_HESSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. --
_Taufstein_ gemischt got. und renss. -- _Grabsteine_ der Familie v.
Hessberg.
_HESSENSTEIN._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
*Schloss.* Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.
_HESSENTAL._ UFranken BA Aschaffenburg.
*Kapelle.* Grosse 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem Tuff,
angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten Schueler _Backofens_
(demselben, der im Dom von Halle gearbeitet hat).
_HETTSTEDT._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
*Stadt-K.* Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. _Kanzel_ 1587. Gute
_Beweinung_, Stein, ca. 1500. -- Ruinen eines bedeutenden got. *Schlosses*.
_HETZLAS._ OFranken BA Forchheim.
*Dorf-K.* mit befestigtem Kirchhof.
_HEUSTREU._ UFranken BA Neustadt a. S.
*Dorf-K.* got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe Ecktuerme.
*Berg-K*. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und 17. Jh.
_HEUTHEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollstaendige
Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.
_HILDBURGHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
*Stadt-K.* 1785 von _A. F. v. Kesslau_. Kuppelraum umgeben von Emporen in 2
Geschossen, oestl. anschliessend rck. Altarraum. Die Kuppel aus Holz, im
Aussenbau nicht zum Ausdruck kommend; ueberhaupt die ganze Behandlung sehr
sparsam.
*Neustaedter* oder *Waisen-K*. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten Ecken;
die Emporen haben auch im W analogen Gr., so dass im Innern ein gestrecktes
8Eck. Das Aeussere Putzbau mit Teilung durch dorische Pilaster, darueber
Triglyphengebaelk.
*Reformierte K*. (jetzt kathol.) 1722.
*Rathaus.* Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen, doch von
charakteristischer Massengruppierung; grosser schlichter Renss.Giebel,
seitlich runder Treppenturm mit welscher Haube.
*Regierungsgebaeude* 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.
*Schloss* (jetzt Kaserne) 1685-1707 von _E. Gedeler_. Ein mittlerer
Hauptfluegel und 2 anstossende Nebenfluegel umgeben einen Ehrenhof. Im Innern
stuckierte Decken, an die Schloesser in Gotha und Friedrichswerth
erinnernd.
Im Schlosspark *Denkmal* fuer die Koenigin Luise von Preussen 1815 von
_Schulze_.
*Wohnhaeuser* des 18. Jh., nur fuer den Spezialisten von Interesse.
_HILFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Wallfahrts-K.* 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor rom.
Spuren, Tueren rundbg. mit Perlstab. Das Sch. oeffnet sich mit grossem
Rundbogen gegen W ins Freie -- _Crucifixus_ aus fr. Ma. _Statue_ des h.
Bonifatius 1661. _Grabplatte_ des Fuersten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681.
_HIMMELKRON._ OFranken BA Berneck.
*Cistercienser-Nonnen-Klst.* Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl nicht viel
spaeter. Abmessungen mittelgross. Anlage 1sch., in der westl. Haelfte
Nonnenempore, polyg. Chorschluss ohne Einziehung. Die Baufuehrung zeigt zwei
Abschnitte. Vom ersten der WBau und die an die Klostergebaeude stossende
SWand im ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen
Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Woelbung beabsichtigt, wie die mit
der Mauer buendigen Strebepfll. an der oestl. Haelfte der NWand anzeigen;
ausgefuehrt nur im Chorgewoelbe (1 Joch 5/8 Schluss). Ferner wurden in dieser
Bauperiode (E. 14. Jh.) die Fenster vergroessert und die 3sch. 6jochige
Erdgeschosshalle unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb
flachgedeckt; der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor traegt jetzt
stuckierte Stichkappengewoelbe von 1699. Westfassade verbaut. Kleiner
Dachreiter. -- _Kreuzgang_ 1473 (Inschr.), nur ein Fluegel vorhanden; er
zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll und glaenzend, wie weit und
breit nichts Aehnliches zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb.
ruhen auf spiralfoermig kannelierten Wanddiensten mit ueppigen Laubkaptt.;
ueber diesen Statuen (grossenteils zerstoert) Baldachine; in den mittleren
Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde Engel aus Stuck, an den Waenden
Passionsreliefs. Die auf einer Konsole kniende _Statue der Stifterin_
Elisabeth v. Kuensberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu
denken. -- Grosse Zahl von _Grabsteinen_: am Boden Burggraefin Anna v.
Nuernberg {~DAGGER~} 1383; an der Wand zunaechst dem Eingang Agnes v. Orlamuende
{~DAGGER~} 1300, dem Stil nach 50 Jahre spaeter. Tumba eines Grafen v. Orlamuende mit
dem meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die uebrigen von geringerem Interesse.
-- _Holzkruzifix_ nicht von _Veit Stoss_.
*Markgraefl. Schloss* (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von _St. Pierre_.
_HIMMELPFORTEN._ UFranken BA Wuerzburg.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* Erb. angeblich 1264. Rck. mit leicht
eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in 2 Joche gewoelbt; derbe
Birnstabrippen auf Laubkragsteinen. Die Strebepfll. am Schiff lassen auch
fuer dieses auf ehemalige Woelbung schliessen; bei der Rest. unter der
Aebtissin Katharina _IV._ (1592-1630) wurden die Mauern ueberhoeht und mit
flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg. Fenster masswerklos.
Die westl. Haelfte des Sch. von der Nonnenempore eingenommen; die 3sch.
gewoelbte Halle, auf der sie ruht, spaeter als Sepultur eingerichtet.
Huebsche _Wendeltreppe_, in der sich got. Masswerkmotive mit spaeten
Renss.formen vermischen (bez. 1612). Aussen im O und W Renss.Giebel und ein
zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal in frgot. Formen jetzt neu, doch
wohl nach dem alten kopiert, bezeichnend fuer die cisterciensische
Auffassung der got. Formen. _Grabsteine_: Elisabeth v. Hutten {~DAGGER~} 1383,
Margarethe v. Hutten {~DAGGER~} 1400, Ludwig v. Hutten {~DAGGER~} 1414, Katharina v. Hutten
{~DAGGER~} 1415. -- Die _Klostergebaeude_ renss., der Kreuzgang noch got. Auch die
aeltere Ummauerung des Klosterbezirks erhalten.
_HIMMELSTADT._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Grosser Hochaltar aus der
Werkstatt _P. Wagners._
_HIMMELTAL._ UFranken BA Obernburg.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst.* gegr. 1232, barock umgebaut. -- _Grabstein_
des Konrad v. Bickenbach 1354.
_HINTERNAH._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Dorf-K.* 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung. Nach alter
Ueberlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr. Altarhaus mit Turm. In
dieser Zeit und noch spaeter sind in genauer Wiederholung dieses Schemas,
nur in den Massen wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen
errichtet.
_HIRSCHBERG._ Reuss j. L. LA Schleiz.
*Fuerstl. Schloss,* erb. 1678, veroedet.
_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Meissen.
*Dorf-K.* Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp. 1sch. Lhs.
1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.
_HIRSCHFELD._ K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau deuten, 1508
nach O erweitert. -- _Schnitzaltar_ 1518. Gute _Sandsteinepitaphe_ 1623,
1732. Rom. _Tuerbeschlag_.
_HIRSCHFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um 1780, die
_Statuen_ und _Reliefs_ in der Art _J. P. __ Wagners_.
_HIRSCHFELDE._ K. Sachsen AH Zittau.
*Pfarr-K.* spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf 2 schlanken
8eck. Pfll. Aelter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte Chor. -- Emporen
und Stuckdekoration 1718. Ausstattung grossenteils aus derselben Zeit. --
Schoene _Glocke_ 1573. Huebsche _Sandsteindenkmaeler_ rok. und
klassizistisch.
Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von _Haeusern_ in Lausitzer Bauart, z. T.
mit laubenartig vorgebautem Obergeschoss.
_HOCHBERG._ UFranken BA Wuerzburg.
*Pfarr-K.* Grossenteils neu. -- Bmkw. Ausstattung 1772-88. Sehr gut die
_Kanzel_ von _Peter Wagner_, klassizistisch. _Madonna_, Holz, um 1480. --
_Stationsbilder_ (Steinreliefs) und Kreuzigungsgruppe 1626.
_HOCHKIRCH._ K. Sachsen AH Loebau.
*Dorf-K.* Grosser Saalbau von 1717. -- _Denkmal_ fuer den in der Schlacht bei
H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den Formen nach um 1780.
_HOeCHST_ b. Gelnhausen RB Cassel.
*Wendelin-Kap*. 1415 (?), rest. im 18. Jh.
_HOCHSTADT._ OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* 1616. Altar im Aufbau got. Fluegelaltaere 1612, die Gemaelde bez.
S im Ring mit 3 Herzen.
*Kapelle* in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Ueberrest einer Burg.
Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von Langheim {~DAGGER~} 1473.
_HOCHSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.
*Pfarr-K.* Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas hoeher als die Ssch., Chor 1
Joch und 5/8 Schluss. Der isoliert stehende Glockenturm wahrscheinlich
ehemaliger Torturm.
*Rathaus* renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.
HOeCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt. *Stadt-K.* um 1400, aus welcher
Zeit der gewoelbte polyg. Chor; die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und
mit Emporen versehen; Fassade italisierend bar. -- _Wandtabernakel_ 14. Jh.
_Altaere_ und _Kanzel_ rok. Im Chor auf schoener got. Konsole S. _Georg_ E.
15. Jh. Hoelzerne _Pietas_ A. 15. Jh.
*Spital-K*. 1517, unbedeutend.
*Schloss.* Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert.
*Torturm* aus sp. Ma.
_HOeCKENDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. -- _Altarwerk_ mit 2
beweglichen und 2 festen Fluegeln, um 1515. -- _Grabsteine_ und
_Wappentafeln_.
_HOeCKENDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* 19. Jh. Ausstattung und _Denkmaeler_ 16. und 17. Jh., nicht ohne
Interesse.
_HOF._ OFranken BAmtsstadt.
*Stadt-K. S. Michael 1230.* Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, erhalten
nur der Unterbau der WTuerme und die Vorhalle. Der alte Gr. scheint dem der
gleichzeitig gegruendeten Stadt-K. in Bayreuth aehnlich gewesen zu sein.
*Lorenz-K.* Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des WTurms; sonst
Umbau des 16. und 19. Jh. -- _Fluegelaltar_ 1470. -- _Grabsteine_ A. 17.Jh.
_Bronzeepitaph_ 1730.
*Spital-K*. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke mit 90
Gemaelden von _M.H. Lohe_; weitere 53 auf den Bruestungen der Doppelempore.
Originelle Ausstattung. Schnitzaltar 1511. Gemaltes Epitaph eines
Cranachschuelers 1573; ein anderer bez. H H B 1556 (wohl _Joh. Hagenberger
d. Ae._).
*Rathaus* 1563-66 von _Nickel Hofmann_ von Halle; 1823 eingreifend
veraendert.
_HOF._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 wesentlich
umgestaltet. Maechtiges _Altarwerk_ aus Sandstein, Alabaster und Holz mit
Malereien auf Zinkblech, zum Andenken an Dietrich v. Schleinitz {~DAGGER~} 1612.
_Taufstein_ um 1600. _Denkmaeler_: fuer H.A. v. Haugwitz {~DAGGER~} 1544, die in
Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende Ritterfigur waere
des _Hans Schickentanz_ wuerdig; S.J. v. Schleinitz {~DAGGER~} 1559, von einem
geringeren Dresdener Meister; andere aus derselben Familie 1595, 1612,
1660.
*Schloss.* Die beiden aelteren Fluegel um 1570, die juengeren nach M. 18. Jh.
Praechtiger Kamin aus Meissener Porzellan, aus dem Boxbergschen Palais in
Dresden stammend. _Gemaelde_ von _A. F. Oeser_. Zahlreiche
_Sandsteinfiguren_ aus 18. Jh.
_HOFGEISMAR._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Liebfrauen-K*. in der Altstadt. -- Uebergangsstil, z. T. got. umgebaut
(Inschr. 1330). -- Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus dem 12Eck
geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am suedl. Ssch. zierliches got.
Portal von eigentuemlicher Anlage. Am WTurm rundbg. Portal mit
Wuerfelknauf-Saeulen. -- _Chorgestuehl_ 14. Jh., an den Wangen grosse Blaetter.
-- Ueber dem Pfarrstand spgot. _Altarfluegel_.
*K. in der Neustadt*. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit einfachen
Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine, Der 1sch. Chor mit
polyg. Schluss hoeher und schlanker. Der WTurm hat diagonal gestellte
Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, oberer 1460.
*Gilde- und Hochzeitshaus*. FrRenss. Modern umgebaut. *Schloesschen
Montcheri*. 1789 von _S. L. Du Ry_, eine fast genaue Wiederholung des
Schloesschens in Bad Nenndorf.
_HOFHEIM._ UFranken BAmtsstadt.
*Stadt-K.* spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von Wolf
Behringer) und besonders eingreifend 1740. -- Mehrere Reste von
_Holzplastik_, u. a. ein hl. Diakon, Richtung _Riemenschneiders_.
Wohlerhaltene *Stadtbefestigung* 16.-18. Jh.
_HOFSTETTEN._ UFranken BA Gemuenden.
*Pfarr-K.* Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte _Pietas_,
Holz, 1. H. 16. Jh. -- Am Chorbogen _Selbdritt_ um 1700.
_HOHENBERG._ OFranken BA Rehau.
*Burg,* gut erhalten und sehenswert.
_HOHENEICHE._ RB Cassel Kr. Eschwege.
*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon.
_HOHENGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) neu. Der ueppige Rok.Altar aus S. Martin in Heiligenstadt
von _E. Rickmann_ um 1760; auf ihm spgot. _Pietas_.
_HOHENKIRCHEN._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
*Dorf-K.* 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. -- _Kanzelaltar_ 1776.
_HOHENKIRCHEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Dorf-K.* Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.
_HOHENLEUBEN._ Reuss j. L. LA Gera.
*Fuerstl. Schloss,* spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich
geworden.
_HOHENLOHE._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
Ehem. *Nonnen-Klst.-K.,* erb. ca. 1240. Ungewoehnl. Anlage, fast
gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 huebsche rom. Portale an den
Kreuzfluegeln, am Chor Drillingsfenster.
_HOHENSTEIN._ K. Sachsen AH Glauchau.
*Stadt-K.* 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluss, Emporen ringsumgefuehrt
(Veraenderungen 1889). Schoener _Taufstein_ 1764.
_HOHENSTEIN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* 16.-18. Jh. _Holzrelief_ mit Abendmahl, Sockel eines Altarwerkes
aus 16. Jh. Grosses reiches _Grabmal_ des Generals v. Imhof {~DAGGER~} 1768.
*Schloss* 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener Empire-Saal.
Reste von rok. Gartendekoration.
_HOHENTURM._ Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus mit 1/2
kr. Apsis, feine rom. Tuer.
_HOHLSTEDT._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. _Pietas_.
_HOHNSTEIN._ K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* 1725 von _George Baehr_. Die Umfassungsmauern einer aelteren K.
mussten benutzt werden. Gr. naeherungsweise quadr. mit abgestutzten Ecken,
eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen; Emporen und Baenke zentrisch
aus Kreissegmenten; Kanzel und Orgel ueber dem Altar. -- Aeusseres schlichte
Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der Daecher und des
suedoestl. angeschobenen Turmes nicht ohne Reiz.
*Schloss.* Der ursp. sehr starke Bau halb zerstoert, der bestehende seines
Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh. [_Kanzel_ im Dresdener
Altert.-Ver.]
_HOLLFELD._ OFranken BA Ebermannstadt.
*Pfarr-K.* 1774-77 von _Neumann d. J._ und _Vogel_. -- _Statuen_ der
Fassade und des Hochaltars von _J.L. Kamm_, _Gemaelde_ der Seitenaltaere von
_Anwander_.
_HOeLLRICH._ UFranken BA Gemuenden.
*Schloss.* Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Fluegel mit 4
Ecktuermchen.
*Ruine Reussenberg*. Erb. durch die Thuengen 1333. Aufrecht stehen der
Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebaeudes und des Beringes.
_HOLLSTADT._ UFranken BA Neustadt a. S.
*Dorf-K.* stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm, Eckturm.
Ehem. *Hof* des Klst. Bildhausen, schoener Komplex von Renss.Bauten.
_Stuckdecken_ 18. Jh.
_HOLZHAUSEN._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch um 1780.
Nebenaltaere Fruehbarock um 1660; auf ihnen _Holzfigg_. St. Kilian und St.
Rochus nach 1500.
_HOLZKIRCHEN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
Ehem. *Kloster-K.* erb. von _Balthasar Neumann_ 1730. Signierter Gr. in
der Wuerzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die interessanten
Konkurrenzplaene _L. Dientzenhofers_. Reiner Zentralbau, in der Komposition
fuer Neumann auffallend einfach. Fast regulaeres Achteck, im Innern
abgerundet. An den Ecken korinth. Saeulen auf hohem Sockel, die ein
architraviertes Hauptgesims tragen. Darueber die im Querschnitt nicht ganz
halbkreisfoermige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Aussen die Glieder aus
rotem Sandstein, Mauer weiss. An den Ecken korinth. Pilaster, dann Gebaelk
und Attika. Auf dem Pyramidendach zierliche Laterne in Form eines
Tempietto. Trotz der nicht bedeutenden Masse (innerer Durchmesser 15m, Hoehe
20 m) ist der Raumeindruck des Innern maechtig. Die Proportionen nach einem
genau durchgefuehrten Triangulationssystem. Die stark klassizistische
Architektur ist fuer _Neumann_ in dieser Fruehzeit ungewoehnlich; nur die
(nicht erstklassigen) Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen,
dass wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. -- An der Aussenseite
eingemauertes _Rotsandsteinrelief_ des 12. Jh., aus zwei nicht
zusammengehoerigen Stuecken bestehend: Kopf eines Heiligen; Christus auf der
Eselin; Gottvater mit dem Einhorn. Die ikonographische Idee nicht recht
verstaendlich. -- _Neumanns_ Risse fuer das _Klostergebaeude_ kamen nicht zur
Ausfuehrung. Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste des sprom.
Kreuzgangs.
_HOLZZELLE._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Benedikt.-Nonnen-Klst*. Duerftige Reste. Eine aeltere Zeichnung der Ruine
zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Tuerme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch.
(ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf welche jedoch der Chor nicht
hinweist). [Ein figurenreiches, nach der fluechtigen Abb. zu urteilen,
bedeutendes _Tympanon_ jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]
_HOMBERG._ RB Cassel Kr. Homberg. *Pfarr-K.* S. Maria. Beg. 1340, Turm
1374 von _Heinrich v. Hesserode_ (Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen,
Chor 1sch. 3 Joche und 5/8 Schluss. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten.
Gwbb. der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Masswerk und Gewaende
reich gegliedert. Der maechtige WTurm in sehr reinen Formen. Stattliches
WPortal.
*Marktbrunnen*. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der Passion wohl von
einem Stationsweg.
*Got. Haeuser* hinter der Kirche und Gasthaus Krone.
*Stadtmauer* mit Tuermen.
_HOMBURG A. MAIN._ UFranken BA Marktheidenfeld.
Ehem. *Schloss*. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. -- In der
_Burkhardusgrotte_ (im Schlossberg) guter _Altar_ von 1613 mit Figuren und
Reliefs aus Alabaster, in der Art des _M. Kern_.
_HOMBURG_ a. d. Wern. UFranken BA Gemuenden.
*Burgruine*. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll gelegen.
Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei Teile, die Hauptburg,
die im Bering und in einigen Bauteilen auf das 12. Jh. zurueckgeht. Durch
Halsgraben geschieden von der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit
Kapelle, Wirtschaftsbauten und starker, von grossen Mauertuermen bewehrter
Ringmauer.
_HOPFERSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Dorf-K.* spgot. -- Guter _Oelberg_ um 1500. -- An der Auber Strasse bmkw.
_Bildstock_ A. 15. Jh.
_HOeRNITZ (ALT-)._ K. Sachsen AH Zittau.
*Schloss* 1651 vom Zittauer Meister _Valentin_. Die Giebel der rck. Anlage
mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.
_HOeRNITZ (NEU-)._
*Schloss* 1751, gutes Beispiel dafuer, wie bei aeusserster Beschraenkung der
dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle Wirkung erreicht
werden konnte (jetzt Brauerei).
_HOeRSELGAU._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Dorf-K.* 18. Jh. _Altarwerk_ A. 16. Jh. mit ungewoehnlich grossen, nicht
ueblen Figg.
_HOeRSTEIN._ UFranken BA Alzenau.
*Pfarr-K.* Schiff rom., Chor got.
_HOSTERWITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. -- _Altar_ um 1580 in der
Art des _Hans Walther_, spaeter umgearbeitet; _Denkmaeler_ 1641, 1788.
_HUBERTUSBURG._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Jagdschloss*. Seit 1721 fuer den Kurprinzen Friedrich August von _J. Ch.
Naumann_, fast ganz neu gebaut 1743-51 von _Joh. Chr. Knoefel_, eine
Hauptleistung der Dresdener Schule. Sehr grossraeumige Anlage inmitten
weiter Forsten. Zuerst in Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptfluegel durch
einen kraeftigen polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die
Seitenfluegel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit
stammen auch einige Nebengebaeude. Der Umbau verlaengerte die Seitenfluegel
und schloss das Ganze zu einem grossen Viereck von 97,5 : 80,5 m ab. Das
Aeussere blieb einfach in der Behandlung; die innere Ausstattung, an der
_Matielli_, _Knoeffler_, _Dieterici_ und _Oeser_ teilnahmen, ist
grossenteils zerstoert; eine Ausnahme macht der westl. Ecksaal und die
Kapelle; letztere in einfachen Architekturformen, aber durch die
durchgehende Verwendung von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die
Plastik des Hochaltars von _Matielli_ duerfte dessen Kunst in ihrem
Hoehepunkt darstellen; die Gemaelde der Seitenaltaere von _Silvestre_; die
reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem Weihwasserbecken
wohl von _Knoeffler_.
_HUeLFENSBERG._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Wallfahrts-K*. Spgot. Hallenkirche, roh und duerftig, neuerdings
ausgebaut. Der _Crucifixus_ ("Huelfenskreuz") gilt fuer Arbeit des 12. Jh.;
vielleicht eher archaistische Nachahmung.
_HUMMELSHAIN._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* _Schnitzaltar_ aus der Saalfelder Schule.
_HUeMPFERSHAUSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* got. 1603, rest. 1725 und 1826. _Schule_ 1623.
_HUeNFELD._ RB Cassel Kr. Huenfeld.
*Protest. K*. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig vom ma.
Bau uebrig gelassen.
*Kathol. K*. Spaetestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. -- _Taufstein_ 1495.
*Ringmauern* gut erhalten.
_HUTSBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Burgruine*. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze. An der
Ringmauer Reste des Wehrganges.
_HUeTTENGESAeSS._ RB Cassel Kr. Hanau.
*Dorf-K.* mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597.
_I_
_ICHSTEDT._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
*Dorf-K.* 1719, rom. Chorturm, tuechtiges Renss.Epitaph.
_ICHTERSHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Nonnen-Klst.-K*. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Sueddeutsches Schema.
3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. 1154). Das Qschiff
ueber die Sschiffe nicht hinausragend. Im 17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die
Doppeltuerme im W verderbt erhalten. -- Herabgekommenes Schloss 16. und 17.
Jh.
_IHLEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. Rechteck mit
eingezogener 1/2 kr. Apsis.
_ILMENAU._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Stadt-K.* 1609 erneuert mit Schonung der got. oestl. und westl. Teile.
Hinter dem Altar hoher _Kanzelbau_ etwa 1760-70.
*Schloss* 1616, im 18. Jh. etwas ueberarbeitet. -- *Marktbrunnen* 1702.
_IMMENHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Stadt-K.* Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. Chor und
WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmaeleren Gwbb. Schafte 8eck. mit
einfachem Kaempferglied. Scheidebgg. aus derselben Grundform profiliert. --
_Sakramentshaus_, _Weihwasserstein_, _Chorstuehle_ spgot.
*Rathaus.* Fachwerkbau des 17. Jh.
*Ringmauern und Tuerme* z. T. erhalten.
_IMMICHENHAIN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Kirche* des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen,
nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.
_INGERSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* Mischbau, aelteste Teile 1398. -- Am *Herrenhof* Hoftor mit
Nebenpfoertchen in guter Renss.
_INGOLSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Dorf-K.* 1751 von _Balthasar Neumann_. 1sch. flachgedeckte Anlage mit
WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils gleichzeitig (Hochaltar),
teils aelter. _Epitaphe_ der Herren v. Geyer 1570, 1601.
_IPTHAUSEN._ UFranken BA Koenigshofen.
*Wallfahrts-K*. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch wegen der
inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich sind es Wuerzburger Kuenstler,
die sich in diesem volkstuemlich abgestimmten Rokoko munter und dreist,
dabei mit entschiedener Begabung, haben gehen lassen. _Deckengemaelde_ bez.
_G.A. Urlaub_ 1762.
_IRMELSHAUSEN._ UFranken BA Koenigshofen.
*Pfarr-K.* Zahlreiche v. Bibrasche _Epitaphe_ 16.-18. Jh.
*Wasserburg* der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus Ma. und
Renss. -- Kamin 1561.
_ISLING._ OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben Zeit die
Ausstattung.
_J_
_JAeGERSBURG_ b. Forchheim. OFranken.
*Schloss.* 1718-21 von _Joh. Dientzenhofer_ fuer Bischof Lothar Franz v.
Schoenborn. Einfaches 3stoeckiges Herrenhaus mit Ecklisenen, giebelgekroentem
Mittelrisalit, hohem Dach.
_JAHNA._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes Sch.,
eingezogener polyg. Chor mit _Glasgemaelden_.
_JAKOBSTAL._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779.
_JECHABURG._ Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.
*Dorf-K.* 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. -- Auf dem Frauenberg
Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt mit Chorquadrat, Apsis
und Nebenapsiden.
_JENA._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Stadt-K. S. Michael*. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. 13. Jh.,
Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach erneuert, sehr
verstaendnislos 1873. Noch immer praechtige Raumwirkung. Hallenkirche mit 7
Jochen und Langchor; frueher direkt mit dem noerdl. anstossenden Klst.
verbunden: unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der
Deutschordenskirche in Wuerzburg). 2 Sakristeiraeume mit Piscine und got.
Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fuerstengruft eingerichtet und mit
Metallarbeiten von schoener Arbeit. In den Westjochen kunstvolle
Bienenzellengewoelbe. Im Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873
nach O verlaengert). Im noerdl. Ssch. steinerne Emporen, alte und neue
Bestandteile gemischt. Aussen an der SSeite ein reiches spgot. Portal, von
gekuenstelter Komposition, aber malerisch wirksam; Kielbogen mit
Teilungspfosten, das Ganze in einer tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an
deren Vorderkante ein schwebender Bogenfries, darueber eine Fenstergruppe.
Der WTurm unter Veraenderung des Bauprogramms nachtraeglich (E. 15. Jh.)
hinzugefuegt. Feine, interessante Bauformen. Ueber der Eckvermittlung vom
4Eck zum 8Eck befanden sich (jetzt zerstoert) Fialen, von welchen duenne,
mit Kantenblumen gezierte Strebeboegen ausgingen. -- Spgot. _Taufstein_;
spgot. _Kanzel_ ganz rest.; bronzene _Grabplatte Martin Luthers_ nach dem
Gemaelde von _Cranach_, fuer Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt;
_Grabstein_ der Familie _Cospoth_ 1632-1676; zahlreiche _Gedenktafeln_. --
[Von den einst 16 Altaeren nur das Mittelstueck eines einzigen erhalten,
jetzt im Museum, wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350].
Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Aussen ein verwittertes
_Selbdritt_ und (am Turm) ein stilgeschichtlich interessantes
Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer _Hans Gronig_.
*Collegienkirche* (Dominikaner). Ursp. 1sch.; spaeter ein niedriges Ssch.
im N hinzugefuegt. Das spgot. Gewoelbe laesst eine ursp. flache Balkendecke
vermuten. Der im S anstossende Kreuzgang z. T. erhalten. _Orgel_ 1701, mit
reichem Prospekt, grosse Menge von _Gedenktafeln_ und _Wandgraeber_ fuer
Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; aussen am Turm grosses
dekoratives saechsisches _Wappen_ 1557 mit Inschr. betreffend die Gruendung
der Universitaet. -- Vom anstossenden ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858
Universitaet, sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten.
*Garnisons-K*. 1686. Viele Gedenktafeln.
*Katholische K. Joh. Bapt.,* rom., 11. Jh. Die Kaempferkaptt. am ehemaligen
Apsidenbogen koennten noch spaetottonisch sein. Sonst der Chor spgot.
umgebaut. Dagegen im Langhaus 3 fruehrom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus
der thueringischen Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus
und andere Vergroesserungen entstellt. -- Neben dem SPortal _Grabplatte_ der
Jutta Sellerz 1382. Auf dem Friedhof doppelseitige _Passionsstatue_ auf
Saeule bez. _Hans Gronig_ 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle
unter den _Grabmaelern_ des 17. und 18. Jh.
*Rathaus,* ehemals mit offener Erdgeschosshalle, um 1340, rest. 1700. Bmkw.
der grosse Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung des 17. Jh. --
*Burgkeller,* derbe Renss. um 1546. -- *"Goehre"* (Weinhaus) am Markt, mit
spgot. Portal.
*Haus Weimar*. 1618, 1666; im Innern ziemlich praechtige Stuckdecken --
Mehrere Professorenhaeuser des 17. und 18. Jh. -- Reste der
*Stadtbefestigung,* dazu der malerische runde Pulverturm (13. Jh.?) ueber
Bastei von 1430.
_JESBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Schlossruine*. Seit 15. Jh. in Truemmern.
_JESTAeDT._ RB Cassel Kr. Eschwege.
*Kirche.* Rom. Turmchor, spaeter nach O verlaengert. Im flachgedeckten
Schiff Rundbg.Fenster. Got. Ueberarbeitungen 1588, 1599 (Inschr.). Hoelzerne
Emporen. -- _Grabmal_ des Wallrab von Boyneburg {~DAGGER~} 1572, der Ritter in
voller Ruestung kniet vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind.
*Edelhof* 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.
_JOACHIMSTEIN._ K. Sachsen AH Zittau.
*Fraeuleinstift*. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. Grosse
praechtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querfluegeln in der Mitte und an den
Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, Erdgeschoss als Sockelbau, die
Obergeschosse in den Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel
und geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibuel und
Treppenhaus, grosser Saal durch beide Obergeschosse, im kreuzgewoelbten
Erdgeschoss Logier- und Wirtschaftsraeume, im 1. Obergeschoss
Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer der 12 Stiftsfraeulein.
_Bildnisse_ der saechsischen Kurfuersten und aus der Familie v. Ziegler. --
Der franzoesische Garten wenig veraendert. Reichliche Dekorationsplastik. 2
gesonderte Pavillons mit grossem Gartensaal.
_JOHANNESBERG._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
Ehem. *Benedikt.-Propstei,* gestiftet 1013. Von den Gebaeuden nur das
Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, ausser kleinen rom. Fenstern keine
formierte Architektur. Fuer die K. erwiesen zufaellige Grabungen kreuzf.
Gr., auch wurden rom. Kapitelle gefunden (verschleudert).
_JOHANNISBERG._ RB Cassel Kr. Fulda.
*Kirche* der 812 gegr. *Benedikt.-Propstei*. Am WTurm, dessen bar.
Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschliesst, schoenes sprom. Portal mit
Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. Inneres barock. --
*Schlossbau,* jetzt Domaene, 1769 umgebaut von _Herwarthel_ aus Mainz (nach
Entwurf von _Welsch_?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die grossartigen
Gartenanlagen z. T. erhalten.
_JOeHSTADT._ K. Sachsen AH Annaberg.
*Stadt-K.* 1675. -- _Altarwerk_ von _Andreas Petzold_ 1676, Holz, 6,3 m Br.
: 9 m H., in der Mitte in lebensgrossen freien Figuren die Anbetung der
Koenige.
_JUeCHSEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* 1628. Huebsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.
_JUNKERSDORF._ UFranken BA Hofheim.
*Dorf-K.* Frgot. Turmchor mit umfaenglichen _Wandgemaelden_ aus M. 15. Jh.
(rest. 1906), an der OWand Juengstes Gericht; ferner S. Michael und Szenen
aus der Geschichte von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht
des Chorbg. die klugen und toerichten Jungfrauen. An der WWand des Lhs. S.
Christoph u. a. m. Saemtliche Szenen auf weissem Grund mit roten Sternen.
_JUNKERSDORF._ UFranken BA Ebern.
*Dorf-K.* sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. -- Schoenes
*Fachwerkhaus* von 1617.
_K UND C_
_CABARZ._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Dorf-K.* 1670. Mit huebscher _Kanzel_.
_KADITZ._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* um 1500. -- _Altar_ 1756 von _F. G. Knoefel_.
_KAHLA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Stadt-K.* Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die
Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei
Reste von Schnitzaltaeren. -- Steinfigg. von einer _Oelberggruppe_ um 1500. --
Reste von *Stadtbefestigung*. -- *Leuchtenburg,* 3/4 Stunden oestl. auf
hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12. Jh.,
Geschuetztuerme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert (Burghotel).
_KAeLBERAU._ UFranken BA Alzenau.
Wallfahrts-K. got.
_CALBITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von _David Schatz_,
eigentuemlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche
Barockausstattung.
_KALBSRIETH._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 18. Jh. -- Guter spgot. _Schnitzaltar_.
_CALDERN._ RB Cassel Kr. Marburg.
*Pfarr-K.* 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um weniges
aelter. Schlichter spaetestrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen
spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes
Ssch.
_CALLENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Unterschloss*. 8eck. Turm, dessen untere Haelfte im 15. und 16. Jh., dessen
obere Haelfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil
vollstaendig umgestaltet.
*Oberschloss*. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem
damals geplanten, sehr umfangreichen Schlossbau des Herzogs Johann Casimir
ist nur die _Schloss-K_. erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche
in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und
Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewoelbe. Emporen auf Kreuzgewoelben. Reich
geschnitzte Holztuer von 1639 auf der Empore. Rest. 1845 und 1882. -- Die
farbigen _Glasfenster_ aus alten und neuen Teilen gemischt. --
_Steinkanzel_ und _Taufstein_ mit kopioesem Schmuck in originellem
Fruehbarock. -- Der anstossende Wohnbau 1831, 1882.
_KALTENBORN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Augustiner-Chorherrenstift*. Wenige Ornamentreste der rom. K.
_KALTENLENGSFELD._ Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche.* Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721.
_KALTENNORDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Martinsburg*. Das "alte Schloss" Ruine, das "neue Schloss" 1752-54
schlichter Bau fuer die Behoerden.
_KALTENSUNDHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Kirche* auf dem stark befestigten Huegel der untergegangenen Wolframsburg.
Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm ueber dem Chor. --
*Fachwerkhaeuser* 17. und 18. Jh.
_KALTENWESTHEIM._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* auf befestigtem Huegel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen
Bretterdecke grosses _Gemaelde_ der Himmelfahrt.
*Burgruine*. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.
_CAMBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Stadt-K.* Der vortretende WTurm Ueberrest der rom. Anlage, sonst spgot.
Hallenkirche mit Veraenderungen 1703.
*S. Cyriacus* (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom.
Pfl.Basilika.
*Burgruine*. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.
_KAMENZ._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Haupt-K*. Die Zeit des ersten Baues ungewiss, Wiederherstellung nach Brand
im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff
erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das
Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind,
dass je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefasst werden. Der Turm
springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. --
Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. _Kreuzigungsgruppe_ (ehemals auf dem
Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., aber mit
altertuemelnden Zuegen. _Michaelisaltar_ 1498, im Schreine die Figur des
Seelenwaegers, Fluegel bemalt. _Hauptaltar_ um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein,
je eine an den Fluegeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in der
Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespraenge. Protestantische
Einrichtung: _Kanzel_ 1566. _Holzemporen_ an den Langseiten 1675-1709. --
_Votivgemaelde_ von einem Nachfolger Cranachs (wohl _Wolf Krodel_).
_Epitaph_ mit Juengstem Gericht von _Andr. Dressler_ 1554. Sonstige
Epitaphgemaelde E. 16. und A. 17. Jh. _Bildnisgrabsteine_ (v. Luettichau, v.
Nischwitz) aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m.
*Kloster-K*. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundriss der
Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste spaetgot. Gestuehls.
Mehrere _Schnitzaltaere_ von bmkw. guter Qualitaet aus dem 2. und 3.
Jahrzehnt des 16. Jh.
Unbedeutende kapellenartige Bauten des spaeten Ma. sind die Katechismus-K.
und die Just-K.
Von den aelteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles
zerstoert. Einige Renss.Tore. Adelshaeuser der Bar.Zeit wie z. B. die
jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570,
in der Art _Chr. Walthers._
_KAeMMERZELL._ RB Cassel Kr. Fulda.
*Dorf-K.* Geraeumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. -- _Bilder_ aus
der ehemal. Universitaet in Fulda.
_CANITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.
*Schloss.* 1758, Trikliniengrundriss, die Fluegel nach rueckwaerts. Der
Hauptsaal hat schlichte Holztaefelung und gemalte Tapeten. Park in
franzoesischer Anlage.
_KANNAWURF._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Schloss.* Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.
_CANNEWITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* got. Praechtige _Sandsteinkanzel_ A. 17. Jh., darunter kniender
Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.
_KAPELLENDORF._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
Ehem. *Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,* gegr. 1235 mit Resten einer
aelteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erhoeht, neue
Nonnenempore in Laenge des alten Schiffs. Mehrere _Grabsteine_ und
_Epitaphe_, interessant das fuer den Markgrafen von Kirchberg und seine
Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.
*Burg* (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh.
mit gesondertem Kuechenbau, doppelter Mauerring, Tuerme 12.-16. Jh.,
Haupttor Renss.
_KARBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute
Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung _Riemenschneiders_.
_KARLBURG._ UFranken BA Karlstadt.
Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fraenkischen
Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.
*Pfarr-K.* spgot. und 17. Jh.
_KARLSDORF._ RB Cassel. Kr. Cassel-Land.
*Dorf-K.* (franzoes. Kolonie). 1704 von _Paul Du Ry_.
_CARLSFELD._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
*Dreifaltigkeits-K*. 1684-88, von _Hans Georg Roth_, angeblich nach, dem
Plan eines Italieners (?). Fuer Sachsen aelteste Vorform des spaeter von
_George Baehr_ gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit
abgestutzten Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit
Treppen fuer die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel ueber dem Altar. -- Die
virtuos geschnitzten _Altarfiguren_ italienischen Stils vielleicht von
_Andreas Petzold_.
_KARLSFRIED._ K. Sachsen AH Zittau.
*Burg*. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die
Ruine laesst wenig mehr als den Gr. erkennen.
_KARLSTADT._ UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau
einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren
Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte
Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8
Schluss (wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach),
das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kaempferlosen Pfll. und
Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe Dach
verdeckt die OSeite des schoenen rom. Turms. -- 1614 _dekorative Bemalung_
von _W. Ritterlein_ (vgl. Buchold). Spgot. _Wandgemaelde_ im Chor und Qsch.
(sehr rest.). Zierliche _Steinkanzel_ mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt
_Riemenschneiders_. In der Rienecker-Kap. grosser steinerner _Salvator_ 2.
H. 14. Jh. Vortreffliche _Holzfig_. des hl. Nikolaus von
_Riemenschneider_. Am Turm interessante Steinstatue, _S. Georg_ zu Pferde,
um 1520. -- Zahlreiche _Grabdenkmaeler_: hervorzuheben die Bildnissteine der
Voegte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp {~DAGGER~} 1550 von _Peter
Dell d. J._ Im suedl. Qsch. Denkmal fuer Friedrich v. Hutten 1727. -- In der
_Sakristei_: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende Arbeit von _Ph. H.
Drentwett_ in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber, von _J. M. Maurer_
in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. -- 2
_Glocken_ 14. Jh., eine 1502.
*Spital-K*. 15. Jh., flachgedeckt. -- Altaere einheitlich 1689.
*Rathaus* 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw.
Einrichtung aus fr. 17. Jh.
Zahlreiche gute *Fachwerkhaeuser*: aeltestes no 82 von 1449; no 341
Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von 1721.
*Bezirksamt*. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.
*Stadtmauern und Tuerme,* 14. Jh., grossenteils erhalten.
Ueber der Stadt die *Karlsburg* (Ruine). Die erste Gruendung wird auf den
Frankenkoenig Karl Martell zurueckgefuehrt. Seit ca. 1080 Besitz der Bischoefe
von Wuerzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des
Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische
sehr schoene _Madonna_, Holz, um 1490.
_CARTHAUSE._ RB Cassel Kr. Melsungen.
Ehem. *Kloster-K*. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den
Fenstergewaenden Saeulchen mit Blattwerk.
_KASENDORF._ OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* 1492, Veraenderungen 17. Jh. -- Lhs. flachgedecktes Rck.,
netzgewoelbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluss. _Glasgemaelde_ 1486. _Ikon.
Grabstein_ 1560 bez. _FH_, ein anderer 1688. _Gemaelde_ des 17. Jh. mit
interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem
Augsburger Reichstag 1530. _Altar_ 1662.
_CASSEL._ Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.
*Brueder-K*. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch.
voll. 1376. -- Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gewoelbt, im Hauptschiff 8
Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schluss aus 8Eck.
Ueber dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. -- _Relief_ vom Tympanon
des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. -- _Epitaphe_ mit
Relieffigg. aus 16. Jh.
*Stifts-K. S. Martin.* Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue
Weihe 1462. -- Grosse Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTuermen.
Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit
einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche
Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung
der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel gefuehrt. An den
Schlusssteinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung
des Innern faellt das Aeussere ab. Von den Tuermen nur der suedl. vollendet,
zum Schluss in Renss.Formen uebergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen,
der NTurm ebenso ausgebaut. -- Im Chor _Marmorgrab_ Philipps des
Grossmuetigen {~DAGGER~} 1567 und seiner Gemahlin von _Elias Godefroy_ (_Gottfro_)
aus Cambray (Kaemerich) {~DAGGER~} 1569, vollendet 1570 von seinem Schueler _Adam
Beaumont_; davor im Fussboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und
Allegorien. _Epitaphe_ der Landgraefin Christine mit Bronzerelief von
_Phil. Soldan_ 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft _Saerge_ der
landgraeflichen Familie. -- _Orgel_ 1600 von _Hans Scherer_.
*Luther-K*. am Graben 1734 von _G. Ghezzi_. Einfacher, turmloser Saalbau
in Strassenflucht. _Oelgemaelde_ von _J. G. __ Tischbein_.
*Oberneustaedter (franzoesische) K.* 1698-1706 vom Hugenotten _Paul Du Ry_.
Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekroent von einer schweren Laterne, die
Formen innen und aussen die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein
profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht
verkennen wird. Erhoehung durch die oberen Emporen 1874.
_Graumarmordenkmal_ des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.
*Kathol. K*. 1770-1776 von _Simon Louis Du Ry_. Da den Katholiken damals
nicht das Recht freier Religionsuebung zustand, erhielt die in
fortlaufender Strassenflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar
stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer
Simplizitaet, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer
Umgang. Die Flaechen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiss, von _Gerin_.
Spgot. _Altarfluegel_ angeblich aus Hersfeld. _Oelbilder_ von _L. Cranach_
und _J.H. Tischbein_. Bronzene _Standleuchter_ 1626.
*Hof- und Garnison-K*. 1757-1770. Saalbau.
*Unterneustaedter K.* 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in
der Mitte der flachen Decke.
*Bettenhaeuser K*. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.
*Hospital S. Elisabeth mit K*. Gegr. 1383, erneuert 1587.
_Sandsteinstatue_ der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische.
*Renthof*. Einfacher grosser Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich
durchgebildete Portale und ein _Brunnen_ mit sitzender Statue in roemischer
Feldherrntracht. Im Innern spaerliche Reste alter Bemalung.
*Marstall,* voll. 1585. Vierfluegelanlage mit Volutengiebel. Treppentuerme
in den Ecken des Binnenhofes.
*Zeughaus* 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche
Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.
*Druselturm* und *Zwehrenturm*, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415
angelegten Stadtbefestigung.
Sog. *Kunsthaus,* ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 fuer Ldgrf. Moritz den
Gelehrten, umgebaut 1696 von _Paul Du Ry_.
*Orangerieschloss* 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen
Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung des malerisch
empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden Gebaeudes
franzoesisch. Architekt _Paul Du Ry_ (nicht sicher). Der innere Ausbau erst
1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten Waenden. Vom einstigen
Statuenschmuck vieles zerstoert. In einem anschliessenden Pavillon das
*Marmorbad* 1720-28 mit den ihrer Zeit beruehmten Skulpturen von _Pierre
Monot_. Als Gegenstueck das *Kuechenschloss* 1765. Unterhalb der Orangerie
breitet sich der grossartige *Augarten* aus, entworfen von _Le Notre_, E.
18. Jh. anglisiert.
*Alte Gemaeldegalerie*. 1751 von _Charles Du Ry_.
*Garde du Corps-Kaserne*. 1768 von _S. L. Du Ry_.
*Museum Fridericianum* (Bibliothek). 1769-79 von _S. L. Du Ry_,
klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten
dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen;
einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2
Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschluss durch Balustrade mit
Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.
*Au-Tor*. 1782 von _S. L. Du Ry_, die 2 Wachthaeuser abgebrochen. Der
Triumphbogen (1824 von _Bromeis_) auf den Platz vor dem Regierungsgebaeude
versetzt.
*Privathaeuser.* Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge,
einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der
aeltesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Bruederstr. 2 ao. 1597;
Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgeschoss des Hauses Brink 8
huebsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh. mit
Diamantquadereinfassung der Fenster. Von _Charles Du Ry_ das Haus Theodor
Landre Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch
das Haus am Friedrichsplatz gegenueber dem Theater und eine fast mit dem
Asamhaus in Muenchen wetteifernde Stuckfassade Koenigsplatz 55. Das Haus des
Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz und Koenigsstr. (jetzt k. Schloss)
bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk _S. L. Du Rys_ beg. 1767
(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfuerstliches Palais eingerichtet).
Von _demselben_ 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775 das franzoesische Rathaus.
Zahlreiche Bauten in graezisierendem Klassizismus aus der Zeit Jeromes.
_CASTELL._ UFranken BA Gerolzhofen.
Oberes und unteres *Schloss*; jenes die Stammburg der jetzigen Fuersten
Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus
auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schloss spaetbarock.
*Pfarr- und Schloss-K.* 1780 in kuehl elegantem Fruehklassizismus. Grosse
umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in
Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes
Nachklang des Neumannschen Kirchentypus.
_KATHARINENBERG_ b. Wunsiedel, OFranken.
Ehem. *Wallfahrts-K*. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.
_KAUERN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Herrenhaus*; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701
ff.; in der Kapelle ein _Reisealtaerchen_ aus Elfenbein, gute franzoesische
Arbeit des 14. Jh.
_KAUFUNGEN._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.* Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis.
_KAUFUNGEN._ Kr. Cassel-Land.
Ehem. *Nonnen-Klst.-K.* Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs
II. auf einem Koenigshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot.
Veraenderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, dass die
Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten
gesichert ist. Die fruehe Entstehungszeit macht den Bau besonders
interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60
m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Mass der
Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist
die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau
dieselben Masse kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine
Apsis hatte, ist ungewiss; hoeher die Nebenapsis am noerdl. Kreuzarme. Die
sehr hohe Oeffnung bezeichnend fuer Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg,
Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden
des Lhs. laesst sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die
Stuetzen waren Pfll. Durch die juengste Untersuchung (Holtmeyer) ist
wahrscheinlich gemacht, dass die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind
(genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen (vgl.
S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant waere es, wenn es sich
bestaetigte, dass auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der
Lettnereinrichtung juengerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der
Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene
Veraenderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgeschoss stand durch 3
Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die
Eingangstuer der Wwand ueberfluessig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere
Tueren in der N- und SWand scheinen auf Nebenraeume in der westl.
Verlaengerung der Sschiffe gefuehrt zu haben, mit denen sie durch die oben
erwaehnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist Gestalt und
Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die Nonnenempore und oeffnete
sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse,
das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen erinnert der WBau sehr an
westfaelische und niederrheinische Anlagen dieser Zeit, von denen es sich
immerhin durch die westl. Eingangstuer unterscheidet. Raetselhaft ist der
verhaeltnismaessig grosse 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit dem
uebrigen Bau in keinem zeitlichen und ursaechlichen Zusammenhang. Holtmeyer
erklaert ihn fuer aelter als die K. und vermutet in ihm einen Ueberrest
(Bergfried?) der Koenigspfalz. -- Technische Ausfuehrung von groesster
Einfachheit: Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale
rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag fuer die Tuerfluegel. --
Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur
Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit
Westfalen. Am Chor wiederholte Aenderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. --
Reste der _Ausstattung_ unerheblich. 2 spgot. _Holzreliefs_ mit Heinrich
und Kunigunde koennten zum Chorgestuehl gehoert haben. _Grabsteine_ meist
sehr beschaedigt, gut der der Aebtissin Anna v. d. Borch 1521. --
_Stiftsgebaeude_. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage,
ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht
sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur stoesst eine Kap. mit 1/2
Apsis, sicher rom., vielleicht noch etwas aelter als die Klst.-K. (in den
Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen "Renterei"
am WFluegel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit
quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von
Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen
Pfalzanlage.
_KAUSCHWITZ._ K. Sachsen AH Plauen.
*Dorf-K.* 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers;
hohes Kegeldach mit Gaupen und kroenender Durchsicht; Treppenanbau in
Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes.
_CAVERTITZ._ K. Sachsen AH Oschatz.
*Dorf-K.* Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. -- Reicher Altarbau
3teilig mit dominierenden grossen _Sandsteinreliefs_; um 1580; angeblich
von _Aegidius de Bruigt_ (de Brugk). Reizvolle geschnitzte _Kanzel_ um
1600. --
Mehrere bmkw. _Denkmaeler_ 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v.
Schleinitz 1584.
_KEFFERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar
aehnlich dem zu Ershausen.
_KEILA._ Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.
*Dorf-K.* 1696, unbedeutend. -- im Chor _Gemaelde_ (Kreuzigung) von _Paul
Keil_ aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk).
_KELBRA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Kirche* des 1251 gegr. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. Von einem aelteren Bau der
rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Spaetgotik
durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert.
_KEMBERG._ Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
*Stadt-K.* Spgot. Ziegelrohbau. -- _Altartriptychon_ mit Gemaelden von _L.
Cranach d. J._ -- _Sakramentshaus_, zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein,
in der Art der gewoehnlich _Adam Krafft_ zugerechneten fraenkischen
Arbeiten.
_KENTZGAU._ UFranken BA Hassfurt.
*Dorf-K.* 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. -- Reste des
ehemaligen *Wasserschlosses*. -- Ueberlebensgrosse _Kreuzigungsgruppe_ um
1620.
_KERSBACH._ OFranken BA Forchheim.
*Pfarr-K.* 1744 von _Kuechel_, einem Schueler Neumanns.
_KERPSLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
Grosse *Dorf-K*. 1720 mit WTurm von 1456. -- Daran aussen _Relief_,
Kreuzigungsgruppe. -- Pomphafter _Kanzelbau_ 3geschossig, bis zur Decke
aufsteigend.
_KESSELSTADT._ RB Cassel Kr. Hanau.
*Schloss Philippsruhe* 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. Bedeutende
Anlage mit Fluegelgebaeuden und Eckpavillons. Grosser Park und Orangerie.
Umbauten 1873.
_KEUDELSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Ansehnliches *Herrenhaus* (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im
Winkelhaken, steinernes Erdgeschoss, 2 Obergeschosse in Fachwerk. Schoener
Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken.
_KEULA._ Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.
*Dorf-K.* 1662. -- Ueber dem Altar grosses anscheinend nicht wertloses
_Relief_ mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh.
_KIESELBACH._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. veraendert.
_KIRCHAICH._ UFranken BA Hassfurt.
*Dorf-K.* Sprom. E. 13. Jh., ueberarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh.
-- _Holzmadonna_, gute laendliche Arbeit E. 15. Jh.
_KIRCHBRACHT._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Dorf-K.* inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und
eingezogener Turmchor. Die spaerlichen Details weisen auf E. 14. Jh.
_KIRCHENEHRENBACH._ OFranken BA Forchheim.
*Pfarr-K.* 1796. -- Altarstatuen von _B. Mutschelle_ aus Bamberg. --
Grabmaeler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W.
(_Hans Werner_).
_KIRCHENLAMITZ._ OFranken BA Wunsiedel.
*Pfarr-K.* erweitert 1596 durch _Georg Zapf_. Altar 1687.
*Gottesacker-K*. 1660. -- *Rathaus* 1705.
_KIRCHGANDERN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath). Einheitlich 1686. Sehr praechtiger _Hochaltar_ 1691.
_KIRCHHAIN._ RB Cassel Kreisstadt.
*Stadt-K.* (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H.
14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und spaeter) sehr entstellt. -- Zierlicher
spgot. _Taufstein_.
_KIRCHHASEL._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
*Dorf-K.* Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt.
_KIRCHHEIM._ UFranken BA Wuerzburg.
*Pfarr-K.* Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und
Gipsaltaere einheitlich E. 18. Jh. von _M. Bossi_ im Charakter Louis XVI.
*Synagoge* 17. Jh., interessant (aehnliche in Bechhofen, M.-Franken).
_KIRCHLAUTER._ UFranken BA Ebern.
*Schloss.* Bar.Anlage aus der Zeit des wuerzburgischen Fuerstbischofs Joh.
Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte
Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen _Stuckdecken_ um 1720.
_KIRCHOHMFELD._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
*Dorf-K.* got., oberes Turmgeschoss und Dach mit Schnitzereien um 1670. --
_Epitaph_ Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und
Inschriften in Bronze.
_KIRCHSCHOeNBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
Schloss der Grafen v. Schoenborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen gute
Stuckaturen. Inmitten eines praechtigen Parks.
_KIRCHWORBIS._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
*Kap. S. Valentin.* 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.
*Fachwerkhaeuser* mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des
Eselsrueckens an den Tuerstuerzen, wie oefters auf dem Eichsfeld in dieser
Zeit, konserviert.
_KIRSCHKAU._ Reuss j. L. LA Schleiz.
*Dorf-K.* 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem Kreuz.
Im Innern keine Teilungen. Aussen maechtiger dorischer Fries auf desgl.
Pilastern. Ueber dem noerdl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube.
_KISSINGEN._ UFranken BAmtsstadt.
*Alte Pfarr-K.* Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore
von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des _Materno Bossi_.
*Friedhofs-Kap.* Chor von 1446. Lhs. 18. Jh.
*Salinengebaeude.* Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.
_KITTLITZ._ K. Sachsen AH Loebau.
*Dorf-K.* Grosser Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie das
gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. -- [Guter
spgot. _Schnitzaltar_ im Museum zu Bautzen].
_KITZINGEN._ UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K. Joh. Bapt.* Der unregelmaessig an der NSeite stehende Turm mit dem
anschliessenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um 1416
Planaenderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der
NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine fuer Franken seltene Anlage
die Teilung des Ssch. durch eine ueberwoelbte Empore, die sich auch an der
WSeite fortsetzt; eingefuegt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schluss. In allen
Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Laenge
55 m. -- Die Formen zeigen den Fortgang von der spaeten schulgerechten
Hochgotik zur eigentlichen Spaetgotik. Klare, elegante Raumverhaeltnisse. --
Zugang zur Empore durch eine ueberdeckte Freitreppe, die in die
Aussenansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose WBau
auf reiche ornamentale und figuerliche Schmueckung angelegt, wohl nie ganz
vollendet und jetzt in starker Zersetzung. -- Rest. 1885 und 1909. --
_Inneneinrichtung_ grossenteils neugot. 1885. Ansehnlicher _Sakramentsturm_
um 1470. Ziemlich reiches Chorgestuehl nach 1450. Vornehme klassizistische
_Marmorkanzel_ von _Materno Bossi_ 1793. An der Chorwand 4
_Passionsreliefs_, Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus der Zeit, aber
nicht aus der Werkstatt _Riemenschneiders_. Flotte _Alabasterreliefs_ um
1700. An der Sakristeituer schoene _got. Beschlaege_. _Familien-Epitaph_ des
Wolf v. Crailsheim, 1556 von _P. Dell d. J._ -- Hauptportal mit Altan an
der NSeite, um 1400, am _Tympanon_ Juengstes Gericht. Am WPortal
_Marienkroenung_ gegen 1450. -- _Altargeraete_ 17. und 18. Jh., die besten
Stuecke von augsburgischen, einige von oertlichen Meistern.
*Protestant. K.,* (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen,
angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von _Ant. Petrini_. 1sch.
flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gewoelbter 3/8 Chor mit
seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade
in schweren ernsten Barockformen. -- Gute _Altargeraete_ 17. Jh.
*Kapuziner-K.* 1652. Die Altaere gehoeren zu den besten dieser im
allgemeinen wenig taetigen Zeit; eines mit _Gemaelde_ von _Osw. Onghers_
1679. Virtuoses lebensgrosses _Kruzifix_ um 1650; ein zweites desgl. am
Chorbg. und ein reich dekoriertes _hl. Grab_ fuer Prozessionen, beide um
1700.
*Hl. Kreuz-K*. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von _Balthasar
Neumann_ 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten
asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum dominiert;
vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Saeulenpaare gestellt,
von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar ueber ihren
Kaempfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der Kreuzarme angeschnitten.
Die letzteren schliessen im N und S gerade, im O und W werden sie durch
Kreissegmente verlaengert. Die geistreiche Raumdisposition, in der die
Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, nicht aufgehoben
ist, wuerde noch bedeutender zur Wirkung kommen, waere nicht die
Lichtfuehrung wenig gluecklich (ein bei Neumann oefters vorkommender Mangel).
Die Wand- und Freistuetzen in toskan. Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt
gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist
etwas aermlich. Schoener Kronleuchter um 1750. -- Schoen und echt neumannisch
das Herauswachsen des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade.
Beachtung verdient die *Friedhofsanlage* (in SW der Stadt) von 1542.
*Rathaus* 1561-63 von _Hans Eckhart_ von Schaffhausen. Eckbau. 3 Geschosse
mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel mit
Segmentstuecken ueberbaut. Im Innern: Erdgeschoss grosse gewoelbte 2schiffige
Halle, Obergeschoss mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten Geschoss
getaefelte Ratsstube.
*Haeuser*. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen und
Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Baeren, Stuckdecken in fr. Rok.
Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.
*Marktbrunnen* mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.
*Mainbruecke* aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fuerstbischofs Joh. Phil. v.
Schoenborn) erneuert.
*Befestigung*. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt.
In Resten erhalten, besonders der maechtige Marktturm. Vom aeusseren Bering
die Mainstrecke mit 8 Halbtuermen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe
runde Falterturm 1469.
_KLEINBARDORF._ UFranken BA Koenigshofen.
*Dorf-K.* Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit huebscher Fassade. --
_Deckenbild_ von _Joh. Peter Herrlein_ 1781.
*Schloss.* Renss.Bau 1589-90, ueberarbeitet im 17. Jh.
_KLEINBAUTZEN._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz
gestiftete Einrichtung bietet im grossen Kanzelaltar und dem Betstuebchen
hoechst praechtige _Holzschnitzwerke_, noch im Charakter des FrBarock.
Zahlreiche _Grabdenkmaeler_ der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v.
Rechenberg, v. Nostitz.
_KLEINEBERSDORF._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* Sprom. Turmchor. -- Spgot. _Altarwerk_.
_KLEINFURRA._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
*Dorf-K.* OTurm ueber dem Altar; aus rom. Anlage.
_KLEINGESTEWITZ._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm
und Apsis.
_KLEINHEILIGKREUZ._ RB Cassel Kr. Fulda.
*Wallfahrts-K.* erb. 1696 vom spaeteren Fuerstabt v. Schleifras.
_KLEINHERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Dorf-K.* Neubau 1724. Recht tuechtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit.
Interessantes _Triumphkreuz_ bez. _HF_ (vgl. Goerschen).
_KLEINHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.
*Schloss* der Fuersten v. Loewenstein. Grosser, nicht sehr geschmueckter Bau in
Trikliniengrundriss. Der gewoehnlich als Baumeister in Anspruch genommene
Bamberger _Joh. Dientzenhofer_ war hier wahrscheinlich nur Ausfuehrer eines
fremden Planes, und zwar des Darmstaedter Hofbaumeisters _de la Fosse_.
_KLEINLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* 15. Jh., Turm (O) um 1300. -- _Grabsteine_ der Zolner 1574,
1577, 1584. -- _Friedhofsbefestigung_ 13.-14. Jh.
_KLEINLAUCHSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
*Dorf-K.* enthaelt interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von
ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.
_KLEINOCHSENFURT._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Dorf-K.* im Kern rom., veraendert A. 17. Jh. -- Ansehnliche _Altaere_ mit
Wappen des Fuerstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). -- _Wartturm_ am
Main.
_KLEINRINDERFELD._ UFranken BA Wuerzburg.
*Pfarr-K.* 1740 _B. Neumann_ wegen des uebernommenen Risses moniert. Der
Bau ausgefuehrt erst 1768. Doch koennte er auf Neumanns Riss zurueckgehen. Die
Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. --
_Altaere_, A. 18. Jh., aus der aelteren K. heruebergenommen. _Kanzel_ gute
Rok.Arbeit.
_KLEINSCHIRMA._ K. Sachsen AH Freiberg.
*Dorf-K.* Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks an
Decke und Emporen, 16. Jh. -- _Sandsteinkanzel_ und _Taufstein_ 1557.
_Altarwerk_, geschnitzt von _B. Diterich_ 1614.
_KLEINSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und spaeter.
_KLEINWERTHERN._ RB Erfurt Kr. Hohenstein.
Einfache *Dorf-K*. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Grosses
_Sandsteinepitaph_ des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere
derartige Arbeit in diesem Gebiet.
_KLEINWOLMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* Ursp. spgot. (netzgewoelbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. --
*Herrenhaus* um 1720.
_CLETZEN._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Verbaute rom. *Dorf-K*. Spgot. _Schnitzaltar_.
_KLINGA._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Schoepfung
des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr.
Apsis; einiges rom. Detail.
_KLINGENBERG._ K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der grosse
Kanzelaltar. -- *Herrschaftshaus* einheitlich 1682.
_KLINGENBERG._ UFranken BA Schweinfurt.
*Schloss* (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhoehe gelegen. Zwei Fluegel, die
durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch
mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor und
Graben hoch umgeben.
_KLINGENTAL._ K. Sachsen AH Auerbach.
*Pfarr-K.* 1736. Zentrale Anlage in regelmaessigem 8Eck (vgl. Carlsfeld,
Schmiedeberg und Loschwitz).
_KLIX._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* neu. Auf dem _Altar_ Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung,
Auferstehung und Juengstem Gericht, Gedraenge kleiner Figuren, um 1580 in
der Art des _Chr. Walther_. _Kanzel_ 1702. Zahlreiche _Grabdenkmaeler_ der
Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das grosse _Wandgrab_
des Ch. F. v. Gersdorf 1725.
_CLOeDEN._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
*Dorf-K.* Sprom. Backsteinbau.
_KLOSTERLAUSNITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Kirche* beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs.
und Tuerme abgetragen und der OBau stark veraendert. 1863 ff. nach den
Plaenen von _v. Quast_ rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung
der in den Truemmern gefundenen Stuecke und besonders nach Vorbild von
Paulinzelle und Talbuergel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher
festgestellt?
_KLOeSTERLEIN-ZELLE._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
*Cisterc.-Klst*. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel
unter juengerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umrisszeichnung die h.
Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. _Martinus me
fecit_; der Stil weist auf 13. Jh.
_KLOSTERRODE._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
Ehem. *Praemonstratenser-Klst.,* gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein
gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. graetigen Kreuzgwbb.; kleine Nebenraeume
mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten Wuerfelkapitellen.
_KLOSTERVEILSDORF._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
Ehem. *Klst. Michaelisberg* (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautaetigkeit A.
16. Jh. -- Fuer landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so
dass nur noch verstreute und verbaute Gebaeudeteile erhalten sind.
_KNAUTHAIN._ K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* modern mit eingefuegtem bmkw. rom. Portal. [Fluegelaltar aus A.
16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines grossartigen _Denkmals_ der
Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. --
Stattliches Schloss um 1700.
_KNAUTNAUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh.,
aehnlich der zu Groitzsch.
_KNOBELSDORF._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Dorf-K.* Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von
einfachem Aufbau, aber sorgfaeltiger, schoener Behandlung; merkwuerdig der
1/4kreisfoermige (anstatt rechtwinklige) Ruecksprung fuer die Sll. Im uebrigen
stillos verbaut.
_COBURG._ Hauptstadt von Sachsen-Coburg.
*Moritz-K*. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit
erheblichen Veraenderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll. und
Fenster 1520 ff. von _Konrad Krebs_ (vgl. Torgau). Das Innere 1701
barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten
Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch.
durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8
Schluss. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Tuerme
einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch
die Orgelbuehne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem
skulptiertem Detail. Die Doppeltuerme bauen sich in 5 niedrigen, durch
Wasserschlaege geteilten Geschossen schwerfaellig auf; nur der linke
(noerdl.) traegt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes,
reich geschmuecktes Oktogon; das oberste zurueckspringende Mauergeschoss und
der Bar.Helm A. 17. Jh. -- Das Hauptportal ist mit gluecklicher malerischer
Wirkung dem WChor angegliedert; _Statuen_, einerseits Adam und Eva,
andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den noerdl.
Strebepfll. nach 1520. -- _Mobilien_ 18. Jh. -- _Grabdenkmaeler_: am Schluss
des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. {~DAGGER~} 1595, ausgefuehrt bis 1605
von _Nik. Bergner_, einem thueringischen Meister (aus Rudolstadt?); der
Sockel und das Hauptgeschoss nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal
(entsprechend den Chorwaenden), darauf 2 fortschreitend in der Hoehe
abnehmende Geschosse und Kroenung (ganze H. 12 m). Zwischen der ueberaus
reich geschmueckten Rahmenarchitektur grosse Reliefbilder; auf dem Sockel
die reichlich lebensgrossen knienden Freifigg. des Herzogs und seiner
Familie. In Groesse und Schmuckfuelle auch von den Weimarer Grabmaelern, die
ihm am naechsten kommen, nicht erreicht. Die zugehoerigen Bodenplatten jetzt
an der Wand. -- Heraldische _Grabplatte_, Bronze, fuer Joh. Ernst {~DAGGER~} 1553,
gegossen in Nuernberg vom Buechsenmeister _Bernh. Eberlein_. -- Ikon.
Grabplatte, Bronze, fuer Joh. Casimir {~DAGGER~} 1633, handwerklich. -- Bronzeteile
von anderen Grabplatten. -- Im Lhs. (Ssch.) ikon. _Hochreliefplatte_,
Stein, des Ritters Albrecht v. Bach {~DAGGER~} 1441. -- Viele Grabsteine an der
Aussenwand, verwittert. -- _Kelche_ und sonstige Altargeraete in groesserer
Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzueglicher Arbeit ein _Hostienschrank_
von 1607.
*Ehrenburg.* Herzog Joh. Ernst beschloss 1540 die Uebersiedlung von der
Veste in die Stadt (vgl. den aehnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern),
Erbauung der neuen Residenz 1543-49 und Benutzung des ehem. Barfuesserklst.
Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister _Bonallino_. Nach
schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 Ausbau in
neugot.-englischem Stil durch _Renier_. -- Die alte Anlage umschloss 3 grosse
Hoefe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel
vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner
Wirtschaftsgebaeude und Staelle. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der
alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die alten
Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte Durchfahrt
seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der den
Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die
Aussenfronten an der Stein- und Rueckertstr. einheitlich aus der Bauzeit
1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach
Zwerchhaeuser. Im Hof gehoeren dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit
maechtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFluegels ("Altane") 1626 in
kraeftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden Masswerkbruestungen;
die obere Loggia spaeter geschlossen. Der schoene Brunnen stark renss. Die
Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. -- _Inneres_: Die Raeume des
16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten Gwbb. bewahrt, nicht mehr
die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die zu den praechtigsten ihrer Zeit
gehoerenden Bar.Raeume nach 1690; die Kuenstler nicht bekannt; der Charakter
der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in Gotha,
Altenburg, Eisenberg und Grossfahner. Der "Riesensaal"; 28 "Riesen", von
der Huefte ab aus hermenartigen Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht
hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm stuetzen, waehrend der andere
jedesmal einen Bronzekandelaber haelt. "Weisser Saal" ebenfalls reich
stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke des
"Gobelinzimmers" und des "Roten Zimmers". Der Bibliothekssaal um 1730. Die
Schlosskirche (gew. 1738) ist die glaenzendste dieser Epoche in Thueringen;
stilistisch noch unberuehrt vom Rokoko. In den naechsten 70 Jahren ruhte die
Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in
vorzueglicher klassizistischer Behandlung. -- Deutsche _Gemaelde_ des 16. und
17. Jh., darunter 4 von _L. Cranach d. Ae._
*Justizgebaeude* am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der
Maler _Peter Sengelaub_, von dem die umfangreichen (verschwundenen)
Fassadenmalereien herruehrten, soll auch die Architektur entworfen haben.
Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgepraegter
Horizontalkomposition, darueber hohes Dach mit sehr reich behandelten
Giebeln und Zwerchhaeusern. Leider ist eine fuer die Abrundung der
Komposition noetige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: der
vor den Verkaufslaeden des Erdgeschosses sich hinziehende offene
Saeulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins
reichte. Die glueckliche Massenverteilung in Verbindung mit dem reichen
plastischen Schmuck der Tuerme, Erker und Giebel (von _Nik. Bergner_) und
der Bemalung der Wandflaechen stellte den Bau in die Reihe der praechtigsten
Bauten der Sprenss. in Thueringen. Das Innere 1896 gaenzlich veraendert.
*Gymnasium Casimirianum.* 1601 ff. von _P. Sengelaub_ und _Nik. Bergner_.
Die Anlage dem Regierungsgebaeude aehnlich, jedoch nur 2geschossig, dadurch
ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der
Dachregion, deren Zwerchhaeuser die Zahl 6 und volle Geschosshoehe erreichen.
Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In den Details kommen noch
Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster) und sogar einzelne got. vor
(wie auch an Joh. Casimirs Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild
des Gruenders von _Veit Duempel_ 1628. Das Innere enthielt 3 grosse
Auditorien (also aehnliche Grundsaetze der Einteilung wie in der
gleichzeitigen Universitaet in Helmstaedt).
*Zeughaus* 1616-21 von _P. Sengelaub_. Der Formencharakter den beiden
vorigen aehnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal
Rustikasaeulen).
*Rathaus* 1577, im 18. und 19. Jh. stark veraendert, die Fassade (1750)
unbedeutend, frueheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke schoener
Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Grosser Saal mit
geschnitzter Holzdecke. Fuerstenportraets (Joh. Friedrich II. von
_Sengelaub_).