reichgegliederte Renss.Giebel. Grossartige Podesttreppe, vierarmig um 4
freistehende Pfll., gotisierende Masswerkbruestungen, zu oberst Rundbgg.
Halle mit jon. Sll. -- In mehreren architektonisch reich durchgefuehrten
Terrassen geht der Hof in den Garten ueber, Anlage 1727, jetzt wuest.
_MALITZSCHKENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
*Dorf-K.* got. um 1300, Granitquaderbau.
_MALSCHWITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. -- Buergerliche
_Grabdenkmaeler_ des 17. und besonders 18. Jh. in betraechtlicher Menge.
_MANGERSREUTH._ OFranken BA Kulmbach.
Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).
_MANNSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* wesentlich 1744; hoelzernes Tonnengwb., Emporen in 3 Raengen.
Kanzelaltar.
_MANSFELD._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
M. ist Name fuer drei getrennte Orte: 1. Schloss-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3.
Kloster-M. (Dorf).
*S. Georg*. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details
rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. -- 2 _Schnitzaltaere_;
eherne _Grabplatte_ des Grafen Reinhard v. Mansfeld {~DAGGER~} 1569; _Wandgrab_
1572; ein _zweites_, prunkvolleres 1712; _Tafel_ mit dem Bildnis M.
Luthers 1540.
*Schloss.* Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen
grossen Gebaeudekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von
Ruinen und modernen Wohngeb. -- Gr. im Inv. Pr. Sachsen. -- Eine stattliche
Anlage, etwa um 1400, die Schlosskap. _Sakramentsnische_ mit umfaenglicher,
einem Altarbau aehnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. _Taufstein_
1522. Schoenes _Epitaph_ 1525, dem _Backofenschueler_ des Hallenser Doms
nahestehend. -- Zwei Tueren zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in
den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530.
*Kloster-K*. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmaessige
Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint,
Stuetzenwechsel. Wuerfelkapitelle, Bogenfriese, alles aehnlich den Kirchen
des Nordharzes.
_MARBACH._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Dorf-K.* 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben
frgot. Schalloeffnungen in 1 : 2 Achsen. [_Schnitzaltar_ im Altert.-Ver.
Dresden.]
_MARBURG._ RB Cassel Kreisstadt.
Elisabeth-K. Gegruendet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung
und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth {~DAGGER~} 1231. Die
Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, musste dem Neubau weichen;
sie lag im Bereich des jetzigen noerdl. Querarms. -- Neben der Liebfrauen-K.
in Trier ist die Elisabeth-K. der frueheste Bau Deutschlands in
einheitlicher und abgeklaert gotischer Gedankenentwicklung. Die in juengster
Zeit fuer Wetzlar und Haina erhobenen Prioritaetsansprueche haben keinen
genuegend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen
nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons,
Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem
Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil
anwendet, ist sehr selbstaendig. Der Sondercharakter des Planes besteht in
der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem
streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser
beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch geloest. Von der
Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau
symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein
Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlussstein, ein halbes
10Eck anschliesst. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie
vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend
von den westfaelischen Hallenanlagen, fuer die Sschiffe sehr schmale Joche
und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewoelbe wie
auch die Scheidboegen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden mussten, um
die gewollte Gleiche der Scheitelhoehe zu erreichen (formal eine
empfindliche Haerte, die von nun ab auf laengere Zeit in der hessischen
Schule die Regel blieb). Die Waende des Chors und Qsch. sind in 2
Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Leger in Soissons und
St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs.
uebertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster
sind in beiden Reihen von gleicher Groesse und Form und dank der Abwesenheit
von Sschiffsdaechern von geringem Abstand, so dass die Aufloesung der Wand
schon weit gediehen ist. Das Masswerk ganz einfach, grosser von 2 Spitzbgg.
getragener Kreis, bei kraeftigem Profil von trefflicher Wirkung. Die Pfll.
kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur Hoehe gestimmt,
weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkadenoeffnungen, wie denn
ueberhaupt das Lhs. im Verhaeltnis zu der hohen Raumschoenheit der
Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. -- Das Aeussere ergibt sich in
seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stoert hier nichts
mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die
Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschraenkt sich, wie im Gegensatz
zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies
Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die
Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der Hoehe der oberen
Fensterboegen einen starken Ruecksprung zu machen; Wasserschlaege,
entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr
oberer Abschluss ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkroepft, so dass sich
Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache
Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das
Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermoegen
dadurch zugleich als Umgaenge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgemaess
die Strebepfll. Durchlaesse erhalten. -- Trotz der nur mittelgrossen
Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55,
Querschiff 39, H. der Gewoelbe 20,2) die Baufuehrung langsam. Der noerdl.
Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das
Langhaus und der Unterbau der Tuerme bis zum ersten Gesims beendigt 1270,
Woelbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortfuehrung und
Vollendung der Tuerme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig
Wandel. Dagegen koennen wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht
unterdrueckt werden. Mehreres spraeche dafuer, dass ursp. ein Zentralbau
geplant war: die Herrschaft der aelteren Ritterorden, die Bestimmung als
Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren
Unsicherheiten im Anschluss der OTeile an die WTeile, besonders zwischen
dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E.
vorangeht, so duerfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. --
Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle
und harmonische Fuehrung der grossen Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das
von der Coelner Schule beeinflusste grosse mittlere Prachtfenster, noch
weniger der ueberreich geschmueckte westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehoert
wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine
von franzoesischen Vorbildern unabhaengige, die rom. Portalidee in got.
Formen uebersetzende Loesung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch
rundbg. -- Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefuehl durchgefuehrt
und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzuege verwischt. Ihr gehoert
u. a. der Dachreiter aus Zinkguss ueber der Vierung, an Stelle eines
einfachen aelteren, und die Umgestaltung der Daecher.
_Ausstattung_. Sie ist von seltener Vollstaendigkeit und Stileinheit. --
_Mausoleum der h. Elisabeth_ im noerdl. Kreuzfluegel. Der das Grab
uebersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt
und stand vermutlich frueher ueber dem Hochaltar. Das _Gemaelde_ der Rueckwand
(Tod der Elisabeth) durch Uebermalung des 19. Jh. entwertet. Der
_Sarkophag_ jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes
_Relief_. -- _Hochaltar_ um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars
ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefuegten Mensa
erhebt sich eine Retabelwand; sie enthaelt 3 gleich hohe Nischen, darueber
Wimperge und Fialen, letztere schon uebereck gestellt; das Ornament von
vollendetster Meisselarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint,
dass die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche
bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rueckwand
Ansaetze zu einem nicht ausgefuehrten Kreuzgwb., welches vermutlich den
metallenen Reliquienschrein tragen sollte. -- 4 _Seitenaltaere_ an den oestl.
Querschiffswaenden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFluegel, Johannes-
und Martins-Altar im SFluegel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr
Retabelschmuck nicht zur Ausfuehrung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit
Schnitzwerk gefuellte Schreine, auf den bemalten Fluegeln bez. 1511, 1512,
1514. -- _Lettner_ unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist
vieles erneuert und veraendert, namentlich die Mittelpartie ueber dem
Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezuegliche Figg.
enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hoelzerne Bogen aus E. 13.
Jh. gehoerte zum alten _Kreuzaltar_; neben ihm ursp. die jetzt in die
Sschiffe verwiesenen _Kredenztische_. Von Interesse die kleine Emporbuehne
an der Rueckseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach
dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). -- An der SSeite des Chors
_Celebrantenstuhl_ 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils
nachgehend. Die reizende _Statue der h. Elisabeth_ aus sp. 15. Jh., die
Nebenfigg. neu. -- Hinter dem Hochaltar _Piscina_. -- An der NSeite
_Wandtabernakel_ aus 15. Jh. -- Unter der Vierung die _Chorstuehle __ __ der
Ritter_, einfach, E. 13. Jh. -- _Grabdenkmaeler_. Die Mehrzahl im suedl.
Kreuzfluegel ("Landgrafenchor") vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die
Tumben ganz oder ueberwiegend neu. I. oestl. Reihe: 1. Konrad von Thueringen,
Deutschordensmeister {~DAGGER~} 1241, Ausfuehrung juenger; 2. Aleydis {~DAGGER~} nach 1333 und
ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich {~DAGGER~} 1308 (frueher irrig fuer eine Frau
gehalten!) und sein Sohn Heinrich {~DAGGER~} nach 1297; 4. Johannes {~DAGGER~} 1311; 5.
Ludwig I. {~DAGGER~} 1458, ausgefuehrt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. {~DAGGER~} 1471,
ausgefuehrt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. {~DAGGER~} 1484; 8. Wilhelm
II. {~DAGGER~} 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen
benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des
Gelehrten. Am Chorschluss Margarethe von Nuernberg. Die kuenstlerisch
bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgefuehrt ca. 1315-30 von demselben
ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal
in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld gehoert.
Zu beachten ist, dass Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausfuehrung faellt,
die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur
Gemahlin hatte. -- Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung.
-- Von den in diesem Bauteil aufgehaengten Trauerschilden, Wappen, Fahnen
ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die _Schilde_ Konrads und
Heinrichs aus 13. Jh. -- Im noerdl. Kreuzfluegel 3 gravierte und niellierte
_Platten_ des Hans von Doernberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. --
Ornamentale _Gewoelbemalerei_ im Chor spgot. -- _Glasmalerei_. Jetzt nur in
den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer urspruenglich
groesseren Folge. Das nordoestl. und suedoestl. Fenster der oberen Reihe 2. V.
14. Jh. Alles uebrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht.
Haseloff entschied sich fuer Beginn bald nach 1249. Der Stil wuerde dieser
Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die
Baufuehrung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der
Stilcharakter unfranzoesisch, aus der byzantinisierenden Epoche der
deutschen Monumentalmalerei zu erklaeren. Kunstwert vom Besten.
Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h.
Elisabeth. -- _Schrein der h. Elisabeth_ in der Sakristei, rck. Kasten mit
steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der
hl. Elisabeth u. der zwoelf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl.
Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810
gestohlen; zu den allervorzueglichsten Exemplaren der Gattung gehoerend.
_Kruzifix_ auf dem Kirchhof suedl. vom Chor 16. Jh.
*Dominikaner-K*. (Universitaets-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche,
Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite
wegen des anstossenden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8
Eck geschlossene Chor hoeher als das Sch.
*Barfuesser-Klst*. zur Bibliothek umgebaut.
*Karner* bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoss 2 frgot. Kreuzgwbb. Das
hoehere Obergeschoss, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung
umgestaltet.
*S. Kilians-Kap*. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet,
jezt Schule.
*Kugel-K.* Gest. 1477 fuer die Brueder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482.
1sch. mit 7 Joch und Schluss aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp.
Bemalung. Grosses Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das
Fritzlarer). -- Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.
*Gottesacker-Kap. S. Michael*. Einfach frgot.
*Luth. Marien-Pfarr-K*. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473.
Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat
nach innen gezogene, keilfoermige, an der Stirn mit starken Diensten
besetzte Strebepfll. Die Fenster in juengerer Zeit ueberarbeitet. Das Aeussere
des Lhs. verhaeltnismaessig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darueber
befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden
und Kragsteinen fuer (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich
gegliedert. Der Turm hat maechtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschluss
mit Gruppen groesserer und kleinerer Fialen, Zinnenkraenzen, schlankem von 4
Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. _Altaraufsatz_ 1625 mit vielen
Alabasterskulpturen, letztere mit Zusaetzen nach 1667. _Messingtaufkessel_
um 1590. _Wandtabernakel_ um 1350 mit Stifterwappen, 2
Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkroenung 2-1/2 m hoch. Das
schmiedeeiserne Gitter 1503. _Wandgrab_ des Landgrafen Ludwig III. {~DAGGER~} 1604
und seiner Gemahlin Hedwig von Wuerttemberg {~DAGGER~} 1590, lebensgrosse
Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. --
_Desgleichen_ fuer Ludwig _IV._ {~DAGGER~} 1626 und Magdalena v. Brandenburg {~DAGGER~} 1616,
errichtet
1628, dem vorigen in der Anlage aehnlich. Schoene Abschlussgitter 1592 und
1831.
*Siechenhaus-Kap*. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.
*Rathaus.* 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriss, hoher 3stoeckiger Aufbau
mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhaelt einen kraeftigen Akzent
durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die
Nebenakzente der Erkertuermchen an den Ecken. Ein huebsches Detail die
spgot. Tuer mit Relief der h. Elisabeth von _Ludwig Jupe_ 1524. Getaefelter
Saal.
*Fuerstl. Kanzlei* (Regierungsgebaeude). Einfacher Renss.Bau von 1575.
*Deutsches Haus*. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken
adaptierte Gebaeudekomplex (jetzt zum Teil fuer Universitaetsinstitute)
bildet die Umgebung der Elisabeth-K., frueher mit einer hohen Mauer
kloesterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder
gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unveraendert, das aelteste Bruderhaus
mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Uebergangsstil. Als
Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren
die landwirtschaftlichen Gebaeude, davon erhalten der Fruchtspeicher von
1515 und die Muehle von 1513.
*Wohnhaeuser*. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr.
133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hoelzerne Tuermchen mit
Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des
Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgeschoss spgot. Mehrere gute
Fachwerkhaeuser und Portale der Sp.Gotik und Renss.
*Schloss.* Grossenteils 13.-15. Jh. Drei Fluegel sind so geordnet, dass sie
einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der
Verteidigungszweck wog nicht ausschliesslich vor, so dass einem grossartigen
Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum
gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche
Schlossarchitektur der frueheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet
hat. Der _Saalbau_ hat ueber dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der
gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll.
verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verstaerken und ueber dem
Dachgesims in freistehende 8eckige Tuermchen mit Wendeltreppen auslaufen.
(Die Spitzdaecher neu, vorher welsche Haeubchen.) In der Mitte der NSeite
ein Risalit mit Staffelgiebel. Kuenstlerisch der wichtigste Bestandteil ist
der das ganze Obergeschoss einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14
br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der
Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2
Sch., die von 2 x 5 quadr. Gwbb. ueberspannt werden. Die kraeftigen, unter
sich gleichen Rippen (im Profil geschaerfter Rundstab, begleitet von 2 sehr
kleinen Kehlen; aehnlich im Schloss Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung
durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den
Kanten der 8eckigen Pfll. heraus, welche demgemaess uebereck gestellt sind.
An den Waenden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmueckten Schlusssteine
sind das einzige Ornament. Der raeumliche Rhythmus erhaelt seinen Charakter
durch die tiefe Lage der Kaempferpunkte (2,6 m ueber Boden bei 7,8
Scheitelhoehe). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerueckte 2teilige
Fenster, mit einer oberen kreisfoermigen Oeffnung Gruppe bildend, alle 3 von
spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine
Rueckbildung des Masswerks). -- Die 3 in den Saal fuehrenden Tueren wurden 1572
mit ueppigem Renss. Taefelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schaefer
willkuerlich veraendert, der auch den grossen Renss.Kamin durch einen neugot.
ersetzte). -- _Kapelle_. Zweistoeckig, mit groesster Raumausnutzung den engen
Ortsverhaeltnissen angepasst. Die eigentliche Kap. im Obergeschoss. Der Gr.
verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An
ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schliessen sich im O und W
symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezfoermig
sich verengende Nischen, fuer die der Raum durch erkerartigen Ausbau ueber
der staerkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem oestl.
Polygon fuehrt ein Durchgang in die ueber dem Burgtor liegende Sakristei.
Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des
Ueberganges von der Fruegotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit.
Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner naeheren
Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit
abgebrochenen Laubbuescheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige
Zeichnung des Masswerks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem
Vierpass verschmolzen werden. Fussbodenmosaik aus farbig glasierten
Tonplaettchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schaefer
entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler
S. Christoph whgest. Am Aeussern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem
Ruecksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei
rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht
ueberliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen
Belebung des Schlossbildes guenstig beitraegt. -- Der suedl. und westl. Fluegel
wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. veraendert. --
Abgesondert steht der _neue Bau_, 1489 ff. -- Von der _Schlossbefestigung_,
die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfasste, sind einige Tuerme erhalten;
dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der
Stadtbefestigung.
_MARGETSHOeCHHEIM._ UFranken BA Wuerzburg.
*Dorf-K.* OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614,
Juliuswappen.
_MARGRETENHAUN._ RB Cassel Kr. Fulda.
*Dorf-K.* Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.
_MARIABUCHEN._ UFranken BA Lohr.
*Wallfahrts-K*. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur
unter Einfluss Petrinis.
_MARIABURGHAUSEN._ UFranken BA Hassfurt.
*Cisterc.-Nonnen-Klst.-K*. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher
verlegt. Langsame Bauausfuehrung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale
langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WHaelfte
flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gewoelbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7
Joche), die OHaelfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluss. Die die
beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den
Gwb.Kaempfern, 2 Tueren fuehren schiffwaerts auf eine flache Empore. --
_Hochaltar_ streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750)
reizende _Madonna_, Holz, E. 15. Jh. Von den _Grabsteinen_ interessant der
des Heinrich v. Seinsheim {~DAGGER~} 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in
der Universitaetssammlung Wuerzburg.] -- _Klostergebaeude_. Erhalten zwei
Fluegel aus 17. Jh.
_MARIA-EHRENBERG._ UFranken BA Brueckenau.
*Wallfahrts-K*. 1666, erweitert 1732.
_MARIASONDHEIM_ s. Arnstein.
_MARIENBERG._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K. S. Marien.* 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche
25,6 : 43,3 m; der oestl. Abschluss unregelmaessig 5seitig; an den Gwbb.
spgot. Rippendurchsteckungen. -- Am _Altaraufbau_ von 1617 grosses Gemaelde
des Hofmalers _Kilian Fabritius_, manieristisch gewandt.
*Hospital-K*. _Fluegelaltar_ aus der Schule _Wolgemuts_.
*Rathaus* 1533-39; der Plan aus Halle, von _Joh. Hofmann_, wohl einem
Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tuechtiger, etwas derber
Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Gebaeude durch Braende
gelitten.
*Haus* Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer
Strasse Nr. 447 und Markt Nr. 104.
_MARIENSTERN._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Cisterc.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die ueber E.
13. Jh. zurueckgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das suedl. Ssch. unten
zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche
einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., ohne
Kaptt., mit dem Gewoelbefuss durch Konsoelchen verbunden. Aehnlich schlicht
der uebrige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt,
z. B. Laubkraenze an den Schlusssteinen. Die Fenster 2pfostig und mit
kleinlichem, duerrem Masswerk. Die WFassade bar. uebergangen.
_Hochaltar_ 1751 von _Franz Lauermann_ aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen
1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit
der Kanzel und den Nebenaltaeren verfahren. 2 spgot. _Nebenaltaere_, nicht
uebel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand _Glasgemaelde_ ca.
1370-80. -- Kreuzgang in der Ausfuehrung der K. vorausgegangen, bald nach
1250. Sehr einfach. Grosse fensterartige Oeffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen.
-- Aus E. 17. Jh. das Haus der Aebtissin, 1731 der neue Konvent; geraeumig,
in der Behandlung anspruchslos. -- _Bar.Plastik_: 12 Statuen auf der
Bruestung des Kirchgangs, Mariensaeule 1720, Dreifaltigkeitssaeule 1723,
Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von _Jaekel_ aus Prag. --
Im Schatz ein interessanter ueberaus reicher rom. _Speisekelch_ nach 1250
und 2 gotische. _Kaselkreuz_ in Reliefstickerei um 1530. -- _Denkmaeler_:
Bronzene Grabplatten fuer Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz,
Bischof von Meissen {~DAGGER~} 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten fuer
Aebtissinnen 1664, 1697, 1710.
_MARIENTAL._ K. Sachsen AH Zittau.
*Cisterc.-Nonnen-Klst*. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung
wesentlicher alter Teile. -- In der K. grosser _Crucifixus_ und anmutiges
_Selbdritt_, um 1515. -- _Brunnen_ um 1700. -- _Stationsberg_ mit kolossaler
Kreuzigungsgruppe 1728. -- Auf dem Kirchhof bmkw. _Bildnissteine_ der
Aebtissinnen.
_MARIENWEIHER._ OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* Einfacher Barockbau (fuer Franziskaner) 1717, der Turm 1742
(_Balth. Neumann zu Rate gezogen_). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr.
Schluss. Decke und Wand _reich stuckiert_, im Scheitel 6 groessere Gemaelde.
Klassizist. Hochaltar mit _Gnadenbild_ von ca. 1480. _Nebenaltaere_ 1770.
_Regina coeli_ 1695. _Grabstein_ einer Graefin von Hohenzollern 1416. Aussen
_Kreuzigungsgruppe_ um 1520-30 -- Auf einer Anhoehe gelegen, bietet die K.
nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich
stuckiert. WTurm um 1745.
_MARISFELD._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Pfarr-K.* Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem Turmchor;
der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. -- *Pfarrhaus*. Fachwerkbau M.
17. Jh. -- Schloss. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktuermen, geschweifte
Kuppeldaecher. _Hofportal_ reich geschmueckt, doch von roher Arbeit.
_Stuckdecke_ 1670.
_MARKERSDORF._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* sprom., wenig veraendert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von _Jak.
Mueller_ im Museum des Saechsischen Altert. Ver. in Dresden.]
_MARKROeLITZ._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Grossenteils Neubau 1694. Bmkw. _Epitaph_ fuer Friedrich und
Margaretha von Burkersroda ({~DAGGER~} 1570, 1582) bez. _HK_; von derselben Hand
(der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und
geschmackvolle _Taufstein_ von 1599.
_MARKSUHL._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Kirche* 1667, 1sch., mit hoelzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf
geschnitzten Rundsaeulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte _Kanzel_,
ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thueringer Museum
zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Tuermen.
*Schloss* (zeitweise Residenz einer saechs. Herzogslinie) 1583, mit guten
Sandsteinskulpturen. 1. Ueber den Fenstern 9 Koepfe, 2. Unter den beiden
Eckerkern je eine maennliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des
Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit schoener Bekroenung. Der Treppenturm
hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T.
ebenfalls aus schoenem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer
mit rok. Stuckdecken.
*Wohnhaeuser* mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.
_MARKTBREIT._ UFranken BA Kitzingen.
*Prot. Pfarr-K*. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten
spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert.
Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18.
Jh. -- Eine Reihe tuechtiger _Bildnisgrabsteine_. Hervorzuheben Fr. v.
Seinsheim {~DAGGER~} 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch
aufgefasste Doppelepitaph fuer Wilh. v. Hohenrechberg. Aussen Wolf Eckhardt
1555 bez. _W.E._ -- Unter den _Glocken_ die aelteste mit Alphabet in got.
Minuskeln 13. bis 14. Jh.
*Friedhof* vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in
Mainbernheim). Unter den hoelzernen Arkaden lange Reihe von
Bildnisepitaphen der Renss.
*Rathaus* beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die
kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem Maintor (ao. 1600), die
Rueckfassade mit dem "schwarzen Turm" zu praechtigen Architekturbildern. Im
2. Geschoss grosse Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getaefelte
Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.
Seinsheimsches *Schloss* (Amtsgericht) 1580. -- Unter den Wohnhaeusern einige
von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten
Erkerfassaden am Eingang der Schusterstrasse, E. 17. und A. 18.Jh., auch
bmkw. Inneneinrichtung. Gegenueber dem Amtsgericht schoener *Fachwerkbau*
1607 und *Mainkran* 1773. Auch von aussen gesehen ist das Stadtbild von
grossem Reiz. Der Mauerring (1529-50) grossenteils erhalten. Die hohen
schlanken Rundtuerme teils mit spgot., teils mit bar. Daechern.
_MARKTHEIDENFELD._ UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* 1613. -- Huebsches *Buergerhaus* (Kaufhaus Flasch) 1745, die
Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im
Stiegenhaus und Saal gut erhalten.
_MARKTLEUGAST._ OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit
eleganter aber sparsamer Stuckierung.
_MARKTSCHORGAST._ OFranken BA Berneck.
*Dorf-K.* spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).
_MARKTSTETT._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; --
Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. -- _Wohnhaus_ Herrenstr. Nr. 144, sehr
huebsche Anlage 1750.
_MARKTZEULN._ OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.
*Rathaus* mit Stiegenturm 1588. _Holzhaeuser_, 16. und 17. Jh. in guter
Erhaltung. [An Haus 53 Ueberreste aus Klst. Langheim]
_MARKWERBEN._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.
*Dorf-K.* ursp. rom. mit Chorturm.
_MARTINFELD._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1723, mit huebscher geschieferter Turmkroenung. Der schoene
_Stuckmarmoraltar_ aus dem ehemaligen Klst. Beuren. _Schnitzrelief_ von
einem aelteren Altar A. 16. Jh. -- Stattliche *Edelsitze* (v. Bodungen) 1580
und 1611.
_MARTINSKIRCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und
eingezogenem Altarbau. Die Waende des letzteren 1699 durchbrochen und
Fluegel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. -- Mehrere bar. _Grabsteine_.
*Schloss* 1754 fuer Graf Fr. W. v. Bruehl (Bruder des bekannten Ministers).
Hufeisenanlage. Formen in feinem, maessig reichem Rok. Die innere Einteilung
ist ungestoert geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend.
_MASSENBUCH._ UFranken BA Gemuenden.
*Pfarr-K.* 1702. Gutes _Hochaltarblatt_ von _Nikolaus Treu_ 1776. Ueber dem
WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Schoenrain.
_MAUA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor. _Schnitzaltar_ aus derselben
ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in
Arnstadt und der in Grossloebichau.
_MAUERSCHEDL_ bei Mellrichstadt UFranken.
Kleine 1sch. *Kirche* mit oestl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa
gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 *Zellen* aus etwa 14.
Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage fuer das schon 1424 nicht mehr
bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.
_MAXEN._ K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* gegr. 13. Jh., jetzt formlos. -- Wertvolles _Altarwerk_ aus
Sandstein mit figuerlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute
_Holzplastik_.
*Schloss* mit reizvollem Architekturstueck aus der Fr.Renss. Anbau 1727.
_MECKENRIED._ UFranken BA Hassfurt.
*Dorf-K.* 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. -- _Mobilien_ E.
17. und A. 18. Jh.
*Friedhofs-Kap*. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals
befestigten Friedhofes. -- _Bildstoecke_ bar.
_MECKFELD._ Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ bez. 1500, vom _"Meister der Baldachine"_.
_MEEDER._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Der turmtragende rom. Chor ist, wie oefter vorkommt, durch eine
geraeumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerueckt (vgl. aus der
Nachbarschaft Gross-Wallbur); ungewoehnlich die reiche und gut erhaltene
Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die grosse Staerke der
noerdl. und suedl. Mauer laesst den Turm aussen oblong erscheinen; auf das
dritte rom. Geschoss folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen
von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. -- Reiches Sternberg-Rosenbergsches
_Wandgrab_ 1576. -- *Herrenhaus* (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten,
reichen Stuckdekoration.
_MEERANE._ K. Sachsen AH Glauchau.
*Stadt-K.* Wesentlich 1503 mit spaeteren Umbauten; rom. der zwischen Schiff
und Chor stehende Turm. Reste eines grossen Altarwerks von _Jak. Mueller_ in
Altenburg 1506.
_MEERHOLZ._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
Isenburgisches *Schloss,* 1564 aus einem Praemonstr.-Nonnenklst. umgebaut;
hat grossenteils seinen alten Charakter verloren. Der SFluegel enthaelt die
*Pfarr-K.,* an den Fenstern entartetes Fischblasenmasswerk. -- Neben dem
Gemeindehaus ein alter *Wartturm.*
_MEINEWEH._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.
Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzueglich gearbeitetes
_Alabasterepitaph_ des Guenther v. Buenau {~DAGGER~} 1706.
_MEININGEN._ Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.
*Stadt-K.* Sie wirkt nach der eingreifenden und willkuerlichen Rest.
1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer
rom. Basilika. Von ihr ist ueber der Erde erhalten der noerdl. Fassadenturm
bis zur Firsthoehe des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst
von 1884 (vorher got. veraenderte); die 8eckigen Obergeschosse und der
runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal
durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstuecke in der Bibliothek der K.
Rom. Fussbodenfliesen im Museum. Rom. Tuerklopfer an der inneren WTuer. 2.
Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz
neu. -- Von den _Grabdenkmaelern_ nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt.
Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des
Stadtschultheissen Lorenz Reps {~DAGGER~} 1563, des Hans Phil. Schenk zu
Schweinsberg 1567, des Matth. v. Hoenningen 1576, der Ottilie v. Hoenningen
1574. Die spaeteren in Epitaphform. -- Aelteste _Glocke_ M. 14. Jh.
*Residenzschloss* (der Name Elisabethenburg neu). Aeltester Teil der 1511
durch Lorenz von Bibra, Bischof von Wuerzburg, erbaute NFluegel; stark
neugot. veraendert. Das neue Schloss 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit
Erhaltung einiger Innenraeume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die
bar. Stuckdecke des Riesensaals von _J. N. Bestheimer_ unter Leitung des
Roemers _Alessandro Rossini_. -- Im SFluegel die _Schloss-K_. 1682-92, mit
Stuckdecke, schoener Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok.
Fluegelgemaelde eines ehemaligen Altars, fraenkisch um 1510. -- Reiche
_Kunstsammlung_. Die Gobelins ehemals im Schloss Ichtershausen. Porzellan
aus Klst. Veilsdorf.
Im _Hennebergischen Haus_ die Kunst- und Altertumssammlungen des
Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus
der Schlosskapelle zu Ellingshausen. Auf dem _Friedhof_ treffliches
Grabrelief des Reinhard von Wechmar 1488. Im _Englischen Garten_
kuenstliche Ruinen 1793.
Teil der ma. *Ringmauer* hinter der Burggasse.
_MEISSEN._ K. Sachsen. Amtshauptstadt.
*Dom und Schloss*. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck.
Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen ueber der
Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs.
springt frei in den Hof vor, so dass die Fassade dem Ankoemmling als erster
Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgefuehrten Zubau
zweier Tuerme (von _Carl Schaefer_) das historische Bild wesentlich
veraendert.
*Dom*. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem
Wechsel der Bauidee, zuletzt spaeteste Gotik. 1. Dem ersten Plan gehoert der
Gr. mit Ausnahme der beiden Choere; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen;
das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTuerme ueber die Fluchtlinie der Ssch.
vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren
fertig: das _Qsch_. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das
erste (oestl.) Joch des Lhs., die Tuerme bis zu 12,3 m H. und wohl noch
weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau
des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. ausser der
Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der
anstossenden Querschiffswand). Aussen am suedl. Kreuzfluegel schoene frgot.
Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die
Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das
Obergeschoss ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am
ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. -- 3.
Hallenmaessiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs
geschont in der Weise, dass nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem
eine Empore angelegt wurde; Verlaengerung des Chors; zum Schluss der SOTurm,
sein durchbrochener Helm wohl noch juenger. -- 4. Von den um 1400
weitergefuehrten WTuermen nur das zierliche Reliefmasswerk unter dem 2.
Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das grosse (jetzt innere) WPortal
in akademisch nuechternem Prunk. -- 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal
die Fuerstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und
3/8 Schluss; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung
aehnlich der Schlosskap, zu Altenburg. -- 6. Seit 1479 das hohe
Fenstergeschoss des WBaus, wohl von _Arnold v. Westfalen_, dem Erbauer der
Albrechtsburg; es sollte den (durch den Uebergang zum Hallensystem massig
vergroesserten) Giebel des Lhs. maskieren; wie der obere Abschluss
beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh.
trug er 3 (wohl hoelzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904
begonnenen Ausbau steinerner Doppeltuerme wird der ueberlieferte Charakter
der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges voellig veraendert. -- 7.
Sakristei ca. 1500-1506. -- 8. Begraebniskap. Georg des Baertigen 1534.
_Inneres_. -- _Lettner_ frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die
Naumburger Schule anschliessend, ersten Ranges; aus derselben Zeit die
steinerne Rueckwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche
Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altaere des Doms
grossenteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. -- _Hochaltar_.
Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Koenige, ca. 1520. Der Meister des
singulaeren, sehr hervorragenden Werkes steht der niederlaendischen Kunst
nahe (jedenfalls nicht _A. Duerer_!). -- _Lettneraltar_, unter Einfluss
_Cranachs_; eher von diesem selbst das _Triptychon mit dem Schmerzensmann_
in der S. Georgskap, bez. 1534. -- Im Stirnfenster des Chorhaupts
_Glasgemaelde_ aus 13. Jh. -- _Sakramentshaeuschen_ mit Tabernakel ca. 1506.
-- _Chorstuehle_ unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. -- An der OWand des
Qsch. Spuren von _Wandgemaelden_ des 14. Jh., Juengstes Gericht. -- _Kanzel_
2. H. 16. Jh. -- _Statuen_ aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein
Fuerstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als
Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch
der Stil weist; gegenueber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt
die 3 Statuen der Johanneskap., tuechtige und anziehende Arbeiten. -- Aus A.
15. Jh. der massenhafte _Schmuck des WPortals_ in einer fleissigen
kleinlichen Manier; besser das suedl. Seitenportal. -- _Die Graeber der
Fuerstenkap_. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren
{~DAGGER~} 1428, ausgefuehrt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem
Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine
gravierte Figuren, Klagemaenner und Wappenhalter; Werkstatt nicht
nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern
des saechsischen Hauses. Diese saemtlich aus der _Vischer_schen Werkstatt in
Nuernberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Wuerzburg {~DAGGER~} 1472, Flachrelief;
1472 lebte noch _Hermann V._ und war _Peter V._ noch nicht zwanzig Jahre
alt; bei der grossen Aehnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B.
Job. Rot in Breslau wird die Entstehung spaeter anzusetzen sein. Dagegen
koennte das Denkmal Kurfuerst Friedrich des Guten {~DAGGER~} 1464, gravierte Platte
(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B.
Kaspar v. Schoenberg {~DAGGER~} 1463 von _Hermann V._ herruehren. Von _Peter_
Kurfuerst Ernst {~DAGGER~} 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel fuer
den Domherrn Heinrich Strecker {~DAGGER~} 1486. Seinem Sohne _Hermann d. J._ werden
von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte {~DAGGER~} 1500, Amalie von Bayern
{~DAGGER~} 1502, Sidonie {~DAGGER~} 1510, Friedrich {~DAGGER~} 1510; sie gehoeren zum Besten, was auf
diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer
Friedrich II. und Johann, ausgefuehrt um 1540 (von derselben Hand Barbara
in in der Georgenkap.). -- _Grabplatten im Langhause_: Bischof Dietrich
III. von Schoenberg {~DAGGER~} 1472, im Charakter der _Vischer_schen Werkstatt;
Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Weissenbach {~DAGGER~} 1487;
Hochreliefplatte (Epitaph) fuer denselben, Bronzeguss aus einer
saechsisch-thueringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten
fuer Dietrich von Schoenberg und Andreas von Koenritz. -- _Georgenkapelle_:
Triptychon von _L. Cranach_. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete
Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs {~DAGGER~} 1539, gravierte Platte
der Herzogin Barbara {~DAGGER~} 1534.
_Kreuzgang_. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und suedl. Quersch.
Der aelteste Teil der noerdl. Fluegel und _Maria-Magdalena-Kap_. vor 1274;
die uebrigen Fluegel 1491.
*Schloss.* Der Hauptbau (seit 1676 "Albrechtsburg" genannt) erbaut 1471 bis
ca. 1485 von _Arnold von Westfalen_ (_Westveling_). Epochemachend in der
Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den
Palast ueberzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in
jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Raeume in gleicher
Hoehenlage. Bezeichnend fuer den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament.
Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Geschoss Rippen, in den
folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr grossen Fenster
verzichten auf Masswerk, als oberer Abschluss ist der seither in der
saechsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingefuehrt. Andere fuer
die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und
die grosse in einem Turmgehaeuse aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe.
Hoechst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so
dass sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstaerken
von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gewoelbe durch
senkrechte Belastung aufzuheben (ein Gedanke, der im Obergeschoss der
Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten
Teilungslinien, dafuer betonen Gurtgesimse die Bedeutung der
Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der
eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit haelt die Wage eine mit
Bewusstsein geuebte (im aelteren Schlossbau bloss zufaellig zustande kommende)
malerische Kontrastierung der Massen. -- Die an einigen Bauteilen,
Wappensaal des NAusbaues und Ausschmueckung des grossen Wendelsteins, sich
zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf _Jakob von
Schweinfurt_ ca. 1525-30.
*S. Afra,* gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift,
durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten
got. Formen, der 1sch. gerade schliessende Chor in gleicher L. mit dem
Msch. des Lhs. Die Sakristei Ueberrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.).
Um 1390-1400 das suedl. Ssch. und der Chor erhoeht. Konventsgebaeude nach
1600. -- Hoelzerne _Kanzel_ 1657. _Grabsteine_ des 16. und 17. Jh. in der v.
Schleinitzschen Grabkapelle.
*Franziskaner-K*. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter
(jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgewoelbte 3sch.
Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet
quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das suedl. Ssch. ein.
*Frauen-K*. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend.
Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schluss; Netzgwb.; in die
Ecke zum suedl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergeschoss eine
Saengertribuene traegt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt.
Maechtiger WTurm, letztes Geschoss Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals
hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den
Ssch. quergestellte Daecher ueber jedem Joch. -- Kirchhofstor gut renss. -- In
der Sakristei _Tafelbild_ 1496.
*Johannes-K*. und *Jakobs-Kap*. unbedeutend und jetzt profaniert.
*Martins-K.,* kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch.
flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen
sich in staffelfoermiger Einziehung. Einfache Tuer an der SSeite in Formen
aus A. 13. Jh. Aufgedeckte _Wandgemaelde_ aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900
wieder ueberstrichen.
*Nikolai-K.* War eine rom. Anlage aehnlich der Martins-K., in got. Zeit
umgebaut. Sehr beschaedigte _Wandgemaelde_ 13. Jh. Interessantes gemaltes
_Triptychon_.
*S. Wolfgang,* Begraebniskap. im Meisetal, in der Art _Arnolds __ __ von
Westfalen_, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck.
Schiff.
*Rathaus* stattlich spgot. seit 1479.
*Kornhaus* 1520-24 von Meister _Jakob von Schweinfurt_. -- Haus gegenueber
dem SEingang des Doms 1526; wohl von _demselben_; letztes Kaempfen der Got.
gegen die Renss. -- Auch in der Stadt einige alte Haeuser zu beachten, z. B.
das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.
_MELKENDORF._ OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte
Flachdecke um 1730. Aussen am Eingang zur Sakristei 2 sprom. Saeulenkaptt.
eingemauert.
_MELKERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* 1687. In allen Teilen Fachwerk. Ueber der Front niedriger Aufbau
als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.
_MELLINGEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
Grosse *Dorf-K*. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. -- Hoelzernes
_Brunnenhaus_ 1667. -- _Dorflinde_ mit Steintisch.
_MELLNAU._ RB Cassel Kr. Marburg.
*Burgruine,* erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.
_MELLRICHSTADT._ UFranken BAmtsstadt
*Pfarr-K.* Der allein interessante Teil ist der oestl.; frgot. mit rom.
Nachklaengen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2
maechtigen Tuermen (nur der noerdl. ausgebaut). Ihr Erdgeschoss bildet
Nebenchoere, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in
einer spitzbogigen Arkade oeffnen. Leibung ungegliedert. Kaempfer mit rom.
Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei
Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Tuermen rck., das andere
quadratisch, hatten frueher wohl auch Rippengwbb., wofuer die in der SWEcke
des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. Kaempfer deutet auf einen
ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das Aeussere zeigt sich als massiger
Quaderbau mit spaerlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden
Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit spaeterem Masswerk), in der Mitte und an
den Ecken Strebepfll. Giebelabschluss und Rundseiten mit Spitzbogenfries.
Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse.
In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schalloeffnungen.
Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nuechterner Bau der Juliuszeit
in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar.
veraendert. -- _Sakramentshaeuschen_ feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh.
-- _Grabplatte_ eines Herrn von der Ker {~DAGGER~} 1387.
*Spital-Kap.* mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.
*Grossenberg-Kap.,* kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. _Holzfiguren_ und
3 _Altaere_ aus A. 17. Jh., Sandstein.
Reste der *Stadtbefestigung*.
_MELSUNGEN._ RB Cassel Kreisstadt.
*S. Nikolaus-K*. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch.
polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Ueber den Sschiffen Walmdaecher.
*Schloss* 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. -- *Rathaus,*
freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktuermchen. In der Naehe ansehnliche
Holzhaeuser des 17. Jh. -- *Fuldabruecke* 1569. -- *Ringmauern* aus Ma.
grossenteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.
_MEMLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Benediktiner-Klst.-K*. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt
duerftige Ruine. Flachgedeckte kreuzfoermige Basilika. Die Stilformen weisen
auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des
aelteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Wuerfels, Lhs.
6 Arkaden, 2 WTuerme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Laenge 59 m. --
Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Graetige
Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden aussen und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung
des Bogenfrieses kommt an den aeltesten Teilen des Magdeburger Doms vor.
Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer Hoehe; die Pfll. quadratisch mit
2 kraeftigen 3/4 Saeulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchfoermig,
undekoriert; die maechtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der
attischen Basis. Alle Fenster rundbg. -- Aeltere Ansichten zeigen einen
niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTuerme;
vielleicht waren sie schon zerstoert, vielleicht auch unausgefuehrt
geblieben. -- Die _Klausur_ lag ungewoehnlicherweise auf der NSeite. --
Aeltere Besucher sahen an den Pfll. gemalte maennliche und weibliche
Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar,
das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.
*Dorf-K.* Reste von spgot, Altarplastik und grosses Holzrelief mit
Beweinung Christi 1500.
Von der ehemaligen *Kaiserpfalz* ein Torweg und Mauerreste von 5 m Staerke.
_MENGERSDORF._ OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* 1521, Veraenderungen 1668, 1736.
_MENGERSREUTH._ OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hoelzerne Tonne mit
_Gemaelde_ um 1700.
_MERGELSHOeCHHEIM._ UFranken BA Wuerzburg.
*Dorf-K.* 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.
_MERKERSHAUSEN._ UFranken BA Koenigshofen.
*Dorf-K.* 1737. Deckenfresko von _J. P. Herrlein_ 1777 (vgl. Oberassfeld).
*Pfarrhaus* renss. und rok. An der Strassenseite bmkw. got. _Steinmadonna_
von ca. 1350.
_MERKWITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Umbau von 1713; die mit Halbkuppel ueberwoelbte Koncha der alten
rom. K. jetzt Sakristei.
_MERSEBURG._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
*Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt*. Die rom. Epoche, die des
Uebergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der
erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium
beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 voellige Erneuerung des Chors
und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines
Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.)
geht der ganze gegenwaertige Grundriss einer regelmaessigen Kreuzbasilika
zurueck; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe
flankierenden OTuermen (die als Treppentuerme zu einem Zentralturm zu denken
sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie
hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Graeten ohne Quergurte,
die Pfll. mit Kerben auf den Flaechen und feinen Saeulchen an den Ecken. --
2. Formen der Uebergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die
Konstruktionen des Uebergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch
entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch.,
die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis
dieser Bauepoche war eine Gewoelbebasilika von schwerer und nuechterner
Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung
vorgerueckt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den
Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle
errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. -- 3. Die spgot.
Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur
Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der
Jocheinteilung unregelmaessig blieb; Netzgwbb.; aussen an den Ssch. eine
Folge von Staffelgiebeln mit Flaechenmasswerk aus Backstein; ferner
erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als
Specimina der obersaechsischen Schulrichtung bmkw. sind. -- Rest, von _Fr.
Adler_ E. 19.Jh. -- Der wenig ansehnliche _Kreuzgang_ spgot. mit aelteren
Resten. -- _Kanzel_ 1514 mit Zusaetzen von 1526, die letzteren schon mit
RenssElementen. -- _Chorgestuehl_ von 1446; die Reliefbilder an der Rueckwand
von einem sehr unbegabten handwerklichen Kuenstler, der sich _Caspar
Schockholz_ zeichnet. Viel besser der _Fuenfsitz_ von ca. 1480-90. -- Reste
von _Schnitzaltaeren_ zerstreut. -- In der Vorhalle steinernes _Taufbecken_
12. Jh.; die vier Paradiesesfluesse, als nackte hockende Maenner
dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefaess, daran unter
Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die
Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl.
Byzantinische Elfenbeine und spaeter das Fuerstenportal am Bamberger Dom). --
In der Kap. am WFluegel des Kreuzgangs grosses und gutes Sandsteinrelief
eines _h. Georg_, E. 14. Jh. -- Zahlreiche _Grabdenkmaeler,_ unter denen nur
einiges zu nennen. In der Vierung Gegenkoenig _Rudolf v. Schwaben_ {~DAGGER~} 1080,
Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Giesshuette;
flachstes Relief, nur der Kopf staerker hervortretend; etwas unter
Lebensgroesse; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die
Ornamente zierlich und sorgfaeltig; die Augen hatten Einlagen von Glasfluss,
ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umstaenden muss
Ausfuehrung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der aelteste
datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im noerdl. Qsch. Bischof _Thilo
v. Trotha_ {~DAGGER~} 1514, wahrscheinlich von _P. Vischer_, eherne Tumba in
Kistenform, mit der Rueckseite an die Wand gelehnt, ganz ohne
architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehoerige
Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinitaet. An
der NWand Epitaph des Bischofs _Adolf v. Anhalt_, im suedl. Qsch. grosse
hoelzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im noerdl. Ssch. Grabstein
des Bischofs _Friedrich v. Hoym_ {~DAGGER~} 1382, interessant durch den erstrebten
Portraeteindruck, Spuren von Bemalung. -- In der Vorhalle Grabstein des
Bischofs _Sigismund v. Lindenau_ {~DAGGER~} 1544, an einem Pfl. das zugehoerige
Epitaph, bezeichneter Bronzeguss von _Hans Vischer_ aus Nuernberg. -- Im
oestl. Kreuzgang (soll naechstens in die Vorhalle versetzt werden)
_Rittergrabstein_ um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschaedigte
Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem
selbst). -- _Gregoriusaltar_ und _Marienaltar_ um 1515-20, von einem
Leipziger Meister (vgl. Friedersdorf). Im noerdl. Qsch. grosses
allegorisches Gemaelde auf die _unbefleckte Empfaengnis_ 1518. Mehrere
ansehnliche Denkmaeler aus Renss. und Bar.: v. Bibra {~DAGGER~} 1584, Kostitz 1610,
v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den
_Glocken_ wird eine (die "Schnurre") dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta
und Nona 1498.
*K. und Klst. St. Petri,* gegr. 1091, saekularisiert 1562. Aus der rom.
Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des
noerdl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. -- Teile des Klst.,
darunter das grosse Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende
Gewoelbe im Stil der Uebergangsteile des Doms.
*Neumarkts-K. S. Thomas,* ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher
Decke und Stuetzen Wechsel; davon nur der Chor unveraendert; zwei reiche
Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.
*K. des Collegiatstiftes St. Sixti,* erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got.
Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal veraendert.
*Stadt-K. St. Maximin,* spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19.
Jh. beseitigt.
*Gottesacker-K.,* 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg.
_Portaltympanon_ mit ausgezeichnet schoenem Rankenornament im
Uebergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.
*Schloss.* Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff.
unter Herzog Georg von Sachsen durch _Melchior Brunner_; die Wirkung ist
gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der geraeumige, annaehernd
quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehoert zu
den eindruckvollsten, grosszuegigsten Anlagen dieser Art. Treppentuerme,
Erker, Portale und Zwerchhaeuser in kraeftigen, nicht schwuelstigen
Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, dass
sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. --
Ausgezeichnetes _Brunnenhaus_. -- An den Schlossgarten aus 2. H. 17. Jh.
erinnern vier Obelisken. -- _Gartensaalbau_ 1727.
*Rathaus* 1475, veraendert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A.
17. Jh.
Oestl. der Gottesacker-K. die kuerzlich ausgegrabenen Fundamente der *Burg*
Koenig Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine
vorgeschichtliche Anlage.
_MERXHAUSEN._ RB Cassel Kr. Wolfhagen.
Ehemalige *Augustiner-Klst.-K.* gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit
got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerstoert. Schoenes rom.
Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten ausgekehlt. Die Klostergebaeude
modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks,
reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.
_MESCHENBACH._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Dorf-K.* spgot., dann oefters veraendert. -- Spgot. _Kanzel_.
_MESPELBRUNN._ UFranken BA Aschaffenburg.
*Schloss.* Alter Bau 1419 fuer Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration
und Vergroesserung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, beruehmt
durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart.
_METZELS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Geschnitztes *Holzfachwerkhaus,* bez. 1511 auf dem got. Tuerbalken. Kleines
Museum baeuerlicher Altertuemer.
_MEUSELBACH._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Koenigsee.
Kirche, 1743. Die _Kanzel_ und das originelle _Taufbecken_ aus derselben
Zeit.
_MEUSELWITZ._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* 1604, nach Brand 1640 hergestellt. -- *Schloss,* 1724 fuer
Feldmarschall Graf Seckendorff; grosses Viereck mit kleinem Mittelhof;
pompoese Wirkung beabsichtigt, abgeschwaecht durch die geringwertigen
Surrogatmaterialien.
_MICHAELISBERG_ s. Klosterveilsdorf.
_MICHELAU._ OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* 1804-11. -- Holzbauten aehnlich Marktzeum.
_MICHELBACH._ RB Cassel Kr. Marburg.
*Kirche.* Uebergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewoelbebau mit
schmaelerem quadratischem Altarhaus, darueber Turm. Im Schiff 3 rck.
Kreuzgwbb. ohne Rippen.
_MICHELFELD._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. -- Guter
_Bildnisgrabstein_ 1626.
_MICHELSBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Dorf-K.* Rom. Anlage, 1575 ueberarbeitet. 1sch. mit schmaelerem rck. Chor,
kein Turm.
_MIEKEL._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 1550, mehrmals erweitert. -- Feiner und vornehmer Kanzelaltar
1686. _Grabdenkmaeler_ der v. Gersdorf, v. Loeben und v. Ponickau.
*Schloss* erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an
Schloss Moritzburg. Kurfuerstliche _Bildnisse_ des 16. und 17. Jh.
_MIHLA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Kirche.* Lhs. 1711-15, Turm rom. Grosses _Steinrelief_ des 14. Jh.
Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v.
Wangenheim, durch die Empore zum Teil verdeckt. Geschnitzter _Fluegelaltar_
E. 15. Jh., eines der groessten Altarwerke Thueringens. Recht gute
Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs.
Die 2 Fluegel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt.
_Grabstein_ mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Ruestung,
um 1660. Grosses _Kruzifix_, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters
der Erfurter Grablegung. Grosse _Truhe_ mit sehr reichen spgot. Beschlaegen
aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v.
Herstall.
Das *Graue Schloss* bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm
an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemeisselte
Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist spaeter in der
Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgebaeude aus Quadern 1735.
Das *Rote Schloss*. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgeschoss
aus Stein mit schoenen renss. Fenstern. Darueber 3 Geschosse aus z. T. reich
geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr grosse Dielen uebereinander. In
der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele
die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schraenke des 17. Jh. Einer der
besten Holzbauten Thueringens.
Geschnitztes *Holzfachwerkhaus* mit guten Schnitzereien no 30.
_MILDENFURT._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
Ehemalige *Praemonstratenser-Klst.-K.* gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50.
Naechst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthueringen.
Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schloss des 16. Jh., erhalten.
Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den
regelmaessigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebenchoere
(kuerzer) schliessen mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der
Mauerdicke der Kreuzfluegel. Das Lhs. im gebundenen System gewoelbt; 4
Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen
ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im
W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den _Klostergebaeuden_ haben sich das
Refektorium, der Kapitelsaal und der SFluegel des Kreuzganges, entstellt,
im jetzigen Brauhaus erhalten.
_MILTENBERG._ UFranken BAmtsstadt.
Altertuemliches Stadtbild von grossem Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen
Fachwerkhaeuser, meist 16. Jh., so das *Gasthaus zum Riesen* 1590.
*Pfarr-K.* Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. vollstaendig
umgebaut und erweitert. Aussen ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTuermen. --
*Franziskaner-K.* barock.
*Rathaus.* Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte
Ecktuermchen und wohl auch einen Zinnenkranz. -- Am Wochenmarkt huebsches
Rok.-Wohnhaus von dem mit _Ritter_ in Mainz in Verbindung stehenden
Lokalmeister _J. M. Schmidt_.
Schoener Renss. *Laufbrunnen*.
*Burg.* Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener
Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.
_MILTITZ._ K Sachsen AH Meissen.
*Pfarr-K.* 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. -- Huebscher _Altaraufsatz_
mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.
*Schloss.* Die Anlage geht auf 13. Jh. zurueck, die Erscheinung auf Umbau
1663.
MILZ b. Roemhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. *Dorf-K.* von Mauer
und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. -- Viel _Fachwerkhaeuser_.
_MISTELBACH._ OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hoelzerne Tonne mit bmkw. Malerei.
Grabsteine 16. und 17. Jh.
_MISTELFELD._ OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes
Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darueber Turm. An der 5achsigen
Langseite in der Mitte Tuer und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei
Masswerkfenster.
_MITTELDORF._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
*Dorf-K.* um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen graetigen Kreuzgwbb., etwas
schmaelerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm juenger.
_MITTELSTREU._ UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um
1600.
*Karner* mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.
_MITTWEIDA._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Marien-K.* Erneuert nach Brand 1454 durch Meister _Arnold v. Westfalen_
bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien
Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, dass seine Achse
auf die suedl. Pfeilerreihe faellt; das noerdl. Schiff durch Empore geteilt;
diese Unregelmaessigkeiten von eigentuemlich malerischem Reiz; die noerdl.
Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Aeussere trocken elegant, der
Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. -- _Altarwerk_ mit
reicher Holzschnitzerei 1661 von _Valentin Otto_ und _Joh. Richter_, beide
aus Meissen. _Sandsteinkanzel_, von Mosesstatue getragen, an den Bruestungen
der Treppe und Buehne die 12 kleinen und 4 grossen Propheten; gefertigt 1667
von _Cl. K. Buchau_ in Dresden.
An einigen Wohnhaeusern huebsche Fr.Renss Tueren.
_MITTWITZ._ OFranken BA Kronach.
*Schloss* nach 1525.
_MOGGENBRUNN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Schloss* 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der
Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Tuerklopfer aus
16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.
_MOHORN._ K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. -- _Schnitzwerke_:
Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Grosser _Altarbau_ 1604 von
ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte grosses Abendmahlsrelief.
Treffliche _Bildnisreliefs_ 1686, 1711.
_MOeHRA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen.
Anziehendes Gesamtbild des Inneren. -- Zahlreiche _Fachwerkhaeuser_ 17. und
18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 "M.
Luthers Stammhaus".
_MOeLBIS._ K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* wesentlich 1688. _Glocke_ 14. Jh. _Bosesche __ Grabmaeler_.
*Herrenhaus* (v. Bose) 1714, einfach vornehm.
_MOLSCHLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* spgot. -- Doppelfluegeliges _Altarwerk_ 1518; im Schrein
ungewoehnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende
des h. Jakobus d. Ae. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund.
-- Schoenes Fragment eines zweiten _Schnitzaltars_.
_MOLSDORF._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Schloss* 1734 fuer Graf Gotter. Bar. im Uebergang zum Rok. Luxurioese
Innenausstattung. Grosser Park.
_MOeMBRIS._ UFranken BA Alzenau.
*Dorf-K.* Grabsteine 1548, 1562.
_MOeNCHROeDEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
Ehem. *Benedikt.-Klst*. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in
landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebaeude. Das
Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Paechterwohnung) zeigen Reste
schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. -- An der *Dorf-K*.
Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft veraenderter Gemengbau. An der suedl.
Aussenwand 3 _Bildnisgrabsteine_ von Aebten 1367, 14.., 1474.
_MORITZBURG._ K. Sachsen AH Dresden N.
*Jagdschloss.* 1542-46 von _Hans Dehn-Rotfelser_ fuer Kurfuerst Moritz;
kleinere Veraenderungen 1593-1660; Kap. 1672 von _W. C. v. Klengel_;
1722-30 Umbau und Erweiterung durch _Poeppelmann_. -- Die Anlage des 16. Jh.
hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken
runden Ecktuermen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten
weiten Hof stand das Schloss, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m);
erst _Buchner_ schmueckte ihn 1593 mit den auf aelteren Abbildungen
sichtbaren Volutengiebeln. _Poeppelmann_ legte die Hofmauer nieder,
vergroesserte das Mittelschloss um ein Bedeutendes in Hoehe und Breite,
verband es durch Fluegel mit den Ecktuermen, umgab das Ganze mit Terrassen,
Rampen und Bruecken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des
Umbaus. Die Aussenwaende sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch
(laengst erloschene) Ausfuehrung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch
immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der
Lage inmitten eines (auch erst von _Poeppelmann_ erweiterten) Waldsees. Im
Innern faellt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die
Dekoration der Kap.; das Deckengemaelde von _Joh. Fink_, die porzellanene
Altarplastik von _J. J. Kaendler_. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44
Vasen, 44 Putten, 4 groessere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch
empfundene Stuecke. Der Jaeger an der SWEcke aus aelterer Zeit,
wahrscheinlich 1602 von _Christoph Walther_.
*Fasanerieschloss* 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschloss. Dort
schweres, derbes Bar. vor Eintritt des franzoesischen Geschmacks; hier die
andere Grenze des Rok. schon ueberschritten, gesuchte Einfachheit in
spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische
Anklaenge, als Symbole der Natuerlichkeit, die Raeume winzig fuer intimste
Zurueckgezogenheit eines Liebesidylls.
_MOeRSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Melsungen.
*Dorf-K.* 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr
hochbusigen Kreuzgwbb.; schmaelerer rck. Chor; turmlos.
_MOTZLAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* 16. Jh., umgebaut 1733. -- Ausstattung gleichzeitig. Am
_Hochaltar_ 2 auffallend gute Holzstatuen. _Kruzifix_, _Pietas_ und
_Altarreste_ spgot.
_MUeCHELN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
Kleine frgot. *Templer-(?)K.* Sorgfaeltige Ausfuehrung in Sandstein. 1sch.
mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluss, im W Empore. Die Rippen auf
geschmueckten Konsolen.
_MUeCHELN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Stadt-K.* Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H.
18. Jh.
*Rathaus* 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in
malerischer Gruppierung.
_MUeCKENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Schloss* 1737 fuer Margarethe v. Loewendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in
anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das
Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte
Schlosskap. 1746, auf dem Altar grosse Kreuzigungsgruppe in Meissener
Porzellan. Vom Park wenig erhalten, grosses Gittertor um 1800 mit Motiven
vom Brandenburger Tor in Berlin.
_MUeCKERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.
_MUeDESHEIM._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Grosses
Deckengemaelde und Altarausstattung aus derselben Zeit.
*Wallfahrts-Kap*. _Holzfiguren_ in der Richtung _Riemenschneiders_.
_MUeGELN._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Stadt-K.* Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewoelbeschlussstein bez.
1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm
eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck.
Pfll. mit konkaven Flaechen; Fenster 3teilig mit aeusserst nuechternem
Masswerk; Chor 1 Joch und 5/8 Schluss. -- _Sakramentsnische_ mit Halbfiguren
von Propheten und Engeln. Ueberlebensgrosses Kruzifix. [_Fluegelaltar_ von
_M. Krodel_ 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der suedl. Vorhalle
grosses prachtvolles Gitter bez. 1648. -- _Grabmal_ des Melchior v.
Saalhausen {~DAGGER~} 1504, hoechst lebendig behandelte Standfigur in fast voller
Rundung; recht tuechtig auch die des Joh. von Haugwitz {~DAGGER~} 1591 und des
Diakonus Stein {~DAGGER~} 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor fuer
Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.
*Schloss Ruhetal*. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was
vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.
*Rathaus.* Spaeteste Gotik ca. 1550, durch "stilvolle" Rest. entwertet.
_MUeGLENZ._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.*, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verstaendnisvolle
Durchfuehrung eines got. Netzgwb., fuer jene Zeit etwas Unerhoertes.
_MUeHLBECK._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
*Dorf-K.* von einfach rom. Anlage. Rasenstein. _Sakramentshaeuschen_ und
doppelfluegeliger _Altarschrein_ spgot.
_MUeHLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
Ehemaliges *Cisterc.-Nonnen-Klst. Gueldenstern*. Ein suedl. Auslaeufer der
maerkischen Backsteinbaukunst. Gruendung 1227, die massgebenden Baudaten
nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen
1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der
kleeblattfoermige Unterbau der noerdl. Apsis). Das Ergebnis 1sch.
Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze Laenge
60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den
Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattfoermig (mit got. vergroesserten
Fenstern), oben 1/2kr., die juengere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8.
Die Gwbb. saemtlich nach einem der mehreren Braende des 14. oder 15. Jh.
erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt.
der Saeulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veraenderungen
durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die
Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. -- Das Aeussere in guten
Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben;
gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht raetselhaft das rom. Portal der
SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch
Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf
den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und
Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der
alte beim Brande 1539 eingestuerzt). -- Eingreifende Wiederherstellung
1901-06. -- Die _Ausstattung_ der kloesterlichen Zeit abgegangen. Einfacher
Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemaelden, bez. H. G. B.
(_Heinrich Godechen_), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkmaelern
(1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch
und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umriss. Von denen des
16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. -- _Klausurgebaeude_. Gelegen auf der
NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt
Kuhstall, das Aebtissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert,
Zellengwbb. im Erdgeschoss deuten auf einen ziemlich aufwaendigen Umbau um
1500; demselben gehoert auch der mit einem Masswerkmuster (Netz aus sich
schneidenden Kreisen) uebersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser
Giebelwand und der Kirchenfront fuehrt eine Mauer mit Laufgang auf die ca.
100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptfluegel (um 1530) unten schlicht,
das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem
anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., ueberzogen. Die Anbauten in
schlichter Fr.Renss. nach 1554.
*Neustaedter-K*. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach veraendert. --
Guter spgot. _Schnitzaltar_ um 1525, spaeter in Renss.-Rahmen gebracht.
Mehrere _Grabsteine_.
*Friedhof* 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. _Altargemaelde_ 1614.
*Schloss.* Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach
154S als kurfuerstliches Verwaltungsgebaeude einfachst erneuert. In der Kap.
neugot. Altar mit guten _Figuren_ des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).
*Rathaus.* Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Masswerk aehnlich der
Abtei dekorierte OGiebel duerfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur
der WGiebel dem Jahre 1543 angehoeren. Inneres modernisiert. (Sammlung des
Geschichtsvereins)
_MUeHLFELD._ UFranken BA Mellrichstadt.
*Dorf-K.* Turm frgot. Lhs. 1593. -- _Grabsteine_ 1481, 1611, 1704.
_MUeHLHAUSEN._ OFranken BA Hoechstadt.
*Pfarr-K.* Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. -- Schoene _Bildhauerarbeiten_
des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, _Bilder_ aus der Schule _Wolgemuts_(?),
_Grabmal_ von _Hans Werner_ 1613.
_MUeHLHAUSEN._ UFranken BA Wuerzburg.
*Dorf-K.* 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.
_MUeHLHAUSEN._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
Von den 11 K., die Muehlhausen im Ma. besass, sind jetzt 5 im kirchlichen
Gebrauch.
*S. Blasien*. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens
gelangt. Aeltere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom.
Basilika koennte der WBau bis zu dem in Hoehe von 14,5 m liegenden
Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Tuerme.
Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in
Umriss und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten
verschieden. Der nordwestl. aehnelt in Komposition und Einzelheiten
durchaus dem suedwestl. der Liebfrauen-K. in Arnstadt; offenbar dieselbe
Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m Hoehe, sein Partner nur 2 von je
6,7 m Hoehe. Am noerdl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurueck.
am suedl. Turm stehen sie lotrecht uebereinander. Beiden gemeinsam ist die
Verstaerkung der Ecken durch Buendel von je 3 Runddiensten, die sich mit den
kraeftigen Gesimsen verkroepfen und in jedem Geschoss auf halber Hoehe mittels
Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. Waehrend die Aussenarchitektur des
WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen haelt, die zu einem
Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe
fuehrende Tuer frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm
(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Aussenarchitektur frgot. Schmuckformen
auf (mit speziellen Anklaengen an Laon), wie auch die lotrechten Linien
gegenueber den wagrechten staerker betont sind, worauf schon die veraenderte
Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau
erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau duerftig, mit quergestelltem
Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzfoermige
Strebepfll. und noch spaeter in der Mitte eine formlose Strebemauer. -- Um
1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen.
Uebergangsformen mit Anklaengen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines
basilikalen Aufbaus bald verlassen. -- Das Lhs. ist Hallenkirche von 5
Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und
4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein
ringsumlaufender Blaetterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen
weiten Fenster 3teilig, Masswerk aus Vier-- und Dreipaessen. -- Am Aeussern
haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im
S ein in 4 Rueckspruengen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben
abgestutzten Giebel ueberstiegen; darueber Rosenfenster, dessen Masswerk aus
einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit
Fialenkroenung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk
besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der noerdl. Front
fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten
ausgearbeitet, die Rose bedeutend groesser und aus 14 radianten Blaettern
gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen
kleinere Giebel ueber jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdaechern
entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der
Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit
entsteht. Beeintraechtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m
hohe Aufschuettung des ehemals als Begraebnisplatz benutzten Gelaendes. --
Grosser _Schnitzaltar_ E. 15. Jh. -- Steinerner _Levitensitz_ A. 14. Jh. --
Steinerne _Kanzel_ E. 15. Jh. -- _Taufstein_ 1596. -- _Epitaph_ des Hermann
von Heylingen {~DAGGER~} 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuss der
betende Stifter. -- An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes _Gitter_ von
1707. -- Unter den _Altargeraeten_ der Sakristei mehreres bmkw.
*S. Marien.* Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen
Basilika im 2tuermigen WBau. Nur der noerdl. Turm unverstuemmelt, im Typus
von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so dass die Fassade
(vor Zerstoerung des suedl. Turmes) schliesslich dreituermig war. -- Im uebrigen
ist die K. voellig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der
einheitliche Charakter des Innern laesst auf eine nicht zu lange Bauzeit
schliessen. Der Chor 1328 vollendet. -- Hallenkirche mit einer fuer dieses
System ungewoehnlich reichen Grundrissgliederung. Das Lhs. ist bei 5
Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der
Breitenueberschuss faellt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das ueber die
Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine groessere
Breite von den uebrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die
inneren Ssch. als Nebenchoere (1 quadratisches Joch und Schluss aus 8 Eck),
das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schluss) fort. Die tief
ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlusssteine
dienen mehrfach tief herabhaengende, mit Blaettern besetzte Stengel. -- Dem
Aeusseren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen;
dafuer ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. Ueber jeder
Fensterachse ein in Masswerk aufgeloester Giebel; das Motiv trat zuerst an
der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschraenkung auf den
Hauptchor; hier in der regelmaessigen Wiederholung wird es monoton, vollends
durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel
ohne Masswerk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des
Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des suedl. Qsch. fungiert
als Hauptportal; darueber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan.
_Ausstattung_. Hauptaltar mit spgot. _Fluegelschrein_, in der Mitte
Marienkroenung, auf den Fluegeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte
Aussenfluegel, Predella juenger. Dahinter _S. Nikolausaltar_ (versetzt). Im
noerdl. Ssch. 2 gemalte _Triptycha_. Steinerner _Levitensitz_ M. 14. Jh.
_Ratsstuhl_ 1604. In den Chorfenstern beschaedigte _Glasgemaelde_ aus 14.
Jh. _Skulpturen_: Der Schmuck des Hauptportals in den Muenzerischen Unruhen
zerstoert: An der Bruestung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach
der oertlichen Ueberlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die
alljaehrlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen haetten.
Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei
Koenige. An der Spitze des Giebels Juengstes Gericht in verkuerzter
Darstellung. -- Am Teilungspfosten des noerdl. SPortals eine Heilige mit
Kirchenmodell.
*S. Jacobi*. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb.
wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur
das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete Aeussere. Die WFassade ueber
ungegliedertem Unterbau 2 Tuerme, der noerdl. quadratisch, der suedl. 8eckig,
gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertuermchen begleitet
sind, die ihren Platz ungewoehnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks
haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Tueren sind mit
den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Masswerk des 14. Jh.
*S. Kiliani*. Unbedeutender Bau des 14. Jh.
*Allerheiligen*. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. noerdl. 1 Schiff
unter Schleppdach hinzugefuegt. Unverhaeltnismaessig hoher WTurm, unten
schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.
*Kloster-K*. der Buesserinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt
Turnhalle.
*Barfuesser-K.* Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck.
von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus
der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier
auch die 3 Tueren. Im suedoestl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck.
75 : 10,6 m. Der aeltere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und
ohne Strebepfll., der oestl. Teil besser. Jetzt Packhof.
[*Prediger-K.* beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch
lange Hallenkirche.]
*Hospital-K.* Ganz kunstlos; jetzt Magazin.
*S. Petri.* E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor,
jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.
*S. Georg*. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfaeltiger Quaderbau
mit gutem Masswerk an den Fenstern, von denen 3 an der oestl. Schlusswand.
Die an beiden Langseiten angeordneten Tueren mit den Fenstern
zusammengezogen, in einfacherer Fassung das Motiv der Jakobi-K. -- Angebaut
eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.
*S. Martini.* Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit juengerem aus dem
6Eck geschlossenem Chor.
*S. Nikolai.* Die groesste der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut,
jetzt mit Holzdecken. Das Aeussere ganz schlicht. Der im suedl. Chorwinkel
stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.
*Rathaus.* Planloses Aggregat verschiedenartiger Raeumlichkeiten. Die
Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.
*Stadtbefestigung.* Erhebliche Teile erhalten.
_MUeLLERDORF._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* mit rom. Turm. An der Aussenseite eingemauert zwei "heidnische
Goetterbilder" (??).
_MUeNCHAURACH._ OFranken BA Hoechstadt.
*Pfarr-K.* Kreuzfoermige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjuengten
Sll., Wuerfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes
WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.
_MUeNCHENBERNSDORF._ Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.
*Dorf-K.* 2 _Altarfluegel_ von _Valentin Lendenstreich_ aus Saalfeld 1503.
-- Typische *Wasserburg* aus 2. H. 16. Jh.
_MUeNCHENGOSSERSTAeDT._ Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.
_MUeNCHENLOHRA._ Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.
Ehemalige *Nonnen-Klst.-K.* Gewoelbte rom. Pfeilerbasilika auf normal
kreuzfoermigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die
Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kraeftigem
attischem Profil; die Kaempfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und
Rankenwerk geschmueckt. Im Msch. graetige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh.
Die Ssch. waren zerstoert, jetzt erneuert. Die westl. Haelfte des Lhs. wird
von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gewoelbter Halle von 2
Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und
stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den Waenden duenne 3/4 Sll.;
dieselben am suedl. Hochschiff. Der WBau (2 Tuerme mit Glockenhaus ueber der
Empore) war zerstoert, jetzt erneuert. (Grundmauern eines aelteren WChors.)
_MUeNNERSTADT._ UFranken BA Kissingen.
*Pfarr-K.* Ansehnlich grosse ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut,
erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal fuehrt
in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Geschoss ehemals Kap., die
sich im Rundbg. gegen das Msch. oeffnete. Darueber setzt der Turm ins 8Eck
um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes
Obergeschoss und Spitzhelm 17. Jh. -- Im Neubau der Juliuszeit wurde das
ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschluss an den WBau) bis zu der
durch den got. Chor gegebenen Hoehenlage erhoeht, das System der
flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den
alten Werkstuecken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden,
von W nach O in der Oeffnungsweite abnehmend, Stuetzen Rundpfll. mit
toskanischem Kapt. Das suedl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert.
WEmpore aus der Juliuszeit. -- Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschluss an das
Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Tuermen (voellig ausgefuehrt
nur der im SO). -- _Hochaltar_ neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus
alten und neuen Stuecken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten
Hochaltar, Fruehwerke _Riemenschneiders_; die Fluegelreliefs jetzt auf der
Rueckseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Muenchener Nat.-Mus. Ferner
enthaelt der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar
in Nuernberg erstanden) und ein grosses Hochrelief, _Kreuzigung_, wohl mit
Recht _Veit Stoss_ zugeschrieben, gedraengt, unruhig, in forcierter
Charakteristik. Als _Fluegel_ des _Stoss_schen Altarwerks, ja sogar als
eigenhaendig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizsaecker) die 4
jetzt im Chor haengenden Tafeln in Anspruch genommen. -- _Einzelne
Schnitzbilder_ von zerstoerten Altaeren in der K. zerstreut; ferner
_Salvator und 12 Apostel_ aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben
bemalt. -- An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit grossem rohem
_Oelberg_, einem _Heiligen __ Grab_, einer _Messe des h. Gregor_,
verdorbenen _Epitaphen_.
*Markt-Kap.* Einfacher Bau von 1410.
*Augustiner-K*. 1752. Geraeumiger Saalbau, als Architektur nichtssagend,
die Dekoration wird allein durch die sehr grossen und vordringlichen
Mobilien bewirkt. -- _Deckenbilder_ von _Joh. Anwander_. Reicher _Schatz_
des 18. Jh.
*Aula* im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von _Zeni_.
*Stadtbefestigung* mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen
aus E. 14. Jh.
*Rentamt* (frueheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof
grosser Erker 1671 und Portal 1611 von _Julius Ernes_.
_MUeNSTERSCHWARZACH._ UFranken BA Kitzingen.
Ehem. *Benediktinerabtei*. Die Gruendung wird auf Karl d. Gr.
zurueckgefuehrt. Grossartiger Neubau durch _Balth. Neumann_ 1727-1743, eine
seiner bedeutendsten Schoepfungen, auch die Innenausstattung von den ersten
Kuenstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil
weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten
haben sich nur einige Bruchstuecke der Abteigebaeude aus der Zeit vor
Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von _Neumann_ ein
kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten.
-- Mainbruecke mit Bildstoecken der Renss. und Standfig. der Immaculata um
1750.
_MUPPERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Pfarr-K.* Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurueck. 1720-22 umfangreiche
Rest. und Erweiterung. -- Prunkvolle _Moseskanzel_. -- _Bildnisgrabstein_
des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schaerfe der Arbeit
ausgezeichnet. -- Reste von ma. _Wandmalerei_.
_MUeRSBACH._ UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. -- Gute spbar. _Einrichtung_. --
_Renss. Epitaphien_ um M. 16. Jh.
*Dreifaltigkeits-Kap.* Spgot. um 1516. Gute spgot. _Ho1zfiguren_.
Im Dorf *Fachwerkhaeuser*.
_MUTZSCHEN._ K. Sachsen AH Grimma.
*Stadt-K.* (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer
stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der
Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.
_MYLAU._ K. Sachsen AH Plauen.
*Burg* in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit
hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls
IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15.
Jh.), umgebaut unter den v. Schoenberg (E. 16. Jh.).
_N_
_NAeGELSTADT._ Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
*Untere K.* Gehoerte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr
verstuemmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht
romanisierend frgot. Detail.