigen von

ihnen, besonders am "comes occisus" und der ihm zunaechst stehenden, der

Ausdruck momentaner Gemuetsbewegung. -- c)_Am WLettner_. Die

Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme,

Petri Verleugnung, Waechter, Pilatus Handwaschung (die beiden letzten

Felder 1734 von einem Stuemper ergaenzt, doch vielleicht gestuetzt auf echte

Fragmente). Das Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede

Platte bei 65 cm Hoehe 30 cm tief ausgehoehlt. Wahrscheinlich ein Werk des

Meisters der Chorstatuen aus vorgerueckter Lebenszeit; jene um 1250-60

begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung von unerhoerter

Selbstaendigkeit gegenueber der Tradition; der Realismus der Form noch

ungeschminkter; Charaktere und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der

Schilderung, die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte

Ueberschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen zugedeckt. Die

an ungewoehnlicher Stelle, naemlich an der Lettnertuer, angebrachte

_Kreuzgruppe_ zeigt die letzte Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden

des Hauptmeisters. Der Gekreuzigte deckt sich im Umriss vollkommen mit dem

Wechselburger, aber wie voellig anders ist die geistige Auffassung! Bei

Maria und Johannes das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst

die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. -- Von einem andersgestimmten

Schueler des Hauptmeisters der _Diakon_ mit Lesepult, ursp. wohl im Chor,

jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene

Datierung auf ca. 1500 nicht ueberzeugend). -- Im OChor Tuerbogenfeld mit

_Weltenrichter_ zwischen Maria und Johannes dem Taeufer; durch den

unvollendeten Zustand fuer das Technische von besonderem Interesse;

Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am OPortal des

Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister zugeschrieben werden

muss; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitaetshoehe, wird

also nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen in Arbeit

genommen sein. -- Ebenfalls aus der Schule des Lettnermeisters das

_Brustbild Johannes des Taeufers_ ueber der Tuer der Johanneskap. im

Domkirchhof. -- _Altaere_. Vieles vom alten Bestand zerstoert oder versetzt.

_Hauptaltar_; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in wunderlicher

Stilmischung. -- Auf dem Nebenaltar im letzten Joch des suedl. Ssch.

_steinernes Retabulum_ mit Crucifixus und vier Frauen, um 1350. -- Spgot.

_Schnitzaltaere_ in der Krypta ohne Bedeutung. -- Reste von 3 oder 4

_Tafelaltaeren_ aus der Werkstatt _Cranachs_ im Dom zerstreut. Der

Barbara-Altar im noerdl. Ssch. vollstaendig, aber in schlechtem

Erhaltungszustand.

_Gestuehl_: a) _Im OChor_: schoener frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenueber

ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) _Im

WChor_: Stuhlwerk bez. 1516. -- _Kanzel_ von 1466 jetzt in der

Johannis-Kap.

_Grabdenkmaeler_. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im OChor

Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum Gedaechtnis des

Kirchengruenders Hildeward, ausgefuehrt A. 14. Jh. Dieser aelteste Grabstein

der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. -- Im suedl. Ssch. Grabstein

Muench 1563; Grabstein Bruchterte {~DAGGER~} 1391 (von derselben Hand wie der

Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck {~DAGGER~} 1576, bez. _M. S._;

Epitaph Buenau {~DAGGER~} 1591, von demselben; Wandstein des Domherrn Schleinitz um

1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stuecke. -- Im noerdl. Ssch.

Bronzemedaillon fuer Rudolf von Buenau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. _H.

K._ -- Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 (von derselben

Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknuepfung an die

Stileigentuemlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein Bischof v. Goch {~DAGGER~} 1422;

Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; Bronzebildnis (in Stein

eingelassen) des A. v. Koenritz 1496; gravierte Platte des Bischofs

Dietrich III. von Bocksdorf {~DAGGER~} 1466, aus der _Vischer_schen Werkstatt, wohl

Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer

saechsisch-thueringischen. -- In der Vorhalle _Marmordenkmaeler_ der Maria v.

Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall 1771.

_Glasgemaelde_. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?), im

OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). -- 2

_Teppiche_ aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der

Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg {~DAGGER~} 1535). -- 8 _Messbuecher_

aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. -- _Klausur_. Ursp. fuer

die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Ansaetze zum Kreuzgang und die

fuer diesen bestimmte Tuer in der WWand des noerdl. Querhauses vorhanden. Vor

1228 an die SSeite verlegt. SFluegel rom., WFluegel gotisierend, eingewoelbt

um 1270, die Zellen darueber erst Holz, nach 1532 massiv. _Domkirchhof_ mit

manchen der Beachtung nicht unwerten Denkmaelern des 16. Jh.

_Dreikoenigs-Kap._ 1416, Untergeschoss aelter, das Ganze sehr verwahrlost. An

der Aussenwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3 Koenige in Einzelstatuen.

_Dompfarr-K. S. Marien_. Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die

grossenteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom. Mauerreste

des Schiffs.

_Johannis-Kap._ Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das Detail

zierlich und geistreich im Stil des WChors.

_Domherrenkurien_, a) Aegidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-1210)

erhaltene Teil umschliesst die Kap., kenntlich am Erkerchor; giebelfoermige

Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel;

originelle Ueberfuehrung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot.

Bau rest. 1581 (die Bischoefe residierten im sp. Ma. meist in Zeitz).

*Moritz-K.* Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige

K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde

durch die Rest. 1875 entfernt. -- Ein im Innern und Aeussern gleich einfacher

Bau. Dem Hauptschiff ist nur noerdl. ein Nebenschiff angefuegt; der

langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen

Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach.

Holzdecken. Die doppelten Fassadentuerme gehen auf rom. Anlage zurueck.

Grosser _Crucifixus_ aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in

vergroeberter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen

Wuchtigkeit. Dazu gehoerig Maria mit eigentuemlich barocker Haeufung der

Gewandmotive, kaum von derselben Hand. -- Verdorbener _Oelberg_ (? 13. Jh.).

-- Truemmer sp. ma. _Altarplastik_. -- _Grabdenkmaeler_ ohne hoeheren Wert;

archaeologisch von Interesse der giebelfoermig abschliessende, jedoch mit

umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin

{~DAGGER~} 1125, ausgefuehrt etwa E. 13. Jh.

*Stadt-K. S. Wenzel.* Nach Braenden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden

Herstellungen in hoechst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. 1411-73 die

oestl. Haelfte; fuer sich betrachtet ergibt sie einen normal angelegten,

langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schluss in ziemlich grossen Abmessungen,

zu beiden Seiten 2 Tuerme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen

(das geradlinige Mauerstueck mit Portal an der NSeite); ob die jetzige

Grundrissdisposition noch 1473 oder nach 1517 getroffen wurde, ist

zweifelhaft. Entscheidend fuer sie ist die Ruecksicht auf die an dem

Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen

und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich anschliessendem westl.

Abschluss (1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu einem

Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. Das

Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. Die Decken flach, in letzter

Gestalt 1724. Bei bedeutender Hoehe ist der Raumeindruck ein sehr

eigentuemlicher. Am Aussenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit

viel eigenwilligen Zuegen im Einzelnen und starker malerischer

Gesamtwirkung; die WTeile fast aermlich vereinfacht, ausgenommen die 3

Portale im N, S, W. Von den Tuermen nur der noerdl. ausgefuehrt. Um 1600

baute _K. Steiner_ das Obergeschoss der Sakristei in gut verstandenen got.

Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma.

_Altaeren_ nichts erhalten ausser einigen gemalten Tafeln: "Lasset die

Kindlein zu mir kommen" 1529 von _L. Cranach_, eine der besten Arbeiten

seiner spaeteren Zeit; Anbetung der drei Koenige 1522, Fruehbild _Cranachs_?

Heilige Nacht von _Barth. __ Spranger_, A. 17. Jh. -- _Hochaltar_ riesiges

Schreinerwerk von 1680 mit Gemaelde von _Hermes_ in Dresden. -- _Kanzel_ um

1740. -- Messingenes _Taufbecken_ 1441, am 6seitigen Kessel Reliefs, Fuss

neu. -- Von historischem Interesse der _Grabstein_ des Pagen Gustav Adolfs,

Augustus v. Leubelfing -- Truemmer eines grossen Marmorgrabmals um 1630, u.a.

Standbild der Caritas. -- Im _Schatz_ gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes

_Krugelstein_ 1680.

*S. Othmar.* 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender,

gerade geschlossener Altarnische; der oestl. Teil in 2 Jochen 3sch., der

westl. mit flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm ueber dem

Altarhaus. Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. -- Aus aelterer

Zeit, ca. 1520, ein guter 3fluegeliger _Schnitzaltar_. -- Im SFenster des

Altarhauses _Glasgemaelde_ 1539.

*S. Marien.* 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb.

aus Holz, huebsche Stuckaturen und fluechtige Gemaelde. Das Aeussere

nuechternster Art.

*Wenzelskirchhof.* Einige Grabmaeler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das

des Hans Weis, 1568, im Erbbegraebnis Patschke links vom Eingang.

*Rathaus.* Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fuerstenstube,

1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am

hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschraenkten

Kielbgg. in trockenster Spaetgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thueringen

seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen

in feiner Fruehrenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fuerstensaal, dessen

Stuckdecke jedoch 1655. -- _Trinkhorn_ etwa M. 14. Jh. mit schoenem

Lederfutteral.

*Wohnhaeuser.* Die Epoche nach den grossen Stadtbraenden 1517 und 1532 durch

Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich

Hervorragendes darunter. -- *Marktbrunnen* mit S. Wenzelstatue 1579.

*Stadtbefestigung*. Seit 1820 grossenteils niedergelegt; erhalten das

Marientor von 1446; klassizistische Wachthaeuser am Jenaer Tor.

_NAUNDORF._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

*Dorf-K.* sprom. Ueberraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gewaende je

2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreiblaetter

ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt,

Rosetten und freies Randornament.

_NAUNDORF._ K. Sachsen AH Oschatz.

*Dorf-K.* 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluss; die stilistische Erscheinung

aus Renovation 1737. -- Mehrere _Grabmaeler_ des 16.-18. Jh.

*Schloss* E. 16. Jh. mit einigen Veraenderungen im 18. Jh. Aus der ersten

Bauzeit die maechtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. -- Reichhaltige

_Portraetgalerie_.

_NAUSTADT._ K. Sachsen AH Meissen.

*Kirche* um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewoelbtem Chor

und 5/8 Schluss. -- _Altaraufsatz_ um 1600, heiter und vornehm;

Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. -- _Sandstein-Wandgrab_ des A. v.

Miltitz {~DAGGER~} 1629, praechtige und gute Arbeit. -- Ein _anderes in Marmor_ von

_J. J. Kaendler_, dem beruehmten Porzellanformer.

_NEBELSCHITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.

Vornehme bar. *Dorf-K.,* erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der

interessante Plan angeblich von _Gaetano Chiaveri_, dem Erbauer der kath.

Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschluesse im O und

W. Im Innern gut organisierte Wand- und Gewoelbegliederung. Die Ausstattung

steht nicht auf der Hoehe der Architektur. _Gemaelde_ des Hochaltars von

_Palko_.

_NEBRA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche* beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit

reichem Portal, im _Bogenfeld_ S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das Schiff

nach Brand 1666 duerftig hergestellt. Ansehnliche _Epitaphe_ 1670, 1678

bez. _C. P._

*Burgruine* sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., uebriges M. 16. Jh.

_NEIDECK._ OFranken BA Forchheim.

*Burgruine* bedeutend, zerstoert 1553.

_NEMMERSDORF._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* Der kleine Bau hat 3 Tuerme, einer got. im O, 2 bar. im W.

*Schloss* A. 16. Jh., schlicht.

_NENKERSDORF._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. --

_Altarwerk_ 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Fluegeln.

_NENNSDORF._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines

Saeulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.

_NENTERSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Rotenburg.

*Dorf-K.* Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so

verbunden, dass dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb

einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen

gewinnt.

_NESCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., Turm mit huebschem Bar.Helm 1693. -- Bmkw.

_Sandsteinaltar_ nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von

_Grabdenkmaelern_.

*Altes Schloss* 1723 fuer den oesterreichischen General Herzog Ludwig v.

Teck. Franzoesischer _Park_ mit viel und guter _Sandsteinplastik_.

*Neues Schloss* 1766-75 fuer W. v. Riesch von _F. A. Krubsacius_ aus

Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von

sehr geschickter Grundrissteilung. Das ovale, zur Haelfte aus der

Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthaelt 2 Treppenarme mit Podest. In

derselben Achse nach der andern Seite oben ein laenglich 8eck. Saal mit

wenigen Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon.

Saeulenstellungen aufgeloest sind. Dieselben bilden die Durchgaenge zu den

langgestreckten eingeschossigen Seitenfluegeln, welche die 300 Baeume

fassende _Orangerie_ enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art

_Gottfr. Knoefflers_. Die Formbehandlung des Aeusseren im Uebergang zum

Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nuechternheit. -- Der

neuere _Park_ im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit

reitendem Knaben. Schoenes Gittertor. Im Tiergarten behagliches

Jagdhaeuschen.

_NESSELROeDEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Schloss,* mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592.

_NETRA._ RB Cassel Kr. Eschwege.

*Pfarr-K.* Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoss als Altarhaus diente.

Epitaph v. Baumburg 1600. -- _Schloss_ aus Renss.

_NETZSCHKAU._ K. Sachsen AH Plauen.

*Stadt-K.* modern. Von einem grossen und bedeutenden _Altarwerk_ von 1659

nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit wahrscheinlich von

_Joh. Heinr. Boehm d. Ae._, die Komposition dem _Cranach_schen Altar in der

Stadt-K. zu Schneeberg entnommen.

*Schloss.* Baukoerper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen,

aehnlich Sachsenburg und Meissen; die extravagant spgot. Tuer derselben Zeit

zuzuschreiben, ist kaum moeglich. Der grosse Saal des obersten Geschosses

mit maechtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes

_Portraet_ Karls v. Bose in lebensgrosser Figur, 1623.

_NEUBRUNN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Dorf-K.* 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. -- Mehrere bmkw.

_Haeuser_ in Fachwerk. (Die Datierung des aeltesten auf 1400 muss Zweifeln

begegnen.)

_NEUDROSSENFELD._ OFranken BA Berneck.

*Dorf-K.* Huebscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca.

1760); Stuckaturen von _G. B. Petrozzi_, Malerei von _J. M. Wolker_.

_NEUENBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. *Benedikt.-Klst. Andreasberg*. Die Kirche aus rom. Zeit (Weihedatum

zu 1023 ueberliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis, Triumphbg. und Teil

des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb., einfache Wuerfelknaufsaeulen

ohne Eckblaetter. Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die uebrigen

Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und spaeter verzopft. Grabsteine von

Proepsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten wieder rom. Formen auf. --

_Klostergebaeude_. im Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.

_NEUENGOeNNA_ bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ in der Art des _V. Lendenstreich_.

_NEUENSTEIN._ RB Cassel Kr. Homberg.

*Schloss* aus Ma., 1639 erneuert.

_NEUGERSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.

*Dorf-K.* Stattlicher Saalbau 1738. -- _Kanzelaltar_ 1753, von Gebr.

_Herzog_, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.

_NEUSHAUS._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* 1591-95 noch stark gotisierend. -- _Bildnisgrabstein_ des Hans

Gottsmann {~DAGGER~} 1611 und seiner Gattin; Erzguss von sorgsamer Ausfuehrung,

vielleicht aus derselben (Nuernberger?) Werkstatt, wie die v. Buenausche

Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl zu Fuessen des

grossen _Epitaphs_ im Chor; dieses aus Alabaster; der architektonische

Aufbau vortrefflich, weniger die figuerliche Plastik.

_NEUHOF._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Schloss* der Fuerstaebte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktuerme.

_NEUHOF._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Schloss.* Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im

Erdgeschoss, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit

Wendeltreppe. Umbau 1866.

_NEUHUeTTEN._ UFranken BA Lohr.

In der unscheinbaren *Pfarr-K.* eine wertvolle rom. _Kreuzpartikel_ des

11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fuss sp. 18. Jh.

_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.

*Stadt-K. S. Nikolaus.* 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3

Jochen, unregelmaessig anstossende Kreuzfluegel, netzgewoelbter Polygonalchor.

Im Chor und Msch. _Wandmalereien_, kolossaler S. Christoph u. a. m.

_NEUKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Huenfeld.

Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoss der

kreuzgewoelbte Chor. -- _Wandtabernakel_ 1560, _Taufstein_ 1588 von Meister

_Henthoos_. _Fluegelaltar_ A. 16. Jh. -- Auf dem Turm hoelzernes Obergeschoss

und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktuermchen. In der Sakristei Tuer mit rom.

Beschlaegen wiederverwendet.

_NEUKIRCHEN._ K. Sachsen AH Meissen.

*Kirche.* Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die

Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw.

_NEUMARK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm.

_NEUMARK._ K. Sachsen AH Plauen.

*Dorf-K.* In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden spgot.

_Triumphkreuz_ und _Glasgemaelde_ von 1489.

*Schloss* (v. Roemer) 1483, mit juengeren Zutaten. Reihe von

_Familienportraets_.

_NEUNHOFEN._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Dorf-K.* rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der

letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhaeltnissen reich

dekoriert. -- Spgot. _Altarwerke_ 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder

"Meister der Baldachine". -- Aussen _Gedenktafeln_ von 1367,

Sandsteinreliefs.

_NEUNKIRCHEN A. BR._ OFranken BA Forchheim.

*Pfarr-K.* (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d.

i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres noerdl. Ssch. mit

Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die

8seitigen Obergeschosse spgot. -- Im Innern _Steinfigg._ der hh. 3 Koenige

und der h. Jungfrau um 1400; _Marientod_, derbes Holzrelief um 1500;

_Marienstatue_ des Nebenaltars um 1500. _Grabsteine_ 14. und 15. Jh.,

darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor

1459. _Epitaph_ mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen,

feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. _Epitaphe_ Buttenberg 1600, Stauffenberg

1698. Zahlreiche _Gemaelde_ 16. Jh., darunter Uebertragungen des Duererschen

Marienlebens. Aussen _Oelberg_ roher Art.

*H. Grab-Kap*. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.

*Rathaus* 1718, unbedeutend. -- *Stadttore* E. 15. bis E. 16. Jh., z. T.

mit schoenen Wappensteinen.

_NEUSALZA._ K. Sachsen AH Loebau.

*Kirche* der boehmischen Exulanten 1679, unerheblich.

*Stadtanlage* und Wohnhaeuser kulturhistorisch von einigem Interesse.

_NEU-SCHOeNFELS._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Schloss* 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das

Datum 1524 eingeschlossen werden?

_NEUSES._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Aeltere Teile vielleicht noch aus

rom. Zeit. Umbau 1785.

_NEUSITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.

*Dorf-K.* 1723. -- _Schnitzaltar_, bez. 1515, in der Bemalung gut erhalten,

irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines Schnitzers,

der fluechtig durch _Riemenschneiders_ Werkstatt gegangen.

_NEUSORGE._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Schloss,* erb. um 1720 von General v. Arnheim. Grossartige Anlage in

Hufeisenform. Im Garten geruehmte dekorative _Skulpturen_ von _Gottfr.

Knoeffler_.

_NEUSTADT._ RB Cassel Kr. Kirchhain.

*Pfarr-K.* S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches

bedeutend schmaeler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken

runden Schaeften in ungleicher Hoehe hervor, gegen das Msch. erheblich

tiefer. -- _Sakramentshaeuschen_ spaetestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit

gering. -- Spgot. _Fluegelaltar_. -- Aussen am Chor schoener ikonischer

_Grabstein_ des Ritters v. Fischbach und seiner Frau {~DAGGER~} 1448, ausgefuehrt

spaeter.

*Toten-Kap.* 1576, noch got.

*Schloss.* Spgot. und Renss. Ohne Interesse.

Daneben *Junker Hansens Turm*. Rundbau von ca. 50 m Hoehe, huebsche Kroenung

in Fachwerk.

*Wohnhaus* in der Naehe der Pfarr-K. Erdgeschoss Stein, reiche Fr.Renss.,

Oberbau aus Fachwerk juenger.

_NEUSTADT A. MAIN._ UFranken BA Lohr.

*Pfarr-K.* (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlaengerung des Chores

nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch _H.

Huebsch_; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. -- Gr.

kreuzfoermig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebenchoeren (jetzt

Turmuntergeschosse; unzugaenglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit

Stuetzenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg.

zusammengestellt; die Hoehenverhaeltnisse aus Missverstaendnis der ihm

mitgeteilten Masse durch _Huebsch_ gesteigert. Alt die ganze NMauer, die

zwei Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der

Sakristei wertvolles _Epitaph_ von 1381. -- _Grabsteine_ an den

Langhauswaenden von gutem Mittelschlag. -- Aussen eingemauerte bedeutende

Reste von frgot. _Skulpturen_ (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S.

Gertraudis und Karl der Grosse, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer

Blende zusammengestellt.

*Klst.-Gebaeude* gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche

Masswerkfenster des Kreuzgangs erhalten.

_NEUSTADT A. D. SAALE._ UFranken BAmtsstadt.

*Kloster-K.* Die Pfll. der NSeite haben rom. Kaempferplatten. Aus ihnen

laesst sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch.,

rekonstruieren. Das noerdl. Ssch. spgot. eingewoelbt, wobei je ein Pfl.

alternierend ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das suedl. Ssch. beseitigt und

mit dem Msch. zu einem grossen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen.

Am Suedportal 2 rom. Loewenkoepfe aus Metall. -- Die zahlreichen

_Barockaltaere_ Mittelgut; ebenso die (stark uebertuenchten) _Epitaphe_ des

16. Jh.; besser eines von 1669.

*Pfarr-K.* 1795, 1832. Maechtige korinthische Sll. tragen die Decke und

sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr.

Saeulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer

Kreisstellung, die den Altar enthaelt. Das Aeussere denkbarst nuechtern. --

Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.

Reste der ma. *Umfestigung*; unerheblich bis auf das _Hohetor_ (1578), das

zu den maechtigsten Exemplaren seiner Gattung gehoert; der obere Teil im

Dreissigjaehrigen Kriege zerstoert und danach etwas veraendert wieder

hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal

geteilt; ueber dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit

Volutengiebeln.

In der Naehe *Schloss Neuhaus* 1767 von _Heinrich Todesco_ fuer Herrn v.

Borrie; bmkw. innere Ausstattung.

_NEUSTADT A. D. ORLA._ Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

*Stadt-K.* E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Hoehe mit flacher

Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluss; Netzgwb.; unter dem Chor ein

ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster

3teilig mit reichem Masswerk. Im noerdl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein

hoher Turm in der Art des Jenaischen. -- Formenreicher _Taufstein_ 1494. --

Grosses _Altarwerk_ mit beiderseits gemalten Fluegeln aus 2. V. 16. Jh.

(nicht von _Cranach_). Zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln.

Hospital-K. got. und 1706. -- Gemaltes _Triptychon_ von 1495 (?). Got.

_Schnitzfigg_.

*Schloss.* Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten;

sehr verbaut. Hintergebaeude 1674.

*Rathaus;* spgot., bedeutend; der linke Fluegel der Marktfront ist der

aeltere Teil (1465?), der rechte ein juengerer Anbau; dadurch der grosse

Erker jetzt in die Mitte gerueckt; mit ihm gruppiert sich gluecklich die

Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung des Erkers hoechst charakteristisch

fuer die spaeteste Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der grosse

OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got.

Zwerchhaeusern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw., durch

Rest. des 19. Jh. aussen und innen mehrfach veraendert. -- *Ratskeller,* 16.

und 17. Jh. -- *Haus* der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574.

_NEUSTADT._ K. Sachsen AH Pirna.

*Stadt-K.* aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. -- _Grabstein_ 1581 wird

gelobt.

_NEUSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Wertvolle *Fachwerkhaeuser* um 1600.

_NEUSTAeDTEL._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.

*Stadt-K.* aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. -- Bedeutender _Altarbau_

aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von _J. C. Haehnel_.

_Kanzel_, ausgezeichnetes Schnitzwerk.

_NEUTZ._ Pr. Sachsen Saalkreis.

*Dorf-K.* Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, huebsches kleines Portal

mit eigentuemlichen Zuegen, die Oeffnung mit Perlstab umsaeumt, wie auf dem

Petersberg, A. 13. Jh.

_NIEBRA._ K. Sachsen AH Zwickau.

Ansehnliche got. *Dorf-K.* -- Grosser _Schnitzaltar_ mit 4 Fluegeln.

_NIEDER-ASPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Aelterer OTurm, in dessen

Erdgeschoss der Chor. Schoen gegliederter Holzhelm. 1902 nach W um 2

Doppeljoche vergroessert und im Innern rest.

_NIEDERDORFELDEN._ RB Cassel Kr. Hanau.

*Burgruine.*

_NIEDERELSUNGEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.

*Dorf-K.* Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tuer; die jetzige

Verbindungstuer zur K. juenger.

_NIEDERFROHNA._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.*, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von _Andr. Petzold_

1690.

_NIEDERFUeLLBACH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.

*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 _Grabsteine_ der Familie von

Reitzenstein.

_NIEDERGRAeFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.

*Dorf-K.* Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor;

um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingewoelbt und zu stattlicher

Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf,

Roda.

_NIEDERGURIG._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Schloss* um 1700 fuer Graf Luetzelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten

Wirtschaftsgebaeude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte

stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter

den _Portraets_ eines von _Angelica Kaufmann_ 1786.

_NIEDERHOLZHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

*Dorf-K.* Neubau nach Dreissigjaehrigem Krieg. Ausstattung zum Teil aelter

und nicht ganz ohne Interesse.

_NIEDERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Floeha.

*Dorf-K.* 1746 mit geringen rom. Resten. -- _Sandsteinaltar_ und

_Sandsteinkanzel_ 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. -- _Glocke_ 1464.

_NIEDERLOeSSNITZ._ K. Sachsen. AH Dresden-N.

*v. Minckwitzscher Weinberg.* Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, Winzerhaus,

Pavillon 1713-29.

*Wackerbarths Ruhe.* Hauptgebaeude 1853 im Aeusseren umgestaltet, Kapelle

1775 von _Knoeffel_, Jakobsturm 1743.

*Weinberghaus Friedstein* 1771.

_NIEDERMITTLAU._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.

*Dorf-K.* 17. Jh., rom. WTurm, Schalloeffnungen mit Wuerfelknaufsaeulchen.

_NIEDERMOeLLERN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

*Dorf-K.* Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen

erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. _Taufstein_ mit rom. Kuppa auf

spgot. Fuss.

_NIEDERMOeLLRICH._ RB Cassel Kr. Melsungen.

*Kirchturm* spgot. Im Erdgeschoss der ursp. Altarraum.

_NIEDERODERWITZ._ K. Sachsen AH Zittau.

*Pfarr-K.* 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf,

noch groesser und stattlicher (16,7 m breit), 3 Raenge Emporen. Einheitliche

Ausstattung aus gleicher Zeit. -- _Pfarrhaus_ 1746.

_NIEDEROPPURG._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

*Kirche* 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit

flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration auf

farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgefuehrt, die damals viel an den

thueringischen Hoefen beschaeftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne

Gitter.

*Schloss* 1708 fuer C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg;

gross, regelmaessig, in sehr nuechternen Formen. Die innere Ausstattung bis M.

18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders Oefen bmkw.

_NIEDERPLANITZ._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer

Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hoelzerne Felderdecke mit

biblischen Gemaelden. Bauherr der kurfuerstliche Rat und Professor in

Wittenberg Dr. v. Beust. -- Bmkw. _Altaraufsatz_ aus Sandstein bez. 1592.

_S. L._ (_Samuel Lorenz_). -- _Bildnisgrabsteine_ v. d. Planitz 16. Jh. --

_Kelch_ 1656.

_NIEDERPRETZSCHENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

*Dorf-K.* 1731-33, zentrale Anlage, aehnlich der zu Lohmen, also in der

Richtung George Baehrs; erbaut von _J. Ch. Simon_.

_NIEDERRABENSTEIN._ K. Sachsen AH Chemnitz.

*Dorf-K.* _Taufstein_ mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl.

Weissbach), 1595 von _Michael Hogenwald_. In der Sakristei Sandsteinreliefs

vom ehemaligen _Altarwerk_, vermutlich vom selben Meister.

_NIEDERROSSLA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

Gutes Beispiel einer groesseren *Dorf-K*. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen;

grosser 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.

_NIEDERRUPPERSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.

*Schloss* (v. Nostitz) 1752 von _Andr. Huenigen_. Inneneinrichtung Rok. und

Empire.

_NIEDERSTEINBACH._ K. Sachsen AH Rochlitz.

*Dorf-K.* sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. --

[_Altarbehang_, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].

_NIEDERTREBRA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.

*Dorf-K.* 1750. Gross und relativ reich; aufwaendiges Altar- und Kanzelwerk.

_NIEDERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen

Kreuzgewbb., schmaelerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg. Gwbb. --

1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch. veraendert.

_NIEDERZWEHREN._ Kr. Cassel-Land.

*Dorf-K.* Der Chor im OTurm, einem huebschen und charaktervollen Vertreter

seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktuermchen nach Brand 1552, im

Erdgeschoss Reste von _Wandmalerei_ aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe

Wehrmauer mit Schiessscharten.

_NISCHWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.

*Dorf-K.* Wesentlich 1752. Das _Altarbild_ von _Stefano Torelli_, einst

weit und breit beruehmt.

*Schloss,* erbaut fuer den Minister Gf. v. Bruehl von _J. C. Knoeffel_, im

7jaehrigen Kriege zerstoert, seit 1778 wiederhergestellt. _Deckenmalerei_

von _A. F. Oeser_. Vor dem Mittelbau 2 huebsche _Sandsteinfiguren_, Schaefer

und Schaeferin, von _Gottfr. Knoeffler_.

_NOeDA._ Sachsen-Weimar VB Weimar.

*Dorf-K.*, spgot. um 1500. -- _Grabstein_ einer Frau von Milwitz 1597;

ausfuehrliche, saubere Darstellung des Kostuems.

_NOHRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.

*Dorf-K.* wie Wolkramshausen. _Glocke_ 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figuerl.

Reliefs.

_NORDECK._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Burgruine.* Die aelteren Teile rom.

_NORDHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.

*Dom* (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Koenigin Mathilde als

Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau:

Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. -- Chor gestreckt rck. mit plattem

Schluss (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten

Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; ueber der oestl. Haelfte ein

rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Haelfte 2

rck. Kreuzgwbb. mit fruehestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen

unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit

romanisierendem Gewaende; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog.

Dreifaltigkeitsfenster), am Gewaende Ruecksprung mit Saeulchen (Schaftringe,

Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln,

wie in Maulbronn und Walkenried. Aussen an den Ecken Lisenen, die auf zirka

4 m Hoehe abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu

Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Tuerme. Sie sind in

drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren

haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand

1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister,

dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren

anderen Anklaengen die Halbmondkonsolen der Quergurte). -- Unter dem Chor

rom. _Krypta_ aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur ueber die

westl. Haelfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. graetig zwischen breiten

Gurten, staemmige Wuerfelknaufsaeulen; Treppen fuehren in den Unterbau der

Tuerme. -- Das gegen M. 14. Jh. voellig erneuerte, im 15. vollendete (oder

ueberarbeitete?) _Langhaus_ geht zu groesserem Massstab ueber. Im Gr. 26,5:32

m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit

Buendeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16.

Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenmasswerk; das Hauptportal am oestl.

Ende des suedl. SSch.; die WFront, der Tueren entbehrend, war nicht

Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Tuerme. -- _Hochaltar_ mit

Statuen aus Holz, 1726. -- _Sakramentshaeuschen_ 1455. -- _Chorgestuehl_ E.

14. A. 15. Jh., ueberladen mit ornamentalen und figuerlichen Schnitzereien

wenig gewaehlten Geschmackes. An den Waenden des Chors 6 _Steinstatuen_, 3

maennliche und 3 weibliche, in fuerstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach

den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen

nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem

(lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gewoehnt gewesen

sein mag; die Koerperformen ganz ungenuegend, die Gewandmotive gekuenstelt;

belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenstaenden zum

Teil mit dem sog. Physiologusfries des Strassburger Muensters

uebereinstimmend). -- An der O-- und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne

Wert. -- _Ikon. Grabsteine_: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. -- _Kreuzgang_,

nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.

*Frauenbergs-K.* (Klst. S. Mariae novi operis). Einheitlicher, aber im

Detail zurueckgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von _Zeller_ 1912).

Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal

kreuzfoermig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die Kaempfer

aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine

Krypta. -- _Hochaltar_; Schnitzwerk von 1459 (die ueberlieferte Inschrift

nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4

Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das

ornamentale Beiwerk zerstoert. -- _Kanzel_ und _Taufgestell_ 1768. -- An der

suedl. Aussenwand _Grabstein_, 1370 mit eingeritzter Figur _Klostergebaeude_

verbaut, Kreuzgang abgebrochen.

*Nikolai-K*. Spaetgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der

turmlosen WFassade einfachst rom. -- _Hochaltar_ um 1600, wahrscheinlich

ein Hauptwerk des Nordhaeuser (spaeter vornehmlich in Magdeburg taetigen)

Bildhauers _Christoph Kapup_, erst 1646 zusammengesetzt von _Joh. Duck_.

Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. -- _Kanzel_ und

_Taufgestell_ 1588. -- Umfangreiches _Marmorepitaph_ des Dr. Conrad

Frommann {~DAGGER~} 1683 mit Relief der Grablegung. -- _Epitaph_ der Elisabeth

Stromer {~DAGGER~} 1596 in Form eines gemalten Fluegelaltars; die Gemaelde ohne

Bedeutung. -- Weitere _Grabdenkmaeler_ 1664, 1676, 1774. -- Bronzene

_Epitaphplatte_ von 1577. -- Im suedl. Ssch. Maria auf der Mondsichel,

spgot. _Schnitzwerk_. -- 9 _Kelche_, der aelteste 1351, die anderen 15. bis

17. Jh.

*Blasien-K.* Unregelmaessiger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit

gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere

Bauabsichten (Masswerk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen

kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausfuehrung (Hallensystem), so dass der

sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktuermen ueberstiegene WBau geschont

blieb. _Hochaltar_ und _Gestuehl_ 1735. -- _Kanzel_ 1592. An den 6

Bruestungsfeldern _Reliefs_. -- Reich geschnitztes hoelzernes _Epitaph_ des

Cyriacus Ernst 1585. -- _Alabastergrabmal_ W. v. Eberstein 1700. --

_Grabgemaelde_ 1592. -- _Epitaphgemaelde_ fuer Ursula Meienburg von _L.

Cranach d. Ae._ 1529. -- _Desgl._ fuer Michael Meienburg {~DAGGER~} 1555, grosse

bedeutende Arbeit von _L. Cranach d. J._ bez. 1558, Auferweckung des

Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M.

*Petri-K.* Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das

Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., oefters umgebaut und geflickt. -- _Kanzel_

reiche Renss. E. 16. Jh. -- Bronzener _Taufkessel_ 1429; an der Wandung 16

Heiligenreliefs, als Traeger 4 Maenner in der Zeittracht; rohe

Handwerksarbeit bez. _Mester Tile_. -- _Alabasterepitaph_ mit lebensgrosser

Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer {~DAGGER~} 1552.

*Altendorfer K*. Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.,* um 1350. Ungewoehnlicher

Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen.

Nonnenempore Suedschiff. Das Ganze sehr entstellt.

*S. Jakobi-K.* 1744 an Stelle eines rom. Baues.

*Kirchhof S. Cyriaci*. Im 18. und 19. Jh. gruendlich umgebaut. In der

Kapelle bmkw. _gravierte Grabplatten_, darunter die bedeutendste fuer die

Brueder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die

zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben

(niederdeutschen? niederlaendischen?) Werkstatt zu stammen. -- [3 andere

Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind

untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem

Martinsstift gehoerte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter

_Messingplatten_ (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus

E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thueringischen Werkstatt;

jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]

*Rathaus.* 1608-10 auf aelterem Gr. Im Erdgeschoss eine Laube von 6

Bogenoeffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck.

gestuerzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gemaecher des 17.

Jh. erhalten. -- *Ratskeller* 1710.

_NORDHEIM._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere

Ausstattung. Grosser Altarbau bez. 1718. Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ aus

2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters _I H_ (vgl.

Meiningen, Bibra, Ellingshausen). _Bronzeplatte_ fuer Caspar v. Stein,

gegossen 1633 von _Georg Werter_ aus Coburg. Groessere _Epitaphe_ der

Familie v. Stein 1706, 1745. -- Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez.

1583.

*Schloss.* Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. -- *Haeuser* in

geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.

*Dorftor* mit Steinschem Wappen.

*Rathaus* A. 18. Jh. Der bescheidene baeuerliche Fachwerkbau wirkungsvoll

gemacht durch eine zweifluegelige Freitreppe mit Laube.

_NORDHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

*Dorf-K.* bar., mit got. Chor. -- Schnitzbild der _Pietas_ um 1500, bei

starken Missgriffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf.

Ehem. fuerstbischoefl. *Amtshaus,* schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem

anderen Hause _Steinmadonna_ um 1350.

_NORDHEIM V. D. RHOeN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der

alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild.

Im Dorfe 2 v. d. Tannsche *Schloesser,* das eine, der sog. Judentempel, im

Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640.

Ehem. *Zehenthaus.* Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.

Reste der alten *Befestigung*.

*Sebastians-Kapelle.* Erb. 1636. Gute _Holzfigur_ des hl. Sebastian A. 16.

Jh. Sehr originelle Darstellung des _Abendmahls_ mit 30 cm hohen

Holzfiguerchen, M. 15. Jh.

_NORDSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Cassel.

Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne

charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche fruehest got., noch M. 13. Jh.,

die 3 oestl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm aelter

als die K., anscheinend Wehrbau.

_NOSCHKOWITZ._ K. Sachsen AH Doebeln.

*Schloss.* Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen

spaerlich.

_NOSSEN._ K. Sachsen AH Meissen.

*Kirche* 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster

Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen

Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thueringischer, das andere

aus fraenkischer Tradition.

*Schloss.* 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das "alte

Haus" mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Suedseite, wohl von einem Schueler

_Paul Buchners_; 1667 gruendliche Umgestaltung der ma. Teile.

_NOSTIZ._ K. Sachsen AH Loebau.

*Dorf-K.* 1679. Die huebsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A.

18. Jh. -- v. Zieglersche _Denkmaeler_.

_NOeTHNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Schloss.* Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der

aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht mehr

in seiner Gestalt von damals.

_NOTTLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

*Dorf-K.* 1521. Der spgot. _Schnitzaltar_ wird zu den besten des Gebietes

gerechnet.

_O_

_OBBACH._ UFranken BA Schweinfurt.

*Schloss.* Aelterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh.

Westfluegel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der

Richtung _Balth. Neumanns_.

_OBERAILSFELD._ OFranken BA Pegnitz.

*Pfarr-K.* 1760.

_OBERAUFSESS._ OFranken BA Ebermannstadt.

*Schloss.* 1690.

_OBERBIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.

*Dorf-K.* Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoss rundbg. rippenloses Kreuzgwb.

-- Spgot. _Schnitzaltar_. -- Kirchhofsmauer mit Schiessscharten und 2

Rundtuermen.

*Burgruine.*

_OBERBOBRITZSCH._ K. Sachsen AH Freiberg.

*Dorf-K.* 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluss mit 4 Giebeln und Dachreiter. --

Das 6fluegelige _Altarwerk_ bez. 1521 gehoert zu den bedeutendsten des

ganzen Landes, die Gemaelde von demselben liebenswuerdigen Freiberger

Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet.

_OBERCRUMPA._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Kirche.* Eine der merkwuerdigsten des Kreises. Der eigentuemliche Gr.

erklaert sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die

gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen

erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel

versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine aussen und

innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.

_OBERCUNNERSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.

*Dorf-K.* Vergroessert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen.

-- Die _Denkmaeler_ des Kirchhofs mit Aufwand.

_OBERDUeRRBACH._ UFranken BA Wuerzburg.

*Dorf-K.* Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.

_OBEREICHSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

*Dorf-K.* Anlage rom. Der tuerlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff

und gegen dieses mit Doppelarkade geoeffnet; aus Umbau 14. Jh. die

3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot.

_Schnitzbilder_.

_OBEREISENHEIM._ UFranken BA Gerolzhofen.

Nicht uninteressant die Reste der ehem. *Marktbefestigung*, ein Rundturm

bez. 1536.

_OBERELLEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche.* Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im

_Bogenfeld_ Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom.

Kaempfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.

*Herrenhaus* got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergeschoss

in Holzfachwerk.

_OBERESSFELD._ UFranken BA Koenigshofen.

*Pfarr-K.* in spaetem Rok. Gleichzeitiges _Deckenbild_ von _J. P. Herrlein_

1777 (vgl. Markershausen).

_OBEREUERHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.

Stattliche *Dorf-K.* mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige

flotte Inneneinrichtung.

*Schloss Euerburg* (v. Hessberg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstuer mit

korinthischen Saeulen und Reliefs.

_OBERFLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. _Kelch_ 15. Jh.

_OBERGERSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit

Felderdecke und Emporen. -- Reste eines wertvollen gemalten _Fluegelaltars_

um 1550, vielleicht von _Andreas Dressler_ in Kamenz. -- Charakteristisch

zopfige _Denkmaeler_ von guter Qualitaet.

_OBERGREISLAU._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.

*Dorf-K.* mit rom. Spuren, darunter ein Saeulenportal, im Tympanon das Lamm

und die Evangelistenzeichen.

_OBERGRUeNBERG._ K. Sachsen AH Zwickau.

*Dorf-K.* Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darueber

Turm mit rom. Kuppelfenstern.

_OBERHASEL._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

*Dorf-K.* -- _Schnitzaltar_ vom Saalfelder "Meister der Baldachine",

trefflich erhalten.

_OBERKAUFUNGEN_ s. Kaufungen.

_OBERKOTZAU._ OFranken BA Hof.

*Pfarr-K.* Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im

Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. -- _Altar_ mit gut geschnitzter Kanzel 1691.

Zahlreiche _ikon. Grabsteine_ meist 2. H. 16. Jh. -- *Schloss,* grosser

Komplex, ueberwiegend aus 18. Jh.

_OBERLAURINGEN._ UFranken BA Hofheim,

*Dorf-K.* wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. _Kanzel_ 1705, reich mit

Reliefs besetzt. 4 _Grabsteine_ der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.

_OBERLEINACH._ UFranken BA Wuerzburg.

*Dorf-K.* Rom. Lhs., 1608 erhoeht, 1723 erweitert. An der SSeite

schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenlaeufen

stilisiertes Rankenwerk. -- Huebsche _Sakramentsnische_ um 1400,

gleichzeitige _Steinfig_. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer

_Taufstein_.

_OBERLICHTENAU._ K. Sachsen AH Kamenz.

*Dorf-K.* 2. H. 17. Jh., verschoenert unter Chr. v. Holtzendorff 1742.

Charakteristische Sandsteindenkmaeler des 18. Jh.

*Schloss* samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v.

Holtzendorff, im 7j. Kriege verwuestet. Im Innern noch einige mit Aufwand

dekorierte Raeume, der Saal im Obergeschoss um 1730, kleinere Zimmer im

fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park Ueberreste von

Kaskaden- und Brunnenfigg.

_OBERLIND._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

*Pfarr-K.* Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455,

ueberarbeitet 1748. -- Huebscher spgot. _Taufstein_. -- Von Interesse die

wehrbaumaessige Ummauerung des Kirchhofs.

_OBERLOeSSNITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.

*Bennoschloesschen* um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2

Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.

*Hofloessnitz.* Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene

Obergeschoss bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.

*Spitzhaus* (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg.

Fenster, origineller Kontur durch das grosse geschweifte Dach mit

Zentraltuermchen. Entstellende juengere Anbauten.

*Haus Sorgenfrei* 1786 mit bmkw. Gartenhaus.

*Meinholds Weinberg*.

_OBERMASSFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

*Kirche* 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und

korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schloss-K.

zu Meiningen). -- Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten;

einer bez. 1565.

*Kapelle* an der Werrabruecke mit reichem Hennebergischem Wappenschild

1534.

*Pfarrhaus* 1638 (1688?).

*Fachwerkhaeuser* von 1573, 1578, 1595.

*Dorflinde*. Die Aeste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung,

ringsum gemauerter Sitz und Messtisch mit 5 in die Platte vertieften

Rundmassen bez. 1525.

*Werrabruecke*, 5jochig, 16. Jh.

_OBERMERZBACH._ UFranken BA Ebern.

*Dorf-K.* Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.),

Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figuerliche Detail am

Chorbogenkaempfer.

_OBERNBREIT._ UFranken BA Kitzingen.

*Prot. Pfarr-K.* 1731. -- _Moseskanzel_ 1696. Altargeraete augsburgisch 18.

Jh.

*Rathaus.* Stattlicher hoher Steinbau. Ueber dem rundbg. Tor Brandenburger

Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. -- _Baeckerhaus_ des 18. Jh. mit

steinernem Verkaufstisch.

_OBERNDORF._ Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

*Dorf-K.* Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe

abgetragen. OTurm ueber dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.)

eine rck. schliessende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung

durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Wuerfel-Kaptt. Ueber das Mass einer

Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?

_OBERNEUKIRCH._ K. Sachsen AH Bautzen.

*Dorf-K.* 1723, 1873 vergroessert. Schlichter grosser Saalbau (1500 Staende),

Ausstattung um 1750. _Grabdenkmaeler_: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637,

mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.

*Schloss* 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche _Bildnisse_ der Frhr. v.

Huldenberg.

_OBERNSEES._ OFranken BA Bayreuth.

*Kap. S. Rupert.* Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080

falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.

_OBERODERWITZ._ K. Sachsen AH Loebau.

*Dorf-K.* 1816 von _K. Ch. Eschke_, grosser Emporensaal in nuechternstem

Klassizismus.

OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. *Dorf-K.* got., maechtiger

Turm mit 4 Schuetzenerkern.

_OBERPESTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-A.

*Dorf-K.* Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j.

Kriege. -- Lebensvoller _Pastorengrabstein_ 1637. Auf dem Kirchhof Gruft

der Familie Opitz 1770.

_OBERREICHENBACH._ OFranken BA Hoechstadt.

*Dorf-K.* mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gruendung.

_OBERREINSBERG._ K. Sachsen AH Meissen.

*Schloss.* Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens

und der Kunstformen 1500-1650.

_OBERROSPHE._ RB Cassel Kr. Marburg.

*Dorf-K.* Spgot. flachged. Schiff, schmaelerer gewoelbter polyg. Chor.

_OBERROTTENBACH._ Schwarzb.-Rudolst. LA Koenigsee.

*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1498, Art des _V. Lendenstreich_.

_OBERSCHWAPPACH._ UFranken BA Hassfurt.

*Dorf-K.* Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. -- Bmkw. Altaere aus M. und E. 17.

Jh.

*Schloss.* Sommersitz der Aebte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von _Joh.

Leonhard Dientzenhofer_ (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst.

Obertheres. Gr. triklinienfoermig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den

Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen

Proportionen; 3 flache, hauptsaechlich in der Dachanlage zur Geltung

kommende Risalite. Ausgedehnter _Garten_ in 3 Terrassen, Treppen mit

Brunnenbecken.

_OBERSCHWARZACH._ UFranken BA Gerolzhofen.

Fuerstbischoefl. *Jagdschloesschen* (Forstamt) um 1600.

_OBERSEIFERSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.

*Dorf-K.* 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.

_OBERSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.

*Dorf-K.* Tuerme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollstaendig

erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. --

Reste der *Dorfbefestigung*.

*Bildstock* vor dem Dorfe von 1448 mit eigentuemlich romanisierendem,

verknotetem Saeulenbuendel. Der Aufsatz von 1551.

_OBERTHERES._ UFranken BA Hassfurt.

Ehem. *Benedikt-Abtei.* Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. Voelliger Umbau

1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von _Joh. Greising_, 1809

abgebrochen. Erhalten blieb (als Schloss) der Klosterbau, 3fluegelig,

Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der

unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. -- Ehem.

Verwaltungsgebaeude 1696. -- _Rathaus_ 1727 und einige huebsche _Wohnhaeuser_;

ueber einem Hoftor der Renss. effektvolle _Pietasgruppe_ des 18. Jh. --

Originell aufgebauter _Bildstock_ 1630.

_OBERWALGERN._ RB Cassel Kr. Marburg.

Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 · 第 11 / 20 题