*Burgruine*. Der Palas um 1500.
Gut erhaltene *Stadtbefestigung*.
_GREIFENHAIN._ K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoss der Chor. Gleichzeitig die
WMauer. Im uebrigen Umbau 1. H. 15. Jh.
_GREIFENSTEIN_ b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.
*Burgruine*. Sehr grosse, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch Graeben
getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt 1137, zerfallen seit
1560.
_GREITZ._ Hauptstadt von Reuss ae. L.
*Oberschloss*. Grosse unregelmaessige Anlage, aussen formenarm, im Innern
huebsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, auch Reste von Renss.
_GRETHEN._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. -- Tuer mit rom.
Eisenbeschlag.
_GRETTSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshaeuschen. Lhs. mit
stattlicher Fassade von Hauptmann _J. M. Fischer._
*Rathaus.* Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau mit
Freitreppe. Davor _Dorflinde_ mit Stuetzenbau.
_GRIESHEIM._ Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
*Dorf-K.* mit rom. Details. -- Zahlreiche _Grabsteine_, z. T. nicht uebel. --
Stattliches adl. *Schloss* aus A. 18. Jh.
_GRILLENBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Burgruine* mit 5 Rundtuermen; seit 1217 genannt.
_GRILLENBURG._ K. Sachsen AH Dresden-A.
*Schloss.* 1558 unter Oberleitung von _Hans Dehn-Rotfelser_, jetzt voellig
veraendert; auf der Bruecke 2 lebensgrosse _Jaeger_ in Sandstein um 1600 in
der Art des _Chr. Walther._
_GRIMMA._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron*. 1251, erweitert 1277. Reste in
der jetzigen Superintendentur.
*Frauen-K*. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von regelmaessiger
kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen, am Qsch. 1/2kr. Nebenchoere.
Der WBau mit 2 Tuermen, im Gr. etwas schmaeler als das Lhs., noch in rein
rom. Formen; die Tuerme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube
mit 3 gekuppelten Oeffnungen, der Giebel darueber von der Rest. 1888. Das
Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg. Formen, die ursp.
flache Decke im 15. Jh. durch Gewoelbe ersetzt. Am Chorschluss Gruppe von 3
hohen schmalen spitzbg. Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchoere hochgot.
-- _Denkmaeler_ 1693-1760.
[*Nicolai-K*. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen. --
Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren Wertes die Gemaelde
von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K. Schallgefaesse. Lange Reihe von
Bildnissen jetzt im Stadthause.]
*Augustiner*-K. (bei der Landesschule) 1290, ueberarbeitet A. 15. Jh. Rck.
von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. -- Denkmaeler und Bildnisse ohne
Bedeutung.
*Gottesacker-K*. 1556, einfach rck. -- Grabplatten und Denkmaeler ohne
Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische Arbeiten des 18. Jh.
*Schloss.* 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schoenes grosses Fenster, vier
schmale, durch zierliche Saeulchen getrennte, spitzbg. geschlossene
Oeffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen zusammengefasst, in dessen
Feld ein Vierpass. Weiter ausgebaut E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden
Epochen Bauformen erhalten. -- *Rathaus* 1442, Freitreppe 1585, Giebel um
1600, -- *Knabenschule* an der Frauen-K. 1614. -- An *Wohnhaeusern* meist nur
einzelne Teile aus aelteren Epochen. -- *Altertums-Museum*.
_GRIMMENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
Ehem. *Wallfahrts-K*. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499 neben dem Portal
des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der beruehmte _Altar_ jetzt in
Graefentonna.]
*Linde* mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt fuer einen der aeltesten
Baeume Deutschlands.
_GROeDITZ._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, Granit. --
_Grabdenkmaeler_ des 17. und 18. Jh., v. Ziegler und v. Metzrodt.
*Schloss.* Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.
_GROITZSCH._ K. Sachsen AH Borna.
*Frauen-K*. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des Schiffes;
sonst veraendert.
*Aegidien-K*. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.
*Burg*. Zerstoert bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender
Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten; lichter Durchmesser
3,3.
_GROSSBARTLOFF._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.). Anstaendiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb., aussen
Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. -- 2 _Nebenaltaere_ in
Stuckmarmor. Schoene *Kanzel.* _Taufstein_ aus der aelteren K. bez. 1606.
_GROSSBODUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
*Dorf-K.* Bar. -- *Schloss*. Quaderbau von 1331, Tueren und Fenster 1584. --
*Amtsgericht*. Schoener Fachwerkbau mit Erker 1660.
_GROSSBREITENBACH._ Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren.
*Stadt-K.* 1680, einfach geraeumig.
_GROSSCORBETHA._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.
*Dorf-K.* Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht ursp.),
Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von _Antonio Perri_. --
Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696.
_GROSSDITTMANNSDORF._ K. Sachsen AH Grossenhain.
*Dorf-K.* mit spgot. und renss. Portalen.
_GROSSECKMANNSDORF._ K.Sachsen AH Dresden-N.
*Dorf-K.* 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes
Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter _Altar_ 1706; Emporen mit
biblischen _Malereien_, handwerklich, aber nicht ungeschickt; flache Decke
mit Kehle; bewegte Dachlinie.
_GROSSENBEHRINGEN._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Schloss* der Herren v. Wangenheim 1547.
_GROSSENHAIN._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K.* Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert und
erweitert von _J. G. Schmidt_ in Dresden (Schueler _Baehrs_). Die Idee der
protestantischen Predigtkirche klar und nachdruecklich ausgesprochen. Ueber
dem alten (5/8) Chor der Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O
durch eine gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darueber Kanzel und
Orgel) in der Mitte der noerdl. Langseite, ihr gegenueber an der SSeite
vorspringender breiter Querfluegel; also Erweiterung der "Querkirche" zu
T-foermigem Gr. Die Muldendecke wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll.,
die der Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. fasst 2000
Personen. -- _Schnitzaltar_ 1499, die Fluegelgemaelde bez. E.W. Schoene got.
_Kelche._
Ruine des *Nonnen-Klst*. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit Zellengwb.
jetzt Bierkeller.
_GROSSENLUeDER._ RB Cassel Kr. Fulda.
*Kirche.* Erhalten der Chor im Uebergangsstil des 13. Jh. Quadr. Vorchor
mit Kreuzgwb., darueber Turm, mehrmals erhoeht, der beschieferte Helm mit
Erkertuermchen 16. Jh. Die Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit
rom. Gewaendform. An den aeusseren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte
Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches Portal mit
Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit grossen skulptierten Stiftswappen. Die
Sakristei mit Tonnengwb. und 1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der aeltesten
Kirche (gegr. 822). -- _Grabmal_ der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.
_GROSSENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* Turm ueber dem Chor 1480, Sch. 1650.
_GROSSFAHNER._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Kirche.* Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch 5 rom.
Scheidboegen des ehemaligen noerdl. Ssch. aus 12. Jh. zu erkennen. -- 2
*Schloesser* der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722. _Wappentafel_ bez.
1502. Im Innern einige Raeume in reicher Barockausstattung.
_GROSSFURRA._ Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
*Dorf-K.* S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen
ueberwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. Tueren am Ostende
des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewoelbtem Chor.
_GROSSHARTHAU._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 1794. Feines _Buchsbaumkruzifix_ um 1700. Schoener
_Wappengrabstein_ um 1500.
*Schloss* 18. Jh., neuerdings sehr veraendert. Erhalten die stattliche
franzoesische _Parkanlage_ mit Sandsteindekoration.
_GROSSHEIRATH._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Kirche* 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige Empore 17. Jh. Der
sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh. mit Schweifkuppel und Arkaden 1720.
_GROSSHENNERSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.
*Schloss.* Grosse unregelmaessig 4fluegelige Anlage, mit Benutzung aelterer
Teile nach 1676 fuer M. v. Gersdorf zurechtgemacht und erweitert.
Verwahrlost.
*Katharinenhof*. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und
Waisenhaus.
_GROSSHEUBACH._ UFranken BA Miltenberg.
*Rathaus,* schoener Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoss 16. Jh.
_GROSSKMEHLEN._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* Umbau des 18. Jh. -- Im Altarbau von ca. 1620 sind 2
niederlaendische _Schnitzaltaere_ (von _Jan Bormann_?) kombiniert,
wahrscheinlich Geschenke der daenischen Gemahlin des Kurf. Christian II.
(vgl. Prettin). Die Fluegelgemaelde sehr verdorben und schwer zu beurteilen.
_Moseskanzel_ aus Stein. In der Turmhalle grosses _Triumphkreuz_.
_Grabsteine_ des sp. 17. Jh.
*Schloss.* Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden Ecktuermen.
_GROSSKOCHBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.*, rom., Turm ueber dem quadr. Chor, uebrigens 15. und 18. Jh. --
_Schnitzaltar_ vom Saalfelder "Meister der Baldachine", E. 15. Jh. --
*Schloss,* einfache Sprenss. 16. und 17. Jh.
_GROSSKROeBLITZ._ Sachsen-Altenburg LA Roda
Vom ehemaligen *Edelhof* das schoene sprenss. Hoftor.
_GROSSLANGHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Umbau von 1596, Turm um 1400. -- Lobenswerter _Hochaltar_ um
1700, gleichzeitig der _Taufstein,_ spaeter das _Chorgestuehl_. Auf den
Seitenaltaeren gute (leider neu bemalte) _Holzskulpturen_ des fr. 16. Jh.,
ausgezeichnet besonders eine _Pietas_ von einem mit Riemenschneider nur
entfernt verwandten Kuenstler um 1520. Aussen _Oelberg_, lebensgrosse
Sandsteinfigg., handwerklich.
*Antonius-Kap.* 1399. Ueber dem Portal Figurennische mit dem Wappen der
Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar
_Grablegungsgruppe_ um 1500, als Antependium interessantes Relief,
Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500. Die grossen
Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius, in etwas manierierter
Gefuehlsseligkeit. Reich bewegte _Kreuzigungsgruppe_ um 1750 (vom
ehemaligen Hochaltar).
Stattliche *Haeuser,* mehrfach mit Marienbildern des 18. Jh. geschmueckt. --
_Bildstoecke_ 1501, 1513, 1713, 1795.
_GROSSLOeBICHAU._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* im Chor _Sakramentshaus_ 16. Jh. Frgot. _Kruzifix_.
_Schnitzaltar_ aus Altenburger Werkstatt, vgl. Maua.
_GROSSMOeLSEN._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* gilt fuer eine der aeltesten Stiftungen in Thueringen; das jetzige
Gebaeude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten. -- Taufgestell, Kanzel
und Gestuehl 1723; dem Kanzelbau eingefuegt 2 gemalte _Fluegel_ 1520 von
_Peter v. Mainz_ mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. _Grabstein_
1612.
_GROSSNEUHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
Stattliche *Dorf-K*. 1729 mit opulenter Ausstattung. -- *Schloss* der Grafen
v. Werthern-Beichlingen 1710.
_GROSSOLBERSDORF._ K. Sachsen AH Marienberg.
*Dorf-K.* Gemengbau 16.-18. Jh., _Altarwerk_ um 1645 mit den knienden
Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand v. Einsiedel, wohl von _Joh. Boehm_
in Schneeberg. Eigenartig praechtiger _Kelch_ des Freibergers _Samuel
Klemm_.
_GROSSOSTERHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der Streben und
Fischblasenfenster des 3seitigen oestl. Schlusses weisen auf ca. 1500; wohl
aelter in der Anlage der breite, nur vom Schiff aus durch ein Pfoertchen
zugaengliche WTurm, dem ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktuermchen
einen charaktervollen Umriss gibt. -- Bmkw. spgot. _Schnitzaltar_ mit den 14
Nothelfern. Eleganter renss. _Taufstein_ 1594. _Pastorengrabsteine_ 17.
Jh.
_GROSSOSTHEIM._ UFranken BA Aschaffenburg.
*Dorf-K.* mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe der
_Beweinung Christi_, Holz, um 1501. -- Vor dem Ort _Kapelle_ mit dem Wappen
des Mainzer Kurfuersten Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige
Kreuzigungsgruppe aus Sandstein. Nach den aeusseren Umstaenden koennte eine
Arbeit aus der Werkstatt _Backofens_ vermutet werden, was naeher untersucht
werden muesste.
Fast vollstaendig erhaltene ma. *Stadtbefestigung*.
_GROSSPOeTEWITZ._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.
*Dorf-K.* OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche. Die aussen
eingemauerten Reliefs scheinen aelter. -- Grosser und vortrefflich erhaltener
_Schnitzaltar_; _Sakramentsnische._
_GROSSROeHRSDORF._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Dorf-K.* Grosser Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet. Einige Reste
von spgot. _Altarplastik_.
_GROSSSCHOeNAU._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. Schluss. --
_Altarbau_ 1802 mit Gemaelde von _J. E. Zeissig_ in Dresden, genannt
Schenau, 1786. -- _Bildnisgrabsteine_ des H. v. Nostitz {~DAGGER~} 1607, des Malers
Schenau {~DAGGER~} 1806. -- Ansehnliche _Bauernhaeuser_.
_GROSSSCHWABHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* Gilt als typisches Beispiel einer fruehrom. Missionskapelle; got.
und bar. veraendert.
_GROSSSEDLITZ_ s. Sedlitz.
_GROSSSTECHAU._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
Huebsche spgot. *Dorf-K*.
_GROSSTHIEMING._ Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
*Dorf-K.* 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629. -- Guter
_Renss.Altar_ mit Gemaelde um 1620.
_GROSSWALBUR._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und bar. Helm steht
seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte; das Lhs. noch einmal 1748
erneuert. -- Huebsche spgot. _Sakramentsnische_. _Kanzel_ 1538. Mehrere gute
_Kelche_ aus 17. Jh.
_GROSSWEITZSCHEN._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Dorf-K.* Der WTurm rom., alles uebrige stillos verbaut. -- [_Schnitzaltar_
aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]
_GROSSWENKHEIM._ UFranken BA Kissingen.
*Dorf-K.* Turm fruehes 15. Jh. Kirche 1769-72. _Deckenbild_ von _J. P.
Herrlein_. Pietas aus Gussstein 1. H. 15. Jh. _Monstranz_ E. 16. Jh. Auf
dem Kirchhof: _Denkmal_ des letzten Abtes von Bildhausen {~DAGGER~} 1812.
_GROSSZSCHOCHER._ K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* von rom. Gruendung; OTurm und Chor spgot. Altar und
Herrschaftsstuebchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh.
GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg. *Pfarr-K.* Rom. Anlage mit spgot.
und noch spaeteren Veraenderungen. Holzdecke 16. Jh. -- Geschnitzte
*Fachwerkhaeuser* 17. Jh. -- *Dorf-K*. Chorturm mit rom. Kern, Lhs. 16. und
17. Jh. -- _Sandsteinkanzel_ 16. Jh. -- *Brunnen* mit Tritonen und Nereiden
1720.
_GRUBNITZ._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.*, Kernbau wesentlich rom.
_GRUMBACH._ K. Sachsen AH Meissen.
*Dorf-K.* A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von _Gottfr. Unger_ mit
lebendig erzaehlten biblischen Szenen ausgemalt. Prunkvoller Altarbau 1688,
das exaltierte _Statuenwerk_ von _J. F. Richter_ aus Meissen.
_GRUNAU._ K. Sachsen AH Zittau.
*Kathol. K*. 1739
_GRUeNAU._ UFranken BA Marktheidenfeld.
Ehem. *Karthause,* gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich ausgedehnten
Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende Reste des 17. und 18. Jh.
_GRUeNHAIN._ K. Sachsen AH Schwarzenberg.
Vor der Stadt die Truemmer des reichen *Cistercienser-Klst.* gleichen
Namens.
_GRUeNLICHTENBERG._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Dorf-K.* 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern. --
Lebensgrosser _Crucifixus_ A. 16. Jh. -- _Schnitzaltar_ 1431; ein zweiter E.
15. Jh.
_GUDENSBERG._ RB Cassel Kr. Fritzlar.
*Stadt-K.* 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler beraubt. Der
etwas schmaelere Chor hat 1 Joch und Schluss aus dem 6Eck. Rippenprofil
geschaerfter Rundstab. Im Masswerk 2 Spitzbgg. ohne Nasen, darueber grosser
3Pass.
*Spital-Kap,* spgot., auch die alten Spitalgebaeude vollstaendig erhalten. --
*Schlossruine*, seit 1388 in Truemmern.
_GUeGEL._ OFranken BA Bamberg.
Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach veraendert, besonders 1612. --
_Hochaltarblatt_ 1620 von _Fuger_, _Statuen_ der 12 Apostel von _M. Kern_.
Schoene _Wappensteine_ mehrerer Bischoefe.
_GUMPERDA._ Sachsen-Altenburg LA Roda.
*Dorf-K.* rom. Die spaeteren Veraenderungen greifen weniger tief ein, als
gewoehnlich; 2 Tueren mit plumpen _Tympanonskulpturen_, ungewoehnlich der
Gegenstand: Suendenfall, Adam grabend und Eva spinnend. -- _Schnitzaltar_
bald nach 1400 (also einer der aeltesten des Gebietes), 13 Heilige unter
Baldachinen, Abschluss nach oben gerade.
_GUNDORF._ K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* rom. Anlage. Emporen und Gestuehl in guter Behandlung A. 18. Jh.
[_Fluegelaltar_ gegen 1400 im Dresdener Altert.-Ver.].
_GUeNTERODE._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* 1713. Wertvoller got. _Schnitzaltar_ (aus Erfurt?).
_GUeNTERSLEBEN._ UFranken BA Wuerzburg.
*Pfarr-K.* Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon mit blindem
Masswerk, in welches Figuerchen eingestreut sind. -- _Rok.Altar_ mit guter
Kreuzigungsgruppe. Schoene _Monstranz_ um 1710, augsburgisch. -- An einem
Hause gute got. _Madonna_, Stein.
_GUeNTHERSLEBEN._ Sachsen-Gotha Kr. Gotha.
*Dorf-K.* rom. WTurm, sonst 17. Jh.
_GUTMANNSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 18. Jh., gut rest. _Gutsgebaeude_, wirkungsvoller Bau um 1700.
_GUTTAU._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* nach Brand 1813. -- Aus derselben Zeit das strenganmutige
*Herrenhaus,* 1stoeckig, in der Mitte offene Halle mit dor. Sll.
_GUTTENBERG._ OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* um 1800, Grabmaeler 16.-18. Jh.
*Schloss,* malerischer Komplex, grossenteils 18. Jh., Zwinger und Tor aus
sp. Ma. Schoene Wappentafel 1482.
_GUeTZINGEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Dorf-K.* mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Wuerzburger Hofspital);
_Gemaelde_ von _Onghers_.
_H_
_HAARHAUSEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* rom. OTurm, sonst got. und bar.
_HABESBURG_ (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.
*Burgruine* sehr zerstoert.
_HAFENLOHE._ UFranken. BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* _Holzfig_. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des spaeten 13.
Jh., lebensgross, gut ueberarbeitet. _Sandsteinfig_. St. Eucharius um 1350.
_HAIMBACH._ RB Cassel Kr. Fulda.
*Kirche* modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.
_HAIN B. HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Dorf-K.* rom. Turm ueber dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.
_HAIN B. STOLBERG._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Dorf-K.* rom. Anlage wie in Hain b. Heringen.
_HAINA._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Pfarr-K.* 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. -- Kanzel 1622;
Altarbau 1733; ziemlich guter _ikon. Grabstein_ 1424.
_HAINA._ RB Cassel Kr. Frankenberg.
Ehem. *Cistercienser-Klst.* Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt 1224 kann
sich nur auf die ersten Anfaenge des Kirchenbaues beziehen. Weiterhin
fehlen alle sicheren Nachrichten. Der Grundriss einheitlich im normalen
Schema des Ordens: Chor rck. mit plattem Schluss, an der OWand des Qsch. je
3 Kapp., Lhs. von 9 Jochen. In der Ausfuehrung 3 Abschnitte. 1. Unterbau
der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang (OFluegel) in das erste
Joch des Lhs. fuehrende Tuer rundbg., wenn auch mit gotisierendem Blattwerk.
2. Uebergang zum Hallensystem und zur fruehgot. Stilform unter einer
wesentlich franzoesich gefaerbten Bauleitung, ohne Anklaenge an den deutschen
Uebergangsstil. Der juengste Bearbeiter der Baugeschichte von H. (O. Liemke)
setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis 1228 und erklaert H. fuer den
zweitaeltesten rein got. Bau in Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und
vor Marburg. Diese Behauptung enthaelt nichts geradezu Unmoegliches, aber es
fehlt ihr doch auch jede festere Begruendung. Die Schulrichtung ist
dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons), und ich halte es
noch immer fuer das Wahrscheinlichste, dass sie in Hessen zuerst hier
eingesetzt hat. Danach waeren die aeltesten got. Teile in H. in die 40er
Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau von Chor und Qsch. Die Fenster sind
hier 2teilig, der grosse Kreis der Kroenung mit Sechspass ausgesetzt (in
Marburg noch glatt), besonders schoen das 2x2 geteilte grosse Fenster des
Chorschlusses. Die Fenster der 5 oestl. Langhausjoche bleiben 2teilig,
nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Kroenung eine Gruppe von
Dreipaessen. -- Das angenommene Verhaeltnis zu Marburg bezieht sich nur auf
die OTeile. Mit der Annahme des Hallensystems koennte H. im Vorsprung
gewesen sein. Der Querschnitt aehnelt in der Schmalheit der Sschiffe und
der starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger steilen
Hoehenproportion den westfaelischen Hallenkirchen. Enorm stark im Verhaeltnis
zur Arkadenoeffnung sind die Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg,
nur dass der dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen
Kragstein gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoss
sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit kleinen Fenstern
gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges) ohne Durchbrechung; im
2. Geschoss duenne Wandung, Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4
WJoche und die WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, veraendert
ist das Detail, am auffaelligsten in den Masswerkformen. -- Am 6. Pfeilerpaar
_Lettner_ E. 13. Jh. in schlichten, sproeden got. Formen. Im Chor
_Wandtabernakel_ 1. H. 14. Jh. von schaerfster Feinheit der Meisselarbeit. --
_Chorstuehle_ 14. Jh. -- _Grabsteine_ der Grafen v. Ziegenhain (der letzte
{~DAGGER~} 1450). _Steinrelief_, auf Landgraf Philipps Klosterreformation
bezueglich, 1542. -- _Glasmalereien_ des 14. Jh., grau in graue
Teppichmuster (mehrere neu). -- _Glocke_ im Dachreiter aelter als dieser,
1225 vom Erzbischof von Mainz geweiht und mit dessen Siegel versehen.
*Klostergebaeude* (jetzt Irrenanstalt). OFluegel des Kreuzgangs E. 13. Jh.,
S- und WFluegel 1. H. 14. Jh., NFluegel 1858. Im O 2 Saele, jeder mit 2x3
Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2x5 Gwbb. (Obergeschoss neu), westl.
anschliessend die Kueche, oestl. die sog. Wermutskammer. Die Gebaeude am
westl. Fluegel mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.
_HAINDORF._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
*Marien-K.* 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor entspricht
dem Msch. WTurm. -- _Sakramentshaeuschen_ spgot. -- _Steinskulptur_ (Krippe)
unter einem von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. -- In
der Sakristei _Gewoelbemalerei_.
_HAINEWALDE._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf. _Innenausstattung_
im ursp. Zustande. Recht huebsch die Orgel. Charakteristische Denkmaeler. --
Auf dem Friedhof Kanitz-Kyausche _Gruftkapelle_ in reicher bar.
Nischenarchitektur mit allegorischen Figuren.
Altes und neues *Schloss,* 1564 und 1749; grossartiger Terrassengarten.
_HAINICHEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Kirche* mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.
_HALLBURG._ UFranken BA Gerolzhofen.
Von der *Burg* (als castellisch zuerst erwaehnt 1230) stehen noch der ma.
Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau.
_HALLE A. S._ Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dom* (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal Albrecht von
Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, aus einer Dominikaner-K.
der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende Veraenderungen umgebaut. Eingehende
Untersuchung steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch geht die
bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurueck, sicher der ganze Chor
(totale L. 68 m). Das Aeussere ist in Tradition der Bettelordenskirche
turmlos. Das Dach nach den 3 Schiffen zerlegt, ueber den Abseiten in
dichter Reihung Renss.-Zwerchhaeuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. -- Von
erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die _plastische Ausstattung_.
Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in Obersachsen. Die erstaunlich
kurze Zeit der Ausfuehrung (1523 bis 1526) setzt eine stark besetzte
Werkstatt voraus. An ihrer Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch
als Dirigent des Ornaments, ein Schueler _Hans Backofens_ aus Mainz (wohl
von demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519). Auch das
Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat ein Architekt hinzu,
der eingehende und verstaendnisvolle Studien in der Lombardei (Certosa,
Como) gemacht hatte. 1. Die zwei _Weihetafeln_ an der NWand des Innern,
bez. 1523, das prachtvolle Wappen des Kardinals in Aedikula, dazu die hll.
Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. _Sakristeituer_ und suedl. _Aussenportal_
bez. 1525. 3. _Kanzel_ bez. 1526, nicht gross, aber von hoechstem
plastischem Reichtum. 4. An den Pfeilern des Inneren grossartiger
_Statuenzyklus_ (Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei
Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Koerper- und
Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der Koepfe, das ganze Pathos
der Empfindung und das malerische Formgefuehl, dies alles ist im Wesen
schon barock. [Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen, als
Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; _Gruenewalds_ Tafel mit
den hll. Erasmus und Mauritius jetzt in der Pinakothek zu Muenchen.]
_Chorgestuehl_ von spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. _Emporen_
und Altar M. 17. Jh.
*Markt-K. U. L. Fr*. Ursp. standen hier dicht hintereinander 2 Kirchen, S.
Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht von Brandenburg liess sie 1529
abbrechen bis auf die Tuerme und verband diese durch einen Neubau, das
jetzige Lhs. Charakteristisches Werk der spaetesten Gotik im Anschluss an
die Schule des saechsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche von 10
schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal geteilt durch eingebaute
steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit glatten, im Gr. konkav gekruemmten
Flaechen. Das wirre Rippenwerk der Netzgewoelbe hat keine struktive
Bedeutung mehr und verschmaeht auch formal jeden Zusammenhang mit den
Stuetzen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das oestl. Turmpaar (vor der
Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine Bruecke verbunden. Die
Hauben von 1551 aus Spgotik und Renss. gemischt, interessant als Vorstufe
zu dem norddeutschen Bar.Typus. Im W die "blauen Tuerme", spgot. mit rom.
Resten, ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Kroenung von 8
kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der Kirche (ca.
1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal ein Muster jener
komplizierten Stabwerkverflechtungen und Ueberschneidungen, in denen sich
besonders die saechsische Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der
Fenstergewaende herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals reich
bemalten und vergoldeten _Emporen_ (von _Nickel Hofman_ 1550-1554) geben
eine interessante Verbindung von got. Strukturformen mit renss. Ornament.
Eine zierliche, doch hoechst verzwickte, lediglich mit geometrischem
Ornament rechnende Komposition ist die _Kanzel_ aus Sandstein; der Meister
sucht nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los. Ausgepraegte
Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk ueber den Emporen, 1562-1575 von _Ant.
Pauwart_ aus Ypern in Flandern. Die weiteren Wandlungen des Ornaments
veranschaulichen die _Braeutigamsstuehle_, eine ausgezeichnete Arbeit von
1595. Aus derselben Zeit der originelle _Schalldeckel_ der Kanzel (1596).
Taufkessel 1430 gegossen in Magdeburg von _Ludolf v. Braunschweig_ u. s.
Sohne Heinrich. Grosser _Wandelaltar_ mit je 3 Fluegeln, in allen Teilen
gemalt, 1529 von einem Cranachschueler. An der OWand des noerdl. Ssch.
_Tafelbild_, Christus die Wechsler vertreibend, bez. 1498, in der
Sakristei gotischer Schrank mit reichem Beschlagwerk.
*Moritz-K*. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem Msch.; Schluss
mit 3 Polygonalchoeren in gleicher Flucht. Die 4 OJoche und der Chor 1388
ff.; die westl. Haelfte (an Stelle des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M.
15. Jh. Die beabsichtigten westl. Doppeltuerme nicht ausgebaut. Die Gwbb.
1557 rest. Im Aeusseren sind die Strebepfeiler der oestl. Haelfte mit Staeben,
Giebeln und blinden Fialen ueberreich dekoriert; die westl. einfach; die
Fenster mit Eselsruecken und Scheitelblumen. -- Im Innern mehrere
_Steinskulpturen_ von _Konrad v. Einbeck_ (welcher auch die aeussere
Dekoration der oestl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte
Konsolen ueber den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt, Anbetung des
Kindes, nur das Kind in ganzer Figur, alles andere in Kopfdarstellungen):
an einem Pfl. _S. Moritz_ v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in
der SOVorhalle _Eccehomo_ von 1416, im Nackten aufmerksame
Naturbeobachtung, klagende Maria und _Christus_ an der Martersaeule und ein
_Relief_ mit der Anbetung der drei Koenige -- alles mit Kuenstlerinschrift.
Eine _Bueste_ im noerdl. Nebenchor, von hoechst bmkw. Energie der
Individualisierung, gilt fuer Konrads Selbstbildnis, ist aber erheblich
juenger. -- _Altar_: Mensa mit rom. Ornament, grosses und wertvolles Retabel
mit 3fachen Fluegeln, im Mittelschrein Schnitzfiguren, die Gemaelde 1511 von
_Georg Jhener_ von Orlamuende. -- Steinerne _Kanzel_ mit ausgedehnten
Reliefs in konventionell italisierendem Stil, 1592 von _Zacharias
Bogenkrantz_; Schalldeckel 1604.
*Ulrichs-K*. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten). Spgot.
unsymmetrische Halle; es fehlt das suedl. Ssch.; beg. 1339, Gwb. in
Netzform 1510. Tympanon (Marientod) 14. Jh. -- Einfaches modern ergaenztes
_Chorgestuehl_ E. 14. Jh. _Taufkessel_ v. 1430, aehnlich dem der Markt-K.
und von denselben Meistern. -- Altar: Mensa mit blindem got. Masswerk bald
nach 1339, der Schrein mit Doppelfluegeln 1488. -- _Sakramentshaeuschen_ um
1525, fuer die barocke Stroemung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Aedikula
in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm und umspielt
von den Aesten eines Baumes in spgot. Stilisierung. -- _Kanzel_,
Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645. -- In der Sakristei
wertvolle _Gefaesse_, darunter Weinkanne und Hostienbuechse 1580,
emaillierter Kelch 1654.
*Neumarkt-K*., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten.
Sandstein-Taufstein von 1478.
*Glauchaische K.,* 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.
Der *"rote Turm",* freistehender selbstaendig gebauter Glockenturm
1418-1506. Erstes Geschoss Rechteck, die 2 folgenden verzogenes 8Eck.
Schlanker Helm, die Ecktuermchen vielleicht erst aus M. 16. Jh. Der
Sockelumbau aus Backstein neugot. 1825.
*Betsaeule* 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der Kreuzigung.
*Moritzburg,* 1484-1503 erb. von Erzbischof _Ernst v. Magdeburg_, beendet
durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb. Abrecht v. Brandenburg; durch
einen Brand im 30j. Kriege schwer entstellt; von Kunstformen wenig
uebriggeblieben, zum Teil Ruine. Die Fenster im NFluegel bezeichnende
Beispiele der sich aufloesenden Spaetgotik.
*Rathaus,* unregelmaessige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die "neue Laube" von
1558 wuerde als Renss.Versuch des Spaetgotikers _Nickel Hofmann_
interessieren, ist aber, wie alle aelteren Teile, deformiert. Die
Backsteingiebel zeigen die Masswerkbekleidung in oedester Entartung. -- Der
*"kuehle Brunnen",* Haus des erzbischoeflichen Guenstlings H. Schoenitz,
vollstaendig verbauter Fruehrenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher
Innenausstattung. Im selben Charakter die *Residenz* seit 1530, ursp. als
Kollegiengebaeude fuer die vom Kardinal geplante Universitaet bestimmt. --
*Wage* vor 1575, mit gutem Portal. -- 2 Taefelungen 1594 und aus 17. Jh. aus
dem *Talhaus* jetzt im staedt. Museum in der Moritzburg eingebaut.
*Stadtgottesacker* auf dem Martinsberg, oestlich vor der alten Stadtmauer.
Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern, einen verschoben vierseitigen
Begraebnisplatz umgebend. 1558 von _Nickel Hofmann_ begonnen, mit dem 94.
Bogen erst 1594 vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert
mit Benutzung von Aldegrever Stichen.
*Leipziger Turm,* letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor dem
Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau, 15. Jh., Haube 16. Jh.
_HALLENBERG._ RB Cassel Kr. Schmalkalden
*Burgruine*. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt.
_HALLSTADT._ OFranken BA Bamberg.
*Pfarr-K.* 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. -- Ansprechendes
Beispiel einer nicht reich aber sorgfaeltig ausgefuehrten Kleinstadtkirche.
Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch und gleich breit, Rundpfll.,
Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, im W Empore, sehr hohes Dach,
ausgebauter Chor. Altaere und Gestuehl bar., ansehnlich und von gutem
Geschmack. Aussen tuechtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm
im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit _Oelberg_.
_HAMMELBURG._ UFranken BAmtsstadt.
*Pfarr-K.* Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage mit
flachgedecktem Mschiff und netzgewoelbten Sschiffen. Der Unterschied
zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und der spielerischen,
derben Spaetgotik im Lhs. sehr bedeutend; immerhin gehoert der ganze Bau
noch zu den besseren in dieser Gegend. -- An der Aussenseite got. und renss.
_Grabsteine_, der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von _Peter
Dell d. Ae._ 3 figurenreiche _Kreuzwegreliefs_ um 1520.
Ehem. *Schloss* der Fuerstaebte von Fulda, jetzt Bezirksamt. Einheitlicher
Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. Vier Fluegel um einen rechteckigen
Innenhof, trockenes Spaetbarock.
*Marktbrunnen*. 1541 von _Joh. Schoner_. Frische und exakt durchgebildete
Fruehrenss.Arbeit.
*Klst. Altstadt*. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen der
einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen die harte
Innenarchitektur noch ertraeglich. Nach aussen fast ganz schmucklos.
*Schloss Saaleck*. Erstmals erwaehnt 1282. Aus 13. Jh. der massige, runde
Bergfried aus grossen Buckelquadern. Die Wohnbauten im 19. Jh. gaenzlich
erneuert. Das ganze Schloss steht praechtig in der Landschaft.
_HANAU._ RB Cassel Kreisstadt.
*Marien-K.* Die Erhebung zur Stifts-K. veranlasste die Erbauung eines neuen
groesseren und mit Aufwand durchgefuehrten Chors 1487. 4 Joche im Laengsteil,
3/8 Schluss; Netzgwbb. mit Wappenschmuck in den Schlusssteinen und reicher
Meisselarbeit an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit reichem
Fischblasenmasswerk; hohl geschwungene Abdeckung der Strebepfll. Das Lhs.
erneuert 1558-61; hoelzerne Emporen in 2 Raengen; die Mauern niedriger als
die des Chors, der Dachfirst in gleicher Hoehe, Turm im suedoestl. Winkel. --
Der Chor diente 1451-1612 als _Begraebnisstaette_ fuer das graefliche Haus
Hanau-Muenzenberg. Die Grabsteine sind durchweg heraldisch, und es ist der
Brauch festgehalten, Wappen und Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand
zu setzen. Einigen Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v.
Nassau {~DAGGER~} 1477, ueberlebensgrosse, kniende Steinfigur; Philipp III. {~DAGGER~} 1561,
Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und
Pilasterarchit., gefaellige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit, im
Ornament hauptsaechlich Groteskenwerk und Anfaenge von Rollwerk; Helene von
der Pfalz {~DAGGER~} 1579, Seitenstueck zum vorigen, die Archit. pompoeser, das
Rollwerk hat breitere Ausdehnung gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles
auf niederlaendischen Einfluss deutend), Philipp Ludwig I. {~DAGGER~} 1580,
kuenstlerisch das beste Stueck der Reihe, im Stilcharakter der
internationalen Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar disponiert
und fein gestimmt in den Verhaeltnissen, treffliches Ornament, das Rollwerk
mit grosser Zurueckhaltung. -- Vom got. _Chorgestuehl_ 2 Wangenteile erhalten,
ungewoehnlicherweise mit Portraetfiguren aus dem Grafenhause geschmueckt. --
_Orgel_ 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr
Prachtgehaeuse (von _Franz Nagel_ aus Miltenberg) auffallend abstechend. --
An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt und rest.
*Wallonisch-Niederlaendische K*. (reformiert). Gegr. 1599. Doppelkirche,
veranlasst durch den zweisprachigen Charakter der Gemeinde, die doch ihre
Zusammengehoerigkeit auch aeusserlich betonen wollte. Ein groesserer und ein
kleinerer Zentralbau, jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von
23 m Durchmesser, sind ineinander verschraenkt. Umgaenge von 12 resp. 8
Sandsteinsaeulen tragen die flachen Decken und die nur 1geschossige Empore.
Zugang zu den letzteren durch Treppentuermchen in den einspringenden
Winkeln zwischen den beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch
den in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichfoermig
ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster rundbg. mit
Masswerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders durch die ungeheuren, unter
sich nicht gleichhohen, aber die Mauern an Hoehe weit uebertreffenden
Walmdaecher empfaengt das Aeussere einen ganz eigenartigen Umriss.
*Johannes-K*. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluss in 3
Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Masswerk, schwere
Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. Gleichzeitig neue
Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem Orgelprospekt. Begraebnisstaette
der letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg.
*Stadtschloss*. Unregelmaessige Gruppe, meist Spaetrenss., im heutigen Zustand
kunstarm und interesselos.
*Altstaedter Rathaus*. 1537-52. Oft veraendert, jetzt whgest. Erdgeschoss
ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk mit Erkern. Eingebauter
Justitiabrunnen. -- Ein gegenueberliegender spgot. Erker vom aelteren
Rathaus.
*Neustaedter Rathaus*. 1725-33 von Baudirektor _Hermann_. Gute
Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoss Arkaden, teils offen,
teils verblendet; 2 Obergeschosse mit leichtem Mittelrisalit, dessen
Giebelfeld mit Hochreliefs gefuellt ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem
First kleines Uhrtuermchen
*Gymnasium*. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der Spaetrenss.
*Fachwerkhaeuser* 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.
_HANNBERG._ OFranken BA Hoechstadt.
*Dorf-K.* befestigt.
_HANSTEIN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
Bedeutende *Burgruine*. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstoerung durch Koenig
Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos von Northeim). Spaeter welfisch und
seit 1209 mainzisch. Neubau 1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren
v. H., Erweiterungen 1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. -- Die Hochburg
umschliesst einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen Raeume nicht
sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk und Details mit einer im 14.
Jh. nicht mehr gewoehnlichen Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem
Kreise die Zingelmauer. A. 16. Jh. Verstaerkung durch Zwinger mit
Rondellen. Die beiden groessten Durchmesser sind 125 und 150 m.
_HAPPERTSHAUSEN._ UFranken BA Hofheim.
*Dorf-K.* modernisiert. Ausstattung und _Holzfigg_. 18. Jh. Bmkw.
_Madonna_ A. 15. Jh.
_HARDISLEBEN._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die Ausstattung in
Stuck und Farben einheitlich. -- _Altaraufsatz_ "recht bedeutend".
_HARLE._ RB Cassel Kr. Melsungen.
*Dorf-K.* 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluss. Grosser WTurm, oeffnet
sich gegen das Schiff mit einer hoelzernen Empore von 1589.
_HARRA._ Reuss j. L. LA Schleiz.
*Dorf-K.* Mischbau spgot. und barock. -- _Altarwerk_ A. 16. Jh. "sehr
interessant" (so im Inv.).
_HARRBACH._ UFranken BA Gemuenden.
*Pfarr-K.* Gute, klassizistische _Ausstattung_, gefertigt vom Schreiner
_Schmidt_ in Nordheim 1788. -- An der Suedseite Holzfig. der _Madonna_;
teilweise ergaenzt, wuerzburgisch, E. 15. Jh.
_HARSDORF._ OFranken BA Kulmbach.
*Pfarr-K.* OTurm got., Lhs. 18. Jh., hoelzerne Doppelempore.
_HAeRTENSDORF._ K. Sachsen AH Zwickau.
*Dorf-K.* (fast neu) in burgaehnlicher Lage umgeben von fester Ringmauer. --
Schoener _Kelch_ A. 16. Jh. _Taufstein_ und _Sakramentsnische_ um 1500, in
reicher aber unfeiner Steinarbeit. _Bildnisgrabsteine_ v. Wildenfels 1558,
1602. _Glocke_ mit Reliefs M. 15. Jh.
_HARTENSTEIN._ K. Sachsen AH Zwickau.
*Schloss* (Fuerst Schoenburg). Von der Burg des Ma. Teile der Vorburg
erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von _Meyner_, _Graff_
u. a. -- Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz, ansehnlicher Fachwerkbau des
17. Jh.
_HASLOCH._ UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* Am neuen Altar spgot. _Fluegelbilder_ von nicht uebler Qualitaet;
Verkuendigung, St. Barbara, St. Margaretha; E. 15. J., schwaebisch?
_HASSEL._ Pr. Sachsen Kr. Weissenfels.
*Dorf-K.* (z. Z. ausser Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal mit
_Tympanonskulptur_ aehnlich dem in Aue. -- Auf dem Altar ein guter
geschnitzter Rok.Aufsatz.
_HASSENBERG._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken von einem der
in dieser Zeit in Thueringen viel beschaeftigten Italiener (Castelli?).
*Schloss* (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende Pilaster nach
palladianischem Muster.
_HASSENHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Dorf-K.* Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch., ueber dem
quadr. Chore der Turm, wie haeufig gebraeuchlich an der mittleren Saale;
erhalten noch das Hauptgesims und der WGiebel mit Steinkreuz; bar.
veraendert.
_HASSFURT._ UFranken BAmtsstadt.
*Stadt-K.* Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, in manchen
Beziehungen verwandt der von demselben Wuerzburger Bischof erb. K. in
Koenigsberg i. Fr. -- Breitraeumige Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark
ueberhoeht. Steinerne WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht
ausgefuehrt), flankiert von 2 Tuermen (der in SO aus aelterer Anlage). -- Die
bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. -- Am Chorbg. unbemalte
_Holzstatue Joh. d. Taeufers_, sehr vorzueglich, die Zuschreibung an
_Riemenschneider_ fuer mich nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt
_Madonna_ (durch moderne Bemalung beeintraechtigt) und auf dem (neuen)
Hochaltar die 3 _irischen Heiligen_, S. Kilian durch das Schwert als
Wuerzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger _Altargeraete_ 17. und
18. Jh.
*Ritterkapelle*. Die Bedeutung der Adelsfraternitaet, durch und fuer die sie
gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklaert. Chor beg. 1390, Lhs. 1431,
Abschluss (Inschr.) 1455. Eingreifend rest. unter Fuerstb. Julius von
Wuerzburg 1603-05 und (sehr willkuerlich) M. 19. Jh. durch_ Heideloff_. --
1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluss. Sehr eigentuemlich
und schwerlich dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen
Chor und Lhs.: ersterer naemlich geht mit schraegen Mauerstuecken in die
Lhs.Waende ueber und der Chorbg. wird 3teilig. Das Lhs. wird urspruenglich
3sch. geplant gewesen sein, es wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgefuehrt;
erst 1603 erhielt es die vorhandenen 3 grossen Kreuzgwbb. und die
zugehoerigen Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot.
umgearbeitet. Unverfaelschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt sich
der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. Mit dem
unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade und Fialen von
Heideloff hinzugefuegt) sind 3 Reihen Wappenschilder verbunden, andere im
Innern an den Schlusssteinen der Netzgwbb., zusammen 226. Frueher noch mehr,
da der Wappenfries auch ueber die WWand des Chors sich hinzog (jetzt unter
dem erhoehten Dach von 1603 versteckt). Ferner war aussen an den Fenstern
und Strebepfll. ein ganzes Heer von _Statuen_ in Aussicht genommen; zaehlt
man die durch Konsolen und Baldachine bezeichneten, schliesslich leer
gebliebenen Plaetze fuer sie zusammen, so haetten sie sich auf 52 belaufen
muessen. Zur Ausfuehrung kamen die _Bogenfelder_ am S- und WPortal, bewegte,
gemaeldemaessige Kompositionen, in der plastischen Ausfuehrung stuemperhaft
(Zug der hll. drei Koenige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst
noch zahlreicheren _Grabdenkmaelern_ sind 15 innen und 11 aussen erhalten;
mehrere urspr. von guter Qualitaet, aber durch. Oelfarbkrusten entstellt.
Ausstattung neugot.
*Spital-Kap. z. Hl. Geist*. 2. H. 15. Jh. _Schnitzaltar_ mit interessanten
bemalten Fluegeln, E. 15. Jh. (Kirchenvaeter, Aposteltrennung in reicher
Landschaft). -- Das Spitalgebaeude einfacher Bau des B. Julius 1614.
*Bischoefl. Amtshaus* (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Wuerzburger Schule
um 1725. -- Stattliche _Zehntscheuer_ 15. Jh., rest. 1617.
Von der _Stadtbefestigung_ 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten.
_HASTRUNGSFELD._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Dorf-K.* Rom. Anlage, Turm im O.
_HATTENBACH._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
*Dorf-K.* Unscheinbarer kleiner rom. Bau.
_HAUEDA._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_.
_HAUNECK._ RB Cassel Kr. Huenfeld.
*Burgruine*. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.
_HAUROeDEN._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
*Dorf-K.* Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die
reichgeschnitzten Traeger des Dachreiters. -- Rom. _Taufstein_.
_HAUSEN._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Dorf-K.* Zahlreiche _Grabdenkmaeler_ der Familie v. Doernberg.
*Schloss.* Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut.
_HAYNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
Sprom. *Dorf-K*. mit verhaeltnismaessig reich ausgebildetem Portal.
_HAYNSBURG._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Ruine* der ehem. bischoeflichen Burg; erhalten ein hoher, runder rom.
Bergfried, Mauerstaerke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Laenge erhalten. Wohnbau
renss.
*Dorf-K.* 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof huebsche
klassizist. Grabdenkmaeler.
_HEICHELHEIM._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O erweitert, Lhs.
mit Holztonne 1686.
_HEIDAU._ RB Cassel Kr. Melsungen.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. (jetzt Domaene). Kirche E. 13. Jh. 1sch. in 5
Jochen und 5/8 Schluss. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen auf Kragsteinen, die
Strebepfll. entsprechen nicht den Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen
Nonnenempore ueber 2sch. Halle; spaeter fuerstlicher Kirchenstand mit grossem
Ofen von 1669. Sehr einfacher ungewoelbter *Kreuzgang*, etwas reicher das
Refektorium. A. 17. Jh. ein _Schloss_ eingebaut; Saal mit Brettertonne;
Alabasterkamin 1619.
_HEIDENFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
Ehem. *August.-Chorherrenstift* (jetzt Nonnen). Die K. (got.) A. 19. Jh.
abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock 1726-34. Gleichzeitige
Stuckdekoration. Die Gastzimmer ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal
(jetzt Kapelle) 1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien
und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf _B. Neumanns_ fuer Neubau
der K. um 1750 nicht ausgefuehrt.)
*Dorf-K.* mit vollstaendiger Ausstattung von _J. P. Wagner_ 1791.
_HEIDINGSFELD._ UFranken BA Wuerzburg.
*Pfarr-K.* Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter Rest. die
genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig). Im Lhs. 6 Arkaden auf
schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und Fussgesims. Das Qsch. in seinen
Fronten gleichfluchtig mit den Sschiffen. Chor 1408 verlaengert. Aus
gleicher Zeit die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit
Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite (Lhs. 23,5 m l.,
20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm in der SOEcke. 2 rom. Portale, an
der WFront und am noerdl. Kreuzarm. -- Grosser _Hochaltar_ 1712. Feines
_Sakramentstuermchen_ M. 15. Jh. Spaetestgot. _Kanzel_, Stein, das Masswerk
in Astverschlingungen umgedeutet, an der Bruestung Statuetten (nur 3 alt);
das Meisterzeichen h b auf den Wuerzburger _Hans Bock_ zu beziehen.
_Taufstein_ renss. 1581. _Chorstuehle_ um 1710, ziemlich einfach. Im Chor
_Steinrelief_ mit Beweinung Christi bez. 1508, allgemein als Werk
_Riemenschneiders_ anerkannt, auch in seinen Schwaechen fuer ihn
charakteristisch. Aus seiner Werkstatt die _Kreuzgruppe_ am Chorbg.
Buergerliche _Epitaphe_ des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein fuer das
Ehepaar Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt
_Riemenschneiders_. -- An der SSeite des Lhs. Oelberg-Kap. 1510.
_Totenleuchter_. _Michaeliskap_. Kirchhofsmauer mit 2 Tortuermen.
*Spital-K*. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.
*Stadtbefestigung* mit mehreren Tuermen und 3 Toren, 14. Jh.
*Rathaus* spgot. und bar. -- Haus no 380 frgot. Giebelbau. -- *Zehnthof* von
S. Burkard in Wuerzburg 1574. -- An mehreren Haeusern steinerne _Marien-_ und
_Heiligenstatuen_ 16.-18. Jh. Got. _Bildstoecke_.
_HEILGERSDORF._ UFranken BA Ebern.
*Pfarr-K.* Sandstein-_Epitaphe_ der Stein-Lichtenstein, M. bis E. 16. Jh.
*Schloss* nach 1700, 3fluegelig mit 2 Geschossen.
_HEILIGENKREUZ_ b. Meissen. K. Sachsen.
Ehem. *Benedikt.-Nonnen-Klst*. Profanierte Bruchstuecke. Wesentlich rom.
Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat mit Apsis, und Nebenapsis vom
suedl. Qsch. Auch die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der
Klostergebaeude, rom. Anlage mit got. Zusaetzen.
_HEILIGENSTADT._ OFranken BA Ebermannstadt.
*Pfarr-K.* wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, "sehr alter" Taufstein,
Emporenbruestungen mit biblischen Bildern, Grabmaeler 1670, 1672.
_HEILIGENSTADT._ Pr. Sachsen Kreisstadt.
*S. Marien-K.* (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon in 1. H. 9.
Jh. vorhanden. Fuer die bestehende K. Geldsammlungen 1276, beg. angeblich
erst 1304, womit die Formen nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist
aelter, M. 13. Jh. (?) -- 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem
Chor. Die Scheitelhoehe der Gwbb. in ganzer Laenge gleich, dagegen die
Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat ausser dem regelmaessigen 5/8
Schluss 2 gerade Joche, die von schlanken OTuermen (nur einer ausgefuehrt)
flankiert werden. Das Lhs. beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3
sehr schmale und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung
der Sschiffe sind diese Unregelmaessigkeiten fuer die Aussenansicht
ausgeglichen, wodurch im Innern des noerdl. Ssch. die Gwb.Grundrisse sich
stark verschieben. Am Ende des noerdl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer
aelteren Anlage (M. 13. Jh.) und ueber ihr eine Empore; auf der SSeite
symmetrisch eine Bruestungswand, aber keine Emporenteilung. Lhs. und Chor
in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt nach dem gleichs. 3Eck. Die
sehr maechtigen Pfll. sind rom. gegliedert (vielleicht, gleich der sog.
Krypta, aus aelterem Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener
Weise Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die turmlose
WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von _Joh. Wirauch_. -- Die
_Ausstattung_ hat unter der puristischen Rest. 1863 schwer gelitten. [Die
schoene Kanzel von 1584 in die Dorf-K. zu Roehrig gebracht.) Schlichter got.
_Taufkessel_. _Tumba_ des Erzbischofs Adolf v. Mainz {~DAGGER~} 1390. -- Bmkw.
_Statue_ eines Chorknaben mit Lesepult, im Motiv dem bekannten Naumburger
nahe verwandt, doch juenger (A. 14. Jh.). Am NPortal _Tympanonrelief_ S.
Martin und der Bettler, stark verwittert.
*S. Marien-K.* (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltuermen.
Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte: 1. die
WTuerme und das erste Joch des Lhs. Sie sind als Abschluss eines aelteren
(vielleicht im Stadtbrande 1333 zugrunde gegangenen) Gebaeudes anzusehen.
Formcharakter um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in
Sachsen und Thueringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil ein
glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbaender gegliedertes
Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit Giebelchen gekroent, und
zwischen diesen in maessiger Hoehe aufsteigend eine steinerne Dachpyramide.
Sowohl am Mauerteil als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kraeftig
profilierte Staebe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon weder gross noch
reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschoenheit den besten der
Zeit zuzuzaehlen. -- 2. Lhs. um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5
Jochen, das Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kraeftige Rundpfll.
mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Hoehe. -- 3. Chor A. 15. Jh.,
1sch., hoeher als das Lhs. Die angebaute grosse Kap. richtet ihren
polygonalen Schluss nach Norden und ergibt in der Aussenansicht eine gut
wirkende Gruppe. -- Die bei der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren
umfangreicher spgot. _Wandmalerei_ wurden bei der Neubemalung nicht
beruecksichtigt. Auch die praechtige bar. _Altarausstattung_ (1675) ist
beseitigt. Ebenso die meisten _Grabsteine_. Erhalten ein Taufkessel von
1492. [Interessanter Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im
Museum.]
*S. Aegidien-K*. Der aelteste und bestausgefuehrte Teil ist der rck. Chor,
beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs. in nuechterner Hochgotik.
Hallenkirche von 5 Jochen, im Querschnitt mit der in Mitteldeutschland
nicht haeufigen Modifikation, dass die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
Scheitel in der Hoehenlage des Msch.Kaempfers). Dadurch wird die
Raumwirkung, bei starker Laengenausdehnung, gedrueckt. Die WFassade (beg.
1370) schliesst sich der von S. Marien an. Doch ist von den Tuermen nur
einer (s) ausgefuehrt. Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoss mit
Ecktuermchen an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). NTurm
1853, Sakristei 1904. -- _Vierzehnnothelfer-Altar_ 1638, reicher und
origineller Aufbau in Sprenss. _Kanzel_ spbar. 18. Jh. _Chorstuehle_ E. 17.
Jh., aus dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener _Taufkessel_ 1507.
_Denkmal_ der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete Arbeit aus 3.
Drittel 14. Jh. _Grabstein_ des Kantors Koch {~DAGGER~} 1605, Ausfuehrung spaeter, in
krausem, schwulstigem Fr.-Bar.
*S. Annen-Kap.* 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit grossem Wurf. Der
Nachdruck liegt auf dem Aussenbau. Fuer die Gotik ungewoehnlich das Thema der
zentralen Anlage: Regelmaessiges 8Eck, im Aufbau vergleichbar den Tuermen von
S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich, wie dort, aus einem
Kranz von 8 Giebelchen und endet in einer Laterne, die verkleinert die
Komposition des Ganzen wiederholt. Fuer die Formbehandlung bezeichnend die
kraftvolle Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser 6,5; H.
bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuss 6,3; von dort bis
Laternenspitze 6,3.
*Rathaus.* 1738. Davor Neptunsbrunnen.
*Schloss* des kurfuerstl. Vizedoms. 1736 von _Chr. Heinemann_. Solider
Quaderbau, in der Behandlung recht nuechtern. Drei Geschosse zu 13 Achsen.
Einziger Kontrast der Segmentgiebel ueber dem flachen Mittelrisalit.
Mansarddach. Im Innern Stuckdekorationen an Waenden und Decken.
*Gymnasium* (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von _Heinemann_.
*Gefaengnis*. Erb. 1740 als Waisenhaus.
*Wohnhaeuser*. Ueber den Stadtbrand 1739 geht weniges zurueck. Stattliche
Herren- oder Beamtenhaeuser aus 18. Jh. sind der "Preussische Hof", das
"Deutsche Haus", der "Eichsfelder Hof" und das Ilbergsche Haus.
_HEILIGENTAL._ UFranken BA Schweinfurt.
Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die K. (z. T.
Oekonomiegebaeude) in typisch 1sch. langgestreckter Anlage mit 7/12 Schluss.
Die Formen einfache frische Fruehgotik, etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor
Rippengwbb. mit Wulstprofil und vorgelegten Plaettchen; auf Wandsaeulchen
mit Laubknaeufen; Fenster 2teilig mit strengem Masswerk. Langhaus
flachgedeckt. Die flachgedeckte "Gruft" unter der WEmpore zeigt zwischen
den beiden Eingaengen Ansaetze eines ehemaligen Baldachinaltars. -- 2 gute
_Rittergrabsteine_ (v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.
_HEILIGENTAL._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.* spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; Figuren von
groesster Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle scheinen von hohem Alter.
_HEILSBERG._ Sachsen-Weimar VB Weimar.
*Dorf-K.* (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom. WTurm. --
Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit 17 _Figuren_ aus Altarwerken
um 1500, aus einer "trefflichen, von Franken beeinflussten, aber
selbstaendigen Werkstatt".
_HEIMBACH._ RB Cassel Kr. Rotenberg.
*Dorf-K.* in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730 von _A.
Rossini_.
_HEINITZ._ K. Sachsen AH Meissen.
*Schloss.* Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines kuenstlichen Sees; im 1. V.
16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentuemlichen Gratformation der
Albrechtsburg; 1585 weitere Veraenderungen im Sinne eines heiterpraechtigen
Landsitzes.
_HEINRICHS._ Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
*Dorf-K.* Inschr. 1453 und 1503. Die _Wandmalereien_ im Chor und Lhs.
bilden einen Zyklus von der Heilsverkuendigung bis zum Juengsten Gericht;
letzteres zerstoert. -- Gute _Fachwerkbauten_ im Ort.
_HELBA._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Gutshaus* 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.
_HELDBURG._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Stadt-K.* Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluss; die Sterngwbb. wohl noch
mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; Fischblasenfenster;
reich ueberstabtes Portal 1536; Turm noerdl. am Chor. -- _Kanzel_ 1536 in
Fruehrenss., die Reliefs Uebertragungen Cranachscher Gemaelde; von derselben
Hand der _Taufstein_.
*Gottesacker-K*. E. 15. Jh. -- Mehrere ikon. _Grabsteine_, gut der an der
WFront von 1541.
*Amtsgericht*. Fachwerkbau 17. Jh. -- Sonstige *Fachwerkhaeuser*;
hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schoener steinerner Wappentafel.
Bmkw. Reste der *Stadtbefestigung*.
*Veste*. Die Gebaeude gruppieren sich um ein verschobenes Viereck. Der
kuenstlerisch bedeutendste Teil der "Neue Bau" (spaeter und jetzt
"franzoesischer Bau") 1560-64 von _Nic. Gromann_; gestrecktes Rck. von
geringer Tiefe; nach dem Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn
Erinnerungen an das Heidelberger Schloss vorliegen, wie behauptet wird, so
koennen sie hoechstens in der Gestaltung der Fenster gesucht werden: 2teilig
mit Giebelverdachung, die Gewaende durch Zahnschnitt gegliedert;
Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstuecke sind die 2 Erker; sie springen von der
Erde auf als rck. Risalite vor und sind mit antikisierend flachem Giebel
geschlossen; an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche
Flaechenfuellung mit Trophaeen, Rollwerk und figuerlichen Reliefs. Zugang
durch vorspringende runde Treppentuerme. Vorgemach mit Kamin in reicher
Meisselarbeit; ein anderer im Fuerstengemach.
*Schloss-K*. 1663-65 jetzt in Verfall.
_HELDRUNGEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Stadt-K.* im 30jaehr. Kriege zerstoert, Neubau 1682.
*Schloss* von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.
_HELFTA._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Cistercienser-Nonnen-Klst.,* jetzt Scheune. Gestrecktes Rck. ohne
gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore und einiges auf die 2. H.
13. Jh. weisende Detail.
_HELLINGEN._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Pfarr-K.* neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.
*Wasserburg* (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und 4 Ecktuermen,
erneuert im 18. Jh.
_HELMARSHAUSEN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Klosterhof*. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. umgebaut,
von dem noch Portale, Fensterarkaden usw. erhalten sind. Auch die Kirche
im Kernbau rom.
*Stadtmauern* mit Turm teilweise erhalten.
*Buergerhaeuser*, niedersaechsischer Fachwerkbau in guten Exemplaren.
_HELMBRECHTS._ OFranken BA Muenchberg.
*Pfarr-K.* got. mit Flachdecke.
_HELMERS._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.
_HELMERSHAUSEN._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* Weitraeumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten. Laendlich reiche
Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche, meist heraldische
_Grabsteine_ des 17. Jh., Familien v. Heldritt, v. Zweiffel, v.
Wangenheim.
Hennebergischer *Freihof,* Amtswohnung des Amtsrichters, Fachwerkbau um
1600.
_HELMSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Muehlhausen.
*Dorf-K.* 18. Jh. _Taufstein_ 14.-15. Jh., reich mit Masswerk geschmueckt.
_HELSA._ Kr. Cassel-Land.
*Dorf-K.* Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut, dass die
Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein kleineres Quadr. umschreibenden
Steinsll. getragen wird. Fein behandelte hoelzerne Emporen aus derselben
Zeit. Der Turm steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung
verbunden, die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jaehr. Kriege.
_HENFSTEDT._ Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* Die Anlage fuer die ma. Bauten des Werratals die typische: 1sch.
mit eingezogenem, turmtragenden quadr. Chor. Im 17. Jh. erneuert. -- Ikon.
Grabstein 1521; mehrere heraldische aus 18. Jh. -- *Herrenhaus* 1595. --
*Ruine Osterburg*.
_HENNEBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Dorf-K.* um 1500. Das Obergeschoss des Turmes wohl das aelteste Beispiel
vom Fachwerkbau im Werratal.
*Burg* der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den thueringischen
Landen. Am besten erhalten der Bergfried, rund, 14 m h., die Ringmauern
noch in 10-15 m H.
_HENNERSDORF._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Dorf-K.* architekturlos. -- _Altarwerk_ ursp. doppelfluegelig, von
demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in der Nikolai-K. in
Dippoldiswalde begegnet.
_HERBSLEBEN._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Dorf-K.* spgot. Anlage. -- Mehrere _Grabsteine_. _Doppel-Wandgrab_ des
Junkers Christoph Knobloch und seiner Frau {~DAGGER~} 1612.
*Schloss.* Gr. unregelmaessiges Halbpolygon. Wesentlich 1554 und 1594. Im
"Rittersaal" schoene Stuckdecke.
_HERCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Dorf-K.* 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche
Patronatswappen. -- _Altar_ und _Kanzel_ interessante Arbeiten aus der
Erbauungszeit.
_HERDA._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Dorf-K.* Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoss und bar. Haube.
Tonnengewoelbtes Sch. 17. Jh. -- _Schnitzaltar_ um 1500. -- Schlichtes
*Herrenhaus*, reicher Ofen.
_HERINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Stadt-K.* 1731. -- *Schloss* (der Grafen v. Schwarzburg) nach 1590,
Rechteck mit 4 runden Ecktuermen, einfache Renss.
_HERLESHAUSEN._ RB Cassel Kr. Eschwege.
*Kirche* einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb., das
Sch. spgot. 1457 (Inschr.); noerdlicher Anbau 1606, Westtuer 1777. --
_Wandgrab_ des Georg v. Reckrath {~DAGGER~} 1558, der Verstorbene in einer Nische
stehend, Sandstein. (Er war Erbauer des neuerdings gaenzlich umgestalteten
Schlosses.) Schoene _Glocke_ 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).
_HERMANNSFELD._ Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.
*Dorf-K.* mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.
_HERMSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-N.
*Schloss.* Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. Rest, nach
Brand 1739 durch _George Baehr_. -- Umfassungsmauer mit runden Ecktuermen
(vgl. Moritzburg). Hauptbau: Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmaessig;
Aufbau 2geschossig, in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an
den Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige
Fenstergewaende sind Ueberreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoss auf der
Vorderseite flachgewoelbter breiter Korridor, auf der Rueckseite die meist
quadr. Zimmer; Obergeschoss 1758 umgestaltet. -- _Wandteppiche_ mit
Darstellungen aus dem chinesischen Hofleben, wohl franzoesisch M. 18. Jh. --
Grosser _Park_ Mischung franzoesischer und englischer Gartenkunst.
_HERPF._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Kirche* 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen durchsetzt,
deren Schnitzereien zu den besten der Gegend gehoeren. _Kanzel_ 1620.
_Deckenmalereien_ 1772. _Portraets_ von 3 Hennebergischen Fuersten des 16.
Jh. -- Geschnitzte *Fachwerkbauten* 17.-18. Jh.
_HERRENBREITUNGEN._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
Ehem. *Benedikt.-Klst.-K*. An Stelle einer im 10. Jh. genannten
koeniglichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach Aufhebung des
Klst. 1553 als Schloss-K. eingerichtet. Im 30jaehr. Kriege schwer
beschaedigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung und Bemalung aus dieser Zeit
gut erhalten. 1911 der Chor ausgegraben. -- Saechsisch-thueringischer
Schulcharakter, Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der Fassade Spuren
einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein Turm (W) und zwar ganz in das
Msch. einspringend. Dieses wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedraengt.
Stuetzen auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kaempfern, auf der
SSeite Wechsel von Pfll. und Wuerfelknaufsaeulen. Hauptchor und Nebenchoere
kommunizierten durch Doppelarkaden. -- _Bildnisgrabstein_ des letzten Abtes
{~DAGGER~} 1541 gefunden. Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried von
Orlamuende {~DAGGER~} 1124 war noch 1875 vorhanden und ist seitdem verschwunden,
[hoelzerne Nachbildung der Renss. in der Loewenburg bei Wilhelmshoehe]. Ein
im Lhs. liegendes _Weihwasserbecken_ zeigt hochaltertuemliches Ornament,
vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit.
*Dorf-K.* 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen Michaels-Kap.
Im Dorf einige gute *Fachwerkbauten*.
_HERRMANNSGRUeN._ Reuss ae. L. LA Greiz.
*Dorf-K.* Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.
_HERRNHUT._ K. Sachsen AH Loebau.
*Gemeinhaus der Societaet*. Erb. als Erziehungshaus 1724 von Gf. Zinzendorf
durch den Zimmermann _Chr. David_. Schlichter Bruchsteinbau mit
Obergeschoss in verputztem Fachwerk.
*Gemeinsaal* (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit Flachdecke und
Mansardendach. Einrichtung einfachst. An einer Langseite Podium mit den
Baenken der Aeltesten und dem den Altar vertretenden Tisch. -- Der rck.
Platz, in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsaeumt von den
Chorhaeusern der ledigen Brueder, Schwestern, der Witwen usw.
*Herrschaftshaus*. Der 1725 von Zinzendorf errichtete Fachwerkbau machte
1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der Unitaet).
*Vogtshof*. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergroessert.
Grosser, einfacher, schlossartiger Bau.
Die *Wohnhaeuser* des 18. Jh. oefters mit einem Anflug von schlichter
Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.
_HERRNSHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau 18. Jh.)
zugaengliche WTurm E. 12. Jh. -- Bezeichnete _Glocke_ 1308.
_HERSFELD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
*K*. des ehem. *Benedikt.-Klst*. Gegr. 769, erster Neubau 831, zweiter
Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs. gew. 1144, 1761 von den
Franzosen niedergebrannt, jetzt Ruine. -- Grossartige Raumschoepfung in
schlichten strengen rom. Formen. Bruchstein mit (urspruenglichem?) Verputz
und sorgfaeltig behandelten Hausteingliedern, rote und weisse Schichten
wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzfoermigem Gr. Ganze lichte Laenge
(nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5, Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13,
Langchor 20:13. Abweichend von der normalen Anlage des ausgebildeten rom.
Stils ist die starke Ausladung der Kreuzfluegel, das Fehlen einer
Absonderung der Vierung vom uebrigen Qsch., der ueber das Quadrat
verlaengerte Gr. des Chors. (Aus diesen und anderen Gruenden kann vermutet
werden, dass der bestehende Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9.
angeschlossen habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr.
Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stuetzen 4 Paar Sll. mit steilen attischen
Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden, in jeder Blende 2 kleine
Fenster; der unter der Apsis liegende Raumteil durch staerkere Pfll.
abgesondert und mit 3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden
gegliedert (Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4 Fenster, die
Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Fluegel eine Apsis und 3 Tueren, die
Apsiden von ungewoehnlich schlanker, hoher Figur, so dass sie in die
Fensterregion hineinragen und hier nur fuer einen Okulus (mit Vierpass!)
Platz lassen. Im Lhs. je 9 (jetzt ganz zerstoerte) Arkaden, die Sll. mit
monolithen verjuengten Schaften, schlichten, maechtigen (Seitenlaenge mehr
als 1 m) Wuerfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst
profiliertes Gurtgesims, ungewoehnlich grosse Fenster mit wenig
abgeschraegten Gewaenden. Hoehe 23m (uebereinstimmend mit der unter gleicher
Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.). Sehr eigentuemlich der WBau,
ein Kompromiss von Chor und Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes
Rck., zur Haelfte ueber die Flucht der Tuerme vor-, zur anderen Haelfte in das
Msch. einspringend, tonnengewoelbt, nach W mit offenem Bogen, nach O
Portal. Die maechtigen Mauermassen dieser Vorhalle dienen als Substruktion
eines 1/2kreisfoermig zwischen den Tuermen vorspringenden Chors. Breite
Treppen innerhalb der Tuerme fuehren zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein
vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in situ erhalten).
Von den Tuermen, die sehr stattlich waren, nur der suedl. erhalten; die 2
obersten Geschosse haben jederseits zwei Doppelfenster und Blenden. Im
letzten Geschoss ein rundbg. gewoelbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen,
die nahe dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen. -- Das
Aeussere hoechst einfach; etwas lebhafter gegliedert nur die OApsis: 4
Pilaster mit herumgekroepftem Schmiegengesims, darueber das interessante
Motiv eines Kranzes kleiner flacher Nischen, Vorlaeufer des
Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese fehlen ueberall. Durch einen Sockel mit
attischer Basis nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter
Bruchstein, an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel von weiss und
rot. -- _Vorbau_ am noerdl. Kreuzarm, Tuer und Fenster in reichen sprom.
Formen, an den Kapitellen der Ziersaeulchen mannigfache figuerliche
Darstellungen. -- In einiger Entfernung (SO) von der K. ein _Einzelturm_ in
reichen Formen des 12. Jh. -- _Stiftsgebaeude_ am suedl. Kreuzarm mit sprom.
Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12
Apostel, in den Zwickeln Voegel, Tiere, Engel. -- _Lullusglocke_ angebl. M.
11. Jahrhunderts.
*Stadt-K.* Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als Hallenkirche von 4
Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und polyg. Schluss, im W vortretender
Turm von 6 Geschossen. Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.
*Spital-K*. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal gruppierten
Fenstern unveraendert.
*Rathaus.* Kraeftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. Aller Schmuck auf
die Giebel geworfen, die das hohe Dach vollstaendig einschliessen, je 2 an
den Langseiten, je einer an den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.
*Kantorwohnung* bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das Datum gueltig wohl
nur fuer den Unterbau.)
Vor der Stadt *Schloss Eichhof,* got., spgot. u. renss. Ueber dem Tor
Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Aebte.
_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.
*Dorf-K.* 1545; A. 18. Jh. ueberarbeitet und das Innere als Emporensaal mit
einigem Aufwand neu eingerichtet. Huebscher Dachreiter 1727. -- Auf dem
Kirchhof v. Gersdorfsche _Grabmaeler_.
_HERWIGSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
*Dorf-K.* Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch. und Altarhaus
stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische Aussenansicht.
_HERZBERG._ RB Cassel Kr. Ziegenhain.
*Schloss.* Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483, am nordwestl.
Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt 1643.
_HERZBERG._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
*Haupt-K*. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh. Netz-Gwbb.
Eigentuemlich die 3 verdrueckten Halbpolygone im Chorschluss. -- Die
_Bemalung_ der Gwbb., Evangelisten, Propheten, Verkuendigung, Juengstes
Gericht, hat sich gut erhalten.
_HERZOGENAURACH._ OFranken BA Hoechstadt.
*Pfarr-K.* Ursp. rom. Basilika wie Muenchaurach; die rom. Saeulenbasen
stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch. mit hoelzerner Tonnendecke.
-- _Steinskulptur_ 15. Jh. "betender Tempelritter". -- Got.
_Sakramentshaeuschen_.