*Dorf-K.* Rom. Anlage. -- 6 _Grabmaeler_ 1579-1725.
*Herrenhaus*. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.
_FALKENSTEIN._ Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
*Schloss*. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnraeumen aus 16.
Jh.
_FAMBACH._ RB Cassel Kr. Schmalkalden.
*Dorf-K.* Turm rom., oben got., mit 4 Schuetzenerkern. Im spgot. Langhaus
Emporen und bemalte Decke. 1778. -- _Kanzel und Altar_ 1617, 1623, Holz, in
guter SpRenss.
FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. *Dorf-K.* 1667. Gute _Schnitzbilder_
von ehemaligen Altaeren um 1508.
_FASANERIE._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Jagdschloss* des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die im
klassizistischen Stil ausgefuehrte Einrichtung des Saales und einzelner
Zimmer mit den alten Tapeten und den auf die Waende geklebten allegorischen
Bildern, auch einzelnen charakteristischen Moebeln und Oefen derselben Zeit,
grossenteils unversehrt erhalten.
_FECHENBACH._ UFranken BA Marktheidenfeld.
*Pfarr-K.* erb. 1732. Am _Pfarrhof_ Sandsteinfig. der Madonna um 1400.
*Burgruine Kollenburg*. Ziemlich gut erhaltene, typische Renss. Anlage mit
aelteren Resten, an der SSeite des Palas rom.
_FECHHEIM._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Dorf-K.* Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm steht
zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs. (Emporensaal) von 1702.
-- 3teiliges _Altargemaelde_ bez. 1480, sehr rest. -- Befestigter _Kirchhof_
_FEILITSCH._ OFranken BA Hof.
*Schloss* 1747.
_FELDECK_ siehe Dietlas.
_FELSBERG._ RB Cassel Kr. Melsungen.
*Stadt-K.* Spgot. 1sch. flachged. Gewoelbter polyg. Chor.
*Kirchhofs-Kap.* Rom. und spgot.
*Burgruine* mit hohem Rund-Turm.
_FILKE._ UFranken BA Mellrichstadt.
*Mauerschedel.* Ruine einer im 14. Jh. zerstoerten Kirchenbefestigung.
Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten Gaden. Kirchenruine rom.
_FINDELBERG._ UFranken B A Koenigshofen.
*Wallfahrts-K.* 1570, 1672, 1780.
_FISCHBACH._ UFranken BA Ebern.
*Schloss*. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenueber Kapelle von 1756 mit
huebscher Aussengliederung.
_FLADUNGEN._ UFranken BA Mellrichstadt.
*Stadt-K.* Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung aus M.
18. Jh.
*Rathaus* 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.
Gut erhaltene *Stadtmauer* mit starken Tuermen, interessant die auf den
Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore abgebrochen.
_FLEMMINGEN._ Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
*Dorf-K.* Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. Chor-Turm;
Chorverlaengerung 1490. Wohlerhaltenes rom. Portal um 1200. Im _Tympanon_ 2
Quadranten mit stilisierten Blumen, am Gewaende die eine Sl. mit
senkrechter Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.
_FLEMMINGEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Dorf-K.* um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm,
Halbkuppelapsis, Saeulenportal wesentlich erhalten. _Kanzelaltar_ 1739.
_FLOeHA._ K. Sachsen AHauptstadt.
*Stadt-K.* 1741 (rest. 1880). -- Altar mit bmkw. Gemaelden um 1525, verwandt
dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.
_FORCHHEIM._ K. Sachsen AH Marienberg.
*Dorf-K.* 1719 von _George Baehr_ und _Fehre_, zentrale Anlage aehnlich der
K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch aus der Erbauungszeit. --
_Taufstein_ 1725, reiche, tuechtige Arbeit. Altar mit _Gemaelde_ von
_Butzaeus_.
*Schloss*. Einfacher Bau von 1558.
_FORCHHEIM._ OFranken BAmtstadt.
*Martins-K*. 823 zuerst erwaehnt, 1335-1803 Collegiatstift. -- 3sch. Halle
mit erhoehtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, Sschiffe und Chor
Rippengwbb., die 1720 durch _J. Vogel_ aus Bamberg stuckiert wurden. Im S
Reste eines rom. Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
Haube von 1669. -- _Hochaltar_ 1696 von _Neuner_, 1837 veraendert;
_Apostelaltar_ 18. Jh., Gemaelde von _Oswald __ Onghers,_ Skulpturen von
_Goldwitzer_. -- An den Pfll. des Msch. 8 _Gemaelde_ auf Holz in der
Richtung _Wolgemuts_, vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin;
3 _Gemaelde_ (Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten Hochaltar. --
_Skulpturen_. Im _Inneren_: Im Msch. und Chor 12 _Apostel_, Holz, aus E.
15. Jh., doch nur in einem entfernteren Sinn der Schule des _Veit Stoss_
zuzurechnen. In der Marien-Kap. _Pietas_, Holz, recht tuechtige Arbeit des
fruehen 16. Jh. _Derselbe_ Gegenstand in veraenderter, dem Schoenheitsideal
des Klassizismus besser zusagender Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar
vom bambergischen Hofbildhauer _Kamm_ 1786. Sehr interessant das 8figurige
Relief in Lindenholz mit dem _Abschied Christi von seiner Mutter_, nach
1520 von einem guten, noch nicht naeher festgestellten Nuernberger Kuenstler
mit Erinnerungen an _Stoss_ und _Duerer_. _Epitaphe_ des Ph. v. Egloffstein
1558 von _Peter Dell d. J._ in Wuerzburg; des E. G. Pfersfelder 1590 von
_Hans Werner_ in Bamberg. Am _Aeusseren_: Neben dem WPortal Martin und
Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh., am Chor Kolossalfigur Christi 14.
Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., recht gut; Oelberg aus Sandstein A. 16. Jh.
im gewoehnlichen Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfaeltige
Gewandung die Durchschnitts-Oelberge ueberragend.
*Marien-Kap*. soll von _Otto v. Bamberg_ A. 12. Jh. erbaut sein; rom.
Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter Raum, jetzt mit
Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar spgot. _Skulpturen_. _Oelberg_ von Ton
M. 15. Jh.
*Spital-K*. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert. 5
_Tafelgemaelde_ der Nuernberger Schule E. 15. Jh.
*Franziskaner-K*. 1690.
*Schloss*. Gruendung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus rom. Zeit das
an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk. 1353-63 als Bischoefl.
Bambergische Residenz hergestellt; noch oefters umgestaltet; 4geschossiger
steinerner Kastenbau mit Rueckgebaeuden in Fachwerk um 1558.
Stilgeschichtlich wichtige _Wandgemaelde_ 1831 und 1907 freigelegt; nur die
letzteren befriedigend rest. Rest eines groesseren Zyklus um 1353 die 3
Propheten der Hauskapelle. Ebenda Anbetung der drei Koenige, Verkuendigung
Mariae und Juengstes Gericht. Von verschiedenen Haenden, aber zeitlich
einander nahe (1390-1400). Italienische Anklaenge durch boehmische
Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nuernberger Stil des fruehen 15.
Jh. Im Erdgeschoss Darstellungen, die von H. Kehrer als Satiren auf Koenig
Wenzel (?) gedeutet wurden.
*Rathaus*. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.
*Katharinenspital*. Schoener Holzbau 1611.
*Nuernberger Tor*. 1698.
_FOeRDERGERSDORF._ K. Sachsen AH Dresden-A.
*Dorf-K.* Architekturlos; huebscher _Schnitzaltar_ mit Relieffluegeln um
1510.
_FRANKENBERG._ K. Sachsen AH Floeha.
*Stadt-K.* 1741. -- *Herrenhaus*. 1553.
_FRANKENBERG._ Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
*Burgruine*. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen Geschlechtes. Der
Bergfried aus sehr grossen Buckelquadern noch 24 m hoch erhalten. Sonst
zusammenhanglose Truemmer. Zerst. 1448 und 1525.
_FRANKENBERG._ RB Cassel Kreisstadt.
*Liebfrauen-K*. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll. 1359. Gr. und
System folgt der Elisabeth-K. in Marburg, und die Aehnlichkeit der Anlage
wuerde noch groesser sein, waere nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem
ursp. Plan ausgefuehrt, dann aber breiter und hoeher fortgesetzt.
Einspringender WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. Ganze
L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4), H. 12. Die
runden Pfll. mit 4 Diensten, verhaeltnismaessig sehr stark. Das lockere
Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet. Im Querschnitt die Gwbb. von
genau gleicher Scheitelhoehe, die Scheidbgg. und saemtliche Bgg. der Ssch.
stark gestelzt. Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
uebertrieben schlank, 2teilig, im Masswerk ein spitzbg. Vierpass mit 2
Dreipaessen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich und deshalb im
First hoeher als das Dach des Qsch. Das Kranzgesims um die Strebepfll.
herumgekroepft. Einfach roehrenfoermige Wasserspeier. An der WFront das Dach
abgewalmt, so dass die Mauer horizontal abschliesst. Der Turm steckt mit
seinem ersten Obergeschoss halb im Dach, so dass erst das dritte (letzte)
ganz frei wird. Er schliesst mit Balustraden und leicht zurueckspringenden 4
Giebeln, der maessig hohe Helm 8seitig. -- Huebsches _Wandtabernakel_ 2. H.
14. Jh. -- _Kanzel_ von Stein 1554. -- _Balkenkoepfe_ der ehemaligen Empore,
meisterlich geschnitzt von _Phil. Soldan_ 1529.
*Marien-Kap.* Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der suedoestl.
Diagonalseite des suedl. Kreuzarmes der Hauptkirche angebaut. Da auf
normale Orientierung Gewicht gelegt wurde, hat der Gr. unregelmaessig
zentralisierende Gestalt: der groessere Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks,
ein 3 eck. Raum vermittelt zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhoehe ist
der des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach kroent das schlanke Polygon.
Die Behandlung ist sehr reich und glaenzend, in jener schulgemaessen
Reinheit, Schaerfe und Eleganz, die fuer jene Epoche das Hoechste war. Demn
Aeusseren war ein sehr reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stueck, zugedacht und
scheint auch ausgefuehrt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des Innern
vieles verstuemmelt. Erhalten der sehr bmkw. _Altar_. Die Mensa getragen
von 3 Standfigg. (sehr beschaedigt). Hohes, 3teiliges Retabulum von
feinster Arbeit. Erstes Glied eine niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat
der Strebepfll., Fialen usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoss
3 Blendbgg. fuer Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im
dritten Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon
einigemal der Eselsruecken vor; sonst der Formencharakter einer etwas
pedantischen Hochgotik streng festgehalten.
*Spital-K*. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw. die
reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten Kragsteine 1515.
*Cisterc.-Nonnen-Klst*. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und sehr verbaut.
Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und A. 16. Jh.
*Rathaus*. Fachwerk von 1509, Erdgeschoss verputzter Steinbau, die 2
Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere Erker mit Spitzdaechern;
trotz der duerftigen Herstellung aus neuerer Zeit wirkt der Bau in der
Gruppierung noch immer huebsch und lebendig.
_FRANKENHAUSEN._ Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.
*Oberkirche*. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer zu erraten.
-- _Grabdenkmaeler v. Biela_ 1773; Oberst _Mayer_ 1667 saubere, tuechtige
Arbeit; andere wenigstens kostuemgeschichtlich bmkw. _Werner_sches
_Erbbegraebnis_ mit Eisengitter A. 18. Jh.
*Unterkirche*. Chor spgot., polyg. Schluss mit Pfll. in der Mittelachse.
Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Raengen auf massiven Pfll. mit
Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewoelbe. -- _Taufstein_ aus Marmor,
_Altarleuchter_ und _Taufschale_, alles fuer diese Zeit und Gegend bmkw.
gut gearbeitet. _Tafel_ mit den Portraets von Luther, Melanchthon und
Johann dem Bestaendigen (Schule _Cranachs_).
*Rathaus* 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemaelde gibt den alten
Bestand.)
*Pfaennerschafts-Haus*. Sitzungszimmer 1615.
*Fuerstl. Schloss*. Grosser, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.
*Wohnhaus* Burmann, Klosterstrasse. Zierliches Detail im Uebergang von Got.
zu Renss. Alte Decken.
_FRANKENHAUSEN_ (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.
*Kirche*. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle -- An
der Apsidenkuppel erloschenes Gemaelde, _Juengstes Gericht,_ um 1300.
Darueber zweite Farbenschicht mit spgot. Rankenwerk.
_FRANKENSTEIN_ b. Salzungen Kr. Meiningen.
Von der alten *Burg* nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige
burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh.
_FRANKENTAL._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* 1587 und 1607. -- Schoenes _Altargeraet_ E. 17. Jh., Dresdener
Beschau. -- _Grabdenkmaeler_ 18. Jh.
_FRAUENBERG._ RB Cassel Kr. Marburg.
*Burgruine*. 1252.
_FRAUENBREITUNGEN._ Sachs.-Mein. LA Meiningen.
*Pfarr-K.* Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit spitzbg. Fenstern
und Emporen, an deren Bruestungen 49 _Gemaeldefelder_. Wertvoller
_Fluegelaltar_ bez. 1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fraenkischem
Schulcharakter, auf den Fluegeln Reliefszenen, aussen Gemaelde nach der
Duererschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich -- _Glocken_ 1616.
*Edelhof* (v. Gleichen) renss., malerische Diele.
Ehem. *Amtshaus* 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.
*Gerichtslinde*. Kreisrund ummauert, 4 Eingaenge mit Stufen.
_FRAUENHAYN._ K. Sachsen AH Grossenhain.
*Kirche*. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Ueber dem Chor bmkw.
got. Dachstuhl.
_FRAUENHORST._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
*Dorf-K.* Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg. Fenstern in der
OWand. -- Spgot. _Schnitzaltar_.
_FRAUENPRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
Ehem. *Cisterc.-Nonnen-Klst*. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig mit
polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger, 2geschossiger Anbau mit
Herrschaftsempore und Gruft der Schenken v. Tautenburg; schoene
Metallsaerge.
*Domaenengebaeude* mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll.,
Triglyphenfries, Kroenung mit Ritterfiguren von verhaeltnismaessig guter
Bildung.
_FRAUENROTH._ UFranken BA Kissingen.
Ehem. *Cist.-Nonnen-Klst*. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte sprom.
Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal. (Empore
ausgebrochen). -- Ein kostbarer Schatz das _Grabmal_ des Minnesaengers Otto
v. Botenlauben (aus dem Geschlecht der Grafen v. Henneberg) {~DAGGER~} 1266 und
seiner Gemahlin Beatrix, ausgefuehrt etwa 1280-1300. In der poesievollen
Idealisierung hoefischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch mit der
thueringisch-saechsischen Gruppe in Zusammenhang, den verwandten Stuecken in
Reinhardtsbrunn und Erfurt kuenstlerisch ueberlegen, dem Wiprecht von
Groitzsch in Pegau nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth
verschleppt und von demselben Meister die Madonna in Lauter.
_FRAUENSEE._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
Ehemalige *Cisterc.-Klst.-K*. 1860 abgebrochen. Erhalten ein rom.
Kragstein mit Loewenkopf. -- *Herrenhaus* 1632.
_FRAUENSTEIN._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Stadt-K.* Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern erneuert.
*Burgruine* aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von 1614.
*Schloss.* 1585-87. Zwei Fluegel rechtwinklig zusammentossend, durch
stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau in strenger toskan. Ordnung.
_FRAUREUTH._ Reuss ae. L. LA Greiz.
*Dorf-K.* 1733, gross, nuechtern.
_FREIBERG._ K. Sachsen. A Hauptstadt.
*Marien-K.* ("Dom"). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501. Bei dieser
Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von E. 12. Jh. fuer den OBau
vernutzt, woher z. T. dessen unregelmaessige Gestaltung; ferner erhielt sich
unversehrt die "goldene Pforte" am suedl. Qsch. Die zwei unvollendeten
WTuerme setzen fuer das Schiff eine groessere Breite voraus; aus welcher Zeit
stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist Hallenkirche. Die 3 Schiffe
von gleicher Breite, sehr schlanke kaempferlose 8eckige Pfll. mit konkaven
Flaechen, Netzgwb. ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum groessten Teil nach
innen gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung um jeden
Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene Emporenanlage hier zum
ersten Mal.
_Die goldene Pforte_. So genannt nach der ehemaligen Vergoldung einzelner
Teile, die zum polychromen System gehoerte. Urkundliche Anhaltspunkte zur
Datierung fehlen; die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13.
Jh. Dank langjaehriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten)
spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau. -- Der
Hoehepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. Die erreichte
Harmonie der Erscheinung ist um so bewunderungswerter, als hier zwei
grundverschiedene Traditionslinien, die deutschrom. und die
franzoesisch-got., zusammentreffen. Die erste behaelt im kuenstlerischen
Wollen die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die
umfassende Verbindung von Architektur und figuerlicher Plastik. (Ein
Wettbewerb um die Prioritaet besteht nur mit dem Fuerstenportal am Bamberger
Dom; er kann nicht mit Sicherheit entschieden werden; im architektonischen
Detail manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit der
italisierenden Koenigslutterer Schule verwandt.) Waren auch der Architekt
und der Plastiker verschiedene Personen, so ist doch die Komposition, die
nur dem ersteren angehoeren kann, ganz einheitlich. Um den verlangten
Reichtum voll entwickeln zu koennen, ist das Gewaende sehr tief angelegt: 9
Rueckspruenge mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der
Bogenlaeufe(3) und der Kaempfer so angelegt, dass es im Gr. eine regelmaessige
Zickzacklinie von gleicher Seitenlaenge bildet. (So schon an dem uebrigens
nuechternen Naumburger Hauptportal.) Der entscheidende Unterschied
gegenueber dem franz.-got. Schema liegt darin, dass die Statuen (dort in
dichter Reihung) mit den Sll. wechseln und dass sie, was fuer das
statuarische Motiv eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll.
verwachsen sind, sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen.
Ganz franzoesisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende Besetzung
der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenstaendliche Programm ist
franzoesisch; es draengt in ein einziges Portal zusammen, was an
franzoesischen Kathedralen meist auf drei verteilt wurde. -- Im Mittelpunkt
der ganzen Komposition steht das Tuerbogenfeld mit der Anbetung der drei
Koenige -- Mariens hoechster Ehrentag im irdischen Stande. Darueber, in der
ersten Archivolte, ihre Kroenung im Himmel; von ihr, wie von Christus,
werden nur Kopf und Schultern sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die
uebrigen drei Archivolten tragen Bestandteile des Juengsten Gerichts; die
aeusserste die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein
merkwuerdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr achtbare
Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel, Evangelisten, Abraham, der
die Seelen in Empfang nimmt, die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten
am Gewaende erkennt man sicher links Daniel, die Koenigin von Saba, Salomo,
Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die Ecclesia. -- Aus
derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch einige andere Werke, sehr
verstuemmelt, aber doch mit Spuren hohen Wertes, erhalten: zwei kleine
_Bogenfelder_ und eine _Hochrelief-Platte_, aus den Umrissen Moses und die
eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel gehoerig (vgl.
Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf dem zerstoerten rom. _Lettner_,
der, nach Fragmenten zu urteilen, aehnlich dem Wechselburger aufgebaut war,
stand die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte _Kolossalgruppe_
der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, die Figuren 2,2 m h.]. --
_"Tulpenkanzel"_ um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung,
kuenstlerische Feinheit der Formenanschauung, hoechste Virtuositaet der
aufgeloesten Steinmetzarbeit. Die Buehne als grosser Blaetterkelch mit den
Halbfiguren der Kirchenvaeter, getragen von 4 ganz ins Lichte
ausgearbeiteten Stengeln, zwischen deren Verschlingungen Engelskinder sich
tummeln. Der Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumaeste und
Bretter. An ihrem Fusse sitzt ein Mann in Handwerkertracht (etwa der
Meister, der Predigt lauschend), hoeher auf dem mittleren Baumstamm ein
juengerer Mann (wohl der Geselle), der mit Ruecken und Armen die Treppe zu
stuetzen sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhuendchen, waehrend auf
der anderen Seite zwei Loewen Wache halten. -- _"Bergmannskanzel"_ 1638, die
Architekturformen noch in ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am
Treppengelaender ohne Feinheit, tuechtig charakterisiert die Tragefiguren
zweier Bergleute. -- Chor und Qsch. dienen als _Fuerstengruft_. In der
Vierung das kolossale Freigrab des Kurfuersten Moritz, 1558-63. Eine fuer
diese Stufe der Renss. charakteristische Kollektivarbeit vieler Meister
aus vieler Herren Laender. Die Brueder _Gabriel_ und _Benedikt Thola_ aus
Brescia zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte _Hans v.
Dehn-Rothfelser_; der Hoftischler _Georg Fleischer_ schnitzte das Modell.
Die eigentliche bildnerische Arbeit von _Anton von __ Zerroen_ aus
Antwerpen. Der Guss von _Wolff Hilger_. Nicht klar die Rolle des Luebecker
Goldschmiedes Wessel. Auf rck. Gr. 2 Geschosse, durch ein verkroepftes von
gekuppelten toskan. Saeulen getragenes Gebaelk getrennt. Am Sockel sitzen 12
allegor. Figuren der Kuenste und Wissenschaften, auf dem Gebaelk antike
Krieger mit den Wappen der saechs. Landesteile, auf den Wandflaechen
Inschrifttafeln; Material schwarzer und farbiger belgischer Marmor. Als
Kroenung eine sarkophagartig ausgebildete schwarze Platte und auf dieser,
in weissem Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens mit
dem Kurschwert und anderen Waffenstuecken. Die architektonischen Profile
und das sonstige Ornament sind vortrefflich, die Figg. ungleich, meist
nicht mehr als handwerklich. Frueher umstanden das Monument die von Moritz
in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; das Gitter von
1595 (seit 1884 mit veraendertem Platz). -- Der eigentliche Chor erhielt
seine jetzige Gestalt seit 1585, wesentlich ein Werk des Bildhauers und
Architekten _Nosseni_ aus Lugano; Guss der Figg. von _Carlo di Cesare_ aus
Florenz. Die Wandflaechen unter und zwischen den 7 got. Fenstern erhielten
eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen, unten gekuppelte
Sll., oben Pilaster. Sockel und Gebaelk stark vorgekroepft, alle Formen
hoechst nachdruecklich, eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor,
oben Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Maenner und Frauen des
kurfuerstlichen Hauses ueberlebensgross, vergoldete Bronze, tuechtige,
lebensvolle Auffassung, gediegene Materialbehandlung; in der oberen Reihe
8 Propheten; an der Decke gemalt das Nahen des Juengsten Gerichts, sehr
manieriert. Im Chorschluss Altar mit Kruzifix, dahinter Charitas und
Justitia; oben gegen das Fenster sich abzeichnend die grossartige Fig. des
Auferstandenen. Der Stil dieser Arbeiten des _Carlo di Cesare_ steht etwa
zwischen _Jacopo Sansovino_ und _Giovanni da Bologna_, waehrend _Nossenis_
Bildnisfigg. mit _Leone Leoni_ zu vergleichen sind. Auf dem Fussboden des
Chors messingne gravierte _Grabplatten_ von 28 Familienmitgliedern, von
Heinrich dem Frommen {~DAGGER~} 1541 bis auf Sibylla Maria {~DAGGER~} 1643. 1811 wurde das
_Grabmal der Kurfuerstinnen Anna_ und _Wilhelmine_ aus Schloss Lichtenberg
hierher versetzt, bez. _Balthasar __ Permoser_ 1703. -- Im Schiff und in
der Turmhalle viele _Epit_.; anderes in der St. Annakap. [Die ma.
Ausstattung grossenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum und
im Dresdener Altert.-Ver.]
*Jakobi-K*. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gaenzlich um- und verbaut;
um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. -- _Altarwerk_ bez. _Bernhard
Diterich_ 1610. -- _Kanzel_ 1564, schoene Sandsteinarbeit. -- _Taufstein_
bez. 1555 H. W. (_Hans Walter_), glaenzend reiche Komposition, am Fuss vier
Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange beliebt: um 1510 in
Annaberg, 1610 in Doerntal, 1650 in Pfaffroda). In der Sakristei grosses
bar. Elfenbeinkruzifix, _Balth. Permoser_ zugeschrieben.
*Nikolai-K*. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und mittleren
Teile der westl. Doppeltuerme. Letzte Ueberarbeitung 1752. An der NSeite ein
schoener rom. Kopf eingemauert. -- Chor 1386.
*Petri-K*. Von der rom. Anlage im SO der "Hahnen-Turm" erhalten; sonst
Neubau 1401 und 1728.
*Thuemerei* (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoss schoen gewoelbte Raeume, im
Obergeschoss kunstvoll behandelte Balkendecken mit Holzpfll. Das Aeussere
wenig veraendert; in den Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Masswerk- und
Blumenmuster beschaedigt.
*Schloss Freudenstein*. Gruendung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. durch _Hans
Irmisch_, seit 1572 unter _Gf. Rochus v. Linar_. An der kuenstlerischen
Ausstattung waren der Hofmaler _H. Goeding_ und der Luetticher _H. Schroeer_
beteiligt. Im 18. Jh. verfallen, im, 19. Militaermagazin.
*Rathaus*. 1410, nach Brand 1471 veraendert.
*Kaufhaus*. Schoenes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne lombardischer
Ornamentik. Trinkstube 1545.
*Buergerhaeuser*. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz 10;
Kesselgasse 24 von 1534. -- Renss.: Obermarkt 3; Untermarkt 16, Innenraum
1510; Obermarkt 1 17. Jh.; Eibische Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus;
Obermarkt 17 mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez. 1553;
ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker und schoener
Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.
*Museen*: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver.
Suedl. vor der Stadt die drei *Kreuze*, die Koerper jetzt im Alt.-V.
Altvaterwasserleitung ueber das Muldetal, M. 17. Jh.
FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt. *Stadt-K. U. L. F.* etwa
1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise got. umgebaut. Die K. ist nicht gross
(ganze L. ursp. 37 m), aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit
Vierungs-Turm und westl. Doppel-Tuermen, sowie durch die Energie der (im
ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden) Formensprache von
nachdruecklicher Wirkung. Die Hauptapsis in zierlicher Gotik erneuert um
1400; das Netzgwb. erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die
Kreuzarme flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom.
Nebenapsiden, in der Aussenarchitektur besonders wuchtig und gedrungen.
Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem) Rhombendach zwischen
den 4 Giebeln. Ein charakteristisches Formelement die rautenfoermigen
Oeffnungen in den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluss), im
Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten Fenster. Das
Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung der rom. Jochteilung; an der
Umfassungsmauer noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries
des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die ueber die Fluchten des Lhs.
seitlich vortretenden WTuerme, fast genaue Wiederholungen des Naumburger
OPaares in ihrer ursp. Gestalt; sie duerfen unter die vornehmsten
Architekturbilder, die Thueringen zu bieten hat, gerechnet werden. Im
Einzelnen bemerke man, dass vom STurm die Fenster des ersten
Fenstergeschosses frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues, also
nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurueckzukehren. Zwischen
den Tuermen springt jetzt ein einfach gehaltenes got. Paradies vor, nach 3
Seiten offen. -- Im SKreuz jetzt ein vermauert vorgefundenes rom.
_Tympanon_, Maria zwischen 2 rauchfassschwingenden Engeln, nach den engen,
parallelen Wulstfalten zu schliessen E. 12. Jh., grosses Kind,
Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. _Schnitzaltar_. Im Altarhaus
bmkw. _Tafel_ mit h. Sippe. _Taufstein_ mit Puttenfries um 1600 (vgl.
Markroelitz). Zahlreiche _Bildnisgrabsteine_, bmkw. das des Ritters v.
Taubenheim 1536 in fruehrenss. Umrahmung.
*Rathaus*, got. Steinbau, oft veraendert.
*Schloss Neuenburg*. Einst die staerkste und naechst der Wartburg wohl
glaenzendste Feste Thueringens, jetzt im Gesamteindruck nuechtern, fast
kasernenmaessig; schon Kurfuerst August 1552 und die Herzoege von
Sachsen-Weissenfels 1666 bis 1746 haben diese Wandlung herbeigefuehrt. Der
erste Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der maechtige
Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste, was vom rom. Bau sich
erhalten hat, ist eine _Doppelkapelle_, die zum Besten und Bezeichnendsten
gehoert, was uns von der hoefischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben
ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die beiden Geschosse -- das
untere fuer das Gesinde, das obere fuer die Herrschaft -- durch eine (1856 in
historisch unmoeglicher Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel
kleinerer als heute) vergitterter Oeffnung gesondert. Nur der kleinere
oestliche Teil der Unterkapelle gewoelbt; seine Bestimmung durch das alte
Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten freien Verhaeltnissen,
4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten Wandsll. und einer aus 4
schlanken Schaften zusammengesetzten Mittelstuetze; die Quergurte in
Zackenbgg. aufgeloest (morgenlaendische Reminiszenz?), das Blatt- und
Rankenwerk der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen
gemischt, von phantasievoller Erfindung und glaenzender, die Form fast frei
vom Grunde loesender Technik (jetzt in verstaendnislos greller Bemalung und
Vergoldung). Zu beachten ist, dass trotz der vorgerueckten Zeit dem got.
Stil nach der formalen Seite keinerlei Zugestaendnisse gemacht sind. -- Von
einigem Interesse der _Fuerstensaal_ von 1552 und das sog. _Koenigin
Luisenzimmer_ in gutem Zopfgeschmack.
_FREIENFELS._ OFranken BA Ebermannstadt.
*Kirche*. 1700. -- *Schloss*. 1690.
_FREIENHAGEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* Sandsteinquaderbau 1777.
_FREMDISWALDE._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.
_FRENSDORF._ OFranken BA Bamberg II.
*Pfarr-K.* 1353. Angaben ueber die vorauszusetzenden Veraenderungen spaeterer
Zeit fehlen.
*Pfarrhaus*. Von _G. Bonalino_, dem Erbauer der Stephans-K. in Bamberg und
der Ehrenburg in Coburg.
_FREYBURG_ siehe Freiburg a. Unstrut.
_FRICKENDORF._ UFranken BA Ebern.
Elegante 3jochige *Bruecke* ueber die Baunach um 1750 mit rok. Brueckenfigg.
_FRICKENHAUSEN._ UFranken BA Ochsenfurt.
Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in der Regel nur
aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich hier in unberuehrter
Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken bildet ein schmales Rechteck
zwischen Mainufer und Weinbergen, einzige Hauptstrasse dem Fluss parallel;
in der Mitte zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein
drittes am Main, Mauern und Tuerme (rund) vollstaendig erhalten.
*Pfarr-K.* Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 (vorher Flachdecke).
4jochige Hallenkirche von klaren weiten Verhaeltnissen. Das Msch.-Gwb. als
Tonne konstruiert mit aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss.
Profil und Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit spgot.
Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) tangiert den Chor des 17.
Jh. -- _Hochaltar_ 1617, Holz, hoher vielgliedriger Etagenbau mit
zahlreichen Statuen; auf der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel.
_Seitenaltaere_: noerdl. um 1620, suedl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor
um 1730 mit Gemaelde von _J. M. Wolcker_. Am Chorbg. grosses _Kruzifix_ 17.
Jh., interessant ein _Sebastian_ aus M. 16. Jh. -- 13 _Grabsteine_ und
_Epitaphe_ der Renss. -- Aussen _Oelberg_ A. 16. Jh., einer der besseren;
nicht ein Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch.
*Rathaus*. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne dea spgot.
Charakter zu veraendern. Auf dem Platz bewegte bar. _Mariensaeule_ bez.
1710.
*Knabenschule* (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. -- Domkapitelscher
*Kellerei* 1475 (mit huebscher Kelter von 1753) und mehrere stattliche
_Wohnhaeuser_ des Barock. -- Zahlreiche herrenmaessige *Haeuser* aus 16. und
17. Jh. und vollstaendige, wenn auch auf halbe Hoehe erniedrigte
*Ringmauer*.
_FRIEDERSDORF._ Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
*Dorf-K*. Ursp. rom., sehr verbaut. -- Grosser spgot. _Schnitzaltar_ mit
Doppelfluegeln um 1520, die Gemaelde von einem Leipziger Meister, der sich
auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) findet.
_FRIEDERSDORF._ K. Sachsen AH Loebau.
*Schloss.* Neubau 1887. Lange Reihe von _Bildnissen_ der Familie von
Oppell, 1563 bis A. 19. Jh.
_FRIEDEWALD._ RB Cassel Kr. Hersfeld.
*Schlossruine*. Nach 1476. Regelmaessiges Viereck mit 4 starken runden
Ecktuermen.
_FRIEDRICHRODA._ Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
*Dorf-K.* Turm 1538, sonst 1770.
_FRIEDRICHSWALDE._ K. Sachsen AH Pirna.
*Dorf-K.* 1sch. spgot., renov. 1566. -- Der _Schnitzaltar_ gehoert zu den
wertvolleren aus A. 16. Jh.
_FRIEDRICHSWERTH._ Sachs.-Gotha LA Waltershausen.
*Schloss*. 1680-89 von _Jeremias Tuetleb_ fuer Friedrich I.,
Trikliniengrundriss. Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw. die Kapelle
mit ueppiger _Stuckdecke_.
_FRIESAU._ Reuss ae. L. LA Burgk.
*Dorf-K.* Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. -- Tuechtiger
_Schnitzaltar_ bez. 1446. Etwas juenger ein zweiter. -- Schoener _Kelch_ bez.
1509.
_FRIESENHAUSEN._ UFranken Kr. Hofheim.
*Kath. Pfarr-K*. erb. 1713-15 durch den Wuerzburger Domherrn Fuchs v.
Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne auf toskan. Pilastern, reiche
Stuckdekoration. Aussen desgl. Pilaster in Haustein und profilierte
Fenstereinrahmung. Der Turm springt zur Haelfte aus der WFassade vor. Die
Stilformen der reich und gediegen ausgefuehrten K. nahe verwandt den
Wuerzburger Bauten _Jos. Greisings_. -- _Marmoraltaere_ aus der
Erbauungszeit. _Orgelgehaeuse_ um 1750. Grosses _Oelgemaelde_ bez. _J. M.
Bolster_ 1707. _Kelch_ 1467; anderes bar. und rok.
*Ev. Pfarr-K.* 1521, einfach spgot. _Epitaphe_ v. Ostheim 1515, 1573.
*Schloss*. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. Quaderbau in
guten kraeftigen Renss. Formen. Die Bruecke vor dem Eingangstor (bez. 1700)
flankieren 2 lebensgrosse steinerne Turnierritter. Schoenes aeusseres
Gittertor um 1730.
_FRIESSNITZ._ Sachsen-Weimar VB Neustadt.
*Dorf-K.* Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. Apsis. -- Ikon.
_Grabstein_ 1605.
_FRITZLAR._ RB Cassel Kreisstadt.
*Stifts-K. S. Peter.*. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem durch Brand
1078 zerstoerten Bau (sicher nicht dem ersten) haben sich die unteren Teile
des heutigen Stiftschors erhalten; sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von
der um 1100 errichteten groesseren Basilika das Wesentliche des bestehenden
kreuzf. Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren
Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung als Gwb.Bau im 1.
Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. Nachrichten fehlen. Welche Rolle
die bei der Erstuermung der Stadt 1232 auch der K. zugefuegten "Dampna
gravia" gespielt haben, waere noch zu untersuchen. Seitdem nicht mehr
wesentlich veraendert.
_Krypta_. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum in 3 Sch. zu 6 Jochen,
graetige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf Sll. mit gerippten Wuerfelkaptt. und
steilen Basen mit Ecksporen; zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das oestl. Ende
zugleich mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. -- Die noerdl.
Nebenkrypta zerfaellt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit breitem
Apsidenschluss, wird als Chor der 1078 zerstoerten K. gedeutet; der vordere
Abschnitt (unter dem Martinschor, d. i. NFluegel des Qsch.) ist mit der
Hauptkrypta gleichzeitig. -- Die Nebenraeume der SSeite bilden die untere
Sakristei und die alte Schatzkammer ("Falkenberger Kap.").
_Oberkirche_. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen Formen ohne
groessere Bauunterbrechung. Die alten Mauern des Qsch. an den Ecken
verstaerkt. Chor quadr. mit polyg. (5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in
3 Doppeljoche nicht regelmaessig: erstes Joch, (oestl.) quadr., zweites
ueberquadr. (8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und
Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene laengsrck. mit vielfach abgetreppten
Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Saeull. Arkaden-Oeffnungen
unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze zusammengefasst,
Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur
Pfl.-Gliederung, derbrck., kein Schlussstein, Scheitel stark steigend (3,7
m ueber den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster in den
Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Buendelpfll. aus gequetschtem Pfuehl und
hoher vielgliedriger Deckplatte (woraufhin Abhaengigkeit vom Wormser Dom
behauptet wird; die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). --
Das suedl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. -- Die schlanken WDoppeltuerme in 6
Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit Lisenen und Bgfriesen
gegliederten vom Bau des 12. Jh., die beiden letzten, jederseits mit 2
Doppelarkaden geoeffneten, aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhoehung des
Zwischenbaues, Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Tuermen liegende
Erdgeschosshalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden geoeffnet, 12. Jh.
Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 Joche tief, links von der rundbg.
Mitteloeffnung 2 spitzbgg., rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch.
Obergeschoss: 18. Jh. -- Die Langseiten klar und zierlich mit fein
profilierten Lisenen und Bgfriesen. An der Hauptapsis faellt der Mangel
aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluss durch Zwerggalerie. -- Reiche
bar. _Altarausstattung_ E. 17. Jh. bis A. 18. Jh. _Pfarraltar_ 1724.
Daneben das turmartige _Sakramentshaus_ aus 2. H. 15. Jh. Lettner
abgebrochen. Reste von spgot. _Schnitzaltaeren_ unbedeutend. Verstuemmelter
_Celebrantenstuhl_ 14. Jh. _Kanzel_ 1696. Etwa gleichzeitig das _Gestuehl_
im Sch. mit geschnitzten Wangen. -- In der Krypta schlichte got. _Tumba_
des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Saeule sein Bild, sitzend,
Hochrelief.
Die _Stiftsgebaeude_ bilden mit der K. eine malerische Gruppe. Der grosse
8achsige Kreuzgang beg. nach 1300; geschlossene Waende mit Fenstern. Im
Obergeschoss des Ost-Fluegels "Musikzimmer" mit spaetgot. ornamentaler
Wanddekoration. Im Keller des SFluegels sehr bmkw. ueberlebensgrosses
_Hochrelief des hl. Petrus_, sitzend, wohl spaetestes 12. Jh.
_Grabdenkmaeler_. Ihre Zahl sehr reduziert. Die aeltesten (M. 14. Jh.) in
der Falkenberger Kap. Was aus spaeteren Zeiten stammt, ist durchweg von
geringer Qualitaet.
_Schatzkammer_. Sie enthaelt mehrere wichtige Stuecke. Altarkreuz um 1000,
dicht mit Edelsteinen besetzt und daher ornamentlos, Gravierung der
Rueckseite und Fuss um 1200. -- Tragaltaerchen mit den Halbfigg. der Apostel,
braunes Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuss und Nodus
um 1400. Merkwuerdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. Scheibenform, in
Elfenbein geschnitzt.
*Evang. Pfarr-K.* (ehem. *Minoriten*). Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche
aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je 4 Fenstern, polyg. Schluss.
*Ursulinerinnen-K*. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh.
*Frauenmuenster-K*. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.
*Rathaus*. Got., dem ehem. Casseler aehnlich, durch Umbau im 19. Jh.
gaenzlich entwertet.
*Hochzeitshaus*. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss. Steinernes
Erdgeschoss.
*Wohnhaeuser*. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420. Mehrere
Fachwerkbauten. Im "Hessischen Hof" schoener spgot. Kamin.
*Marktbrunnen* mit Rittersaeule 1564.
*Ringmauern* und *Tore,* ferner 6 an der Gemarkungsgrenze verteilte
*Warttuerme,* schlecht erhalten.
_FROHBURG._ K. Sachsen AH. Borna.
*Stadt-K.* Spaetgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff juenger. -- Ikon.
_Grabplatten_ 1555, 1668.
*Schloss*. Starker schlichter Bau von 1544.
_FROeHSTOCKHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. -- Am Chorbg.
_Reliefbrustbild_ in Renss. Umrahmung um 1525, Wappen der Hassberg.
Bedeutendes _Grabmal_ des Ernst v. Crailsheim {~DAGGER~} 1569; auf einfachem
Sockelbau knien vor dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen,
wuchtige, tuechtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene
Wandarchitektur, erst in der Kroenung reicher bewegt. Das Ganze gehoert zu
den besten Kompositionen der in der Regel zu wuester Ueberladung neigenden
Zeit.
Crailsheimsches *Schloss,* einfache Wasseranlage mit 4 runden Ecktuermen,
sp. 16. Jh., Daecher 18. Jh.
_FRONHAUSEN._ RB Cassel Kr. Marburg.
*Dorf-K.* Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der ueber dem Altarhaus stehende
Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor polygon seiner Gwbb. beraubt.
Spgot. Um- und Zubauten.
*Steinhaus* (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.
_FUCHSSTADT._ UFranken. BA Hammelburg.
*Pfarr-K.* Erb. 1766 durch den Neumannschueler Hauptmann _J. M. Fischer_.
Ausstattung einheitlich und von bedeutender Wirkung. Die
_Stuckmarmoraltaere_ und Stuckaturen von _Materno Bossi_. Der gediegene Bau
durch moderne Rest. stark beeintraechtigt. Turm rom. 12. Jh.
_FULDA._ RB Cassel Kreisstadt.
*Dom*. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. Zweiter Bau 792-819;
Basilika mit O. und WChor. Wiederholte Braende und Restaurationen liessen
angeblich die Grundsubstanz des karolingischen Baues unveraendert, bis 1704
bis 1712 ein Neubau (der gegenwaertige) durch _Joh. Dientzenhofer_ aus
Bamberg ausgefuehrt wurde. Auch dieser mit Benutzung alter Mauerteile. --
Der wertvollste Teil der Leistung ist das Innere, das dem Besten der
Epoche zuzuzaehlen ist. Es enthaelt mehr als bloss allgemeine Erinnerungen an
die Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums, im
Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der Weise fortentwickelt, dass
die Pilasterpaare nicht in einem geschlossenen, nur durch Nischen
gegliederten Pfeiler liegen, sondern dass sich zwischen ihnen ein
wirklicher Durchgang in die Abseiten oeffnet; darueber eine sehr
nachdruecklich behandelte Statuennische. Es wechseln solchermassen breitere
eingeschossige und schmaelere zweigeschossige Joche. Jenen (3 an der Zahl)
entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete Kuppelraeume; diesen (2
an der Zahl) schmale, schwachbeleuchtete, kreuzgewoelbte Abteilungen. So
begleitet den kraeftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer Rhythmus
des Lichts, der seinen Hoehepunkt in dem sehr hellen Raum unter der
Hauptkuppel findet. Das Motiv der Statuennischen ist im Qsch. und Chor
fortgesetzt. Beide haben im Innern polygonale Abschluesse. Die grossen
Altarbauten des Qsch. heben sich gegen maechtige Fenster ab und der
Baldachin des Hauptaltars steht vor der Oeffnung gegen den Moenchschor,
woraus sich praechtige malerische Blicke ergeben. Die Formengebung ist
nicht so extrem barock, wie an anderen Bauten _Dientzenhofers_, die
Faerbung weiss und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. Die
alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch den Umbau
stimmungslos geworden. -- Nicht ganz so gut geraten ist das Aeussere, zumal
in den Seitenansichten. Uebrigens solide Quadertechnik. Das System der
roemischen Barockfassade mit dem deutschen der Doppeltuerme verbunden. In
den letzteren der Kern der alten rom. Tuerme mit ihren Wendeltreppen
erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten auf die Schraegansicht von der
Schlossterrasse her gerechnet, wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift;
seitlich erweitert sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekroente
Kapp. -- Anschliessend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar) grossenteils
schon 1668. -- Im Innern der K. einige nicht bedeutende _Skulpturen_ aus
der alten K., darunter (rechts vom Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in
eine karolingische Sl. gemeisselt. -- Annexe der alten Klosterk. waren im O
eine 973 errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistoeckiges Paradies
verbunden, im N die noch vorhandene:
*S. Michaelis-K.* Erb. 820 als Kapelle des Begraebnisplatzes der Moenche.
Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten Kern unveraendert gelassen. Die
Anlage gibt den am meisten gebraeuchlichen Typus altchristlicher
Grabkirchen: Rotunde mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5,
Mauerstaerke 0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen
verbunden sind, traegt einen den Umgang uebersteigenden Mauerzylinder, ursp.
mit Steinkuppel. Im O fuer den Altar eine kleine 1/2runde, aussen rck.
Apsis. Die Mitte nahm eine Nachbildung des h. Grabes ein (bei der
Neuausstattung 1731 vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und
Mittelraum durch einen von 4 Durchgaengen durchbrochenen Mauerring
getrennt; der Umgang mit ringfoermigem Tonnengwb.; der innere Kreis mit
einem ebensolchen, das in der Mitte von einer kurzen Sl. mit rohest
jonischem Kapt. getragen wird. In diese noch unveraendert bestehende
karolingische Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung
eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche gab man
1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang ein zweites Geschoss; beide
Geschosse mit Balkendecke, der mittlere Zylinder erhoeht und mit Holz
gedeckt; ferner wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem
Turm angefuegt (erhoeht 1315). Weitere Veraenderungen des 17. und 18. Jh. bei
der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von altem Detail vorhanden ist, gehoert
zum groessten Teil der rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Saeulen des
Erdgeschosses. 4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Wuerfelkapt.
Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Fuehrung der Lagerfugen.
*Stadt-K.* 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung aehnlich Neumanns
Dominikaner-K. in Wuerzburg; die Dekorationsformen ein ermattetes Rok.,
jedoch noch ohne klassizistische Tendenz. Von den 2 Fassaden-Tuermen der
noerdl. got. 1447. -- Fresken von Herlein.
*Klst. Frauenberg* (Franziskaner) 18. Jh.
*Nonnen-Klst.-K*. 1626. Unter den Hervorbringungen der Nachgotik eine der
merkwuerdigsten. Falls nicht die neueste Rest. das got. Element sehr
verstaerkt hat, so haette sich dasselbe noch fast ungebrochen erhalten.
Grosser 1sch. Raum mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen
Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg. Im Aussenbau
Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.
*Hl. Geist-K. u. Spital*. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche und 2
Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.
*Abtsburg (Schloss)*. 1315 an diese Stelle verlegt und stark befestigt.
Voelliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen Fluegel der tiefen
triklinienfoermigen Anlage von _Andrea Gallasini_. Hauptstueck des Inneren
der Kaisersaal von _F. J. __ Stengel_, die maechtigen Hermen, welche die
Decke tragen, von _D.F. Humbach_. Die bedeutende (heute entstellte)
Gartenanlage nach Plaenen des kurmainzischen Hofbaumeisters _M. v. Welsch_
ausgefuehrt von _Stengel_ 1722. Das Orangeriegebaeude eines der besten
seiner Art; die vorzueglichen Stukkaturen von _Andreas Schwartzmann_ (?),
Deckengemaelde von _E. Wohlhaupter_. -- In der Umgebung des Schlosses noch
mehrere einfach-vornehme Gebaeude des 18. Jh., den Charakter des
geistlichen Fuerstensitzes vervollstaendigend: _Priesterseminar_, _H.
Geistspital_, _Alte Universitaet_, 3fluegelige Anlage des 18. Jh. mit
stuckiertem Prunksaal von _Gallasini_, _Landesbibliothek_ 1771-78, mit
schoen und zweckmaessig durchgefuehrtem Hauptsaal.
*Stadtbefestigung* aus Ma., mehrere Rundtuerme erhalten. _Haartor_ 16. Jh.
Das monumentale _Paulustor_ 1711, 1771 versetzt. Auf den Hoehen der
Umgebung mehrere Warttuerme.
_G_
_GAIBACH._ UFranken BA Gerolzhofen.
*Dorf-K.* 1740 nach Plaenen von _Balth. Neumann_ von einem Maurermeister
aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die Vierung im Grundriss elliptisch,
ebenso die von ihr ausstrahlenden 3 Konchen, woraus sich fuer die Gewoelbe
pikante Schnittlinien ergeben. Turm oestl. am Chor in der Hauptachse. Fuer
Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrisslinie des Haubenhelmes.
Fassade einfach. -- Gute Rok. Einrichtung. Altaere aus Stuckmarmor. Bmkw.
Orgelgehaeuse.
*Kreuz-Kapelle* im Schlosspark. Erb. vor 1698, vielleicht von einem der
_Dientzenhofer_. Spbar. Zentralbau; aussen kreisrund, innen quadr.
Hauptraum mit 4 transversalen Nischen; Polygonkuppel ueber toskan.
Pilastern. -- Altaere spbar., gut in den Raum komponiert.
*Schloss*. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter v. Mespelbrunn
als quadr. Wasserschloss mit runden Ecktuermen ueber maechtigen
Fundamentbauten mit Bastionen (davon 2 erhalten); unter Fuerstbischof
Lothar Franz von Schoenborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister
_Johann Leonhard Dientzenhofer_ umgebaut, vielleicht nur Ausfuehrung von
Plaenen des Mainzers _M. v. Welsch_. Besonders beachtenswert die
Treppenanlage, die als Vorstufe zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern
aus dieser Zeit Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im
Charakter nicht fraenkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung Empire
und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im 2. Geschoss ein typischer
Repraesentationsraum um 1825, im Vorsaal Bilder von gleichzeitigen
Muenchenern. Reichhaltige Sammlung von chinesischem und europaeischem
Porzellan.
_GAMIG._ K. Sachsen AH Pirna.
*Schloss*. Treppen-Turm und Erdgeschoss der Hauptfront 16. Jh., sonst 18.
und 19.
*Kapelle* aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke 8eckige
Pfll., so gestellt, dass ein mittleres Quadrat von 4 Rck. und 4 kleineren
Quadraten an den Ecken umschlossen wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige
Sterngwbb. Aeusseres modernisiert. In der Betstube schoener _Grabstein_ des
Hans v. Carlowitz {~DAGGER~} 1578.
_GANGLOFFSOeMMERN._ Pr. Sachsen Kr. Weissensee.
*Dorf-K.* Laesst nach Groesse und Anlage eine ehem. Klst.-K. vermuten. Aus
rom. Zeit 2 OTuerme, die sich in derselben Weise wie es an den WTuermen
Niedersachsens gewoehnlich ist, aus querhausartigem Unterbau erheben und
eine Galerie mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot. platt
geschlossener Chor. -- Sch. 1785. -- Spgot. _Schnitzaltar_.
_Sakramentshaus_.
_GAeNHEIM._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790. Im Lhs. bmkw.
Rest eines _Steinaltars_, die Hochreliefgruppe um 1639, Richtung _M.
Kerns_.
*Schulhaus* 1614.
_GARSTADT._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorfkirche*. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.
_GAeRTENROTH._ OFranken BA Lichtenfels.
*Pfarr-K.* 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Grosses _Wandgrab_ fuer M. A. v.
Redwitz, {~DAGGER~} 1576; demselben Meister begegnet man in Wernstein.
_GATTERSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Klauskirche* S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im wesentlichen
intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem tuerlosem Turm.
_GAUASCHACH._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1786 von _A. S. Fischer_ in Wuerzburg, in der Anlage den
Landkirchen Neumanns folgend. _Deckenstuckatur_, _Altaere_ und
reliefgeschmueckte _Kanzel_ gut klassizistisch.
_GAUERSTADT._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Pfarr-K.* Typische Anlage des frueheren Ma. (Rck. mit eingezogenem quadr.
turmtragendem Chor) in spgot. Ausfuehrung.
_GAUKOeNIGSHOFEN._ UFranken B A Ochsenfurt.
*Pfarr-K.* 1724-30 (nach Entwurf von _B. Neumann_??). Reiches und
vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration 1776, schon mit klassizistischen
Anklaengen, recht gut. _Deckengemaelde_ bez. _J. A. Urlaub_ 1777. Vornehmer
_Hochaltar_ in Stuckmarmor, fruehestes Rok., um 1730, _Seitenaltaere_ und
_Kanzel_ um 1750.
*Schloesschen* der Rosenbach rok. -- Am Haus no 33 _Steinrelief_ des
Marientodes, gute Arbeit um 1450. -- Zahlreiche _Bildstoecke_.
_GAUSSIG._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Schloss.* Anlage A. 17. Jh., stark ueberarbeitet um 1800, in
palladianischem Klassizismus, vornehme Innenraeume. Groessere
Gemaeldesammlung.
_GAUTZSCH._ K. Sachsen AH Leipzig.
*Dorf-K.* von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des protestantischen
Kirchenbaues gerechnet. -- _Bueste_ des _Grafen E. Ch. v. Manteuffel_, dem
_Andreas Schlueter_ nahestehend.
_GEFELL._ Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
*Dorf-K.* Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. r Chor mit Turm.
_GEFREES._ OFranken BA Berneck.
*Pfarr-K.* got., "reich geschnitzter" Altar.
_GEHREN._ Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.
*Stadt-K.* neu. _Grabst_. des Herrn v. Bernstedt 1597. --
*Schloss,* schmuckloser Renss.-Bau. Schoene Tuer aus dem abgebrochenen Schloss
Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.
_GEILSDORF._ K. Sachsen AH Plauen.
*Schloss.* 1667 aus einer alten 4tuermigen Wasserburg umgebaut; reiche
Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener Grossen Garten; in
Verfall.
_GEISA._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Stadt-K.* Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor mit
Kreuzgewoelbe und gutem Masswerk. -- Got. _Taufstein_. _Opferstock_ 1517.
_Kanzel_ A. 18. Jh. -- W-Turm mit Wasserspeiern und Masswerkgalerie. Schoenes
got. Portal bez. 1497.
*Gangolfs-Kap*. mit _Aussenkanzel_ in reicher Renss. Zahlreiche
_Grabsteine_ 16. Jh. 2 _Schnitzfigg_., Reste eines Altars um 1490-1500.
*Ringmauern* aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtuermen; der grosse
Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der Steingasse eingemauert.
Auf dem Gangolfsberg Reste eines alten *Schoeffenstuhls*.
Einfaches *Schloss* (Fuerstabt von Fulda) 1719.
GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde. *Stadt-K.* 1484-1513, umgebaut
1689. Rck. mit Schluss aus 8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses
Masswerk. _Schnitzaltar_ und _Kruzifix_ E. 15. Jh.
*Kaufhaus* 1668, tuechtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoss.
_GEISLEDEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen noch ganz
bar. (Vgl. Wuestheuterode.) Aussen Pilastergliederung. Der grosse, gut
komponierte _Hauptaltar_ im Formcharakter E. 17. Jh. Rom. _Taufstein_.
_GEISMAR._ Sachsen-Weimar VB Dermbach.
*Dorf-K.* (kath.). Grossenteils neu. -- _Hauptaltar_ um 1700. Linker
Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, vielleicht einem Altar
des 17. Jh. entnommenen) Statuen der 14 Nothelfer. Rechter _Seitenaltar_
Schnitzwerk um 1500, Qualitaet gering. _Kanzel_ 17. Jh.
_GEISMAR._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1805. Der grosse Altar (1. H. 18. Jh.) aus dem ehemaligen
Klst. Teistenburg.
_GEISSEN._ Reuss j. L. LA Gera.
*Dorf-K.* rom. Anlage, verunstaltet. -- _Kanzelbau_ hinter dem Altar um
1750. _Schnitzaltar_ um 1500, nach Flechsig vom Meister von Chemnitz.
(Erfurter Ausstellung 1903.)
_GEITHAIN._ K. Sachsen AH Borna.
*Stadt-K.* Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten sprom.
Doppeltuermen. Ausgezeichnetes rom. Portal mit 3 Rueckspruengen, in die
Kanten eingelegt Viertelssaeulen. Chor 14. Jh. unregelmaessig. Gemeindehaus
spgot. Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Tuermen hoeher
als diese empor. -- 1593 im Msch. flache Felderdecke mit umfaenglichen
_Malereien_ nach evangelischem Programm. Aus gleicher Zeit der _Altarbau_
von _Michael Gruenberger_ in Freiberg und die _Kanzel_ von _Peter Basler_
ebenfalls in Freiberg. _Glocken_ 14. Jh.
_GELCHSHEIM._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Pfarr-K.* Spgot. Anlage in bar. Umbau. -- _Grabstein_ mit Familienrelief
1593.
*Joh. Nepomuk-Kap*. 1754. -- Statue des _gegeisselten Heilands_ unter
praechtigem Baldachinbau.
*Rathaus*. Tuechtiger Fachwerkbau 1666.
Deutschherrische *Wasserburg,* im Bauernkrieg zerstoert, bescheiden whgest.
_GELDERSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* Der Unterbau des Turms (noerdl. am Chor) und die Kreuzrippengwbb.
der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., die Formen verwandt der
Michaelskap, in Ebrach. Lhs. nachgot. 1602. Einrichtung spaetrok. ca.
1760-70.
_GELENAU._ K. Sachsen AH Annaberg.
*Dorf-K.* 1581. Verhaeltnismaessig reiche Ausstattung. _Altarwerk_ 1724.
_Taufstein_ vortreffliche Arbeit des _Andreas __ Lorentz_ 1581. Von
demselben die eigenartig entworfene, reich skulptierte sandsteinerne
_Kanzel_. Grosses _Epitaph_ (4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schoenberg,
lebhaft an die Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von _A.
Lorentz_.
_GELLERSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluss, ausgemalt 1714 von _A.
Brueckner_ aus Schweinfurt. WTurm 1557.
_GELNHAUSEN._ RB Cassel Kr. Gelnhausen.
*Marien-K.* Kreuzfoermige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im Qsch. und Chor
gewoelbt; 1 WTurm, 2 OTuerme, Zentral-Turm. Im wesentlichen aus den 3 ersten
Dezennien des 13. Jh. Doch sind einige Reste einer aelteren Anlage
eingebaut. Aus ihr der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der
OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der K. sichtbar). Der
Turm schliesst mit Rhombendach. -- Gegen 1220 Neubau als flachgedeckte
Basilika. Gegen 1230 Ausbau der OTeile in glaenzender romanisierender
Fruehgotik durch Meister _Heinrich Vingerhut_ (wofern man die betr.
Inschrift an der Giebelarkade des noerdl. Qsch-Portals als
Architekteninschrift gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze
Lhs., die westl. Vierungspfll. bis ueber die Kaempfer, die untere Haelfte der
Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs. flachgedeckt mit spitzbg.,
weitgeoeffneten Arkaden; die Gwbb. der Nebenchoere graetig. Die
Bauerscheinung in den Hauptpunkten rom., nur in den Zierformen frgot.
beruehrt, aber unmittelbare Kenntnis franzoesischer Bauten nicht
voraussetzend. Der zweite Meister (_Vingerhut_) war am Mittelrhein und in
Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der er beide Elemente zu
verschmelzen verstand, erwarb er sich grossen Beifall und wurde fuer die
Vermittlung der fruehen Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den
Plan der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluss des Chors und die den
Vierungsraum betraechtlich ueberhoehende Kuppel mit Zentral-Turm. Im uebrigen
gibt er dem Bau eine neue Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W
nach O. Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Saeulchen der Arkadenpfll. Die
Kreuzarme richtet er fuer Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten die reichen
franzoesischen Profile der Vierungsbgg. und an den Eckdiensten die
diagonale Stellung der Basen und Kapitelle. Die Stirnwaende des Transepts
durch eine Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Masswerk aus Steinplatten
ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit -- gemeinsame
burgundische Vorbilder) belebt. Praechtig in der Vierungskuppel die
dekorative Verwertung der Rippen; um den grossen ringfoermigen mit
Blattkranz geschmueckten Schlussstein stehen auf den Kappen die Namen von 8
Winden; die Fensteroeffnungen auch hier als Rosetten. -- An die Waende des
Chorquadr. eine Arkatur und darueber eine Scheinempore vorgeblendet; die
Apsis in 5/8 Schluss kam neu hinzu; sie hat ueber der Arkatur schlanke
spitzbg. Fenster und ueber diesen kreisrunde mit Vierpass ausgesetzte
Oeffnungen. Die Blendbgg. kleeblattfoermig. Der Gurt, der den Vorchor von
der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.; er wird von
einem Buendel von 7 Diensten getragen, die zweimal von Schaftringen
durchbrochen sind. Sind auch die Mauermassen tatsaechlich erst wenig
aufgeloest, so herrscht doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen
dem Gotischen verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch dieser Bauteil
auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich umbildet, zurueckgeht: die
Notre-Dame in Dijon. Das Ornament an Kapitellen und Konsolen zeigt rom.
und frgot., konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive
nebeneinander, immer in lebensvoller und technisch meisterhafter
Behandlung. Es gehoert zum Schoensten, das diese Epoche in Deutschland
hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloss (um M. 13. Jh.) mit dem polygonal
(3/6) in den Vierungsraum vorspringenden Lettner.
_Aeusseres_. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. Auf engem
Gr. entwickelt sich eine hoechst belebte Massengliederung. Jede der 5
Polyg. Seiten des Chors schliesst mit einem kleinen Giebel, darueber ein
spitziges 8seitiges Zeltdach (vgl. Sinzig und Muenstermaifeld). Ueber den
Nebenapsiden steigen schlanke 8seitige Tuerme auf; um M. 13. Jh. zu
gegenwaertiger Hoehe gebracht; die Helme ursp. kaum so schlank wie jetzt. In
der Mitte beherrschend und zusammenfassend der Vierungs-Turm, auch er
8seitig und mit 8 Giebeln. Auffallend gross die Zahl der Tueren. An den
Sschiffen ihrer 3; vom ersten Meister; die groesste derselben wahrscheinlich
ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie durch eine noch praechtigere
Komposition; dann noch 2 am Qsch., so dass die keineswegs grosse K.
schliesslich 5 Portale hat. -- Die Sakristei M. 14. Jh. hinzugebaut, die
Obergeschosse der Sschiffe 1446. _Innere Ausstattung_. _Hochaltar_; Mensa
13. Jh., Schrein bez. 1500 _Nikolaus Schit_. Madonna mit 4 Heiligen,
lebensgross, volle schwere Formen, Fluegel gemalt; ueber dem Schrein reiche
Kroenung mit dem Schmerzensmann. -- Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend,
die _Seitenaltaere_. -- Der hl. _Kreuzaltar_ (Laien-A.) am Lettner kann
ursp. keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die uebrigen zum
Jubeljahr 1500. -- Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. schoenes frgot.
_Weihwasserbecken_. -- Ein hohes _Chorgestuehl_ 2. H. 14. Jh. -- Von den
zahlreichen, jetzt meist entfernten _Grabsteinen_ trugen nur wenige
Bildnisfiguren; darunter der Stein des aus einer Gelnhaeuser Familie
stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, ausgezeichnetet Entwurf
in maessiger Ausfuehrung; eine andere gute Arbeit der Stein des Schultheissen
Koch 1603; im suedl. Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh.
-- _Glasmalerei_ der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn auch stark ergaenzt.
-- Die oberen Blenden des Chorquadr. waren ausgemalt, 15. Jh., darunter
Schicht des 13. Jh., sehr beschaedigt und jetzt entfernt, wie ueberhaupt die
letzte, hinsichtlich der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den
Gesamteindruck doch zu "neu" gemacht hat.
_Skulpturen_. Tympanon des NW-Portals: Christus thronend zwischen Maria
und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. heiliger Bischoefe. Tympanon am suedl.
Qsch.: Maria mit dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden
Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des noerdl. Qsch.: Kreuzigung. Die
Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale umrahmende Rankenornament.
-- Im besten got. Naturalismus das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln
_figuerliche Reliefs_ (weit geringer) mit Totenerweckung und Hoelle; die
Statue Christi jetzt in der Sakristei.
*Peters-K*. sprom., jetzt verwuestet und verkommen (Fabrik). Ursp. kreuzf.
Gewoelbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzfluegeln, 3 Jochen im Lhs. Die
OTeile um 1200-1220, in halber Hoehe Bauunterbrechung. Am besten erhalten
das Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des Lhs.
darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und Ecksll. lassen
fuer das Msch. Rippengwbb., fuer die Ssch. Gratgwbb. als beabsichtigt
vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte Basilika mit einfachen
Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Ueber den
Nebenapsiden erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und Lisenen
geteilte Rundtuerme (Zeichnung von 1831). Ein vom Triumphbogen stammendes
prachtvolles Blattkapt. liegt als Brunnenuntersatz im suedl. Ssch. Das
noerdl. Seitenportal mit sitzender Fig. des _hl. Petrus_ vom ersten Meister
(vgl. Aschaffenburg), im suedl. Seitenportal die Eck-Sll, auf Loewen, in der
Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung an den Kaiserpalast erinnernd.
*Hospital zum h. Geist*. Zuerst erwaehnt 1233. Die K. war eine kleine
flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem Ssch., das Chorquadrat
gewoelbt; 1893 fast ganz zerstoert.
[*S. Michaels-Kap*. Zweistoeckig, im Erdgeschoss Beinhaus, zuerst erwaehnt
1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen; nach einer Zeichnung zu
urteilen beste fr. Gotik in der Art der juengsten Teile der Marienk.]
[*Bruecken-Kap*. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung wegen
abgebrochen.]
*Franziskaner-K*., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248 (erste Erwaehnung
des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren von graetigem Kreuzgwbb. ueber
1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; rundbg. Fenster; Apsis zerstoert. -- Kreuzgang
(jetzt Stall) E. 13. Jh. -- Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh.
errichtete groessere K. 1826 abgebrochen.
*Pfalz*. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180 mainzisch,
erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. Seit 1363 Beginn der
Zerstoerung, nach Ruprecht von keinem Kaiser mehr besucht. Seit 1858
Erhaltungsarbeiten. -- Angelegt als Wasserburg (vgl. Buedingen,
Waechtersbach, Burgjossa). Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur
in den Grundzuegen zu erkennen. Die heutige Ruine gehoert der schon im 14.
Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen Pfalzen die
relativ besterhaltene und kuenstlerisch edelste, wenn auch weitaus nicht
die groesste. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen und der technischen
Eigenschaften Bau aus einem Guss. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die
Eingangshalle vielleicht aelter. -- Der Gr. bildet ein Trapez: an der
schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen Winkel davon
abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite und der polyg. gebrochenen
OSeite Ringmauern, an die sich Wirtschaftsgebaeude anlehnten. -- Die
Ringmauer 2,10 m stark, Quaderverblendung, Fuellung aus Bruchstein und
Moertelguss; Ruestloecher sichtbar, doch keine Versetzung mit der Zange. -- Der
quadr. _Bergfried_, als Wehrbau nicht sehr bedeutend, im Winkel zwischen
der SMauer und der Eingangshalle; hoelzerne Zwischendecken; kleine Tuer nach
dem Wehrgang (dessen Hoehe daraus zu bemessen ist), eine groessere auf eine
von Kragsteinen getragene Plattform, vom Hof aus mit Leitern zu ersteigen;
der obere Teil des Turms in got. Zeit restauriert. -- Das _Eingangstor_
zeigt keine Spuren von Zugbruecke und Fallgitter; doch Ansaetze zu einem
(zerstoerten) Gusserker. Es fuehrt in eine 2sch. 3jochige nach dem Hof offene
Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch. ursp., im Ssch. got.
erneuert. Die Sll. haben Wuerfelknaeufe mit 2teiligem Schild (eine sonst nur
im Elsass nachgewiesene Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf
eingemauert, jetzt im Palas. -- Ueber der Torhalle lag die jetzt ihrer Gwbb.
beraubte, ebenfalls 2sch. _Kapelle_. -- Der _Palas_ lehnt sich an die
noerdl. Ringmauer, die Schauseite nach innen. Erhalten das Erdgeschoss mit
kleinen Fensterschlitzen und das erste Hauptgeschoss. Die Tuer, durch eine
Doppelfreitreppe zugaenglich, liegt nicht in der Mittelachse (ausserdem eine
noch erhaltene innere Treppenverbindung zur Torhalle). Sie fuehrte direkt
in den Saal (13:12 m) mit einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines
Verschlusses); die Fundamente deuten darauf, dass 4 Sll. die Balkendecke
trugen; an der NWand der schoene Kamin. Links an der Tuer sind die Ark.
durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt. Am Saal entlang lief ein Gang
und hinter diesem lagen 2 getrennte Gemaecher. Ein Obergeschoss war sicher
vorhanden; auch hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon
jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas gehoert zum
formenschoensten und delikatesten, was rom. Meisselarbeit hervorgebracht
hat; jedenfalls kann sich kein anderer Profanbau damit messen. -- Am OEnde
des Hofes sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m aeusserer Durchmesser) von
ungewisser Bestimmung gefunden.
*Johanniterhof,* vom Ordenshaus in Ruedigheim dependierend; kleines sehr
herabgekommenes Gebaeude in der Holzgasse; die paarweise gestellten
Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen fuer 14. Jh., der SGiebel mit
Kreuzstoecken im 15. Jh. umgebaut. Daneben kleine Kapelle.
*Deutschordenshaeuser*. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch die
landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei Sachsenhausen;
14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; im Hof Brunnen aus
Renss.
*Hof der Abtei Arnsberg*. 1742 erneuert; die einfache got. Kap. aus A. 14.
Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.
*Hof der Abtei Haina*. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh. erhalten.
*"Steitz",* Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im Innern ein
Lavabo und andere interessante Einzelheiten.
*Romanisches Rathaus,* spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein Fachwerkhaus
verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich von Kunstformen: die im
Kleeblatt geschlossene Tuer ueber einer vorgebauten Plattform und im dritten
Geschoss 3 Gruppen dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze
Ausdehnung des Gebaeudes einnehmenden Saal beleuchteten. Dass das Haus
oeffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; unter den in Frage
kommenden gilt die Bestimmung als Rathaus fuer die wahrscheinlichste.
*Gotisches Rathaus,* wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich fuer
Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.
*Fuerstenhof,* langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz der
pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; aus dieser
Zeit einige gute Einzelheiten.
*Wohnhaeuser*. 4 _romanische_ mit mehr oder weniger bedeutenden Resten aus
der Erbauungszeit: Langgasse 257, ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285
[Obermarkt 101, 1895 abgebrochen, die Werkstuecke der schoenen gekuppelten
Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. _Gotisch_: Bischofshof,
jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106; Toepfergasse 69; Untermarkt
443 Hinterhaus; Obermarkt 341, altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle
Steinhaeuser. Ein got. Fachwerkhaus Langgasse 264.
_GEMUeNDEN._ UFranken BA Gemuenden.
*Pfarr-K.* 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus 1488. Turm
zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb. 1486 auf aelterer Grundlage.
Das Aeussere einfach; WPortal erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertuermchen
geschmueckte Turm macht durch seine stattlichen Verhaeltnisse eine gute
Figur im Stadtbild. -- Ausstattung neu. Huebsche Zunftstangen E. 18. Jh.
Glocken 14. Jh. und spaeter. -- An der aeusseren OWand des Langhauses _Relief_
Christus am Kreuz zwischen den Schaechern; zu Fuessen Assistenzfiguren und
Soldaten, M. 15. Jh. An der Kirchenmauer das ehem. _Sakramentshaeuschen_
von 1488; ruinoes.
*Rathaus.* 1593. Giebel erneuert.
*Rentamt*. Behaebiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten
Ecktuermen. Ueber dem Portal Wappen der Hutten.
*Scherenburg*. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, sowie ein
grosser zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.). Nur wenige
Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer huebsches Ortsbild.
_GENSUNGEN._ RB Kassel Kr. Melsungen.
*Dorf-K.* mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung.
_GEORGENTHAL._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
*Cisterc.-Klst.-K*. Truemmer. Grundmauern ausgegraben. Sie erweisen einen
hoechst ansehnlichen Bau von 73 m Laenge. Nach den juengsten Untersuchungen
von H. Giesau 2 Bauperioden in folgender Weise zu unterscheiden: 1.
Zugrunde liegt eine kreuzfoermige Basilika nach dem Hirsauer Schema, am
Chor 5 Apsiden in staffelfoermiger Anlage (Talbuergel). Im Lhs. 10 Arkaden,
Wechsel von staerkeren und schwaecheren Pfll. Reste eines WPortals mit
einfach abgetreppten Gewaenden. Dieses der Gruendungsbau aus der Mitte des
12. Jh. 2. Umbau fuer Gewoelbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden wurden
niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluss des Hauptchores.
Um ihn wurde ein rck. Umgang von 4,2 m Breite herumgefuehrt, aus seiner
aeusseren Wand rck. Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit
Umgang und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach Giesau nicht
haltbar.) Die bauliche Ausfuehrung des Umbaues unter Leitung eines
Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch auch das gesamte
Detail. An der Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m
Seitenlaenge). -- Von der grossartigen Klosteranlage erhalten:
*Klausur* auf der SSeite der Kirche. Umfaengliche Grabungen von Pfarrer
Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt cisterciensischem Gepraege,
der von Maulbronn sehr verwandt. Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in
Maulbronn mit der Schmalseite an den Kreuzgang stossend, wahrscheinlich
3schiffig. Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang vom
Kreuzgang geschieden (aeltere Art der Anordnung). Rippenstuecke,
Schlusssteine und Saeulenbasen maulbronnisch, jedoch im Stil
fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. Auf der Nordseite des
Chores, in geringer Entfernung von ihm zwei 3sch. Saeulensaele, durch einen
von N nach S laufenden schmalen gewoelbten Gang getrennt, Bestimmung
ungewiss, vielleicht _Abtshaus_. Ornamentierte Saeulenschaefte mit
Wuerfelkaptt., 2. H. 12. Jh. -- _Kornhaus_, got. mit interessantem
Masswerkfenster. -- In der Naehe rom. _Palas_ der Grafen v. Kefernburg,
verbaut.
_GEPUTZIG._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Herrenhaus* (v. Wallwitz) 1735 von _David Schatz_, einfach tuechtig.
_GERA._ Reuss j. L. Hauptstadt des Fuerstentums.
*Salvator-K*. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.
*Trinitatis-K*. 1313, vergroessert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die got.
Aussenkanzel. -- _Grabmal_ des Kanzlers Joh. v. Freiersleben {~DAGGER~} 1770, um
einiges spaeter ausgefuehrt, klassizistische Richtung. -- Grosses
_Kreuzigungsrelief_ mit Stifter, 1630. -- Auch von den _Denkmaelern_ auf dem
Kirchhof verdienen einige Beachtung.
*Rathaus.* 1576 und spaeter. An der Hauptfront hoher 8eck. Turm, dem zu
Altenburg nachgebildet.
*Regierung*. 1722.
*Waisenhaus*. 1724, erneuert nach Brand 1780.
*Stadtapotheke* mit renss. Erker.
*Privathaeuser* des 18. Jh.
*Marktbrunnen* mit Simson, 1685.
_GERA._ Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.
*Dorf-K.* Sehr alte Gruendung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom.
Einzelheiten. Hoher _Kanzelaltar_.
_GERBERSHAUSEN._ Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
*Dorf-K.* (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluss.
_GERBRUNN._ UFranken BA Wuerzburg.
*Dorf-K.* Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh. -- _Kanzel_
mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. -- Huebsche _Holzfigg_. des Rok.
_GERBSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Mansfeld.
[*Nonnen-Klst.-K*. Der 1688 eingestuerzte rom. Bau durch Abb. bekannt, auch
einige formierte Reste erhalten, hier und im Museum zu Halle.]
*Stadt-K.* Nuechternstes 18. Jh. -- Grosser interessanter _Schnitzaltar_ um
oder vor M. 15. Jh. -- *Rathaus* in schlichter Renss. Im Keller gekuppelte
rom. Lichtoeffnung.
_GEREUTH._ UFranken BA Ebern.
*Dorf-K.* um 1700, mit huebscher einheitlicher Einrichtung. In der
Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten derselben
Zeit. *Schloss.* Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths
3geschossige Anlage in 3 Fluegeln mit fein durchgefuehrter Aussengliederung.
_GERLACHSHAUSEN._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute _Ausstattung_,
besonders die Seitenaltaere in Stuck, wohl von _Andreas Mayer_, Gemaelde von
_Dahlwein_. -- An der Strasse nach Sommerach reich skulptierter _Bildstock_
1511, einer der schoensten in Unterfranken, ruinoes.
_GERMERODE._ RB Cassel Kr. Eschwege.
*K*. des ehem. *Praemonstratenser-Nonnen-Klst*. Gewoelbte rom.
Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schliessen in gleicher Flucht mit 3
Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche. WBau doppeltuermig (wegen
Baufaelligkeit niedergelegt, 1905 in der alten Gestalt wieder aufgebaut).
Dazwischen, zugleich das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore,
die von 4 Paar Sll. mit Wuerfelknaeufen getragen wird. Im System des Msch.
nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten Gurt- und Schildbgg. auf;
keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll. quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die
Sschiffe abgebrochen. -- Unter dem stark ueberhoehten Chor eine Krypta mit
gurtenlosen Gwbb. -- Hoelzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der
Fachwerkarchitektur. -- Am Aussenbau ist nur die OAnsicht einigermassen
intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln, sonst ungegliedert.
*Klostergebaeude*. Einige Reste mit rom. Fenstern in den Domaenenhof
eingebaut.
_GERODE._ Pr. Sachsen Kr. Worbis.
Ehem. *Benedikt.-Klst*. Jetzige *K*. 1778. *Scheune*. Grossartiger
Quaderbau in Hufeisenform 1672.
_GEROLZHOFEN._ UFranken BAmtsstadt.
*Stadtpfarr-K*. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl. 1479.
Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere 1899 hinzugefuegt).
Chor 1sch., 1 {~DAGGER~} 5/8, flankiert von zwei Tuermen, deren Erdgeschosse sich
als Kapellen gegen Chor und Lhs. oeffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler
und gekehlte Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf
Konsolen in Scheitelhoehe der Scheidbogen. Aussen durchweg Strebepfeiler, z.
T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap., gute Arbeiten aus
A. 16. Jh.). -- Einrichtung spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg.
_Holzkruzifix_ mit Naturstamm, _Riemenschneider_ nahestehend. Geschnitzte
_Rosenkranzmadonna_ nachgot. Gruppe der _Taufe Christi_ vermutlich von
_Peter Wagner_ um 1760. -- Gutes _Ciborium_, wuerzburgisch um 1680.
*Johannis-Kap*. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoss 2sch., Obergeschoss 1sch. in
3 Achsen und 5/8 Schluss, zierliches Netzgewoelbe und reich gegliederte
Fenster. Aussen (W) einlaeufiger Treppenaufgang. [Schnitzaltar,
_Riemenschneider_ zugeschrieben, jetzt im Nat.-Mus. Muenchen.]
*Friedhofs-Kap*. 1737. Altarbilder von _Chr. Urlaub_ (1745, 1748) und
_Wolker_ (1748). Das schoene schmiedeeiserne Gitter am Tor (2. H. 17. Jh.)
stammt aus Klst. Ebrach.
*Bezirksamtsgebaeude*. Ehem. fuerstbisch.-wuerzb. Oberamtshaus, um 1614.
*Rentamtsgebaeude*. Ehem. fuerstbisch.-wuerzb. Amts- und Zenthaus. Turm und
Anlage im Kern mittelalterlich (von einer Burg der Herren v. Fuchs),
Erscheinung wesentlich aus A. 17. Jh.
*Spital*. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken.
*Stadtbefestigung*. Interessant durch den doppelten Mauerguertel, Abstand
stellenweise ueber 100 m. Er diente als Zuflucht fuer die umliegenden
Doerfer.
_GERSDORF._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Dorf-K.* 18. Jh., mit ma. Resten: _Sakramentshaeuschen_, der Eingang von
Engeln bewacht; _Altarfigg_.; vorzueglich ein lebensgrosser _Crucifixus_ A.
16. Jh.; diese jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener
Altert.-Ver.
_GERSFELD._ RB Cassel Kreisstadt.
*Kirche*. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und WTurm. --
_Grabsteine_ der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.
*Friedhofs-Kap*. 1632, an den Emporen Malereien.
*Schloss* (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.
_GERSTUNGEN._ Sachsen-Weimar VB Eisenach.
*Kirche*. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in 3 Geschossen,
um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen oeffnet sich gegen das spgot.
gewoelbte Altarhaus, ueber welchem der 8eck. Turm. -- Steinerne _Kanzel_
1588. _Grabsteine_ (v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.
*Fachwerkhaeuser*. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus aus A. 17. Jh.
(jetzt Oberfoersterei) und das v. Boyneburgische am Markt (Apotheke).
_GESEES._ OFranken BA Bayreuth.
*Pfarr-K.* (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veraenderungen;
Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluss; Turm in N. -- _Hochaltar_ 1673,
noch im Aufbau gotischer Fluegelaltaere. Steinerne _Kanzel_ 1562. --
Befestigter Friedhof.
_GESTUNGSHAUSEN._ Sachsen-Coburg LA Coburg.
*Pfarr-K.* A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich
anschliessend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewoehnlich reich
und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs. tragen zwischen
Stuckornament kleine Gemaeldefelder vom Coburger _J. Schuster_ 1714.
3geschossige Empore bez. 1712. _Moseskanzel_ 1727. _Taufstein_ 1643. Um
den Kirchhof Mauer mit hohem Torturm.
_GIEBELSTADT._ UFranken BA Ochsenfurt.
*Pfarr-K.* (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. -- _Kanzel_ in strenger
Hochrenss. E. 16. Jh., Mosestraeger. Grosses _Epitaph_ einer Frau v. Zobel
1606.
*Schloss der Zobel,* whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte Wasseranlage
mit runden Ecktuermen.
*Schloss der Geyer,* Ruine.
_GIEBICHENSTEIN._ Pr. Sachsen Saalkreis.
*Dorf-K.* mit rom. Turm und rom. _Taufstein_. _Grabsteine_ 1474, 1560.
*Burgruine* ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.
_GIECH._ OFranken BA Bamberg.
*Schlossruine* bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.
_GIESEL._ RB Cassel Kr. Fulda.
*Jagdschloesschen*, erb. 1717 vom Fuerstabt v. Butlar an Stelle einer Burg
des 16. Jh.
_GIESSMANNSDORF._ K. Sachsen AH Zittau.
*Schloss* 1694. Rck., in der Laengsrichtung schmaler Gang, in der
Querrichtung Vestibuel und doppellaeufige Treppe. 2geschossiger Aufbau mit
durchlaufenden tosk. Pilastern. Ueber dem Dach schmaelerer Oberbau in
Fachwerk. Dachreiter. Einfluss boehmischer Schloesser.
_GLASHUeTTE._ K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
*Stadt-K.* 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch. ausgefuehrt --
18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und 9Eckschluss. Kunstlos bemalte
Felderdecke 1669. -- Rest wertvoller _Altarmalerei_ aus derselben Zeit;
ebenso die _Glasgemaelde_ im Chor. -- _Taufbecken_ aus Messing A. 16. Jh.,
gestanzte Zeichnung der Verkuendigung. -- _Schoene Grabplatte_ des Pfarrers
M. Kittel {~DAGGER~} 1639, bemalt, aehnlich der des Sup. Cademann in Pirna.
_GLASTEN._ K. Sachsen AH Grimma.
*Dorf-K.* frgot. mit platt geschlossenem Chor, darueber Turm mit 4
gekuppelten Fenstern und Satteldach.
_GLAUCHAU._ K. Sachsen Amtshauptstadt.
*Stadt-K.* 1726 mit Benutzung aelterer Teile, darunter 2 Reliefs aus 15.
Jh. -- _Orgel_ 1730 von _Gottfr. Silbermann_.
*Gottesacker-K*. Renss.Pforte mit beschaedigten, ehemals schoenen Reliefs.
*Hinterglauchen*. Schoenburgisches *Schloss*. Die Erscheinung wesentlich
bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte, ganz einfach
behandelte Hauptfront durch 4 Zwerchhaeuser gegliedert, deren Giebelabsaetze
nach dem verbreiteten Schema der saechsischen FrRenss. als Viertelskreise
gebildet sind.
_GLAUSCHNITZ._ K. Sachsen AH Kamenz.
*Herrenhaus* einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.
_GLEINA._ Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
*Dorf-K.* Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. _Fresken_. -- Gute Typen
von _Bauernhoefen_.
_GLEISBERG._ K. Sachsen AH Doebeln.
*Dorf-K.* Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz einer dem Chor
noerdl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb. -- _Taufstein_ aus
Porphyr mit primitiv eingeritztem Ornamente. -- _Fluegelaltar_ um 1510-20,
baeurische Arbeit, doch vorzueglich gut erhalten; die Gemaelde der
Aussenfluegel stehen hoeher.
_GLEISENAU._ UFranken BA Hassfurt.
*Prot. Dorf-K*. 1711. *Schloss-K*. 1772 mit reicher Sandsteinfassade. --
*Schloss* (Gross von Torckau) 1773.
_GLEUSDORF._ UFranken BA Ebern.
*Schloss.* Gefaelliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung sehr
malerisch zwischen Baeumen. -- Innendecken mit _Muschelwerkstuck_ und
eiserner Ofen von 1769.
_GLOSSEN._ K. Sachsen AH Loebau.
*Schloss,* erb. 1688 fuer H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage,
Formen einfach.
_GNANDSTEIN._ K. Sachsen AH Borna.
*Dorf-K.* Einheitlicher, unveraenderter Gewoelbebau (Sternmuster) aus A. 16.
Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in Stuck wie in Geithain. Gute
_Steinkanzel_ mit Masswerkschmuck bez. 1518. In den Chorfenstern
_Glasgemaelde_ aus der Erbauungszeit. _Betstube_ mit reicher Sammlung von
Wappen des saechsischen Adels. _Epitaph_ H. v. Einsiedel 1557 mit langem
von Melanchthon verfasstem Gedicht. Epit. Joh. v. Einsiedel 1582,
Sandstein, Marmor und Serpentin, z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche
Grabsteine mit lebensgrossen Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausfuehrung
gleichzeitig um 1640. 4 weitere bis 1756.
*Schloss* (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). Anlage
langgestrecktes Rechteck, einem Hoehenzuge folgend. Im innersten Hof
freistehender runder Bergfried. Am selben Hof rom. Palas mit 3teilig
gekuppelten rundbgg. Fenstern; eine andere Gruppe hat Kleeblattschluss. An
einem zweiten groesseren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit
Einrichtung des 16. Jh. 4fluegeliges Altarwerk.
_GNOeTZHEIM._ UFranken BA Kitzingen.
*Pfarr-K.* Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes Beispiel
einer vornehm schlichten Landarchitektur. -- 1sch. Lhs., quadr. Chor, WTurm
(ohne Eingang). Das gut gegliederte, ornamentlose Portal an der SSeite. --
Reizende _Sakramentsnische_ E. 15. Jh. Interessantes, leider verstuemmeltes
_Wandgrab_ des Konrad v. Rosenberg {~DAGGER~} 1596.
_GOCHSHEIM._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* Grossenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung,
ins 14. Jh, hinaufreichend.
*Rathaus.* Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus (no 183) von 1612.
_GOeDA._ K. Sachsen AH Bautzen.
*Dorf-K.* Netzgewoelbte Halle von 1505. Von einem Bau aus 1. H. 13. Jh.
einige fein skulptierte Zierstuecke gefunden. -- Huebsche _Sandsteinkanzel_
1514. Zahlreiche _Bildnissteine_ des 17. Jh., recht gut der des Heinrich
v. Buenau 1605.
_GOeDEWITZ._ Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
*Dorf-K.*, 2 einfache rom. Tympana.
_GOeHREN._ K. Sachsen AH Rochlitz.
*Dorf-K.*, kleine apsidenlose rom. Anlage. -- _Schnitzaltar_ 1512.
_GOeHRENDORF._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
*Dorf-K.* Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.
_GOLDKRONACH._ OFranken BA Berneck.
*Pfarr-K.* got., Sandsteinemporen mit "durchbrochener Arbeit".
_GOeLLINGEN._ Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
*Benediktiner-Klst.,* eines der aeltesten in Thueringen. Von der sprom. K.
wenig erhalten, naemlich: 1. Reste der Apsidenmauer, 2. der viel
Eigentuemliches bietende WBau. Er ist als breiter Turm ausgebildet. Die an
die K. anschliessende Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und
verdeckt. Von den Sschiffen der K. fuehrten unter weiten Bogenoeffnungen je
6 Stufen in die hochraeumige Krypta; 3x3 graetige Kreuzgwbb.; die breiten
Gurten in der Linie des Hufeisenbogens; als Stuetzen kraeftige Sll. (auch an
den Waenden) mit Eckblattbasen und flach skulptierten Wuerfelkaptt. Die
Formen, von trefflicher Ausfuehrung deuten auf die Spaetzeit 12. Jh. Ueber
der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren oestl. Vorraum sich anscheinend als
Empore gegen die K. geoeffnet hat. Am noerdl. und suedl. Ende desselben
Vorraums Tueren zu kleinen Treppentuermen, die in die oberen Teile des
Haupt-Turmes hinauf fuehrten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, aussen mit
Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert; im letzten
Geschoss weite gekuppelte Fensteroeffnungen mit profilierten Gewaenden.
_GOLLMUTHAUSEN._ UFranken BA Koenigshofen.
*Dorf-K.* Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit
(1819).
_GOeLSOORF._ Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
*Dorf-K.* aus Granit einfach frgot.
_GOMPERTSHAUSEN._ Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
*Dorf-K.* 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen Sll. 1808;
alt im Unterbau der oestl. Turmchor.
_GONNA._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Dorf-K.* Rom. OTurm. -- _Taufstein_ E. 16. Jh. mit 6 Reliefs.
_GORNOORF._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. -- _Schnitzaltar_ 1490 vom Saalfelder
"Meister der Baldachine".
_GOeRSBACH._ Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
*Dorf-K.* neu. Der spgot. _Schnitzaltar_ naechst dem in S. Jakob in
Sangerhausen der bedeutendste des Kreises.
_GOeRSCHEN._ Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
*Dorf-K.* Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, das
uebrige 16. Jh. und neuer. -- _Crucifixus_ bez. HF, energische Arbeit E. 15.
Jh.
_GORSLEBEN._ Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
*Dorf-K.* spgot. -- Reicher _Schnitzaltar_ spgot., _Kanzel_ und _Taufstein_
1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.
_GOeSCHWITZ._ Sachsen-Weimar VB Apolda.
*Dorf-K.* got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im OFenster
Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarfluegeln.
_GOSECK._ Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem Sohne dieses Hauses,
dem grossen Erzbischof Adalbert von Bremen, in ein *Kloster* umgewandelt.
Die 1043 und 1056 gew. *Kirche* hat sich in den OTeilen erhalten, welche
1625 als Schlosskap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmaessiger
rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung (veranlasst durch
abschuessiges Gelaende) eine Krypta. In das Schloss (ein wenig interessanter
Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut ein WTurm im Uebergangsstil des 13. Jh.
-- _Ecce __ homo_, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit eines
sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen Kuenstlers.
_Altartafel_, Hinrichtung der h. Katharina, von _L. Cranach d. Ae_. Grosses
reiches _Epitaph_ des Bernh. v. Poelnitz {~DAGGER~} 1628.
_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Ochsenfurt.
Der Ort enthaelt an Kirchenausstattung, Bildstoecken, Fachwerkhaeusern,
Befestigungsresten allerlei huebsche Kleinigkeiten.
_GOSSMANNSDORF._ UFranken BA Hofheim.
*Dorf-K.* Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich von _B.
Neumann?_). Stattliche Fassade. Hochaltar um 1730. Reiche Seitenaltaere um
1760. -- Interessante _Kirchhofsbefestigung_, wohl 14. Jh.
*Vogteihaus,* charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schoenes
schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein aehnliches in
Manau).
_GOeSSNITZ._ Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.
*Stadt-K.*, im 15. Jh. nach relativ grossartigem Plan beg., im 16.
verkuemmert ausgefuehrt, im 17. umgebaut.
_GOeSSWEINSTEIN._ OFranken BA Pegnitz.
*Kloster-K*. 1730-39 von _Balthasar Neumann_. Doch hatte schon 1728 der
angesehene Mainzer Architekt _F. A. v. Ritter_ Plaene eingeliefert.
Inwieweit Neumann diese beruecksichtigt hat, ist eine offene Frage. Anlage
im lat. Kreuz. Das Qsch. schliesst aus dem 6Eck, sogleich an der Laengswand
beginnend, Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen Gang
verbunden. Die Flachkuppel nach aussen nicht sichtbar. Das Tonnengwb. mit
starken Quergurten ist reich stuckiert. Die innere Ausstattung schon in
den Formen des Rok.; der Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung
von konstruktiv nicht zulaessigen Elementen zu Stuetzen und Streben an
Vierzehnheiligen. Der Aussenbau, wie immer bei N., einfach, mit 2
Front-Tuermen. -- Ueber dem Portal eine gewaltige _plastische Gruppe_, die h.
Dreifaltigkeit. An der Rueckseite eingemauert ein _Grabdenkmal_ von _Hans
Werner_ 1588.
_GOTHA._ Hauptstadt von Sachsen-Gotha.
*Augustiner-K*. Gegr. 1366, ueberarbeitet 1676. Einfaches, turmloses Rck.
von 49 : 14,5. -- _Fuerstenstand_ am Chor in derbem Bar.; desgl. die
_Kanzel_; Rest eines got. _Altarwerks_. Die grosse _Gedenktafel_ fuer Herzog
Johann, {~DAGGER~} 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. -- Das Klst. verbaut; der
Kreuzgang rest.
*Margarethen-K*. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und 1725; ursp.
3sch. Hallenkirche. -- _Denkmal_ fuer Herzog Ernst den Frommen 1728 von
dessen Enkel errichtet. -- _Taufstein_ bez. 1687. -- Sehr schoene bar.
Engelsfigg., Holz.
*Schloss Friedenstein*. 1643-1654 fuer Herzog Ernst d. Fr. von _Andreas
Rudolfi_. Gross in den Abmessungen, in der Ausfuehrung sparsam, nuechtern,
schwerfaellig, fast noch mehr im Charakter einer Zitadelle als eines
fuerstlichen Wohnhauses, ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am
Ende des grossen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m, wird von 3
Fluegeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, an den Ecken breite Tuerme
mit welscher Haube. Die in der deutschen Renss. an einem Kunstbau nie
fehlenden Giebel sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengaenge auf schweren
gequaderten Pfll. -- Die innere Einteilung ohne groessere Raumentfaltung.
Tiefe, niedrige Gemaecher. Darunter leidet die 1685 ff. hinzugefuegte
prunkhaft derbe Barockdekoration. -- Einige Raeume M. 18. Jh. Das
Porzellankabinett und anderes, was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751
vom Nassau-Saarbrueckener Hofarchitekten _Stengel_. Die Schloss-K. nahe
verwandt der zu Weissenfels (vgl. dort). In der Fuerstengruft viele, z. T.
aufwandreiche, Saerge. Orangerie von _G. H. Krohne_.
*Schloss Friedrichstal*. 1711. Nach franzoesischen Mustern in vereinfachter
Formgebung.
*Rathaus,* beg. 1567, veraendert im 17. Jh. Das Portal von auserlesener
Feinheit der Erfindung und Ausfuehrung; bez. 1574, aber noch im Charakter
der FrRenss. An der SFront eingemauertes _Reliefbild_ eines h. Bischofs
aus 13. Jh.
Gute *Barockhaeuser* die staedt. Sparkasse und der ehem. Preussische Hof.
Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmaeler der Barockzeit erhalten.
_GOTTESBUeREN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
Ehem. *Wallfahrts-K*. bez. 1331, platter Chorschluss, Ssch. im 15. Jh.
hinzugefuegt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb. auf kurzen
Diensten. Vortreffliches Detail.
_GOTTESGRUeN._ Reuss ae. L. LA Greiz.
*Kirche* aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher Altaraufbau;
das eingefuegte Holzrelief mit dem Abendmahl ist aelter, um 1500,
anziehendes Stueck.
_GOTTLEUBA._ K. Sachsen AH Pirna.
*Stadt-K.* 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstaemmen und
Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff renss. Portal bez. 1553.
_GOTTSTEDT._ Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
*Dorf-K.* aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten Fenstern
Wuerfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten. -- Ueberreste eines
_Schnitzaltars_ aus 15. Jh.
GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. *Pfarr-K.* Vom spgot.
Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen mit Sterngwb. und der Turm an der
NSeite des Schiffes; dieses erweitert 1775. -- Mehrere _Holzbildwerke_ in
der Art _Lendenstreichs_. Der bar. _Marmor-Altar_ aus der Barfuesser-K. in
Saalfeld uebergefuehrt. Auf dem Friedhof zahlreiche Schmiedekreuze des 17.
und 18. Jh.
_GRADITZ._ Pr. Sachsen Kr. Torgau.
*Schloss* mit Nebengebaeuden E. 18. Jh.
_GRAeFENBERG._ OFranken BA Forchheim.
*Pfarr-K.* 18. Jh. einfach.
_GRAFENGEHAIG._ OFranken BA Stadtsteinach.
*Pfarr-K.* got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht vom Umbau
1448. Grosses _Kruzifix_ 1532.
GRAeFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz. *Dorf-K.* Rom. Anlage, der Turm
ueber dem Chor.
_GRAeFENRODA._ Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
*Dorf-K.* Stark modernisiert. Grosser _Schnitzaltar_ A. 16. Jh.
_GRAFENRHEINFELD._ UFranken BA Schweinfurt.
*Dorf-K.* Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von _Joh. Mich. Fischer_, einem
Schueler _Neumanns_. Besonders die Fassade reich ausgebildet. Von den 2
OTuermen nur der suedl. got. _Deckengemaelde_ bez. _Joh. Zick_ 1756.
Vorzueglicher, triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit aelterem
_Gemaelde_, wohl von _Onghers_; von demselben 1671 der hl. Sebastian auf
einem Nebenaltar. _Seitenaltaere_ und _Kanzel_ von _J.P. Wagner_ 1766.
_Chorstuehle_, _Taufstein_, _Stationsbilder_ in spaeterem Rok.
*Rathaus.* Giebelhaus in Fachwerk 1602. -- Grosser _Bildstock_ 1628. Ein
kleinerer 1694.
_GRAeFENTAL._ Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
*Dorf-K.* Wesentlich Erneuerung 1724. -- Stattlicher _Kanzelbau_ hinter dem
Altar. Ikon. _Grabstein_ der Familie v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste
von mittelalterl. _Wandmalerei._
*Schloss Wespenstein*. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit
interessanter Torhalle.
_GRAeFENTONNA._ Sachsen-Gotha LA Gotha.
*Haupt-K*. Grosse 1sch. spgot. Anlage, barock ueberarbeitet. -- _Altarwerk_,
wohl das umfangreichste, das Thueringen besitzt. Die 3geschossige Archit.
1646 (oder eher 1687?). Die Reliefs von einem auseinander genommenen
Fluegelaltar des Klst. Grimmental, angebl. aus Nuernberg. 10 _Grabsteine_
der Grafen v. Gleichen 1525-75.
*Kettenburg*. Das alte Schloss der Grafen v. Gleichen. Jetzt Zuchthaus und
ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke 14. Jh. Andere Bauteile zeigen
Formen der Renss. des 16. Jh.
_GRAMSCHATZ._ UFranken BA Karlstadt.
*Pfarr-K.* 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung um
1740.
_GREBEHNA._ Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
*Dorf-K.* Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit stilisiertem Baum.
_GREBENSTEIN._ RB Cassel Kr. Hofgeismar.
*Stadt-K.* 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von niedrigen
Verhaeltnissen. Die Sschiffe haben ueber jedem Joch ein besonderes Dach mit
einfachem Giebel. Reich skulptiertes Portal, die Figg. sehr verwittert.
WTurm 1905 rest.
*Rathaus* in Fachwerk A. 17. Jh.